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Ein Mystiker, der sich damit befasst, wird nicht nur in der Theorie begreifen wollen, sondern immer auch die praktische Erfahrung anstreben - weil dann weiß er es besser.
Ja mit diesem Argument komme viele und ich bin der Meinung das dies nicht wirklich zieht. Warum? Ganz einfach weil menschliche Erfahrung immer eine ganz persönliche Sache ist und im Grunde nicht übertragen werden kann. Sage 5 Leute sie sollen eine schlichte Wiese beschreiben und du erhälst 8 bis 10 unterschiedliche Beschreibungen. Alle verbinden mit dem Wort Wiese ein anderes Bild und andere Erlebnisse. Zudem ist die Beschreibung nicht statisch weil die Gedanken wandern und sich bewegen. Dann frage mal diese 5 Leute nach dem Leben nach dem Tod ...... Wie kann dann "praktische Erfahrung", wie immer die im Einzelfall aussieht, zu einer Erkenntnis führen die allgemein verbindlich ist? Richtig, gar nicht. Dabei spreche ich keinem seine eigenen Erfahrungen ab, aber ich behaupte immer noch das zu subjektiv sind um eine echte Aussage zu sein. Dazu gehört einfach mehr.
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Überhaupt ist die menschliche Wahrnehmung ein Trugbild, jedoch ein notwendiges, da man sonst nichts voneinander unterscheiden könnte. Materie an sich gibt es ebenfalls nicht, denn die Teilchen lassen sich immer weiter reduzieren auf noch kleinere Bausteine; zB Farben, Klänge, Gerüche, ... gibt es nicht, die entstehen erst in der Wahrnehmung.
AHA! Da sind wir ja mal endlich am Thema Grenzziehung angekommen. Denn du hast Recht und liegst gleichzeitig Falsch! Ja, weil es von einem bestimmten Standpunkt aus wirklich wie ein Trugbild wirkt. Falsch, weil man diesen Standpunkt erst erreichen können muss. Wenn eine Ratte in einem Labyrinth herum läuft dann ist DAS ihr Leben. Wie das Labyrinth zustande gekommen ist entzieht sich ihrer Wahrnehmung. Sie schafft es allenfalls die eine oder andere Wand zu überwinden, folgt aber sonst den Gängen. Erst wenn z.B. ein Mensch von oben auf das Labyrinth schaut erkennt der Mensch die Lage der Ratte. Und selbst wenn der Mensch diese Ratte auf die Schulter nehmen würde und sie dann alles von außen betrachten kann würde sie die Tatsachen nicht wirklich erkennen. Sie würde ihre Welt von Außen sehen, aber es wäre immer noch ihre Welt. Vom Erkennen der weiteren Zusammenhänge wäre sie ganze Evolutionsstufen entfernt.
Dem Menschen wiederum ergeht es ganz ähnlich. Wir laufen durch das materielle Universum wie die Ratte durch ihre Welt. Und selbst wenn wir ähnlich der Ratte die eine oder andere Wand überwinden können so bleibt es doch immer unsere Welt. Das sind unsere Grenzen und eben kein Trugbild. Es ist die Art und Weise wie unsere Welt funktioniert. Ein Trugbild suggeriert die Annahme das unsere Welt anders funktioniert wie es aussieht ähnlich den bereits erwähnten Zaubertrick. Es ist aber kein Trugbild, denn die Welt funktioniert genau so wie wir gerade anfangen es zu erkennen und zu greifen. Das es Ebenen gibt die all dies hier als geradezu lächerlich einfach und grob erscheinen lassen ändert nichts an der Tatsache das diese Welt SO funktioniert und eben kein Trick ist. Eben eine Frage der Grenzziehung.
Natürlich kannst du jetzt hingehen und diese Grenzen anders ziehen, aber was bringt dir das? Solange wir hier sind müssen wir sie akzeptieren und solange ist diese Welt für uns wie sie ist. Und wenn wir in unserem Labyrinth die eine oder andere Wand überwinden ist es gleich Magie oder sogar mehr, dabei ist es eine schlichte Wand. Was ist daran besonders? Es ist normal weil es Teil unserer Welt ist. Daran ist gar nichts Mystisches. Wir alleine sind noch nicht so weit zu erkennen das diese Wand zu uns gehört und das ist alles. Und diese Wand erscheint uns so unüberwindlich weil wir noch nicht verstanden haben wie man mit ihr umgeht. Was dir also als Trugbild erscheint ist Normal im Sinne des Wortes.
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Will heißen: die grobmaterielle Wahrnehmung ist kein Maßstab für die Wirklichkeit. Wenn Forscher etwas messen, messen sie immer etwas falsches, es geht auch gar nicht anders
Mir ist klar das du das gerne so hättest. Du begehst dabei den Denkfehler dich nicht an ein klares Konzept und Zusammenhänge zu halten. Du sagst selbst "Sinn der Mystik ist es gerade, zu begreifen, dass in der Wirklichkeit nichts absolut ist sondern alles existiert nur in Bezug zu den anderen Dingen" und hältst dich dann nicht daran. Du kannst das nicht wild verrühren wie es dir gerade gefällt und zu deiner Zielsetzung passt. Die "grobmaterielle Wahrnehmung" ist innerhalb ihrer Grenzen wahr und zutreffend. Das Materie nur ein Teil des Ganzen ist steht dem nicht im Weg. Wenn du dich auf der Ebene der Materie bewegst dann ist DAS für dich die Wirklichkeit weil du dem folgst. Da ist die Grenze zu ziehen.
Du kannst höher dimensionale Abläufe nicht oder nur sehr eng begrenzt mit einbinden. Es greift alles in einander, das ist schon klar, hat aber nicht mit der "jeweiligen Wirklichkeit" zu tun. Aber es ist nicht "Falsch", kann es gar nicht sein, bezogen auf einen bestimmten Rahmen. Wenn Forscher also etwas messen innerhalb eines bestimmten Rahmen ist es wahr und richtig, bis man diesen Rahmen verändert. Bleibt es bei diesem Rahmen kommen immer die selben Ergebnisse. Das kann auch gar nicht anders sein sonst würde ja z.B. auf der Erde nichts funktionieren.
Gehst du aber hin und verwischst die Grenzen kommt alles durcheinander. Die Ergebnisse und die Überlegungen sind nicht mehr reproduzierbar weil die Grundlagen wechseln. Nichts in der Natur deutet darauf hin das dies passiert. Also kannst du es auch nicht einfach mal so tun um eine Erklärung für bestimmte Vorgänge zu erhalten. Du musst dich in dem Rahmen bewegen und die selben Grundlagen verwenden die auch für alle anderen Zusammenhänge gelten. Sonst erhälst du Birnen, die du mit Äpfeln vergleichen willst.....
Ne Stop, wir schweifen ab.
Das ursprüngliche Thema war und ist "Leben nach dem Tod" bzw ist es möglich oder nicht. Ich bin der Meinung das es jederzeit möglich ist weil offensichtlich weder Energie noch Information in unserem Universum verloren gehen. Und wenn diese grundsätzliche Möglichkeit vorhanden ist braucht es nur noch ganz weniger Regelungen im Zusammenspiel um Wiedergeburt regelmäßig möglich zu machen. Auch hier gilt man braucht nicht alles bis ins letzte Detail zu durchschauen, es reicht das Zusammenspiel der Faktoren zu erkennen. Es gibt in unserer Welt Rahmenbedingungen die ein Leben nach dem Tod des Körpers jederzeit ermöglichen. Aus diesem Ablauf ergibt sich aber auch logisch zwangsweise das wir nicht so weiter leben wie wir es kennen, sondern uns stark verändern - so wie aus einen Kind ein Erwachsener wird.

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