Beiträge von maky

    lol, oder er wäre elektromusiker geworden und hätte musik gemacht ganz im stile von den herren!
    das ganze neue album ist gespickt von wunderschönen streichern und chören. natürchlich darf auch die snare nicht fehlen, aber auf den album sind ungeahnt wenig davon...
    wunderschön ist der titel "if i could say i love you", bach wäre sicher stolz gewesen :rolleyes: .

    lol, oder er wäre elektromusiker geworden und hätte musik gemacht ganz im stile von den herren!
    das ganze neue album ist gespickt von wunderschönen streichern und chören. natürchlich darf auch die snare nicht fehlen, aber auf den album sind ungeahnt wenig davon...
    wunderschön ist der titel "if i could say i love you", bach wäre sicher stolz gewesen :rolleyes: .

    ich werde in nächster zeit im kunst und musikforum ein wenig sortieren und unterbereiche schaffen, im stil vom filmforum.
    über die genaue einteilung mache ich mir noch gedanken, aber bis dahin möchte ich, das alle youtube-musikvideos in den youtube sammelthread kommen.
    ich denke das ist übersichtlicher, deswegen hab ich die neueren youtube-threads verschoben.

    weitere verbesserungen werden sofort bekanntgegeben.
    bei kritiken oder tipps, immer her damit!

    grüsse von maky

    Zitat


    In betracht des Weltbildes aber, wird es keinem gelingen ein Land rechtens zu führen, da die anderen Länder dies nicht zulassen.
    Es wird auch nicht vielen gelingen - es wird ebenso keiner Regierungsform gelingen.

    Es gibt einzig eine Ausnahme, welche zumindest die Möglichkeit bietet die Welt zu ändern und rechtens zu gestallten.
    Dies ist die Weltregierung!
    Deshalb gibt es eben die Verbindungen, welche danach streben eine Weltherrschaft zu errichten.

    das meine ich auch, systeme wie z.b. kommunismus oder anarchie können nur global funktionieren. in einer welt unter anderen systemen wird es unweigerlich untergehen bzw. ist garnicht erst errichtbar.
    die frage ist nur wonach diese verbindungen nach dem erlangen der weltherrschaft trachten...

    mich würde dann auch kein alleiniger herrscher stören, solange er nach tugendhaften, religiösen prinzipien herrscht. wenn er die wissenschaft von gott kennt und versteht, dann ist in meinen augen ein von gott gesendeter könig, der würdig ist zu herrschen. all dies kann ich aber weder bei westlichen herrschern, noch in östlichen ländern im benötigten umfang sehen, auch nicht in china. unsere welt wird heutzutage beherrscht von unwissenden, dämonischen motiven und ehrlich gesagt glaube ich nicht, das die einzelnen herrschenden nach der totalen weltherrschaft streben, nur um eine bessere welt zu schaffen, den sonst könnte es mit einem fingerschnippen passieren.

    china alleine ist eindeutig nich die anwortet für eine bessere welt, sondern alle staaten. jeder einzelne staat müsste einen zusammenschluss wünschen, sonst wird es immer tote geben und der krieg würde zu keinen ende kommen.

    grüsse vom maky

    FIGHT CLUB / USA 1999

    ( Der wichtigste und umstrittenste Film der neunziger Jahre !- Zitat, Die Welt)

    Regie: David Fincher,

    Besetzung: Brad Pitt, Edward Norton, Helen Bonham Carter, Meatloaf

    Fight Club ist der neue Film des amerikanischen Regisseurs David Fincher (36) . Fincher gehört zur jungen Garde, die sich ihre Sporen mit dem Dreh von Werbespots und Musikclips verdient haben. Seine Filme haben in den letzten Jahren Kultstatus erreicht, als herausragend gilt vor allem Seven, ein düsterer Thriller über einen Mörder, der sich seine Opfer nach dem Motiv der 7 Todsünden aussucht. Die Filme des Kaliforniers bestechen durch eine visuelle Suggestivkraft, der sich kaum einer entziehen kann und einen spannenden Erzählrhythmus. Bevorzugte Dreh-Locations sind abgefuckte Hinterhofquartiere anonymer amerikanischer Grosstädte. So unheimlich und verrucht, dass man sie selbst bei Tag meiden möchte. Die Sonne scheint nie, leuchtende fröhliche Farben gehören nicht zum Repertoire Finchers. Die Farben sind kühl und verwaschen, meistens ist es sowieso Nacht, einige Graustreifen erhellen die Gesichter. Wenn es nicht gerade regnet, so ist doch der Asphalt noch nass, in den Wasserlachen spiegeln sich die Neonreklamen einiger heruntergekommenen Bars. Jeder Anflug von Geborgenheit und Wärme wird sorgfältig vermieden, das Leben ist kalt und hart, verdammt hart sogar. Die ominösen Four-Letter-Words fallen dutzendweise, bis sie jede Anrüchigkeit verloren haben und zum Allgemeingut einer verlorenen Generation werden. Die Filme haben eine durchgehende nihilistische Grundhaltung, euphemistische Floskeln und Tempotücherhappyends sind dem Regisseur fremd. Das Kinoerlebnis wird mit Garantie nicht zum Feel-Good-Event, nachdem man verliebt kuscheln und die ganze Welt umarmen möchte. Dafür entfalten die Filme eine Tiefenwirkung, die tagelang andauert und zum Denken anregt. Kontrovers in ihren Aussagen sind sie immer und mit Bestimmtheit laufen übereifrige Moralapostel Amok und beschwören die gnadenlose Brutalität als Zeichen endzeitlicher Dekadenz.

    Aber Fight Club ist ein unglaublich intelligenter Streifen, zwar düster und destruktiv wie gewohnt von diesem Regisseur, aber Fincher erscheint als säkularer Prophet, der Bilder einer apokalyptischen Welt ohne Gott an die Wand wirft. Bilder einer untergehenden Welt ohne Hoffnung auf eine wirkliche Besserung. Es gibt keine gesunden Beziehungen mehr, alles ist gestört und pervertiert. Sicher, die Welt ist nicht so düster und grausam wie sie uns Fincher präsentiert, aber er hat ein Sensorium für zukünftige Entwicklungen. Ein Zeitgeistkritiker, der brillant analysiert und den meisten seiner Regiekollegen darin um Längen voraus ist; sehr genau und sensibel beobachtet und danach seine Visionen auf Zelluloid bannt. Leider bleibt er bei seiner pessimistischen Darstellung stehen und weist keinen Ausweg aus dem Inferno. Die Konsequenzen überlässt er dem Zuschauer, so bleiben wir zwar vom moralinsauren Zeigefinger verschont, der sich mit billigen Antworten zufrieden gibt, aber ein flaues Gefühl im Magen bleibt zurück. Möge uns Gott vor solch einer Welt verschonen, wenn wir nicht schon mittendrin leben. Who knows ?

    Fight Club ist ein Film, der auf mehreren Ebenen greift und funktioniert, das ist das faszinierende, einmal weg von diesem eindimensionalen Hollywoodkitsch, der genau 120 Minuten fade Ablenkung vom Alltag bietet und nachher in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Einerseits übt er scharfe und tiefgründige Kritik an unserer Konsumgesellschaft, die ihren Rachen stets weiter öffnet, uns verschlingt, gefangennimmt und doch nie befriedigt. Du bist nicht dein Job! Du bist nicht dein Geld auf der Bank! Und du bist schon gar nicht jene trendigen Konsumgüter, die du dir täglich reinziehst. Der Mann bleibt leer und einsam in seiner Designerwohnung. Statt Pornohefte konsumiert er IKEA-Prospekte. Visuell sind jene Szenen brillant umgesetzt, der Hauptdarsteller erzählt off-screen von seiner Alltagsodyssee, die ihn immer tiefer ins Elend treibt. Unterstützt von einem treibenden Sound aus Noise, Industrial und TripHop-Elementen, der hervorragend eine Stimmung, passend zur Jahrtausendwende verbreitet . Um sich von seiner Insomnia zu befreien, holt sich Norton die nötigen emotionalen Kicks in den Gefühlsbädern der Selbsthilfegruppen. Menschliche Tragödien lösen die Gefühlsstarre, Weinen befreit. Die Bedeutung der Selbsthilfegruppe wird gnadenlos pervertiert. Die Besuche seien billiger als Kino und man bekomme gratis Kaffee und Kuchen, meint Marla. Das Unglück anderer wird zum eigenen Seelenstimulator. Der Besuch solcher Gruppen artet zur Sucht aus, denn das alltägliche Leben bleibt kalt und kennt solche emotionalen Höhenflüge nicht. Aber der Mensch gewöhnt sich an alles...nichts, nichts mehr gewinnt Bedeutung, nichts erinnert die unruhige Seele, dass sie nicht schon gestorben ist, sondern noch immer lebt. Selbst der rührendste Seelenstrip eines Todkranken erfüllt mit der Zeit seinen Zweck nicht mehr... Was bleibt ist der Schmerz. Wenn alles abstumpft, dann verschafft nur noch Schmerz für kurze Zeit das Gefühl, Mensch zu sein... darum schlagen sich Männer, darum zermanschen sich Männer. Jeder Faustschlag ist ein Lebenszeichen: ich leide, darum lebe ich. Ist darum Fincher ein Extremist, ein brutalitätsgeiler Macho, der sich an halbnackten Männerkörpern ergötzt und so seine homoerotischen Phantasie befriedigt. Nein, ich denke diese Sicht ist zu einfach und wird der Komplexität des Filmes nicht gerecht. Denn manchmal bringt das Stilmittel der Übersteigerung Klarheit. Die Extremform schärft den Blick für das Archetypische, für die dunklen Nischen des unbeachteten Kleinbürgerlebens. Jeder kennt diese Erfahrung, aber die wenigsten können sie angemessen artikulieren. Das ist das Verdienst Finchers. Nur symbolische Hinweise hätten diese Erkenntnis nicht mit der Klarheit ans Licht gebracht, wie sie nun mit den aggressiven Kampfszenen über den Zuschauer hereinbricht.

    Denn ohne Zweifel intensiviert Schmerz das Lebensgefühl, sei er physischer oder seelischer Art. Meine eigene Erfahrung bestätigt diese Sicht. Im Schmerz schleichen die Stunden dahin, das Hier und Jetzt wird bewusster wahrgenommen. Der Mensch ist im Zustand des Schmerzes offen und sehr zugänglich für existentielle Lebenserfahrungen. Im Schmerz wird das Eingreifen Gottes sehnlicher erwünscht als auf den Glückswellen des Lebens. Schmerz stellt vielleicht das stärkste emotionale Empfinden des Menschen überhaupt dar. Hier wird aber auch am deutlichsten die Zwiespältig- und Sündhaftigkeit der Welt erfahren. Im rasenden Schmerz, der alles durchdringt, jeden klaren Gedanken abwürgt, spüren wir den Zorn Gottes am deutlichsten. Die Schöpfung und die Geschöpfe stehen unter einem Fluch. Das Paradies ist weit, Gott scheint weit. Dafür dringt nun der Schrei nach Erlösung in seltener Klarheit und Intensität nach aussen. Denn die menschliche Begrenzung und Schwäche ist offenkundig.

    Tragisch in Finchers Film ist einzig der Gedanken, dass Schmerz zu mehr wird als zu einem einschneidenden Erlebnis, das jeder Mensch in irgendeiner Form kennen lernt. ( Körperlicher Schmerz und seelische Pein, Verlust von nahestehenden Menschen, unglückliche Liebe etc) Schmerz ist das einzige, was noch bleibt. Das Menschsein wird auf die Fähigkeit zur Schmerzempfindung reduziert. Vielleicht hat Fincher auch hier eine prophetische Ahnung, möge er damit aber Unrecht behalten. Obwohl gewisse Anzeichen für die Richtigkeit seiner Vision schon heute unbestreitbar da sind. So ist das Aufkommen und die Salonfähigkeit von Sado-Maso-Clubs und Angeboten als Zeichen in diese Richtung zu deuten. Der Mensch empfindet nur noch sexuelle Lust, wenn sie mit körperlichen Qualen gekoppelt ist. Die normale Sexualität ist abgenutzt und verbraucht, es braucht immer härtere Varianten, um zum gleichen Glücksgefühl zu kommen. Schmerz als letzte Möglichkeit um der abstumpften und gleichgültigen Seele Vitalität zu verschaffen. Pervers. Tragisch.

    Insgesamt geht es meiner Meinung nach im Film nicht in erster Linie um schweisstreibende und blutige Boxkämpfe, sondern um die Krise der menschlichen Identität, besonders derjenigen der Männer. Die Charaktere sind Ergebnis einer vaterlosen Generation, diese Männer kennen keine intakten Familienbeziehungen, sie sind einsam und fühlen sich ungeliebt und als überflüssige Räder im Getriebe der Zeit. Frauen spielen nur am Rand eine Rolle, aber sie sind nicht Geliebte, Gattin oder Mutter, sondern Sexualobjekt ( Marla). Dabei werden sie nicht etwa in diese Rolle gedrängt oder vergewaltigt, sondern sie selbst erfahren und anerkennen sexuelle Kontakte als einzig übriggebliebene Art der zwischengeschlechtlichen Kommunikation. Liebe existiert nicht (mehr). Ein Bild einer Welt etsi deus non daretur. So gesehen die einzig richtige Konsequenz. Denn letzendlich gibt es keine wahre Liebe ohne Gott, sondern nur die Wahre Liebe, Liebe als Konsum -und Wegwerfgut, als Ventil für den Triebstau.

    Ein genialer Schachzug Finchers besteht darin, diese Krise des Mannes in einer übersteigerten Form zu zeigen, die zuerst verwirrt, sich je länger je mehr aber als einleuchtende Raffinesse zeigt: die Person des Hauptdarstellers wird aufgesplittert, Edward Norton und Brad Pitt spielen zwei Seiten derselben Figur: das Ich und das Alter Ego. Das eigentliche Ich und das Ich in der anderen Gestalt der Projektionen und verdrängten Wünsche. Dies geschieht überraschenderweise in Form einer sichtbaren und selbständig handelnden Gestalt, nicht einfach als gedankliches Spiegelbild, als Konstrukt sozusagen der Phantasie. Was zuerst wie das typische Krankheitsbild eines Schizophrenen anmutet; und darum jeder Zuschauer vorschnell jede Identifikation mit dem Hauptdarsteller auf schärfste bestreiten wird, mit der Begründung, ich bin doch nicht geisteskrank, erweist sich auch da als Kunstgriff der Übersteigerung. Das archetypische, allen gemeinsame wird oft erst in der Übersteigerung offensichtlich. Konkret heisst das: ja, die wenigsten Menschen sind schizophren, aber die meisten, ich behaupte sogar alle Menschen haben Sehnsüchte und Wünsche, die sich scheinbar nicht verwirklichen lassen und darum als Projektion auf andere übertragen werden oder dazu benutzt werden in Tagträumen ein imaginäres Ich aufzubauen, das eben stellvertretend die unerfüllten Sehnsüchte auslebt und verwirklicht. Wer hat schon nicht einmal davon geträumt James Bond zu sein, als intelligenter Präsident die Nation aus der Wirtschaftskrise zu führen, als Filmstar die Herzen der Frauen zu betören, als Prediger die Massen zu bekehren und in Tränen ausbrechen zu lassen... Der brave und angepasste Versicherungsangestellte Norton lebt seine Sehnsüchte in der Gestalt des Tyler Durdan aus: cool, charismatisch, ein Mann von brachialer Energie und schroffer Wildheit und Leidenschaft.

    Interessant ist auch der Aspekt der Verantwortung. Norton will die Verantwortung für die überbordende Wirkung der neu entstehenden Fight Clubs auf sein Alter Ego abschieben. Du bist es, nicht ich. Was habe ich damit zu tun? In diesen Momenten wird aber auch die Schwierigkeit sichtbar, diese komplexen psychologischen Vorgänge angemessen auf der Leinwand darzustellen, ohne den Zuschauer zu überfordern. Wenn ein Roman seitenlang Zeit hat, diese inneren Konflikte detailliert zu schildern und die bildhafte Umsetzung der schöpferischen Kraft des Lesers überlassen kann, kommt hier das Medium Bild an seine Grenzen. In wenigen Einstellungen soll glaubwürdig und leicht nachvollziehbar eine ethische Herausforderung, ja sogar Überforderung dem Zuschauer vermittelt werden.

    Ein dritte Ebene zeigt die Anfälligkeit einer identitätslosen Generation für faschistoide Ideen. Wo Menschen keinen Sinn und keine Erfüllung mehr im Leben erfahren, haben charismatische Führer leichtes Spiel. Die Gruppenidentität ersetzt die individuelle, ich werde Teil eines grossen Ganzen und gewinne dadurch Bedeutung. Der einzelne findet scheinbare Erfüllung, indem er die Ziele der Gruppe zu seinen eigenen macht und sich so als wichtiges Glied im grossen Ganzen versteht. Dabei ist er schonungslos dem Charisma des Anführers ausgeliefert. Eine kritische Untersuchung der geforderten Ziele ist nicht mehr möglich. Vorübergehende Glücksgefühle und Wertschätzung werden mit der Auslöschung der persönlichen Identität erkauft.

    Insgesamt ist Fight Club eine äusserst spannende und intelligente Bestandesaufnahme einiger (zukünftiger) Zeitphänomene. Mit diesem Film wird Fincher seinen Ruf als radikaler und visionärer Filmemacher verfestigen und ich bin gespannt auf sein nächstes Werk, dann aber im nächsten Millennium.

    (Quelle: http://lifenavigator.typepad.com/lifenavigator/…_club_ein_.html )

    - Darsteller: Luis Otávio, Alexandre Rodrigues, Douglas Silva
    - Regie: Fernando Meirelles, Kátia Lund
    - FSK: 16
    - Musik: Antonio Pinto, Ed Cortes
    - Buch: Braulio Mantovani
    - Produktion: Brasilien 2002
    - Label: Kinofilmverleih: Constantin

    Wo ist die Stadt Gottes?

    Wo herrscht Gott über die Menschen und lässt es nicht zu, dass seine Gesetze missachtet werden?

    Wo?

    Solche Fragen stellen sich entweder gar nicht oder in aller Deutlichkeit und Vehemenz, wenn Fernando Meirelles und Cesar Charlone, der "City of God" fotografierte, in den Favelas, den Armutsvierteln in Rio de Janeiro ihre Geschichte erzählen - die Geschichte derer, die dort leben, aus der Sicht derer, die dort leben, mit den - hier endlich einmal, wie selten genug, angemessenen - filmtechnischen Möglichkeiten der Handkamera, der schnellen Bilderfolge, der Rückblende und anderer Dinge, die Meirelles aus seiner Zeit als Werbefilmer sicherlich gut kennt. Slums stehen da in Rio, Slums nicht im klassischen Sinn. Eher "saubere" Slums, Häuschen, deren braunrötliche Färbung sich in den Himmel bei Sonnenuntergang einpassen. Aber das hat nichts Romantisches, nichts, was Freude macht oder Lust oder gar Wärme ausstrahlt.


    Wie alles beginnt auch der Bandenkrieg in diesen Vierteln in den 60er Jahren fast schon harmlos. Zé Pequeno (Leandro Firmino da Hora), genannt Locke, war auch einmal klein. Löckchen nennen ihn zu dieser Zeit alle (Douglas Silva), und Löckchen ist begeistert von den "White Angels", einer Gang, die kleine Überfälle durchführt unter Führung von Cabeleira (Jonathan Haagensen). Auch Bené (Phelipe Haagensen) bewundert den Mut der Gang. Löckchen allerdings wächst über sich hinaus. Löckchen lernt schon als Junge die Lust am Töten. Bei einem Überfall auf die Freier eines Bordells tötet er einige von ihnen. Und seitdem kann er mit dem Töte nicht mehr aufhören und will es auch gar nicht.

    Meirelles erzählt diese Geschichte von Löckchen, der zu Locke wird, zu dem alles beherrschenden Anführer einer mit Drogen handelnden Gang in der City of God, fasst in Bilder, was Paulo Lins in seinem 700 Seiten starken Roman erzählt, mit Hunderten von Personen. Meirelles "kürzt" die Geschichte notgedrungen, konzentriert sich auf wesentlich weniger Personen, und stellt Locke und Buscapé (Alexandre Rodrigues, als Kind: Luis Otávio), in den Mittelpunkt des Geschehens, zwei, die aus dem gleichen Viertel kommen, doch ganz andere Wege gehen. Buscapé will Fotograf werden, wünscht sich nichts mehr als eine Kamera und die Flucht aus der gottlosen Stadt Gottes. Diesen Kontrast in den beiden Personen benutzt Meirelles jedoch nicht zu einer Art Zweikampf wie Scorsese etwa in "Gangs of New York". Beide begegnen sich nur ab und an, und dann mehr zufällig.

    Locke wird älter, größer, stärker und die Lust am Töten lässt nicht nach. Locke will Macht, Macht über das ganze Viertel, die ganze verdammte City of God. Er räumt alle aus dem Weg, tötet. Nur Bené kann ihn hin und wieder davon abhalten. Bené ist intelligent und hat hier, in Lockes Bande, eigentlich nichts verloren. Aber gerade Bené ist es, an dem Meirelles verdeutlicht, wie wenig der Wille manchmal zählt im Vergleich zur Umgebung, in der Jungen wie diese aufwachsen. Bené verliebt sich in Angélica (Alice Braga), will ebenfalls endlich die Trennung von Locke und seinem Bandenkrieg, seinen Allmachtsphantasien - und wird auf seiner mit allem Drum und Dran versehenen Abschiedsparty von einer Kugel getroffen, die eigentlich Locke galt.


    Meirelles fast dokumentarischer Film, der sich über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren erstreckt, zeigt die Hölle auf Erden, die für die Bewohner dieser Hölle so normal erscheint, als ob nichts anderes denkbar wäre. Die Gewalt wächst aus allen Ecken, Winkeln, kommt aus allen Löchern gekrochen. In jeder Sekunde ist sie präsent, ist Lebensinhalt und Daseinsweise. Der Tod gehört hier in einer ganz besonderen Weise zum Leben. Nur wenige trauen sich, dem zu widerstehen, etwa Mane (Seu Jorge), dessen Vater und Bruder Locke ermordet hat. Mane schwört Rache. Und aus einem friedliebenden Menschen wird ein Mitglied der rivalisierenden Gang um Sandro (Matheus Nachtergaele), den alle Karotte nennen.

    Gewalt ist hier nicht nur Strukturmerkmal, sondern geradezu Organisationselement und Inhalt von Gesellschaft. Die City of God wirkt wie ein Ghetto - von außen wie von innen -, wie eine hermetisch abgeriegelte Zone des Grauens. Und trotzdem herrscht hier - neben aller Gewalt - derart viel pulsierendes Leben, Lachen, Sexualität, Lust, das die Kamera dem kaum zu folgen vermag. Der mit Laienschauspielern besetzte Film entwickelt eine merkwürdige Mischung aus Rasanz - kaum ein Bild, das einmal länger stehen bleibt - und Ruhe zugleich. Rasanz heißt hier nicht Hektik, Ruhe nicht Stillstand. "City of God" quillt über vor Leben, ein Leben, von dem die meisten Personen nicht wissen, was sie damit anfangen sollen, außer sich einer der Dealerbanden anzuschließen.

    Hier wächst man mit der Waffe in der Hand auf, und alle mitteleuropäischen Predigten der Gewaltlosigkeit versagen angesichts dieser schauerlichen, doch zugleich anziehenden Atmosphäre, in der immerhin Buscapé einen anderen Weg zu gehen versucht: Er wird dann wirklich Fotograf.

    Meirelles lässt Buscapé in Rückblenden aus dem Off die Geschichte der Stadt Gottes erzählen, mit bitterem Humor, manchmal Sarkasmus, aber auch Witz, und dann wieder mit dem Ernst, der der Situation angemessen ist, etwa wenn Locke zwei kleine Jungen, die auch schon Kinderbanden angehören, in die Füße schießt und einen anderen auffordert, einen der beiden Jungen zu erschießen. Die Polizei macht mit in diesem Spiel, ist korrupt, spielt die Gangs gegeneinander aus, ist am Drogen- und zunehmenden Waffenhandel beteiligt.

    Doch "City of God" leistet mehr, wenn man genau hinschaut, das heißt bemerkt, was eben nicht gezeigt wird. Er veranschaulicht auf eine geradezu unnachahmliche Weise, dass die wirkliche Gewalt nicht in der City of God ihren Ursprung hat, sondern im bewusst inszenierten System von Armut, sozialer Deprivation und Isolation durch die "da draußen", vor den Toren. Als Buscapé einer Journalistin erklärt, er könne sich nicht mehr in die City of God wagen, weil die Zeitung seine Bilder von Locke und dessen Gang veröffentlicht habe und Locke ihn töten werde, meint sie, er müsse eben vorsichtig sein, wenn er zurückgehe. Diese Ahnungslosigkeit über die Verhältnisse in der City of God ist eine Kehrseite der wechselweisen Isolation. Das reiche Brasilien, das touristische Zuckerhut-Rio interessiert sich nicht für das Elend und die Gewalt, es sei denn, es wird durch sie bedroht; das ist die andere Kehrseite der City of God. Die Menschheit teilt sich in zwei Hälften, die nicht nur materiell voneinander getrennt sind, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben und eben doch zwei Seiten einer Medaille sind.

    Fazit:
    "City of God" ist ein faszinierender, erschreckender, lebendiger Film, der von manchen mit Scorseses "Goodfellas" und "Gangs of New York" verglichen wurde, und tatsächlich gewisse Ähnlichkeiten mit beiden Meisterwerken aufweist. Alle drei Filme sind gnadenlos und zutiefst human, verzichten auf moralische Werturteile und Predigten und halten uns den Spiegel vor Augen über die Welt, in der wir alle leben. Die City of God ist ein "Sperrbezirk", doch zugleich untrennbar mit dem Rest der Welt verbunden. Zehn von zehn Punkten!

    (Quelle: http://www.filmbesprechungen.de/show.php?FilmID=1027 )

    ist seit anfang diesen monats im handel!
    es ist ein wunderschönes, klassisches album mit vielen strings und vielen ruhigen tracks, ohne drums. ein wahres meisterwerk in meinen augen.

    wer sich von der genialität überzeugen will, der sollte mal bei Myspace vorbeigucken und sich "If i could say i love you" anhören, ein liebevolles streicherorchester mit unglaublich schönem chor.
    viel spass beim reinhören!

    [Blockierte Grafik: http://venetiansnares.com/albumart/mydownfall-large.jpg]

    grüsse vom maky

    Zitat


    Machen wir uns mal nichts vor, dem staat als ganzes ist diese trennung ganz recht.
    Man kann immer wieder gut beobachten wie von " oben " stimmung gegen die eine oder andere seite gemacht wird, je nach dem welche grade am erstarken ist.

    natürlich ist den da "oben" die trennung der menschen in links mitte rechts ganz recht. solange das volk immer in kleineren gruppen bleibt, die sich gegenseitig bekämpfen, haben die bürger keine möglichkeit etwas gegen die wirklichen ursachen zu unternehmen. teile und herrsche ist seit anbeginn das motto der hierachisch hochgestellten. teile das bewusstsein des volkes und du herrschst über alle.

    und auch die stimmung, die gemacht wird, kommt nicht von ungefähr, sondern wird dazu genutzt, einen vorkalkulierten effekt zu erzielen...

    ich halte mich bewusst aus diesen links-mitte-rechts spektrum herraus. denn was bringt es denn im endeffekt, ausser streit und hass, das ganze ist viel zu destruktiv. der eine definiert sich durch das feindbild vom anderen. und im endeffekt ist es eine reine bewusstseinkontrolle von unbekannten, die über das ganze feld herrschen können, wenn sie nur die beiden pole beherrschen. ich glaube man muss es immer wieder sagen, das ist nichts anderes als dialektik, worüber es unter anderen HIER einen sehr guten aufsatz gibt.

    es hört sich vllt. schon wieder komisch an, aber wenn ich in eine art depressive stimmung verfalle, dann erinnere ich mich immer an krishna und alle damit verbundenen assoziationen. dann fällt mir wieder ein, das nichts vergeblich ist und alles immer einen höheren ziel dient, egal was. bei mir funktioniert das immer hundertprozendig. ich atme dann tief durch und lasse mir dieses durch den kopf gehen.

    ich versuche meine tätigkeiten immer von aussen zu betrachten und mich im grunde nicht zu sehr damit zu identifizieren. ich versuche immer, ob nun gutes oder schlechtes auf mich wartet, es gleichwertig zu sehen. das ist wohl das beste, sich nicht zu sehr hinein zusteigern und es einfach fliessen zu lassen.

    das ist sicher sehr schwer, ich habe auch noch keine wirklich sehr exremen fälle von schmerz oder verlust erlebt. aber generell kann es helfen.

    grüsse vom maky

    Zitat


    ....btw hast du eigentlich mal Rudi's Annhänge gelesen?

    ja kenne ich, die haben mich auch sehr beeindruckt. das was rudi letztendlich sagen wollte, ist im grunde das was auch der autor von deinem gefundenen text, Eddward Traversa, ausdrücken wollte. nur das er noch sehr viel mehr wahrheiten preisgibt, er hatte ja auch mehr platz.

    ich weiss was du meinst, an einer stelle wird man sogar von sri prabhupada drum gebeten der iskcon geld zu spenden, aber es sind wohlgemerkt nur kommentare zu den versen, die auch für "anfänger" gedacht sein sollen.
    ich persönlich denke nicht, das ich einen spirituellen meister brauche, der in der schülernachfolge von krishna ist, um das gesagte zu verstehen, aber anderen kann es sicher helfen.
    wie gesagt, die kommentare sind sehr autoritativ geschrieben, aber ich kann die worte von sri prabhupada mittlerweile einordnen.

    mich wird dieses buch auf jeden fall noch sehr lange beschäftigen.

    http://www.myspace.com/makyone

    ich hatte zwar in den letzten tagen wenig zeit zum musik machen, trotzdem konnte ich einen weiteren track bei meinen myspaceaccount hochladen. diesmal hab ich mich ganz von percussions ferngehalten und einen recht abstrakten, aber ruhigen ambient-track gebastelt.
    viel spass damit!

    maky

    p.s.: es könnte noch bis morgen dauern, bis der track von myspace hochgeladen worden ist, aber trotzdem gibt es dort noch ein paar interessante, ältere tracks.

    wenn du "auf ein wort" schon gelesen hast, dann kann ich dir nur empfehlen die dort empfohlene "bhagavad-gita - Wie Sie ist" (also die ausgabe mit den kommentaren und übersetzungen des gründers der gesellschaft für krishna -bewusstsein sri prabhupada) zu lesen.
    die übersetzungen sind sehr schlüssig und nachvollziehbar, da die verse erst in original sanksrit, dann einer lateinischen transkription, dann eine lateinische transkription - deutsch übersetzung wort für wort und dann die zusammenhängende übersetzung von sri prabhupada.
    die kommentare mögen vllt. sehr autoritativ wirken, aber genau das ist gewollt und wahrscheinlich auch der einzigste weg, den geist der gita richtig rüberzubringen. ausserdem waren sie mir zumindest immer recht hilfreich. das ding ist zwar schon sehr ausführlich mit 829 seiten, davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, sondern sich wenigstens bis zum vierten kapitel durchschlagen, denn dann gewinnt der dieses wunderbare buch langsam an form. ab da wird jeder, der sich dazu nur ein wenig hingezogen fühlt bestimmt weiterlesen. ich kann nur empfehlen sie bis zum schluss zu lesen, egal wie lange es auch dauern mag und wie regelmässig man liest, sie ist eindeutig eine pflichtlektüre für jeden wahrheitssuchenden.

    grüsse vom maky

    P.S.: WILLKOMMEN IM FORUM!

    ich hatte noch nie einen kater, aber ich trinke auch sehr selten soviel, das ich überhaupt nicht mehr klarkomme. aber wenn das passiert, dann trinke ich vor dem einpennen noch min. ein liter wasser.

    zu dem chemie-alk. ich war früher mit kumpels in ungarn und wir haben uns den so ziemlich billigsten fusel geholt den es gab (grosser fehler!). ich hab auch übermässig viel getrunken und war dann irgendwann nur am kotzen, denn gazen abend über. aber nen kater hatte ich am morgen nicht, nur ein ekelig flaues gefühl im bauch und war auch sonst recht neben der spur.

    aber generell mag ich alk nicht, da rauch ich lieber 2-3 tütchen über dem abend und am morgen danach bleibt max. ein wenig restverstrahltes gefühl.

    Zitat


    Zählen hier vielleicht nur Meinungen, die schon feststehen? Dann brauche ich ein anderes Forum. Eins, in dem ich meine alte Meinung über Bord werfen kann und eine neue suchen. Eins, in dem ich Unterstützung dabei finde. Genau dies hatte ich mir von diesem Forum hier erhofft. Bisher mit sehr wenig Ergebnis.


    jeder hat ein paar feststehende meinungen zu ein paar themen und wenn diese gesagt werden, dann ist das doch ersteinmal positiv. man sollte sie nur immer wieder mit seiner eigenen logik hinterfragen und diese logik am besten auch gleich mit. wenn einem selber nichts auffällt, was irgendwie nicht passt, dann sollte man sich andere ideen anhören und dann überprüfen. und der prozess der eigenreflexion findet erneut statt. so ist es zumindest bei mir mit allen infos, die mich interessieren. und in der beziehung klappt es auch recht gut hier im forum. mehr unterstützung ist glaube ich von seiten des forums nicht möglich. oder? ^^