G.O. Mueller hat geschrieben:
Sehr geehrte Frau Ministerin,
als wir im Oktober 2005 unseren Offenen Brief über die Wissenschaftsfreiheit auch an Sie richteten, ging er an die Bundestagsabgeordnete, und jetzt haben Sie auf die Email-Nachfrage unserer Partnerin, Frau Jocelyne Lopez, als zuständige Ministerin antworten lassen, was wir als ein gutes Omen nehmen wollen, und wofür wir Ihnen aufrichtig danken, haben doch von 614 Bundestagsabgeordneten, auch nach der Email-Rückfrage unserer Partnerin, Frau Jocelyne Lopez, vom Juli dieses Jahres bisher insgesamt nur 3 Abgeordnete auf unseren "Offenen Brief" vom Oktober 2005 reagiert. Die Forderung nach Einführung des Grundrechts auf Freiheit der Forschung und Lehre im Fachgebiet der Theoretischen Physik scheint im Deutschen Bundestag bisher auf kein nennenswertes Interesse zu stoßen.
Um so mehr danken Ihnen für die Antwort, die allerdings etwas merkwürdig ausgefallen ist (wir legen sie in Kopie bei): Herr Professor Jürgen Richter teilt uns im Auftrag nur mit, was wir selbst bereits im Oktober 2005 in unserem `Offenen Brief" an Sie ausgeführt hatten:
- daß wir unsere Dokumentation gedruckt, auf CD und im Internet bekanntgemacht haben;
- daß wir von unserem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch machen;
- und daß Politiker nicht über physikalische Theorien entscheiden müssen.
Dieses uninformative Antwortschreiben beweist also nur die Fähigkeit, auf nicht gestellte Fragen zu antworten und die gestellten Fragen zu ignorieren.
Wir können nicht glauben, da? solche mißlungenen Ausfluchtversuche in Ihrem Sinne sind. Wir glauben aus Ihrer Amtsführung durchaus die Bereitschaft zu klaren Stellungnahmen zu erkennen und bitten Sie höflichst, eine klare Stellungnahme auch unserem Projekt zukommen zu lassen. Wir hoffen, daß das nicht zu viel verlangt ist, da wir uns immerhin die Mühe gemacht haben, als Beweisstück erstmals eine bisher einzigartige Dokumentation vorzulegen. [...]
Wir bitten Sie höflichst, unseren Arbeitsergebnissen, die wir seit Dezember 2001 kontinuierlich immer mehr Vertretern der ?ffentlichkeit in Deutschland und jetzt auch in anderen Ländern vorlegen, die Ehre einer Antwort zuteil werden zu lassen. Die Fragen unseres `Offenen Briefes" v. 28.10.05 lassen sich in wenigen Zeilen zusammenfassen und ermöglichen klare Antworten:
1. Gibt es eine Tradition der Theoriekritik seit 95 Jahren? - Ja oder nein?
2. Ist diese Theoriekritik seit 80 Jahren unterdrückt und verleumdet worden? - Ja oder Nein?
3. Ist diese Theoriekritik in der wissenschaftlichen Diskussion argumentativ ausgeräumt worden? - Ja oder Nein?
4. Kommen in der wissenschaftlichen Diskussion der theoretischen Physik zur Speziellen Relativitätstheorie - wie in der Wissenschaft allgemein üblich - Minderheitsmeinungen fachlich und öffentlich zur Sprache? - Ja oder Nein?
5. Haben die Amtsinhaber der theoretischen Physik mit der Diskriminierung und dem Boykott von kritischen Minderheitsauffassungen durch deren Ausschluß aus der wissenschaftlichen Diskussion und damit den Ausschluß der Kritiker von den Grundrechten massenhaft ihre Amtseide auf das Grundgesetz gebrochen? - Ja oder Nein?
6. Sind die Wissenschaftsredaktionen der deutschen Tagespresse, der Zeitschriften und der elektronischen Massenmedien zur Unterdrückung der Theoriekritik erfolgreich gleichgeschaltet worden? - Ja oder Nein?
7. Herrscht in allen Bereichen unserer Gesellschaft (mit der einzigen Ausnahme: Internet) - also in Universitäten, Massenmedien, Schulen, allgemeinen und fachlichen Zeitschriften, Verlagsprogrammen - bezüglich dieser einen Theorie eine von dieser gesetzwidrigen Zensur verordnete Friedhofsruhe? - Ja oder nein?
8. Wird schon in den Schulen von den Fachlehrern mit pädagogischem Notendruck ein gegebenenfalls auch heuchlerisches Bekenntnis der Schüler zur Theorie verlangt und durchgesetzt, weil jeder, der kritisiert. für dumm erklärt wird? - Ja oder Nein?
9. Werden Zweifel der Sch?ler von vornherein abgekanzelt und damit bei den Schülern (und übrigens auch bei den Lehrerkollegen der anderen Fächer) Duckmäusertum und Opportunismus gezüchtet? - Ja oder Nein?
10. Wird die Öffentlichkeit durch das jahrzehntelange Verschweigen der Existenz einer kritischen Tradition betrogen? - Ja oder Nein?
Wir beantworten die Fragen 3 und 4 mit "Nein", alle anderen Fragen mit "Ja". Wir glauben, daß die Beweise für unsere Beantwortungen mit etwas Arbeitsaufwand, aber mit großer Sicherheit zu liefern sind, weil mit unserer Dokumentation das wichtigste Material bereitliegt.
Von einer Bundesministerin, die mit ihrem Ministerium einen ausreichenden Apparat zu ihrer Verfügung hat, sollten Bundesbürger in ihrem Kampf um ein Grundrecht zumindest eine klare Antwort erwarten dürfen, damit sie ihre weiteren Schritte vernünftig planen können. Wir haben vorstehend die 10 wichtigsten Fragen formuliert. Nun kann sie auch beim besten Willen niemand mehr überlesen oder ignorieren.
Um ganz sicher zu gehen, wollen wir noch feststellen: Es geht nicht um unsere persönliche Meinungsfreiheit als Kritiker, daß wir auf einsamen Waldspazierwegen in Selbstgesprächen eine gewisse physikalische Theorie kritisieren dürfen. Wir tun dies sogar schon in offenen Briefen an die Bundestagsabgeordneten und an Medienvertreter. Es geht vielmehr um die Freiheit der Wissenschaft, die ohne diese Freiheit der Diskussion Gefahr läuft, Fehlerhaftes zu produzieren und durch die Lehre dieses Fehlerhafte in die Köpfe der Abhängigen und einer vertrauensseligen Allgemeinheit zu prägen. Nur eine Wissenschaft, in deren Diskussionen die kritische Minderheitsmeinung stets gegenwärtig ist, kann die Gefahr von Fehlentwicklungen bannen. Deshalb muß ein öffentliches Interesse an der Verwirklichung der Grundrechte auch auf dem Gebiet der theoretischen Physik bestehen.
Eine Ministerin als Organ der Exekutive hat mit der Rechtsaufsicht, der Fachaufsicht und der Dienstaufsicht - wie immer sich diese Funktionen in der Hierarchie der Zuständigkeiten verteilen mögen - die entscheidenden Instrumente zur Verfügung und damit eine große Verantwortung dafür, Fehlentwicklungen im geistigen Leben zu entdecken und gegebenenfalls zu korrigieren. Wir hoffen, daß wir von einer Ministerin nicht an andere Zuständigkeiten verwiesen und damit auf den Holzweg bürokratischer Verhinderungsstrategien geschickt werden.
Die Fragen sind gestellt, die Zust?ndigkeit eines Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist gegeben. Mehr kann man demokratisch nicht tun. Nun sind die höchsten Repräsentanten unserer Demokratie am Zuge. Wir werden die Antworten auf unsere Fragen durch eine sehr sorgfältige Prüfung zu würdigen wissen.
Wir wollen gern anerkennen, daß die von unserem Forschungsprojekt ans Tageslicht beförderten Probleme bei unseren Adressaten höchst unwillkommen sein werden. Angesichts der ungeheuren Relativitäts-Propaganda seit Jahrzehnten werden unseren Adressaten die vom Projekt vorgelegten Befunde zunächst völlig unglaublich und widersinnig erscheinen. Das sollte aber niemanden von einer nüchternen, sachlichen Prüfung abhalten. Unsere Fragen werden natürlich auch auf den größten Unwillen und massivsten Widerstand der Physikmachthaber und aller ihrer kompromittierten Parteigänger in den Universitätsinstituten, Fachzeitschriften, Fachverlagen, Wissenschaftsredaktionen von Zeitungen, Zeitschriften und AV-Medien und nat?rlich auch in Bundesministerien stoßen. Wer bisher immer die Großartigkeit der Theorie gerühmt hat, wird nicht zugeben wollen, daß eine öffentliche Nachprüfung nötig ist.
Wir erkennen an, da?ßes Selberdenken, soziale Unabhängigkeit, intellektuelle Integrität und Mut erfordert, sich unseren Fragen öffentlich zu stellen. Irgendwann wird es aber jemand tun müssen. Die Dokumentation wird durch Liegenlassen nicht schlechter, auch geraten die Fragen durch Nichtbeantwortung keineswegs in Vergessenheit. Wenn nicht wir, dann werden unsere Nachfolger irgendwann einmal Antworten auf die gestellten Fragen erhalten, zu denen dann wohl noch weitere Fragen kommen werden.
Wir glauben, daß es im Interesse einer demokratischen Gesellschaft liegen muß, wenn es einen Betrug der Allgemeinheit geben sollte, ihn so schnell wie möglich aufzudecken und zu beenden. Unser `Offener Brief" und die darauf erforderlichen öffentlichen Antworten sollen diesen Prozeß gegen alle Widerstände in Gang bringen und beschleunigen. Weitsichtige Politik, die über den Zeitrahmen von Legislaturperioden hinausdenken kann, sollte daher die Problematik prüfen und gegebenenfalls unverzüglich handeln.
Wenn eine sorgfältige Prüfung ergeben sollte, daß unsere Dokumentation und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen haltlos sind, werden sich alle Zuständigen beruhigt zurücklehnen können - aber erst dann!