Geistige Sonne' (Inh.-Vz. Bd. 2) von Jakob Lorber(vor ca.150 Jahren offenbart)
Es geht hier um den Unterschied zwischen den Kindern der Sonne und den Kindern Gottes.
Gemeint sind hier Bewohner einer Zentralsonne die mit den Bewohnern der Erde ?hnlichkeit haben,zum Teil deshalb weil ein Teil der Erdbewohner daher stammen,also hier geboren werden um die Kindschaft Gottes zu erreichen.
01] Unser ?ltester erhebt wieder seinen Stab und ?ffnet seinen Mund. Was wird er nun wohl sprechen zu seinen Kindern? Selbstanh?ren wird auf diese Frage die beste Antwort geben; und so h?ren wir denn, wie er spricht. Seine Worte lauten:
02] Meine lieben Kinder und Kindeskinder! Ihr habt euch versammelt vor dem Altare, auf dem noch die Flamme Gottes lodert. Ein w?rdig Lob habt ihr dem Allm?chtigen dargebracht; darum spricht der Geist Gottes aus der Flamme zu uns:
03] Dem Gro?en bin Ich gro?, dem Kleinen klein, dem Starken stark und dem Schwachen schwach; aber in dieser Schw?che ruht eine geheime St?rke, welche m?chtiger ist als alle Kraft der Gro?en. Wer barmherzig ist, dem bin auch Ich barmherzrg; wer Gutes tut, dem solle Gutes getan werden. Dem Herrn bin Ich ein Herr; aber dem Diener ein Knecht. Der Weise mag nicht mit Meinem Lichte spielen; aber dem Einf?ltigen soll alle Flur Meiner g?ttlichen F?lle offen stehen. Der da ist voll Verstand, f?r den wohne Ich im unzug?nglichen Lichte; aber mit dem T?richten vor der Welt und ihrem Glanze will Ich wie ein Bruder einhergehen. Die Kinder der Sonne haben gro?e Macht, ihr Hauch ist st?rker, denn der kleinen Erdk?rper gr??ter Sturm, und vor ihren Gedanken beugt sich ihre Welt und treibt neue Flammen aus ihren weiten Triften. Die aber Meine Kinder sind und sein wollen, m?ssen schwach sein, und ihre Schw?che mu? erst eine Kraft werden in Mir. Die Kinder der Sonne m?gen Mich anbeten in ihrem Lichte; aber Meine Kinder beten Mich an in ihrem Feuer. Die Kinder der Sonne sind, was sie sind; aber Meine Kinder d?rfen nicht bleiben, was sie sind, sondern sie m?ssen verzehrt werden, damit sie in ihrer Vernichtung erst Das werden, was sie sein sollen.
04] Was wollt ihr Kinder der Sonne? - Ihr habt euren gut gemessenen Teil; wollt ihr mehr, soll euch auch mehr gegeben sein; wollt ihr eine gr??ere Seligkeit, wie k?nnt ihr wohl mehr verlangen, als was euch wird nach eurer Erkenntnis und nach eurem Wollen? - Wollt ihr aber Meine Kinder werden, da m??t ihr nicht gewinnen, sondern nur alles verlieren wollen. Denn wie euer Los als Kinder der Sonne ein solches ist, da? ihr euch schm?cken k?nnt mit ewig wachsenden Sch?tzen und Reicht?mern, so ist andererseits das Los Meiner Kinder, stets armer zu werden, und das insoweit, da? sie nicht einmal das eigene Leben als ihnen eigen betrachten d?rfen. Und sie m?ssen stets bereit sein, ihre Liebe, welche der Grund ihres Lebens ist, zahllosen Br?dern zu spenden.
05] Was ihr besitzet, ist euch gegeben zum ewigen, unumschr?nkten Eigentume; Meine Kinder aber d?rfen nichts besitzen, nicht einmal einen eigenen Tisch f?hren, sondern alles was ihnen not tut, haben sie nirgends denn bei Mir in Meinem Hause zu nehmen. Ihr seid m?chtige Herrn eurer Welt; Meine Kinder aber m?ssen sein arme Knechte, sie m?ssen arbeiten mit ihren H?nden. Wenn sie sich aber etwas erarbeitet haben, da d?rfen sie es nicht behalten als ein Eigentum, sondern es sobald einbringen in Mein Haus, allda Ich es dann erst jedem gebe, was er liebegerechterma?en notwendig bedarf. Ihr wohnet in Pal?sten, die an Glanz und gro?er Pracht alles Erdenkliche ?berbieten; Meine Kinder aber m?ssen H?tten bewohnen, vor deren Niedrigkeit und g?nzlicher Glanzlosigkeit euch schaudern w?rde. Aber Meine Kinder sind dennoch Meine Kinder und sind bei Mir allzeit, und tun allzeit nach Meinem Willen, welcher endlos m?chtig ist den M?chtigen, aber auch endlos sanft den Kleinen und Schwachen.
06] Wollt ihr Meine Kinder werden, so m??t ihr solches bedenken und alle Vorteile eures Lebens auf ewig fahren lassen. Selbst euer Leben mit seinem klarsten Bewu?tsein mu? Mir geopfert werden; nichts d?rfet ihr behalten als eure g?nzlich ausgeleerte Wesenheit. Denn also, wie ihr seid, seid ihr wohl auch Gef?sse des Lebens, welches ausgeht aus Meinem Lichte; aber als Meine Kinder m??tet ihr zur Wohnst?tte Meines eigenen ewigen Geistes werden, und dieser kann nicht wohnen in der Fl?chtigkeit eures Lichtes, sondern nur in der gro?en Festigkeit, welche gedigen genug ist, um zu widerstehen dem allm?chtigen Feuer Meines eigenen ewigen Liebelebens.
07] Euch ziert ein m?chtiger Willensstab, und wenn ihr ihn erhebt, da bebt eure gro?e Welt unter der gro?en Zwangsmacht eures Willens; Meine Kinder aber m?ssen ein schweres Querholz auf ihre Schultern lagern, welches sie zu Boden dr?ckt und ihnen den Tod gibt, ?ber welchen ihre kleine Welt m?chtig jubelt. Erst aus diesem Tode k?nnen sie erstehen, werden Mir gleich, und tun dann was Ich tue; nicht aber um zu herrschen gleich euch, sondern um zu dienen allen mit der gr??ten Liebe, Sanftmut und vollsten Ergebung in Meinen Willen. Meint ihr, dies ist etwas Geringes, sich zu ergeben ganz in Meinen Willen? - H?rt und vernehmt es!
08] Sich zu ergeben vollkommen in Meinen Willen will mehr sagen, als so jemand aus euch die ganze unendliche Sch?pfung in seine Faust fassen m?chte und spielen damit wie mit kleinsten Sandbr?ckelchen. Ja es will mehr gesagt haben, als so ihr hingingt an jene weiten Triften eurer Welt, allda aus unerme?lich weiten Kl?ften die allenh?chste Gl?hkraft der Flammen unaufh?rlich w?tet und m?chte sich einer allda hinabst?rzen in den Krater und in sich schl?rfen mit einem Zuge die endlos w?tende Glut- und Flammenmasse. Und dennoch m?ssen Meine Kinder Meinen unendlich ewig m?chtigen Willen bis auf den letzten Tropfen in sich aufnehmen, bevor sie vollkommen Meine Kinder werden k?nnen.
09] Ihr beurteilt und kennt die unendliche Macht Meines Willens; wer aus euch kann sich Meinem Willen gegen?berstellen und sagen: Herr! la? mich k?mpfen mit Dir? - Wird nicht ein leisestes F?nklein ihn sobald vernichten, als w?re er nie dagewesen? Ja, ein leisestes F?nklein Meines Willens reicht hin, zahllose Sonnenwelten, als da ist diese, die ihr bewohnet, ins Nichts zu wandeln.
10] Wenn ihr aber solches nach eurer Beurteilung klarst erschaut, was wohl werdet ihr dazu sagen, so Ich es euch aus Meinem Feuer kundgebe, da? es eine Aufgabe ist und eine unerl??liche Bedingung, da? sich Meine Kinder Meinen Willen m?ssen vollkommen untertan machen? Um aber diese f?r euch unaussprechlich gro?e Aufgabe zu l?sen, m?ssen Meine Kinder oder diejenigen, welche Meine Kinder werden wollen, in ihrer Freiheitsprobeperiode fortw?hrend die Last Meines Willens tragen lernen und m?ssen durch das Feuer Meines Eifers unter vieler Angst und Qual sich g?nzlich verzehren lassen, damit sie dadurch dem endlosen ewigen Feuer Meines Willens f?r ewig verwandt werden. Und gar viele, welche diese Probe in ihrer gesonderten Freiheitsperiode nicht bestanden haben, werden sich dann nach ihrer Um?nderung gefallen lassen m?ssen, f?r euch undenklich lange Zeitperioden sich im Feuer Meines Willens zu reinigen, und sich dasselbe mit schwerster M?he angew?hnen, bevor sie zur gr??ten Geringheit unter Meine vollkommenen Kinder werden k?nnen aufgenommen werden.
11] Was wollt ihr nun? Wollt ihr bleiben? oder wollt ihr im Ernste Meine Kinder werden? - Seht, noch lodert der kleine Funke Meines Willens am Altare. Wollt ihr bleiben, so bleibt, wollt ihr aber zur Kindschaft gelangen, so legt eure H?nde auf den Altar! -
12] Seht, also hat unser ?ltester aus der Flamme allen vorgelesen. Was aber sprechen nun die Kinder auf diese Vorlesung? - Sie sprechen: Gro?er Gott! Es mu? freilich wohl etwas Unendliches sein, ein Kind von Dir zu werden, aber wenn Dein Wille noch heftiger ist, als die endlose Glut, welche unsere Welt tr?gt in ihren weiten Schl?nden, wer mag demnach solche ertragen und leben dabei? - Daher la? uns bleiben, was wir sind, und la? Dir allzeit ein Opfer bringen von unserer Weisheit! Nehme daher die Schreckensflamme auf Deinem Altare wieder zur?ck und la? uns ziehen und leben in unserem Frieden!
13] Aus der Flamme ert?nt nun ein Wort: Also geschehe nach eurem Wollen. Dennoch aber solle allzeit das Holz auf dem Altare liegen; denn Ich will die Wege erhalten, auf denen Meine gro?e Liebe und Erbarmung wandelt.
14] Wi?t aber, da? es bei Mir ein Leichtes ist, das euch schwer d?nkt, und etwas Hartes, was euch leicht d?nkt. Euch ist zwar lieber eure herrschende Freiheit, aber Ich habe dennoch allein nur Mein Wohlgefallen an der Einfalt und dienlich untergeordneten Knechtschaft Meiner Kinder; denn es gibt keinen Herrn, dem da ein anderer Herr lieber w?re denn sein eigener Knecht, der ihm allzeit ist ein getreuester Diener. Daher gibt der eine Herr dem andern nur den bedungenen Pflichtteil; aber der Knecht wird belohnt von seinem Herrn. Meine Kinder aber sind auch Meine Knechte; daher haben sie auch Meinen Lohn als Knechte und Mein Erbe als Kinder! - Solches bedenkt allzeit; und wenn einmal wieder das neue Holz auf eurem Altare wird zu flammen anfangen, so bedenkt, da? ein Vater besser ist als ein Herr! - Nun aber zieht in euren Frieden, und die Flamme Meines Willens erl?sche, damit der eure herrsche auf eurer Welt! Jedoch bis hin zu jenen Gebieten, da Mein Wille lodert aus endlosen Tiefen heraus; dahin wage sich keiner. Denn nur der fruchtbare Boden bleibe euch untertan; aber die Flamme sei Mein. Amen!