Beiträge von Muninn

    Pyramiden und die Atlantis-Sintflut-Katastrophe

    Nach bisher ?ber 120 Jahren intensiver Gizeh-Forschung sind die Pyramiden immer noch ein ungel?stes R?tsel unserer Welt. Noch immer gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, noch immer werfen sie mehr Fragen als Antworten auf. Theorien und Erkl?rungsversuche ?ber Ursprung, Alter und Sinn nicht nur der Pyramiden, sondern der pr?historischen Geschichte ?berhaupt, gibt es in verschiedenster Form.
    Dass die Pyramiden m?glicherweise ein Alter von 10.000 bis 12.000 Jahre haben k?nnten, sind ?berlegungen, die nicht nur die ?gyptische Geschichte, sondern unser gesamtes Weltbild schlechthin revolutionieren w?rden, denn unzweifelhaft besteht ein Zusammenhang zwischen den Pyramiden ?gyptens und anderen auf der ganzen Welt verteilten Pyramiden.
    Man fand welche in Mesopotamien und im Nildelta, in Arabien, auf Inseln im persischen Golf, auf dem amerikanischen Kontinent in Guatemala, Kolumbien, Mexiko, Peru und in Ekuador, auf den Kanarischen Inseln, oder im Industal und auf den Malediven, - ja selbst in China und auf dem Grund des atlantischen Ozeans. Oder sogar auf dem Mars, so unglaublich das auch klingen mag! Man hat anhand von Fotos der Viking-Sonde auf dem Mars eine stadt?hnliche Formation entdeckt, in dessen N?he sich mehrere pyramidenartige Gebilde befinden, und ein Berg mit dem Antlitz eines menschlichen Gesichts, - die Marspyramiden und das Marsgesicht. Ob sie wirklich k?nstlichen Ursprungs sind, ist allerdings umstritten.

    Wer die ?gyptischenen Pyramiden zu welchen Zweck errichtete, bleibt weiterhin ein R?tsel. Dass es Grabst?tten alter Pharaonen sind, ist hinl?ngst als widerlegt anerkannt - da steckt mehr dahinter. Die ?gyptische Kultur entstand - ebenso wie die sumerische (die Sumerer bauten die ersten gro?en und monumentalen Steintempel) - relativ schnell. Quasi aus dem Nichts heraus - also ohne kulturelle Vorstufen - war sie pl?tzlich da! Zu schnell, um auf normalem Entwicklungswege einen solch` enormen Wissensstand zu erreichen.
    Wer also vermittelte ihnen diese universellen Kenntnisse ?
    Ich pers?nlich bin der ?berzeugung, dass mindestens eine Zivilisation der unserigen voraus ging! Hinweise gibt es mehr als gen?gend und der Zeitpunkt vor 10.000 bis 12.000 Jahren spielt dabei m?glicherweise eine Schl?sselrolle. Zu jener Zeit war vermutlich die Sintflut, die keine Erfindung der Bibel ist, sondern h?chst wahrscheinlich tats?chlich stattfand. Im Zusammenhang dazu verschwanden die Kulturen von Atlantis, Mu und vielleicht auch die in der Bibel beschriebenen Kulturen von Sodom und Gomorrha.
    Auch an anderen Stellen taucht wiederholt der Zeitpunkt "vor 12.000 Jahren" auf, immer wieder deuten Hinweise auf dieses geradezu magische Zeitma?, - zu viele, um einfach nur Zufall zu sein. Sicherlich, die Sintflut l?sst sich auch mit dem Ende der letzten Eiszeit erkl?ren, aber ist das die ganze Wahrheit? Was k?nnte passiert sein vor 12.000 Jahren, und warum finden wir nur schwerlich Verbindungen zu den uns bekannten historischen Abl?ufen? Durch irgendetwas Unbekannten ver?nderte die Welt ihr Antlitz.
    Eine m?gliche Erkl?rung liefert uns die Theorie einer kosmischen Katastrophe wie einst bei den Dinosauriern: ein Geschoss aus den unendlichen Weiten des Alls brauste hernieder und pfl?gte alles um.
    Auf dem s?damerikanischen Kontinent gibt es eine pr?historische Hafenstadt (Tiahuanaco) in 4000 Meter H?he in den Anden am Titicacasee, die allem Anschein nach vor 10.500 Jahren auf Meeresh?he lag, wie es deutliche Spuren ehemaliger Brandungslinien vermuten lassen. Wie kam sie da hin, und besteht m?glicherweise ein Zusammenhang zur Atlantis-Katastrophe und dar?ber hinaus zu den Pyramiden ?gyptens?
    Basierend auf Untersuchungen des Atlantisforschers Otto H. Muck, entwirft der Autor Roland M. Horn ein interessantes Szenario, nachdem durch den gewaltigen Einschlag eines kosmischen Geschosses in den Atlantik (etwa dort, wo heute die Azoren sind) der Inselstaat Atlantis unterging und durch eine Verlagerung der Pole sowie einer gigantischen tektonischen Hebelwirkung der gesamte s?damerikanische Kontinent gehoben wurde. Gleichzeitig kippte er in vertikaler Richtung: n?mlich im Osten nach unten, so dass die K?stengebiete eigentlich im Ozean verschwunden w?ren, w?re da nicht die Gesamthebung der s?damerikanischen Platte gewesen. Und der Westen kippte folglich nach oben, und zwar inklusive der Gesamthebung des Kontinents bis zu 4000 Meter ?ber dem Meeresspiegel. Im Osten wirkten die Kr?fte einander entgegen, im Westen verst?rkten sie sich. So erhielt die Stadt Tiahuanaco ihre heutige Lage. Zudem erlitt die s?damerikanische Platte einen Querbruch von West nach Ost und der s?dliche Teil kippte nach S?den hin ab, so dass der Titicacasee, der vielleicht einst ein Meer war, den gr??ten Teil seines salzigen Wassers gen S?den ergoss, wobei Tiahuanaco vollst?ndig ?berschwemmt und zerst?rt wurde.
    "Die geographischen Pole haben sich, bedingt durch die Atlantiskatastrophe, von Gr?nland b.z.w. dem Wilkes-Land in ihrer heutigen Position verschoben. Dadurch geriet die Westantarktis nun vollst?ndig in den s?dlichen Polarkreis. Durch Schneef?lle und Flutwellen, die zu Eis erstarrten, wurde der Kontinent etwas abgesenkt. Aufgrund einer Hebelwirkung in der Plattentektonik wurde die s?damerikanische Kontinentalplatte etwas angehoben, wodurch im Westen die Kippbewegung der Platte verst?rkt, im Osten jedoch abgemildert wurde. Der Westteil des Kontinents, vor der Katastrophe K?stengebiet, welches um ein gro?es Binnenmeer gelegen war, von dem heute nur noch der Titicaca- und der Popoo-See ?briggeblieben sind, wurde mitsamt der Hafenstadt Tiahuanaco fast 4000 m in die H?he gestemmt. Das Andengebirge war geboren! Durch das gleichzeitige Einwirken der beiden Kr?fte ist die s?dliche Platte zumindest an einer Stelle gebrochen." Das Wasser des Titicacasees floss nach S?den ab und ?berschwemmte Tiahuanaco.
    "Best?tigt wurde die Auffassung durch Fossilienfunde, das Brackwasser des Titicacasees (vermutlich wurde der Salzgehalt durch Regen- und Gletscherwasser deutlich reduziert), das Salzwasser des Popoosees (die Fischfauna, welche durch die "Abflussrinne", den Desaquaro, eingeschwemmt wurde, kann sich auf Grund des hohen Salzgehaltes nicht mehr fortpflanzen, sondern geht zugrunde) und weiter s?dlich gelegenen Lagunen (Salzlager / getrocknete Salzfelder)." (Quelle u. Zitate: Roland M. Horn "Das Erbe von Atlantis")
    Atlantis wurde also zuerst durch den Einschlag des m?glichen Himmelsk?rpers zerst?rt, bevor die Insel oder der Kontinent im atlantischen R?cken verschwand. Durch die Gewalt des Einschlags und den daraus resultierenden enormen Magma-Eruptionen verschoben sich die Pole um ca. 20 Grad (3500 km), was eine pl?tzliche Klimaver?nderung zur Folge hatte, wodurch Beispielsweise wiederum - so Otto H. Muck - der Tod und die schnelle Konservierung der sibirischen Mammuts in Eisbl?cken einsetzte. Die Antarktis wurde weiter nach S?den verschoben, S?damerika wurde etwas gehoben, kippte und brach zugleich. Riesige Flutwellen m?ssen entstanden sein (eben jene biblische Sintflut?), nicht nur durch den Einschlag bedingt, sondern auch durch die Kontinentalbewegungen sowie der Polverschiebung. Die weiteren Effekte des vermeintlich atombombengleichen Einschlags taten den Rest. Die Zivilisation war am Ende.
    Die ?berlebenden der geschilderten Katastrophe hatten mit ihrem t?glichen ?berlebenskampf genug zu tun, so dass das ganze Wissen dieser untergegangenen Zivilisation relativ schnell innerhalb weniger Generationen verloren ging. Die Schriftsteller Paul Schulz und Otto Muck sprechen sogar davon, dass durch Dreck und Staub nach dem Meteoriteneinschlag, ?ber mehrere Jahrhunderte bis hin zu 1000 Jahren die Atmosph?re vergiftet und verdunkelt war und die Menschen in unterirdischen St?dten lebten.
    Und tats?chlich findet man immer mehr und immer gr??ere pr?historische unterirdische St?dte, wie z.B. auf dem amerikanischen Kontinent oder in der T?rkei...
    ?brigens gab es ?hnliche Katastrophen mehrmals in der Geschichte unseres Planeten, denn 99 Prozent aller Arten, die jemals existierten, sind wieder ausgestorben; nur weniger als ein Prozent der S?ugetiere schaffte es, l?nger als 10 Millionen Jahre zu leben. Viele Faktoren modelten die Natur st?ndig um: Vulkanausbr?che, Klimaver?nderungen, sogar das Auseinanderdriften ganzer Erdteile, oder eben Meteoriteneinschl?ge, wie Beispielsweise das gr??te Massensterben aller Zeiten, das vor ca. 250 Millionen Jahren neunzig Prozent aller Lebewesen ausgerottet hat! Es k?nnte von einem Meteoriteneinschlag ausgel?st worden sein. Geologen entdeckten an der australischen Westk?ste einen Krater von 120 Kilometer Durchmesser, - der viertgr??te der Welt! M?glicherweise lie? dieser kosmische Hammerschlag auf dem ganzen Planeten Vulkane ausbrechen und Riesenflutwellen in den Weltmeeren entstehen; wenn au?erdem die Sonne monatelang von einer Staubwolke verh?ngt war, konnten die meisten Pflanzen und Tiere ein solches Inferno nicht ?berleben. Sp?ter erm?glichte dies allerdings einen neuen Evolutionsschub, der die Dinosaurier und s?ugetier?hnlichen Reptilien hervorbrachte...
    Man muss sich nur vor Augen halten, w?rde sich eine ?hnliche Katastrophe heute wiederholen, was bliebe von unserer Zivilisation ?brig? Ein Meteorit, der mit solch ungeheurer Geschwindigkeit auf die Erde knallt, dass es sie fast aus ihrer Bahn wirft und der beim Einschlag mehr Energie freisetzt, als f?hre man einen Atomkrieg! Die Druckwelle fegte im Umkreis tausender Kilometer alles hinweg, gefolgt von der Hitzewelle, die alles Brennbare entz?ndete. Metall und Stein w?rden schmelzen. Dann gewaltige Flutwellen, die alles umpfl?gen und unter dickem Schlamm begraben w?rden. Weltweite Vulkanausbr?che. Der nukleare Winter durch Dreck, Staub und Kohlendioxide, und die vergiftete Luft. Nukleare Strahlung, durch Kettenreaktion zerst?rte Ozonschicht...
    Nein, viel w?rde nicht ?brig bleiben, und bei den danach herrschenden Lebensbedingungen, - sofern ?berhaupt jemand ?berleben w?rde (k?nnte!) - was bliebe da von unserem Wissen? Innerhalb kurzer Zeit w?re alles Wissen unserer Zivilisation verloren (es w?rden beispielsweise weder Elektrizit?tswerke und damit unsere allzu beliebten Computer funktionieren, noch w?rden Papierfabriken ihre Arbeit verrichten etc. ...). Die Menschheit m?sste von vorn beginnen und einige tausend Jahre sp?ter w?rde es Wissenschaftler geben, die nach ?berresten einer vergessenen Zivilisation suchen, wie die pr?historischen Forscher unserer Zeit.
    So, oder so ?hnlich muss sich die Katastrophe um Atlantis und der Sintflut ereignet haben. Die Pyramiden von Gizeh wurden vielleicht, in vorausschauender Kenntnis dessen, was auf die Menschheit zukommt, vor der Katastrophe errichtet, um das angesammelte Wissen zu bewahren. Die Architekten waren vielleicht zugereiste Wissenschaftler des legend?ren Atlantis auf der Suche nach einer neuen zuk?nftigen Heimat, denn Atlantis w?rde ja bald einer Katastrophe anheim fallen. Und es waren vielleicht jene Wissenschaftler, die den Sumerern und den ?gyptern als Lehrer dienten und den pl?tzlichen kulturellen und wissenschaftlichen Aufschwung bewirkten.
    Es ist ?berliefert, dass ein ?gyptischer K?nig namens Surid 300 Jahre vor der Sintflut mit dem Bau der Pyramiden begonnen habe, um das gesamte Menschheitswissen der damaligen Zeit ?ber die Katastrophe hinweg zuretten. Auf der Spitze der Gro?en Pyramide soll es eine Inschrift geben, die den Erbauer und die Bauzeit von 6 Jahren benennt. (Quelle: Al-Makritzi)
    Andere Erkl?rungsversuche sagen, sie waren einstige Energiezentren uns unbekannter Art, oder gar so etwas wie energetische Sternentore in eine andere Welt oder in andere Dimensionen... Aber das alles ist weitestgehend Spekulation. Eine legend?re Kammer des Wissens, in der das gesamte Wissen der pr?historischen Zivilisation auf Schriftrollen lagern soll, harrt noch seiner Entdeckung.
    Die ?gyptische Altert?merverwaltung l?sst nur - wenn ?berhaupt - schwerf?llig etwaige Untersuchungen zu, b.z.w. h?llt ?ber ihre eigenen Forschungen und Erkenntnisse den Mantel des Schweigens.
    Es hei?t: die Sphinx ist die Seele des ?gyptischen Volkes! Was f?r ein Kulturschock, w?rde man entdecken (und zugeben m?ssen!), dass die Sphinx und die Pyramiden nicht von den alten ?gyptern erbaut worden sind.
    Der Geologe Robert Schoch ist denn auch der Ansicht, dass Wassererosionen am K?rper der Sphinx auf ein Alter von mindestens 7.000 bis 5.000 v. Chr. schlie?en lassen, und der amerikanische ?gyptologe John Antony West glaubt sogar, die Sphinx sei mindestens 10.000 Jahre vor Chr. erbaut worden.
    Ein japanisches Forscherteam der Waseda Universit?t von Tokio untersuchte 1987 mit modernster Elektronik die Cheops-Pyramide und fand angeblich ein ganzes Labyrinth unbekannter G?nge.
    Der US-Geophysiker Dr. Thomas L. Dobecki, der mit einer Gruppe von Wissenschaftlern 1993 die Sphinx untersuchen durfte, wies auf zwei rechteckige Anomalien hin, die sich 10 bis 40 Meter unter dem Bauwerk befinden. Zwischen der Sphinx und den Pyramiden fand man unterirdische Verbindungsg?nge.
    Der bayrische Ingenieur Rudolf Gantenbrink untersuchte 1993 einen der vier schr?g nach oben f?hrenden Sch?chte der K?niginkammer. Eigentlich war er beauftragt, die Sch?chte zu reinigen, um die Luft in den Bauwerken zu verbessern. Gantenbrink (geheime Kooperation mit Herrn v. D?niken!) konstruierte ein kleines endoskopisches Minifahrzeug (mit einer aufgebauten Kamera) und lie? es den gerade mal 20x20 cm gro?en Schacht aufw?rts fahren. Tief im Innern des Schachts sind die ansonsten grob behauenen W?nde sorgf?ltig geschliffen. Nach 60 Metern stie? der Roboter "Upuaut" auf einen Verschlussstein, einer Art T?r. Das sensationelle daran ist, dass sich neben zwei Kupferenden, am Boden des Steins ein abgebrochenes Metallst?ck befindet, - 4500 Jahre altes Metall, oder eben erheblich ?lter! Nie zuvor fand man Metall in den Pyramiden!
    An den Seitenw?nden des Schachts fand man Schleifspuren. Wurde in dem Schacht etwas nach oben gezogen, muss es noch da sein, einen Ausgang gibt es nicht.
    Was verbirgt sich hinter der seltsamen T?r? Was hat es mit diesem Metallst?ck - vermutlich Teil irgendwelcher Beschl?ge - auf sich?
    Die T?r weiter zu untersuchen oder gar zu ?ffnen, wurden Herrn Gantenbrink vom Museum f?r ?gyptische Geschichte in Kairo nicht genehmigt.
    M?glicherweise, so vermuten viele Forscher, verberge sich hinter dieser "T?r" die Kammer des Wissens oder aber wenigstens ein Teil von ihr, - zumindest jedoch ein Minimum 4500 Jahre altes Geheimnis.
    Weitere Untersuchungen - auch anderer Sch?chte - wurden strikt untersagt.

    Auf einer Grundfl?che von 5,3 Hektar t?rmen sich 2,5 Millionen Tonnen Steinbl?cke in 201 Gesteinslagen mit einem Gesamtgewicht von 6 Millionen Tonnen. Es wurden mehr Steine verbaut, als jemals in England f?r den Bau aller Kirchen und Dome zusammen genommen.
    Die urspr?ngliche fast fugenlose Verkleidung bestand aus hellem, poliertem Tura-Kalksandstein, der die Eigenschaft besa?, Sonnenlicht in hohem Ma?e zu reflektieren.
    Der Abstand der gro?en Pyramide vom Erdmittelpunkt ist genau so gro? wie ihr Abstand zum Nordpol.
    Sie liegt exakt im Zentrum der Festlandmasse der Erde.
    Der Fl?cheninhalt jeder Seite entspricht dem Quadrat ihrer H?he.
    Multipliziert man die Diagonalen ihrer Grundfl?che mit 2 (25826,52 Zoll), so erh?lt man die Anzahl der Jahre, die der Pr?zession der ?quinoktien entspricht.
    Die H?he der Seitenfl?chen betrug 184,30 Meter, das entspricht einer zehntel Minute des Breitengrades, auf dem sie steht.
    Die Kantenl?nge betrug 230,35 Meter. Das entspricht einer achtel Minute des gleichen Breitengrades.
    Sie steht in einer vollkommenen Nord / S?dausrichtung. Eine minimale Abweichung l?sst sich durch die Kontinentalverschiebung erkl?ren.
    Ihr B?schungswinkel ist mit 51 Grad 51 Minuten ein sogenannter Pi-Winkel, denn bei diesem Winkel verh?lt sich die doppelte H?he zu ihrem Umfang wie der Durchmesser eines Kreises zu seinem Umfang.
    Die St?tzsteine ?ber dem urspr?nglichen Eingang stehen im Pi-Winkel zueinander.
    Die L?nge der K?nigskammer verh?lt sich zum entsprechenden Umkreis wie 1: Pi.
    Addiert man L?nge und H?he der K?nigskammer und teilt die Summe durch ihre Breite, erh?lt man die Zahl Pi.
    Addiert man L?nge und Breite des Sarkophags und teilt diese Summe durch die H?he, erh?lt man die Zahl Pi.
    Diese Liste ist nat?rlich bei weitem nicht vollst?ndig, es sind quasi nur die Highlights.

    "Pyramiden und die Atlantis-Sintflut-Katastrophe" ? 1999 by Torsten Migge

    Kornkreise

    Seit die ersten Kornkreise in Feldern S?dwestenglands auftauchten, haben sie die Aufmerksamkeit der ?ffentlichkeit erregt und hitzige Debatten ausgel?st. Sie wurden von vielen Experten untersucht und jeder wollte feststellen, ob sie nat?rliche Ph?nomene sind oder etwa Botschaften au?erirdischer Intelligenzen.
    Erstmals trat das Ph?nomen zu Beginn der 80ger Jahre in der Grafschaft Wiltshire - England - auf. In dieser Gegend gibt es auch etliche pr?historische St?tten, wie Stonehenge, Avebury, den r?tselhaften Silbury Hills und das H?gelgrab von West Kennet.
    Anfangs handelte es sich bei den Kornkreisen um runde flachgedr?ckte Getreidefl?chen, inzwischen sind es neben Kreisen und Spiralen erstaunlich komplexe Gebilde, die auf unerkl?rliche Weise auf bebaute Felder auftreten.
    Viele Forscher sind sich einig, dass hinter diesen komplexen Muster eine h?here Intelligenz steckt. Von der Theorie ausgehend, dass die Muster vermutlich durch pl?tzliche, heftige Hitzeeinwirkung, m?glicherweise Mikrowellenstrahlung, hervorgerufen wurden, analysierte man Boden- und Getreideproben. Dabei stellte sich heraus, dass Pflanzen, deren Samen aus Getreideformationen stammten, eine schnellere Wachstumsrate aufwiesen als Normalpflanzen, die au?erhalb solcher Formationen standen. Die Forscher stie?en auf Ver?nderungen der kristallinen Struktur der Pflanzen. Ein gro?z?gig gesponsertes US-Forscherteam aus Atomphysikern und Chemikern, entdeckte im Inneren eines gro?en Kornkreises winzige Emissionen radioaktiver Isotope, die in der Natur nicht vorkommen.
    Der Biophysiker Dr. William C. Levengood aus Michigan, kam bei seinen Analysen zu dem Schluss, dass Getreidepflanzen aus Kornkreisen im Vergleich zu Normalpflanzen nicht nur anomale Abweichungen in Form hoher und niedriger Strahlenbelastungen, sondern auch signifikante Ver?nderungen in ihrer Zellstruktur aufweisen.
    Nachdem er Getreide- und Kalkproben untersucht hatte, die von einer rostfarbenen, glasartigen Substanz - angeblich Meteorstaub - bedeckt waren, stellte Levengood eine Theorie auf, die geradezu ein Konglomerat aller bis dahin vorangegangener Spekulationen darstellte. Seiner Meinung nach, sind Kornkreise das Produkt von intelligent gesteuerten Plasmawirbel, nicht menschlichen Ursprungs, sehr chaotisch und doch offenbar von geradezu bizarrer, faszinierender und grenzenloser Kreativit?t.


    Eine Mitarbeiterin Dr. Levengoods berichtet von einem Vorfall, wo ein junger Mann ein rosarotes Licht, das f?r die Entstehung zweier Kornkreise nahe dem Haus des Mannes verantwortlich sein k?nnte, beobachtet haben will.
    Es ereignete sich nach Mitternacht am 7. Juni 1999 in der landwirtschaftlichen Siedlung Hoeven in Holland.
    Der 19j?hrige Robert wachte gegen 00.15 Uhr auf, mit dem Gef?hl, zum Fenster gehen zu m?ssen. Dort sah er angeblich "ein kleines, nebliges, rosarotes Licht, keine Kugel, sondern eher geformt wie ein amerikanischer Fu?ball, nur etwas kleiner", das ?ber einem Kornfeld man?vrierte.
    Robert beobachtete, wie das Licht in 3-4 Metern H?he seine Bahnen zog. Als es einen Punkt 50 Meter hinter dem Haus erreichte, hielt es an, vergr??erte sich und soll zu einer d?nnen Scheibe von 10 Metern Durchmesser geworden sein. Elektrische Entladungen schienen aus der rosaroten Lichtscheibe zu kommen, bevor sich diese nach 7-10 Sekunden aufl?ste und verschwand.
    Sofort zog sich Robert an und lief auf das Feld, wo er an eben dieser Stelle einen 10 Meter breiten Kornkreis gefunden haben will. Ein zweiter Kreis von 3 Metern Durchmesser, befand sich angeblich daneben. Keiner der Kreise hatte sich am Abend zuvor dort befunden.

    Quelle: http://www.science-explorer.de/

    Gizeh und Orion

    Einst sollen die ägyptischen Pyramiden akkurat das Sternbild des Orion widergespiegelt haben. Modernen Computeranalysen zu folge, war das etwa 10.500 vor unserer Zeitrechnung (und hier haben wir wieder ein Hinweis auf den Zeitpunkt vor 12.000 Jahren).
    Am Tag der Frühlingsdeklination schaute die Sphinx exakt auf das Sternbild des Löwen, die Pyramiden von Gizeh spiegelten den Oriongürtel wider und der Nil verlief in der gleichen Form, wie die Milchstraße am Firmament.
    Die Professorin für Astronomie der Universität von Maryland, Virginia Trimble, vermutete in den siebziger Jahren, dass die "Luftschächte" in der Cheops-Pyramide eine andere Funktion, als bisher angenommen, haben könnten. Mindestens einer dieser Schächte war direkt auf einen der wichtigsten Sterne des alten Ägypten gerichtet.
    Sie ging davon aus, dass sich die Position der Sterne in bezug zur Erde in der Vergangenheit durch die Präzession der Erde wesentlich verändert haben könnte. Grund dafür ist die Veränderung der Rotationsachse der Erde. Durch Computeranalysen der Sternpositionen fand sie heraus, dass der südliche Schacht der Königskammer zur Todeszeit des Königs Khufu exakt auf die Gürtelsterne des Orion gezeigt haben muss.
    Die beiden Autoren Robert Bauval und Adrian Gilbert kamen nach gründlicher Analyse der Schächte der Königinkammer und der Königskammer zu der Ansicht, dass alle vier Schächte auf bestimmte Sterne ausgerichtet waren. Bauval ist der Meinung, die Schächte dienten als Weg zu den heiligen Sternen.
    Nach dem Tod der Pharaonen wurde an ihnen die Zeremonie der Mundöffnung vollzogen, in der die unsterbliche Seele durch die Schächte zu den Sternen geleitet wurden. Nach ägyptischem Glauben wurden sie dort in der Gestalt ihres himmlischen Pendants wiedergeboren. Die Ausrichtung des nördlichen Schachts der Königskammer auf den Polarstern Draconis, führte Bauval zu der Hypothese, dass dem Pharao im Tode zwei Wege angeboten wurde: der zur Unsterblichkeit des Polarsterns und der einer Reinkarnation durch die Rückkehr zu den Sternen der Vorfahren, Orion und Sirius.
    1994 schrieben Bauval und Gilbert in ihrem Buch "Das Geheimnis des Orion", die Anordnung der Pyramiden von Gizeh widerspiegele die Gürtelsterne des Orion. Bauvals weitergehende Analyse der Präzession der Erde im Verhältnis zu den Sternen führte ihn zu der Schlussfolgerung, das Plateau von Gizeh sei eine riesige Sternenkarte und stelle die Position der Sterne des Jahres 10.450 vor unserer Zeit dar: der in Nord-Süd- Richtung verlaufende Nil stelle die Milchstraße dar; die drei Pyramiden wurden in genau der Position zum Nil platziert, in der sich damals die drei Sterne des Orion-Gürtels zur Milchstraße befanden.
    Entweder wurde der Bau der Pyramiden von Gizeh ca. 10.500 v. u. Z. begonnen, oder aber - da sich die gesamte ägyptische Mythologie auf dieses Zeitmaß bezieht b. z. w. dort seinen Anfang nimmt -, später nach zurückgerechneter Sternenkonstellation entworfen. Im jedem Fall würde es genaueste astronomische Kenntnisse voraussetzen, die unseres Wissens die Ägypter gar nicht haben konnten! Ganz zu schweigen von der Präzision (in mathematischer, als auch in bautechnischer Hinsicht), mit der diese Weltwunder errichtet wurden.
    Seltsam erscheint auch die Tatsache, dass der Kopf der Sphinx proportional zum Rumpf viel zu klein geraten ist. Hierbei vermute ich, dass der jetzige Pharaonen-Kopf, der Chephren darstellen soll, in späteren Zeiten - wahrscheinlich im Zuge einer Restauration (eben zu Cheops oder Chephrens Zeiten !!!) - aus einem ursprünglichen und in seiner Proportion richtigen Kopf heraus gemeißelt wurde, so dass er eben zu klein werden musste.
    In islamischer Zeit ging das Interesse an den Pyramiden verloren und sie fielen in einem fast tausendjährigen Dornröschenschlaf, zumal sie über mehrere Zeitperioden vom Sand begraben waren - explizit der Sphinx. Aus nachchristlicher Zeit stammen die ersten überlieferten Legenden, dass die Pyramiden Ägyptens noch vor der Sintflut erbaut worden sein müssen und ihren Besitzern seinerzeit als Kornspeicher dienten.


    Die Anlage der Schächte in der Cheops-Pyramide

    von Robert Bauval

    Es ist eine unter Fachleuten anerkannte Tatsache, dass in den Entwurf der Cheops-Pyramide - ebenso wie in den anderer Pyramiden, wenngleich in geringerem Masse - grundlegende Kenntnisse der Geometrie und der beobachtenden Astronomie eingegangen sind. Die rein geometrische Form des Bauwerks, seine Proportionen und seine exakte Orientierung an den Himmelsrichtungen schließen jeden Zweifel aus. Viele Kenner, die sich mit dieser Pyramide beschäftigt haben, stimmen darin überein, dass die Wahl der Proportionen und der Winkel sehr harmonisch ist. Und was die Orientierung des Bauwerks angeht, so ist man sich darüber allgemein einig, dass bestimmte Sterne anvisiert wurden, eine Methode, die man auch bei der Ausrichtung bestimmter Bauteile im Innern angewendet hat.
    Vor allem jedoch kam diesem monumentalen Bauwerk eine zutiefst religiöse Bedeutung zu, da sein kultischer Hauptzweck darin bestand, die Auffahrt des toten Königs in den Himmel zu erleichtern. Mit anderen Worten, die Pyramide war ein Grab, dessen Funktion wir in Ermangelung einer geeigneten Terminologie als "astrologisch" bezeichnen wollen. Diese weithin geteilte Ansicht findet ihre Bestätigung unter anderem in den Pyramidentexten. Den religiösen Vorstellungen und Riten der Pyramidenzeit zufolge wurde der König nach seinem Tod ein Stern, und seine Astralseele wanderte zu den südlichen Sternen im Sternbild des Orion und zum Sirius sowie zu den nördlichen Sternen der drei zirkumpolaren Sternbilder Ursa Major (Grosse Bär), Ursa Minor (Kleiner Bär) und Draco (Drachen). Die oberste Aufgabe des alten Baumeisters bestand darin, diese Elemente der Himmelsreligion in den Entwurf des Bauwerks aufzunehmen. Letzten Endes diente die Pyramide dem Zweck, die Wiedergeburt des toten Königs zu begünstigen.
    Um dieses Ziel zu erreichen, legte der Baumeister seinem Entwurf einfache geometrische Prinzipien zugrunde und benutzte rechte und halbierte Winkel, die er aufgrund einfacher mathematischer Verhältnisse bestimmte. Dennoch darf uns dies nicht zu der Annahme verleiten, die elementare Mathematik sei ein wesentlicher Aspekt des Pyramidenkults gewesen; sie war lediglich ein Werkzeug, wenn auch vermutlich ein heiliges Werkzeug, mit dessen Hilfe der Priester-Baumeister sein Vorhaben ins Werk setzen konnte.

    Mathematische Astronomie oder astronomische Mathematik?

    Zunächst müssen wir uns fragen, worin der Auftrag des Baumeisters genau bestand: Sollte er ein Bauwerk entwerfen, um Grundsätze der heiligen Mathematik zum Ausdruck zu bringen, oder sollte er mit den Mitteln der Mathematik die Pyramide so gestalten, dass in ihr ein Kult vollzogen werden konnte, nämlich die Vorbereitung der Auffahrt des toten Königs zu den Sternen?
    Vielleicht lässt sich diese Frage besser beantworten, wenn wir eine Analogie aus neuerer Zeit heranziehen. Im hohen Mittelalter (und manchmal auch heute noch) wurden Kirchen mit einem kreuzförmigen Grundriss angelegt und im allgemeinen nach Osten ausgerichtet. Der Haupteingang lag an der Westseite, am Fuß des Kreuzes, was bedeutete, dass die Gläubigen, welche die Kirche betraten, sich in östlicher Richtung bewegten, wie Christus bei seiner Auferstehung; Kirchen sind religiöse Monumente, die den Riten der christlichen Religion dienen, Und diesen Erfordernissen mussten und müssen die Baumeister entsprechen. Dazu bedienen sie sich der Geometrie und der Mathematik, um auf symbolische Art die liturgische Funktion des Kults zum Ausdruck zu bringen. Auch die einzelnen Bauelemente der Kirche besitzen von jeher eine tiefe symbolische Bedeutung: Die Kirchenkuppel stellt das Himmelsgewölbe dar, der Altar symbolisiert den Kopf des Kreuzes Christi. Wenn also eine solche Kirche (beispielsweise die Kathedrale von Chartres) Jahrhunderte später von Wissenschaftlern verschiedener Fachgebiete untersucht wird, so lassen sich ihrer Anlage und Ausführung zweifellos Elemente der ?heiligen? Mathematik und der beobachtenden Astronomie entnehmen. Dennoch wäre die Annahme irreführend, der Baumeister habe hauptsächlich den Zweck verfolgt, mit seinem Bauwerk Grundsätze der Mathematik oder der Astronomie zum Ausdruck zu bringen. Die zutreffende Schlussfolgerung müsste lauten, dass der Architekt sich der symbolischen Mathematik oder der beobachtenden Astronomie lediglich als eines Mittels bediente, um die liturgische Funktion des Gebäudes auszudrücken.
    Dasselbe gilt für die Cheops-Pyramide. Auch hier sind die Prinzipien der geheiligten Geometrie und der beobachtenden Astronomie lediglich Werkzeuge in der Hand des Architekten und sagen nichts über den Zweck und die Funktion des Monuments aus. Die Aufgabe des Forschers besteht darin, die symbolische Bedeutung eines solchen Entwurfs und seine Verbindung mit der Liturgie des Kults herauszufinden. Diesem Prinzip folgt auch die Untersuchung der vier Schächte der Großen Pyramide.

    Ein Bauauftrag auf der Grundfäche der religösen Zielsetzung

    Wir wissen aus den Pyramidentexten, dass die Sterne des Nordens ebenso wie die des S?dens eine wesentliche Rolle bei den Wiedergeburtsritualen gespielt haben und unmittelbaren Bezug zum Sternenschicksal des verstorbenen Königs hatten. Nach den bisherigen Untersuchungen ging es dabei um folgende Sternbilder:

    a) Der nördliche meridionale Bezirk: die Sterne von Ursa Major, Ursa Minor und Draco. Während der Pyramidenzeit (um 2500 v. Chr.) war der hellste Stern im Sternbild des Drachen, Alpha Draconis, zugleich der Polarstern.

    b) Der südliche meridionale Bezirk: die Sternbilder Orion und Canis Major oder Großer Hund (zu dem auch der Sirius gehörte). Hierzu zählte außerdem das Sternbild des Taurus (Stier) samt den Hyaden, das ebenfalls von kultischer Bedeutung war.

    Die religiösen Riten, die nach dem Tod des Königs vollzogen wurden, waren im wesentlichen die einer Wiedergeburt. Manche haben sie als Osiris-Riten bezeichnet, da der tote König zu einem Osiris wurde und zum himmlischen Reich dieses Gottes, in das Sternbild des Orion, aufstieg. Zuvor mussten jedoch verschiedene Kulthandlungen vorgenommen werden. Die wichtigste von ihnen war die sogenannte Mundöffnung, bei der der ?Horus? und ?seine vier Söhne? dem verstorbenen König mit zeremoniellen Schneidwerkzeugen den Mund öffneten, um ihm die Wiedergeburt zu ermöglichen. Auch diese Zeremonie hatte einen starken Bezug zu den Sternen, diesmal ?l jedoch zu denen im Umkreis das Polarsterns. Nach gängiger Meinung waren die beiden zur Mundöffnung verwendeten Instrumente nach dem Bild von Ursa Minor oder Ursa Major geformt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Rituals war die symbolische Geburt eines neuen Horus (des neuen Königs), der ebenfalls einen Bezug zu den Sternen hatte, wie sich aus den Pyramidentexten (?Horus, der in der Sothis (Sirius) ist? [PT 632 d] ergibt.
    Wir dürfen somit den Schluss ziehen, dass der Baumeister der Cheops-Pyramide den Auftrag hatte, bei der Anlage der Wiedergeburtskammern bauliche Elemente vorzusehen, die das wichtige Ritual der Mundöffnung ebenso ermöglichten wie die Geburt des ?Horus, der in der Sothis (Sirius) ist?, und schließlich die Auffahrt der Seele in das himmlische Reich des Osiris/Orion. Ich habe an anderer Stelle dargelegt, dass die beiden südlichen Schächte der Pyramide auf den Oriongürtel und Mal den Sirius, mythologisch gesprochen also auf Osiris und Isis, ausgerichtet wurden. Die beiden nördlichen Schächte waren auf den Polarstern Alpha Draconis und den Kopf von Ursa Minor, die himmlische Dechsel des Horus orientiert, die auch die ?Dechsel des UPUAUT? genannt wird. Unter Berücksichtigung der Präzession der Erdachse lässt sich errechnen, dass die erwähnten Orientierungen der vier Schächte auf vier verschiedene Sterne mit einem Fehlerspielraum von +25 Jahren allesamt für den Sternenhimmel des Jahres 2450 v.Chr. gelten.

    Werkzeuge und Techniken des Bauentwurfs

    Wenn wir die Techniken des Bauentwurfs erörtern, müssen wir auch den umfassenderen historischen Kontext berücksichtigen. Zu jener Zeit (um 2450 v.Chr.) waren die beiden Pyramiden von Dahschur und die in Medum im Auftrag von König Snofru, dem Vater von Cheops, bereits fertiggestellt. Dabei wurden offenbar bereits gewisse Erfahrungen beim Pyramidenbau gesammelt. Wenn wir davon ausgehen dass der Baumeister der Cheops-Pyramide sich beim Entwurf und der Anlage seines Bauwerks grundlegender geometrischer und astronomischer Kenntnisse bediente, dann können wir annehmen, dass diese Kenntnisse auch in den Bau der Pyramiden von Dahschur und Medum eingegangen sind und dass der Architekt überdies eine innere Vorstellung von der Totenstadt Gizeh insgesamt gehabt hat.l8Alle diese Elemente mussten in einem einheitlichen Gesamtplan im Hinblick auf den Bau und die Anlage der Pyramiden in Dahschur und Gizeh und letztlich auf den Bau der Cheops-Pyramide zusammengefasst werden.


    Steckbrief der Grossen Pyramide

    Auf einer Grundfläche von 5,3 Hektar türmen sich 2,5 Millionen Tonnen Steinblöcke in 201 Gesteinslagen mit einem Gesamtgewicht von 6 Millionen Tonnen. Es wurden mehr Steine verbaut, als jemals in England für den Bau aller Kirchen und Dome zusammen genommen.
    Die ursprüngliche fast fugenlose Verkleidung bestand aus hellem, poliertem Tura-Kalksandstein, der die Eigenschaft besaß, Sonnenlicht in hohem Maße zu reflektieren.
    Der Abstand der grßen Pyramide vom Erdmittelpunkt ist genau so groß wie ihr Abstand zum Nordpol.
    Sie liegt exakt im Zentrum der Festlandmasse der Erde.
    Der Fächeninhalt jeder Seite entspricht dem Quadrat ihrer Höhe.
    Multipliziert man die Diagonalen ihrer Grundfläche mit 2 (25826,52 Zoll), so erhält man die Anzahl der Jahre, die der Präzession der Äquinoktien entspricht.
    Die Höhe der Seitenflächen betrug 184,30 Meter, das entspricht einer zehntel Minute des Breitengrades, auf dem sie steht.
    Die Kantenlänge betrug 230,35 Meter. Das entspricht einer achtel Minute des gleichen Breitengrades.
    Sie steht in einer vollkommenen Nord / Südausrichtung. Eine minimale Abweichung lässt sich durch die Kontinentalverschiebung erklären.
    Ihr Böschungswinkel ist mit 51 Grad 51 Minuten ein sogenannter Pi-Winkel, denn bei diesem Winkel verhält sich die doppelte Höhe zu ihrem Umfang wie der Durchmesser eines Kreises zu seinem Umfang.
    Die Stützsteine über dem ursprünglichen Eingang stehen im Pi-Winkel zueinander.
    Die Länge der Königskammer verh?lt sich zum entsprechenden Umkreis wie 1: Pi.
    Addiert man Länge und Höhe der Königskammer und teilt die Summe durch ihre Breite, erhält man die Zahl Pi.
    Addiert man Länge und Breite des Sarkophags und teilt diese Summe durch die Höhe, erhät man die Zahl Pi.
    Diese Liste ist natürlich bei weitem nicht vollständig, es sind quasi nur die Highlights.

    Aus "Pyramiden und die Atlantis-Sintflut-Katastrophe" ? 1999 by Torsten Migge

    Nazca und Osterinsel

    Immer wieder sto?en wir rund um den Globus auf r?tselhafte Bauten aus Stein, zum Teil gro?e und monumentale Gebilde. Sie alle geben uns R?tsel auf: wer waren ihre Erbauer, welchen Zweck dienten sie, wie alt sind sie...? Die Erkl?rungen der Schulwissenschaft, es handele sich um sakrale, religi?se, okkulte oder mythische Bauten, die religi?sen Riten und Zeremonien dienten, ist mir auf Dauer zu simpel und stellt mich pers?nlich in keiner Weise zufrieden. Sie m?ssen einen ganz bestimmten, f?r uns noch unbekannten Sinn haben. Die Antworten auf die vielen Weltr?tsel bleibt uns die Wissenschaft und Forschung noch schuldig.

    Niemand kann genau sagen, wer diese oft Kilometer gro?en Gebilde geschaffen hat, geschweige denn, mit welcher Pr?zision und mit welchen Mitteln sie zustande kamen. Das seltsamste ist jedoch, dass diese Muster und Bilder nur aus der Luft aus einem Flugzeug heraus erkennbar sind !
    450 Kilometer s?dlich von Lima, am Rande der Anden in Peru liegt die Ebene von Nazca. Eine ausgetrocknete, hei?e Gegend. Sowohl W?ste wie Gebirge, sind mit abertausenden, schnurgeraden Bodenlinien ?berzogen. Kilometerlang. Die l?ngste Linie zieht sich ?ber volle 23 Kilometer kerzengerade ?ber Berg und Tal. Zwischen und ?ber den schmalen Linien pisten?hnliche, rechteckige Fl?chen, von den heutigen Piloten liebevoll "the ET-Airport" genannt.
    Zwischen Linien und Pisten, aber auch an den Bergh?ngen finden sich gro?e Bodenzeichnungen von Tieren und Menschen, aber auch von geheimnisvollen, geometrischen Anordnungen. All dies in einer derart ?berdimensionierten Gr??e, dass es nur aus der Luft erkennbar ist.
    Von wissenschaftlicher Seite sind bislang 14 Theorien und Hypothesen vorgebracht worden, um das R?tsel von Nazca zu erkl?ren. Keine einzige Theorie ist beweisbar, jede hat beachtliche Interpretationsl?cken.

    Wer hat sie errichtet, welchen Zweck dienen sie, welche uns unbekannte Technologie steckt da hinter? Die Figuren sind teilweise mehrere Meter hoch und wiegen einige Tonnen.
    Die Osterinsel, auch Rapa Nui genannt, ist eine zu Chile geh?rige Insel im S?dpazifk, etwa 3.700 Kilometer westlich der nordchilenischen K?ste. Die Insel besteht aus drei erloschenen Vulkanen und hat eine Fl?che von etwa 180 Quadratkilometern. Ihren Namen erhielt die Osterinsel, als der niederl?ndische Forscher Jakob Roggeveen am Ostersonntag des Jahres 1722 dort landete. Seither sind Arch?ologen und andere Wissenschaftler damit besch?ftigt, die Fragen, die diese Insel aufwirft, zu beantworten. Die Bewohner dieser Inseln schufen eine eigene Kultur, die sich durch ihre Megalithbauten auszeichnete. Der Ursprung der Rongo-Rongo Schrift ist genauso ungekl?rt wie der Ursprung dieser Kultur selbst. Arch?ologische und botanische Funde lassen vermuten, dass die Vorfahren der heutigen polynesischen Bev?lkerung mit Kanus von den Marquesas-Inseln gekommen sind. Wahrscheinlich fanden zwei Besiedlungswellen mit Menschen verschiedenen polynesischen Ursprungs statt. Viele Arch?ologen sind der Meinung, dass es zwischen diesen beiden Gruppen immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam, wobei viele der vermutlich ehemals 600 Statuen zerst?rt wurden. Heute stehen auf der Insel noch etwa 100 Statuen; sie sind zwischen drei und zw?lf Meter hoch und bestehen aus dunklem Tuffstein (weiches Vulkangestein), der aus einem Steinbruch im Krater Rano Raraku stammte. Dort fanden Forscher auch eine gigantische, unvollendete Statue von 21 Metern L?nge. Die Statuen selbst bestehen aus Oberk?rpern mit ?berdimensionalen K?pfen, die oft eine Art zylindrische Krone oder Kopfschmuck aus rotem Tuffstein mit einem zentralen, nach oben ragenden Aufsatz trugen. Teilweise befinden sich auch noch die eingesetzten Augen aus hellen Knochen und dunklem Obsidian (dunkles, halbdurchsichtiges vulkanisches Gesteinsglas) in den K?pfen. Anzutreffen waren diese Statuen ?berwiegend auf den sogenannten Ahus, den Grabanlagen der Osterinsulaner, auf denen sie in mehreren Reihen angeordnet waren. Die Ahus befanden sich an Steilufern und anderen stellen mit einem Blick ?ber das Meer. Jeder Ahu bestand aus genau aufeinander passenden Steinbl?cken, die ohne M?rtel zusammengef?gt waren. F?r gew?hnlich geh?rten zu jeder Grabanlage vier bis sechs Statuen, eine Ausnahme ist ein Ahu, der Tongariki, welcher ganze 15 solcher Statuen besa?. Wie schon bei Stonehenge ist auch hier die Frage nach dem Grund und der Art und Weise der Erbauung unklar. Man vermutet jedoch, dass die Steinstatuen auf der Osterinsel eine Art W?chter darstellten.

    Quelle: http://www.science-explorer.de

    Erik Hornung: Echnaton. Die Religion des Lichts

    Rezension des Buches ?Echnaton. Die Religion des Lichts? des ehemaligen Ordinarius f?r ?gyptologie an der Universit?t Basel Erik Hornung.

    Erik Hornung: Echnaton. Die Religion des Lichts

    von Gunnar Sperveslage

    ?Recht auf dem Weg, aber der Rechte nicht f?r den Weg? (Th. Mann)

    Echnaton war der 9. K?nig der 18. Dynastie, regierte 1351-1334 v. Chr. [1]. Geboren als zweiter Sohn von Amenophis III. und seiner Gemahlin Teje bestieg er nach dem fr?hzeitigen Tod seines ?lteren Bruders Thutmoses den Thron. Mit ihm trat ein Herrscher auf die Geschichtsb?hne, dessen revolution?rer Umbruch im theologischen Denken ?gypten eine v?llig neue Wende gab und auch heute noch Anlass kontroverser Diskussionen ist.

    In den ?gyptischen K?nigslisten wurde er nach seinem Tod ignoriert, man suchte ihn aus dem kulturellen Ged?chtnis zu bannen. Tats?chlich sollte erst dem Berliner ?gyptologen K. R. Lepsius die Wiederentdeckung des Religionsstifters Echnaton gelingen. Damit begann die Erforschung einer der faszinierendsten und umstrittensten Pers?nlichkeiten des ?gyptischen Altertums, deren Bild in der Forschung in zwei gegens?tzliche Extrema gezeichnet wurde. F?r die einen war er ?seltsam krankhaft? und von ?Fanatismus? getrieben (A. Erman), E. Otto charakterisiert ihn als ?unpolitisch?, ?egozentrisch? und ?despotisch?. Dagegen sah ihn bereits H. Brugsch als ?modernen und aufgekl?rten Monarchen? und auch A. Weigall spricht vom ersten ?Idealisten und der ersten Pers?nlichkeit der Weltgeschichte?. F?r Th. Mann war Echnaton Inspiration zur Dichtung, S. Freund identifizierte ihn aufgrund der monotheistischen Ausrichtung seiner Religion als Moses [2].

    Im vorliegenden Band zeichnet nun Erik Hornung, einer der besten Kenner der ?gyptischen Religion [3], ein umfassendes und ausdrucksvolles Bild der ?Religion des Lichtes? nach. Er bietet keine historische Biographie des Pharao und auch nicht des Religionsstifters, nicht historische Fakten stehen im Zentrum des Interesses, sondern vielmehr die Religion der Amarnazeit. Der Autor untersucht das Konzept der religi?sen Neuerungen, um dann die historische Person Echnatons vor dem Verst?ndnis dieser Religion und der theologischen Konzeption betrachten und begreifen zu k?nnen.

    Echnaton erkl?rte die Sonne, Aton, zum einzigen Gott. Die Sonne ist f?r ihn Gott und ihr Wirken, bestehend aus Licht und Bewegung, sind die sch?pfenden und lebenserhaltenden Kr?fte. Daneben gibt es keine anderen G?tter mehr, die Welt ist entmythologisiert und entmythisiert. Die Religion zeigt nun deutliche Aspekte einer Naturphilosophie und einer Offenbarungsreligion, dessen einziger Prophet Echnaton selbst ist, zusammen mit seiner Gemahlin Nofretete. Nofretete und Echnaton sind die einzigen, die zu ihm sprechen d?rfen und zu denen Aton in Konstellation treten kann.

    Erik Hornung stellt nicht nur den Charakter und die einzelnen Facetten dieser neuen Religion dar, sondern erl?utert vor allem, dass sie ganz in der Tradition eines theologischen Diskurses steht, der lange vor Echnaton einsetzte. Dieser Diskurs erreichte unter der Regierung Amenophis III. einen vorl?ufigen H?hepunkt: In der ?Neuen Sonnen-Theologie? [4] war der Sch?pfergott und Welterhalter der Sonnengott, der jeden Morgen aufging, die Erde mit seinem Licht belebte, um dann am Abend unterzugehen und sich in der Unterwelt zu regenerieren sowie den Verstorbenen Licht und neues Leben zu bringen. Dieser Sonnengott erhob sich zwar ?ber alle anderen G?tter, aber er handelte weiterhin im Kontext mit ihnen und verga? auch die Verstorbenen in der Unterwelt nicht. Echnatons Umbruch war nun zwar radikal, stellte aber letztlich nur einen kleinen Schritt dar. Doch er zwang der polytheistischen Welt nicht nur eine monotheistische Religion auf, sondern er nahm den Menschen vor allem ihren Sonnengott, der bereits zu einem Lebensgott, pers?nlichen Retter und F?rsprecher des Einzelnen geworden war, und verweigerte den direkten Zugang zu ihm, indem er ihn f?r sich selbst beanspruchte. Dazu nahm er der Bev?lkerung den Glauben an das Jenseits, denn er negierte den Totengott Osiris und sein unterweltliches K?nigreich. Daher musste sein Konzepte scheitern und nach seinem Tod lag somit kein Schritt n?her, als zu den alten G?ttern zur?ckzukehren und den theologischen Diskurs dort weiterzuf?hren, wo ihn Echnaton unterbrochen hatte, an dessen Ende nun der ?ramessidische Weltgott? steht, ein transzendenter Allgott, der sich den Bed?rfnissen aller widmet.

    Es gelingt Erik Hornung, die Komplexit?t der Lichtreligion Echnatons verst?ndlich, anschaulich und klar formuliert darzulegen. Seine Darstellung dient in hohem Ma?e dem Verst?ndnis der Person Echnatons, indem er die bisherigen Erkl?rungsversuche umgeht, die ihn als krank, geistesschwach, despotisch, ketzerisch beschreiben. Statt dessen zieht er die religionsgeschichtlichen Hintergr?nde heran und kann dadurch nicht nur verdeutlichen, dass Echnatons Religion einer Tradition entspringt, sondern auch, dass ihre Ans?tze nach seinem Tod positiv auf die Verarbeitung der Krise und die Auseinandersetzung mit der eigenen Religion gewirkt haben. Am Ende unterstreicht er zurecht die gro?artige Leistung Echnatons, dem Denken der Neuzeit entsprechend, versucht zu haben, eine Weltformel zu finden und die Welt in ihrem Ganzen durch ein einziges Prinzip, das Prinzip des Sonnenlaufes, zu erkl?ren. Ein nobles Vorhaben, das von Beginn an zum Scheitern verurteilt war, aber Wege f?r die Zukunft er?ffnete. Damit hat der Autor die Person Echnatons ins rechte Licht ger?ckt ? n?mlich ins Licht seiner Religion.

    Hornung, Erik: Echnaton. Die Religion des Lichts, Artemis & Winkler, D?sseldorf/ Z?rich 2000, ISBN 3-7608-1223-6

    Anmerkungen

    [1] J. v. Beckerath, Chronologie des pharaonischen ?gypten, Mainz 1997, S.126
    [2] S. Freud: Der Mann Moses und die monotheistische Religion ,1939; dagegen bes. J. Assmann: Moses der ?gypter, 2000
    [3] siehe v.a. Hornung, Erik: Der Eine und die Vielen, 1971
    [4] J. Assmann: ?gypten. Theologie und Fr?mmigkeit einer fr?hen Hochkultur, 1984

    Kommentare ?
    Der URI zum TrackBack diesen Beitrags ist: http://www.mysteria3000.de/wp/wp-trackback.php/81

    Noch keine Kommentare.

    RSS Feed f?r Kommentare zu diesem Eintrag.

    Einen Kommentar abgeben
    Zeilen- und Absatzumbr?che automatisch, E-Mail Adresse nie angezeigt, HTML erlaubt: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>

    Name (erforderlich)

    E-Mail (erforderlich)

    URI

    Dein Kommentar


    Magazin f?r alternative und interdisziplin?re Arch?ologie

    ISSN 1619-5744 | 1/2005

    Aktuelle Ausgabe
    Gesamtarchiv
    Diskussionsforum
    Redaktion
    Autoren
    Richtlinien
    Suchen:


    Alles (?bersicht)
    Magazin
    Editorials
    Artikel
    Berichte
    Rezensionen
    Mysteria3000
    Veranstaltungen
    Ausgaben
    2004 - Ausgabe 1
    2002 - Ausgabe 1
    2002 - Ausgabe 2
    2002 - Ausgabe 3
    2002 - Ausgabe 4
    2003 - Ausgabe 1
    2003 - Ausgabe 4
    2004 - Ausgabe 2
    2005 - Ausgabe 1
    PDF-Ausgaben 2002
    PDF-Ausgaben 2003
    RSS 2.0: Artikel
    RSS 2.0: Kommentare
    Anmelden
    Registrieren
    Impressum
    Disclaimer
    Kontakt
    Powered by Wordpress

    Abraxas
    (Abrasax) Diese Gottheit personifiziert in der Gnosis das unsagbar h?chste Seiende, dem alles weitere per Emanation entstr?mt. In 365 Geistwesen, die den Urgrund repr?sentieren, wird Abraxas Gestalt.

    Dargestellt wird Abraxas als Mischwesen. Er hat die Arme und den Rumpf eines Menschen und den Kopf eines Hahns, der Phronesis hei?t. Seine Beine bilden die beiden Schlangen Logos und Nus.
    Abraxas tr?gt einen Schild, die Sophia, und eine Gei?el Dynamis.

    Abraxas Name ist ein Beispiel f?r Zahlensymbolik. Die sieben griechischen Buchstaben haben zusammen den Zahlwert 365, entsprechend der Geistwesen und der Tage im Jahr (System des Basilides, 2. Jh.). Siehe hierzu auch das Zauberwort ?Abrakadabra?.

    Auch der Name des iranischen Gottes Mithras hat als Zahlwert 365. Beide galten als Gottheiten der Numerologie und repr?sentierten die 365.000 Jahre (365 ?onen), welche die derzeitige Welt andauern soll. Die Vorstellung, da? ein Gottesjahr 1000 Menschenjahre entspricht findet sich auch in der Bibel (Psalm 90,4).

    Das Christentum betrachtete den gnostischen ?Herrn der Welt? Abraxas als D?mon. In der fr?hesten Zeit des Christentums soll er die Titel ?Unser Vater? und ?Herr der Heerscharen? getragen haben und neben Mithras auch mit Jahwe gleichgesetzt gewesen sein (Walker 1993, S. 6)

    Quelle: http://www.sungaya.de/

    Hugin und Munin

    (nord. ?der Gedanke? und ?die Erinnerung?) In der isl?ndischen Sage sind dies die beiden Raben, die zur Begleitung Odins geh?ren.

    Hugin und Munin teilen Odin mit, was sie bei ihren Rundfl?gen ?ber die Welt erkundet haben. Man nennt Odin darum auch den ?Rabengott?.

    Als Odin, maskiert als Grimnir, den K?nig Geirr?d besucht, ?u?ert er seine Sorge um die Raben, weniger um Hugin, mehr um Munin (Edda, Grimnirlied, 20).

    Quelle

    Nun eine kleine aber feine Erkl?rung zu meiner "favourite" Gottheit was Germanische Mythologie angeht:

    Odin
    nord. ??in, Odinn, Wodan, Wuotan (ahd. ?Der W?tende?), Atridi (?der Zureitende?); bei Langobarden Odan und Godan; nordfries. Wede, Wedke; Othan, Odon, Eovden; niederdt. Jivodan.
    Er hat zahlreiche Bei- und Decknamen (Allvater, Grimnir, Har, Walvater u. v. a., siehe Namen des Odin).

    Er ist Hochgott der Asen, h?chste und erste Gottheit (z. B. Edda, Grimnirlied, 44), Himmelsgott sowie Kriegs- und Totengott. Als Sturmgott ist er Anf?hrer von Wuotanes her. Odin ist Gott der Runenweisheit und Schutzgott der Skalden.

    Odin ist Sohn des Urriesenpaares Borr und Bestla. Er hat zwei Br?der, H?nir und Lodr, V?lusp?, 12) bzw. Vili und Ve (Gylfaginning, 6.

    Drei H?fe bewohnt Odin. Den mit Silber eingedeckten Walaskjalf, den ?der Ase sich in Urtagen wirkte?, Kleinodbank, wo Odin mit der Saga t?glich aus Goldbechern trinkt und Froheim, in der sich die goldene Walhall dehnt (Edda, Grimnirlied 6-8).

    Von seinem Thron Hlidskialf aus ?berblickt Odin die gesamte Welt. Um ihn kreisen die Raben Hugin (?Gedanke?) und Munin (?Erinnerung?), zu seinen F??en wachen die W?lfe Freki und Geri.
    Seinen Reichtum verdankt er seinem goldenen Ring Draupnir, der sich st?ndig vermehrt. Im Kampf verl??t er sich auf den Speer Gungnir, der stets sein Ziel erreicht (Skaldskaparmal, 61). Er verf?gt ?ber einen blauen Mantel, eine goldenen Helm und das Zauberpferd Sleipnir.

    Seine Gattin ist Frigg. Mit ihr ist er Vater von Balder, H?dur und Hermodur.
    Mit der Riesin Rind Vater des Vali, mit der J?rd Vater des Thor und mit der Gridr Vater des Vidar.

    Zusammen mit seinen Br?dern H?nir und Lodur schuf Odin das erste Menschenpaar, Askr und Embla und gab ihnen die Seele (Edda, V?lusp?, 11-12).

    Kenntlich ist er als Anf?hrer von Wuotanes Her an blauem Mantel (z. B. im Grimnirlied), Hut und an seiner Ein?ugigkeit. Ihn begleiten seine Raben und W?lfe, seine Boten sind die Walk?ren, die ihm die Einherier nach Walhall holen. Diese Tapfersten der gefallenen Krieger teilt sich der Walvater mit der Freyja.


    Odin auf Sleipnir in Begleitung seiner Raben Hugin und Munin.


    G?ttervater Odin. RAFAEL ROMAN ARROYO, 2003



    Seine h?ufigen Reisen f?hrten ihn zum Grund von Wissen und Weisheit, dabei verwendete er etliche Decknamen (Grimnirlied, 44, siehe Namen d. Odin).

    Als Ase ist Odin wie alle dem Schicksal der Nornen unterworfen, die am Urdbrunnen an der Wurzel Yggdrasils hausen. Hier am Weltenbaum opfert er sich selbst sich selbst. Gespie?t mit dem Ger h?ngt er neun N?chte an Yggdrasils Stamm, bis er die tiefsten Geheimnisse geschaut hat. Rufend nimmt er die Runen auf und kommt, auferstehend, vom Baum los:


    ?Ich wei?, da? ich hing
    am windigem Baum
    neun N?chte lang,
    mit dem Ger verwundet,
    geweiht dem Odin,
    ich selbst mir selbst,
    an jenem Baum,
    da jedem fremd,
    aus welcher Wurzel er w?chst.

    Sie spendeten mir
    nicht Speise noch Trank;
    nieder neigt ich mich,
    nahm sie rufend auf;
    nieder dann neigt ich mich.?
    Edda, Runenlehren 25 B 1-2, hier zit. n. F. Genzmer


    Nun verpf?ndet er seinem Onkel, dem Riesen Mimir, eines seiner Augen, um aus dessen Weisheitsbrunnen den Met Odr?rir trinken zu d?rfen (Wie viele Seher wird auch Odin mit eingeschr?nkter optischer Sehkraft geschildert). Mimir deutet Odin nun auf einem Berge (Edda, Runenlehren C 3) in neun Hauptliedern das Geheimnis der Runen (Edda, Runenlehren B 3).

    Seit diesem Tod und magischer Auferstehung wei? Odin um sein und des gesamten G?ttergeschlechts Schicksal und ist weisester der G?tter (mit Ausnahme vielleicht der Frigg, die allerdings jegliche Auskunft verweigert). Er wei? um das Weltende Ragnar?kr, wenn die Riesen aus Muspelheim gegen ihn ziehen und er selbst durch Lokis Sohn, den riesischen Wolf Fenrir verschlungen werden und sein Sohn Vidar ihn r?cht.

    Um auf diese Schlacht vorbereitet zu sein, holt er seitdem die tapfersten der auf der Walstatt (Schlachtfeld) verbliebenen Krieger, die Einherier, zu sich nach Walhall. Da? Odin sich diese M?he macht, zeugt von einem tiefsitzenden Fatalismus, wei? er doch um das unabweislich dr?uende Schicksal. So zieht er durch die Welt, besucht seine Sch?tzlinge, s?t Zwietracht und entzieht den Seinen - menschlich gedacht - im entscheidenden Moment seine Gunst, um, endlich und vergeblich, ein starkes Heer zu befehligen, das auf der Ebene Vigrid die letzte Schlacht schlagen wird.
    Zum Beispiel brachte Odin dem mythischen D?nenk?nig Harald Kriegsgeschick bei und f?hrte ihn zu zahlreichen milit?rischen Erfolgen. Dann aber fuhr den K?nig sein eigener Wagenlenker in den Tod. Es war dieser Lenker der Odin selbst, der Harald mit dieser Hinterlist zum Einherier machte.
    Von Freyja verlangt er, zwischen zwei K?nigen t?dlichen Ha? zu s?en. Es kommt zur gew?nschten Schlacht und die Walk?ren bringen Odin reiche Ernte ein.

    Odin wurde weithin verehrt, in Mitteleuropa als Wuotan.
    Odin wurde ?Gott der Geh?ngten? oder ?Gott der Erschlagenen? genannt, weil dieses Motiv, da? an Odins Wissenserwerb ankn?pft, eng mit seinem Kult verbunden sei. Die Berichte ?ber die Kriegsz?ge der Wikinger enthalten Hinweise auf die Opferung Kriegsgefangener an Odin. Beispielsweise sollen nach der Pl?nderung der Stadt Nantes 842 die meisten Bewohner an B?umen aufgeh?ngt worden sein, was auf solchen Kult deute. Die B?ume seines heiligen Hains in Uppsala seien noch im 10. Jahrhundert voller aufgeh?ngter Menschenopfer gewesen (div. Quellen, nach WALKER, 800).

    Onsdag, der norwegischer Name f?r den Mittwoch, ist auf Odin zur?ckzuf?hren. Entsprechend verh?lt es sich mit der s?dgermanischen Form des Odin, Wodan, der zum Namensgeber des englischen Wednesday wurde (Wodansdag).

    Nach Wotan wird auch die gesamte germanische Religion als Wotanismus bezeichnet. (BELLINGER, 355)

    Quelle: http://www.sungaya.de/schwarz/germanen/odin.htm

    Murry Hope: Atlantis - Mythos oder Wirklichkeit

    Das Werk ?Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit?? von Murry Hope geh?rt heute zu den weiter verbreiteten Werken ?ber Atlantis in Deutschland. Nachdem es 1994 im Zweitausendeins-Verlag erstmals in deutscher Sprache erschienen ist, wurde es 1999 bei Heyne unter dem Namen ?Atlantis? erneut aufgelegt. Leider ist dieses Buch ein typischer Vertreter einer Gattung von Atlantis-B?chern, die ihr Thema methodisch und inhaltlich in wenig geeigneter Weise aufbereiten. Deshalb lohnt es sich, dieses exemplarische Werk einer entsprechend exemplarischen Analyse zu unterziehen.


    Werke der alternativen Arch?ologie


    Murry Hope: Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit

    von Thorwald C. Franke

    Inhalt

    I. Einleitung

    II. Konzeptionelle Kritik

    Platon wird nicht als Urquelle akzeptiert
    Suggestive Beeinflussung
    Suggestive Beeinflussung durch Dekonstruktion
    Suggestive Beeinflussung durch Abdr?ngung

    III. Methoden-Kritik

    Werbung f?r Grenz- und Au?erwissenschaftliches durch Stigmatisierung der Wissenschaft
    Beeindruckung durch Autorit?ten statt sachlicher Argumentation
    Willk?r und Beliebigkeit
    Systematisch fehlinterpretierte Mythologie
    Fehlinterpretiertes Kollektives Unterbewusstsein

    IV. Inhaltliche Kritik

    Murry Hope?s Atlantis-Theorie
    Geologisch-geographische Belege
    Belege zur fortgeschrittenen Technik auf Atlantis
    Sonstiges

    V. Literar-Kritik

    Stil
    Formalia

    VI. Politisch-Weltanschauliche Kritik

    Esoterisch-Metaphysische Schw?rmerei
    Atlantischer Sozialismus als bessere Vergangenheit ? und Zukunft
    Keine Brandmauer gegen Rassismus
    ?Gutmenschlicher? Charakter

    VII. Fazit
    Literatur

    I. Einleitung

    Das Werk ?Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit?? von Murry Hope geh?rt heute zu den weiter verbreiteten Werken ?ber Atlantis in Deutschland. Nachdem es 1994 im Zweitausendeins-Verlag erstmals in deutscher Sprache erschienen ist, wurde es 1999 bei Heyne unter dem Namen ?Atlantis? erneut aufgelegt. Leider ist dieses Buch ein typischer Vertreter einer Gattung von Atlantis-B?chern, die ihr Thema methodisch und inhaltlich in wenig geeigneter Weise aufbereiten. Deshalb lohnt es sich, dieses exemplarische Werk einer entsprechend exemplarischen Analyse zu unterziehen.


    II. Konzeptionelle Kritik

    Platon wird nicht als Urquelle akzeptiert

    ?Atlantis!? beginnt Murry Hope ihr Werk ?Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit? im ersten Kapitel. Leider muss die Frage gestellt werden, ob das Thema ihres Werkes wirklich Atlantis ist, denn Platons Atlantisbericht in den Dialogen Timaios und Kritias wird von ihr nicht als Ausgangspunkt und Grundlage ihrer Betrachtungen gew?hlt. Dies w?re jedoch unerl?sslich, da die Kenntnis von Insel und Stadt Atlantis und des Namens ?Atlantis? selbst sich einzig auf Platon st?tzen k?nnen. Vielmehr z?hlt sie in Kapitel 1 diverse Mythen der Menschheit auf, von denen einfach behauptet wird, sie bez?gen sich auf Atlantis, um dann Platons Atlantisbericht lediglich als am ?anschaulichsten erz?hlt? vor den anderen vermeintlichen Atlantisberichten hervorzuheben (S. 23).

    Ohne mit der Wimper zu zucken werden im Verlauf der Darstellung wichtige Elemente des platonischen Atlantisberichts explizit beiseite geschoben: Auf S. 207 z.B. wird die gesamte platonische Darstellung atlantischer religi?ser Praxis negiert, indem sehr kurzschl?ssig argumentiert wird, diese Darstellung ?hnele ja sehr der kretischen Religion und sei deshalb vom Erfahrungshorizont Platons gepr?gt und damit verf?lscht. Auf S. 209 schreibt Murry Hope, sie sei ?immer der Meinung? gewesen, dass auf Atlantis eine Theokratie herrschte, und deshalb habe sie ?Platons ?K?nigen? und ihren Praktiken der Vetternwirtschaft immer skeptisch? gegen?ber gestanden. S. 210 schlie?lich f?hrt Murry Hope den Mythos des griechischen G?tterhimmels Olymp mit seinen 12 G?ttern auf das untergegangene Atlantis zur?ck und wischt damit beil?ufig die Zahl von 10 statt 12 bei Platon erw?hnten atlantischen K?nigen vom Tisch.

    Andere Elemente des platonischen Atlantisberichtes werden hingegen kaum, gar nicht oder falsch erw?hnt. So geht Murry Hope von einer einmaligen Weltkatastrophe aus, der die im platonischen Bericht erw?hnten ?berflutungen entspr?chen. Dass diese jedoch nicht einmalig sondern zyklisch aufgetreten sein sollen und dass ?gypten von diesen Katastrophen jeweils verschont worden sein soll, widerspricht ihrer Darstellung einer ?berschwemmung ?gyptens klar (S. 276 f.). Auch der Angriff der Atlanter auf ?gypten wird von Murry Hope kaum einer hinreichenden Erw?hnung f?r wert befunden. Die zahllosen Details, die Platon seitenweise schildert, kommen bei Murry Hope nicht im geringsten vor ? offenbar glaubt sie aufgrund ihrer Theorie eines kontinentalen Ur-Atlantis, das in einer kosmischen Katastrophe zugrunde gegangen sein soll, sich um solche ?Peanuts? nicht k?mmern zu m?ssen.

    Schlie?lich werden Platon sogar einige Dinge untergeschoben, die bei ihm gar keine Erw?hnung finden: Auf S. 266 z.B. bekommen wir zu h?ren, Platon habe eine Annahme dar?ber gemacht, wie nahe Atlantis an Afrika lag ? keine Spur davon im Originaltext. S. 46 f. nennt Murry Hope sogar ein tagesgenaues Datum, an dem die beiden Dialoge Timaios und Kritias gef?hrt worden sein sollen. Es soll sogar ein Stenograph zugegen gewesen sein! S. 68 werden Platon ?hochaufragende St?dte? und ?gro?e H?fen? auf Atlantis untergeschoben. In Wahrheit berichtet Platon nur von einer Stadt und einem Hafen: Eben von Atlantis.

    Suggestive Beeinflussung

    Murry Hope bekundet in ihrem Werk ?Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit? immer wieder, sie wolle darin alle Theorien zu Atlantis gleichberechtigt zu Wort kommen lassen und sich selbst mit ihren eigenen ?berzeugungen zur?ckhalten (z.B. Einleitung S. 14). Tats?chlich jedoch dient dieses Buch der Darstellung genau einer einzigen Theorie, n?mlich ihrer eigenen! Indem sie dies nicht klar ausspricht, sondern verschweigt und ? wie gleich gezeigt wird ? methodisch geschickt verbirgt, ger?t eine an sich zul?ssige Parteilichkeit zur suggestiven Beeinflussung unkritischer Leser. Ihre eigenen Erfahrungen, die sie gegen Ende des Buches darlegt, erscheinen dann wie ein Fazit des ganzen Buches, scheinbar best?tigt durch eine ?berf?lle von Fakten.

    Suggestive Beeinflussung durch Dekonstruktion

    Der L?wenanteil des Buches wird von Darstellungen anderer Theorien eingenommen. Diese werden jedoch nicht jeweils f?r sich mit ihrem eigenen Argumentationsgef?ge aufgezeigt, sondern nach Teilaspekten dekonstruiert. Die Aussagen der einzelnen Theorien zu diesen Teilaspekten werden dann ohne jeden Zusammenhang zur jeweils urspr?nglichen Theorie in einzelnen Kapiteln zusammengefasst, deren Titel z.B. ?Planetoiden, Monde und Achsenverlagerungen?, ?Kreisl?ufe, Zeitrechnungen, Daten?, ?Die V?lker von Atlantis? oder ?Wissenschaft und Religion auf Atlantis? lauten.

    ?ber weite Teile des Buches hinweg wird der Leser so mit ?hnlichen oder sich widersprechenden Teilaussagen einzelner Theorien regelrecht zugesch?ttet, die aufgrund des fehlenden Gesamtzusammenhanges ihrer jeweiligen Gesamttheorie gar nicht angemessen beurteilt werden k?nnen. Ohne ihren Zusammenhang werden die Teilaussagen der einzelnen Theorien zu begr?ndungslosen Behauptungen reduziert, f?r deren Annahme oder Ablehnung letztlich nur noch die Autorit?t des Urhebers herhalten k?nnte. Tats?chlich st?tzt sich Murry Hope immer wieder auf irgendwelche Autorit?ten (s.u.), ohne in eine Sachargumentation einzusteigen und Ordnung ins Chaos der einzelnen Theorien zu bringen, das sie selbst durch ihre Dekonstruktionsmethode noch potenziert.

    Aber nicht nur das: Unvermerkt kristallisiert Murry Hope aus dem Chaos der Theorienbruchst?cke die von ihr bevorzugte Version einer Atlantis-Theorie heraus, indem sie die unbewertbaren weil zusammenhanglosen Teilthesen ganz einfach subjektiv und h?chst irrational wertet, gewichtet, betont oder abschw?cht (s.u.). So kann sie es sich auch leisten, Teilthesen, die ihr zuwiderlaufen, unkommentiert stehen zu lassen, da sie im allgemeinen Durcheinander kaum auffallen und beim Leser auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen k?nnen.

    Suggestive Beeinflussung durch Abdr?ngung

    Die zweite Methode, trotz aller Beteuerungen klar parteilich vorzugehen, ist die der Abdr?ngung. Damit ist gemeint, dass Murry Hope bestimmte Theorien nicht in ihren Dekonstruktions-Mischmasch aufnimmt, der, wie gesagt, den L?wenanteil des Buches ausmacht, sondern in eigene Kapitel verbannt und dort kurz angebunden abtut.

    Die erste Theoriengruppe, die dieses Schicksal erleidet, ist jene, in der alle halbwegs wissenschaftlichen und vern?nftigen Theorien zu finden sind, nach denen Atlantis kein spektakul?r untergegangener Riesenkontinent war, der f?r den Gang der Menschheitsgeschichte von zentraler Bedeutung gewesen w?re. Diese Theorien werden im Kapitel 4 (?Wo lag Atlantis?) auf knapp 20 Seiten kurz abgehandelt, um gleich darauf den Leser in einem eigens daf?r vorgesehenen Kapitel, Titel: ?Der Atlantische Ozean?, auf den Ort einzuschw?ren, der Murry Hope einzig zusagt. S. 323 schreibt sie dann unzul?ssig vereinnahmend vom Atlantik als ?der allgemein akzeptierten Position f?r den Inselkontinent?.

    Die zweite Theoriengruppe, die abgedr?ngt wird, sind die Theorien ?paranormaler und anderer esoterischer Gesellschaften? (Kapitel 12) sowie die ?Berichte aus der Akascha-Chronik? (Kapitel 13). Als Grund hierf?r gibt Murry Hope an, dass sie rationale und esoterisch-irrationale Argumente in ihrem Buch strikt getrennt halten wolle (S. 14, 197, 299). Diese Trennung wird allerdings nicht wirklich eingehalten. So schreibt sie z.B. noch S. 197, dass sie Esoterisches auf sp?tere Kapitel verbannen will, aber schon S. 199 begegnen dem Leser ?Sensitive?, ?Zeitkapseln?, eine ?heilige Geometrie? und ?parapsychologische und transzendentale Aspekte?.

    Es dr?ngt sich vielmehr der Eindruck auf, dass das wahre Selektionskriterium daf?r, ob ein Argument in den Hauptteil des Buches oder in die speziellen Esoterik-Kapitel eingeordnet wurde, vielmehr darin bestand, ob dieses Argument mit Murry Hope?s Vorstellungen von Atlantis ?bereinstimmt oder nicht. Zum genannten Beispiel von S. 199 sagt Murry Hope: ?Es [ein Buch] enth?lt viele kluge Passagen ? ? Mir gefiel besonders ??. Ganz anderes ?u?ert sie auf S. 348 zu den Abdr?ngungskapiteln: ?..., dass ich den meisten Anschauungen, mit denen ich mich in diesem und dem letzten Kapitel befasst habe, recht distanziert gegen?berstehe.?

    Jedenfalls tut Murry Hope in diesen Abdr?ngungskapiteln etwas, was sie im ganzen Rest des Buches systematisch unterl?sst: ?berall dort, wo sie Widerspruch geben m?chte, ordnet sie Argumente, zeigt Widerspr?che auf und f?gt Kommentare an. So hei?t es z.B. S. 338 ?berraschend: ?All diese Informationen erfordern unbedingt einen Kommentar!?. Pikanterweise versieht sie ihre in den Abdr?ngungskapiteln z.T. sehr rationale Argumentation mit den Worten: ?Es ist schon erstaunlich, wozu sich Menschen hinrei?en lassen, um Beweise f?r ihre Lieblingstheorien zu finden!? (S. 68).

    III. Methoden-Kritik

    Die einzelnen von Murry Hope verwendeten Methoden m?ssen nat?rlich in einem engem Zusammenhang mit ihrer Grundkonzeption von Dekonstruktion und Abdr?ngung gesehen werden.

    Werbung f?r Grenz- und Au?erwissenschaftliches durch Stigmatisierung der Wissenschaft

    Systematisch und mit hohem Aufwand versucht Murry Hope, den Leser f?r die Akzeptanz grenz- und au?erwissenschaftlicher Denk- und Sichtweisen zu gewinnen. Dies geschieht jedoch nicht nur dadurch, dass sie von der Sache her f?r mehr Aufgeschlossenheit argumentiert ? was legitim w?re -, sondern insbesondere auch dadurch, dass die Repr?sentanten der etablierten Wissenschaft mehr oder weniger deutlich als charakterlich defizit?r und letztlich als irrational (sic!) stigmatisiert werden. Bezeichnend auch, dass diese Werbe- und Stigmatisierungspassagen immer zu Beginn der einzelnen Kapitel einsetzen; vermutlich, um den Leser auf das jeweils Folgende psychologisch geschickt vorzubereiten.

    Schon in der Einleitung auf S. 11 f. unterstellt sie ?Angst und Unsicherheit? und konstatiert: ?Dogmatische Ans?tze f?rdern die Vorurteilsbildung?. Die ?nach au?en abgeschlossenen Vorstellungen der herk?mmlichen Wissenschaftsdisziplinen? erscheinen ihr ?manchmal wie Zwangsjacken, von denen man sich nur gewaltsam befreien kann?. Murry Hope: ?Es ist erstaunlich, zu welch irrationalen ?u?erungen sich Menschen hinrei?en lassen, wenn sie etwas widerlegen wollen, das sie nur schwer akzeptieren k?nnen.?

    Zu Beginn des dritten Kapitels (S. 45 f.) legt Murry Hope dann eine detaillierte Klassifizierung ihrer Widersacher vor: Da gibt es ?Personen, die aufgrund innerer ?ngste oder Konflikte an pers?nlicher Unsicherheit leiden?. Oder ?gewohnheitsm??ige EntlarverInnen?. Oder ?Gelehrte, die ein geeignetes Vehikel zur F?rderung ihrer akademischen Karriere suchen.? Erst zum Schluss kommen dann ?ernsthafte ForscherInnen und KritikerInnen?.

    Zu Beginn des vierten Kapitels (S. 63) zitiert Murry Hope Ian Wright: ?Naturwissenschaftler stehen h?ufig Ph?nomenen gegen?ber, die ihnen innerhalb der Grenzen ihrer traditionellen Wissenschaft unerkl?rbar erscheinen.? Nur Nonkonformisten und Amateure w?rden die Existenz von Atlantis bejahen. Daran ist zugegebenerma?en etwas wahres, aber Murry Hope selbst geh?rt zu denen, die das Thema Atlantis in einer solchen Weise pr?gen, dass kein etablierter Wissenschaftler sich mehr damit besch?ftigen mag. Damit liegt ein typischer Fall einer selffulfilling prophecy vor.

    Zu Beginn des achten Kapitels (S. 178) unterstellt Murry Hope ihren Kritikern, sie w?rden ??bersehen?, ?dass Beweise aus Mythen und Legenden ebenfalls stichhaltig oder authentisch sein k?nnen.? Mit dem hierauf folgende Satz sieht sie offenbar diese Sicht der Dinge als best?tigt an: ?Zahlreiche Gelehrte, Weise und andere gebildete Menschen haben in den unterschiedlichsten Zeiten an die Existenz von Atlantis geglaubt, auch wenn sie nicht an alle Details der Legende glaubten.?

    S. 282 hei?t es wenig schmeichelhaft: ?Diese Vorstellung scheint jedoch manche Menschen so sehr (und zweifellos schmerzhaft) in ihrem Ego zu verletzen, dass sie es blind ablehnen, empirische Beweise zu akzeptieren, die sie normalerweise zufrieden stellen w?rden.?

    S. 285 verlautet wieder: ?Die Behandlung dieses Themas erfordert allerdings etwas Vorsicht, da aus ihm Schlussfolgerungen gezogen werden k?nnen, die das Ego einiger Menschen verletzen. Vorbehalte gegen Psychokinese (PK) und ESP-Ph?nomene [...] beruhen im gro?en und ganzen auf Erfahrungen, die sich wie folgt kategorisieren lassen: ...?.

    S. 296 wird ?einigen VertreterInnen der etablierten Wissenschaften? in bezug auf Atlantis ?eine von Ironie getragene Skepsis? unterstellt. Sachliche Bedenken als Ursache f?r Skepsis werden dagegen nicht in Betracht gezogen.

    S. 363 f. konstatiert Murry Hope ein unterbewusst tief in jedem Menschen vorhandenes Atlantis-Bewusstsein, ?auch wenn wir versuchen, diese Erfahrung mit sogenannten vern?nftigen ?berlegungen zu verd?ngen?.

    S. 371 l?sst Murry Hope die Darstellung ihrer Kritiker in einer Karikatur gipfeln: Vorgestellt wird ein Australier, der in Stammtischmanier ihre Bedenken vom Tisch wischt ? ?Woraufhin er eine Dose Lagerbier herunterst?rzte und sich eine neue Zigarette anz?ndete.?

    Beeindruckung durch Autorit?ten statt sachlicher Argumentation

    Entgegen ihrer Polemiken gegen die etablierte Wissenschaft st?tzt sich Murry Hope selbst sehr gerne auf Autorit?ten, sofern diese ihr genehme Auffassungen vertreten. Es dr?ngt sich der Eindruck auf, Murry Hope wolle unkritische Leser nicht inhaltlich, sondern durch Autorit?t beeindrucken.

    Entsprechend der bereits vorgestellten Grundkonzeption der Dekonstruktion stehen die einzelnen Teilthesen, die Murry Hope darlegt, ohne den Zusammenhang ihres urspr?nglichen Argumentationsgef?ges da. Allein die Autorit?t des Urhebers ist noch mit der Teilthese verkn?pft und kann sie glaubw?rdig oder unglaubw?rdig machen. Statt also in eine Sachargumentation einzusteigen verschiebt sich bei Murry Hope das Gewicht in der Glaubw?rdigmachung einer Teilthese von der Sache weg hin zu der dahinter stehenden Autorit?t.

    H?ufig werden die Autorit?ten noch nicht einmal mit Namen genannt. Satzanf?nge wie ?Nach dem Glauben einer Gruppe von MetaphysikerInnen, Sensitiven, Grenz-WissenschaftlerInnen, ForscherInnen und anderen Menschen ?? (S. 163 f.) oder ?Einige Gelehrte, ForscherInnen und ExpertInnen ?? finden sich zuhauf im ganzen Buch.

    In ihrem Bestreben, ihre Aussagen durch Autorit?ten glaubw?rdig zu machen, widerspricht sie letztlich ihrer eigenen Skepsis gegen die etablierten Wissenschaften. So schreibt sie z.B. S. 325, ?Die Tatsache, dass auch viele andere Gruppen, Gesellschaften und Individuen auf der ganzen Welt etwas ?hnliches vermuten, verleiht dieser Vorhersage eine gewisse Glaubw?rdigkeit.?

    S. 326 versucht Murry Hope, dem ?Seher? Edgar Cayce eine wissenschaftliche Legitimation unterzuschieben, indem sie auf eine Doktorarbeit an der Universit?t von Chicago ?ber ihn verweist, ?die sein Leben und Werk zum Thema hatte?. Nach Auskunft der Universit?t Chicago gab es jedoch nur eine Ph.D. ? Thesis ?The charisma of the seer: A study in the phenomenology of religious leadership?, 1955, die ihrem Titel gem?? wohl weniger das Werk von Edgar Cayce im Auge hatte, als vielmehr die i.d.R. beklagenswerte Soziologie religi?ser F?hrer- bzw. Verf?hrerschaft.

    Auch das Urbild des Wissenschaftlers, Albert Einstein, muss f?r Murry Hope?s Thesen herhalten: S. 222 wird berichtet, Einstein habe in einer Biographie die Auffassung ge?u?ert, die Kernenergie sei lediglich wiederentdeckt worden. Bedauerlicherweise verzichtete der Herausgeber der Biographie auf diese Passage ?

    S. 223 berichtet Murry Hope von einem Nobelpreistr?ger, der ihr pers?nlich mitgeteilt habe, er sei in einem fr?heren Leben Schallwissenschafter in Atlantis gewesen. Nat?rlich bat er sie darum, seinen Namen nicht zu nennen, um seinen Ruf nicht zu gef?hrden, und Murry Hope tut ihm diesen Gefallen gerne.

    S. 278 f. berichtet Murry Hope vom Versuch des Physikers und Nobelpreistr?gers Luis Alvarez, die Pyramiden mit R?ntgenstrahlen auf Hohlr?ume zu untersuchen. Nachdem v?llig unerwartete Ergebnisse festgestellt worden seien, sei Alvarez wortlos verschwunden. Amir Gohed von der Universit?t Kairo ? und nicht etwa Luis Alvarez ? soll daraufhin ge?u?ert haben: ?Es widerspricht allen bekannten Gesetzen der Naturwissenschaft und der Elektronik?. Die Wahrheit ist jedoch ganz einfach: Da die Pyramiden nicht, wie vielfach f?lschlich angenommen, aus exakt gef?gten Steinen errichtet wurden, sondern Spalten und kleinere teils mit Schutt verf?llte Hohlr?ume keine Seltenheit sind, ist die R?ntgenmethode zur Auffindung verborgener R?ume leider unbrauchbar.

    Schlie?lich beruft sich Murry Hope nicht nur auf alle m?glichen Wissenschaftler und Grenzwissenschaftler, sondern insbesondere auch auf bereits erschienen B?cher zum Thema Atlantis, wie z.B. auf Ignatius Donnelly, Otto Muck oder Charles Berlitz. Da diese Autoren oft in ?hnlicher Weise wie Murry Hope falsche Schl?sse aufgrund falscher Methoden und Konzeptionen ziehen, ergibt sich somit eine Potenzierung der Irrt?mer in beliebige Weiten des M?glichkeitsraums menschlichen Irrens hinein.

    Willk?r und Beliebigkeit

    Die Willk?r und Beliebigkeit, die sich in Murry Hopes Werk manifestiert, steht in engem Zusammenhang mit ihrer Grundkonzeption der Dekonstruktion. Willk?r dient hier vornehmlich zur unvermerkten Gewichtung der vorgetragenen Teilthesen. S. 292 l?sst Murry Hope dabei jede Maske in bezug auf ihre Haltung gegen?ber einem vern?nftigen Umgang mit Argumenten fallen. Es hei?t da: ?Da Fakten in jede beliebige Theorie eingepasst werden k?nnen ??.

    S. 67 schreibt sie ohne jede Sachargumentation ?Ich selbst bezweifle sehr ? ? Es k?nnte eher ??. Und S. 191: ?Ich selbst habe den Eindruck ? ? Da ich dies nicht n?her belegen kann, mag hier jede bzw. jeder eigene Vermutungen anstellen.? S. 195 ?u?ert Murry Hope ohne jeden Grund ?Ich neige zu der Auffassung ?? S. 279 schreibt sie ebenfalls ohne Angabe von Gr?nden: ?Ich habe den Eindruck ??.

    S. 222 kommt sie nach der Darlegung, dass die Atlanter bereits Kernenergie gekannt h?tten, zu folgender Aussage: ?Mich pers?nlich begeistert die Idee von A- oder H-Bomben in Atlantis nicht besonders, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Landschaft von Atlantis mit riesigen Kernreaktoren ? ?bers?t war, ... Ich k?nnte mir denken, dass sie irgendeine andere Energieform entdeckt haben, die wirtschaftlicher war, ... und nicht zu so schrecklichen Umweltsch?den wie die heutige Kernenergie f?hrte?.

    Murry Hope verwickelt sich nat?rlich im Laufe ihres Buches in etliche Selbstwiderspr?che, wie es aufgrund ihrer Konzeptionen und Methoden auch gar nicht anders zu erwarten ist: S. 63 l?sst sie Ian Wright unkommentiert erz?hlen, nur Amateure und Non-Konformisten glaubten an die Existenz von Atlantis. Dies entspricht auch dem Tenor des ganzen Buches mit seinen Angriffen gegen die etablierte Wissenschaft. S. 364 jedoch schreibt Murry Hope v?llig ?berraschend: ?Die Tatsache, dass heute auch Menschen aus den Bastionen der herk?mmlichen Wissenschaft f?r Atlantis eintreten, ...?.

    S. 186 noch schreibt sie, ?Adam? solle ?der Rote? bedeuten. Aber schon S. 198 l?sst sie Donnelly unkommentiert zu Wort kommen, demzufolge ?ad-ami? die Bedeutung ?Volk von Ad? haben soll. S. 205 will sie die babylonische Sprachverwirrung als Folge der Atlantis-Katastrophe deuten. Dass der biblische Mythos von keiner solchen Katastrophe im Zusammenhang mit dem Turmbau zu Babel berichtet, scheint Murry Hope nicht zu st?ren. S. 237 argumentiert sie, Solon sei gerade deshalb ein Irrtum unterlaufen, weil die ?gypter ihr Wissen mit hoher Genauigkeit aufgezeichnet h?tten ? ein Widerspruch in sich! S. 218 argumentiert sie ?Die Menschen haben immer ihre Gottheiten nach ihrem eigenen Bild und ihrer Art gestaltet?, aber f?r Atlantis l?sst sie dies nicht gelten. S. 148 f. gibt Murry Hope eine tiefere Kenntnis historischer Klimaschwankungen zu erkennen, die jeder Treibhaushysterie den Wind aus den Segeln nehmen m?sste. Dass sie vor diesem Hintergrund auf S. 371 immer noch an die ganz gro?e Klimakatastrophe glaubt, sei deshalb ebenfalls als ein Selbstwiderspruch gedeutet.

    Willk?r zeigt Murry Hope auch im abrupten Abbrechen von Gedankeng?ngen. S. 219 f. stellt sie z.B. sehr sch?n dar, dass so manche Atlantis-Geschichte ?aus dem Bed?rfnis nach Utopien? entspringt. Weiterverfolgt wird diese These jedoch nicht. Warum? ? S. 321 deutet sie die Existenz paralleler Universen an, bricht dann jedoch ab: ?Eine solch tiefgehende Analyse ist aber in diesem Buch weder m?glich noch unbedingt erforderlich?. Falls es solche Paralleluniversen wirklich geben w?rde, w?re eine solche Analyse sehr wohl erforderlich!

    Auch wilde Spekulationen fehlen nicht. S. 54 z.B. wird in die Odyssee willk?rlich ein Seebeben hineininterpretiert. S. 56 f. r?tselt Murry Hope, warum Platons Dialog Kritias unvermittelt abbricht. Die wildesten Spekulationen werden angestellt, nur das naheliegendste bleibt au?en vor: Dass der Schluss im Laufe der ?berlieferung verloren ging. S. 172 ff. wird die Frage aufgeworfen, warum fr?here Kalender nur ein Jahr von 12?30 = 360 Tage kannten, und nicht 365 Tage. Dass die Gr?nde die schrittweise gewachsene Erkenntnis der wahren L?nge eines Jahres und eine offensichtliche Zahlensymbolik sein k?nnten, bleibt unerw?hnt. Statt dessen wird ?ber Erdachsenverlagerungen spekuliert, die das Jahr um f?nf Tage verl?ngert haben k?nnten. S. 233 f. schlie?lich bleibt die Funktion des Sirius als Anzeiger der j?hrlichen Nilschwemme au?er Betracht. Murry Hope gef?llt es vielmehr, ?ber l?wenartige Au?erirdische zu sprechen, die vom Sirius auf die Erde gekommen sein sollen (S. 244).

    Systematisch fehlinterpretierte Mythologie

    Murry Hope sieht mit Bob Quinn ?alle? Mythen letztlich als ?bedeutsame Berichte von alten Br?uchen oder Ereignissen? an (S. 229). Damit unterliegt sie nat?rlich dem Irrtum einer ?berinterpretation von Mythen. Zudem ist ihre Interpretation von Mythen h?ufig sehr kurzschl?ssig. Vor allem aber werden die einzelnen Mythen nicht innerhalb ihres urspr?nglichen Kontextes interpretiert, sondern jeweils aus ihm herausgerissen. Leider unterstellt sie ihren Kritikern, sie w?rden Mythen nur als M?rchen einstufen (S. 51).

    Beispiele f?r Fehlinterpretationen h?ufen sich in ihrem Werk. S. 190 z.B. werden die Neandertaler kurzerhand zu den Zwergen unserer M?rchen dekretiert. S. 195 m?ssen dann die biblischen ?S?hne Gottes? umstandslos als atlantische Matrosen herhalten, die sich mit den biblischen ?T?chtern der Menschen? verbinden. S. 209 werden Nektar und Ambrosia als entwickelte Lebensmittel der Atlanter gedeutet.

    S. 184 werden alle nur greifbaren Mythen zur Farbe Rot gewildert, ohne R?cksicht auf deren eigentlichen Sitz im Leben. S. 244 f. wiederum werden Tiermythen aller Sorte ausgeschlachtet, um die Existenz l?wenartiger Au?erirdischer zu ?belegen?. Sehr kurzschl?ssig auch die kaum hinterfragte ?bernahme der klassischen Zeitalterlehre (goldenes ? silbernes ? eisernes Zeitalter) bzw. der astrologischen Zeitalterlehre auf S. 151 ff. Leider baut sie auf diesen Zeitalterlehren so manches Argument ihres Buches auf.

    Wenn ein Mythos jedoch ihren Vorstellungen widerspricht, ist Murry Hope schnell bei der Hand, ihn sehr rational abzub?geln. So z.B. S. 68 f., wo afrikanische Mythen von untergegangenen St?dten aus ihrem Entstehungskontext heraus nicht als ?ernsthafte Atlantis-Anw?rter? gez?hlt werden.

    Fehlinterpretiertes Kollektives Unterbewusstsein

    Murry Hope arbeitet mit einer Fehlinterpretation des ?Kollektiven Unterbewusstseins?. Dieses wird von ihr nicht als Sammlung evolutiv gewachsener Urbilder bzw. psychischer Strukturen gesehen, sondern als eine Art Ged?chtnis, das Erinnerungen an Einzelereignisse aus der Geschichte der Menschheit gespeichert haben soll! Dies ist nat?rlich Unsinn, da sich evolutiv nur immer wiederkehrende Standardsituationen einpr?gen k?nnen.

    Diese verfehlte Sichtweise wird auf S. 320 f. kurz dargelegt, kommt aber vor allem in den Erkenntnissen zum Ausdruck, die Murry Hope aus dem Kollektiven Unterbewusstsein gesch?pft haben will. Die Details und Vorg?nge, an die sich Murry Hope zu erinnern k?nnen glaubt, k?nnen unm?glich evolutiv in das Kollektive Unterbewusstsein eingedrungen sein.

    Anderes

    Unter der ?berschrift ?Andere historische Quellen? werden S. 61 f. nicht etwa historische Quellen zu Atlantis aufgef?hrt, sondern Vermutungen und Behauptungen von antiken Autoren, die sich selbst wiederum nur auf Platon st?tzen. Sie k?nnen nat?rlich nicht als eigenst?ndige Quellen gelten.

    Murry Hope h?lt es au?erdem f?r angebracht, die Erzeugnisse antiker Dichter als Quellen zu behandeln. So wird z.B. auf S. 58 eine Passage aus Ovids Metamorphosen als ?Bericht? dargestellt, der Platons Kritias zu Ende erz?hle. S. 211 werden Vergils Georgica und Tibulls Elegien als Best?tigung f?r sozialistische Zust?nde auf Atlantis herangezogen. S. 363 wird dann schlie?lich auch noch Seneca als Beleg daf?r vereinnahmt, ?dass Atlantis nach einer solchen Katastrophe wieder aus seinem feuchten Grab aufsteigen k?nnte.?

    Zwei Bilder, die ohne jeden Zusammenhang zum eigentlichen Text eingestreut wurden, muten ebenfalls seltsam an. Abbildung 3 auf S. 29 zeigt die Lage des Tangwaldes in der Sargassosee ? wozu? Abbildung 4 auf S. 35 zeigt stilisiert den Grundriss von Atlantis, allerdings mit einer Einzeichnung von Br?cken in Kreuzesform. Dieses ?Kreuz von Atlantis? wird in der Bildunterschrift als uraltes Symbol bezeichnet. Leider jedoch wird diese Br?ckenformation von Platon in keiner Weise erw?hnt ?

    IV. Inhaltliche Kritik

    Murry Hope?s Atlantis-Theorie

    Murry Hope?s Atlantis-Theorie l?sst sich in drei Kernthesen zusammenfassen: Atlantis war ein Kontinent im atlantischen Ozean, der f?r die Geschichte der Menschheit von zentraler Bedeutung war. Dieser Kontinent ist im Rahmen einer kosmischen Katastrophe untergegangen. Eine wichtige Rolle spielen l?wenartige Au?erirdische, die vom Sirius auf die Erde kamen. Au?erdem sieht Murry Hope eine ?hnliche Katastrophe auf die Menschheit zukommen (S. 244 f., 371 f.). Nebenbei wird dabei auch noch die Frage nach dem ebenfalls mutma?lich untergegangenen Kontinent Lemurien aufgegriffen (S. 136).

    Zur St?tzung ihrer Thesen bevorzugt Murry Hope vor allem zwei Quellen: Otto Muck und seine Theorie einer kosmischen Katastrophe, sowie das Oera-Lind-Buch. Ein halbwegs normales Geschichtsbuch findet sich in ihrer Literaturliste nicht. Leider unerw?hnt bleibt, dass das Oera-Lind-Buch, das im 19. Jahrhundert auftauchte, schon l?ngst als hoax entlarvt wurde ? wenigstens in den Augen der ?etablierten Wissenschaft?.

    Geologisch-geographische Belege

    Ihre geologisch-geographischen Belege erweisen sich ebenfalls als eine Aneinanderreihung von l?ngst aufgekl?rten Hoaxes:

    S. 75 f. tischt sie die Story von Tiahuanaco in Bolivien auf, das in den letzten 10000 Jahren um 3000 Meter von Meeresh?he hinauf in die Anden angehoben worden sein soll, was daran erkennbar sei, dass die Stadt einen Hafen habe. Die Hafenanlage von Tiahuanaco lag jedoch nicht am Pazifik, sondern am Titicacasee, und stammt wohl aus dem ersten nachchristlichen Jahrtausend.

    S. 94 f?hrt Murry Hope die besondere Oberfl?chenerstarrung von Tachylyten als Argument an, die von Vulkanausbr?chen stammen sollen und am Grunde des Atlantiks gefunden wurden: Diese Erstarrungsformen bildeten sich nur an der Luft, und nicht unter Wasser. Ehrlicherweise gibt sie selbst sogleich das sogenannte ?Hartung-Argument? an, nachdem diese Tachylyte von Eisbergen transportiert worden sein sollen, die ihre Fracht bei ihrem Abschmelzen auf den Meeresgrund absinken lie?en. Eine schl?ssige Entkr?ftung des ?Hartung-Arguments? gelingt ihr nicht. Auch bleibt die Meinung unerw?hnt, dass die besagten Erstarrungsformen durchaus auch unter Wasser entstehen k?nnen.

    S. 96 ff. wird die Story des britischen Handelsschiffes S.S. Jesmond und seines Kapit?ns David Robson referiert. Dieser habe auf einer kurzzeitig aufgetauchten Insel mitten im Atlantik bronzezeitliche Gegenst?nde gefunden. Leider wei? das Britische Museum, dem die Fundst?cke ?bergeben worden sein sollen, von nichts.

    S. 107 f. wird Athanasius Kirchers Karte von Atlantis als ?R?ckerinnerung? gedeutet. S. 292 ff. werden die Oronteus-Finaeus-Karte und die Piri-Reis-Karte besprochen. Auf beiden soll angeblich die Antarktis eisfrei eingezeichnet sein, woraus zu schlie?en sei, dass diese Karten auf atlantischen ?berlieferungen aufbauten. Tats?chlich jedoch legt Gregory McIntosh in seinem Buch ?The Piri Reis map of 1513? dar, wie beide Karten mithilfe unzul?ssiger Manipulationen ? z.B. willk?rliche Ma?stabsverzerrungen ? interpretiert wurden, um das gew?nschte Ergebnis zu erzielen.

    S. 100 ff. wird die Story des sowjetischen Forschungsschiffes Petrovskij vorgestellt. Dieses Schiff soll im Atlantik zuf?llig auf Mauern und Steinbl?cke gesto?en sein und diese fotographiert haben. Leider werden die Fotos unter Verschluss gehalten. Abdrucke der Fotos, die Murry Hope in den B?chern von Charles Berlitz gefunden haben will, seien leider sehr undeutlich. Tatsache ist, dass schon oft ganz nat?rliche Formationen irrt?mlich f?r Menschenwerk gehalten wurden. Zudem sollen die Fotos in der N?he der nordwestafrikanischen K?ste gemacht worden sein. Einen Beleg f?r einen versunkenen Inselkontinent gibt das keinesfalls ab. Murry Hope hingegen mutma?t, dass das sowjetische Forschungsschiff seine Aufnahmen m?glicherweise ganz woanders gemacht hat, weil es z.B. einen geheimen milit?rischen Auftrag verfolgt haben soll (S. 104).

    Schlie?lich m?ssen auch noch die Mammuts dran glauben: S. 123 ff. wird die angebliche Pl?tzlichkeit ihres vielbesprochenen Sterbens ein weiteres Mal gen?sslich verkostet. Die Gegenargumente sind so bekannt, dass sie hier nicht noch einmal dargelegt werden sollen.

    Belege zur fortgeschrittenen Technik auf Atlantis

    Nach Murry Hope sei der Stand der Technik auf Atlantis ?unserem vergleichbar oder ihm sogar ?berlegen? (S. 61). S. 282 hei?t es: ?Die bisherige Erforschung der Pyramiden sollte uns davon ?berzeugen, dass irgend jemand in der fernen Vergangenheit Kenntnisse in der Mathematik, Geometrie und Astronomie besa?, die unseren gleichkamen oder sie sogar ?bertrafen.? S. 218 wird das astronomische Wissen der Atlanter als so gro? beschrieben, dass dieses Wissen ?durch zuk?nftige wissenschaftliche Entdeckungen lediglich wiederentdeckt werden? k?nne. Leider erweisen sich Murry Hopes Belege zu einer fortgeschrittenen Technik auf Atlantis ebenfalls als eine Aneinanderreihung von hoaxes.

    S. 221 wird der Mahabharata-Text erw?hnt, der angeblich den Einsatz einer Atombombe beschreiben soll. Tats?chlich finden sich im Mahabharata keinerlei solche Aussagen. Vielmehr hatte der Physiker Oppenheimer bei einem Atombombentest eine Assoziation zur Mahabharata-Zeile ?Heller als tausend Sonnen? ? die das Hindu-Paradies beschreiben soll. Diese Assoziation wird in Robert Jungks Buch ?Heller als tausend Sonnen? wiedergegeben. Daraus wiederum haben dann einige Scharlatane willk?rlich und sinnlos die Story kreiert, dass das Mahabharata einen Atombombeneinsatz beschreibe. Das Bhagavadgita, der Teil des Mahabharata, auf den Oppenheimer sich bezog, entstand ?brigens zwischen 300 v. Chr. und 600 n. Chr. Einige von Murry Hope erw?hnte Skelette mit erh?hter Radioaktivit?t k?nnen diesen ?Beleg? leider nicht retten.


    [Bild 03: Die vermeintliche Gl?hbirnendarstellung im Tempel von Dendera]

    S. 224 f. bringt Murry Hope die Story von dem fehlenden Ru? in den Pyramiden, und der Gl?hbirnendarstellung im Tempel von Dendera. Tats?chlich jedoch findet sich in den Pyramiden sehr wohl Ru?. Au?erdem fand man spezielle L?mpchen, die besonders ru?arm brennen. Und die ?Gl?hbirne? kann nat?rlich auch ganz anders gedeutet werden.

    S. 296 bezieht sich Murry Hope auf den Magnetostriktionseffekt, um zu demonstrieren, wie gro? uns noch unbekannte Kr?fte sein k?nnen. Daf?r ist dieser Mag-S-Effekt jedoch nicht geeignet, denn wenn er so stark w?re, w?rde er wohl l?ngst kommerziell in gro?em Stil erforscht oder bereits angewendet.

    Weitere Techniken auf Atlantis wie z.B. Schallenergie oder Laser werden von Murry Hope ohne substantielle Argumente behauptet. S. 283 geht sie noch kurz der Frage nach, warum denn von all diesen Techniken nichts mehr gefunden werden k?nne. Sie schreibt: ?Das einzige Material, das diese Zeit ?berdauern kann, ist Stein?.

    Sonstiges

    Ins Auge f?llt noch Murry Hopes falsches Verst?ndnis der Chaos-Theorie, mit dem sie gegen die etablierte Wissenschaft zu Felde zieht. S. 11 deutet sich ihr Irrtum zumindest an, als sie sagt, viele ?feststehende? Gesetze der Physik gerieten durch die Chaos-Theorie ins Wanken. Dies ist nat?rlich falsch. Gegenstand der Chaos-Theorie ist keinesfalls die Widerlegung physikalischer Gesetze, sondern vielmehr die Untersuchung vielteiliger ? chaotischer ? Systeme auf der Grundlage der bekannten Gesetze, wobei mit der Vielteiligkeit die Komplexit?t ansteigt und somit zus?tzliche Gesetze ?ber die Selbstorganisation solcher Systeme gefunden werden k?nnen.

    S. 361 f. offenbart sich ihr falsches Verst?ndnis der Chaos-Theorie endg?ltig. Ihre Schlussfolgerung aus der potentiellen Instabilit?t stabiler Zust?nde lautet n?mlich, dass es ?absehbar? sei, dass eine erneute atlantische Katastrophe eintr?te. Und genau dies sagt die Chaos-Theorie gewiss nicht aus.

    V. Literar-Kritik

    Stil

    Die Darstellung ?ber die von Murry Hope angewandten Konzeptionen und Methoden sagt eigentlich schon alles ?ber den daraus resultierenden Stil.

    Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass ihr Werk ein hervorragendes Beispiel f?r Textschrott ist. Seine Lekt?re bedeutet kein Vergn?gen, sondern permanenten Stress, da man sich st?ndig dazu herausgefordert sieht, die unkontrollierte Flut der zusammenhanglosen Informationen selbst zu ordnen und zu filtern. Wobei nach m?hsamer Kritik so gut wie keine Substanz ?brig bleibt.

    Zudem enth?lt Murry Hope?s Werk zahllose zumindest subjektiv vom Leser als solche empfundene Gedankenspr?nge, die dadurch verursacht werden, dass von einem zum n?chsten Thema gewechselt wird, noch bevor wirklich inhaltliche Substanz vorgebracht wurde ? wie es der Erwartungshaltung des Lesers entspr?che.

    Schlie?lich verwendet Murry Hope einige durchaus nicht allgemein gel?ufige Begriffe mit einer Selbstverst?ndlichkeit, die den Leser mit seinen Fragen sehr allein l?sst (z.B. ?Zeitverkapselung?).

    Das st?ndige Mitdenken, Umdenken und Dagegendenken ohne lohnendes Endergebnis macht die Lekt?re von Murry Hope?s ?Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit? zur Qual.

    Formalia

    Zumindest ungew?hnlich ist, dass sich Murry Hope in ihren Danksagungen auf S. 9 anscheinend selbst daf?r dankt, dass sie aus ihrem eigenen Buch zitieren darf. Es f?llt weiterhin auf, dass nicht die ?blichen Henricus-Stephanus-Nummern zur Stellenangabe im Werk Platons verwendet werden (z.B. Fu?note 1 zu Kapitel 2), sondern ? Seitenzahlen! Im Literaturverzeichnis findet sich leider keine Ausgabe des Oera-Lind-Buches, aus dem Murry Hope so viele Aussagen bezieht. S. 105 f. bemerkt man, dass ganz normale psychische Vorg?nge mit Worten wie ?Parapsychologie? und ?Psychokinese? belegt werden.

    Murry Hope ist eine Anh?ngerin der feministischen Binnen-I-Schreibweise. Dies ist ihr gutes Recht, macht die Lekt?re aber sehr schwerf?llig. Nicht angelastet werden darf ihr wohl, dass die vier theosophischen Weltkarten in den Abbildungen 29 bis 32 untereinander vertauscht sind. Die richtige Reihenfolge w?rde lauten: 32, 29, 31, 30. Sehr unangenehm f?llt dem Leser auch der Umgang mit dem Wort ?Beweis? auf, das ?ber das ganze Werk hinweg auch dort Anwendung findet, wo besser das Wort ?Indiz? verwendet worden w?re. Dies mag jedoch ein ?bersetzungsfehler sein.

    Zu loben ist an Murry Hope?s Werk, die enthaltene Platon-?bersetzung sowie das Stichwortregister, das einen leichten Zugriff auf alle von ihr erw?hnten Themen gew?hrt.

    VI. Politisch-Weltanschauliche Kritik

    Esoterisch-Metaphysische Schw?rmerei

    Murry Hope?s Weltbild ist zutiefst von esoterischen und metaphysischen Vorstellungen gepr?gt. Ihr Rationalismus ist somit nur als sehr partiell anzusehen. Bei Bedarf bleibt die Vernunft eben auch einmal auf der Strecke.

    Sie selbst glaubt, au?erirdisch zu sein (S. 351) und in immer wiederkehrenden Inkarnationen ewig fortzuleben. Sie w?hnt sich als Abk?mmling l?wenartiger Wesen vom Sirius (S. 244).

    Ein kurzer Blick auf ihre Biographie ?The Changeling?, d.h. ?Der Wechselbalg?, gibt n?here Auskunft: Das Titelbild zeigt den Kopf von Murry Hope halb als Mensch, halb als L?wen vor einer kosmischen Szenerie. Der Aufmacher dieser Biographie verr?t folgendes ?ber den Inhalt: ?Spiritual teacher and author Murry Hope has had the most extraordinary life. As a being of Devic, rather than hominid origin, she has chosen (on two occasions, one in Atlantis and one now), to incarnate in a human body.?


    Abb. 4: Titelbild des Buches ?The Changeling? von Murry Hope

    Doch zur?ck zu ?Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit??. S. 223 bezeichnet sie den Tod als ?R?ckkehr in ein anderes Universum?. S. 285 glaubt sie, dass die Atlanter zur ??berschreitung der Grenzen von Zeit und Raum? f?hig waren, und dass es denkbar w?re, dass auch heute noch einige Menschen diese F?higkeit besitzen.

    Ihre Vorstellung von der Erde als Lebewesen (?Gaia-Theorie?) ?bersteigen ebenfalls einen vern?nftigen Rahmen. S. 367 und S. 372 wird Gaia unterstellt, Versuche zu unternehmen, sich der vermeintlichen Last der Menschheit zu erwehren. Da der S. 366 genannte Treibhauseffekt wohl auch in ihren Augen nicht f?r die ganz gro?e Katastrophe herhalten kann, muss Gaia sich ?fremde Hilfe? suchen, d.h. wieder einen kosmischen K?rper einfangen und auf ihrer Oberfl?che aufschlagen lassen (S. 367).

    Atlantischer Sozialismus als bessere Vergangenheit ? und Zukunft

    Murry Hope outet sich unmissverst?ndlich als eine Anh?ngerin des Sozialismus. S. 211 stellt sie f?r das Goldene Zeitalter von Atlantis, das ?Zeitalter des Kronos?, eine ?Art Sozialismus? fest, in dem der Konkurrenzgeist keine dominante Rolle gespielt haben k?nne. Freundschaft und Kameradschaft h?tten einen h?heren Wert besessen als alle ?weltlichen Reicht?mer?. Alles Land habe sich in Gemeinschaftsbesitz befunden. Kritiklos wohlwollend merkt sie dazu an, ?einige Forscherautorit?ten? s?hen in den r?mischen Kronos-Festlichkeiten ?eine Erinnerung an eine alte Demokratie?.

    Wie haben wir uns nun diese sozialistische ?Demokratie? auf Atlantis vorzustellen?

    S. 317 berichtet sie von den theosophischen Vorstellungen von Atlantis, nach denen es dort z.B. keine freie Berufswahl gegeben haben soll und der Staat f?r das Wohlergehen aller Einwohner sorgte. Von der Wiege bis zur Bahre. Freudig kommentiert Murry Hope: ?Phantastische Zust?nde! Wann geht der n?chste Flieger??

    Auch S. 349 nennt sie nach ihren eigenen ?Erinnerungen? die atlantischen Zust?nde wiederum eine ?Art Sozialismus?. Regierungsform sei eine Theokratie gewesen, und die wesentlichen Entscheidungen seien nicht etwa demokratisch sondern von Hohepriestern getroffen worden. Medizinische Versorgung sei kostenlos gewesen. Freie Berufswahl habe es in Atlantis nicht gegeben.

    Interessant auch ihre wiederholten Einlassungen dazu, dass die Wirtschaft in Atlantis auf der Basis einer Art von Tauschsystem funktioniert haben soll. S. 317 legt sie anhand der theosophischen Theorien von Atlantis dar, dass das Tauschsystem auf Atlantis auf der Zuteilung eines gerechten Anteils der Produktion f?r jeden Einwohner beruhte. S. 349 legt sie dann als ihre eigene ?Erinnerung? dar, dass die Atlanter die nat?rlichen Ressourcen unter sich aufteilten. Der Tauschhandel habe dergestalt funktioniert, dass jeder, der mehr Besitztum haben wollte, daf?r auch mehr arbeiten musste.

    Hinter diesen wiederholten Andeutungen eines Tauschsystems stehen nat?rlich keine alten ?berlieferungen, sondern h?chst moderne Theorien wie z.B. die ?Freigeld?-Theorie von Silvio Gesell. Diese ist in unseren Tagen in religi?s und sozial engagierten Kreisen virulent und nimmt konkrete Formen in lokalen Tauschring-Vereinen an, die auf der Grundlage einer sozialistischen Werttheorie eigene Tausch-W?hrungen kreieren (?Talente?, ?Kr?ten?, ?Batzen? usw.). Auch die ?Freiland?-Theorie Gesells findet eine Entsprechung in dem bereits erw?hnten Gemeinschaftsbesitz allen Landes.

    Die Wissenschaftsgl?ubigkeit Murry Hope?s grenzt an eine Verlegung der Heilserwartung vom Bereich der Religion in den Bereich der Wissenschaft. Diese nimmt nun selbst wiederum religi?se Z?ge an, wie dies bekannterma?en der sozialistischen Praxis entsprach. Ganz deutlich wird, dass ihre Vorstellungen von Wissenschaft von denen der ?etablierten Wissenschaft? abweichen. S. 62 formuliert sie einen wahren Hymnus auf die Wissenschaft in blumiger Wortwahl: ?Der dunkle Vorhang der Dummheit und Ignoranz ? ? ? ?So steigen wir heute aus den H?hlen der Unwissenheit ?? ? ?... im Licht einer Religion, deren Dogma die Logik ist und deren wei?gekleidete PriesterInnen ihren Dienst in den Laboratorien, Forschungseinrichtungen und weltlichen Universit?ten verrichten.? ? ?M?ge die ewige Flamme ihren Geist erleuchten.?

    Schlie?lich ist Murry Hope eine Verfechterin der Idee eines ?Paradieses auf Erden?. Auch hier erinnert ihre Schw?rmerei fatal an sozialistische Heilsbotschaften. S. 199 ff. legt Murry Hope dar, wie sehr Atlantis den mythischen Paradiesvorstellungen aller V?lker entspr?che. Zwar schw?cht sie die Idealit?t der heilen Welt von Atlantis etwas ab, doch der Grundtenor bleibt: Atlantis sei das ?Goldene Zeitalter? der Menschheit gewesen. S. 363 f. konstatiert Murry Hope ein unterbewusst tief in jedem Menschen vorhandenes Atlantis-Bewusstsein. S. 372 richtet Murry Hope ihren Blick in die Zukunft: Sie tr?umt von einer Zeit, in der alle Menschen auf der Erde vereinigt und gleich sind, und nur eine Regierungsform und eine Sprache kennen. Schon in der Einleitung S. 15 erhofft sie sich, ?dass die Wissenschaft letztlich den Zeitcode entschl?sseln wird? und die Zeit als Energie nutzbar wird. Sie sieht das ?Heraufd?mmern? einer ?gl?cklichen Zeit?.

    Keine Brandmauer gegen Rassismus

    Murry Hope?s Werk ?Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit? bietet zumindest Ansatzpunkte f?r rassistische Sichtweisen. S. 183 gibt sie kritiklos das Popul Vuh wieder, nach dem die Rassen der Menschheit ?unter der Regentschaft des wei?en Menschen in Harmonie zusammenlebten?. Sie f?gt hinzu, dass dies wohl vor der Zeit gewesen sei, als sich ?die Rassen vermischt hatten?. S. 187 wird von ?wei?en Besuchern? bei Indianerst?mmen Amerikas berichtet, die als Lehrer dieser V?lker aufgetreten sein sollen. S. 211 schreibt Murry Hope erneut: ?Das Erbgut der AtlanterInnen war noch nicht durch den Zustrom von EinwanderInnen aus anderen L?ndern verw?ssert, ...?

    Im Zusammenhang mit diesen Aussagen von Rassismus zu sprechen, w?re ?bereilt, denn Murry Hope ?u?ert sich nirgends dergestalt, dass sie aus dem mutma?lichen ?Sein? ein ?Sollen? ableitet. Ungl?cklicherweise jedoch legt die holzschnittartige Darstellung der Rassen und ihrer Bef?higungsunterschiede bei Murry Hope die Vermutung nahe, dass dies tats?chlich ihre Meinung ist.

    Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass eine heilsame Abgrenzung Murry Hope?s gegen?ber einer Vereinnahmung ihrer Aussagen durch Rassisten fehlt. Angesichts der Tatsache, dass es historisch belegt ist, dass der National-Sozialismus seine rassistischen Ideen auch aus den Kreisen der Atlantis-Esoteriker bezog, ein zumindest grob fahrl?ssiges Vers?umnis.

    ?Gutmenschlicher? Charakter

    Murry Hope kann aufgrund ihres Buches weder als verschw?rerische Sozialistin noch als Rassistin gesehen werden. Als wahre Ursache f?r ihr weltanschauliches Denken m?ssen wir etwas ganz anderes in Betracht ziehen.

    Es f?llt auf, dass in ihrem Werk typische Modethemen einer ganz bestimmten ?Szene? in den Vordergrund treten. Vieles wurde schon angesprochen: Zum Beispiel der Treibhauseffekt, den sie zu einer Klimakatastrophe hochstilisiert, um sich hierauf in irrationale Rettungshoffnungen zu st?rzen. Oder die weltfremde Idee der Tauschwirtschaft im Sinne Silvio Gesells. Ihr Feminismus ist nicht zu ?bersehen. Nicht zu vergessen ihre Sympathien f?r politisch linksorientiertes Gedankengut.

    Murry Hope macht sich dabei stets zur emp?rten Vertreterin der jeweiligen Sache und entwickelt in keiner Weise ein kritisches Bewusstsein daf?r, dass auch diese scheinbar emanzipatorischen Auffassungen gewissen M?chten in die H?nde spielen.

    Dies alles entspricht jenem meist religi?s und sozial engagierten Milieu, das von Kritikern gerne als ?gutmenschlich? bezeichnet wird. Ein ?Gutmensch? im diesem Sinne ist jemand, der das Gute erstrebt, was an sich lobenswert ist, dabei aber einigen typischen Irrt?mern unterliegt:

    1. Der ?Gutmensch? hat oft recht einfach gestrickte Vorstellungen davon, was das Gute sei.
    2. Der ?Gutmensch? hat kein ausreichendes Bewusstsein daf?r entwickelt, dass man sehr h?ufig nicht zwischen Gut und B?se, sondern nur zwischen zwei ?beln w?hlen kann.
    3. Hinzu tritt ein eifernder Anspruch der Emp?rung gegen?ber jenen, die nicht dieselben Auffassungen ?ber Gut und B?se vertreten.

    Ursache f?r diese bedauerlichen M?ngel ist eine gewisse Naivit?t und fehlende rationale Disziplin, wodurch die Herausbildung eines differenzierteren Weltbildes verhindert wird. Besonders tragisch wirkt sich dies aus, wenn der ?Gutmensch? vor einem kleineren ?bel zur?ckschreckend ein gr??eres ?bel bevorzugt, weil er vor lauter Schrecken und Emp?rung ?ber die eine Alternative ?bersieht, dass damit nicht automatisch die andere Alternative besser, geschweige denn ?gut? ist.

    VII. Fazit

    Es bleibt festzuhalten, dass Murry Hope?s Werk ?Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit? nichts anderes als konzeptioneller, methodischer, literarischer, inhaltlicher und politisch-weltanschaulicher Textschrott ist. Leider st??t ihr Werk in unserer heutigen Mediengesellschaft weitgehend auf Kritiklosigkeit, statt auf eine angemessen distanzierte Toleranz.

    Murry Hope tr?gt durch ihr Werk mit daf?r Verantwortung, dass das Thema Atlantis von der Tagesordnung vern?nftig denkender Menschen weitgehend verschwunden ist und eine Besch?ftigung damit meist Spott statt Anerkennung findet.

    Nat?rlich w?re es falsch, Murry Hope aufgrund ihres Werkes b?se Absichten in politisch-weltanschaulicher, wissenschaftlicher, finanzieller oder anderer Hinsicht zu unterstellen. Nicht nur, dass dazu die Belege nicht ausreichend sind. Eine andere Erkl?rung k?nnte z.B. sein, dass ? wie die Erfahrung lehrt ? die Verrenkungen und inneren Widerspr?che kritikloser Geister schier unglaubliche Ausma?e annehmen k?nnen. Tats?chlich scheint Murry Hope tief in ihrer Gedankenwelt zu stecken, verwendet sie doch diverse allgemein kaum gel?ufige Begriffe wie selbstverst?ndlich. Leider ist ihr Werk dennoch gef?hrlich, indem sie bei weniger gelehrten Menschen den Boden f?r die Annahme gef?hrlicher Gedanken bereitet.

    Murry Hope reiht sich mit ihrem Werk ?Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit? ein in eine lange Reihe gleicher und ?hnlicher Werke, deren Rezension mit der hier vorliegenden bereits mit gegeben ist. Murry Hope zitiert selbst S. 82 Susemihl: ?Die Liste der Behauptungen ?ber Atlantis ist eine recht gute Unterlage f?r das Studium der menschlichen Dummheit.?


    Verwendete Literatur

    Charles Berlitz, Das Atlantis-R?tsel, Paul Zsolnay Verlag, Wien/Hamburg 1976.

    Ignatius Donnelly, Atlantis ? The Antediluvian World ? A modern Revised Edition, hrsg. von Egerton Sykes, Harper & Brothers 1949, published by Gramercy Publishing, New York.
    Vgl. auch http://digital.library.upenn.edu/webbin/gutbook/lookup?num=4032 Stand Februar 2004.

    Thorwald C. Franke, Zur Klassifizierung der Hypothesen zu Atlantis, Mysteria3000 1/2004.
    Vgl. http://www.mysteria3000.de/archiv/lc/atlantis_2.htm Stand Juli 2004.

    Murry Hope, Atlantis ? Mythos oder Wirklichkeit, Zweitausendeins Verlag, Frankfurt/M. 1994.

    Murry Hope, Atlantis, Heyne Verlag, M?nchen 1999.

    Murry Hope, The Changeling, The College of Psychic Studies, 1984.

    Otto Muck, Alles ?ber Atlantis, Econ Verlag, D?sseldorf/Wien 1976.

    Franz Wegener, Das Atlantidische Weltbild ? Nationalsozialismus und Neue Rechte auf der Suche nach der versunkenen Atlantis, Kulturf?rderverein Ruhrgebiet e.V., Gladbeck 2001.

    Stefan Wogawa, Von der alternativen Sicht auf die Geschichte zum Rassenwahn, Mysteria3000 1/2003.
    Vgl. http://www.mysteria3000.de/archiv/lc/liebenfels.htm Stand Juli 2004.

    Stefan Wogawa, Urkontinent Lemuria ? Von der wissenschaftlichen Hypothese zur okkultistischen Spekulation, Mysteria3000 2/2003.
    Vgl. http://www.mysteria3000.de/archiv/lc/lemuria.htm Stand Juli 2004.


    ?ber den Autor

    Thorwald C. Franke,
    Jahrgang 1971, ist Diplom-Informatiker und lebt in Frankfurt/M. Von Jugend an auf spielerische Weise mit der Kultur der R?mer und Griechen vertraut, besch?ftigt er sich in seiner Freizeit bevorzugt mit antiker Geschichte und Geisteswelt, z.Z. vor allem mit der Frage nach Atlantis.

    Mysteria3000, ISSN 1619-5744, Ausgabe 1/2005

    Copyright ? 08.01.2005, alle Rechte vorbehalten
    Weiterver?ffentlichung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung

    Kommentare ?
    Der URI zum TrackBack diesen Beitrags ist: http://www.mysteria3000.de/wp/wp-trackback.php/83

    Noch keine Kommentare.

    RSS Feed f?r Kommentare zu diesem Eintrag.

    Einen Kommentar abgeben
    Zeilen- und Absatzumbr?che automatisch, E-Mail Adresse nie angezeigt, HTML erlaubt: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>

    Name (erforderlich)

    E-Mail (erforderlich)

    URI

    Dein Kommentar


    Magazin f?r alternative und interdisziplin?re Arch?ologie

    ISSN 1619-5744 | 1/2005

    Aktuelle Ausgabe
    Gesamtarchiv
    Diskussionsforum
    Redaktion
    Autoren
    Richtlinien
    Suchen:


    Alles (?bersicht)
    Magazin
    Editorials
    Artikel
    Berichte
    Rezensionen
    Mysteria3000
    Veranstaltungen
    Ausgaben
    2004 - Ausgabe 1
    2002 - Ausgabe 1
    2002 - Ausgabe 2
    2002 - Ausgabe 3
    2002 - Ausgabe 4
    2003 - Ausgabe 1
    2003 - Ausgabe 4
    2004 - Ausgabe 2
    2005 - Ausgabe 1
    PDF-Ausgaben 2002
    PDF-Ausgaben 2003
    RSS 2.0: Artikel
    RSS 2.0: Kommentare
    Anmelden
    Registrieren
    Impressum
    Disclaimer
    Kontakt
    Powered by Wordpress

    Kerr Ray Tracing - Visualisierung von Standardscheiben um rotierende Schwarze L?cher

    Die Auswirkungen eines Schwarzen Loches auf die Umgebung sind sehr drastisch. Die Effekte erscheinen seltsam, wenn man sie visualisiert. F?r einen Betrachter, der die Allgemeine Relativit?tstheorie nicht kennt bzw. an eine allt?gliche, flache, Newtonsche Welt gew?hnt ist, muss das Ergebnis exotisch, fast surreal anmuten. Sie haben noch kein Schwarzes Loch gesehen? Hier ist eines!

    Das Bild ist eine Simulation mit einem relativistischen Ray Tracer, der den Weg von Strahlung aus der Umgebung rotierender Schwarzer L?cher (Kerr-L?sung) verfolgt. Hier zeigt sich der Vorteil der theoretischen Astrophysik: der numerische Forscher bekommt Dinge zu Gesicht, die nie ein Beobachter sehen k?nnte! Daf?r liegt der Reiz der Beobachtung in der Prise Unberechenbarkeit nat?rlicher, komplexer Vorg?nge, was wohl auch ihre besondere ?sthetik ausmacht.
    Die emittierende Region in der Abbildung ist eine hauchd?nne Akkretionsscheibe, die in der ?quatorebene liegt, hier gesehen unter einem recht grossen Winkel von 70?. Durch die relativistische Lichtablenkung (Lensing, Aberration) werden die Lichtstrahlen um das Schwarze Loch gebogen und verzerren so das Bild der Scheibe, indem es hinten hochgeneigt scheint. Genauso w?rde die Scheibe einem Beobachter erscheinen, w?rde er die Chance haben, die Scheibe um ein Schwarzes Loch in dieser N?he zu sehen! Die Scheibe endet direkt am Ereignishorizont (gestrichelte, blinkende Linie), dort, wo alles, Materie und Strahlung, die Rotation des Schwarzen Loches aufgezwungen bekommt. Das Schwarze Loch befindet sich also innerhalb des gestrichelten Bereichs. Die physikalische Gr?sse, die farbcodiert (von gold nach schwarz) auf der Scheibenoberfl?che dargestellt ist, nennt man generalisierten Rotverschiebungsfaktor. Sie ist ein Mass f?r den Energieverlust der Strahlung und ist hier in der vierten Potenz dargestellt. Diese Wahl habe ich getroffen, da jede Emission in der N?he Schwarzer L?cher mit diesem Rotverschiebungsfaktor in der vierten Potenz gewichtet wird. Genauer gesagt, wird dieser Faktor in das Strahlungsflussintegral gefaltet, das schliesslich den kompletten Strahlungsfluss ?ber die Scheibe aufsummiert (F?r Experten: bei einem Raytracer Code, der die so genannten Transferfunktionen benutzt ist es "nur" die dritte Potenz im Rotverschiebungsfaktor g, was jedoch ein sehr ?hnliches Bild ergeben sollte. Der von mir entwickelte Code nutzt die Carter-Konstante als vierte Erhaltungsgr?sse, neben Masse, Energie und Drehimpuls. Bei Verwendung einer Deltafunktion f?r die intrinsische Linienemission im Ruhesystem kommt ein weiterer Faktor g hinzu).

    Wie man klar erkennen kann, segmentiert die Scheibe bei dieser hohen Neigung (Inklination) in zwei Bereiche: einen, wo die Emission durch Beaming verst?rkt wird (links: Licht) und einen, wo sie stark unterdr?ckt wird (rechts: Dunkelheit). Beaming nennt man einen speziell-relativistischen Effekt, wo die Strahlung, die ein sich relativistisch bewegendes Teilchen emittiert stark in Bewegungsrichtung kollimiert wird. Besonders nahe am Horizont bewegt sich das Plasma in der Scheibe mit diesen Geschwindigkeiten, so dass dort dieser Effekt wichtig wird. Weil die hier simulierte Scheibe von oben betrachtet gegen den Uhrzeigersinn und prograd mit dem Kerr-Loch rotiert, ist das Beaming-Segment links vom Loch. Die Emission blitzt hell auf! In der unmittelbaren N?he des Horizonts ist sogar jede Emission unabh?ngig von der Richtung stark unterdr?ckt. Diesen Effekt nennt man Gravitationsrotverschiebung, weil das starke Gravitationsfeld jedes Licht- und Materieteilchen am Entkommen zu hindern sucht. Entsprechend muss Linienemission (z.B. die bekannte Emissionslinie von Eisen Fe K alpha), starke Bremsstrahlung oder Comptonisierte Strahlung, die dann hochenergetische R?ntgenstrahlung sein wird und in diesem Bereich entstehen k?nnte, stark unterdr?ckt werden.
    An der Peripherielinie der Scheibe und an der Kontur des Horizonts erkennt man ausserdem die besonderen asymmetrischen Verzerrungen, die ein rotierendes Schwarzes Loch hervorruft: der linke Teil der Scheibe, der hier auf den Beobachter zu rotiert, wird anders verformt als der rechte nach hinten rotierende, rechte Teil. Das Kerr-Loch bewirkt also beim Scheibenbild eine Symmetriebrechung zur Axialsymmetrie hin, die durch die Rotation verursacht wird, und ist somit v?llig wesensverschieden vom sph?risch symmetrischen (statischen) Schwarzschild-Loch.


    Diese neue Studie zeigt die Emission eines Rings unter sehr hoher Inklination (80 Grad). Das Geschwindigkeitsfeld des Plasmas ist ein Akkretionsmodell, dass neben der Kepler-Rotation um das Loch eine radiale Drift ber?cksichtigt: ab einem bestimmten Radius, f?llt die Materie frei auf den Geod?ten der Kerr-Metrik in das Loch. Das resultierende Geschwindigkeitsfeld in der ?quatorialebene ist eine komplizierte ?berlagerung aus Rotations- und Einfallbewegung.
    Die Emissivit?t wurde als Gauss-Funktion modelliert, die gerade am Driftradius maximal ist. Dadurch kann ad?quat das Emissionsverhalten einer ringf?rmigen Region um das Schwarze Loch simuliert werden. Der Driftradius, also der Radius, ab dem die Materie radial in das Schwarze Loch zu fallen beginnt, ist physikalisch mit dem Trunkationsradius assoziiert. Aus radiativen, hydrodynamischen und MHD-Modellen erwartet man, dass Akkretionsscheiben bei etwas gr?sseren Radien als dem f?r marginale Stabilit?t abgeschnitten, trunkiert, sind. Dies war die Motivation dieses hier abgebildeten Szenarios.
    In der Abbildung sind alle wesentlichen Effekte beschrieben: die weisse Aussparung in der Mitte ist gerade das rotierende Schwarze Loch, das durch den Ereignishorizont (event horizon) berandet ist. Die Emission ist durch den bereits beschriebenen Beaming-Effekt links erh?ht und rechts reduziert. Der Gravitationsrotverschiebungseffekt sorgt f?r eine deutliche Unterdr?ckung der Emission nahe am Horizont. Durch die hohe Inklination des Rings (80 Grad; der Beobachter schaut also eigentlich fast senkrecht auf die Vorderkante des Rings) wird durch einen Gravitationslinseneffekt der hintere Teil des Rings hochgeklappt. Diese "optische T?uschung" kommt dadurch zustande, weil die Strahlung, die nahe am Horizont vorbeigeht ("kleiner Impaktparameter") stark um das Loch herum gebogen wird: das Bild des Rings erscheint stark deformiert! Der aufmerksame Betrachter wird erkannt haben, dass durch die schnelle Rotation des Loches (Kerrparameter a = 0.8) auch die Links-Rechts-Symmetrie des Rings gebrochen ist. Diese Information kann dazu dienen, den Umlaufsinn der Lochrotation aus der hochaufgel?sten Beobachtung zu extrahieren: Beaming links vom Loch bedeutet Rotation im Gegenuhrzeigersinn; Beaming rechts vom Loch bedeutet Rotation im Uhrzeigersinn. Bisher reicht die Aufl?sung moderner Teleskope nicht aus, um den Unterschied zwischen heller Beamingregion und nahezu schwarzer Lochregion zu messen. Das mag in naher Zukunft im Radiobereich mittels Very Long Baseline Interferometry (VLBI) m?glich sein.

    Der Gravitationslinseneffekt bei Schwarzen L?chern ist auch interessant in seiner Wirkung auf kreisf?rmige Bahnorbits. Die nebenstehende Simulationsstudie zeigt die verzerrten Bilder von Kreisbahnen um ein Schwarzes Loch unter verschieden geneigten Blickwinkeln auf die Bahnebene.
    Die Kreisbahnen haben einen Abstand von 5 bis 10 Gravitationsradien zum zentralen, maximal rotierenden Schwarzen Loch (nicht dargestellt). Es handelt sich bei allen vier F?llen um Prim?rbilder, also nur um Strahlung, die direkt zum Beobachter propagiert. Die klassische elliptische Bahnform hat man nur bei kleinen Neigungen (Inklinationen) der Bahnebene, wie die beiden oberen Darstellungen belegen. Bei h?heren Inklinationen hingegen, etwa ab 60 Grad, machen sich deutlich die relativistischen Linseneffekte bemerkbar: Der Beobachter blickt zwar eher auf die Kante der Bahnebene, aber die Strahlung wird um die kompakte Masse herumgebeugt. So kann man auch Bereiche direkt hinter dem Loch beobachten, die sich im geometrischen Schatten befinden und Newtonsch unbeobachtbar w?ren.
    Bei der hier h?chsten Inklination von 88 Grad, was sehr nahe am Maximum von 90 Grad liegt, erh?lt man ein stark verzerrtes Abbild des Orbits: Obwohl der Beobachter fast exakt auf die Kante der Bahnebene schaut, wo die klassische Ellipse wie eine Linie erscheinen und der Orbiter auf ihr hin- und her oszillieren w?rde, sieht man in diesem gelinsten Beispiel den hinteren Teil des Bahnorbits! Leider reichen die aktuellen Aufl?sungen der Teleskope nicht aus, um solch befremdliche Bahnbewegungen am Himmel zu beobachten. Wenn dies gel?nge k?nnte man auch hier den Umlaufsinn der Lochrotation direkt sehen.
    Im hier gerechneten Beispiel rotiert das Loch maximal (Kerr-Parameter a = 1) im Gegenuhrzeigersinn. Deshalb befindet sich bei der Bahnform unter 88 Grad die kleine Ausst?lpung der beobachteten Bahn links unten. Auf der gleichen Seite zeigen leuchtende Standardakkretionsscheiben das charakteristische Vorw?rts-Beaming, ein Gebiet hoher Blauverschiebung.
    Neben der starken Abh?ngigkeit von der Inklination, spielt nat?rlich der Abstand des Orbits zum Loch eine gewichtige Rolle. Bei grossen Abst?nden verschwinden die relativistischen Linseneffekte, weil man in den asymptotisch flachen Bereich der Raumzeit Schwarzer L?cher kommt. Dieser Fall ist aktuell bei demjenigen Stern mit der Bezeichnung S2 beobachtbar, der als Stern mit engster Bahn das supermassereiche Schwarze Loch im Galaktischen Zentrum (etwa 3 Millionen Sonnenmassen) umkreist. S2 ist zwar mit einer Periastronentfernung von 17 Lichtstunden sehr nahe am Loch, doch entspricht diese Entfernung im relativistischen Einheitensystem gewaltigen 4142 Gravitationsradien. Diese Distanz ist zu gross (vergleiche 5 bis 10 Gravitationsradien in der Abbildung), als dass relativistische Effekte, wie Linsenbeugung eine Rolle spielen w?rden: die Bahnform von S2 ist eine exakte Kepler-Ellipse, wie mit Very Large Telescope (VLT) verifiziert werden konnte.
    Die Verh?ltnisse sind bei linsenden Schwarzen L?chern aber tats?chlich noch komplizierter: Neben den dargestellten Prim?rbildern entstehen Bilder h?herer Ordnung dadurch, dass eng am Loch vorbeilaufende Strahlung das Loch mehrfach umrunden kann (unter gewissen Umst?nden kann es sogar auf dem Photonenorbit eingefangen werden, siehe Kerr-L?sung). So gibt es im Allgemeinen auch noch Sekund?r- und Terti?rbilder, die es erm?glichen, die Bahnorbits gleichzeitig von oben und unten zu beobachten!

    Quelle: http://www.vfgp.de/

    Akkretionsscheiben um rotierende Schwarze L?cher

    Gehen wir nun der Frage nach, weshalb Materie ?berhaupt in ein Schwarzes Loch f?llt. Diese Frage ist Gegenstand der Akkretionsphysik. Als Akkretion (lat. accrescere: hinzuwachsen) bezeichnet man gerade den Vorgang, dass ein massebehaftetes Objekt Materie aufsammelt. Neben Sternen (insbesondere Protosternen) und kompakten Objekten (Weisser Zwerg, Neutronenstern, Quarkstern) kann der Akkretor ein Schwarzes Loch sein.
    Im Wesentlichen kann man zwei Typen von akkretierenden Schwarzen L?chern unterscheiden: stellare und supermassereiche Schwarze L?cher. Erstere akkretieren die Materie eines Begleitsterns, der sein Roche-Volumen ?berschreitet. Hier sind die L?ngenskalen viel kleiner, im Bereich von einigen Astronomischen Einheiten (1 AU = 150 Mio. km). Im letzten Falle handelt es sich um das Paradigma von Aktiven Galaktischen Kernen (AGN), kann aber auch auf Zentren normaler Galaxien angewendet werden. In diesem Szenario hat man in der Regel einen grossskaligen Staubtorus, der ein riesiges, kaltes Materiereservoir von 104 bis 108 Sonnenmassen darstellt, sich aber auf der kpc-Skala befindet. Der Staubtorus ist nicht stabil: aufgrund der Papaloizou-Pringle Instabilit?t (PPI) k?nnen nicht-axiale St?rungen kleiner Ordnung die Toruskonfiguration zerst?ren. Diese Instabilit?t w?chst auf der dynamischen Zeitskala (Keplerrotation am Torusinnenrand) an, entsprechend auf der Skala von etwa 100 Millionen Jahren. Tori sind daher generell keine stabilen Konfigurationen. Als Folge der PPI f?llt Materie ins Zentrum, wo das Schwarze Loch lauert. Daneben gibt es Materiefl?sse, die in Zusammenhang mit anderen Galaxien in der Umgebung stehen. Viele Galaxien findet man in Galaxienhaufen, den Clustern. Der Raum zwischen den Galaxien eines Haufens ist nicht leer, sondern angef?llt mit Gas, dem so genannten Clustergas. Dieses Material kann auf eine benachbarte Galaxie fliessen, weil es gravitativ mit dem Potential der Galaxie wechselwirkt. Diese Materiestr?me heissen cooling flows und sind ein weiteres Reservoir, die das zentrale supermassereiche Schwarze Loch "f?ttern".

    Innerhalb des Staubtorus bildet sich eine charakteristischer, abgeflachter Akkretionsfluss aus, die so genannte Standardscheibe. Durch effiziente Strahlungsk?hlung ist sie vertikal kollabiert, man sagt geometrisch d?nn. Allerdings kann die Strahlung nicht durch die Standardscheibe transmittiert werden, weil das darin enthaltene Material hohe optische Tiefen aufweist: Standardscheiben sind optisch dick, also opak, sozusagen undurchsichtig. Die Materie bewegt sich hier vornehmlich Keplersch, d.h. eine Rotationsbewegung wie bei den Planeten im Sonnensystem, und nimmt auch aufgrund des Drehimpulses die d?nne Scheibengestalt an: Rotierende, deformierbare Gebilde sind abgeflacht.
    Die Standardscheiben findet man auch bei den stellaren Schwarzen L?chern, z.B. den Mikroquasaren. Die physikalische Beschreibung der Akkretionsphysik stellarer versus supermassereicher Schwarzer L?cher ist also analog, wenn auch die Gr?ssenskala der Scheiben bzw. die Massenskala der L?cher differieren. Die gravitative Instabilit?t oder auch Selbstgravitation genannt, sorgt daf?r, dass die massebehafteten Akkretionsscheiben relativ kompakt sind. Man spricht von einer kalten Standardscheibe (Shakura-Sunyaev disk, SSD, 1973).

    Akkretionsscheiben bestehen aus interstellarem Material, das nicht wie ein starrer K?rper um ein Zentralobjekt rotiert, sondern das man als verformbares Fluidum beschreiben kann. Aus diesem Grund bedient sich die Akkretionsphysik den Methoden der Hydrodynamik. Der Akkretionsfluss kann relativ hohe Geschwindigkeiten erreichen und unterliegt deshalb der Turbulenz. Ausserdem wirken Scherungskr?fte auf die Str?mung und deformieren sie. Numerische Simulationen haben mittlerweile belegt, dass die hydrodynamische Turbulenz nicht ausreicht, um effizient des Drehimpuls in der Scheibe nach aussen zu transportieren. Die Schl?sselrolle im Drehimpulstransport spielt die magnetische Turbulenz. Sie wird durch die Magnetorotationsinstabilit?t (MRI) erzeugt (dazu mehr unten bei der Diskussion des NRAF).
    Die technischen Komplikationen in einer mathematischen Beschreibung nehmen mit der Ann?herung an das Zentralobjekt zu. Denn der Akkretionsfluss wird heisser, so dass schliesslich die Spezies im akkretierten Material ionisiert werden. Die wesentlichen Ladungstr?ger sind Elektronen und Ionenr?mpfe. Wenn diese Spezies auftreten, beginnt die Dom?ne der Plasmaphysik. Zu allem ?berfluss generieren die sich bewegenden Plasmateilchen (Str?me) Magnetfelder, in denen sie durch Lorentz-Kr?fte abgelenkt werden k?nnen. Auch bereits vorhandene Magnetfelder galaktischen Ursprungs haben Einfluss. Die Hydrodynamik muss also um elektromagnetische Konzepte erweitert werden. So gelingt die Beschreibung einer geladenen, magnetisierten Fl?ssigkeit. Das ist der Bereich der Magnetohydrodynamik: Zum Satz hydrodynamischer Gleichungen, die nun modifiziert werden m?ssen, kommen Gleichungen der Elektrodynamik.
    Bei weiterer Ann?herung an das Schwarze Loch werden die Effekte der gekr?mmten Raumzeit relevant. Die Fl?ssigkeit bewegt sich auf gekr?mmten Geod?ten, die von der Allgemeinen Relativit?tstheorie diktiert werden. Die Plasmageschwindigkeiten nehmen auch deutlich zu und werden vergleichbar mit der Lichtgeschwindigkeit. Solche relativistischen Geschwindigkeiten erfordern die Konzepte der Speziellen Relativit?tstheorie. Ausserdem gibt es eine ganze Reihe von Strahlungsformen, die der Akkretionsfluss aussendet.
    Strahlungsprozesse und Relativit?tstheorie erschweren die Beschreibung in der Akkretionsphysik in zus?tzlichem Masse: Strahlungsmechanismen k?hlen oder heizen den Akkretionsfluss, relativistische Prozesse generieren oft v?llig neue Ph?nomene (negative Energien, Frame-Dragging, gravitomagnetische Kr?fte/Pr?zession).

    Nun m?sste man f?r ein totales Verst?ndnis der Akkretion in Galaxien, hydrodynamische oder besser magnetohydrodynamische Simulationen in drei Raumdimensionen (3D) betreiben, die am kollabierenden Staubtorus ansetzen. Die Rechnungen m?ssten hochaufgel?st sein und dem Akkretionsfluss im Prinzip von 104 bis 106 Gravitationsradien bis auf einen Gravitationsradius, n?mlich dem Ereignishorizont, folgen. Hier hat man nat?rlich ein eklatantes, numerisches Problem: Einerseits deckt die Aufl?sung nicht eine so grosse Skala (6 Dekaden) ab. Andererseits unterscheiden sich die numerischen Methoden sehr auf den unterschiedlichen Skalen, weil man unterschiedliche Physik bew?ltigen muss. So ist die Raumzeit auf der H?he des Staubtorus flach, w?hrend sie nahe am Horizont stark gekr?mmt ist; die Strahlungsprozesse sind sehr unterschiedlich in den verschiedenen Bereichen und schliesslich ist die Astrochemie ausserordentlich komplex und dynamisch relevant, gerade im Staubtorus.

    Die L?sung dieser Herausforderungen liegt - wie immer in der Physik - in der Vereinfachung und der Segmentation in Teilprobleme. Schwierig kann es dann werden, wenn man die Ergebnisse dieser Forschungen aneinander zu f?gen m?chte. Die unterschiedliche Physik und Modellierung f?hrte in der Akkretionsphysik auf eine Reihe von Paradigmen mit differierenden und teilweise ?berlappenden G?ltigkeitsbereichen. Die Akronyme sind im Wesentlichen die folgenden:


    ADAF: Advection Dominated Accretion Flow, Narayan & Yi (1994)


    ADIOS: Adiabatic Inflow-Outflow Solution, Blandford & Begelman (1999)


    NRAF: Non-Radiative Accretion Flow, Stone, Pringle & Begelman (1999)


    CDAF: Convective Dominated Accretion Flow, Quataert & Gruzinov (2000)


    ISAF: Ion-Supported Accretion Flow, Spruit & Deufel (2001)


    TDAT: Truncated Disk - Advective Tori, Hujeirat & Camenzind (2001)

    Das einflussreichste und popul?rste Modell ist wohl der ADAF, was einen advektions-dominierten Akkretionsfluss bezeichnet. Das Plasma ist in diesem Modell sehr heiss und optisch d?nn. Die innere Energie des Plasmas wird in das zentrale Schwarze Loch advektiert und nur ein geringer Teil wird abgestrahlt. Die Morphologie des ADAF ist typischerweise sph?roidal und ?hnelt eher einem sph?rischen Bondi-Akkretionsfluss und weniger einer flachen Keplerscheibe. Zwischen der flachen (Keplerschen) Standardscheibe SSD und dem aufgebl?hten ADAF gibt es einen charakteristischen ?bergangsradius, der vermutlich r?umlich fluktuiert und damit (zumindest zum Teil) die in Mikroquasaren beobachteten Quasi-Periodischen Oszillationen (QPOs) bewirkt. Ein Indiz daf?r ist, dass die QPO-Frequenz im Bereich der Rotationsfrequenz am ?bergangsradius liegt.

    Das ADIOS-Modell ist dadurch gekennzeichnet, dass neben dem Materieeinfluss auch Ausfl?sse, in Form von Scheibenwinden m?glich sind. Es ?hnelt jedoch dem ADAF-Modell.
    Das CDAF-Modell hat als besondere Eigenschaft die Konvektion des Flusses. Sie ist die Folge der Dissipation durch Scheibenviskosit?ten, die auch eine innen ansteigende Entropie bewirkt. Die Konvektion wiederum ruft einen in- und ausw?rts gerichteten Drehimpulstransport hervor. CDAFs zeigen formal keine Massenakkretion!

    Das ISAF-Paradigma hat grosse ?hnlichkeiten zum ADAF und ist auch optisch d?nn. Man betrachtet in diesem Modell die Coulomb-Wechselwirkung in einem Zwei-Temperatur Plasma mit den Ionen als eine und den Elektronen als andere Spezies. Das Akronym leitet sich davon her, weil ISAFs vom Druck der Ionen stabilisiert werden, w?hrend vor allem die Elektronen durch Strahlungsprozesse das Gas k?hlen. Viskosit?ten sorgen f?r eine Aufheizung des Plasmas, so dass am Innenrand der warmen Kepler-Scheibe Temperaturen bis etwa 100 keV erreicht werden k?nnen. Dadurch findet Evaporation am Innenrand statt, so dass Plasmaportionen "abdampfen" und den ISAF - und letztendlich das Schwarze Loch - f?ttern.

    Das TDAT-Szenario weist viele Parallelen zum ISAF-Modell auf, weil das zugrundegelegte physikalische Modell sehr ?hnlich ist. Der Zugang, der zum TDAT f?hrt ist eine pseudo-Newtonsche Beschreibung (Paczynski-Wiita-Potential), was relativistische Effekte in Grenzen beinhaltet. Daneben werden Strahlungsprozessen, wie Bremsstrahlung, Synchrotronstrahlung und sogar Comptonisierung (Kompaneets-Operator) ber?cksichtigt. Es handelt sich ebenfalls um eine Zwei-Temperatur-Beschreibung, in die sogar die W?rmeleitung eingeht. Das neue Resultat dieses strahlungsgek?hlten Akkretionsflusses ist die Scheibentrunkation. Das bedeutet, das die Kepler-Scheibe bereits bei gr?sseren Radien als beim Radius marginaler Stabilit?t abschneidet, wie man an den simulierten Massendichteprofilen sehen kann. Trunkation heisst, dass die Massendichte um Gr?ssenordnungen am so genannten Trunkationsradius einbricht. In den Simulationen bildete sich ein heisser, advektiver Torus aus, der kurzzeitig nahe am Horizont auf der H?he der marginal stabilen Bahn existiert. Der Torus ist eine m?gliche Geometrie f?r die heisse Korona, die (in variabler Auspr?gung) immer ein wichtiger Bestandteil von Systemen aus Schwarzem Loch und Akkretionsfluss ist. In der Korona werden kalte Saatphotonen der Standardscheibe Comptonisiert, so dass harte Strahlung im Bereich der R?ntgenstrahlung emittiert wird. Ausserdem beleuchtet die Koronastrahlung die kalte Akkretionsscheibe, was in den R?ntgenspektren zu einem breiten Reflektionsbuckel bei etwa 20 bis 30 keV und der prominenten Eisen-Emissionslinie f?hrt. Diese Fe-K-Linie (neben anderen Elementen wie Nickel und Chrom) findet man bei einer Ruheenergie von etwa 6.4 keV. Das Profil dieser Spektrallinie ist durch relativistische Effekte stark deformiert (Details unter R?ntgen- und Gammaspektren von AGN).

    Durch die PPI ist auch dieser innere Torus instabil und wird schliesslich deformiert. Der Abbau dieses Reservoirs "f?ttert" das Schwarze Loch. Der innere Torus baut sich erst wieder auf, wenn er von aussen aufgef?ttert wird. Die Strahlung ist eine ?usserst wichtige Ingredienz bei heissen Akkretionsfl?ssen, und der Vorteil des TDAT-Modells liegt in dessen ad?quate Ber?cksichtigung. In Bezug auf die Strahlungsphysik ist dies vermutlich das umfangreichste existierende Modell in der Akkretionstheorie!

    Das NRAF-Modell ist seit 1999 etabliert und wird aktuell intensiv weiter verfolgt. Prinzipiell subsummiert das Akronym NRAF s?mtliche Akkretionsfl?sse, die nicht durch Strahlung gek?hlt oder geheizt werden k?nnen. Der heisse Akkretionsfluss kann innen, nahe vor dem gravitierenden Objekt, einen advektiven Torus ausbilden. Dieses Szenario ist dann mit dem TDAT vergleichbar.
    Die ersten NRAF-Modelle waren rein hydrodynamisch (Stone, Pringle & Begelman, 1999). Sp?ter wurden die Modelle verfeinert, dadurch dass Magnetfelder ber?cksichtigt (Balbus & Hawley, 2002). Dann ist eine wesentliche Zutat im Modell die ideale Magnetohydrodynamik. Dahinter verbirgt sich die einfachste Form der MHD, die nicht dissipativ ist. Viskosit?ten und W?rmeleitung werden nicht ber?cksichtigt. Das hat den numerischen Vorteil, dass das Gleichungssystem deutlich einfacher ist. Doch bereits die ideale MHD zeigt einen wichtigen Mechanismus: die Magnetorotationsinstabilit?t oder magnetische Rotationsinstabilit?t (engl. magneto-rotational instability, MRI). Diese Instabilit?t wurde von Balbus und Hawley 1991 entdeckt. Das f?hrte zum alternativen Namen Balbus-Hawley-Instabilit?t. Die MRI ist wesentlich, um zu verstehen, weshalb Materie einer Akkretionsscheibe - trotz hohen Drehimpulses - in ein Schwarzes Loch fallen kann. Die Essenz der MRI ist, dass sie f?r einen sehr effizienten Drehimpulstransport sorgt. Die damit verbundene magnetische Turbulenz ist deutlich wichtiger als die hydrodynamische Turbulenz. Damit diese MHD-Instabilit?t operieren kann, ben?tigt man nur ein rotierendes Objekt, z.B. einen Torus oder eine schlanke Akkretionsscheibe und ein schwaches Magnetfeld, das dieses Objekt durchsetzt. Typischerweise koppelt man das Magnetfeld ?ber ?quipartition an den Gasdruck. Dann steigt das Magnetfeld mit der Quadratwurzel des Gasdrucks. Der Gasdruck wird anfangs vom Torus vorgegeben.
    Der Torus - aus numerischen Gr?nden bei etwa 100 Schwarzschildradien lokalisiert - dient dann als Massereservoir, das das Schwarze Loch f?ttert. Die nicht-radiativen, idealen 3D-MHD-Simulationen von Balbus und Hawley in einer pseudo-Newtonschen Geometrie (Paczynski-Wiita-Potential), die die Metrik eines Schwarzen Loches in begrenzter Weise nachahmt, sind sehr eindrucksvoll. Sie belegen, dass der Nicht-radiative Akkretionsfluss (NRAF), der ?blicherweise von einer wohldefinierten Torus-Konfiguration startet, schon nach wenigen Kepler-Rotationen turbulent wird. Ursache ist die MRI, die ?usserst effizient den Drehimpuls und Energie nach aussen abtransportiert. Es handelt sich daher um magnetische Turbulenz. Die globale Magnetfeld-Topologie, die anfangs wohlgeordnet im Torus verankert ist, wird durch die Turbulenz schnell v?llig zerst?rt und stochastisch. Oberhalb der Scheibe bildet sich eine magnetisierte Korona (engl. coronal envelope) aus. Diese Morphologie spricht f?r das lange existierende Modell einer abgeflachten Korona (slab corona), die der Akkretionsscheibe aufgepr?gt ist. Das slab corona model geh?rt nach wie vor zum Standardrepertoire der R?ntgenastronomie. Es ist in vielen Softwareprodukten der beobachtenden Astronomie zur Anpassung (engl. fit) der Beobachtungsdaten gebr?uchlich. Nat?rlich kann sich diese Geometrie deutlich ?ndern, wenn die Strahlung im MHD-Modell ber?cksichtigt wird.
    Die Simulationen zeigen auch einen hohen Plasmaausfluss (Poynting-Fluss), der nach (magnetischer) Kollimation und Beschleunigung zu einem Jet werden k?nnte. Rekonnexion, die Vernichtung des Magnetfeldes, wenn entgegengesetzte Polarit?ten aufeinander treffen, ?bernimmt die Rolle der Heizung des Plasmas. Durch die MRI und Dynamo-Effekten wird das Magnetfeld schliesslich so sehr verst?rkt, dass es die Bedingung f?r ?quipartition erf?llt: der magnetische Druck wird dann vergleichbar dem Gasdruck. In diesem Moment saturiert die MRI und stoppt. Ein wesentliches Merkmal und Resultat der Simulationen ist die Ausbildung eines heissen, inneren Torus auf der H?he der marginal stabilen Bahn.

    Diese Konfiguration passt hervorragend zu den Erwartungen, z.B. zur Quelle Sgr A*, dem Ort im Galaktischen Zentrum (der Milchstrasse), wo ein supermassereiches Schwarzes Loch mit drei bis vier Millionen Sonnenmassen vermutet wird. Die Synchrotronemission eines solchen heissen, magnetisierten Objekts inklusive dessen Selbstabsorption (Synchrotron-Selbst-Absorption, SSA) und Comptonisierung (Synchrotron-Selbst-Comptonisierung, SSC) w?rde die beobachteten Radiodaten (sub-mm mit SCUBA) aus dem Zentrum der Milchstrasse in grandioser Weise erkl?ren. Der beobachtete Radiofluss weist eine Struktur aus zwei Buckeln ("double hump") auf, wobei - nach dem favorisierten Modell - der hochenergetische Buckel gerade der reprozessierte/Comptonisierte niederenergetische Buckel ist.

    NRAF auf Kerr!

    Die NRAF-Simulationen von Balbus und Hawley waren ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Akkretionsphysik. Sie ebneten den Weg, die ideale Magnetohydrodynamik genauer in Augenschein zu nehmen. Denn es stellte sich heraus, dass der MRI eine Schl?sselrolle in der Dynamik der magnetischen Akkretionstheorie zukommt.
    Die Untersuchungen wurden mittlerweile signifikant erweitert. De Villiers und Hawley stellten 2003 Simulationen vor, die nun anstelle des post-Newtonschen Potentials die volle Kerr-Geometrie beinhalten! Damit ist es erstmals gelungen Akkretionfl?sse auf dem Hintergrund rotierender Schwarzer L?cher zu beschreiben. Strahlung wurde aus numerischen und konzeptionellen Gr?nden noch aussen vor gelassen, so dass dies die relativistische Erweiterung des NRAF-Sektors darstellt. Das Akronym dieser Dom?ne ist die Allgemein Relativistische Magnetohydrodynamik (engl. general relativistic magnetohydrodynamics, GRMHD).
    Als Koordinaten wurden die Boyer-Lindquist Koordinaten gew?hlt. Ihr Verhalten ist am Ereignishorizont pathologisch. Deshalb wurde in den Simulationen, nicht exakt bis auf den Horizont gerechnet, sondern kurz vorher abgeschnitten. In den Simulationen wurde wieder eine anf?ngliche Toruskonfiguration zugrunde gelegt, dessen zeitliche Entwicklung simuliert werden soll. Die Dynamik m?ndet wieder in einen Zerfall des Torus nach wenigen Uml?ufen. Wieder bildet sich ein Akkretionsfluss in radialer Richtung zum Schwarzen Loch aus - wie zu erwarten war.
    Typische Parameter in den Simulationen sind hohe Rotation des Loches, Kerr-Parameter 0.9, eine anf?ngliche Toruskonfiguration die einen Innenrand von 15 Gravitationsradien und einen Torusradius (Ort maximalen Gasdrucks, "Toruszentrum") von 25 Gravitationsradien aufweist und ein Verh?ltnis von Gasdruck zu magnetischem Druck ("Plasma beta") von 200.

    Im Wesentlichen gibt es nun folgende Strukturen im voll relativistischen, nicht-radiativen Akkretionsfluss:
    Ein innerer Torus (engl. inner torus), der vom einstr?menden Akkretionsfluss auf der H?he der marginal stabilen Bahn aufgebaut wird. Dieser Torus m?ndet letztendlich im rotierenden Loch und taucht dort ein (engl. plunging region). So wird das rotierende Loch mit Materie versorgt und kann akkretiv wachsen. Der innere Torus k?nnte bei ausreichendem Emissionsmass mit der Korona assoziiert werden.
    Die Hauptscheibe (engl. main disk body), die sich aus den grossen Materiereservoir des anf?nglichen Torus entwickelt. Im Prinzip ist sie das turbulente Relikt der toroidalen Startkonfiguration. Inw?rts m?ndet sie in den inneren Torus.
    Die koronale Einh?llende (engl. coronal envelope) ist ein Materier?ckflussgebiet, das sich bei grossen Poloidalwinkeln ausbildet. Es ist oberhalb bzw. unterhalb der Hauptscheibe lokalisiert. W?hrend die Materie in der ?quatorialebene (kleine Poloidalwinkel) einstr?mt, fliessen Teile davon aussen wieder zur?ck und entfernen sich vom rotierenden Loch.
    Nahe der Symmetrieachse des Systems, der Rotationsachse des Loches, bildet sich der trichterf?rmige Jet (engl. funnel jet) aus. Es handelt sich dabei um einen zentrifugal und magnetisch getriebenen Ausfluss, der noch nicht geb?ndelt, sondern eher breit ist. Dieser Ausfluss wird als derjenige interpretiert, der den grossskaligen, kollimierten Jet, wie man ihn bei AGN beobachtet, speist.

    Unmittelbar an der Symmetrieachse entsteht ein leeres, trichterf?rmiges Gebiet (engl. evacuated funnel). Aufgrund des Drehimpulses findet sich hier fast keine Materie, die Materiedichten sind sehr gering.

    Die De Villiers und Hawley-Simulationen sind zurzeit wohl das beste, was die Akkretionstheorie bietet, weil viele Eigenschaften des Akkretionsflusses gekl?rt werden und sich mit beobachteten Aspekten decken. Es gibt allerdings eine gewichtige Unzul?nglichkeit: Die Strahlungsk?hlung und -heizung ist noch unber?cksichtigt. Bei den Strahlungsprozessen ist zu erwarten, dass vor allem die Synchrotronk?hlung der Elektronen einen wesentlichen Einfluss auf den heissen, magnetisierten Akkretionsfluss haben wird. Die K?hlzeitskala der Elektronen liegt im Bereich von Millisekunden (!) und sollte heisse, evaporierte (d.h. aufgebl?hte) Bereiche des Akkretionsflusses vertikal kollabieren lassen. Die numerische Aufl?sung solcher geometrisch d?nnen Strukturen wird ausserordentlich schwierig werden. Wom?glich sind in der Numerik Adaptive Gittermethoden erforderlich.

    Quelle: http://www.vfgp.de/

    Die Kerr-L?sung

    Erst 1963 folgte eine weitere wesentliche L?sung der Einsteinschen Gleichungen mit neuen physikalischen Eigenschaften: die Kerr-L?sung. Sie beschreibt rotierende, elektrisch ungeladene Schwarze L?cher und wurde von dem neuseel?ndischen Mathematiker Roy Patrick Kerr gefunden (Papier: "Gravitational field of a spinning mass as an example of algebraically special metrics", 1963). Diese L?sung ist station?r und axialsymmetrisch. Aus der Killing-Gleichung dieser Metrik lassen sich so zwei Killing-Felder ableiten: eine Erhaltungsgr?sse dieser Symmetrieeigenschaften ist die Energie (Stationarit?t), die andere ist der Drehimpuls (Axialsymmetrie). Nach dem Noether-Theorem ist mit jeder Erhaltungsgr?sse eine Symmetrie verkn?pft, diese wurde in Klammern vermerkt. Das Linienelement der Kerr-Metrik ist komplizierter als im Schwarzschild-Fall und weist neue Kreuzterme auf. Mit Kreuztermen meint man Mischungen von Koordinaten in den metrischen Koeffizienten. Im Fall der Kerr-L?sung (in Boyer-Lindquist Form) treten Mischungen zwischen der zeitlichen Komponente (t-Komponente) und der Azimutal-Komponente (Phi-Komponente) auf. Die Metrik geschrieben in Matrixform ist also nicht diagonal und weist von Null verschiedene Nebendiagonalelemente auf. Physikalisch ist das mit der rotierenden Raumzeit zu begr?nden. Man kann dies schnell nachvollziehen, indem man gleichzeitig eine t- und eine Phi-Spiegelung durchf?hrt: dann ist das Kerr-Feld unver?ndert (invariant). Es muss also zu einer drehenden Gravitationsquelle geh?ren.


    Roy Kerr hat historisch die Metrik dieser rotierenden, ringf?rmigen Gravitationsquelle in pseudo-kartesischen Koordinaten formuliert. Weil diese der Axialsymmetrie nicht angepasst sind, sieht die Metrik dann deutlich komplizierter aus (historische Form der Kerr-L?sung). Allerdings kann man die Ringsingularit?t (dazu sp?ter) geeignet im pseudo-kartesischen System ableiten.
    Eine Standarddarstellung rotierender Schwarzer L?cher ist die Boyer-Lindquist Form. Diese Koordinaten sind pseudo-sph?risch und der Symmetrie deutlich besser angepasst. Es handelt sich dabei um die maximale analytische Fortsetzung der Kerr-Metrik. In dieser Darstellung werden eine Reihe typischer Funktionen verwendet, die auch oben im Linienelement der Kerr-Geometrie zu finden sind. Das radiale Verhalten dieser Boyer-Lindquist Funktionen in der ?quatorialebene (theta ist die H?lfte von Pi, also 90 Grad) und im Falle eines maximal rotierenden Schwarzen Loches a = 1 zeigt die linke Abbildung. Auf der Symmetrieachse der rotierenden Raumzeit (theta ist null) gibt es in Boyer-Lindquist Form eine Koordinatensingularit?t. Eine weitere, gravierendere gibt es am Ereignishorizont: Die Lapse-Funktion (alpha) und das Delta-Potential (gross Delta) werden beide am (inneren und ?usseren) Horizont null. Deshalb divergiert die Komponente grr des metrischen Tensors am Horizont. Beide Koordinatensingularit?ten des Boyer-Lindquist Systems lassen sich beheben, wenn man Kerr-Schild Koordinaten verwendet. Der metrische Tensor der Kerr-Geometrie in Kerr-Schild Form weist zwar mehr nicht-verschwindende Komponenten (mehr Nebendiagonalelemente) auf, bleibt aber konvergent. Das wird im Wesentlichen durch die neue Funktion z gew?hrleistet, die die Kerr-Schild Funktionen enthalten (Quelle: S.S. Komissarov 2004).
    Im Schwarzschild-Fall koinzidiert der innere Horizont mit der zentralen Singularit?t bei r = 0. Bei maximaler Rotation eines Schwarzen Loches vom Kerr-Typ (a = -1 oder a = 1) koinzidieren innerer und ?usserer Horizont und liegen bei einem Gravitationsradius. F?r intermedi?re Werte von a liegt der innere Horizont immer innerhalb des ?usseren Horizonts.
    Physikalisch bedeutet verschwindendes Delta-Potential, dass hier gerade die Rotverschiebung unendlich wird! Strahlung aus diesem Bereich unterliegt dem Effekt der Gravitationsrotverschiebung und wird stark unterdr?ckt.

    Ein interessanter Umstand ist, dass das rotierende Schwarze Loch am Horizont alles, Materie, Licht, Magnetfelder, Beobachter etc. zwingt in seine Umlaufrichtung und mit gleicher Winkelgeschwindigkeit zu rotieren. Das verwundert nicht, denn das Loch ist die Raumzeit selbst, die rotiert. Dieses "Mitschleppen von Objekten und des Bezugssystems" bezeichnet man mit dem englischen Fachbegriff frame dragging (engl. frame: Bezugssystem; to drag: ziehen). Es kann deshalb auch keine statischen Beobachter mehr nahe am Loch geben. Das passende Beobachtersystem, das man dann in der Kerr-Metrik verwendet, nennt man Bardeen-Beobachter oder ZAMO-System, f?r Zero Angular Momentum Observer. Dieser Beobachter rotiert mit der Raumzeit/mit dem Schwarzen Loch mit, deshalb verschwindet sein Drehimpuls lokal.
    Das kleine omega bei den Boyer-Lindquist-Funktionen bezeichnet die Frame-Dragging Frequenz: Man erkennt, dass sie kurz vor dem Horizont stark ansteigt. Daran kann man sehen, dass die Rotation der Raumzeit im Bereich innerhalb der Ergosph?re wichtig und sehr hoch wird. Ergoregion heisst der Bereich zwischen ?usserem Horizont und Ergosph?re. Die Ergoregion ist eine an den Polen abgeplattete, sph?roide Region um den exakt kugelf?rmigen Horizont und markiert gerade die Grenze, ab der die raumzeitliche Rotation dominant wird. Mathematisch definiert man die Ergosph?re durch das Verschwinden der 00-Komponente (oder tt-Komponente) des metrischen Tensors.
    Der ZAMO rotiert exakt mit dieser Winkelfrequenz klein omega. Sendet er einen Lichtblitz aus, propagiert ein Teil des Lichts in positive und der andere Teil in negative Richtung des Azimutwinkels phi. Nur der ZAMO wird - und nur er - dann die getrennten Lichtblitze nach ihren Uml?ufen um das Loch exakt gleichzeitig bei sich empfangen. Andere Beobachter werden eine Verz?gerung messen.
    Dieselbe Diskussion kann man f?r den Schwarzschild-Fall (keine Rotation, a = 0) wiederholen. Die Abbildung links zeigt, dass das Verhalten der einzelnen Funktionen sehr ?hnlich ist, wie im Kerr-Fall, nur dass der Horizont nun doppelt so gross ist, bei rH = 2 rg, dem Schwarzschildradius. Die Funktionen rho und omega tilde sind im Schwarzschild-Fall identisch und liegen aufeinander (blaue und gelbe Kurve). Es gibt jedoch eine wesentliche Ausnahme: das Drehimpulspotential (omega) bleibt konstant null, weil es proportional zu a ist. Das bedeutet, dass aufgrund des Frame-Dragging Effekts jede Rotation am Horizont des Schwarzschild-Loches stoppen muss! Diese Bedingung wird rotierender Materie in einer Akkretionsscheibe durch die statische Raumzeit auferlegt. Bei Simulationen des Akkretionsflusses in pseudo-Newtonschen Potentialen (Potentiale, die den relativistischen Schwarzschild-Fall nachahmen) muss diese Bedingung ber?cksichtigt werden.

    Der Frame-Drag ist in der Magnetohydrodynamik (MHD) Schwarzer L?cher von besonderer Relevanz: denn Magnetfelder in der Akkretionsscheibe werden durch frame dragging "aufgezogen". Anschaulich werden global poloidale Magnetfelder in der N?he von Kerr-L?chern verdrillt (Torsion). Die Feldlinien werden zusammengequetscht und rotieren: die Magentfeldst?rke erh?ht sich signifikant! Man nennt dieses Ph?nomen ergosph?rischen Dynamo. Dadurch werden vorhandene Magnetfelder verst?rkt und die Magnetfeldtopologie dominant toroidal. Auch die Dynamik solcher Magnetfelder ist ein interessantes Studienobjekt, denn das rotierende Loch treibt Alfv?n-Wellen, also ein r?umlich und zeitlich variables Magnetfeld, dass durch die Raumzeit propagiert. Man nennt die resultierende, grossskalige Struktur: Torsionalen Alfv?n-Wellenzug (Torsional Alfv?n Wave Train, TAWT). Es handelt sich um eine MHD-Welle, die entlang der Rotationsachse des Schwarzen Loches propagiert und dabei Plasma mitreisst. Ihre Geschwindigkeit, die Alfv?n-Geschwindigkeit, h?ngt von der Umgebungsdichte ab: In einem dichteren Medium wird diese MHD-Welle langsamer. Mithilfe des TAWT-Mechanismus erkl?rt man sich die Jet-Entstehung: Jets sind grossskalige Plasmastr?me aus dem Innern von Konfigurationen aus Schwarzem Loch und Akkretionsscheibe. Bei den extragalaktischen Makro-Jets von Aktiven Galaktischen Kernen (AGN), wie Radiogalaxien, Quasaren und Blazaren, und auch bei den Mikro-Jets von (stellaren) Mikroquasaren werden die Jets sogar relativistisch schnell. Relativistische Jets sind also magnetisch getrieben! Jets reichern schliesslich durch ihre Ausbreitung das interstellare und intergalaktische Medium mit Materie an. Aus diesem Material k?nnen durch gravitative Instabilit?ten wieder Sterne entstehen.


    Genauso wie die Planeten im Sonnensystem um die Sonne kreisen, gibt es auch stabile Keplerbahnen um ein Schwarzes Loch. Es gibt neben diesen stabilen Orbits aber auch instabile Bahnen. Im Prinzip gibt es f?nf M?glichkeiten f?r die Bewegung eines Teilchens mit Drehimpuls in der Umgebung eines rotierenden Schwarzen Loches:
    i) Das Teilchen f?llt direkt aus dem Unendlichen in das Schwarze Loch.
    ii) Das Teilchen wird aus dem Unendlichen eingefangen und f?llt nach einigen Uml?ufen in das Schwarze Loch.
    iii) Das Teilchen beschreibt eine stabile Kreisbahn (mit konstantem Radius) um das Schwarze Loch.
    iv) Das Teilchen beschreibt eine elliptische Bahn mit einer Periastron-Drehung um das Schwarze Loch.
    v) Das Teilchen entkommt dem Schwarzen Loch, weil es genug Energie hat bzw. der "Stossparameter" sehr gross ist.
    Diese ?berlegungen macht man sich leicht am Potentialverlauf klar. Die Diskussion l?uft analog zum Newtonschen Fall, nur dass man verallgemeinerte effektive Potentiale der Kerr-Geometrie hat. Analytisch behandelt man bei Teilchenbewegungen (Materieteilchen oder Photonen) mit der Geod?tengleichung. Eine L?sung dieser Gleichung auf der Kerr-Geometrie f?hrt zu den Geod?ten f?r Materieteilchen und den Nullgeod?ten f?r Photonen. Numerisch kann man vorhandene Erhaltungsgr?ssen ausnutzen: neben den klassischen, konservativen Gr?ssen Masse, Energie und Drehimpuls existiert - und das nur ganz speziell in der Kerr Metrik! - eine vierte Erhaltungsgr?sse: die Carter-Konstante. Brandon Carter fand diese Gr?sse 1968 (Papier: "Global structure of the Kerr family of gravitational fields") aus der Separabilit?t der Hamilton-Jacobi Gleichung: diese Gleichung formuliert auf der Kerr-Geometrie enth?lt das Wirkungsfunktional. Carter nahm daf?r einen Separationsansatz an, der im Wesentlichen in den Koordinaten separiert. Die Carter-Konstante ist mit dem radialen und poloidalen Impuls (des Materieteilchens oder Photons) assoziiert.
    Mit diesem Satz aus vier Erhaltungsgr?ssen l?sst sich die Geod?tengleichung sehr angenehm integrieren. Die Geod?tengleichung ist eine Differentialgleichung zweiter Ordnung, die nach dem Existenz- und Eindeutigkeitssatz eine eindeutige L?sung besitzt: die Bahn des Materieteilchens oder Photons. Die Simulationen mit Kerr Ray Tracern zeigen, dass die Photonen nicht nur durch den klassischen Doppler-Effekt, sondern auch durch relativistische Effekte stark beeinflusst werden:
    Beaming - ein Effekt der speziellen Relativit?tstheorie - sorgt f?r eine Kollimation der Strahlung in Bewegungsrichtung des Emitters. Dieses Ph?nomen wurde auch in Teilchenbeschleunigern entdeckt, wo relativistische, geladene Teilchen eine scharf in Bewegungsrichtung geb?ndelte Strahlung abgeben: die Synchrotronstrahlung (benannt nach dem Typus des Teilchenbeschleunigers, einem Synchrotron). In der Umgebung Schwarzer L?cher rotiert das Plasma ausserhalb der marginal stabilen Bahn in der Regel Keplersch in einer geometrisch d?nnen Standard-Akkretionsscheibe. Beaming bewirkt nun, dass der Teil der Scheibe, der auf den Beobachter zurotiert heller wird, w?hrend der andere Teil der Scheibe, der vom Beobachter wegrotiert in der Helligkeit unterdr?ckt ("weggebeamt", aber nicht im Sinne von Scotty) wird.
    Gravitationsrotverschiebung sorgt vor allem nahe am Ereignishorizont f?r eine Verschiebung der Wellenl?nge der Photonen zum roten, niederenergetischen Ende hin. Ursache ist das starke Gravitationsfeld des Schwarzen Loches, gegen das die Photonen ank?mpfen m?ssen. Um ?berhaupt dem Einflussbereich des Loches zu entkommen, verlieren die Photonen viel Energie. Dieser Effekt reduziert jede Emission am Horizont besonders stark! Man sagt: um das Schwarze Loch bildet sich ein "Schatten" aus (wenn der Vergleich auch etwas hinkt).


    Die linke Abbildung zeigt die Winkelgeschwindigkeit in der Kerr-Metrik. Dieser Ausdruck ist ganz fundamental und gilt immer in der Kerr-Geometrie. Man sieht die Abh?ngigkeit von den Boyer-Lindquist-Funktionen (R ist der "Zylinderradius" und identisch mit dem obigen omega, das eine Tilde aufweist) und von einer Gr?sse, die mit lambda bezeichnet ist. Lambda ist gerade das Verh?ltnis von den Erhaltungsgr?ssen Drehimpuls L und Energie E eines einfallenden Materieteilchens oder Photons. Die Winkelgeschwindigkeit wird am Horizont gerade klein omega, weil wie aus dem Diagramm oben ersichtlich, alpha null wird. Das ist gerade der Frame-Dragging Effekt: das Loch zwingt alles mit dem Horizont zu rotieren!
    Auf Keplerbahnen kann man f?r die Gr?ssen E und L (also auch lambda) fixe Ausdr?cke ableiten, die nur von der Masse des Schwarzen Loches, dessen Rotationszustand (parametrisiert mit a) und dem Radius der Kreisbahn abh?ngen. Diese Ausdr?cke gehen f?r grosse Radien in den Newtonschen Grenzfall ?ber.
    Man unterscheidet bei der Winkelgeschwindigkeit bzw. bei Kreisbahnen um ein Schwarzes Loch zwei M?glichkeiten: bei prograden Orbits rotiert das Teilchen (oder der Stern etc.) mit dem Schwarzen Loch in die gleichen Umlaufrichtung; bei retrograden Orbits entsprechend gegenl?ufig. Dies macht in den Gleichungen nur Vorzeichenunterschiede bei einigen Termen aus.
    Stabile Kepler-Rotation auf Kreisbahnen ist nur bis zur marginal stabilen Bahn m?glich. Dies gab gerade diesem charakteristischen Radius um ein Schwarzes Loch seinen Namen. F?r kleinere Radien ist keine stabile Rotation mehr m?glich und das Teilchen wird im freien Fall in das Schwarze Loch fallen, am Drehimpulswall reflektiert (wenn es gen?gend Drehimpuls hat) oder den Bereich des Schwarzen Loches wieder verlassen (wenn es gen?gend Energie hat).
    Bis zur marginal stabilen Bahn kann man somit die Formel f?r Omega vereinfachen: man erh?lt dann die bekannte Winkelfrequenz f?r Keplerbahnen. Alle Werte f?r die Winkelgeschwindigkeit, die ?berhaupt angenommen werden d?rfen, liegen im farbigen Bereich der n?chsten Abbildung: die obere Kurve ist gerade die prograde Winkelgeschwindigkeit, die untere Kurve die retrograde Winkelgeschwindigkeit. Der Bereich ausserhalb dieser Kurven ist physikalisch verboten, weil hier das Geschwindigkeitsfeld nicht mehr global zeitartig ist.
    Keplersche Rotation ist bis zum Horizont m?glich, weil in diesem extremen Fall, genannt Maximum-Kerr, alle charakteristischen Radien bei 1 liegen: der Horizont, die marginal stabile Bahn, die marginal gebundene Bahn, der Photonenorbit und die Ringsingularit?t koinzidieren. Dies zeigt das Diagramm weiter unten.

    Ein wesentlicher Unterschied zwischen rotierenden und nicht rotierenden Schwarzen L?chern ist, dass beim Kerr-Typus die intrinsische Singularit?t bei r = 0 verschwindet und durch die Ringsingularit?t in der ?quatorebene beim Radius a ersetzt wird. In der Kerr-Geometrie ist demnach ein singul?rer Massenfluss, der in einem unendlich d?nnen Ring fliesst, die Quelle des rotierenden Gravitationsfeldes. a nennt man den Rotations-, Spin- oder Kerr-Parameter, der den Drehimpuls des rotierenden Loches festlegt: a = 0 bedeutet keine Rotation (also Schwarzschild), a = -1 (retrograd) bzw. a = +1 (prograd) ist die maximal rotierende Kerr-L?sung. Zwischen a = -1 und a = +1 liegen weniger schnell rotierende Kerr-L?cher. Man kann sich vorstellen, dass die Ringsingularit?t mit abnehmendem a immer kleiner wird und schliesslich im kritischen Grenzfall a = 0, der Schwarzschild-L?sung, zu einer zentralen Punktsingularit?t bei r = 0 wird. Dies muss auch so sein, weil die Schwarzschild-Metrik kugelsymmetrisch ist. Wie man sich leicht ?berlegt, liegt die Ringsingularit?t immer innerhalb beider Horizonte. Nur im maximalen Kerr-Fall, a = -1 oder a = +1, liegt die Ringsingularit?t auf beiden Horizonten gleichermassen in der ?quatorebene. Dieser Extremfall stellte eine "nackte", d.h. sichtbare Singularit?t dar, die gem?ss der Kosmischen Zensur verboten sind.

    Ausserdem gibt es in der Kerr-Metrik ein abgeplattetes Gebiet, das man Ergosph?re nennt. Sie liegt dicht am ?usseren Horizont und hat eine Berandung, die vom Poloidalwinkel abh?ngt: An den Polen des maximal rotierenden Kerr-Lochs f?llt sie mit dem Horizont zusammen und steigt mit dem Kosinus des Poloidalwinkels bis auf 2 Gravitationsradien (also einem Schwarzschildradius) in der ?quatorebene an. Diese Begrenzung in der ?quatorebene ist unabh?ngig vom Rotationszustand des Schwarzen Loches und heisst statisches Limit: Im Schwarzschildfall gibt es keine Ergosph?re, denn hier f?llt die Berandungsfl?che mit dem Horizont zusammen. Akkretionsscheiben, die im Bereich zwischen ein und zwei Gravitationsradien existieren, nennt man ergosph?rische Scheiben. Teilchen k?nnen in der Ergosph?re negative Energien annehmen. Auf diese Weise w?re es zumindest theoretisch m?glich dem Schwarzen Loch Energie zu entziehen: Man schiesst ein Teilchen in die Ergosph?re hinein, l?sst es dort zerfallen. Nun muss man daf?r sorgen, dass das Teilchen, das negative Energie tr?gt ins Loch f?llt, w?hrend das andere die Ergosph?re wieder verl?sst und aufgefangen wird. Auf diese Weise h?tte man Energie aus dem Loch gewonnen. Diesen Mechanismus nennt man Penrose-Prozess. Man stellt sich heute vor, dass die Makro-Jets Aktiver Galaktischer Kerne in der Ergosph?re Energie erhalten und so ein elektromagnetischer Energiefluss (genannt Poynting-Fluss) unmittelbar vor dem Horizont des rotierenden Schwarzen Loches getrieben wird, der den Jet nach aussen elektromagnetisch beschleunigt. Die Astrophysiker sagen, das relativistische Jets magnetisch getrieben sind (Details dazu in meiner Doktorarbeit).


    Die Abbildung rechts zeigt die Topologie Schwarzer L?cher, hier der allgemeine Fall eines Kerr-Loches: n?hert man sich von aussen diesem Objekt, so st?sst man zun?chst auf den Radius marginaler Stabilit?t (gr?ner Orbit). Dieser Abstand markiert den kleinstm?glichen Abstand, bei dem noch eine stabile Rotation um das Schwarze Loch m?glich ist. Also gibt es f?r Radien kleiner als den f?r marginale Stabilit?t keine stabilen Kreisbahnen mehr. Kommt das Objekt n?her heran, muss es entweder in das Schwarze Loch fallen oder auf einer ungebundenen Bahn verlassen.
    Die marginal gebundene Bahn hingegen schliesst sich weiter innen an (violetter Orbit). Dies ist der charakteristische Abstand, bei dem ein Testteilchen, das im Unendlichen ruhend erscheint, gerade an der Schwelle ist, um vom Schwarzen Loch angezogen zu werden.
    Kurz vor dem Ereignishorizont, findet man die Photonensph?re (gelbe Kugelschale und Orbit): an diesem charakteristischen Radius k?nnen Photonen im Prinzip beliebig lange umlaufen, allerdings nur, wenn sie mit richtiger Geschwindigkeit und Richtung auf diesen Orbit eingeschossen werden. Der Orbit ist instabil und - weil er besonders exponiert ist - spielt f?r die Physik Schwarzer L?cher eher eine untergeordnete Rolle.
    Dann schliesst sich die oben beschriebene Ergosph?re an.
    Die Topologie ist im Wesentlichen f?r Kerr-L?cher mit a gr?sser als 0.7 dieselbe, allerdings ragt der Photonenradius dann in die Ergosph?re hinein; ab a gleich 0.83 wandert auch der Radius f?r marginale Bindung in die Ergosph?re und schliesslich ab einem Kerr-Parameter a von 0.94 auch der Radius f?r marginale Stabilit?t.



    S?mtliche charakteristische Radien Schwarzer L?cher habe ich in Abh?ngigkeit vom Kerr-Parameter a, der die Rotation des Schwarzen Loches parametrisiert in der Abbildung links dargestellt. Die Radien heissen:

    Radius marginaler Stabilit?t rms,
    Radius marginaler Bindung rmb,
    Photonenradius rph,
    Radius der Ergosph?re rerg (auch: statischen Grenze rstat)
    ?usserer Horizontradius r+H,
    Radius der Ringsingularit?t rring
    und innerer Horizontradius r-H.
    ?blicherweise ist a eine positive Gr?sse, dann spricht man von prograder Rotation, was bedeutet, dass der Drehsinn des rotierenden Schwarzen Loches mit dem der Akkretionsscheibe ?bereinstimmt. Dies entspricht also dem rechten Teil der Abbildung. Nimmt man hingegen f?r a negative Werte an, so handelt es sich um retrograde Rotation: Scheibe und Loch rotieren gegenl?ufig. W?hrend Horizont, statisches Limit und Radius der Ringsingularit?t unabh?ngig vom Vorzeichen von a sind (Symmetrie zur Vertikalen durch a = 0 in der Abbildung), h?ngen Radius marginaler Stabilit?t, Radius marginaler Bindung und Photonenradius stark vom Umlaufsinn ab. Retrograd ist demnach der Bereich links in der Abbildung. Besonders wichtig wird das beim Radius marginaler Stabilit?t, angewandt in der Akkretionstheorie, wo ein gegenl?ufig rotierendes Loch die Standardscheibe (die Keplerrotation bis rms aufweist) weit nach aussen dr?ckt: im Extremfall, a = -1, auf 9 Gravitationsradien!
    Wie ausserdem leicht zu erkennen ist, gilt immer, dass der Radius marginaler Stabilit?t aussen liegt, sich dann der marginal gebundene Orbit und die Photonensph?re anschliessen, bis schliesslich der Ereignishorizont ganz innen liegt. Noch weiter innen, hinter dem Ereignishorizont befindet sich die Ringsingularit?t. Sie ist sogar immer innerhalb des inneren Horizont (innerhalb der Cauchy-Fl?che) wie eine genaue Untersuchung der Singularit?tenstruktur ergibt (Carter 1968).
    Hier unterscheiden sich rotierende und nicht-rotierende Schwarze L?cher eklatant, denn im Kerr-Fall wird die zentrale Punktsingularit?t zu einem (unendlich d?nnen) Ring mit Radius a "aufgeblasen". Die Ringsingularit?t liegt in der ?quatorebene. Im Schwarzschild-Fall a = 0, die genau in der Mitte der Abbildung liegt, kollabiert die Ringsingularit?t zu einer Punktsingularit?t bei r = 0. Die intrinsischen Singularit?ten der Schwarzen L?cher sind gerade die Quellen des Gravitationsfeldes der Vakuuml?sungen der Einsteinschen Feldgleichungen.
    Die maximal rotierenden Schwarzen L?cher, a = -1 bzw. a = +1, haben die verbl?ffende Eigenschaft, dass alle charakteristischen Radien (bis auf den der Ergosph?re bzw. des statischen Limits) zusammenfallen, n?mlich beim Radius r = 1 rg! Wie die Abbildung zeigt, geht die gegenseitige Ann?herung der charakteristischen Radien eines Kerr-Loches relativ glatt mit variablem Kerr-Parameter vonstatten (es gibt keine Spr?nge/Unstetigkeiten der Radiusfunktionen). Die Ergosph?re, also der Bereich negativer Energien, hat in diesem Fall (und ebenso f?r a = -1) ihr maximales Volumen, das Loch hingegen seinen kleinstm?glichen Radius des ?usseren Horizonts. Dadurch dass Schwarze L?cher durch Akkretion schnell Drehimpuls gewinnen (engl. spin-up effect), ist zu erwarten, dass sehr viele von ihnen nahe an diesem Limit rotieren. Rotation ist vital, um die Bildung von Poynting-Fl?ssen, die den Jets speisen, zu erkl?ren.


    Eine wesentliche Gr?sse bei der Betrachtung der Strahlungsemission nahe Schwarzen L?cher ist der verallgemeinerte Doppler-Faktor (auch generalisierter Rotverschiebungsfaktor genannt). Man muss diese auch g-Faktor genannte dimensionslose Zahl generell dann ber?cksichtigen, wenn man die Strahlungsemission nahe Schwarzer L?cher verstehen m?chte. H?ufig sind Astronomen daran interessiert, den spektralen Fluss im Beobachtersystem zu bestimmen, zum Beispiel ein Kontinuumsspektrum oder eine bestimmte Spektrallinie. Wird diese Strahlung jedoch in der gekr?mmten Raumzeit Schwarzer L?cher emittiert, wenige Gravitationsradien vom Horizont entfernt oder auf typischen Abst?nden marginaler Stabilit?t, so hinterl?sst die Raumzeit deutliche, spektrale Signaturen: quadratischer Doppler-Effekt, Beaming, Gravitationsrotverschiebung, Aberration ver?ndern die Strahlung in charakteristischer Weise, bis sie den Beobachter in asymptotischer Flachheit erreicht.
    Wie nebenstehende Gleichung zeigt h?ngt der g-Faktor im Allgemeinen vom Geschwindigkeitsfeld des Plasmas ab (die v-Komponenten in pseudo-sph?rischen Koordinaten des ZAMO-Systems), den metrischen Funktionen der Kerr-Geometrie, dem spezifischen Drehimpuls des Photons (lambda, einer Erhaltungsgr?sse, dem Quotienten aus Drehimpuls und Energie eines Photons), dem Lorentz-Faktor (gamma, in die Gleichung gekommen durch eine Lorentz-Transformation vom ZAMO in das Ruhesystems des Plasmas) und zwei Polynomen (R und Theta), die B. Carter 1968 einf?hrte, um die (Photonen-)Impulse in der Kerr-Metrik auszuwerten.
    Wie der Relativist und Astrophysiker C.W. Misner 1970 zeigen konnte, gibt es eine Invariante, die man ausnutzen kann, um die Intensit?t im System eines Beobachters im Unendlichen mit dem Emittersystem in Verbindung zu bringen. Bei dieser Vorgehensweise kommt eine Gewichtung des Fluss-Integrals mit dem g-Faktor in der dritten Potenz hinein. Nimmt man nun eine intrinsische Emission im Ruhesystems des Emitters an, die n?herungsweise einer Delta-Distribution entspricht kommt eine weitere Potenz des g-Faktors hinzu.


    Der verallgemeinerte Doppler-Faktor verschiebt gerade die Ruhewellenl?nge der Strahlung. Dabei bedeutet:
    g kleiner 1: Rotverschiebung
    g = 1: keine Verschiebung
    g gr?sser 1: Blauverschiebung

    Die n?chste Abbildung zeigt nun die Verteilung des g-Faktors emittierenden Plasmas einer d?nnen Akkretionsscheibe um ein Schwarzes Loch. Das Besondere dieser Rechnung ist eine Ber?cksichtigung von radialer Drift, d.h. zus?tzlich zur Kepler-Rotation f?llt das Scheibenmaterial auch radial ein. Die Parameter im Ray Tracing waren:
    Kerr-Parameter a = 0.1,
    Scheibeninklination i = 40 Grad,
    Scheibeninnenrand ist der Horizont bei 1.996 Gravitationsradien,
    Scheibenaussenrand 10.0 Gravitationsradien,
    das Plasma f?llt ab einem Radius von 5.0 Gravitationsradien inw?rts.

    Der Betrag des g-Faktors, der zwischen null (am Horizont) und etwa 1.5 (Beaming) variiert, wurde als dritte Koordinate ?ber der Bildschirmebene der Kamera des Ray Tracers dargestellt. Es ergibt sich eine gekr?mmte Fl?che (rubber sheet) ?ber der Bildebene, auf der ebenfalls Isokonturlinien des g-Faktors dargestellt sind: von innen nach aussen nimmt g auf den Kurven von 0.2, 0.3, 0.4,...nach 1.0 zu. Die ?usserste Konturlinie oben links entspricht gerade den Orten auf der akkretierenden Standardscheibe, wo die Emission nicht verschoben wird (g = 1).
    Das resultierende Bild entspricht im Prinzip der Visualisierung des Gravitationstrichter-Diagramms (grosse Version). Der Gravitationstrichter wird ?blicherweise mit der Lapse-Funktion visualisiert (siehe Abbildung Lapse-Funktion eines maximal rotierenden Loches). Zum Horizont des Schwarzen Loches hin, f?llt der g-Faktor signifikant ab und wird schliesslich exakt null am ?usseren Horizont selbst. Diesen Effekt nennt man Gravitationsrotverschiebung: jedes Materieteilchen oder Photon verliert grosse Energiemengen, um der stark gekr?mmten Raumzeit zu entkommen. Am Horizont erreicht die Entweichgeschwindigkeit gerade eine kritische Grenze, die Lichtgeschwindigkeit. Dann gibt es kein Entkommen mehr und alle Geod?ten enden in der Singularit?t (trapped surface).

    Wie in der Historie Schwarzer L?cher bereits angemerkt, haben auch die Schwarzen L?cher der Kerr-Familie eine Verallgemeinerung erfahren: rotierende Schwarze L?cher mit elektrischer Ladung. Diese Kerr-Newman L?sungen wurden 1965 von Newman et al. abgeleitet. F?r Relativisten ist das Studium dieser Raumzeiten mit elektromagnetischen Feldern ausserordentlich interessant. F?r Astrophysiker spielt sie eher eine untergeordnete Rolle, weil die Ladung durch Akkretion von Plasma aus der Umgebung schnell kompensiert werden w?rde, sollte sich ein geladenes Schwarzes Loch gebildet haben. Aus diesem Grund betrachten Astrophysiker in der Regel nur ungeladene Schwarze L?cher vom Kerr-Typ.
    Alle Versuche eine innere Kerr-L?sung als rotierendes Pendant zur inneren Schwarzschild-L?sung aufzufinden, sind bisher gescheitert. Eine gewisse Verwandtschaft zu diesen m?glicherweise existierenden L?sungen weisen die Raumzeiten von Neutronensternen und Magnetaren auf: sie bestehen aus einem rotierenden, magnetisiertem Fluidum, das eine Kugel mit endlichem Radius ausf?llt.

    Quelle: http://www.vfgp.de/

    Die Schwarzschild-L?sung

    Bereits ein Jahr nach der Publikation der Einsteinschen Gleichungen der ART wurde auch schon eine L?sung f?r den Vakuumfall, also verschwindenden Energie-Impuls-Tensor, gefunden. Dieses rasche Auffinden einer L?sung erstaunte selbst Albert Einstein, weil er nicht damit gerechnet hatte: die nicht-linearen Feldgleichungen erschienen ihm zu kompliziert.

    Der deutsche Astronom Karl Schwarzschild (1873-1916) fand diese erste L?sung und ver?ffentlichte sie 1916 in der Publikation mit dem Titel "?ber das Gravitationsfeld eines Massenpunktes nach der Einsteinschen Theorie". Heute kennt man diese Raumzeit unter dem Begriff ?ussere Schwarzschild-L?sung. Sie beschreibt das relativistische Gravitationsfeld eines Massenpunkts und ist die Metrik nicht-rotierender, ungeladener Schwarzer L?cher. Der Massenpunkt mit Masse M ist eine idealisiertes Gebilde, weil seine gesamte Masse in einem beliebig kleinen Punkt komprimiert ist. Das Schwarze Loch vom Schwarzschild-Typ hat hier seine zentrale, intrinsische Singularit?t. Wie man schnell am Linienelement ablesen kann, das die Metrik eindeutig beschreibt, ist sie statisch und kugelsymmetrisch. In Matrixform hat der metrische Tensor der Schwarzschild-Geometrie eine sehr einfache Gestalt und ist wie der metrische Tensor der Minkowski-Metrik diagonal. Im Unterschied zu diesem sind die Eintr?ge nicht konstant, sondern koordinatenabh?ngig und divergieren bei r = 0, in der zentralen Singularit?t.
    Nach dem Birkhoff-Theorem ist jede sph?risch symmetrische Vakuum-L?sung der Einsteinschen Feldgleichungen notwendigerweise statisch. Das gilt also im Speziellen f?r die ?ussere Schwarzschild-L?sung.

    Ebenfalls im Jahr 1916 ver?ffentlichte Karl Schwarzschild eine zweite L?sung der Einsteinschen Gleichung in dem Papier "?ber das Gravitationsfeld einer Kugel aus inkompressibler Fl?ssigkeit nach der Einsteinschen Theorie". Dies ist gerade die innere Schwarzschild-L?sung. Schwarzschild nahm in der L?sung Abstand vom zuvor beschriebenen Massenpunkt und setzte eine Kugel an, die aus einer inkompressiblen Fl?ssigkeit mit zeitlich konstanter Massendichte bestehen m?ge. Dadurch ist es keine Vakuumraumzeit mehr, weil der Energie-Impuls-Tensor nun nicht mehr verschwindet. Trotzdem hat er eine relativ einfache Gestalt und ist diagonal. Die Fl?ssigkeitskugel hat einen endlichen Radius, an deren Oberfl?che der Druck verschwindet. Ausserhalb der Kugel entspricht die Metrik der ?usseren Schwarzschild-L?sung, w?hrend innerhalb nun eine neue kugelsymmetrische Metrik ohne Singularit?t auftritt. Die globale sph?rische Symmetrie ist demnach innerhalb und ausserhalb der Kugel gegeben. Die innere Schwarzschild-L?sung ist jedoch nicht mehr statisch. Diese Aussage kollidiert nicht mit dem Birkhoff-Theorem, weil dieses Theorem nur f?r Vakuum-L?sungen der ART gilt.

    Man kann diese Schwarzschild-Geometrie nutzen, um in erster N?herung das Gravitationsfeld von Sternen relativistisch zu beschreiben. W?hrend die ?ussere Schwarzschild-Geometrie das Feld ausserhalb des Sterns beschreibt, gelingt mit der inneren Schwarzschild-L?sung sogar eine Umsetzung des inneren Feld, unterhalb der Sternoberfl?che. Man identifiziert also die Sternoberfl?che mit der Kugeloberfl?che der idealen, d.h. inkompressiblen Fl?ssigkeit. Die Restriktionen einen solchen Sternmodells sind freilich die inkompressible Zustandsgleichung und die Tatsache, dass die Kugel nicht rotiert. Heute kennt man in der Theorie Relativistischer Sterne weitaus bessere L?sungen, die rotierende Neutronensterne (Manko et al., 2000) und stark magnetisierte Neutronensterne, die Magnetare, (Ioka & Sasaki, 2003) beschreiben k?nnen.
    Es sei nochmals betont, dass aufgrund der vorhandenen Singularit?t, nicht-rotierende Schwarze L?cher ausschliesslich durch die ?ussere Schwarzschild-Geometrie repr?sentiert werden.

    Die Schwarzschild-L?sung kann in einer Vielzahl von Koordinatensystemen diskutiert werden. Historisch wurde von verschiedenen Autoren unterschiedliche Koordinatensysteme gefunden, die unter ihrem Namen bekannt geworden sind.
    Der Astrophysiker Sir Arthur Eddington (1882-1944), einer der ersten Physiker, der nach Einstein die Relativit?tstheorie begriff und der wertvolle Beitr?ge f?r die theoretische Astrophysik (Eddington-Limit, Stellarphysik) lieferte, f?hrte 1924 ein Koordinatensystem ein, das David Finkelstein 1958 wieder entdeckte. In diesen Eddington-Finkelstein-Koordinaten werden frei fallende Photonen zugrunde gelegt, die den Nullgeod?ten der Schwarzschild-Geometrie folgen. F?r Photonen verschwindet das Linienelement, weil sie sich auf dem Lichtkegel in Raumzeit-Diagrammen bewegen. In Eddington-Finkelstein Koordinaten werden radiale Nullgeod?ten zu Geraden. Man unterscheidet avancierte Eddington-Finkelstein-Koordinaten, die innerhalb des Ereignishorizontes bei r = 2 rg nicht-pathologisch, d.h. geeignet, sind und retardierte Eddington-Finkelstein-Koordinaten, die f?r Geod?ten ausserhalb des Horizonts verwendet werden. Zur Beschreibung des stellaren, sph?risch symmetrischen Gravitationskollapses verwendete man traditionsgem?ss avancierte (einlaufende) Eddington-Finkelstein Koordinaten (Schwarzschild-Metrik in avancierter Eddington-Finkelstein Form). Mittlerweile haben sich alternative, besser geeignete Koordinatensysteme hervorgetan, die auch Abstand von der sicherlich idealisierten Kugelsymmetrie nehmen.

    Die Unzul?nglichkeit von Eddington-Finkelstein-Koordinaten besteht offensichtlich darin, dass sie nicht global die Schwarzschild-Geometrie beschreiben. So suchte man ein Koordinatensystem, das sich in der gesamten Raumzeit gut ("nicht pathologisch") verh?lt und fand es in den Kruskal-Szekeres Koordinaten (1960). Hier werden radiale und zeitliche Koordinate zugunsten der neuen Koordinaten f?r ein- und auslaufende, radiale Nullgeod?ten aus den Eddington-Finkelstein-Koordinaten aufgegeben. Diese werden abermals mit Exponentialen korrigiert, um pathologisches Verhalten am Horizont auszur?umen. Schliesslich wird daf?r gesorgt, dass es keine Nullkoordinaten sind, sondern die neue radiale Koordinate vom Typ her raumartig und die neue Zeitkoordinate zeitartig bleibt. Dann erh?lt man die Kruskal-Szekeres Koordinaten und das Linienelement der Schwarzschild-L?sung in Kruskal-Szekeres Koordinaten. Das Erstaunliche in diesem Koordinatensystem ist, dass man nun nicht mehr eine Singularit?t (definiert durch r = 0) hat, wie in den historischen Schwarzschild-Koordinaten, sondern zwei Singularit?ten, fixiert durch die Bestimmungsgleichung v2 - u2 = 1. Ebenso korrespondieren zur asymptotisch flachen Region r >> 2M zwei solche Regionen, definiert durch u >> +|v| sowie u << -|v|. Diese seltsame Eigenschaft war ein Hinweis darauf, dass die Schwarzschild-L?sung nur ein Ausschnitt einer gr?sseren Mannigfaltigkeit ist! Daher sind die Kruskal-Szekeres Koordinaten die maximale analytische Fortsetzung der Schwarzschild-L?sung. Man nennt die ?bergeordnete Mannigfaltigkeit, die die Schwarzschild-L?sung einschliesst, die Kruskal-L?sung. Diese duale Struktur der Schwarzschild-Geometrie fand J.L. Synge bereits 1950, 10 Jahre vor Einf?hrung der Kruskal-Szekeres Koordinaten.

    Kommen wir noch einmal auf die beiden asymptotisch flachen Regionen der Kruskal-L?sung zur?ck. Weil die die Einstein-Gleichung der ART nur die lokale Geometrie der Raumzeit vorgibt, nicht jedoch deren globale Topologie, kann man die beiden asymptotisch flachen Regionen zu einer einzigen asymptotisch flachen Mannigfaltigkeit "verbinden". Dies nennt man auch ein Wurmloch vom Schwarzschild-Typ. In der Literatur kennt man das Schwarzschild-Wurmloch auch als Einstein-Rosen Br?cke.

    Da die Schwarzschild-L?sung gewissermassen ein Spezialfall der Kerr-L?sung ist (Kerr-Parameter a = 0), k?nnen viele Aussagen des n?chsten Abschnitts auf die Schwarzschild-L?sung bezogen werden. Von besonderem Interesse ist der Verlauf der Boyer-Lindquist Funktionen sowie eine Reinterpretation des Frame-Dragging Effekts im Schwarzschild-Fall.

    Quelle: http://www.vfgp.de/

    Schwarze L?cher - L?sungen der Einstein-Gleichung

    Vom wissenschaftlichen Standpunkt her, handelt es sich bei Schwarzen L?chern um L?sungen der Einsteinschen Feldgleichungen der Gravitation f?r den Vakuumfall (sieht man mal von geladenen L?chern ab). Albert Einstein hat diese Feldgleichungen im Rahmen der Allgemeinen Relativit?tstheorie (ART), die seinerzeit die Newtonsche Theorie abl?ste, formuliert. Die ART ist trotzdem eine klassische Theorie, weil sie nicht der Quantennatur der Teilchen und des Lichts (die im Dualismus vereint sind) Rechnung tr?gt. Es gibt weder einen diskreten Quantencharakter, noch eine Unsch?rfe (von Ort versus Impuls oder Energie versus Zeit) in der Relativit?tstheorie. Diese Synthese der grossen physikalischen Theorien des 20. Jahrhunderts, Relativit?tstheorie und Quantentheorie, steht noch aus.

    Die Feldgleichungen der ART sind Tensorgleichungen und l?sten die Vektorgleichungen von der Newtonschen Theorie ab. In beiden F?llen ist eine sehr kompakte, mathematische Schreibweise gelungen, die eine tiefere Einsicht in die Natur verleiht. Tensoren sind geometrische Objekte, die durch ihr Transformationsverhalten definiert sind. Die mathematische Beschreibung ist im Rahmen der Differentialgeometrie m?glich. Man kann Tensoren mit physikalischen Gr?ssen, wie Energie (Energie-Impuls Tensor), Kr?mmung (Riemannscher Kr?mmungstensor), Raumzeit (metrischer Tensor), elektromagnetischem Feld (Maxwell-Tensor) etc. in Zusammenhang bringen. Das Kalk?l ist eine Tensoralgebra und eine Tensoranalysis, die die Tensoren zueinander in Relation bringt. Einstein selbst war diese Form des Rechnens nicht bekannt, obschon sie in der Mathematik der damaligen Zeit bereits verwendet wurde. Sein Freund und Mathematiker Marcel Grossmann (1878-1936), mit dem er die ETH Z?rich besuchte, brachte ihm die Tensorrechnung bei. Denn er kannte die Arbeiten des
    deutschen Physikers und Mathematikers Elwin Bruno Christoffel (1829-1900), der die Tensoranalysis begr?ndete und die nach ihm benannten Christoffel-Symbole einf?hrte. Auf Basis seiner Arbeit entwickelten Ricci und Levi-Civita einen koordinatenfreien Zugang der Differentialrechnung.
    Der italienische Mathematiker Gregorio Ricci-Curbastro (1853-1925) arbeitete u.a. auf dem Gebiet der Differentialgeometrie, die er haupts?chlich zwischen 1884 und 1894 entwickelte, sowie
    sein Student, der italienische Mathematiker Tullio Levi-Civita (1873-1941) erweiterte die Tensorrechnung, behandelte 1887 die kovariante Ableitung (Christoffel folgend) und mit Ricci um 1900 die Differentialrechnung.

    Oft handelt es sich bei den physikalischen Gr?ssen der ART um Tensoren 2. Stufe, die man als 4 x 4 Matrix (eine Anordnung von 16 Zahlen oder Funktionen in vier Spalten und vier Zeilen) schreiben kann und damit eine vertraute Gestalt bekommen. Physikalische Tensoren sind in der Regel symmetrisch. F?r eine 4 x 4 Matrix heisst das, dass nur 10 Komponenten (obere oder untere Dreiecksform) unabh?ngig sind, weil die anderen durch die Symmetrieeigenschaften festgelegt sind. Dies gilt auch f?r den metrischen Tensor, der alternativ auch durch das Linienelement beschreiben werden kann.
    Die Einsteinschen Feldgleichungen sind gerade deshalb ein System von zehn nicht-linearen, gekoppelten, partiellen Differentialgleichungen. Auf der linken Seite steht der Einstein-Tensor, der gerade zweite Ableitungen der Metrik enth?lt; auf der rechten Seite steht der Energie-Impuls-Tensor, der die Materie (Staub, ideales Fluidum, elektromagnetisches Feld) beschreibt. Im Vakuumfall, also in Abwesenheit von Materie, verschwindet der Energie-Impuls-Tensor. Dies ist gerade f?r ungeladene Schwarze L?cher realisiert. Daher nennt man sie Vakuuml?sungen der Einsteinschen Feldgleichungen.
    Es bleibt also das Problem, den Einstein-Tensor zum Verschwinden zu bringen. Es gibt bei diesem Problem aus gekoppelten nicht-linearen, partiellen Differentialgleichungen keine direkte L?sungsmethode, die sofort alle L?sungen des Problems liefert. Aus diesem Grund wurden die Vakuuml?sungen historisch nach und nach und eher zuf?llig gefunden. Wie Mazur und Mottola k?rzlich (2002) zeigen konnten, gibt es nach wie vor L?sungen, die sogar neue Eigenschaften aufweisen (Regularit?t!). Doch gibt es in der Numerischen Relativit?tstheorie mittlerweile Verfahren, um das Wiederentdecken einer bereits bekannten L?sung in m?glicherweise anderen Koordinaten zu verhindern. So werden Anstrengungen unternommen die L?sungen der Feldgleichungen der Gravitation zu systematisieren. Im ?quivalenzproblem geht es darum zu entscheiden, ob zwei Metriken g und g' ?bereinstimmen. A. Karlhede hat diese Problematik entscheidend vorangebracht, indem er die Geometrien mit Basissystemen, dem sog. Vierbein (Tetrade), systematisiert. Solche Anstrengungen vermeiden, dass bereits bekannte L?sungen "wiederentdeckt" werden, wie es bei der Schwarzschild-L?sung nachweislich mindestens zwanzigmal geschehen ist.

    Die Petrov-Klassifikation basiert auf den Symmetrieeigenschaften des Weyl-Tensors, einem Tensor vierter Stufe, der sich als komplizierte Summe aus Termen mit dem Riemannschen Kr?mmungstensor und dessen Verj?ngungen, dem Ricci-Tensor und dem Ricci-Skalar zusammensetzt.
    Man verwendet bei Evaluierung des Petrov-Typs den Newman-Penrose Tetraden-Formalismus, der f?nf komplexe, skalare Gr?ssen, die Weyl-Skalare, liefert. Diese legen den Weyl-Tensor eindeutig fest. Die Weyl-Skalare sind Wurzeln der Petrov-Gleichung. Je nachdem, welche verschwinden, legt dies den Petrov-Typ fest. Man unterscheidet Typ I, II, D, III. Penrose schlug eine Dreieckshierarchie der Petrov-Typen vor, die die Raumzeiten in ihren Spezialisierungen unterscheidet: in der Spitze des Dreiecks ist die Spezialisierung minimal, unten rechts ist sie maximal. Alle prominenten Vakuum-L?sungen der Feldgleichungen f?r Schwarze L?cher sind Petrov-Typ D.
    ?hnliche Schemata existieren f?r Nicht-Vakuum-Raumzeiten, die Plebanski-Typologie und Karlhede-Klassifikation heissen. Ziel dieser Klassifikationen ist eine Systematisierung der Raumzeiten der ART, um den L?sungsraum ?bersichtlicher zu machen und eventuell tiefere Einsichten in die Physik der Raumzeiten zu bekommen.

    Eine weitere Klassifikationsm?glichkeit bietet die Diskussion der Symmetrieeigenschaften einer Metrik. Das Studium der Symmetrien von Raumzeiten im Rahmen der Allgemeinen Relativit?tstheorie ist ebenso erfolgreich, wie das Studium von Symmetrien generell in der Physik (Noether-Theorem). Es gilt dabei, alle Koordinatentransformationen zu untersuchen, die die Metrik (form)invariant lassen. Solche Koordinatentransformationen nennt man Isometrien (iso, grch. "gleich"; metros, grch. "Mass"). Infinitesimale Koordinatentransformationen mit einem additiven Zusatzterm in Form eines Vektorfelds f?hren dabei auf die so genannte Lie-Ableitung. Verschwindet die Lie-Ableitung des metrischen Tensors, so liegt eine Isometriebedingung vor. Diese Gleichung heisst Killing-Gleichung und deren L?sungen Killing-Vektorfelder. Die Kenntnis aller Killing-Felder beschreibt also s?mtliche raumzeitlichen Symmetrieeigenschaften der Metrik. Als Beispiel m?ge die Kerr-Metrik dienen: Stationarit?t ist eine Symmetrie, die die Erhaltung der Energie nach sich zieht; Axialsymmetrie bewirkt die Erhaltung des Drehimpulses. Es existieren demnach in diesem Fall zwei Killing-Vektorfelder.
    Noch h?her ist die Symmetrie der Minkowski-Metrik, die die flache, materiefreie Raumzeit beschreibt: Sie besitzt sogar zehn Killing-Vektorfelder und damit eine erwartungsgem?ss hohe Symmetrie!

    M?chte man sich die Einsteinschen Feldgleichungen f?r den Vakuumfall etwas einsehbarer bzw. praktischer hinschreiben, so muss man lediglich die Definition des Einstein-Tensors kennen: Er ist n?mlich gerade die Differenz aus Riemannschen Kr?mmungstensor und dessen Verj?ngung, der skalaren Kr?mmung, dem Ricci-Skalar.
    Den Riemannschen Kr?mmungstensor erh?lt man wiederum aus einer Summe von partiellen Ableitungen der Christoffel-Symbole. Hier kommt nun die Verkn?pfung zur Metrik, die eindeutig durch den metrischen Tensor oder dem Linienelement festgelegt wird: die Christoffel-Symbole sind wiederum Summen aus Ableitungen von Komponenten des metrischen Tensors!
    Die Konsequenz ist offensichtlich: der Einstein-Tensor ist grob gesagt eine Summe aus partiellen, zweiten Ableitungen des metrischen Tensors. Daher ist der metrische Tensor fundamental und legt alle Eigenschaften einer gekr?mmten, vierdimensionalen Raumzeit fest.

    Hier nun eine Bemerkung zur Speziellen Relativit?tstheorie (SRT): Der metrische Tensor wird hier durch die Minkowski-Metrik festgelegt und hat eine denkbar einfache Gestalt: die nicht-diagonalen Elemente des metrischen Tensors geschrieben als 4 x 4 Matrix sind alle null. Auf der Diagonale stehen wiederum nur konstante Zahlen und keine koordinatenabh?ngigen Funktionen. In einer m?glichen Konvention steht zum Beispiel als zeitliche Komponente +1 und bei allen r?umlichen Diagonalelementen -1 (man sagt auch die Signatur der Metrik ist +,-,-,-). Das bedeutet demnach: alle Ableitungen (nach Zeit- und Raumkoordinaten) dieser konstanten Eintr?ge sind null. Nach den obigen Ausf?hrungen verschwinden damit zun?chst die Christoffel-Symbole. Dann ist aber auch der Riemannschen Kr?mmungstensor null, und dessen Verj?ngung, die skalare Kr?mmung auch. Man sagt: die Raumzeit der SRT, der Minkowski-Raum, ist flach.
    Bei Schwarzen L?chern gilt das nur im asymptotischen Limit, d.h. wenn man sehr weit entfernt ist vom Schwarzen Loch. Die Schwarzschild-L?sung und die Kerr-L?sung sind f?r Radien r gegen unendlich asymptotisch flach.
    In der N?he des Schwarzen Loches werden die Kr?mmungen ausserordentlich stark und divergieren sogar im Zentrum: in der zentralen Singularit?t ist die Kr?mmung unendlich!

    Quelle: http://www.vfgp.de/

    Eigenschaften Schwarzer L?cher

    Schwarze L?cher verschlucken unter gewissen Bedingungen Strahlung und Materie. Die Punkte, wo es kein Zur?ck mehr gibt, bilden eine sph?rische Region, die man Ereignishorizont (engl. event horizon) nennt. Es handelt sich dabei aber nicht um eine feste Oberfl?che wie bei Sternen, sondern um eine mathematisch definierte Grenzfl?che (Nullfl?che). Generell wird die Entweich- oder Fluchtgeschwindigkeit hier gerade der Vakuumlichtgeschwindigkeit c. Weil dies jedoch die Geschwindigkeitsobergrenze f?r Signale und Materie ist, wie Einstein in der Speziellen Relativit?tstheorie gezeigt hat, muss ab dem Ereignishorizont alles im Schwarzen Loch verschwinden! Damit grenzt diese ausgezeichnete Fl?che bei Schwarzen L?chern Ereignisse im Universum klar in innerhalb der Fl?che und ausserhalb der Fl?che ab.

    Den Horizontradius kann man relativistisch exakt berechnen. Erstaunlicherweise liefert die viel einfachere Newtonsche (aber eigentlich inad?quate!) Berechnung dasselbe Ergebnis. Der Radius des Ereignishorizonts RH h?ngt vom Rotationszustand des Schwarzen Loches ab. Es ist sogar so, dass rotierende oder geladene L?cher zwei Horizonte haben.
    Die rechte Abbildung (grosse Version) stellt die beiden Extremf?lle gegen?ber: die Schwarzschild-L?sung beschreibt nicht rotierende, also statische, Schwarze L?cher. Rechts daneben ist die maximal rotierende Form eines Schwarzen Loches, die extreme Kerr-L?sung, illustriert. In der Gegen?berstellung wurden gleiche Massen f?r die beiden Typen Schwarzer L?cher angenommen. Man erkennt sofort, dass rotierende L?cher bei gleicher Masse offenbar kleiner sind als ihr statisches Pendant. Der (?ussere) Horizont ist in beiden F?llen exakt kugelsymmetrisch, aber im Kerr-Fall kleiner. Rotation parametrisiert man in der Physik mit einem Drehimpuls. Bei rotierenden Schwarzen L?chern verwendet man den spezifischen Drehimpuls oder Kerr-Parameter a = J/M: a = 0 bedeutet keine Rotation (Schwarzschild), a = -M maximale retrograde und a = M maximale prograde Rotation (Kerr). Prograd und retrograd unterscheiden den Umlaufsinn relativ zu umlaufenden Teilchen bzw. einer Akkretionsscheibe: bei prograder Rotation haben beide denselben Umlaufsinn, bei retrograd einen gegenl?ufigen. Wie man sieht, wird der spezifische Drehimpuls in Einheiten der Masse M angegeben. Das ist ?blich in der Relativit?tstheorie, wenn man die fundamentalen Naturkonstanten der ART, die Gravitationskonstante und die Vakuumlichtgeschwindigkeit gerade exakt eins setzt, G = c = 1 (so genannte "geometrisierte Einheiten"). Theoretiker setzen sogar der Einfachheit halber auch die Masse eins, M = 1. Somit kann der Kerr-Parameter den Wertebereich von -1 bis +1 durchlaufen.

    In beiden Extremf?llen, a = -1 oder a = +1, rotiert der Horizont am ?quator mit der Lichtgeschwindigkeit! Im Prinzip kann ein Schwarzes Loch jeden Wert von a im Bereich zwischen -1 und +1 annehmen. Der Wert h?ngt von der Vorgeschichte des Schwarzen Loches ab, seinem Alter und seiner Akkretionsaktivit?t. Es ist Aufgabe astronomischer Beobachtungen neben der Masse des Loches gerade diesen Parameter a zu messen.
    Die Kerr-L?cher haben eine Reihe besonderer Eigenschaften, die ihren statischen Pendants fehlt: So existieren im rotierenden Fall zwei Horizonte: ein innerer und ein ?usserer Horizont (Definitionsgleichung). In der Regel meint man mit Ereignishorizont bei einem Kerr-Loch den ?usseren Horizont, weil er die Punkte ohne Wiederkehr enth?lt. Astronomisch ist diese ?ussere Zone wesentlich, die den Beginn der Schw?rze markiert. Der innere Horizont heisst auch Cauchy-Horizont. Geod?ten k?nnen diese Nullfl?che nur einmal schneiden. Anders gesagt: Was 'reingeht, kommt niemals 'raus!
    Beide Horizonte sind dadurch definiert, dass eine spezielle metrische Funktion, die so genannte Horizontfunktion (gross delta) verschwindet. Es sei angemerkt, dass dieses Verhalten in Schwarzschild- bzw. Boyer-Lindquist Koordinaten in einer Koordinatensingularit?t resultiert, die aber definitionsgem?ss durch eine geeignete Wahl anderer Koordinaten behoben werden kann. Im extremen Kerr-Fall (maximale Rotation des Loches) fallen innerer und ?usserer Horizont zusammen. Im Schwarzschildfall (keine Rotation des Loches) geht der innere Horizont in die zentrale Singularit?t ?ber. Die verlinkte Abbildung illustriert diesen Sachverhalt f?r den vollen Parameterbereich der Rotationen unter Verwendung relativistischer Einheiten (hier G = c = M = 1). Die Schwarzschild-Geometrie verl?uft exakt in der Mitte (a = 0), w?hrend die extremen Kerr-L?sungen (a = -1 bzw. +1) an den R?ndern zu finden sind. Man erkennt auch, dass ein langsam rotierendes Loch (z.B. a ~ 0.1) extrem voneinander abweichende Horizonte aufweist. Der innere Horizont ist bei langsamer Rotation sehr nahe an der zentralen Schwarzschildsingularit?t bei r = 0.
    Ausserdem besitzen nur rotierende L?cher eine besondere oblate Region, die man Ergosph?re nennt. Dieser Bereich erweist sich als vital f?r die Entstehung der relativistischen Jets, die man in aktiven Galaxien und einigen R?ntgendoppelsternen beobachtet. Dies wird bei der Diskussion der Kerr-L?sung eingehend erl?utert.

    Man nennt den Horizontradius der Schwarzschild-L?sung den Schwarzschildradius RS. Er hat immer den Wert von zwei Gravitationsradien. Benannt wurde der Radius und die Raumzeit selbst nach Karl Schwarzschild, einem deutschen Astrophysiker. Er fand bereits kurz nach der Ver?ffentlichung der Allgemeinen Relativit?tstheorie (ART) Albert Einsteins im Jahre 1915 eine L?sung der Vakuumfeldgleichungen, die seither Schwarzschild-L?sung heisst. Sie beschreibt die Metrik, also die Raumzeit (eine vierdimensionale Mannigfaltigkeit), nichtrotierender und kuegelsymmetrischer Schwarzer L?cher.
    Mit ansteigender Rotation des Schwarzen Loches hingegen, schrumpft der ?ussere Horizontradius, w?hrend sich ein zus?tzlicher innerer Horizont ausbildet. Der innere Horizont w?chst mit zunehmender Rotation des Loches. Bei maximaler Rotation (Maximum Kerr) liegen beide Horizonte bei nur einem Gravitationsradius: Innerer und ?usserer Horizont koinzidieren.
    Der Gravitationsradius ist eine charakteristische L?ngenskala in der theoretischen Betrachtung Schwarzer L?cher und ist definiert zu rg = GM/c2, mit G: Gravitationskonstante, c: Vakuumlichtgeschwindigkeit und M: Masse des Schwarzen Loches. Zahlenwerte im SI-Einheitensystem sind G = 6.672 x 10-11 m3 kg-1 s-2 und c = 299 792 458 m/s. Wie gesagt setzen Relativisten Zweckm?ssigkeitsgr?nden diese Gr?ssen konstant eins, so dass auch der Gravitationsradius eins wird.

    Einfallende Materie "f?ttert" ?ber Akkretion das Schwarze Loch. Das heisst die Gravitationskr?fte des Loches ziehen alles in der Umgebung an. Betrachtet man ein Testteilchen, so h?ngt sein Schicksal von der genauen Gr?sse der Gesamtenergie und des Drehimpulses ab. Das Teilchen kann gegebenenfalls wieder ins Unendliche entkommen oder in das Loch hinein fallen. Im letzten Fall sprechen Astrophysiker von Akkretion. Sie l?sst das Loch durch Aufsammlung von Materie anwachsen und an Masse gewinnen. Dadurch wird es noch effizienter, weil der Horizontradius linear mit der Masse anw?chst. Schwarze L?cher sammeln immer mehr Materie auf. Sie k?nnen aber auch Materie und Energie verlieren, z.B. indem sie Jets aus ihrer Rotationsenergie speisen. Letztendlich entscheidet eine Bilanz der Vorgeschichte des Lochs dar?ber, welche Masse und welchen Drehimpuls es hat.
    Das Wachstum Schwarzer L?cher ist von grossem Interesse f?r die Kosmologen, um die hohen Massen der supermassereichen Schwarzen L?cher in den Zentren von Galaxien erkl?ren zu k?nnen, n?mlich Massen im Bereich von Millionen bis Milliarden Sonnenmassen!

    Studiert man Teilchenbahnen (zeitartige Geod?ten) in den Raumzeiten Schwarzer L?cher, so kann man analytisch (mit Bleistift und Papier) zeigen, dass die radiale Geschwindigkeit eines Teilchens am Horizont immer gleich der Lichtgeschwindigkeit ist. Im freien Fall wirken enorme Gezeitenkr?fte (engl. tidal forces) auf den K?rper, die ihn radial in die L?nge ziehen und transversal stauchen. Die Gezeitenkraft skaliert mit der inversen dritten Potenz im Abstand und wird in der Singularit?t unendlich! Man spricht in diesem Zusammenhang oft von "Spaghettis", weil Testk?rper in eine solche Morphologie deformiert werden: lang und d?nn.

    Der Bereich hinter dem Ereignishorizont ist f?r Aussenbeobachter prinzipiell uneinsehbar und ist der Ort, wo die akkretierte Materie und Strahlung schliesslich hingelangt. Teilchen, die den Horizont erreichen, m?ssen in das Schwarze Loch fallen und erreichen schliesslich die innere Singularit?t. Echte, nicht behebbare, intrinsische Singularit?ten sind bei jedem klassischen Schwarzen Loch vorhanden. Der britische Mathematiker und Relativist Roger Penrose entdeckte, dass alle intrinsischen Singularit?ten hinter einem Horizont verborgen sein m?ssen. "Hinter" meint "verborgen f?r Aussenbeobachter". Diese Forderung nannte er die kosmische Zensur (engl. cosmic censorship).
    Letztlich steckt in dieser Singularit?t die gesamte Masse des Schwarzen Loches. Es sei daran erinnert, dass (elektrisch neutrale) Schwarze L?cher Vakuuml?sungen der Einsteinschen Gleichungen sind, d.h. alle Bereiche in der Abbildung, bis auf die zentrale Singularit?t sind im relativistischen Sinne leer! Hier verschwindet der Energie-Impuls-Tensor ("relativistisches Vakuum"). Die Singularit?t kennzeichnet ausserdem einen Bereich, wo die physikalische Beschreibung versagt. Denn hier divergieren wesentliche Gr?ssen, die ein Physiker ben?tigt: Kr?mmung, Dichte, Temperatur.

    Im allgemeinen, rotierenden Fall gibt es keine punktf?rmige Singularit?t, sondern eine ringf?rmige Singularit?t. Dieser Ring liegt genau in der ?quatorebene und hat einen Radius von r = a. Dennoch befindet sich die Ringsingularit?t immer innerhalb des inneren Horizonts! Dies folgt aus einer genauen Untersuchung der Singularit?tenstruktur der Kerr-Metrik (B. Carter 1968). Dieser Ring hat laut Allgemeiner Relativit?tstheorie keinerlei Dicke, ebensowenig wie die punktf?rmige Singularit?t eine Ausdehnung hat. Das mag den Quantenphysikern Kopfschmerzen bereiten, denn aufgrund der Heisenbergschen Unsch?rfe sind solche idealisierten Gebilde verboten und sollten in etwas endlicher Ausdehnung "aufgeweicht" sein. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die ART eben eine unquantisierte Theorie ist. Sp?testens hier wird der Ruf nach einer quantisierten Gravitationstheorie laut.

    Sollte die Kerr-L?sung tats?chlich in der Natur realisiert sein, so muss sich die Masse "hinter dem Horizont" in Form dieser intrinsischen Singularit?t sammeln. In welcher Form die Materie vorliegt ist v?llig unklar! Man k?nnte es mit "singul?rer Materie" bezeichnen, aber das w?re ein Etikett f?r etwas, das ebenso wenig verstanden ist. Mit den Mitteln der Relativit?tstheorie l?sst sich die Masse eines Schwarzen Loches als "Masse ohne Materie" apostrophieren. Denn die Eigenschaft Masse ist da und messabr, nicht jedoch die Natur der Materie, z.B. ob es baryonische (aus Quarks bestehende) Materie ist oder ob sie aus Strings etc. besteht. Die Materie scheint alle Eigenschaften, wie Form und Farbe zu verlieren. ?brig bleibt nur eine Eigenschaft: die Masse. Dies ist gerade die Aussage des Keine-Haare-Theorems. Wir werden in einem sp?teren Kapitel (Schwarze L?cher in der Krise?) an diese Diskussion wieder ankn?pfen. Hier wird sich zeigen, dass die Physiker eine Alternative zum klassischen Schwarzen Loch haben, die von aussen betrachtet jedoch genauso aussieht wie ein klassisches Schwarzes Loch. Bei diesen Alternativen mit den Namen Gravastern und Holostern fehlen die Singularit?ten und werden durch Dunkle Energie im einen und Strings im anderen Fall ersetzt. Bislang sind diese neuen L?sungen einen neuer Ansatz in der Diskussion und umstritten. Die Natur wird dar?ber richten m?ssen, welches Modell die Beobachtung am besten beschreibt.

    Intrinsische Singularit?ten findet man im Allgemeinen in beliebigen Raumzeiten, indem man die Riemannschen Invarianten berechnet und analysiert. Diese Gr?ssen gewinnt man aus dem Riemannschen Kr?mmungstensor durch Berechnung des Produkts aus kontravarianten (alle vier Indizes oben) Riemann-Tensor mit kovariantem Riemann-Tensor (alle vier Indizes unten). Invarianz bezieht sich auf die Tatsache, dass Riemannschen Invarianten unabh?ngig vom Koordinatensystem sind.
    Die Riemannschen Invariante der Schwarzschild-Metrik beispielsweise ist proportional zu r-6. Die Gr?sse divergiert demnach bei r = 0, n?mlich der intrinsischen Punktsingularit?t. Das Verfahren ist allerdings nicht immer so trivial, denn nicht immer ist klar, wie das Ergebnis zu interpretieren ist (z.B. bei der Ringsingularit?t in der Kerr-Metrik). Dann gibt es auch hier besonders geeignete Koordinatensysteme, wo die wahre Natur der intrinsischen Singularit?t besser erkennbar wird.

    Quelle: http://www.vfgp.de/

    Historie Schwarzer L?cher


    Die erste geschichtlich nachweisbare Spekulation ?ber Schwarze L?cher, wenn sie auch noch nicht so genannt wurden, unternahm der Pfarrer, Geologe und Astronom John Michell (1724 - 1793) in seiner Rede vor der Royal Society aus dem Jahr 1783. Dort sagte er: "If the semi-diameter of a sphere of the same density as the Sun in the proportion of five hundred to one, and by supposing light to be attracted by the same force in proportion to its mass with other bodies, all light emitted from such a body would be made to return towards it, by its own proper gravity." Damit wies er darauf hin, dass es besonders dichte K?rper im Kosmos geben k?nnte, deren Fluchtgeschwindigkeit gleich der Lichtgeschwindigkeit ist. Dann k?nnte Licht von diesen K?rpern nicht entkommen und sie m?ssten schwarz sein.


    Im Jahre 1795 mutmasste auch Pierre Simon de Laplace (1749 - 1827) in seiner Ver?ffentlichung "Exposition du Syst?me du Monde" auf der Basis der Newtonschen Gravitationstheorie und Korpuskulartheorie des Lichts, dass es gen?gend schwere Sterne geben k?nnte, von denen korpuskulares (teilchenartiges) Licht nicht entkommen k?nnte.


    Albert Einstein (1879 - 1955) entwickelte die Relativit?tstheorie. Die Spezielle Relativit?tstheorie (SRT) ver?ffentlichte er 1905: sie beschreibt die Physik gleichf?rmig bewegter Bezugssysteme und hat als wesentliches Ergebnis die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit c in allen Inertialsystemen und die Gleichwertigkeit aller Inertialsysteme (spezielles Relativit?tsprinzip). Schon mit der SRT vollzog sich ein neues Verst?ndnis von Raum und Zeit, dem Begriff der Gleichzeitigkeit und dem der L?nge. Raum und Zeit verschmolzen zum Raum-Zeit-Kontinuum. Die von Aristoteles (384 - 322 v.Chr.) und Sir Isaac Newton (1643 - 1727) geschaffene Begriff der absoluten Zeit wurde unhaltbar. Zeit und L?nge wurden relative Gr?ssen, die vom Bezugsrahmen abh?ngen.
    Die Allgemeine Relativit?tstheorie wurde 1915 begr?ndet und stellt die Verallgemeinerung der Speziellen Relativit?tstheorie auf beschleunigte Bezugssysteme dar. Weil die Gravitation Bezugssysteme beschleunigt, handelt es sich um eine (klassische) Theorie der Gravitation, die die Newtonsche Gravitationsphysik abl?ste.


    Der deutsche Astronom Karl Schwarzschild (1873 - 1916) findet bald nach Ver?ffentlichung der ART die erste L?sung der Einsteinschen Feldgleichungen im Jahr 1916: diese heute ?ussere Schwarzschild-L?sung genannte Metrik beschreibt nicht-rotierende, statische Schwarze L?cher, die jedoch schon alle wesentlichen Eigenschaften Schwarzer L?cher aufweist. So gibt es einen Ereignishorizont und eine zentrale Singularit?t. Im gleichen Jahr entdeckt Schwarzschild die innere Schwarzschild-L?sung. Sie ist nicht mehr statisch, keine Vakuumraumzeit mehr und wird von einer inkompressiblen Fl?ssigkeit erzeugt, die Kugelform besitzt.


    Eine erste Verallgemeinerung erfuhr diese nicht-rotierende L?sung durch die Arbeiten von Hans Jacob Reissner (1874 - 1967) ("?ber die Eigengravitation des elektrischen Feldes nach der Einsteinschen Theorie", 1916) und G. Nordstr?m ("On the energy of the gravitational field in Einstein's theory", 1918). Die ebenfalls kugelsymmetrische Metrik enth?lt in dem zeitlichen und radialen Term eine Ladung. Ableiten l?sst sich diese Reissner-Nordstr?m-L?sung aus den Einstein-Maxwell Gleichungen. Der Energie-Impuls Tensor ist hier nicht null, sondern ist gerade der Maxwell-Tensor.


    Der indische Astrophysiker Subrahmanyan Chandrasekhar (1910 - 1995) entdeckt 1930, dass es f?r eine Ansammlung entarteter, relativistischer Materie (beschrieben als ideales Fermigas) eine kritische Grenzmasse gibt (Papier: "The Maximum Mass of Ideal White Dwarfs", 1931). Oberhalb dieser Chandrasekhar-Grenze kann der Gravitationskollaps nicht mehr aufgehalten werden.


    Chandrasekhars Ver?ffentlichung inspirierte den besonders angesehenen, englischen Astrophysiker Sir Arthur S. Eddington (1882 - 1944) 1935 zu der Spekulation, dass - g?be es dieses Massenlimit - relativistische Sterne so sehr kollabieren k?nnten, dass ihr Gravitationsfeld die Strahlung "einfangen" w?rde. Freilich nannte er diese Objekte nicht Schwarze L?cher; er empfand sogar diese Vorstellung als absurd und w?rde eher Naturgesetze erwartet haben, die diese Absurdit?t verhindern.


    Julius Robert Oppenheimer (1904 - 1967) und Hartland Snyder (1913 - 1962) ver?ffentlichten 1939 das Papier "On continued gravitational contraction" ?ber den relativistischen Gravitationskollaps einer homogenen Fl?ssigkeitskugel. Dies war die erste Berechnung, wie sich ein kollabierendes Objekt w?hrend des Kollapses von der Aussenwelt durch die Ausbildung eines Ereignishorizontes abschirmt. Es war ebenfalls die erste Rechnung, die zeigte, wie dramatisch unterschiedlich die Sichtweise aus verschiedenen Bezugssystemen sein kann: ein Beobachter auf der implodierenden Sternoberfl?che w?rde in endlicher Zeit den Kollaps des Sterns beobachten (was er freilich keinem berichten k?nnte), w?hrend f?r einen Beobachter im Unendlichen die Implosionsbewegung ab einem kritischen Punkt "eingefroren" w?rde.


    Im gleichen Jahr, 1939, berechnen Oppenheimer und George Michael Volkoff (1914 - 2000) die relativistischen Grundgleichungen eines kompakten Neutronensterns in dem Papier "On massive neutron cores". Sie nehmen Bezug auf die analytische Vorarbeit von Richard Chase Tolman (1881 - 1948), der ebenfalls 1939 in dem Papier "Static solutions of Einstein's field equations for spheres of fluid " das Thema behandelte. Das Fluidum aus Neutronen, das sich durch inversen Betazerfall ausbildet, wird dabei als Fermi-Gas und relativistisch beschrieben. Ausfluss dieser Berechnungen waren die vier so genannten TOV-Gleichungen (TOV f?r Tolman-Oppenheimer-Volkoff), die die Newtonschen Gleichungen eines Sterns verallgemeinern. Die TOV-Gleichungen gehen im asymptotischen Aussenraum-Limit in die Schwarzschild-L?sung ?ber.


    Es folgten Jahrzehnte der Ignoranz des Problems Gravitationskollaps auf ein punktf?rmiges, dunkles Objekt. Dies lag einerseits daran, dass keine neuen, wichtigen Erkenntnisse gewonnen wurden, aber auch sicherlich an der Ablehnung dieser m?glichen, stellaren Konfiguration durch anerkannte Physiker wie Eddington und L.D. Landau.


    Die Schwarzschild-Singularit?t der Schwarzschild-L?sung bei zwei Gravitationsradien (einem Schwarzschild-Radius) wird in den 50er Jahren durch ein neues Koordinatensystem von David Finkelstein als Koordinatensingularit?t entlarvt. Wolfgang Rindler schl?gt daher den Namen Horizont f?r diese kritische Fl?che vor.


    Roy Patrick Kerr (* 1934) findet 1963 eine Verallgemeinerung der Schwarzschild-L?sung auf rotierende Schwarze L?cher. Die Raumzeit dieser Vakuuml?sungen der Einsteinschen Feldgleichungen ist axialsymmetrisch und station?r. Fortan nennt man diese Form rotierender Schwarzer L?cher Kerr-L?sung. Die historische Kerr-Form war kartesisch und ist f?r die Anwendung unhandlich.


    Der Physiker Roger Penrose vermutet 1964 die Existenz von Singularit?ten im Innern Schwarzer L?cher. 1965 folgt die Ver?ffentlichung "Gravitational collapse and space-time singularities". In der Folgezeit entwickelt er zusammen mit Stephen W. Hawking die Singularit?tentheoreme, die die Existenz einer Singularit?t zwingend erfordern.


    Auch die Kerr-Metrik erh?lt eine Verallgemeinerung, n?mlich in der Form, dass das Schwarze Loch neben Masse und Drehimpuls eine Ladung besitzt. Dann nennt man diese Schwarzen L?cher Kerr-Newman L?sungen. Sie wurden 1965 von E. T. Newman, E. Couch, K. Chinnapared, A. Exton, A. Prakash und R. Torrence gefunden (Papier: "Metric of a rotating, charged mass") und sp?ter als geladenes, rotierendes Schwarzes Loch identifiziert.
    Dieser Typus ist f?r astrophysikalische Anwendungen zu akademisch, weil Ladungsunterschiede zwischen Loch und Umgebung immer durch elektrische Str?me (Plasmastr?me, z.B. in der Akkretionsscheibe) ausgeglichen werden sollten. Kerr-Newman L?cher sind also nur in v?lliger Isolation denkbar. Nichtsdestotrotz sind Kerr-Newman L?cher interessante Studienobjekte f?r Relativisten.


    R. H. Boyer und R. W. Lindquist fanden 1967 die heutige Standardschreibweise f?r rotierende, ungeladene Schwarze L?cher, die Boyer-Lindquist Form, die sie in der Ver?ffentlichung "Maximal analytic extension of the Kerr metric" darlegen. Die Boyer-Lindquist Form ist bis auf die intrinsische Singularit?t regul?r und stellt die maximale Erweiterung der Kerr-Metrik dar.


    Der Relativist und Astronom John Archibald Wheeler (* 1911) erfand 1967 den Begriff "Schwarzes Loch" (engl. black hole). Dieser neue Begriff l?ste die bis dato gebr?uchlichen Namen gefrorener Stern der ?stlichen Hemisph?re und kollabierter Stern der westlichen Hemisph?re ab. 51 Jahre nach deren Entdeckung erhalten Schwarze L?cher ihren Namen: Kein Kind war wohl jemals so alt, als es einen Namen erhielt.
    Auf Wheeler geht auch das Keine-Haare Theorem (engl. No-hair theorem) zur?ck, das besagt, dass Schwarze L?cher nur maximal drei Eigenschaften haben: Masse, Drehimpuls und Ladung. Wheeler umschrieb das so: "Ein Schwarzes Loch hat keine Haare."


    Penrose entdeckte im Jahr der Mondlandung 1969 die kosmische Zensur (cosmic censorship). Sie besagt, dass intrinsische ("echte") Singularit?ten hinter einem Ereignishorizont versteckt sind. Es gibt keine sichtbaren ("nackten") Singularit?ten.


    James Bardeen definiert 1970 ein neues Koordinatensystem f?r rotierende Raumzeiten: das lokale nicht-rotierende Beobachtersystem (local non-rotating frame, LNRF). Dieser Beobachter rotiert mit der Raumzeit (z.B. in der Kerr-Metrik), so dass Effekte wie Frame-Dragging aufgehoben werden. Der Beobachter heisst dann auch Bardeen-Beobachter oder ZAMO (zero angular momentum observer, Beobachter verschwindenden Drehimpulses). In der Folgezeit bew?hrte sich dieses Systems ausserordentlich.


    Der bekannte Kosmologe Stephen W. Hawking (* 1942) entdeckt 1970, dass die Oberfl?che eines Schwarzen Loches, der Horizont, immer weiter zunimmt (z.B. durch Akkretion). Sp?ter wird er das in einem thermodynamischen Konzept Schwarzer L?cher einbetten.


    Der amerikanische Relativist Robert M. Wald (*1947) beschreibt mit J.M. Cohen elektrische Punktladungen in der N?he Schwarzer L?cher (1971). 1974 findet er eine Raumzeit, die man heute nach ihm Wald-L?sung nennt: ein rotierendes Schwarzes Loch, das in ein uniformes Magnetfeld eingetaucht ist.


    Der kanadische Astronom Tom Bolton identifiziert 1972 Cygnus X-1 aufgrund der R?ntgenemission als ersten Kandidaten f?r ein stellares Schwarzes Loch.


    Hawking leitete 1974 die dann nach ihm benannte Hawking-Strahlung ab: Schwarze L?cher k?nnen Teilchen emittieren, wenn der quantentheoretische Prozess der Paarbildung nahe am Ereignishorizont stattfindet. Gem?ss der Quantentheorie entstehen und vergehen im Vakuum st?ndig virtuelle Teilchenpaare, dadurch dass aufgrund der Heisenbergschen Unsch?rferelation f?r sehr kurze Zeiten Energiebetr?ge zur Verf?gung stehen aus denen Teilchen materialisieren k?nnen. Sehr leichte Schwarze L?cher von etwa 1018 g k?nnen durch diese Teilchenemission am Horizont "verdampfen". Die hypothetischen Mini-L?cher waren vielleicht in der Fr?hphase des Universums von Relevanz.
    Ausserdem entwickelt Hawking eine Thermodynamik Schwarzer L?cher mit analogen Haupts?tzen zur klassischen Thermodynamik.


    Der Relativist William G. Unruh findet 1984 zusammen mit Robert M. Wald in einer theoretischen Arbeit das Pendant zur Hawking-Strahlung: Beschleunigungsstrahlung. Sie entsteht im Unruh-Effekt, wenn ein beschleunigter Beobachter die flache Raumzeit (Minkowski-Vakuum) durchfliegt und dieses Vakuum als thermisches Teilchenbad (die Beschleunigungsstrahlung) wahrnimmt. Diese Erkenntnis m?ndet in eine Relativit?t des Teilchenbegriffes: Es h?ngt vom Bezugssystem ab, ob ein Teilchen real oder virtuell ist!


    Das optische Weltraumteleskop Hubble (Hubble Space Telescope, HST) findet 1994 eine starke Evidenz f?r ein supermassereiches Schwarzes Loch in M87, einer riesigen, elliptischen Radiogalaxie im Sternbild Virgo (Jungfrau). Sp?testens jetzt ist das Paradigma Aktiver Galaktischer Kerne voll etabliert: in Zentrum aktiver Galaxien, wie Quasaren, Blazaren, Seyfert-Galaxien und Radiogalaxien befindet sich ein akkretierendes, supermassereiches Schwarzes Loch.


    Die Spekulationen ?ber die M?glichkeit, Schwarze L?cher in Teilchenbeschleunigern zu erzeugen, werden 1999 ernstzunehmende, wissenschaftliche Thesen. Die Basis ist eine reduzierte Planck-Skala, wie sie im ADD-Szenario (Arkani-Hamed et al., 1998) vorgeschlagen wird. Mit dieser Pr?misse wird die Quantengravitation schon im TeV-Bereich relevant und liegt damit in der Reichweite modernen Teilchenbeschleuniger. Banks & Fischler (1999) beginnen Absch?tzungen zu machen f?r die Wirkungsquerschnitte zur Erzeugung Schwarzer Mini-L?cher aus der Streuung hochenergetischer Teilchen.
    R?umliche Extradimensionen, die noch hypothetisch sind und deren Anzahl man nicht kennt, spielen dabei eine gewichtige Rolle: sie beeinflussen die die Bildung Schwarzer Mini-L?cher.


    G. Chapline, E. Hohlfeld, R.B. Laughlin und D.I. Santiago verbinden Ende 2000 Konzepte der Quantentheorie mit der Theorie Schwarzer L?cher. Sie verwenden dazu ?hnliche Formalismen, wie in der Beschreibung von Bose-Einstein Kondensaten und erwarten einen Quantenphasen?bergang am Horizont Schwarzer L?cher. Wesentliche Folgen dieses Konzepts sind eine neue Beschreibung des Inneren Schwarzer L?cher, das eher einer de Sitter-Blase (positive kosmologische Konstante) gleicht und eine Reflektionseigenschaft am Horizont f?r harte Gammastrahlung besitzt.


    Es gibt 2002 eine schwache Evidenz f?r massereiche Schwarze L?cher in den Zentren von Kugelsternhaufen. Sie sollen gerade Massen zwischen stellaren und supermassereichen Schwarzen L?chern aufweisen. Weitere Untersuchungen m?ssen folgen.


    Pawel O. Mazur und Emil Mottola greifen die Ideen von Chapline et al. auf, erweitern sie und finden Ende 2001 eine regul?re Alternative zu den Schwarzen L?chern ohne Horizont: die Gravasterne. Die Metrik dieser Objekte ist in bisheriger Form noch kugelsymmetrisch und entspricht im Aussenraum der Schwarzschild-L?sung. Der Innenraum ist materiefrei, entspricht jedoch einer de Sitter-Blase, also einer Ansammlung Dunkler Energie. In der ?bergangsregion befindet sich eine d?nne Schale aus einem Bose-Einstein-Kondensat. Dies und haupts?chlich das Reservoir Dunkler Energie ist die Quelle des Gravitationsfeldes eines Gravasterns. Der ?sthetische Reiz dieser L?sung besteht darin, dass sie ohne zentrale Singularit?t auskommt. Eine Verallgemeinerung auf rotierende, d.h. axialsymmetrische Raumzeiten steht noch aus.


    Astronomen am Max-Planck-Institut f?r Extraterrestrische Physik (MPE) in Garching (Genzel et al., 2003) beobachten mit dem Very Large Telescope (VLT) das Zentrum der Milchstrasse, insbesondere die kompakte Radioquelle Sgr A*, die mit dem supermassereichen Schwarzen Loch von etwa 3 Mio. Sonnenmassen assoziiert ist. Blitze im Nahinfrarotbereich (NIR flares) legen den Verdacht nahe, dass das Galaktische Schwarze Loch rotiert (Kerr-Parameter a = 0.52). Diese Beobachtung ist die beste bisher gefundene Evidenz f?r die Rotation eines Schwarzen Loches. Andere Hinweise dieser Art im Rahmen der R?ntgenemissionsliniendiagnostik bei AGN und R?ntgendoppelsternen sind deutlich schw?cher zu bewerten.


    Eine Beobachtung mit vergleichbarer Methode, ebenfalls von Astronomen des MPE Garching (Aschenbach et al., 2004), diesmal mit dem R?ntgensatellit XMM-Newton, legt f?r das supermassereiche Schwarze Loch bei Sgr A* eine vergleichbare Masse von etwa 3 Mio. Sonnenmassen, aber eine deutlich h?here Lochrotation am theoretischen Limit, a = 0.99, nahe. Diese Interpretation folgt aus R?ntgenspektren von Flares in unmittelbarer N?he zum Loch.


    Astronomen am MPE Garching gaben im Februar 2004 die Beobachtung des Zerriss eines Sterns unter der verheerenden Wirkung von Gezeitenkr?ften eines supermassereichen Schwarzen Loches bekannt (Komossa et al., 2004). Dieses Szenario macht sich als charakteristischer R?ntgenflare bemerkbar, der mindestens einige Monate andauert. Das Objekt ist eine elliptische Galaxie mit der Bezeichnung RX J1242-1119 in einer Entfernung von z = 0.05, also etwa 210 Mpc.


    Stephen W. Hawking gab auf der GR17 Konferenz in Dublin im Sommer 2004 bekannt, dass er eine vor 30 Jahren abgeschlossene Wette f?r verloren gibt. In der Wette ging es um die Frage, ob die Information, die mit der Materie in ein Schwarzes Loch f?llt, vernichtet wird oder Bestand hat. John Preskill, Quantenphysiker und Freund von Hawking, geht von einem Erhaltungssatz der Information aus, d.h. auch in einem Schwarzen Loch bleibt die Information erhalten und kann m?glicherweise bei der Zerstrahlung des Loches ?ber Hawking-Strahlung wieder ins beobachtbare Universum gelangen. Hawking und Kip Thorne hielten dagegen und pl?dierten f?r eine Vernichtung der Information im Loch. Wie gesagt, hat Hawking mittlerweile seine Meinung revidiert und die Wettschuld, eine Enzyklop?die zum Thema Baseball, eingel?st. Der bekannte Relativist Kip Thorne h?lt die Wette noch. Ein genaue, aber unter Physikern bereits umstrittene Beweisf?hrung von Hawking zur Frage dieses Informationsverlustparadoxons (engl. information loss paradox) in Form einer Publikation steht noch aus.

    Quelle: http://www.vfgp.de/

    Ich habe n bissl im Netz zum Thema Relativit?tstheorie rumgesucht und eine f?r jeden "Carsten" verst?ndliche Erkl?rung gefunden!

    Die Relativit?tstheorie

    Eine erste ad?quate mathematische Beschreibung Schwarzer L?cher gelingt mit der Allgemeinen Relativit?tstheorie (ART) (engl. General Relativity, GR). Diese Theorie geht auf den vermutlich bekanntesten Physiker ?berhaupt zur?ck: Albert Einstein (1879 - 1955). Er entwickelte die ber?hmte Relativit?tstheorie in zwei Teilen: der Speziellen und der Allgemeinen Relativit?tstheorie. Einstein war nach seinem Physikstudium ab 1901 Patentbeamter in Bern und fand neben dieser Arbeit viel Zeit, um sich mit der theoretischen Physik zu besch?ftigen. Ein wesentliches Interessengebiet war das Licht und so z.B. die Frage, was man bei einem gedanklichen "Ritt auf einem Lichtstrahl" wahrnehmen w?rde. Diese harmlos anmutende Frage, konnte kein Physiker der damaligen Zeit angemessen beantworten. Die Suche nach einer Antwort dieses Gedankenexperiments m?ndete in die Spezielle Relativit?tstheorie (SRT) (engl. Special Relativity, SR). Die Grundpfeiler dieser Theorie ver?ffentlichte Einstein in der wissenschaftlichen Zeitschrift Annalen der Physik mit dem Titel "Zur Elektrodynamik bewegter K?rper" im Jahre 1905. Die SRT vergleicht die Messung von Ereignissen, die durch Orts- und Zeitkoordinaten festgelegt sind, in verschiedenen Bezugssystemen. Verschiedene Bezugssysteme bewegen sich in der SRT relativ zueinander mit einer gleichf?rmig geradlinigen Geschwindigkeit. Dabei zeigt sich, dass in allen diesen Bezugsystemen (Inertialsystemen) die Lichtgeschwindigkeit eine Konstante ist. Diese Tatsache hat weitreichende Konsequenzen: Wenn die Lichtgeschwindigkeit eine Konstante ist, so m?ssen andere Gr?ssen variieren. Es stellt sich heraus, dass dies in eine Relativit?t der Zeit (auch der Gleichzeitigkeit) und eine Relativit?t der L?nge m?ndet. Die klassisch unverst?ndlichen Effekte Zeitdilatation und L?ngenkontraktion sind Belege f?r die Relativit?t von Zeit und L?nge. Dies gab der Relativit?tstheorie ihren Namen. Die Zeit verlor damit ihren absoluten Charakter, den schon Aristoteles und sp?ter Sir Isaac Newton postulierten: Zeit ist eine relative Gr?sse. Ausserdem verlor die Zeit ihre Eigenst?ndigkeit: Zeit und Raum h?ngen eng miteinander zusammen und bilden in der Relativit?tstheorie ein Kontinuum, das so genannte Raum-Zeit-Kontinuum. In der SRT ist dieses Kontinuum flach, d.h. ungekr?mmt, und wird durch die Minkowski-Metrik beschrieben. Die Flachheit ist gerade eine Folge davon, weil die SRT eine Theorie im relativistischen Vakuum (der Energie-Impuls-Tensor verschwindet) ist.
    Die zentrale Gleichung der SRT und die wohl ber?hmteste Gleichung der Physik ist das Masse-Energie-?quivalent. Als mathematische Gleichung lapidar geschrieben als


    Diese Gleichung findet sich in dem Papier "Ist die Tr?gheit eines K?rpers von seinem Energieinhalt abh?ngig?", ebenfalls publiziert in den Annalen der Physik im Jahr 1905 - in Einsteins Wunderjahr (annus mirabilis). Die Masse ist also eine Energieform, so wie Strahlungsenergie, W?rmeenergie oder kinetische Energie auch. Aber neben dieser Aussage gibt eine weitere, wichtige Folgerung: aufgrund der G?ltigkeit dieser Gleichung besitzt auch eine relativ in Ruhe befindliche Masse (Relativgeschwindigkeit null) eine nicht verschwindende Ruheenergie. Man liest ab, dass bereits sehr kleine Massen durch die enorme Zahl "Lichtgeschwindigkeit im Quadrat" (etwa 1017 m2/s2) eine ausserordentlich hohe Ruheenergie haben.

    Der Begriff der Raumzeit wurde in der Allgemeinen Relativit?tstheorie erweitert. Hier kann die vierdimensionale Mannigfaltigkeit, bestehend aus drei Raumdimensionen (L?nge, Breite, H?he) und einer Zeitdimension, gekr?mmt sein. Das geschieht genau dann, wenn eine Form von Energie (Masse, elektromagnetische Strahlung, Staub etc.) vorhanden ist. Sie erzeugt eine gekr?mmte Raumzeit. Physiker sagen: Energie (Masse) ist die Quelle der Gravitation. Die Kr?mmung wird gerade dort besonders gross, wo sich die Energie befindet. Die Einsteinschen Feldgleichungen geben nun einerseits Auskunft dar?ber, wo die Raumzeit Kr?mmungen aufweist und wie stark diese sind. Andererseits sagen die Gleichungen auch, wie sich die Kr?mmungen auf die Energie auswirken. Diese komplizierte, gegenseitige Kopplung von Raumzeit an Energie und Energie an Raumzeit macht gerade den nicht-linearen Charakter der Feldgleichungen aus.

    Die Entwicklung der Allgemeinen Relativit?tstheorie kostete Einstein enorme Anstrengungen, wie man anhand des viel sp?teren Publikationsjahrs 1915 erahnen kann. Dies liegt am mathematischen Formalismus der Relativit?tstheorie, der Tensor-Rechnung. Zwar findet dieser bereits in der SRT Anwendung, wird jedoch in der ART komplizierter und auch umfangreicher. Der Mathematiker Marcel Grossmann, Einsteins Freund und Kommilitone zur Zeit seines Physikstudiums, lehrte ihn den Umgang mit Tensoren. Es handelt sich dabei um Gr?ssen der Differentialgeometrie, die auf einer vierdimensionalen Mannigfaltigkeit definiert werden und bestimmten Transformationsgesetzen gen?gen. Die Skalare, Vektoren und Matrizen der Linearen Algebra sind ebenfalls Tensoren, allerdings niedriger Stufe. Die Differentialgeometrie kennt weit kompliziertere Tensoren, die immer als eine wohldefinierte Anordnung von Zahlen und Funktionen geschrieben werden k?nnen. Die Tensoren der ART sind recht anschauliche Objekte, die mit einer physikalischen Gr?sse, wie der Energie (Energie-Impuls-Tensor), der Raumkr?mmung (Riemannscher Kr?mmungstensor) oder dem elektromagnetischen Feld (Maxwell-Tensor bzw. Faraday-Tensor) in Verbindung stehen. Die Raumzeit selbst, die Metrik, wird durch den metrischen Tensor beschrieben.

    Die Allgemeine Relativit?tstheorie ist in dem Sinne als allgemein zu verstehen, weil die relative Bewegung der Bezugssysteme zueinander (verglichen mit der SRT) verallgemeinert wird: die Inertialsysteme k?nnen gegeneinander beschleunigt werden. Ein fundamentales Postulat der ART ist das ?quivalenzprinzip. Es besagt, dass tr?ge und schwere Masse ?quivalent sind, d.h. dass es keinen Unterschied in der Bewegung macht, ob eine Masse beschleunigt wird (Tr?gheit) oder im Schwerefeld eines K?rpers f?llt (Schwere). Das E?tv?s-Experiment, ein Aufbau einer Drehwaage mit beweglichen Massen an einem Torsionspendel, best?tigte dieses Prinzip im Rahmen der experimentellen Genauigkeit. Ebenso ist eine gl?nzende Best?tigung des ?quivalenzprinzips, aber auch der ART an sich, die beobachtete Ablenkung von Strahlung im Schwerefeld von der Sonne und Planeten.
    Das Konzept der Allgemeinen Relativit?tstheorie l?ste die alte, Newtonsche Sicht der Dinge ab, dass Gravitation die Vermittlung von Kr?ften zwischen Massen ist. Nach der ART ist die Gravitation eine geometrische Eigenschaft der Raumzeit. Die fundamentale Erkenntnis der ART ist:


    Energie kr?mmt die Raumzeit


    oder als Tensor-Gleichung geschrieben


    Die Kopplungskonstante, die gerade dem Achtfachen der Kreiszahl Pi entspricht, folgt notwendigerweise aus einem Korrespondenzprinzip: Im Grenzfall schwacher Gravitationsfelder und kleiner Geschwindigkeiten gegen?ber der Lichtgeschwindigkeit muss die Einsteinsche in die Newtonsche Theorie ?bergehen. Dann kann man die Kopplungskonstante ableiten, indem man Einsteinsche Feldgleichungen mit der Poisson-Gleichung der Newtonschen Physik vergleicht.

    Da schon die SRT zeigen konnte, dass Masse der Energie ?quivalent ist, kr?mmt auch die Masse die Raumzeit. Mit dieser Erkenntnis l?sst sich auch die zentrale Frage des Protagonisten in Goethes "Faust" beantworten:


    "Das, was die Welt im Innersten zusammenh?lt, ist die Welt selbst."


    Denn die Begr?ndung lautet, dass gem?ss der ART die Materie der Erde selbst (repr?sentiert durch den Energie-Impuls-Tensor T, der rechten Seite der Feldgleichungen) Raum und Zeit (die Raumzeit oder Metrik, eine vierdimensionale Mannigfaltigkeit, die in Form von Ableitungen im Einstein-Tensor G steckt, der linken Seite der Feldgleichungen) in der Umgebung der Erde so kr?mmen, dass ein selbstgravitierendes Objekt, die kugelige Erdmasse, resultiert. Alle irdische Energie bestimmt die Geometrie und zwar im relativistischen, aber auch direkten w?rtlichen Sinn (geos, grch.: "Erde", metros, grch.: "Mass")!

    Schliessen wir nun den Bogen von der Relativit?tstheorie zu den Schwarzen L?chern:
    Schwarze L?cher sind L?sungen der Vakuum-Feldgleichungen der Allgemeinen Relativit?tstheorie, sofern sie keine elektrische Ladung tragen. Setzt man die Metrik eines Schwarzen Loches in die Gleichungen ein, zeigt sich, dass der Einstein-Tensor (die "linke Seite" der Feldgleichungen) verschwinden muss.
    Schwarze L?cher sind allgemein relativistische Objekte und als solche nur korrekt mit der ART zu beschreiben. Man kann zwar den Horizontradius nicht-rotierender Schwarzer L?cher auch mit den Mitteln der klassischen, Newtonschen Theorie ableiten, muss aber das korrekte Ergebnis als Zufall werten. Neuere Theorien, die historisch gesehen der ART folgten, wie die Stringtheorien und die Loop-Quantengravitation erlauben auch eine Behandlung von Schwarzen L?chern.
    Bei den kompakten Objekten der Astrophysik (Weisser Zwerg, Neutronenstern, Quarkstern etc.) im Allgemeinen und den Schwarzen L?chern im Speziellen, sind Materie bzw. Energie auf kleinstem Raum vereinigt. Daher ist die Kr?mmung der Raumzeit bei diesen Objekten besonders hoch. Anschaulich argumentiert ist die Kr?mmung am Horizont Schwarzer L?cher so hoch, dass die Lichtstrahlen auf das Innere des Schwarzen Loches "gebogen" werden. Die Trajektorien der Strahlung, die so genannten Nullgeod?ten, zeigen auf die zentrale Singularit?t. In diesem Punkt (bzw. auch in einem unendlich d?nnen Ring, wenn das Loch rotiert, einer weiteren intrinsischen Singularit?t!) steckt die gesamte Masse eines Schwarzen Loches. In diesem singul?ren Punkt der Raumzeit wird sogar die Kr?mmung unendlich. Dieses Ergebnis zeigt somit die Grenzen der Relativit?tstheorie auf und deutet auf eine ?bergeordnete Theorie hin, nach der bereits seit Jahrzehnten fieberhaft gesucht wird. Bisher ohne Erfolg!


    p.s.: Die relativistisch korrekte Antwort auf die Eingangsfrage, was man beim Ritt auf einem Lichtstrahl sehen w?rde lautet: Nichts! Oder anders gesagt: Photonen altern nicht! Der Lorentz-Faktor divergiert, wenn die Ausbreitungsgeschwindigkeit gleich der Lichtgeschwindigkeit (v = c) wird, und die "Dehnung des Zeitflusses" (Zeitdilatation) geht gegen unendlich, w?hrend die Verk?rzung von L?ngenmassst?ben (L?ngenkontraktion) gegen null geht.

    Quelle

    UFO-SICHTUNG ?BER SPANIEN
    Autor: Dr. Carlos Calvet
    E-Mail: hyperspace@telefonica.net

    Fr?her, in den 80. Jahren, als ich noch am studieren war, und auch noch lange Zeit danach, h?tte ich es nie gewagt in einer ernsten Ver?ffentlichung meine Meinung ?ber Au?erirdische zu sagen. Aber die rasante Entwicklung, hin zu einer gewissen "diffusen Logik" in der wissenschaftlichen Gesellschaft, sowie die Entwicklung der Gesellschaft an sich, wo es nun darum geht dem Menschen Information zur Verf?gung zu stellen, haben mich letztendlich doch dazu verleitet.

    Ich h?tte auch keine ernste Meinung ?ber UFO's, h?tte ich sie nicht mit eigenen Augen gesehen. Also dann, los geht's: Es war ca. 19 Uhr, im September - ich glaube es war das Jahr 1982. Ich befand mich in Spanien, an der Costa Brava, in meinem Heimatort "Canet de Mar", in der Provinz von Barcelona. Es war noch hell und die Sonne w?rde nicht vor 20.30 Uhr untergehen.

    Als ich entlang der Nationalstra?e II entlangspazierte, und zwar in Richtung von Gerona nach Barcelona, war ich beeindruckt von den vielen Autos, die, wie jeden Tag ?blich, diese Hauptverkehrsader in der Region entlangfuhren. Auch gab es mehrere Menschen, die, wie ich, die Stra?e entlanggingen. Das ging eine ganze Zeit lang so, und ich dachte, diese ganzen Leute von Barcelona w?rden hier an der K?ste einen guten Erholungsort gesucht haben.

    Nach einer Weile bemerkte ich allerdings, da? keine Autos mehr auf der sonst so befahrenen Stra?e fuhren, und ich sah auch keine Menschen mehr, was mir sehr merkw?rdig vorkam, obwohl es noch eindeutig hell war.

    Und dann geschah es: ich bemerkte pl?tzlich, wie ?ber mir, ein ziemlich gro?es Objekt, mehr oder weniger entlang der K?ste, in Richtung Barcelona, flog. Es hatte eine Flugh?he von ca. 150 Metern, eine Gr??e von ca. 10 Metern und eine ovale Form - aber nicht so oval wie ein Ei, sondern eher wie eine breite Dattel - also weniger oval. Die Farbe war einheitlich gr?ngrau (ein helleres olivgr?n), und das Objekt besa? sonst keine anderen Merkmale, wie etwa eine Kanzel von einem Zeppelin, D?senaustritte, Verschraubungen, Planken, Leisten, oder ?hnliches. Es war absolut hermetisch in seiner Form. Es waren weder Lichter zu sehen, noch Ger?usche zu h?ren, und das Objekt flog mit einer Geschwindigkeit von sch?tzungsweise 150 Stundenkilometern (so ?hnlich, wie ein kleines Propellerflugzeug) in Richtung Barcelona. Ich verfolgte es mit dem Blick, wie es ?ber die H?user flog und weiterzog. Dann, wieder das unfa?bare: es kam noch eins und schlie?lich noch ein drittes Objekt. Alle drei Objekte flogen in einer perfekt geradlinigen Formation, hatten alle exakt dieselben Merkmale, die selbe Geschwindigkeit, den selben Kurs und die selbe Flugh?he und verschwanden, wie gesagt, alle in dieser perfekten Formation, in Richtung Barcelona, mehr oder weniger entlang der Nationalstra?e II, die genau an der katalansichen K?ste entlangf?hrt.

    Nachdem das alles geschehen war, bemerkte ich nach einigen Sekunden, da? auch pl?tzlich wieder Autos entlang der Nationalstra?e fuhren, und das Leben ging seinen gewohnten Lauf weiter, als w?re nichts passiert und als h?tte es w?hrend der Erscheinung eine Art "Ausfall" gegeben, wo alles stehengeblieben war, und zwar au?erhalb meiner Sichtweite (Menschen und Autos).

    Als ich zum Strand ging, um die Formation besser beobachten zu k?nnen, wie sie in Richtung Barcelona flog, waren sie schon l?ngst au?er Sichtweite - oder irgendwie abgebogen oder andersartig verschwunden. Ein Zeppelin oder ein Flugzeug h?tte man noch, zumindest einige Minuten l?nger beobachten k?nnen, wenn nicht sogar mehr. Ich ging wieder zur Stra?e, den B?rgersteig weiter, bis ich das Meer sehen konnte, und dann erschien am Himmel ?ber dem Meer ein Meteorit. Er fiel schr?g vom Himmel in Richtung Wasseroberfl?che, so, wie es Meteoriten f?r gew?hnlich tun, und ich wurde mir bewu?t, da? das, was ich zuvor gesehen hatte, nichts mit einem nat?rlichen Schauspiel zu tun hatte, da die drei Objekte nicht schr?g zum Boden gefallen waren, wie ein gew?hnlicher Himmelsk?rper, sondern sich auf einer konstanten H?he, genau parallel zum Boden, gehalten hatten, was eine Art Antrieb voraussetzt, den sie mir aber nicht offenbart hatten. Man mu? dazu sagen, da? die Costa Brava keineswegs f?r milit?rische Versuchsobjekte mi?braucht wird, da sich dort abertausende von Urlaubern tummeln! Es war also kein Geheimobjekt oder etwas ?hnliches von der mir bekannten Erde.

    Tage danach suchte ich immer noch vergeblich in den Zeitungen nach einer Nachricht ?ber diese drei Objekte, fand aber keine. Auch das Observatorium in Sabadell hatte anscheinend nichts ungew?hnliches beobachtet. Da ich aber weder krank, noch beeintr?chtigt, noch am schlanfwandeln war, sondern eher hellwach und unvoreingenommen, mu? ich dieses Ph?nomen als reell betrachten und alle diesbez?glichen Geschehnisse auch.

    Die Objekte waren sicherlich keine Wetterballons noch irgendwelche anderen Ballons, und auch keine Flugzeuge, Hubschrauber, Prototypen etc., die ich sicherlich sofort als von dieser Welt identifiziert h?tte. Schlie?lich bin ich ja Wissenschaftler und kein "UFO-Spinner". Es ist mir als Wissenschaftler unerkl?rlich, wie ein solches Ph?nomen auf eine nat?rliche Weise zustande kommen kann. Auch bin ich der festen ?berzeugung, da? es keine Artefakte waren, die am Himmel zu sehen waren, wie eine Fata Morgana, eine Halluzination, ein Reflex oder ?hnliches. Es gab weder Lichter noch Ger?usche jeglicher Art w?hrend der gesamten "Erscheinung". Ich sah tats?chlich die effektiven K?rper dreier UFO's, d.h. das Material, aus dem sie bestanden. Das Material war zudem absolut glatt, reflektierte kein Licht, wie es ein Metallrumpf oder eine gew?hnliche Flugzeugfarbe tut, sondern eher homogen und ein bischen matt, genauso wie ein graugr?ner Opal, der nicht schimmert.

    Was mich am meisten an dieser Sichtung beeindruckt, ist die Tatsache, da? - schon bevor ich ?berhaupt ahnte, da? die Objekte auftauchen w?rden - ich mir Gedanken machte, warum keine Autos mehr auf der bisher so befahrenen Stra?e fuhren, und warum, nach der Sichtung, die Autos wieder auf der Stra?e entlangfuhren, so als ob es einen Moment gegeben h?tte, wo die Zeit stillstand (ich hatte wirklich diesen Eindruck).

    Ein anderer Pluspunkt f?r eine effektive Sichtung ist, da? die Objekte als solche sichtbar waren, und nicht etwa anhand irgendwelcher Lichter - nein, ich sah tats?chlich das UFO-Material, aus dem sie bestanden. Erstaunlich ist auch, da? es gleich drei exakt gleiche Objekte waren und da? alle drei lautlos ?ber den selben Ort in einer Formation entlangschwebten, als ob sie von einer unsichtbaren Hand angetrieben wurden. Solche Formationen sind ansonsten praktisch niemals zu sehen, es sei denn auf einer Flugschau. Aber hier ist weit und breit kein Flugplatz f?r solche Objekte und es werden auch keinerlei andere Aktivit?ten im Himmel ?ber diesen Urlaubsorten gehalten.

    Nein, es war keine Halluzination, denn man sah keine Reflexe, die man als solche Objekte verwechseln h?tten k?nnen. Alles war absolut real und wirklich. Danach war ich au?erdem wieder absolut hellwach und mir bewu?t.

    Nach all diesen Jahren hatte ich gen?gend Zeit um mir eine eigene Meinung ?ber dieses Ph?nomen zu bilden. Demnach, denke ich, sind es wahrhaftig drei UFO's gewesen, die ich gesehen habe. UFO's w?rden uns nicht nur bei Nacht, sondern auch bei Tag besuchen, und um unerkannt zu bleiben, ben?tzten sie sicherlich eine uns unbekannte Technologie oder Ma?nahme, um rund um die UFO's eine Art "Blase" zu bilden, so da? sie weder gesehen, noch geortet werden k?nnen. Diese Blase w?rde wahrscheinlich auch bewirken, da? die Zeit innerhalb der UFO's normal abl?uft, w?hrend um die UFO's herum, die Zeit vielleicht langsamer verl?uft oder die Menschen (und vielleicht auch die Ortungs-Maschinen) eine Art Lapsus erleben.

    Die Tatsache, da? ich das Ph?nomen aber gesehen habe, spricht daf?r, da? es sicherlich einige Menschen gibt, die vielleicht eine gr??ere Sensibilit?t besitzen, und denen diese Blase (oder was es auch immer sein mag) nicht beeinflussen kann. Somit w?rden einige wenige Menschen UFO's sehen k?nnen, w?hrend die meisten sie nicht sehen oder orten k?nnten - auch nicht anhand technischer Mittel.

    Nehmen wir einmal an, es gibt wirklich au?erirdische Wesen, die uns mit ihren UFO's besuchen. Wenn man aber all die Zeugenaussagen ?ber UFO's durchgeht, dann findet man eine regelrechte Beschreibung von "Klapperkisten" und Lichtern, die meiner Meinung nichts mit einem Raumschiff zu tun haben k?nnen. Auch ein Raumschiff, das auf dem Boden zerschellt oder von dem man angebliche Bruchst?cke findet, ist meiner Meinung nach nur pure Phantasie. Wenn uns au?erirdische Wesen wirklich besuchen, so haben wir es hier mit einer Technologie zu tun, die alles uns bekannte bei weitem ?bertreffen w?rde - und so etwas st?rzt nicht einfach ab!

    Ein UFO w?re weder aus Stahl, noch aus superleichter Alufolie, noch aus Plastik oder metallorganischem Material, sondern viel mehr - "ganz anders". Ein UFO braucht auch keine Fenster oder Lichter, um sich zu orientieren oder Lichtsignale abzugeben. Es bedarf auch keiner gew?hnlichen Maschinen, um die gen?gende Antriebskraft zu erzeugen.

    Meines Erachtens nach, m??te ein UFO - wenn UFO's ?berhaupt Raumschiffe sind - ein Objekt sein, das scheinbar alle bekannten Gesetze der Physik au?er Kraft setzt, da es sonst nicht so lange Reisen machen k?nnte. Mit starken Materialien und Motoren alleine kann man nicht durch das Weltall reisen, ohne da? diese Materialien oder Motoren versagen. Dazu bedarf es einer praktisch perfekten Technologie - denn sonst w?rde es sich ?berhaupt nicht lohnen zu fremden Sternensystemen zu fliegen, um dort ans?ssige Lebewesen zu erforschen.

    Eine grunds?tzliche Voraussetzung f?r solche langen Reisen w?re z.B., die ?berwindung der Schwerkraft und der Zeit anhand einfacher ausgekl?gelter Methoden und hochentwickelter Technologie.

    Wir m?ssen auch keine Angst haben, da? uns Wesen besuchen, die uns "ausrotten" wollen. Sie h?tten es schon l?ngst getan, wenn sie gewollt h?tten. Diese Wesen beobachten uns sicherlich nur - vielleicht uns als Spezies oder als Zivilisation, oder vielleicht auch nur den Planeten Erde oder seine Tierwelt. Ein gewisses Interesse f?r die Menschheit m?ssen sie jedoch haben, da der Mensch ja der nat?rliche "Eigent?mer" dieser Welt ist - und das k?nnte eine fremde, kluge Zivilisation nicht leugnen.

    Ich glaube auch nicht, da? irgendwelche Regierungen UFO's einfach "abschie?en" oder Au?erirdische t?ten oder sie untersuchen. Denn, wer t?tet denn schon das "Huhn mit den goldenen Eiern"? Es ist eher wahrscheinlich, da? wir versuchen mit den Fremden in Kontakt zu treten. Diese Tendenz wird ja dadurch bewiesen, da? gewisse Regierungen nach fremden Botschaften Ausschau halten (man denke da nur an das S.E.T.I.-Programm oder an die Tafel, die den Pioniersonden mitgegeben wurde). Eine weltweite Verschw?rung kann man anhand der uns bekannten Tatsachen nicht vermuten. Sicherlich handeln unsere Regierungen mit gr??ter Vorsicht und halten uns stets vieles geheim. Aber das ist ja nur logisch wenn man bedenkt, da? eine pl?tzliche Bekanntmachung der Existenz von Au?erirdischen, die gesamte Weltwirtschaft lahmlegen k?nnte. Wer k?nnte da noch ruhig seiner gewohnten Arbeit nachgehen? Und wieviel Menschen w?rden aus Angst und mangelndem Vertrauen nicht zu den Waffen greifen? Das k?nnte ja in einer weltweiten regelrechten, weltweiten "Hexenjagt" enden. Ich bin also zuversichtlich und warte einfach ab. In den kommenden Jahren werden wir sicherlich viele interessante Dinge ?ber das Leben im All erfahren.

    Was ist aber das ultimative Ziel des Menschen? Es mu? theoretisch zumindest angenommen werden, da? es im Universum noch andere intelligente Wesen gibt. Sie haben sicherlich schon seit langem herausgefunden, was ihre Bestimmung ist und sich mit anderen Spezies in Verbindung gesetzt. Sicherlich beobachten sie uns schon seit langem und haben vielleicht in die Entwicklung verschiedener Lebesformen eingegriffen, um diese zum Guten zu steuern. Niemand m?chte wirklich alleine im Universum sein. Daher k?nnte es vielleicht eine universelle Vereinigung von hochintelligenten Wesen geben, die sich untereinander verstehen und die Entwicklung von neuen Arten, wie die auf der Erde, verfolgen.

    Nach der ersten Phase der Evolution zum intelligenten Wesen, wo eine Oberherrschaft angestrebt wird, ?ndert sich dieses Ziel sicherlich durch die Einsicht der Wesen, sie k?nnten sich von nun an selbst zerst?ren. Diese Einsicht hat sicherlich eine stark mildernde Wirkung auf die evolutive Tendenz zu immer mehr Oberherrschaft, so da? die Intelligenzen von nun an immer mehr an Aggressivit?t verlieren w?rden. Am Ende dieser Entwicklung st?nde sicherlich eine Intelligenz, die eingesehen hat, da? sie mit der Vernichtung anderer Wesen nichts weiter erreicht als Einsamkeit, und die nach anderen Intelligenzen Ausschau h?lt - denn, Streitigkeiten weggelassen - das Leben ist immer noch das wertvollste Gut im Universum, selbst das deines Feindes - denn Leben ist unersetzbar f?r alle Wesen, die nicht Gott sind!

    Es wird oft die Vermutung aufgestellt, Au?erirdische k?nnten uns ?berhaupt nicht besuchen, da die Lichtgeschwindigkeit viel zu klein ist, und nicht ?berstiegen werden kann. Dazu habe ich eine neuartige, wissenschaftliche Theorie entwickelt, die besagt, da? die Lichtgeschwindigkeit vielleicht nicht ?berschritten werden kann, sie aber an anderen Orten nicht mit dem Wert ?bereinstimmt, der auf der Erde immer wieder gemessen worden ist, d.h., sie variiert gem?? der Ansammlung von virtuellen Teilchen (virtuelle Gravitonen, Photonen) im Weltraum. Die Lichtgeschwindigkeit fern ab von unserem Sonnensystem w?re somit viel h?her als auf der Erde oder innerhalb unseres Sonnensystems. Wer mehr dazu lesen m?chte, der m?ge folgende Seite aufsuchen:

    http://www.alien.de/hyperspace/home oder http://www.terra.es/personal2/hyperspace/home.htm

    Die englischsprachige Homepage des Autors befindet sich auf auf http://planckworld.topcities.com

    Anregungen, Fragen???? -> einfach mailen: hyperspace@telefonica.net

    Die Struktur der deutschsprachigen UFO-Szene in der Wahrnehmung ihrer Akteure

    * von Edgar Wunder

    Was ist die deutschsprachige "UFO-Szene"? Ich verstehe unter diesem Arbeitsbegriff alle Personen und Organisationen, die sich im ?ffentlich gef?hrten kontroversen Diskurs ?ber "Unidentifizierte Fliegende Objekte" (UFOs) regelm??ig durch Beitr?ge zu Wort melden. Das Spektrum reicht von erkl?rten Bestreitern der Existenz von UFOs (zumindest im Sinne von "au?erirdischen Raumschiffen" oder anderen unkonventionellen Erkl?rungsans?tzen) bis hin zu F?hrern religi?ser "Endzeitsekten", die die baldige Errettung durch au?erirdische Raumschiffe versprechen. Auch Wissenschaftler, die sich um eine n?chterne Untersuchung von UFO-Fallberichten bem?hen, geh?ren zu dieser "Szene".

    Die UFO-Szene ist zerstritten und in verschiedene "Lager" gespalten. Etiketten wie die Begriffe "Skeptiker", "Esoteriker", "Ufologe" u.a.m. dienen zur gegenseitigen Abgrenzung. Doch nehmen alle Akteure der "UFO-Szene" diese "Lagerbildungen" auf die gleiche Weise wahr? Oder sehen z.B. die "Skeptiker" die ufologische Welt als ganz anders strukturiert an als "Ufologen"?

    Diese Frage stand im Hintergrund einer von mir durchgef?hrten empirischen Untersuchung, bei der 8 Experten insgesamt 2230 Urteile zu f?llen hatten, inwiefern 20 prominente Vertreter der deutschsprachigen "UFO-Szene" untereinander ?hnliche oder eher un?hnliche Positionen vertreten. Unter den 8 befragten Experten waren (a) 4 "Skeptiker", (b) 3 "UFO-Falluntersucher", die sich nicht dem "skeptischen Lager" zugeh?rig f?hlen, sowie (c) ein "Ufologe", der eine gewisse Affinit?t zu religi?s-esoterischen Konzepten hat.

    Die Daten wurden mit dem statistischen Verfahren der so genannten Multidimensionalen Skalierung daraufhin analysiert, ob die 8 befragten Experten die Struktur der deutschsprachigen "UFO-Szene" auf ?hnliche Weise wahrnehmen. Methodische Einzelheiten und detailierte Ergebnisse k?nnen in einem 38 Seiten umfassenden Arbeitsbericht nachgelesen werden, der auf Wunsch gegen einen Unkostenbeitrag von 8 DM bei Forum Parawissenschaften e.V. (Postfach 1202, 69200 Sandhausen, E-Mail: info@forum-parawissenschaften.de, http://www.forum-parawissenschaften.de) angefordert werden kann. An dieser Stelle sollen nur die wesentlichsten Ergebnisse der Studie im Sinne einer kursorischen Zusammenfassung wiedergegeben werden:

    1. Es ist tats?chlich so, dass die "Skeptiker" die Struktur der deutschsprachigen UFO-Szene ?bereinstimmend anders wahrnahmen als die "UFO-Falluntersucher" und diese wiederum anders als der befragte "Ufologe". ?bereinstimmung herrschte allerdings hinsichtlich der grunds?tzlichen Dimensionen, die die UFO-Szene strukturieren, n?mlich:

    (a) Unglaube versus Glaube an die Existenz von UFOs im Sinne von nicht-konventionellen Erkl?rungsans?tzen, (b) empirisch-wissenschaftliche versus ideologische Orientierungen, (3) popul?re versus elit?re Ausrichtung der jeweiligen Personen oder Organisationen.

    Alle 8 Experten stimmten auch darin ?berein, dass die maximal ideologisch orientierte, vehemente Ablehnung von UFOs bei den sog. "Skeptiker"-Organisationen CSICOP und GWUP zu verorten ist, die maximal ideologisch orientierte, vehemente UFO-Anh?ngerschaft bei den UFO-Nachrichten und insbesondere Billy Meier. Ansonsten zeigten sich aber deutliche Unterschiede.

    2. Die vier "Skeptiker", die alle CENAP oder der GEP zugeh?rten, nahmen die UFO-Szene als stark bipolar strukturiert wahr: In ihren Augen stehen sich die zwei feindlichen Lager der UFO-Gl?ubigen und der UFO-Kritiker weit entfernt gegen?ber, zwischen ihnen klafft ein tiefer und kaum ?berwindbarer Graben.

    3. Die drei "UFO-Falluntersucher" sehen dagegen nicht zwei, sondern drei "Lager" in der UFO-Szene: UFO-kritische "Skeptiker", UFO-untersuchende "Falluntersucher" und UFO-gl?ubige "Ufologen". Die drei Gruppen sind in der Weise angeordnet, dass die "Falluntersucher" eine Mittelposition zwischen den "Skeptikern" und den "Ufologen" einnehmen. Alle drei Lager sind intern nochmals in der Dimension "empirisch-wissenschaftliche vs. ideologische Orientierung" stark differenziert, wobei die h?chsten Ideologie-Werte allerdings bei den "Skeptikern" und den "Ufologen" erreicht werden.

    4. Die vom befragten "Ufologen" wahrgenommene Struktur der UFO-Szene kann als eine multipolare Vernetzung charakterisiert werden. Er unterscheidet die drei Gruppen "empirisch-wissenschaftlich-elit?re UFO-Anh?nger", "ideologisch-popul?re UFO-Anh?nger" sowie "UFO-Gegner". Alle drei Gruppen sind untereinander durch Br?ckenpersonen vernetzt, so dass es im Vergleich zur Wahrnehmung der "Skeptiker" keine all zu tiefen "Gr?ben" zwischen den "Lagern" gibt.

    5. Alle 8 Experten nahmen das Lager der "Skeptiker" als das am besten definierte, d.h. kompakteste und homogenste wahr.

    6. Weiterhin ergab sich, dass die Bezeichnung "wissenschaftlich" offenbar von allen Akteuren der UFO-Szene f?r sich selbst in Anspruch genommen und den jeweils Andersdenkenden abgesprochen wird.

    7. Als "Br?ckenpersonen" zwischen den verschiedenen Lagern fungieren in der Wahrnehmung der meisten Experten insbesondere Roland Horn, die GEP, Ulrich Magin und teilweise auch Josef Schedel. Problematisch sind in dieser Hinsicht vor allem die "Skeptiker", da der von ihnen wahrgenommene Graben zwischen den Lagern so tief und breit ist, dass sie mit Ausnahme von Roland Horn ?berhaupt keine Br?ckenpersonen sehen.

    Die unterschiedliche Wahrnehmung der Struktur der UFO-Szene beeinflusst auch die Chancen eines konstruktiven Dialogs, indem z.B. wahrgenommene "Gr?ben" zwischen den "Lagern" als Kommunikationsbarrieren wirken und die Verbreitung und Aufnahme neuen Wissens behindern k?nnen. Deshalb ist es wichtig, diese unterschiedlichen Wahrnehmungen der "Szene" besser verstehen zu lernen, wenn man - wie z.B. Forum Parawissenschaften, das sich bewusst als "lager?bergreifend" versteht - an einer verbesserten kommunikativen Integration der UFO-Szene interessiert ist.

    Quelle

    Das Problem des Nichtkontaktes
    * von Wladislaw Raab

    Das UFO-Ph?nomen besch?ftigt die Menschen, zumindest in seiner "modernen" Auspr?gung, seit weit ?ber 50 Jahren. Viel Zeit ist seit 1947 vergangen (der Geburtsstunde der "fliegenden" Untertassen) und noch inner r?tseln wir, ob das Ph?nomen in der konzepierten Forrn besteht und was sich wohl dahinter verbergen mag.

    Doch eine Fragestellung, eine durchweg existentielle, wenn man so will, dr?ngt sich immer wieder in den Vordergrund: Warum vermeidet die hinter dem Ph?nomen stehende Intelligenz eine, wie auch immer geartet direkte Kontaktaufnahme?

    UFO-Skeptiker werden argumentieren, da? etwas, das nicht besteht, auch nicht Kontakt aufnehmen kann.
    Diese durchaus "subversive" Erkl?rungshypothese hat zwar auch ihre Berechtigung, doch wollen wir im folgenden mal davon ausgehen, da? das UFO-Ph?nomen als solches tats?chlich existiert und mit uns interagiert. Daneben wollen wir sehen, ob die "UFO-Praxis" die eine oder andere Hypothese best?tigen mag oder auch nicht. Was also, so unsere Fragestellung, h?lt die UFO-Intelligenz von einer Kontaktaufnahme wom?glich ab?

    Kosmischer Kodex der Nichteinmischung

    Diese gerne verwendete Hypothese geht davon aus, da? eine potentielle au?erirdische UFO-Intelligenz die Order befolgt die kulturellen und soziologischen Strukturen auf einem "Zielplaneten" nicht zu beeinflussen. Die einzig erlaubten Mittel seien demnach gelegentliche Observationen und das verdeckte entnehmen von "Proben" (die aber durchaus der menschlichen Spezies angeh?ren d?rfen). Diese Hypothese ist zwar recht interessant, dennoch frage ich mich, ob es im Hinblick auf den "Kodex" sinnvoll ist, tausende von Menschen zu entf?hren, regelrechte "Flugschauen" wie z.B. in Belgien zu veranstalten und hunderte von verst?mmelten Weidetieren, gut sichtbar(!) auszulegen, so wie wir dies beim Mutilations-Ph?nonen pr?sentiert bekommen!

    Paradoxon

    Eine direkte Kontaktaufnahme mit uns ist nicht m?glich, da eine direkte Kontaktaufnahme mit uns einfach nicht m?glich ist.
    Diese Philosophie w?re z.B. anwendbar, wenn wir hinter der UFO-Intelligenz etwas vermuten, das direkt mit uns in Verbindung steht.
    Entstammen UFOs dem "Kollektiven Unbewu?ten" der Menschheit, sind sie technische Vehikel aus der Zukunft unseres Planeten oder gar ein Aspekt der menschlichen Evolution, so k?nnen wir wohl noch ewig auf einen offenen Kontakt a la "Independence Day" warten. Steht das UFO-Ph?nomen also direkt, ganz existentiell mit der Menschheit in Wechselwirkung, etwa in Form eines von J. Vall?e konzipierten Kontrollmechanismus", werden wir wohl niemals Einblick hinter die "Ku-lissen" erhalten!

    Kultureller Unterschied

    Wir alle sind mehr oder weniser soziale Wesen - uns dr?ngt nach Kommunikation und Erfahrungsaustausch. Doch wer sagt da? die "Anderen" ebenso gesellig sind? Was, wenn die uns unbekannten Wesen keinen Sinn darin sehen, sich mit uns aus zutauschen? Sie gewinnen ihre Daten einach nur durch "Aufkl?rung" - "H?nde sch?tteln" und "Schulterklopfen" bei einem Plausch sind ihnen vielleicht v?llig unbekannt oder aber werden nicht praktiziert.

    Soziokulturelle Konditionierung

    Eine der meiner Meinung nach interessantesten Denkarten, um einen Nicht-Kontakt zu erkl?ren, beruht auf dem Konzept der gezielten Konditionierung.
    Eine wie auch immer geartete Intelligenz verfolgt das Ziel sehr langsam, um vergleichsweise unauff?llig auf uns einzuwirken, st?ndig bem?ht, einen Kulturschock zu vermeiden oder aber andere Ziele in unseren Gesellschaften und Kulturen zu verwirklichen.
    Tats?chlich k?nnte man diesen Gedanken noch ausweiten und spekulieren, da? somit global auf unser aller Bewu?tsein Einflu? genommen wird (wobei die Zielsetzung nicht unbedingt in unserem Sinne sein mu?).
    Ein recht gutes Beispiel bietet hierf?r das UFO-Entf?hrungsph?nomen. Wir haben zwar tausende von gleichlautenden Zeugenberichten, doch echte, effektive Beweise haben wir f?r diese Einzelerfahrungen bis dato noch immer nicht entdecken k?nnen. Auch enth?lt das Ph?nomen v?llig kuriose Elemente, so die zum Teil wiedersprechenden Angaben der UFO-Entit?ten ?ber ihren Herkunftsort (in einem Fall gaben sie an "in einem fernen Lande auf einem Schlo?" zu leben, gaben dann sp?ter doch zu verstehen das sie nun doch au?erirdisch seien) und die Mission der Aliens, die durchaus als "Tarnung" angewandt werden k?nnten.
    So wird zwar die Diskussion ?ber das Thema am Laufen gehalten, doch der f?r viele Menschen sicherlich erschreckende "Aha"-Effekt bleibt aus. Die eigentliche Zielsetzung, der Bekanntheitsgrad des Ph?nomens, setzt sich jedoch durch.

    Schutzmechanismus

    Obwohl wir eigentlich immer davon ausgehen, da? uns die "Anderen" ?berlegen sind, ist es in Wahrheit vielleicht ganz anders. Vielleicht sind wir "ihnen" in physischer oder psychischer Hinsicht ?berlegen, und ein offener Kontakt mit uns w?re sch?dlich f?r die fremde Kultur.
    Einleuchtend w?re dieser Gedanke auch, wenn wir von einer Parallelkultur ausgehen die "unseren" Planeten bewohnt - wo auch immer.

    Keine Wechselwirkung

    Obwohl das UFO-Ph?nomen auf uns den Eindruck macht, als drehe sich dessen "modus operandi" lediglich um uns Menschen, k?nnte dieser egozentrische Verdacht durchaus verkehrt sein.
    Die durchschnittliche Interaktion Mensch/UFO-Ph?nomen betr?gt im Regelfall we-nige Sekunden oder Minuten, was den Gedanken rechtfertigt, da? etwas v?llig an-deres das UFO-Ph?nomen zu irdischen Stippvisiten motiviert.
    Spekulationen da? sich die "Anderen" f?r unsere Bodensch?tze oder ?hnliches interessieren, kann man wohl ad acta legen, doch wer wei?, was f?r die "Anderen" wirklich von Interesse ist?

    Komischer Hoax

    Der amerikanische UFO-Forscher und Autor John Keel formulierte den Verdacht da? eine kosmische, koboldhafte Intelligenz sich einen Spa? daraus macht, ver-steckt hinter Masken quasi, unseren Planeten als B?hne f?r abstruse Schauspiele zu verwenden.
    Tats?chlich gehen UFO-Forscher in der Regel immer davon aus, da? UFOs und deren Besatzungen rationale und vern?nftige Ziele verfolgen, so l?cherlich deren Auf-treten hier und da auch ausf?llt. Verfolgt man Keels Gedanken in logischer Konsequenz weiter, wird klar, da? diese "Maskerade" wohl kaum je beendet wird. Und selbst wenn, so steht an dessen Ende sicherlich nicht der erhoffte Informationsaustausch.
    Auch wenn man Keels Spekulationen skeptisch hinterfragt, er?ffnen sie uns eine neue, interessante Plattform. Das UFO-Ph?nomen und der damit verbundene "Nicht-Kontakt" k?nnten f?r uns v?llig irrationale Grunde haben.

    Unverst?ndnis

    Bs mag sein, da? das UFO-Ph?nomen f?r uns, trotz aller geistiger Winkelzuge, nicht erkenn- und erkl?rbar ist. Es ist vielleicht so exotisch, da? unser Gehirn die vermittelten Informationen einfach nicht versteht oder aber v?llig falsch einordnet.
    Gerade das CEIV - Ph?nomen bietet hier eine ganze Reihe von Einblicken in die "Welt" der "Anderen" und veranschaulicht, da? da etwas v?llig "abgedrehtes"vorgeht, da? wir selbst bei einem Kontaktversuch nicht verarbeiten k?nnten, Ein gutes Beispiel f?r diesen Umstand bietet ein britischer Entf?hrungsfall in den 1974 gleich eine ganze Familie involviert war.
    Einer der Zeugen, John Avis, bekam an Bord des Objektes eine Art "Visier" vorgef?hrt, mit dessen Hilfe die Wesen angeblich in unsere Welt blicken k?nnen. Man erkl?rte ihm au?erdem, da? die Wesen zum Sehen menschliche Augen benutzen w?rden.
    Manchmal jedoch, erkl?rten sie weiter, "wenn wir keine geeigneten Augen finden k?nnen, benutzen wir das Visier, um euer Lichtspektrm so zu ver?ndern, da? es unsere Sehnerven verarbeiten k?nnen."
    Das Wesen f?gte weiter hinzu: "Dies ver?ndert die Art und Weise, wie wir auf eurem Planeten wahrgenotnrnen werden."
    Vor dem Hintergrund dieser ?u?erung scheint es, als seien die Augen der Wesen von den unsrigen so verschieden, da? sie Hilfsrnittel brauchen, um die Personen, die sie entf?hren wollen, ?berhaupt erkennen zu k?nnen.
    Besonders interessant ist auch die Aussage der Wesen, da? das "Visier" auch deren Erscheinungsbild in unseren Augen ver?ndert. Das hei?t, wir nehmen diese Wesen so wahr, wie das Ger?t sie f?r uns projeziert!
    Wie schwer mu? es wohl sein, ?berlege ich mir gerade, mit Wesen zu kommunizieren, von denen wir lediglich ein schattenhaftes Maskenspiel wahrnehmen und die uns ihrerseits gar nicht visuell erfassen k?nnen!

    Diskussion

    Die Frage des Nicht-K?ntaktes l??t viele M?glichkeiten offen (ich habe m?gliche Phobie, religi?se ?berzeugungen und politische Aspekte, die die Wesen antreiben k?nnten, uns nicht ?ffentlich zu behelligen, mal au?en vor gelassen), dem theore-tischen modus operandi der Anderen noch so einiges beizuf?gen.
    Ein ganz entscheidender Aspekt ist jedoch, da? jegliche Ausgewogenheit zwischen "ihnen" und "uns" zu fehlen scheint, "Sie" wissen praktisch alles ?ber uns, w?hrend wir noch nicht einmal sicher sind ob "sie" ?berhaupt hier sind.
    Diese Ungleichheit wird nun dadurch gesteigert, da? "sie" uns gegen?ber nicht immer ganz ehrlich zu sein scheinen bzw. auch unsere Sinne manipulieren k?nnen, wie insbesondere aus den Abductions hervorgeht. Das Ganze wird vor allem auch aufgrund der dargelegten ?berlegenheit der Fremden f?r uns so nicht ganz geheuer. Das mu? nat?rlich noch lange nicht bedeuten, da? das Ph?nomen eine wie auch immer geartete schlechte Absicht uns gegen?ber hat, doch steht fest, da? die Intelligenz uns nicht als gleichberechtigten Kommunikationspartner annimmt. (Was vielleicht so auch gut durchdacht sein mag...).
    Es fehlen jedoch auch s?mtliche positiven Signale, die uns vermitteln w?rden, die Intelligenz f?hre Gutes (in unserem Sinne) im Schilde (so wurde noch nie eine "Greenpeace"-Aktion unterst?tzt - kleiner Scherz).

    Andererseits kann es aber auch sein, da? ein Austausch schlicht nicht m?glich ist, weil "sie" und "wir" so extrem verschieden sind, da? "sie" nicht einfach so auf dem Rasen vor dern Weisen Haus landen k?nnen.
    Der britische Autor Andrew Collins konzipierte eine recht. tnteressant.e Theorie, die unseren ?berlegungen weiteren Spielraum bietet. Er vertritt die Hypothese, da? Begegnungen mit UFOs und Entf?hrungen durch multidimensionale Energiewesen verursacht werden, die auf den menschlichen Geist einwirken - und umgekehrt. Diese Energiewesen w?rden normalerweise in einer anderen Dimension als wir existieren, die sich aber unter gewissen Bedingungen mit. der unsrigen ?berschneiden k?nne.
    Tats?chlich sind viele UFOs & Aliens "Lichtgestalten", die erst nach und nach eine fest umrissene Form annehnen, die sich wohl auch vielfach an unseren eigenen Vorstellungen orientiert, so Collins.
    Wie aber sollte man mit einer solchen "Lichtgestalt" aus dem "Hyperraum" in Verbindung treten? Oder ist nicht. das UFO-Ph?notnen an sich schon die "Kontakt-aufnahme"? Besteht nicht schon seit Jahrhunderten eine "Standleitung", und sind wir einfach nur ntcht in der Lage, entsprechend zu antworten und auf die "Signale" zu reagieren?

    Quellen:
    Wladislaw Raab, Unheimliche Begegnungen - Ein Forschungsbericht, CTT Verlag,
    J. & C. Bord, X - Akte Au?erirdische, Moewig Verlag.
    Andrew Donkin, Akte Aliens, Ueberreuther Verlag.
    John Keel, Operation Trojan Horse, I-NET.
    J. Vall?e, Konfrontationen, 2001 Verlag.

    Ist der Bericht realistisch?! Was denkt ihr?