Es liegt bei mir streng wissenschaftlich gesehen eine rot/grün Blindheit vor. Ja, mein Gehirn versucht damit umzugehen. Ich sehe meine Welt farbig, mußte aber erkennen, das ich an Stellen Farben sehe, wo nur graue Flächen sind. Dies ist auf einen Lerneffekt meines Gehirns zurückzuführen.
Die ganze Diskussion entspann sich an meiner einleitenden Bemerkung ich sei farbenblind. Nach deiner wissenschaftlichen Definition für "farbenblind" darf man diese aber nur auf Schwarz/weiß-sichtige Menschen anwenden.
Ich bin tatsächlich blind für Ampelgrün und ein Rot mit gleichem Kontrast, dies ist deutlich dunkler als das Ampelrot (Keine Signalwirkung). Statt dieser Farben sehe ich grau. Normalerweise werden handelsübliche Rot- und Grüntöne heller gemacht mit weiß und gelb. So behandelte Farben empfinde ich als bunt. Allerdings nur wenn die Farbfläche eine Mindestgröße erreicht und es ausreichend hell ist. Im Halbdunkel verschwimmen die Farben und wechseln ständig den Farbeindruck, also ein ständiger Wechsel zwischen düsteren Erdtönen, auf Grün-, Braun- und Rotbasis (!). Sehen im Halbdunkel ist für mich anstrengend, es sei denn ich sitze in orange/gelben Licht (Feuer oder Kerzen). Erst bei Dunkelheit sehe ich Kontrastverstärkt in dunklen Grautönen. Da finde ich bei Sternenlicht meinen Weg, wo der normal farbsichige nur noch orientierungslos rumstolpert.
Oder auch die bemerkenswerte Fähigkeit des Gehirns, sich an jede nur erdenkliche Situation anzupassen. Zugegeben, es klappt nicht immer, aber wenn, dann mit durchschlagendem Erfolg.Ich meinerseits bin kurzsichtig, sehe aber die Welt mit anderen Augen. Jede geht wohl anders mit seiner Situation um, was?