Beiträge von Sonja

    du vertraust deinem partner nicht
    und deshalb liest du seine e-mails?
    kann er DIR denn dann vertrauen????
    dazu fällt mir ein lustiges erlebnis ein,
    das ich mit meinem mann vor jahren hatte:
    ich stell es mal als gedicht hier rein:


    [font=Arial]schatz[/font]


    [font=Arial]im handy des freundes

    da hab ich entdeckt

    ne`nummer

    die meine neugierde weckt

    SCHATZ- so stand da klar

    zu lesen,

    doch die nummer dazu

    ist nicht meine gewesen


    wen nennt er denn SCHATZ?

    das fragte ich mich

    wenn schon SCHATZ

    dann bin das ICH!

    doch hätt ich meinen freund gefragt,

    dann hätt ich damit auch gesagt,

    daß ich gestöbert hab

    in seinen sachen

    und sowas soll man ja

    nicht machen


    so traute ich mich nichts

    zu sagen

    doch innen drin`begann`s

    zu nagen

    in meinem magen

    herrschte krieg

    mein kopf- der surrte

    und ich schwieg


    doch abends

    hast du nachgefragt,

    warum ich denn

    so gar nix sag

    da hab ich`s nicht mehr ausgehalten

    und alles platzte aus mir raus:

    wer ist denn SCHATZ?

    so fragt`ich ungehalten

    und prustend lachtest du laut auf


    SCHATZ- der heißt mit vornamen RALF!

    das ist ein kumpel,

    der mir mal half!


    in dem moment,

    da war mir klar,

    daß alle sorge

    völlig unbegründet war

    und ziemlich kleinlaut

    stellt`ich fest

    misstrauen

    ist doch echt ne`pest!


    nie wieder stöber`ich

    in fremden sachen

    und über die SCHATZ-geschichte

    können wir heute noch

    lachen[/font]


    [font=Arial]<o:p> </o:p>[/font]


    alles liebe, majun

    hallo!
    nein, es gab keinen schriftlichen vertrag über das erste buch.
    klar, wenn ich das erste buch gelesen hätte wollt ich es als LESESR nicht im zweiten buch nochmal drin haben,
    andererseits habe ich ja nur etwa 200 bücher verkauft bisher, also so viele leser gibt`s ja nicht und ich hätte ja vorgehabt das nächste buch "richtig" zu verkaufen (nicht nur an verwandte)
    ja verlage gibt`s ja wie sand am meer, ich hab`s schon bei einigen versucht, aber bei vielen bekam ich nichtmal ne antwort auf eine mail, andere haben geantwortet, daß lyrik nicht geht, die nehmen nur romane, und was man im internet findet ist fast ausnahmslos selbst zu bezahlen.
    an richtig große verlage hab ich mich ehrlich gesagt bisher nie herangetraut... :rolleyes:
    ich bin eigentlich soweit, daß ich das manuskript einfach wegwerfe und beginne, stattdessen an einem roman zu schreiben, weil ich das gefühl habe, bevor das was wird mit einem buch wo lyrik drin ist, bin ich alt und tattrig. ;(

    alles liebe, sonja

    so. das ist ja jetzt mal wirklich interessant.
    ich habe bereits ein buch herausgebracht. (es wurde nur eine ganz kleine auflage von 300 stück gedruckt und alle rechte blieben bei mir, ich könnte das also nochmal in mein nächstes buch mit reinnehmen wenn ich wollte, dann wäre es ein dicker fetter schinken *lach*)
    allerdings war das ein recht gutes angebot damals, der verlag war noch ganz neu, ich bekam zwar kein geld für meine bücher, aber dafür 100 frei-exemplare und ich musste NICHTS bezahlen für irgendwas... die restlichen 200 bücher verkauft der verlag, davon krieg ich nix...
    anfangs wurde gesagt, wenn alle verkauft wären, gäbe es eine zweite auflage, und da würde dann ein vertrag mit autoren-honorar gemacht.
    davon ist jetzt nimmer die rede- aber egal...

    als ich das zweite buch fertig hatte und an den selben verlag schickte, meinte der verlags-chef, daß es "zu esoterisch" wäre.
    nun hatte ich also keinen verlag mehr.
    ich war kurz davor, ebenfalls bei so einem "books on demand"- verlag vorstellig zu werden... bzw. ich HAB mich vorgestellt, aber noch keien antwort bekommen.

    ich will unbedingt das buch endlich veröffetnlichen. (lyrik haiku und essays)

    nun meine frage an den ratgeber hier. *lach*

    wohin soll ich mein buch schicken?
    kann ich die texte vom ersten buch nochmal mit reinnehmen?
    ist das sinnvoll?
    das wären dann ETWA 350 seiten, oder mehr...
    und dann gäbe es da noch einige wirklich geile fotos die ich gern reinhaben würde, aber was ich so gehört habe ist das beinahe ein ding der unmöglichkeit...

    diese selbst-bezahlten bücher sehen bei einigen verlagen übrigens auch noch unmöglich aus. hab mal zwei bücher gemacht bei einem verlag wo ich auch alles selber ebzahlen musste, die bücher waren dann schief gedruckt, wirklich GRINDIG geklebt, sodass sie beinahe auseinandergefallen sind, und haben mir ÜBERHAUPT NICHT gefallen...

    PS: zum thema pseudonym: ich hab schonmal dran gedacht, damit meine eltern nciht wissen, dass ich das geschrieben habe *kicher* aber dann liess ich es doch bleiben und hab den echten namen genommen


    alles liebe, majun

    so. das ist ja jetzt mal wirklich interessant.
    ich habe bereits ein buch herausgebracht. (es wurde nur eine ganz kleine auflage von 300 stück gedruckt und alle rechte blieben bei mir, ich könnte das also nochmal in mein nächstes buch mit reinnehmen wenn ich wollte, dann wäre es ein dicker fetter schinken *lach*)
    allerdings war das ein recht gutes angebot damals, der verlag war noch ganz neu, ich bekam zwar kein geld für meine bücher, aber dafür 100 frei-exemplare und ich musste NICHTS bezahlen für irgendwas... die restlichen 200 bücher verkauft der verlag, davon krieg ich nix...
    anfangs wurde gesagt, wenn alle verkauft wären, gäbe es eine zweite auflage, und da würde dann ein vertrag mit autoren-honorar gemacht.
    davon ist jetzt nimmer die rede- aber egal...

    als ich das zweite buch fertig hatte und an den selben verlag schickte, meinte der verlags-chef, daß es "zu esoterisch" wäre.
    nun hatte ich also keinen verlag mehr.
    ich war kurz davor, ebenfalls bei so einem "books on demand"- verlag vorstellig zu werden... bzw. ich HAB mich vorgestellt, aber noch keien antwort bekommen.

    ich will unbedingt das buch endlich veröffetnlichen. (lyrik haiku und essays)

    nun meine frage an den ratgeber hier. *lach*

    wohin soll ich mein buch schicken?
    kann ich die texte vom ersten buch nochmal mit reinnehmen?
    ist das sinnvoll?
    das wären dann ETWA 350 seiten, oder mehr...
    und dann gäbe es da noch einige wirklich geile fotos die ich gern reinhaben würde, aber was ich so gehört habe ist das beinahe ein ding der unmöglichkeit...

    diese selbst-bezahlten bücher sehen bei einigen verlagen übrigens auch noch unmöglich aus. hab mal zwei bücher gemacht bei einem verlag wo ich auch alles selber ebzahlen musste, die bücher waren dann schief gedruckt, wirklich GRINDIG geklebt, sodass sie beinahe auseinandergefallen sind, und haben mir ÜBERHAUPT NICHT gefallen...


    alles liebe, majun

    SCHAMANENKREIS

    Drei schamanisch Praktizierende mit Helfern vereinigen ihre Trommeln am Ufer der Ybbs für Dich.
    Der Schamanenkreis 2008 findet in Österreich, Nähe Linz statt. Die Daten sind: 7. Juni 2008 bis und mit 15. Juni 2008


    Wir werden uns einen Tag lang ganz deinem Körper, deiner Seele, deinem Innersten widmen.
    Jeder von uns hat seine eigene Art, zu arbeiten, andere Lehrer gehabt, andere Ausbildungen gemacht.
    Wir kommen aus Deutschland, aus der Schweiz und aus Österreich.
    Wir sind Frauen und Männer. Wir sind gut in unserer Arbeit. Jeder von uns arbeitet anders.
    Wir machen Seelenrückholungen, Extraktionen, Trommel-Trance-Reisen, entfernen kaputtes Gewebe auf energetischer Ebene, wir bitten die Geister um Hilfe, haben starke Verbündete, singen und beten, trommeln und rasseln, gehen in die Geisterwelt, gehen in die Körper hinein, ziehen tote Teile heraus, verhandeln mit den Wesen des Übels.

    WAS DICH ERWARTET:

    Es ist keine vorhersehbare Arbeit und kann darum auch nur schwer beschrieben werden.
    Wir werden alle Arten von Problemen und Ursachen und Krankheiten betanzen, besingen, betrommeln, berasseln, werden die Geisterwelt um ihre Unterstützung bitten, werden beten und weinen, lachen und aussaugen, räuchern und mit Reiki arbeiten.
    Wir gehen Schritt für Schritt mit dir durch dein Leid und lösen es zusammen auf in Nichts.
    Wir werden die Müllabfuhr eurer Probleme sein. Werden sie fachgerecht entsorgen und darum bitten, dass sie wo hinkommen mögen, wo sie keinem mehr schaden.
    Wir suchen die Ursachen, arbeiten mit Herz aber auch mit dem WILLEN.
    Wir ziehen die Kraft vom Himmel, aus dem Universum, und wir sind nicht alleine.
    Hinter jedem von uns stehen Krafttiere, Totemtiere, Engelwesen, Verbündete und Wesen der Anderswelt, Hilfsgeister, Ahnen und Lehrer der Nicht-Alltäglichen Wirklichkeit.
    Nach außen hin sind wir Schamanin, Physiotherapeut und Krankenpfleger, schamanisch Praktizierender, Lebensberaterin,
    Aber es geht nicht darum, was wir nach außen tragen. Es geht auch nicht darum, was ihr in diesen Tagen mit euren Augen sehen könnt.
    Man kann Freiheit nicht angreifen oder beschreiben oder sehen. Aber man fühlt sie ganz deutlich.


    Für die Österreichischen Rufe: http://www.schamanenkreis.at.vu

    Für die Deutschland-Rufe: http://www.schamanenkreis.de.vu

    Für das Schweizer-Gejodel: http://www.schamanenkreis.ch.vu


    Banner klein: http://schamanenkreis.gwion.org/banner_small.jpg

    Banner gross: http://schamanenkreis.gwion.org/banner_big.jpg

    Geburtstagsfeier im Flüchtlingshaus


    Feier im Flüchtlingshaus bei den Georgiern. Ich bin eingeladen und es
    wird aufgetischt: Hühnchen, Champignons, Pizza, Käsefladenbrote, Wein,
    Orangensaft, Kekse, Schokolade, Mangos, Kiwis, Bananen, Pflaumen,
    Erdbeeren, und vieles, vieles mehr... Kein Geld - viele sind noch nicht
    einmal als Flüchtlinge anerkannt, sondern erst "Asylwerber" und warten
    noch darauf, ob sie abgewiesen werden oder bleiben dürfen- aber wenn
    jemand Geburtstag hat, dann werde ich jedesmal eingeladen samt meinen
    Kindern, und muss mit ihnen feiern, und dann geben sie wirklich ihr
    letztes Hemd für uns.

    Zur Erklärung: Eine Weile hatte ich die Betreuung der Flüchtlingskinder
    während den Deutschstunden für die Eltern übernommen. Damit wuchs auch
    die Beziehung zu den Müttern, und später auch zu den Vätern der Kinder,
    die mich Anfangs eher argwöhnisch beobachteten.

    Es waren mindestens zehn Menschen in dem kleinen Zimmer versammelt,
    zwei Tische wurden zusammen geschoben, Musik angemacht, und der Wein
    floss in Strömen.

    Ich habe natürlich nur Saft getrunken, aber das war in Ordnung. Die
    Georgier trinken jedes Glas ex aus, und dabei werden Glückwünsche
    gesprochen. Ein Glas für die Kinder, damit sie gesund bleiben und damit
    sie wachsen, damit sie in der Schule gut lernen und den Eltern keine
    Sorgen machen. Eines für die Österreicher, weil sie die Flüchtlinge
    aufgenommen haben und weil es ein schönes Land ist. Und sie bitten
    darum, dass wir Flüchtlinge immer herzlich aufnehmen. Eines für
    Georgien, damit der Krieg zu Ende geht. Eines auf die Frauen, damit sie
    viele Kinder gebären können und gesund bleiben und Freude bringen.
    Eines auf die Männer, damit sie Arbeit finden, ihre Familien ernähren
    können. Ein Glas auf alle guten Freunde, dabei wird wirklich von jedem
    etwas erzählt und jeder wird persönlich angesprochen, es wird erklärt,
    warum jemand ein besonderer Freund ist, dabei werden die Gläser in den
    Händen gehalten und es wird geredet, geredet, geredet und viel gelacht.


    Eines auf die verstorbenen (da hab ich dann Tränen gelacht, weil ich
    sagte, wenn ihnen die Lebenden ausgehen, müssen sie noch auf die Toten
    trinken, damit sie einen Grund haben weiter trinken zu können), wir
    haben also an alle Verstorbenen gedacht, die von uns gegangen sind, es
    wurde erzählt, wer verloren wurde. Wer im Krieg gefallen ist. Wen wir
    ins Herz geschlossen haben. Wer nicht vergessen werden sollte. Eines
    auf die Brüder, damit sie gesund und stark bleiben und zusammenhalten
    mit den Schwestern, eines für die Schwestern, eines auf das Land, damit
    es stark bleibt und alles gut wächst.

    So ist das also dahingegangen. Jeder sagte immer etwas dazu.

    Es war wirklich rührend irgendwie. Und schön. Niemand wurde vergessen. Jeder wurde immer einzeln angesprochen.

    So etwa: "Diese Glas sein für deine Bruder. Wieviel Bruder hast du?
    Eine? Ok. Ist für deine Bruder Gesundheit. Damit immer helfen, wenn du
    brauchen Bruder. Ist gute Bruder? Ja? Gut. Ist für gute Bruder, soll
    stark bleiben für dich, und wenn er Hilfen braucht, du musst kommen zu
    deine Bruder. Gesundheit!"

    "Und diese Glas sein für deine Mutter! Du haben Mutter? Wo leben sie!
    Ist gute Mutter? Ok. Diesen Glas für deine Mutter. weil sie haben dich
    geboren. Ist gute, starke Frau. Kann gut kochen? Ja? Gute Mutter. Wir
    trinke auf deine Mutter"

    Und es wurde nicht nur meine Mutter erwähnt, sondern die Mütter aller anwesenden Gäste!

    "Diese Glas für Freunde. Gutes Freunde, wenn wir in Herze tragen.
    Sonja, du gute Freunde geworden. Du einzig österreichisch Freunde.
    Deshalb wir einladen dich zu Geburtstag. Wir immer trinken so. Immer
    gute Wünsche für alles. Verstehen? Immer wünsche Gutes für Zukunft, für
    Träume, für gute Träume, damit gutes Zukunft. "


    Das hat natürlich Stunden gedauert, und es wurden etwa zehn Flaschen Wein vernichtet.

    Und ich wurde bestimmt zwanzig mal gefragt, weshalb ich keinen Alkohol
    trinke, wurde auch gefragt, ob ich muslimisch wäre, weil ich nichts
    trinke, was wieder für allgemeines Gelächter gesorgt hat. Die Gläser
    wurden übrigens jedes mal ex ausgetrunken und innerhalb kürzester Zeit
    war eine Partystimmung, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Es wurden
    Lieder gesungen, ihre Frauen saßen dabei, der ganze Tisch war zum
    bersten voll mit guten Dingen, plötzlich stand Lachs da und falscher
    Kaviar, die Kinder bekamen Süßigkeiten, einer begann zu tanzen.

    Am Ende der Feier haben wir noch eine Tasche voller Bananen,
    Schokoriegel und Pralinen zum mit nach Hause nehmen geschenkt bekommen.


    Es waren Mongolen da, Kroaten, Tschetschenen, Russen und Georgier.

    An einem Tisch.

    Die Kinder liefen zwischen den Tischen herum, krabbelten laut kreischend durch die Betten des Zimmers, und spielten neben uns.

    Ein Fest für alle. Und nicht sinnlos rein gesoffen, sondern mit jedem
    Glas bedankt für etwas, das wichtig ist. Austausch. Reden.
    Missverständnisse bei Tisch klären.

    Ich fand es richtig schade, als ich diese Runde Abends verlassen musste. Die Feier dauerte noch bis spät in die Nacht.

    Zwei Monate lang haben die Flüchtlinge für dieses Fest Lebensmittel
    zusammen gespart und gesammelt. Für die Toten, für die Brüder, für die
    Mütter und Kinder, für die Schwestern, Väter und Freunde.

    ich weiss nicht wie es togi und ihren beiden jungs heute geht.

    sie ist im frühjahr 2004 freiwillig zurück in die mongolei gegangen.

    sie kam eines tages weinend zu mir und borgte sich geld für die
    zugfahrt nach traiskirchen. sie wollte nach hause weil ein georgischer
    mann mit dem sie hier im flüchtlingshaus eine beziehung begonnen hatte
    sie mit einer anderen frau betrog.

    sie rief noch einmal am tag ihrer abreise in die mongolei bei mir an und verabschiedete sich.

    seither habe ich kine nachricht von ihr oder ihren söhnen.

    während ich das hier schreibe heule ich rotz und wasser.

    sie sind mir so sehr ans herz gewachsen alle drei...

    Männer lebten oft schon seit zwei Jahren oder länger hier, wussten
    nicht, ob sie bleiben können, bekamen keine Arbeitsgenehmigung und
    waren dazu verdammt, in ihren Zimmern zu sitzen, zu rauchen und
    abzuwarten. Diese Hoffnungslosigkeit machte sie aggressiv, sie begannen
    Alkohol zu trinken, starten Raufereien und wurden dann erst recht
    abgeschoben, weil sie Probleme machten oder schwarz arbeiteten.


    Für die zweite Welle von Flüchtlingen wurde kein Deutschkurs mehr
    gemacht, es gab dann auch keine Kinderbetreuung mehr, die Mütter hatten
    also nur die Chance, mit ihren Kindern die in die Schule gingen mit zu
    lernen.


    Immer intensiver wurde der Kontakt zwischen den Flüchtlingsfrauen und
    mir Frau Petirova, eine tschetschenische Mama kochte Borschtsch für
    mich, auf einer kleinen elektrischen Herdplatte, mitten im Zimmer, in
    einem riesigen Topf, der für die ganze Familie reichte

    Sie zeigte mir Privatvideos aus Tschetschenien, in denen man Menschen
    ohne Köpfe in zerschossenen Autos sitzen sah, Frauen, die vor einem
    zerbombten Schulbus in der Wiese saßen und zum Himmel schrieen aus
    lauter Verzweiflung über ihre toten Kinder, alte Frauen, die nur noch
    jammerten und weinten, Flugzeuge, die Bomben abwarfen, Krankenhäuser,
    in denen zerstümmelte Menschen nur in Leintücher gewickelt werden
    konnten, weil sonst nichts da war. Das Schweizer Fernsehen
    interessierte sich brennend für diese Videos, weil es Reportern nicht
    erlaubt war, in Tschetschenien zu filmen. Und wenn, dann nur in
    Begleitung von russischen Soldaten, die allerdings genau vorschrieben,
    was gefilmt werden durfte und was nicht.

    Das Video habe ich später noch einem deutschen Theater-Reggiesseur
    geliehen, der mich angerufen hatte und es unbedingt haben wollte- und
    von dem ich es nie wieder zurück bekam und der plötzlich auch nicht
    mehr erreichbar war.


    Tugi wollte sich eines Nachts, nachdem sie viel Whiskey getrunken hatte
    umbringen, hatte sich mehrmals ein Messer in den Bauch gerammt und
    dabei die Sehnen der Finger durchgeschnitten, Tuguldur stand
    nachmittags heulend vor meiner Tür und sagte: "Mama tot- Polizei"

    Später habe ich erfahren, dass er neben der Mutter stand und die ganze
    Nacht geschrien hatte wie am Spieß er musste zusehen, wie seine Mutter
    in einer Blutlache zusammenbrach.

    Sie wurde eine Nacht lang in die Nervenheilanstalt gebracht, eine
    Sozialarbeiterin kam, schaute sich alles an, konnte nichts machen,
    psychologische Betreuung auf mongolisch gibt es

    ja nicht, ich erklärte ihr alles, was sie wissen wollte, letztendlich
    war es aber doch wieder so, dass ich halt schauen sollte ab und zu, wie
    es der Frau geht, und wenn "was ist" sollte ich mich melden.


    Einige Monate lang durfte ich mit diesen Menschen Feste feiern,
    georgische Trinksprüche lernen, mit ihnen singen, essen und lachen.


    Zu Silvester hatten die belgischen Busgäste des Gasthauses, in dem die
    Flüchtlinge untergebracht waren, draußen am Parkplatz kräftig Raketen
    geschossen, während sich die tschetschenischen Kinder unter den Tischen
    verkrochen und schrieen vor Angst, weil sie meinten, der Krieg hätte
    sie eingeholt. "Gutes neues Jahr"

    boah das ist wohl schon an die 10 jahre her, daß ich ihn gelesen habe. hatte ziemlich alles was es so am markt gab von ihm...ja, das ist gut zu lesen. schon deshalb weil man beim lesen froh ist, daß man selber ein beseres leben führt...
    in linz gab`s mal eine lesung von seinen texten und dazu passende musik von tom waits.
    das passte zusammen, unglaublich! fehlte nur noch whiskey und ne zigarre... perfekt...
    majun

    eines meiner lieblingslieder von rammstein ist "klavier"... das ist so krank, daß es mir schon wieder gefällt...
    da mich menschen mit serienmörder-anlagen immer schon interessiert haben, hör ich sowas ganz gerne. *smile*

    Ich gehe auf sie zu,
    sehe den Speichel aus ihrem Mundwinkel das Kinn runter laufen Ich soll
    sie zwei Stunden mit dem Zug nach Klagenfurt begleiten als Betreuerin.
    Noch nie zuvor in meinem Leben habe ich mit Rollstuhl-Fahrern zu tun
    gehabt. Ich bin etwas verlegen und weiß nicht wie ich sie begrüßen
    soll. Ihr die Hand geben? Kurz betrachte ich ihre verkrüppelte Hand,
    die sie in einer seltsamen Stellung verdreht Richtung Bauch hält. Ist
    sie erwachsen? Sag ich Hallo und bin automatisch per DU mit ihr?


    Ich gehe entschlossener auf sie zu, greife nach ihrer Hand und schüttle sie ein wenig und sage: Hallo, ich bin die Sonja!


    Sie verzieht das Gesicht zu einer Grimasse und sagt: Challa


    Später werde ich wissen, dass die Grimasse ein Lächeln ist und dass das Wort Challa soviel wie Hallo bedeuten würde. ...


    Ich warte auf den Bahn-Bediensteten, der mir mit einer Rampe helfen soll, den Rollstuhl ins Abteil zu kriegen.

    Ich schweige, weil ich nicht weiß was ich sagen soll. Weil ich
    nicht weiß, ob sie mich versteht. Weil ich nicht weiß, worüber man mit
    einer Rollstuhl-Fahrerin sprechen könnte. Weil der Rollstuhl und die
    Behinderung so vordergründig ist, dass es unmöglich scheint, die Themen
    auf etwas anderes zu lenken.


    Ich bin nervös.


    Sie beobachtet mich.


    Verdreht die Augen, ihr Kopf wackelt hin und her.


    Dann kommt endlich der Bahn-Bedienstete. Er schiebt den Rollstuhl auf ein rotes Metallgerüst und schiebt das Gerüst zum Zug.


    Eine Hebebühne hebt uns alle in den Zug.


    Ich nehme den erstbesten Platz der groß genug ist, schiebe den Rollstuhl mir gegenüber und setze mich.


    Sie beobachtet mich. Sie sagt etwas und fuchtelt ganz aufgeregt mit den Händen herum. Ich verstehe sie nicht.


    Ich sage etwas hilflos: Ich verstehe Dich nicht


    Noch einmal versucht sie es, diesmal etwas langsamer und lauter: Ach ban da Chandra!


    Nachdem ich die Worte noch mal durch meinen Kopf gehen lasse, verstehe ich: Ich bin die Sandra!


    Sie freut sich und nickt, soweit ihr das möglich ist.


    Sie sagt: Kann ach tranchan?


    Ich denke nach und sage stirnrunzelnd: Wir brauchen ein Wörterbuch. Sandra-Deutsch, Deutsch-Sandra


    Sie beginnt zu lachen und hüpft im Rollstuhl herum.


    Ich lache mit ihr.


    Etwas später verstehe ich, dass sie trinken will.

    Ich nehme aus der Tasche, die auf dem Rollstuhl hängt, ein
    Babyfläschchen mit Saft heraus und sie beugt den Kopf zurück, ich halte
    die Flasche und sie trinkt, sabbert, ich wische mit einer Stoffwindel
    den Saft von ihrem Kinn und ihrem Hals.


    Leute betreten den Waggon und setzen sich gegenüber.


    Sie starren uns an.


    Sollen sie doch.


    Sandra fragt mich, woher ich komme.


    Langsam verstehe ich, was sie sagt. Es ist reine Gewöhnungssache.


    Sie erzählt mir, dass sie für eine Zeitung schreibt.


    Ich bin verblüfft.


    Sie erklärt mir, dass sie dafür eine Schablone benutzt, die über die Tastatur des Computers gelegt wird.


    Eine Chablane


    Ihr T-Shirt ist dreckig.

    Ich weiß, dass ich in dieser Woche zuständig bin dafür, sie zu
    baden, zu wickeln, ihr die Zähne zu putzen, mit ihr spazieren zu gehen,
    und ich überlege, wie das alles funktionieren soll.


    Sie wiegt bestimmt um die 50 Kilos.


    Ich denke nicht mehr darüber nach.


    Ach haba Hanger!


    Ich krame in ihrem Rucksack nach dem Weißbrot. Reiße es in kleine Stücke und füttere sie damit.


    Die Leute gegenüber starren uns noch immer an.


    Ich wische ihr die Mundwinkel mit der Stoffwindel ab.


    Kannscht da mach amdrahan?

    Ich drehe sie um, sodass sie zum Fenster sehen kann, und sie schaut
    der vorbeiziehenden Landschaft zu. Sie erzählt mir, dass sie bei der
    Geburt zu lange im Geburtskanal stecken blieb und zu lange keinen
    Sauerstoff erwischte.


    Ich habe sie nicht danach gefragt, aber ich bin heilfroh, dass sie es von sich erzählt.


    Sie ist querschnittgelähmt. Aber am Kopf hat sie nichts sagt sie grinsend.


    Sie weiß alles. Sie sieht alles und sie hört alles.


    Sie tut sich nur schwer mit dem Sprechen.


    Für die paar Sätze im Zug brauchten wir fast drei Stunden.


    Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Man wird langsamer.


    Als wir in Klagenfurt angekommen waren und wieder per Hebebühne an Land gingen, waren wir Freundinnen geworden.


    Ich mochte ihren Humor.

    Nachdem wir in der Jugendherberge angekommen waren, half mir ein
    Betreuer, Sandra aus dem Rollstuhl zu heben und in ein Bett zu legen.


    Sie war schwer. Ich nahm sie an den Kniekehlen, der Betreuer unter den Armen. Wir hievten sie ins Bett.


    Er begann sie auszuziehen, um ihre Windeln zu wechseln.


    Als er die Windel öffnete ging ich raus.


    Ich konnte es nicht.


    Ich hörte sie kreischen.


    Sie schrie vor Wut.


    Es war ein tierisches Schreien.


    Höllisch.


    Ich kannte dieses Quieken, wenn bei unserem Nachbarn zu Hause die Schweine abgestochen wurden.


    Genauso hörte es sich an.


    Gänsehaut.

    Sie schrie, und schrie, und schrie dass sie nicht abhängig sein
    will von uns, dass sie selbstständig sein möchte, dass sie ihren
    Rollstuhl hasst, dass sie ihr Leben hasst.


    Ihre Stimme überschlug sich.


    Ach hassa manan Rallstahl!


    Mir war klar, dass sie ganz genau wusste was sie sagte.


    Sie war eine intelligente junge Frau.


    Keine 25 Jahre alt.


    Und gefesselt.


    Ihr Leben lang abhängig vom Wohlwollen anderer.


    Ich stand draußen und schluchzte und hielt mir die Hand vor den Mund.


    *****e.


    Ich heulte


    Holte tief Luft und ging wieder rein.


    Ich streichelte sie bis sie ruhiger wurde.


    Der Betreuer zog sie wieder an.


    Ich entschuldigte mich dafür, dass ich raus gegangen war.


    Ich sagte: Ich muss das erst lernen!


    Und sie nickte.


    Sie wusste es.


    Es war nicht einfach.


    Für keinen von uns.


    Aber wie klein waren meine Probleme gegen die von ihr.


    Danach machten wir ein Rennen zum Speisesaal. Wir schnitten Kurven,
    sie schrie vor Aufregung und fuchtelte ganz wild mit den Händen und
    riss den Mund weit auf.


    Im Speisesaal wussten wir beide, dass es immer einfacher werden würde.

    Ich holte ihr zu essen und zu trinken, fütterte sie, gab ihr das
    Fläschchen, und danach wurde sie wieder zurück ins Zimmer geschoben.


    Ich schob sie ins Bad und ich putzte ihr die Zähne.


    Verteilte auch etwas Zahnpaste auf ihrer Nase.


    Vor lauter Lachen verschluckte sie sich fast an der Zahnpaste.


    Während dieser Urlaubswoche gingen wir sogar in die Disko.


    Man gewöhnt sich an die Blicke der Menschen.


    Zu viert trugen wir sie samt Rollstuhl eine Wendeltreppe nach unten auf die Tanzfläche.


    Wir tanzten, indem ich ihren Rollstuhl herumdrehte.


    Sie klatschte in die Hände und ihr Mund stand weit offen, sie strahlte.


    Die Leute rundherum gafften zu uns herüber.


    Ich frage sie: Gewöhnt man sich eigentlich auch an die blöden Gesichter der Menschen rundherum?


    Sie gackerte wie ein Huhn und rief: Da chauan ammer so blad! (Die schauen immer so blöd)


    Lachend tanzten wir noch eine Runde.

    Um danach ins Taxi zu gelangen, wurde der zusammenklappbare
    Rollstuhl in den Kofferraum gelegt. Der Taxifahrer musste mir helfen,
    Sandra ins Auto zu heben. Zu Hause sind wir völlig erschöpft ins Bett
    gefallen und eingeschlafen.


    Am nächsten Tag stand Duschen am Programm.


    Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, wie das funktionieren sollte.


    Ein Betreuer kam ins Zimmer, half mir, Sandra auszuziehen.


    Dann setzten wir sie nackt in ihren Rollstuhl.


    Der Betreuer fragte mich, ob ich einen Badeanzug dabei hätte.


    Ich nickte und schaute ihn etwas fragend an und er meinte: Man wird nass

    Eine Weile später standen wir in Badesachen in der Dusche. Der
    Betreuer hielt Sandra unter den Armen und stützte sie von hinten,
    während ich vor ihr stand, und sie einseifte und wusch.

    Sandra lachte und kicherte, der Betreuer versuchte verzweifelt auf
    den Beinen zu bleiben und hatte damit zu kämpfen, dass sie ihm nicht
    aus den Armen rutschte.


    Immerhin war sie nass und glitschig wie ein Fisch.


    Wir lachten Tränen. Sandra meinte, sie hätte noch nie so verrückte Betreuer gehabt.


    "Ihr schaid die baschtan Betrauer die ich jamalsch hatta!"


    Ich freue mich und grinse vor mich hin.

    Danach ziehen wir sie wieder an, und ich mache Witze darüber, dass
    ich ihr eine gelbe und eine grüne Socke anziehen könnte, und sie könne
    gar nichts dagegen tun.


    Sie gackert vor lauter Lachen.


    Am Ende der Woche verrate ich ihr ein kleines Geheimnis von mir, und nun hat sie etwas womit sie mich erpressen kann.

    Immer wenn ich nicht genau das tu was sie sagt, klatscht sie vor
    Freude in die Hände und schreit: Ach weiß atwas! Ach weiß atwas!


    Ich spiele dann die Entrüstete und drohe ihr damit, ihr den Mund mit Weißbrot zu stopfen, sodass sie nichts mehr sagen kann.


    Sie windet sich vor lauter Lachen im Rollstuhl.

    Wir stellen eine neue Rekordzeit zum Speisesaal auf und ernten
    schiefe Blicke, wenn wir wieder mal mit quietschenden Reifen um die
    Kurve schlittern, laut kreischend und lachend.


    Wenn ich sie aufziehen will, sage ich: Sandra, raus aus dem Ding und zehn Liegestütze!


    Dann kreischt und lacht sie und klatscht und gackert vor sich hin.


    Dann ist die Woche vorbei.


    Wieder sitzen wir im Zug.


    Jetzt brauchen wir kein Wörterbuch mehr.


    Ich verstehe alles.


    Die Blicke der Leute sehe ich nicht mehr.


    Es ist mir egal ob sie gaffen oder nicht.


    Sie verstehen ja doch nichts.


    Wir tauschen Adressen aus.


    Sie wird mich nie einfach so besuchen kommen.


    In ein Auto steigen und herkommen.


    Anrufen ohne fremde Hilfe.


    Ein ganzes Leben lang abhängig.

    [color=#ffffff][size=10][color=#1f497d][font='Calibri']antwort von harald :
    Aber
    klaro, das ist doch eine Super Seite, hab sie mir eben kurz angeschaut. Was du
    alles kennst *staun*[/font][/color][/size]
    [/color]

    [color=#ffffff][size=10][color=#1f497d][font='Calibri']<o:p> </o:p>[/font][/color][/size][/color]

    [color=#ffffff][size=10][color=#1f497d][font='Calibri']Am
    besten ist, er kommt kurz her und macht das Link Eintragen selbst, dann kann er
    seine Site auch beschreiben und den Code gleich mitnehmen.[/font][/color][/size]
    [/color]

    [color=#ffffff][size=10][color=#1f497d][font='Calibri']<o:p> </o:p>[/font][/color][/size][/color]

    [color=#ffffff][size=10][color=#1f497d][font='Calibri']Ach
    ja, und mit dem Namen Abraxas hat er sowieso einen Riesenstein bei mir im Brett,
    das kannst du ihm sagen![/font][/color][/size]
    [/color]

    [color=#ffffff][size=10][color=#1f497d][font='Calibri']<o:p> </o:p>[/font][/color][/size][/color]


    [color=#ffffff][size=10][color=#1f497d][font='Calibri']Viele
    Grüße & Danke (du entwickelst dich ja zu einer echten PR-Agentin
    ;-))[/font][/color][/size]
    [/color]

    [color=#ffffff][size=10][color=#1f497d][font='Calibri']<o:p> </o:p>[/font][/color][/size][/color]

    [size=10][color=#1f497d][font='Calibri']Harald[/font][/color][/size]

    [size=10][color=#1f497d][font='Calibri']1Spirit.de[/font][/color][/size]

    [size=10][color=#1f497d][font='Calibri']http://www.1spirit.de[/font][/color][/size]