• [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]Nun eigentlich wollte ich ja Gedichte nicht noch kommentieren, (denn sie sprechen für sich) - aber ich habe das noch im Musikunterricht gelernt und akribisch danach gesucht, DIESEN Text auch wieder zu finden, denn sowas verschwindet ja gerne in der Versenkung. Anregung dazu war die Aussage des neuen Innenministers der BRD:

    +++die in der Bundesrepublik lebenden Menschen muslimischen Glaubens gehörten zu Deutschland. Aber: "Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt.+++
    Bundesinnenminister Friedrich

    [/size][/font][font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]Die Grünen, allen voran Chef Özdimir kritisierten Herrn Friedrich daraufhin aufs schärfste. Die Ausage des Ministerpräsidenten Erdogan (Türkei), dass Türken sich in Deutschland nicht anpassen sollten, haben sie dabei vergessen zu erwähnen. Und auch mit ihren Geschichtskenntnissen ist es nicht weit her. Man verfälscht halt wo man kann - oder läßt wesentliche Dinge weg, was auch ein Mittel darstellt, die Wahrheit zu verschleiern[/size][/font][font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10], die Grünen sind Meister darin, aber ich will hier nicht weiter ausholen, wozu auch? Ich habe Ihnen zur Geschichtsauffrischung das Gedicht geschickt und den Link zur Geschichte. Es wird sie nicht freuen, nehme ich an :P


    [/size][/font]

    Zitat

    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]
    Auf dem Weg von der serbischen Stadt Novi Sad in den Ort Karlowitz kommt der Reisende an der Wallfahrtskirche Mariä Schnee vorbei. Sie erinnert an jenen Tag im August 1716, an dem hier, bei Peterwardein, das kaiserliche Heer eine zahlenmäßig weit überlegene türkische Streitmacht besiegte. „Virginis et Eugenii victoria!“, ein Sieg der Jungfrau Maria und des Feldherrn Eugen von Savoyen, so lautet die alte Inschrift.

    Bis heute kommen am Jahrestag nicht nur katholische und orthodoxe Gläubige hierher, um die „Königin des Friedens“ zu verehren, sondern auch Diplomaten im Gedenken an das historische Ereignis. So auch im letzten Sommer.
    [...]
    Die Grenze zwischen Morgen- und Abendland, so könnte man dieses kleine Ereignis interpretieren, ist symbolisch noch immer befestigt.[/size][/font]

    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]

    Gruß Jo[/size][/font]

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • nun, du hast Recht. Gedichte sprechen ebent eine eigene sprache, da schwingt was mit ....
    lange zeit wurden gedichte, reime und geschichten mündlich weitergegeben, auf marktplätzen öffentlich vorgetragen. so waren, wurden, und haben sich die menschen "damals" informiert. auch kritische meinungen (die stimme des volkes) wurde-ward eingeflochten und auf diese art und weise "mündlich"und/oder mit einer "melodeyh" weitergegeben. war ein gedicht, der "song" beliebt - der reim war treffend und fein - wurde oft daraus ein "Gassenhauer", ein "Märchen", eine "Mythe" oder auch eine "Sage" - wenn´s länger zurückliegt und keinerlei "schriftlichen" aufzeichnungen mehr vorliegen.

    manchmal macht es Sinn, neben dem gedicht auch ein paar hintergründe anzubieten - für den, den es interessiert .....

    doch wen interessiert das schon?

    ..... mich schon! - ich bekomme kaum genug davon.
    doch nicht die masse - vielmehr die klasse..... der Information
    (ein kleiner reim - der musste sein) - als dank an jo und sooma ...
    für diesen threat :love: .....

    [Blockierte Grafik: http://www.kinderzeitmaschine.de/typo3temp/pics/f87b0046e5.jpg]

    Ich saz ûf eime steine
    und dahte bein mit beine,
    dar ûf satzt ich den ellenbogen;
    ich hete in mîne hant gesmogen
    daz kinne und ein mîn wange.
    dô dâhte ich mir vil ange,
    wie man zer werlte solte leben
    deheinen rât kond ich gegeben,
    wie man driu dinc erwurbe,
    der keinez niht verdurbe.

    Übersetzt ins Neuhochdeutsche, also dem Deutsch, das wir heute sprechen, bedeutet es:

    Ich saß auf einem Steine:
    Da deckt? ich Bein mit Beine,
    Darauf der Ellenbogen stand;
    Es schmiegte sich in meine Hand
    Das Kinn und eine Wange.
    Da dacht? ich sorglich lange
    Dem Weltlauf nach und ird?schem Heil;
    Doch wurde mir kein Rat zuteil,
    Wie man drei Ding? erwürbe,
    Daß keins davon verdürbe.

    Der Philosoph Walther von der Vogelweide in Gedanken auf http://www.kinderzeitmaschine.de
    Ich saß auf einem Stein, hatte die Füße übereinander geschlagen. So saß ich also da, das Kinn auf meiner Hand gestützt. Lange dacht ich nach, und kam zu keinem Schluss (Ergebnis) - zum Lauf der Dinge und dem Glück auf Erden. Wie man drei Ding (?????) erwürbe, daß kein´s davon verdürbe hmmmm......... wahrhaft philosophisch ^^ ..... weshalb kommen mir gerade dabei die schriften des hermes in den sinn? die weisheit der tabula smaragdia?

    Zitat

    [font='Arial'][size=10]Ich
    habe Ihnen zur Geschichtsauffrischung das Gedicht geschickt und den
    Link zur Geschichte. Es wird sie nicht freuen, nehme ich an :P[/size][/font]

    :thumbup: :thumbup: :thumbup: .... du wirst darauf niemals eine antwort erhalten - so denke ich :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    "In der Natur sind Schwarze Löcher kaum zu finden. Nur in unseren Köpfen wimmelt es davon"
    Zitat: George Greenstein

    7 Mal editiert, zuletzt von Ich bin´s (6. März 2011 um 16:33) aus folgendem Grund: als dank für diesen threat, wurde-ward, ebent

  • Als noch, verkannt und sehr gering,
    unser Herr auf der Erde ging,
    und viele Jünger sich zu ihm fanden,
    die sehr selten sein Wort verstanden,
    liebt’ er sich gar über die Maßen,
    seinen Hof zu halten auf der Straßen,
    weil unter des Himmels Angesicht
    man immer besser und freier spricht.
    Er ließ sie da die höchsten Lehren
    aus seinem heiligen Munde hören;
    besonders durch Gleichnis und Exempel
    macht’ er einen jeden Markt zum Tempel.

    So schlendert’ er in Geistes Ruh’
    mit ihnen einst einem Städtchen zu,
    sah etwas blinken auf der Straß’,
    das ein zerbrochen Hufeisen was.
    Er sagte zu Sankt Peter drauf:
    "Heb doch einmal das Eisen auf!"
    Sankt Peter war nicht aufgeräumt,
    er hatte soeben im Gehen geträumt,
    so was vom Regiment der Welt,
    was einem jeden wohlgefällt:
    Denn im Kopf hat das keine Schranken;
    das waren so seine liebsten Gedanken.
    Nun war der Fund ihm viel zu klein,
    hätte müssen Kron’ und Zepter sein;
    aber wie sollt’ er seinen Rücken
    nach einem halben Hufeisen bücken?
    Er also sich zur Seite kehrt
    und tut, als hätt’ er’s nicht gehört.

    Der Herr nach seiner Langmut drauf
    hebt selber das Hufeisen auf
    und tut auch weiter nicht dergleichen.
    Als sie nun bald die Stadt erreichen,
    geht er vor eines Schmiedes Tür,
    nimmt von dem Mann drei Pfennig dafür.
    Und als sie über den Markt nun gehen,
    sieht er daselbst schöne Kirschen stehen,
    kauft ihrer, so wenig oder so viel,
    als man für einen Dreier geben will,
    die er sodann nach seiner Art
    ruhig im Ärmel aufbewahrt.

    Nun ging’s zum andern Tor hinaus,
    durch Wies’ und Felder ohne Haus;
    auch war der Weg von Bäumen bloß,
    die Sonne schien, die Hitz’ war groß,
    so daß man viel an solcher Stätt’
    für einen Trunk Wasser gegeben hätt’.
    Der Herr geht immer voraus vor allen,
    läßt unversehens eine Kirsche fallen.
    Sankt Peter war gleich dahinter her,
    als wenn es ein goldner Apfel wär’;
    das Beerlein schmeckte seinem Gaum!
    Der Herr nach einem kleinen Raum
    ein ander Kirschlein zur Erde schickt,
    wonach Sankt Peter schnell sich bückt.
    So läßt der Herr ihn seinen Rücken
    gar vielmal nach den Kirschen bücken.
    Das dauert eine ganze Zeit.
    Dann sprach der Herr mit Heiterkeit:
    "Tätst du zur rechten Zeit dich regen,
    hättst du’s bequemer haben mögen.
    Wer geringe Ding’ wenig acht’t,
    sich um geringere Mühe macht."
    Johann Wolfgang von Goethe

    [Blockierte Grafik: http://file1.npage.de/000395/80/bilder/b__taube_u.blume.gif.gif]

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • "Wer geringe Ding’ wenig acht’t,
    sich um geringere Mühe macht."
    Johann Wolfgang von Goethe

    tja, manchmal braucht´s halt eben eine lange geschichte ......

    doch kurzweil ist´s zu lesen die,
    gelacht hab ich, wie nie .....

    [Blockierte Grafik: http://4.bp.blogspot.com/_f5FfTKYl4EQ/SmskKGIK2GI/AAAAAAAACX0/49OniB4zNqU/s200/Smiley_Laugh+01.jpg
    ich entdecke verwundert, dass ich auch tiefsinnige literatur verstehe :)

    "In der Natur sind Schwarze Löcher kaum zu finden. Nur in unseren Köpfen wimmelt es davon"
    Zitat: George Greenstein


  • [font='Arial']Ein Druide
    Es lacht der Mai,
    Der Wald ist frei
    Von Eis und Reifgehänge.[/font]
    [font='Arial']Der Schnee ist fort,
    Am grünen Ort
    Erschallen Lustgesänge
    Ein reiner Schnee
    Liegt auf der Höh;
    Doch eilen wir nach oben,
    Begehn den alten heilgen Brauch,
    Allvater dort zu loben.
    Die Flamme lodre durch den Rauch!
    So wird das Herz erhoben. [/font]


    [font='Arial']Die Druiden.
    Die Flamme lodre durch den Rauch!
    Begeht den alten heilgen Brauch,
    Allvater dort zu loben!
    Hinauf! hinauf nach oben![/font]
    [font='Arial']Einer aus dem Volke
    Könnt ihr so verwegen handeln?
    Wollt ihr denn zum Tode wandeln?
    Kennt ihr nicht die Gesetze
    Unserer harten Überwinder?
    Rings gestellt sind ihre Netze
    Auf die Heiden, auf die Sünder.
    Ach, sie schlachten auf dem Walle
    Unsre Weiber, unsre Kinder.
    Und wir alle
    Nahen uns gewissem Falle [/font]


    [font='Arial']Chor der Weiber
    Auf des Lagers hohem Walle
    Schlachten sie schon unsre Kinder.
    Ach, die strengen Überwinder!
    Und wir alle
    Nahen uns gewissem Falle.[/font]

    [font='Arial']Ein Druide
    Wer Opfer heut
    Zu bringen scheut,
    Verdient erst seine Bande.
    Der Wald ist frei!
    Das Holz herbei!
    Und schichtet es zum Brande.
    Doch bleiben wir
    Im Buschrevier
    'Am Tage noch im stillen,
    Und Männer stellen wir zur Hut
    Um eurer Sorgen willen.
    Dann aber laßt mit frischem Mut
    Uns unsre Pflicht erfüllen. [/font]


    [font='Arial'] Ein Wächter
    Diese dumpfen Pfaffenchristen,
    Laßt uns keck sie überlisten!
    Mit dem Teufel, den sie fabeln,
    Wollen wir sie selbst erschrecken.
    Kommt! mit Zacken und mit Gabeln
    Und mit Glut und Klapperstöcken
    Lärmen wir bei nächtger Weile
    Durch die engen Felsenstrecken.
    Kauz und Eule
    Heul' in unser Rundgeheule! [/font]


    [font='Arial'] Ein Druide
    So weit gebracht,
    Daß wir bei Nacht
    Allvater heimlich singen!
    Doch ist es Tag,
    Sobald man mag
    Ein reines Herz dir bringen.
    Du kannst zwar heut
    Und manche Zeit
    Dem Feinde viel erlauben.
    Die Flamme reinigt sich vom Rauch:
    So reinige unseren Glauben!
    Und raubt man uns den alten Brauch,
    Dein Licht, wer will es rauben?[/font]

    [font='Arial'] Ein christlicher Wächter
    Hilf, ach, hilf mir, Kriegsgeselle!
    Ach, es kommt die ganze Hölle!
    Sieh, wie die verhexten Leiber
    Durch und durch von Flamme glühen!
    Menschenwölf und Drachenweiber,
    Die im Flug vorüberziehen!
    Welch entsetzliches Getöse!
    Laßt uns, laßt uns alle fliehen!
    Oben flammt und saust der Böse,
    Aus dem Boden
    Dampfet rings ein Höllenbroden![/font]

    [font='Arial'] Chor der christlichen Wächter
    Schreckliche verhexte Leiber,
    Menschenwölf und Drachenweiber!
    Welch eintsetzliches Getöse!
    Sieh, da flammt , da zieht der Böse!
    Aus dem Boden
    Dampfet rings ein Höllenbroden! [/font]


    [font='Arial'] Chor der Druiden
    Die Flamme reinigt sich vom Rauch:
    So reinige unsern Glauben!
    Und raubt man uns den alten Brauch,
    Dein Licht, wer kann es rauben![/font][font='Arial']
    Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
    [/font]

    [Blockierte Grafik: http://images.wikia.com/forscherliga/images/5/5a/Nachtelfen_Druide.jpg

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

    Einmal editiert, zuletzt von Jo (15. April 2011 um 20:03)

  • Dein Licht, wer kann es rauben! Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832

    [Blockierte Grafik: http://www.martin-wagner.org/sonne.jpg]

    [color=#990000][size=12]Die Flamme lodre durch den Rauch,
    Begeht den alten heiligen Brauch,
    So wird das Herz erhoben.

    hhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh [Blockierte Grafik: http://eibenpfad.de/Jahreskreis/ssw06/ssw06_2.jpg]

    Die Flamme reinigt sich von Rauch,
    So reinig' unsern Glauben;
    Dein Licht, wer kann es rauben!
    [/size][/color]

    quelle: http://www.geo.de/forum/showthread.html?p=72186

    "In der Natur sind Schwarze Löcher kaum zu finden. Nur in unseren Köpfen wimmelt es davon"
    Zitat: George Greenstein

    2 Mal editiert, zuletzt von Ich bin´s (16. April 2011 um 00:10)

  • „Kein Volk versinkt.
    das an sich selber glaubt;
    auch ich sah Sterne hell
    aus Nächten steigen.

    Einst kommt der Tag,
    da steht der Baum belaubt,
    und freies Volk wohnt
    unter seinen Zweigen.“

    Friedrich II. Der Große 1712-1786

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Ein Mensch - was noch ganz ungefährllich -
    erklärt die Quanten (schwer erklärlich).
    Ein zweiter, der das All durchspäht,
    erforscht die Relativität
    Ein dritter nimmt, noch harmlos, an,
    Geheimnis stecke im Uran.
    Ein vierter ist nicht fernzuhalten
    von dem Gedanken, kernzuspalten.
    Ein fünfter - reine Wissenschaft -
    entfesselt der Atome Kraft.
    Ein sechster, auch noch bonafidlich,
    will die verwerten, doch nur friedlich.
    Unschuldig wirken sie zusammen:
    Wen dürfen einzeln wir verdammen?
    Ist's nicht der siebte erst und achte,
    der Bomben dachte und dann machte?
    Ist's nicht der Böseste der Bösen,
    der's dann gewagt sie auszulösen?
    Den Teufel wird man nie erwischen:
    er steckt von Anfang an dazwischen!
    Eugen Roth

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Es ging ein Mann im Syrerland,
    Führt' ein Kamel am Halfterband.
    Das Tier mit grimmigen Gebärden
    Urplötzlich anfing, scheu zu werden,
    Und tat so ganz entsetzlich schnaufen,
    Der Führer vor ihm mußt' entlaufen.
    Er lief und einen Brunnen sah
    Von ungefähr am Wege da.
    Das Tier hört er im Rücken schnauben,
    Das mußt' ihm die Besinnung rauben.
    Er in den Schacht des Brunnens kroch,
    Er stürzte nicht, er schwebte noch.
    Gewachsen war ein Brombeerstrauch
    Aus des geborstnen Brunnens Bauch;
    Daran der Mann sich fest tat klammern,
    Und seinen Zustand drauf bejammern.
    Er blickte in die Höh', und sah
    Dort das Kamelhaupt furchtbar nah,
    Das ihn wollt oben fassen wieder.
    Dann blickt er in den Brunnen nieder;
    Da sah am Grund er einen Drachen
    Aufgähnen mit entsperrten Rachen,
    Der drunten ihn verschlingen wollte,
    Wenn er hinunterfallen sollte.
    So schwebend in der beiden Mitte
    Da sah der Arme noch das Dritte.
    Wo in die Mauerspalte ging
    Des Sträuchleins Wurzel, dran er hing,
    Da sah er still ein Mäusepaar,
    Schwarz eine, weiß die andere war.
    Er sah die schwarze mit der weißen
    Abwechselnd an der Wurzel beißen.
    Sie nagten, zausten, gruben, wühlten,
    Die Erd' ab von der Wurzel spülten;
    Und wie sie rieselnd niederrann,
    Der Drach im Grund aufblickte dann,
    Zu sehn, wie bald mit seiner Bürde
    Der Strauch entwurzelt fallen würde.
    Der Mann in Angst und Furcht und Not,
    Umstellt, umlagert und umdroht,
    Im Stand des jammerhaften Schwebens,
    Sah sich nach Rettung um vergebens.
    Und, da er also um sich blickte,
    Sah er ein Zweiglein, welches nickte
    Vom Brombeerstrauch mit reifen Beeren;
    Da konnt' er doch der Lust nicht wehren.
    Er sah nicht des Kameles Wut,
    Und nicht den Drachen in der Flut,
    Und nicht der Mäuse Tückespiel,
    Als ihm die Beer' ins Auge fiel.
    Er ließ das Tier von oben rauschen,
    Und unter sich den Drachen lauschen,
    Und neben sich die Mäuse nagen,
    Griff nach den Beerlein mit Behagen,
    Sie däuchten ihm zu essen gut,
    Aß Beer auf Beerlein wohlgemut,
    Und durch die Süßigkeit im Essen
    War alle seine Furcht vergessen.

    Du fragst: Wer ist der töricht Mann,
    Der so die Furcht vergessen kann?
    So wiß, o Freund, der Mann bist du;
    Vernimm die Deutung auch dazu.
    Es ist der Drach im Brunnengrund
    Des Todes aufgesperrter Schlund;
    Und das Kamel, das oben droht,
    Es ist des Lebens Angst und Not.
    Du bist's, der zwischen Tod und Leben
    Am grünen Strauch der Welt muß schweben.
    Die beiden, so die Wurzel nagen,
    Dich samt den Zweigen, die dich tragen,
    Zu liefern in des Todes Macht,
    Die Mäuse heißen Tag und Nacht.
    Es nagt die schwarze wohl verborgen
    Vom Abend heimlich bis zum Morgen,
    Es nagt vom Morgen bis zum Abend
    Die weiße, wurzeluntergrabend.
    Und zwischen diesem Graus und Wust
    Lockt dich der Beere Sinnenlust,
    Daß du Kamel die Lebensnot
    Daß du im Grund den Drachen Tod,
    Daß du die Mäuse Tag und Nacht
    Vergissest, und auf Nichts hast acht,
    Als daß du recht viel Beerlein haschest
    Aus Grabes Brunnenritzen naschest.
    Friedrich Rückert

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Leben das ist ein Kommen und Gehen,
    ein Begrüßen und ein Verabschieden.
    Ein Nichtwissen und Missverstehen,
    Wunder und Liebe die uns beschieden.

    Nicht zu leben? Was hätte ich versäumt?
    Nichts hätte ich von der Welt gesehen.
    Nie hätte ich gut oder schlecht geträumt.
    Nie würde ich so vieles nicht verstehen.

    Nie wäre ich da und sonst wo gewesen,
    hätte nie gelebt, geliebt, gekämpft.
    Nichts wäre von mir hier zu lesen,
    Überlegungen die jeden Zweifel gedämpft.

    21.04.2010 Norbert Wittke

    [Blockierte Grafik: http://www.intention-am-see.de/Images/DSC_10606_haende_orchidee_kontakt_96ppi_h221.jpg]

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
    Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
    Im Tale grünet Hoffnungsglück;
    Der alte Winter, in seiner Schwäche,
    Zog sich in rauhe Berge zurück.

    Von dorther sendet er, fliehend, nur
    Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
    In Streifen über die grünende Flor;
    Aber die Sonne duldet kein Weißes:

    Überall regt sich Bildung und Streben,
    Alles will sie mit Farben beleben;

    Doch an Blumen fehlt's im Revier,
    Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

    Kehre dich um, von diesen Höhen
    Nach der Stadt zurückzusehen.

    Aus dem hohlen finstern Tor
    Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

    Jeder sonnt sich heute so gern.
    Sie feiern die Auferstehung des Herrn,

    Denn sie sind selber auferstanden
    Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
    Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
    Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,

    Aus der Straßen quetschender Enge,
    Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
    Sind sie alle ans Licht gebracht.
    Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
    Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
    Wie der Fluß, in Breit' und Länge,
    So manchen lustigen Nachen bewegt,

    Und bis zum Sinken überladen
    Entfernt sich dieser letzte Kahn.
    Selbst von des Berges fernen Pfaden
    Blinken uns farbige Kleider an.

    Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
    Hier ist des Volkes wahrer Himmel,

    Zufrieden jauchzet groß und klein.
    Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!
    Aus: Johann Wolfgang von Goethe, Faust

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    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]


  • Auf dem Moose mein Kopf,
    In den Himmel mein Blick,
    In die Himmelsbläue durch Blättergrün,
    In die klare, stille, unendliche Welt
    Der leuchtenden Luft.
    Wie im Märchen, gebannt
    Zu schweigendem Schlaf,
    Starr stehen die Bäume.
    Kein Wipfel rauscht,
    Es schaukelt kein Blatt,
    Kein Vogel hüpft
    Von Zweig zu Zweig,
    Von keinem Zweige
    Klingt Vogelgesang.

    Dem schönheitsoffenen Auge allein
    Gehört diese stumme, lebendige Welt.
    Des Himmels Blau,
    Der Blätter Grün,
    Der Stämme und Aeste Schwarz-Grau-Braun:
    Sie leuchten ein Lied in den lauschenden Blick,
    Wohl lautlos, still, doch voll Harmonie
    Und lebenden Glückes voll, das fest
    Im Herzen haftet, wie ein Gesang,
    Der leise später aus Herzensgrund
    Erinnerungsmelodien herauf
    In flatterndem Schwellen erklingen lässt
    Du sinnst und fragst: Wo kamen sie her?
    Wo klangen sie einst sich
    Ins Herz mir ein?
    Und lauschst dem Lied aus der eigenen Brust,
    Und tauchst hinab in des Glückes Tiefen,
    Aus denen geheimnissdämmerweich
    Der süssen Töne Erinnerung quillt....

    Wo klang so voll und zart in Eins
    Das Himmelsblau,
    Das Blättergrün,
    Von wechselndem Grau dumpf untertönt?

    Die stumme, leuchtende Melodie
    Drängt tief ins Herz:
    Ich fühle, einst
    Klingt sie herauf
    In farbenleerer, dunkler Zeit.

    Mein Auge trinke, trinke die tönende, leuchtende Fluth,
    Sauge, sauge sie ein, oh Herz,
    Waffne, rüste mit Schönheit dich
    Gegen die Finsterniss!
    Otto Julius Bierbaum

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Kaum sproßten aus den Wassern, o Erde, dir
    Der jungen Berge Gipfel und dufteten
    Lustatmend, immergrüner Haine
    Voll, in des Ozeans grauer Wildnis

    Die ersten holden Inseln; und freudig sah
    Des Sonnengottes Auge die Neulinge,
    Die Pflanzen, seiner ewgen Jugend
    Lächelnde Kinder, aus dir geboren.

    Da auf der Inseln schönster, wo immerhin
    Den Hain in zarter Ruhe die Luft umfloß,
    Lag unter Trauben einst, nach lauer
    Nacht, in der dämmernden Morgenstunde

    Geboren, Mutter Erde! dein schönstes Kind; -
    Und auf zum Vater Helios sieht bekannt
    Der Knab', und wacht und wählt, die süßen
    Beere versuchend, die heil'ge Rebe

    Zur Amme sich; und bald ist er groß; ihn scheun
    Die Tiere, denn ein anderer ist, wie sie,
    Der Mensch; nicht dir und nicht dem Vater
    Gleicht er, denn kühn ist in ihm und einzig

    Des Vaters hohe Seele mit deiner Lust,
    O Erd'! und deiner Trauer von je vereint;
    Der Göttermutter, der Natur, der
    Allesumfassenden möcht er gleichen!

    Ach! darum treibt ihn, Erde! vom Herzen dir
    Sein Übermut, und deine Geschenke sind
    Umsonst und deine zarten Bande;
    Sucht er ein Besseres doch, der Wilde!

    Von seines Ufers duftender Wiese muß
    Ins blütenlose Wasser hinaus der Mensch;
    Und glänzt auch, wie die Sternenacht, von
    Goldenen Früchten sein Hain, doch gräbt er

    Sich Höhlen in den Bergen und späht im Schacht,
    Von seines Vaters heiterem Lichte fern,
    Dem Sonnengott auch ungetreu, der
    Knechte nicht liebt und der Sorge spottet.

    Denn freier atmen Vögel des Walds, wenn schon
    Des Menschen Brust sich herrlicher hebt, und der
    Die dunkle Zukunft sieht, er muß auch
    Sehen den Tod und allein ihn fürchten.

    Und Waffen wider alle, die atmen, trägt
    In ewigbangem Stolze der Mensch; im Zwist
    Verzehrt er sich und seines Friedens
    Blume, die zärtliche, blüht nicht lange.

    Ist er von allen Lebensgenossen nicht
    Der seligste? Doch tiefer und reißender
    Ergreift das Schicksal, allausgleichend,
    Auch die entzündbare Brust dem Starken.
    Friedrich Hölderlin

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
    wer nie die kummervollen Nächte
    auf seinem Bette weinend saß,
    der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.

    Ihr führt ins Leben uns hinein,
    ihr laßt den Armen schuldig werden,
    dann überlaßt ihr ihn der Pein;
    denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

    Ihm färbt der Morgensonne Licht
    den reinen Horizont mit Flammen,
    und über seinem schuld'gen Haupte bricht
    das schöne Bild der ganzen Welt zusammen.
    Johann Wolfgang von Goethe

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    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

  • Die
    deutschen Berge brennen
    Rot vor Scham,
    weil sie es nicht fassen können,
    wie alles kam.
    Es glühen die deutschen Fluren
    in wehem Leid,
    seit sie die Schande erfuhren,
    die Schande der Zeit.
    Es bäumen sich die deutschen Meere
    gegen den Strand;
    sie haben deutsche Ehre
    anders gekannt.
    Und ob der Schmach, der feigen,
    die alles nahm,
    deutsche Eichen neigen
    ihr Haupt vor Gram.
    Nur einer sieht der Schande
    gelassen zu;
    Deutscher aus deutschem Lande,
    das bist Du.


    (Bogislav von Selchow)

    [size=10]Deutscher mit fehlendem Migrationshintergrund .
    [/size]

  • Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
    behaart und mit böser Visage.
    Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
    und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
    bis zur dreißigsten Etage.

    Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
    in zentralgeheizten Räumen.
    Da sitzen sie nun am Telefon.
    Und es herrscht noch genau derselbe Ton
    wie seinerzeit auf den Bäumen.

    Sie hören weit. Sie sehen fern.
    Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
    Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
    Die Erde ist ein gebildeter Stern
    mit sehr viel Wasserspülung.

    Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
    Sie jagen und züchten Mikroben.
    Sie versehn die Natur mit allem Komfort.
    Sie fliegen steil in den Himmel empor
    und bleiben zwei Wochen oben.

    Was ihre Verdauung übrig läßt,
    das verarbeiten sie zu Watte.
    Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
    Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
    daß Cäsar Plattfüße hatte.

    So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
    Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
    Doch davon mal abgesehen
    und bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
    noch immer die alten Affen.
    Erich Kästner

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]


  • zitat von erich kästner :thumbup:

    Zitat

    [size=14]So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
    Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
    Doch davon mal abgesehen
    und bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
    noch immer die alten Affen
    [/size]

    "In der Natur sind Schwarze Löcher kaum zu finden. Nur in unseren Köpfen wimmelt es davon"
    Zitat: George Greenstein

  • Ich bin ein Stern am Firmament,
    Der die Welt betrachtet, die Welt verachtet,
    Und in der eignen Glut verbrennt.

    Ich bin das Meer, das nächtens stürmt,
    Das klagende Meer, das opferschwer
    Zu alten Sünden neue türmt.

    Ich bin von Eurer Welt verbannt
    Vom Stolz erzogen, vom Stolz belogen,
    Ich bin der König ohne Land.

    Ich bin die stumme Leidenschaft,
    Im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert,
    Und krank an meiner eigen Kraft.

    [Hermann Hesse]


  • (geschrieben ca. 1865)

    Wacht auf, Verdammte dieser Erde
    die stets man noch zum Hungern zwingt!
    Das Recht, wie Glut im Kraterherde
    nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
    Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
    Heer der Sklaven, wache auf!
    Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
    alles zu werden, strömt zuhauf.

    Völker, hört die Signale!
    Auf, zum letzten Gefecht!
    Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!
    Völker, hört die Signale! Auf, zum letzten Gefecht!
    Die Internationale erkämpft das Menschenrecht.

    Es rettet uns kein hohes Wesen,
    kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun.
    Uns aus dem Elend zu erlösen,
    können wir nur selber tun!
    Leeres Wort: des Armen Rechte!
    Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
    Unmündig nennt man uns und Knechte,
    duldet die Schmach nun länger nicht!

    Völker, hört die Signale!
    Auf, zum letzten Gefecht!
    Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!
    Völker, hört die Signale!
    Auf, zum letzten Gefecht!
    Die Internationale erkämpft das Menschenrecht.

    In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,
    wir sind die stärkste der Partein.
    Die Müßiggänger schiebt beiseite!
    Diese Welt wird unser sein;
    unser Blut sei nicht mehr der Raben
    und der nächtlich Geier Fraß!
    Erst wenn wir sie vertrieben haben,
    dann scheint die Sonn’ ohne Unterlass!

    Völker, hört die Signale!
    Auf, zum letzten Gefecht!
    Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!
    Völker, hört die Signale!
    Auf, zum letzten Gefecht!
    Die Internationale erkämpft das Menschenrecht.

    Text: Emil Luckhardt – Übersetzung aus dem Französischen , nach 1900
    Musik: Pierre Chrétien Degeyter – um 1870/71
    http://www.volksliederarchiv.de/text986.htm

    [color=#0000ff][size=10]"Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden."
    "Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten."[/size]

    Friedrich Nietzsche[/color]

    Einmal editiert, zuletzt von Jo (13. Juli 2011 um 11:51)

  • De Dawin sat, die Menschheet zamme
    Dät allegar vum Aff abstamme.
    Ehr Leit, ich meen, das do wär frech
    Un noch dezu e scheißlich Blech;
    Der raulig Darwin, der verdammt,
    Der meent, weil er vum Aff abstammt,
    Wär unsereener grad so gut
    Nor Affefleesch un Affeblut.

    Hätt sich der Mann die Mih genomm
    Un wär emol eriwer komm'
    Un hätt uns Pälzer Leit betracht,
    Dann hätt' er kee so Sprich gemacht.

    Dann Leit wie meer - so stramm und stracks,
    So scheen gebaut un hoch gewachs',
    Mer sin vum liewe Gott geschaff,
    Do stammt kee Duppe vume Aff;
    Do sieht mer schun an jedem Hoor,
    An jeder Schrumpel, jeder Por':
    Das do is Hochzucht, das is Rass',
    Is Vollblut allererschter Klass'.

    Doch wammer sich erscht iwerle't,
    Was mer for Weibsleit han, for Mäd,
    Wie lieb die sin, wie flott un frei,
    Wie goldig un wie hibsch debei,
    Rotbackig, herzhaft un gesund,
    Schwarzhoorig, bräunlich, rot un blund,
    Mit Dauerwelle odder glatt
    Un was mer die so geere hat
    Un wie se - ach - so lieb em kisse
    Un dodebei dann denke misse
    So mitte bei der Kisserei,
    's wär Affeschnußgeschmack debei-
    Dann werds em klor in diefschter Seel:
    Der Darwin war e groß Kamel.

    (Paul Münch, 1940)

    [color=#0000cd][font='Times New Roman']Wo wir sind, da ist immer auch Ägypten.
    [/font][/color]

    [size=12]

    ~☤~

    [/size]