Gott und Teufel sind unterschieden
durch voll und leer, Zeugung und
Zerstörung. Das WIRKENDE ist ihnen gemeinsam. Das Wirkende
verbindet sie. Darum steht das Wirkende über beiden und ist ein
Gott über Gott, denn es vereinigt die Fülle und die Leere in
ihrer Wirkung. Dies ist ein Gott, von dem Ihr nicht wusstet, denn die
Menschen vergaßen ihn. Wir nennen ihn mit seinem Namen ABRAXAS.
Er ist noch unbestimmter als Gott und Teufel.
ABRAXAS
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Hier auf alles einzugehen....., Danke Abraxas und 2008 für eure Texte, jo
DAS MAGISCHE ABRAXAS-MOTIV
Die magische und heilige Formel Abraxas entspricht in der griechischen Gnostik dem Namen des Jahresgottes. Das Wort ist auf die sieben Anfangsbuchstaben des Gottesnamens im Hebräischen zurückzuführen und versinnbildlicht die sieben Planeten, die sieben Erzengel, die sieben Todsünden, die sieben Tage usw. Die sieben Buchstaben des Worts wurden gemäß dem griechischen Zahlensystem in ihren Zahlenwert übertragen und dann addiert. Das Ergebnis ist 365, d. h. die Anzahl der Tage im Sonnenjahr. Damit symbolisiert das Wort die Gesamtheit der Schöpfung, des Kosmos und der Erkenntnis (Gnosis). Der Hl. Hieronymus glaubt in Abraxas die mystische und geheime Zahl des Mithras zu erkennen, dessen Buchstaben im Griechischen (MEIOPAE) ebenfalls die Summe 365 ergeben.
Die Abraxassteine liegen in Intaglio-Form vor (Edelstein mit einer vertieft geschnittenen, bildlichen Darstellung) oder als Edelsteine, die zunächst von christlichen Gnostikern, dann von den Meistern des Templerordens am Ring getragen und von diesen häufig als Gegensiegel verwendet wurden oder die direkt als Siegel Anwendung fanden. Diese Edelsteine gehen auf das II. Jhdt. n. Chr. zurück, auf die Zeit des berühmten Gnostikerphilosophen Basilides aus Alexandrien, dessen Doktrin eine Synthese der christlichen, ägyptischen, mithriakischen, griechischen und keltischen Strömungen versuchte. Bestimmte Aspekte seiner Doktrin finden sich in derjenigen des Templerordens wieder. Die Templer verwendeten Abraxassteine seit der Zeit Hugo von Payens, die diesem aus dem Erbe der Familie der Grafen der Champagne zufielen und der deren Verwendung wieder einführte. Der Rückgriff auf Abraxassteine war jedoch keineswegs auf die Templer beschränkt, sondern blieb während des gesamten Mittelalters eine gängige Praxis und war in den Zünften weit verbreitet, insbesondere unter Maurer- und Steinmetzmeistern, wie auch in der Bourgeoisie und im Adel.
Die zentrale Figur ist ein Fabelwesen: Der Rumpf und die oberen Gliedmaßen sind die eines Menschen, wobei der Oberkörper von einer antiken Rüstung bedeckt wird, die Arme sind nackt. er Hahnenkopf zeigt einen geraden Schnabel und ist nach links oder rechts gen Himmel gerichtet. Statt der unteren Gliedmaßen winden sich zwei Schlangen an beiden Seiten nach oben. Das Ungeheuer hält zwei Gegenstände in den Händen, einen Rundschild in der Rechten und eine Peitsche oder Geißel in der Linken, die manchmal auch durch einen Stock ersetzt wird. Diese wundersame Gestalt vereint verschiedene "mythisch-göttliche" Natursymbole in sich, deren initiatischer Wert den Templern nicht entgehen konnte.
Zunächst die zwei komplementären Symbole, d. h. der Hahn - der offensichtlich an die Stelle des Adlers tritt - und die Schlange. Der Hahn, Symbol für Weisheit und Vorsicht, verjagt mit seinem Gesang das Dunkel und ermöglicht den Aufgang und das Leuchten der Sonne. Er versinnbildlicht den Initiierten, der im Anschluss an den initiatischen Tod der Nacht im Licht eines neuen und von allem Unreinen und Schändlichen gereinigten Lebens neu erwacht. Die Schlange ist die Verkörperung der tellurischen und chthonischen Kräfte und symbolisiert hier die tellurische Energie, die notwendig ist für den Prozess der Neugeburt, für das durch die Erkenntnis sublimierte Leben, die aus dem Guten - die Köpfe der Schlangen sind gen Himmel gerichtet - und dem Universum des perfekten Geistes hervorgeht. Durch seine regelmäßigen Häutungen stellt sich die Schlange als Zeichen der unendlichen Urbewegung und der ewigen Abfolge der Zyklen dar. Die antike Rüstung verweist auf die Notwendigkeit des Kampfes, um Erkenntnis und Weisheit zu erringen, die niemals gegeben werden, sondern stets erkämpft werden müssen. Der Rundschild, der häufig die griechischen Buchstaben I A W, Jota, Alpha, Omega trägt, symbolisiert den Schutz des Initiierten auf seiner Suche nach Erkenntnis und Weisheit, die Peitsche bzw. der Stock versinnbildlicht Macht.
Der Abraxasstein der Templer, dessen Verwendung fast ausschließlich dem Meister und den hohen Würdenträgern vorbehalten blieb, weist häufig die drei griechischen Buchstaben auf, die allerdings nicht auf dem Schild erscheinen, sondern auf dem Siegelfeld, sowie sieben Sterne für die sieben Buchstaben des Worts Abraxas. Die Inschrift ist stets dieselbe:
SECRETVM TEMPLI. Dazu erübrigt sich jeder Kommentar.
Quelle