Diese Einstellung konnte ich noch nie verstehen.
Ein Gebot des Schweigens gibt es für mich nicht - was ich weiß und kann ist angeboren oder habe ich mir selbst beigebracht.
Wieso sollte ich denn bitte schweigen? Alles einfach für mich behalten?
Was hab ich dann davon? Was hat die Welt davon? Mache ich dadurch was besser?
Mein Gebot lautet: Soviel besser machen, wie ich irgendwie kann. Darum bin ich hier.
Das widerspricht dem "Schweigen" auch nicht. Schweigen ist natürlich im übertragenen Sinne zu sehen, vergleichbar mit einem Samen den man in die Erde pflanzt. Damit er reift (überhaupt aufgehen kann um das Sonnenlicht zu sehen!), braucht er Erde, Schutz, Deckung, Ruhe, "Schweigen". So ist es auch mit dem mystischen Embryo, der nur auf dieser Grundlage zu einem starken, unerschütterlichen Baum werden kann, dessen Früchte allen zum Wohle sind.
Und so manches Saatgut fällt vielleicht zunächst auf unfruchtbaren Boden, weht dann aber weiter und findet fruchtbaren Boden.
Wenn der Samen in unfruchtbaren Boden gepflanzt wurde, weht er selten nochmal weiter. Eher vermodert er. Aber ist natürlich nur bildlich zu verstehen.