Newton lebte in einer Zeit, in der Bürgerkriege, Königsmord und die Pest England in großes Chaos gestürzt hatten. Viele Menschen glaubten, das Ende der Welt sei gekommen und die vier Reiter der Apokalypse hätten nun begonnen, ihr Gift über eine sündige Welt auszuschütten. Der Glaube wurde für viele zum einzigen Halt. Auch der junge Newton war zutiefst schockiert über die Sittenlosigkeit seiner Zeitgenossen. An der Universität von Cambridge klagte er die Laster seiner Kommilitonen an, von deren Saufgelagen und Hurereien er sich abgestoßen fühlte. Mit seinem Vertrauten und Sekretär zog sich der zutiefst puritanische, stille, nachdenkliche junge Mann, den keiner wirklich mochte, vom Campus zurück und lebte in seiner eigenen Welt aus Studium und Forschung. Wie ein Besessener arbeitete er Tag und Nacht, nur noch seine Bücher verbanden ihn mit der Außenwelt. Dort trifft er eine Entscheidung, die sich in seinem Leitspruch niederschlägt: “Platon ist mein Freund und Aristoteles auch, meine liebste Freundin aber ist die Wahrheit.” Und dieser Wahrheit widmet er von nun an sein ganzes Leben.
Doch Wahrheit hatte für Newton einen anderen Stellenwert als beispielsweise für den Philosophen Descartes, den er Begründer der rationalen Weltsicht, die noch heute das wissenschaftliche Denken prägt, ein Denken, indem die Welt wie ein Uhrwerk funktioniert und ohne jeglichen Gott auskommt. Gott, so Descartes, habe die Welt zwar erschaffen, aber dann sich selbst überlassen – alles folge nur mehr den klaren Gesetzen von Ursache und Wirkung. Eine Welt ohne Gott? Für Newton nicht hinnehmbar. Ohne einen allgegenwärtigen Schöpfer, der die Welt in jedem Augenblick ihrer Existenz durchdringt, war für ihn die Schönheit der Welt und ihre Ordnung nicht vorstellbar. Er will Descartes widerlegen.
Wissenschatliches Genie und Meister der Magie
Seine Entdeckungen - u.A. das Gesetz der Gravitation, die Differential- und Integralrechnungen, welche die Berechnung der Planetenbewegungen ermöglichten, die Gesetze der Lichtbrechung – bilden das Fundament der klassischen Physik und brachten ihm Zeitlebens großen Ruhm und viel Ehre bei. Was er stets wohlweislich
verheimlichte aber war, dass ihn nicht die reine Wissenschaft antrieb, sondern die Suche nach dem Stein der Weisen. Isaac Newton ab 1668 hatte sich der ketzerischen Alchemie verschrieben.
[font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]Die Alchemisten gehen davon aus, dass es eine schwarze, eigenschaftslose Urmaterie gibt, aus der alle Elemente entstanden sind. Sie suchen nach dem Stein der Weisen, der diesen Prozess umkehren soll, sodass jeder beliebige Stoff hergestellt werden kann, vor allen Dingen natürlich – Gold! In seinen geheimen Labors betrieb Newton zahlreiche Experimente, studierte esoterische Schriften wie die geheimnisvolle Tabula Smaragdina des Hermes Trismegistos, in deren Versen er eine Anleitung zur Herstellung des Steins der Weisen sah. Auch in der Bibel forschte er und las die Texte der heiligen Schrift ebenso wie die Sagen der griechischen
Mythologie wie Beschreibungen von alchemistischen Experimenten. Er rekonstruierte den sagenhaften Tempel Salomons in Jerusalem, von dem er glaubte, dass seine Architektur den Schlüssel zu den kosmischen Gesetzen verberge-[/size][/font]
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Newtons alchimistische Manuskripte