Beiträge von Jo

    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]...Fortsetzung

    Um mit den deutschen Geschlechtern fortzufahren: Ein Baum ist männlich, seine Knospen sind weiblich, seine Blätter sächlich; Pferde sind geschlechtslos, Hunde sind männlich, Katzen weiblich – Kater natürlich inbegriffen; Mund, Hals, Busen, Ellenbogen, Finger, Nägel, Füße und Rumpf eines Menschen sind männlichen Geschlechts; was auf dem Hals sitzt, ist entweder männlich oder sächlich, aber das richtet sich nach dem Wort, das man dafür benutzt, und nicht etwa nach dem Geschlecht des tragenden Individuums, denn in Deutschland haben alle Frauen entweder einen männlichen „Kopf“ oder ein geschlechtsloses „Haupt“. Nase, Lippen, Schultern, Brust, Hände, Hüften und Zehen eines Menschen sind weiblich, und sein Haar, seine Ohren, Augen, Beine, Knie, sein Kinn, sein Herz und sein Gewissen haben gar kein Geschlecht. Was der Erfinder der Sprache vom Gewissen wusste, wird er wohl vom Hörensagen gewusst haben.Aus obiger Sektion wird der Leser ersehen, dass in Deutschland ein Mann zwar glauben mag, er sei ein Mann, aber sobald er sich die Sache genauer ansieht, müssen ihm Zweifel kommen: Er findet heraus, dass er in Wahrheit eine höchst lachhafte Mischung darstellt. Und wenn er sich dann mit dem Gedanken trösten möchte, dass doch immerhin ein verlässliches Drittel dieses Durcheinanders männlichen Geschlechts sei, wird der demütigende zweite Gedanke ihn sofort daran erinnern, dass er sich da um nichts besser steht als irgendeine Frau oder Kuh im Lande.

    Eine Frau ist zwar im Deutschen infolge eines Versehens des Erfinders der Sprache weiblich; ein Weib jedoch ist es zu seinem Pech nicht. Ein Weib hat hier kein Geschlecht, es ist ein Neutrum; laut Grammatik ist also ein Fisch „er“, seine Schuppen „sie“, ein Fischweib aber keins von beiden. Ein Weib geschlechtslos zu nennen darf wohl als eine hinter dem Sachverhalt zurückbleibende Beschreibung gelten. Schlimm genug – aber übergroße Genauigkeit ist sicherlich noch schlimmer. Ein Deutscher nennt einen Bewohner Englands einen „Engländer“. Zur Änderung des Geschlechts fügt er ein „-in“ an und bezeichnet die weibliche Einwohnerin desselben Landes als „Engländerin“. Damit scheint sie ausreichend beschrieben, aber für einen Deutschen ist das noch nicht exakt genug, also stellt er dem Wort den Artikel voran, der anzeigt, dass das nun folgende Geschöpf weiblich ist, und schreibt: „die Engländerin“ (was soviel heißt wie „the she-Englishwoman“). Meiner Ansicht nach ist diese Person überbezeichnet.

    Schön. Aber auch wenn der Lernbegierige das Geschlecht einer großen Anzahl von Substantiven auswendig gelernt hat, hören die Schwierigkeiten noch nicht auf. Er kann nämlich seine Zunge einfach nicht dazu bringen, die Dinge, die er gewohnheitsmäßig mit „it“ bezeichnet, nun auf einmal „he“ und „she“ bzw. „him“ und „her“ zu nennen. Mag er sich auch im Geiste den deutschen Satz mit allen „hims“ und „hers“ an der richtigen Stelle zurechtgelegt haben und sich unter Aufbietung all seines Mutes anschicken, ihn auszusprechen – in dem Augenblick, in dem er den Mund aufmacht, bricht seine Zunge aus der Bahn aus, und die sorgfältig erarbeiteten männlichen und weiblichen Formen kommen als lauter „its“ ans Licht. Und selbst wenn er für sich deutsch liest, nennt er diese Dinge immer „it“, obwohl er doch eigentlich folgendermaßen lesen müsste: (Es folgt der Text „Tale of the Fishwife and its sad Fate“; dafür in der deutschen Übersetzung eingefügt: Sehen Sie den Tisch, es ist grün.)

    Wohl in allen Sprachen sind Ähnlichkeiten in Aussehen und Klang zwischen Wörtern, bei denen keine Ähnlichkeit der Bedeutung besteht, eine ewige Quelle der Verwirrung für den Ausländer. Das ist in unserer eigenen Sprache so und ganz besonders auch im Deutschen. Da hätten wir zum Beispiel das lästige Wort „vermählt“. Für mich hat es eine so große –wirkliche oder nur eingebildete – Ähnlichkeit mit drei oder vier anderen Wörtern, dass ich nie weiß, ob es tatsächlich „verheiratet“ bedeutet (wie mir das Wörterbuch beim Nachschlagen immer wieder versichert) oder ob ich es nicht doch wieder einmal mit „verschmäht“, „gemalt“ oder „verdächtigt“ verwechselt habe. Solche Wörter gibt es haufenweise, und sie sind eine echte Plage. Damit die Schwierigkeiten noch größer werden, gibt es außerdem Wörter, die einander zu ähneln scheinen, sich jedoch in Wirklichkeit ganz und gar nicht ähneln; aber sie machen nicht weniger Ärger, als wenn sie es wirklich täten. Da haben wir zum Beispiel das Wort „vermieten“ und das Wort „verheiraten“. Ich habe von einem
    Engländer gehört, der in Heidelberg bei einem Mann anklopfte und in dem besten Deutsch, das ihm zur Verfügung stand, fragte, ob er ihm sein Haus verheiraten könne. Dann gibt es da gewisse Wörter, die eins bedeuten, wenn man sie auf der ersten Silbe betont, aber etwas ganz anderes, wenn man den Ton auf die zweite oder letzte Silbe verschiebt. So kann man zum Beispiel mit einem Menschen umgehen oder aber ihn umgehen – je nachdem, wie man das Wort betont; und man darf sich darauf verlassen, dass man die Betonung in der Regel auf die falsche Silbe legt und Ärger bekommt.

    Das Deutsche besitzt einige überaus nützliche Wörter. „Schlag“, zum Beispiel, und „Zug“. Im Wörterbuch ist eine Dreiviertelspalte mit „Schlag“ gefüllt und eineinhalb Spalten mit
    „Zug“. Das Wort „Schlag“ kann Hieb, Stoß, Streich, Rasse, Haus (z. B. für Tauben), Lichtung, Feld, Enttäuschung, Portion, rasche Folge (wenn es zu „Schlag auf Schlag“ gedoppelt wird), sodann einen Anfall, eine unangenehme Wirkung des Schicksals, eine ebensolche des elektrischen Stroms und wahrscheinlich noch einiges mehr bedeuten. Alles das ist seine einfache und genaue, das heißt also: seine beschränkte, seine gefesselteBedeutung; aber es gibt außerdem noch Möglichkeiten, es freizulassen, so dass es davonschweben kann wie auf den Schwingen des Morgens und nie wieder zur Ruhe kommt. Man kann ihm jedes beliebige Wort hinten anhängen und ihm so jede nur gewünschte Bedeutung geben. Man kann bei der „Schlagader“ anfangen und dann Wort um Wort das ganze Wörterbuch anhängen, bis hin zu „Schlagwasser“, einem anderen Wort für Bilgewasser, und „Schlagmutter“, womit die Schwiegermutter gemeint ist.

    Nicht anders steht es mit „Zug“. Genau genommen bedeutet „Zug“ eine Fortbewegungsform, Kennzeichen, Merkmal, Charaktereigenschaft, Teil des Gesichtsausdrucks, Neigung, Hang, Marsch, Prozession, Wagenreihe, Schublade, Luftströmung, Gespann, Richtung, Schwarm, Register (an der Orgel), Schluck, einen Vorgang beim Schachspiel und beim Atmen – aber was es nicht bedeutet, nachdem all seine rechtmäßigen Anhänglinge angehängt worden sind, hat man bisher noch nicht herausgefunden.

    Der Nutzen von „Schlag“ und „Zug“ ist einfach nicht zu überschätzen. Mit weiter nichts als diesen beiden Wörtern und dem Wort „also“ bewaffnet, bringt der Ausländer auf deutschem Boden fast alles zuwege. Das deutsche Wort „also“ entspricht der englischen Wendung „you know“ und bedeutet überhaupt nichts – jedenfalls nicht beim Reden, wenn auch manchmal in einem gedruckten Zusammenhang. Sooft ein Deutscher den Mund aufmacht, fällt ein „also“ heraus, und sooft er ihn zuklappt, zerbeißt er eins, das gerade entwischen wollte.

    Mit diesen drei edlen Wörtern ausgerüstet, ist der Ausländer jederzeit Herr der Lage. Er kann furchtlos drauflosreden; er kann sein leidliches Deutsch unbekümmert hervorsprudeln: Wenn ihm einmal ein Wort fehlt, braucht er nur ein „Schlag“ in die leere Stelle zu stopfen, und er hat beste Aussichten, dass es wie ein Stöpsel passt. Passt es jedoch nicht, stoße er sofort mit einem „Zug“ nach – den beiden zusammen kann es kaum misslingen, das Loch zu verspunden. Sollte es ihnen irgendeinem Wunder zufolge aber einmal nicht gelingen, möge er schlicht „Also!“ sagen; damit schafft er sich den Augenblick Aufschub, den er braucht, um nach dem benötigten Wort zu suchen. In Deutschland sollte man beim Laden der Redeflinte stets ein paar „Schlag“ und „Zug“ mit hineinschieben, denn wie sehr die übrige Ladung auch streuen mag, mit diesen beiden muss man einfach treffen. Dann sagt man freundlich „also“ und lädt von neuem. Nichts verleiht einer deutschen oder englischen Unterhaltung soviel Anmut und ungezwungene Eleganz wie der ausgiebige Gebrauch von „also“ bzw. „you know“.

    In meinem Notizbuch finde ich folgende Eintragung:
    1. Juli.
    Im Krankenhaus wurde gestern einem Patienten – einem Norddeutschen aus der Nähe von Hamburg – ein dreizehnsilbiges Wort herausgenommen; aber da die Chirurgen ihn höchst unglücklicherweise an der falschen Stelle geöffnet hatten (nämlich in der Annahme, er habe ein Panorama verschluckt), starb er. Das traurige Ereignis hat einen düsteren Schatten über die ganze Stadt geworfen.

    Diese Eintragung liefert mir den Text zu ein paar Bemerkungen über einen der eigentümlichsten und bemerkenswertesten Züge des von mir behandelten Gegenstandes – die Länge deutscher Wörter. Manche deutschen Wörter sind so lang, dass man sie nur aus der Ferne ganz sehen kann. Man betrachte die folgenden Beispiele:


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    Zitat

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    „Freundschaftsbezeigungen“
    „Dilettantenaufdringlichkeiten“
    „Stadtverordnetenversammlungen“

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    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]

    Dies sind keine Wörter, es sind Umzüge sämtlicher Buchstaben des Alphabets. Und sie kommen nicht etwa selten vor. Wo man auch immer eine deutsche Zeitung aufschlägt, kann man sie majestätisch über die Seite marschieren sehen – und wer die nötige Phantasie besitzt, sieht auch die Fahnen und hört die Musik. Sie geben selbst dem sanftesten Thema etwas schauererregend Martialisches. Ich interessiere mich sehr für diese Kuriositäten. Sooft mir ein gutes Exemplar begegnet, stopfe ich es aus für mein Museum. Auf diese Weise habe ich eine recht wertvolle Sammlung zusammengebracht. Wenn ich auf Duplikate stoße, tausche ich mit anderen Sammlern und erhöhe so die Mannigfaltigkeit meines Bestandes. Hier sind einige Exemplare, die ich kürzlich auf der Versteigerung des persönlichen Besitzes eines bankrotten Raritätenjägers erstand:

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    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]
    Natürlich schmückt und adelt solch ein großartiger Gebirgszug die literarische Landschaft, wenn er sich quer über die Druckseite erstreckt; gleichzeitig jedoch bereitet er dem Anfänger großen Verdruss, denn er versperrt ihm den Weg. Er kann nicht darunter durchkriechen oder darüber hinwegklettern oder einen Tunnel hindurchbohren. Er wendet sich also hilfesuchend ans Wörterbuch, aber dort findet er keine Hilfe. Das Wörterbuch muss irgendwo eine Grenze ziehen, daher lässt es diese Sorte von Wörtern aus, und zwar mit Recht, denn diese langen Dinger sind wohl kaum rechtmäßige Wörter, sondern vielmehr Wortkombinationen, deren Erfinder man hätte umbringen sollen. Es sind zusammengesetzte Wörter ohne Bindestrich. Die einzelnen Wörter, die zu ihrem Aufbau benutzt wurden, stehen im Wörterbuch, allerdings sehr verstreut. Man kann sich also das Material Stück um Stück zusammensuchen und auf diese Weise schließlich auf die Bedeutung stoßen, aber es ist eine mühselige Plackerei. [...]
    „Also!“ Falls es mir nicht gelungen ist zu beweisen, dass das Deutsche eine schwierige Sprache ist – versucht habe ich es jedenfalls. Ich hörte von einem amerikanischen Studenten, den jemand fragte, wie er mit seinem Deutsch vorankomme, und der ohne Zögern antwortete: „Überhaupt nicht. Drei volle Monate habe ich jetzt hart daran gearbeitet, und dabei ist nichts weiter herausgekommen als eine einzige deutsche Wendung: ‚Zwei Glas!‘“ Er hielt einen Augenblick lang inne und fügte dann mit Nachdruck hinzu: „Aber das sitzt!“

    Und falls ich nicht ebenfalls bewiesen habe, dass das Studium des Deutschen ein aufreibendes und erbitterndes Unternehmen ist, dann liegt das an unzureichender Beweisführung und ganz gewiss nicht an mangelnder Absicht. Ich hörte neulich von einem bis zur Erschöpfung geplagten amerikanischen Studenten, der sich zu seiner Erleichterung in ein gewisses deutsches Wort flüchtete, wenn Ärger und Verdruss ihn zu überwältigen drohten – in das einzige Wort der ganzen Sprache, das lieblich und kostbar in seinen Ohren klang und seinem zerrissenen Gemüt Heilung gewährte. Dies war das Wort „damit“. Aber es war nur der Klang, der ihm half, nicht die Bedeutung ([/size][/font][font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]Es bedeutet nur ganz allgemein „herewith“) [/size][/font][font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]und als er schließlich erfuhr, dass der Ton nicht auf der ersten Silbe lag,( :D) war sein einziger Halt dahin, und er verfiel immer mehr und starb.

    Meiner Ansicht nach muss die Beschreibung eines lauten, aufrührenden, ungestümen Vorgangs im Deutschen unvermeidlich zahmer ausfallen als im Englischen. Unsere beschreibenden Wörter haben hier einen tiefen, starken, volltönenden Klang, während ihre deutschen Entsprechungen mir dünn und sanft und kraftlos vorkommen. „Boom, burst, crash, roar, storm, bellow, blow, thunder, explosion; howl, cry, shout, yell, groan; battle, hell“ – das sind großartige Wörter, deren Kraft und Klanggewalt den Dingen, für die sie stehen, vollkommen angemessen ist. Ihre deutschen Entsprechungen dagegen wären wunderhübsch geeignet, Kinder damit in den Schlaf zu singen, oder aber meine ehrfurchtgebietenden Ohren sind mir zur Zierde gewachsen und nicht zu höchster Nützlichkeit beim Analysieren von Klängen. Würde irgendjemand bei einer Angelegenheit ums Leben zu kommen wünschen, die mit einem so zahmen Ausdruck wie „Schlacht“ belegt wird? Und würde sich nicht ein Schwindsüchtiger allzu sehr eingemummt vorkommen, wenn er sich anschickte, in Kragen und Siegelring in einen atmosphärischen Zustand hinauszutreten, zu dessen Bezeichnung das an Vogelgezwitscher erinnernde Wort „Gewitter“ benutzt wird? Oder man nehme das stärkste Wort, das die deutsche Sprache als Ersatz für das Fremdwort „Explosion“ kennt – „Ausbruch“. Da ist unser Wort „toothbrush“ [= Zahnbürste] noch kraftvoller. Mir scheint, es wäre nicht das Schlechteste, wenn die Deutschen es zur Beschreibung besonders gewaltiger Explosionen importierten. Das Wort „Hölle“ hat gleichfalls einen geradezu munteren, leichtherzigen und ganz und gar nicht eindrucksvollen Klang. Man kann sich kaum vorstellen, dass jemand, dem man auf Deutsch rät, dorthin zu fahren, es nicht für unter seiner Würde hält, beleidigt zu sein.

    Nachdem ich nun ausführlich auf die verschiedenen Untugenden dieser Sprache hingewiesen habe, komme ich zu der kurzen und angenehmen Aufgabe, ihre Tugenden hervorzuheben. Die Großschreibung der Substantive habe ich bereits erwähnt. Aber weit größer noch als dieser Vorzug ist ein anderer: dass die Wörter so geschrieben werden, wie sie klingen. Nach einer kurzen Unterweisung im Alphabet weiß der Lernende, wie jedes deutsche Wort ausgesprochen wird, ohne nachfragen zu müssen. Ganz anders in unserer Sprache: Wenn ein Lernender sich bei uns erkundigt, wie man das Wort „bow“ ausspricht, müssen wir ihm antworten: „Das kann man so, wenn es für sich allein steht, nicht sagen; dazu muss man den Zusammenhang berücksichtigen und die Bedeutung ermitteln – handelt es sich um ein Ding zum Abschießen von Pfeilen oder um ein Neigen des Kopfes oder um das vordere Ende eines Bootes?“

    Einige deutsche Wörter sind von einzigartiger Ausdruckskraft. Zum Beispiel jene, die das einfache, stille und zärtliche häusliche Leben beschreiben; sodann die, die mit der Liebe in all ihren Arten und Formen zu tun haben, von bloßer Güte und Wohlwollen gegenüber dem durchreisenden Fremden bis hin zum Liebeswerben; aber auch die Wörter, die von den zartesten und liebreizendsten Dingen draußen in der Natur künden – von Wiesen und Wäldern und Vögeln und Blumen, vom Duft und Sonnenschein des Sommers und vom Mondschein in stillen Winternächten; mit einem Wort: alle jene, die von Ruhe, Rast und Frieden handeln; auch jene, die sich auf die Wesen und Wunder des Märchenlandes beziehen. Letztlich und hauptsächlich ist die Sprache unübertrefflich reich und ausdrucksvoll bei allen Wörtern, die Gefühl ausdrücken. Es gibt deutsche Lieder, die selbst den, dem die Sprache fremd ist, zum Weinen bringen können. Darin zeigt sich, dass der Klang der Wörter richtig ist – er gibt die Bedeutung mit Wahrhaftigkeit und Genauigkeit wieder; und so wird das Ohr angesprochen und durch das Ohr das Herz.

    Die Deutschen scheinen nicht davor zurückzuschrecken, ein Wort zu wiederholen, wenn es das richtige ist. Sie wiederholen es sogar mehrmals, wenn es sein muss. Das ist vernünftig. Im Englischen dagegen bilden wir uns ein, wir gerieten ins Tautologische, wenn wir ein Wort zweimal im selben Absatz verwendet haben, und wir sind daher schwach genug, es gegen ein anderes Wort auszutauschen, das sich seiner Genauigkeit nur annähert, um so dem auszuweichen, was wir fälschlicherweise für den größeren Makel halten. Wiederholung mag von Übel sein, aber Ungenauigkeit ist gewiss schlimmer.

    [/size][/font][font='Arial, Helvetica, sans-serif'][/font]

    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]The Awful German Language

    Ich ging oft ins Heidelberger Schloss, um mir das Raritätenkabinett anzusehen, und eines Tages überraschte ich den Leiter mit meinem Deutsch, und zwar redete ich ausschließlich in dieser Sprache. Er zeigte großes Interesse; und nachdem ich eine Weile geredet hatte, sagte er, mein Deutsch sei sehr selten, möglicherweise ein „Unikat“; er wolle es in sein Museum aufnehmen.

    Wenn er gewusst hätte, was es mich gekostet hat, meine Kunst zu erwerben, so hätte er auch gewusst, dass es jeden Sammler ruinieren würde, sie zu kaufen. Harris und ich arbeiteten zu dieser Zeit bereits seit mehreren Wochen hart an unserem Deutsch, und wir hatten zwar gute Fortschritte gemacht, aber doch nur unter großen Schwierigkeiten und allerhand Verdruss, denn drei unserer Lehrer waren in der Zwischenzeit gestorben. Wer nie Deutsch gelernt hat, macht sich keinen Begriff, wie verwirrend diese Sprache ist.

    Es gibt ganz gewiss keine andere Sprache, die so unordentlich und systemlos daherkommt und dermaßen jedem Zugriff entschlüpft. Aufs Hilfloseste wird man in ihr hin und her geschwemmt, und wenn man glaubt, man habe endlich eine Regel zu fassen bekommen, die im tosenden Aufruhr der zehn Wortarten festen Boden zum Verschnaufen verspricht, blättert man um und liest: „Der Lernende merke sich die folgenden Ausnahmen.“ Man überfliegt die Liste und stellt fest, dass es mehr Ausnahmen als Beispiele für diese Regel gibt. Also springt man abermals über Bord, um nach einem neuen Ararat zu suchen, und was man findet, ist neuer Treibsand. Dies war und ist auch jetzt noch meine Erfahrung. Jedes Mal, wenn ich glaube, ich hätte einen dieser vier verwirrenden Fälle endlich da, wo ich ihn beherrsche, schleicht sich, mit furchtbarer und unvermuteter Macht ausgestattet, eine scheinbar unbedeutende Präposition in meinen Satz und zieht mir den Boden unter den Füßen weg. Zum Beispiel fragt mein Buch nach einem gewissen Vogel (es fragt immerzu nach Dingen, die für niemanden irgendwelche Bedeutung haben): „Wo ist der Vogel?“ Die Antwort auf diese Frage lautet – gemäß dem Buch –, dass der Vogel in der Schmiede wartet, wegen des Regens. Natürlich würde kein Vogel so etwas tun, aber ich muss mich an das Buch halten. Schön und gut, ich mache mich also daran, das Deutsch für diese Antwort zusammenzuklauben. Ich fange am falschen Ende an, das muss so sein, denn das ist die deutsche Idee. Ich sage mir: „‚Regen‘ (rain) ist Maskulinum – oder vielleicht Femininum – oder auch Neutrum – es ist zu mühsam, das jetzt nachzuschlagen. Es heißt also entweder der (the) Regen oder die (the) Regen oder das (the) Regen – je nachdem, welches Geschlecht das Wort hat, wenn ich nachsehe. Im Interesse der Wissenschaft will ich einmal von der Hypothese ausgehen, es sei Maskulinum. Gut – der Regen ist der Regen, wenn er im Ruhezustand, ohne Ergänzung oder weitere Erörterung, lediglich erwähnt wird – Nominativ; aber falls der Regen herumliegt, etwa so ganz allgemein auf dem Boden, dann ist er örtlich fixiert, er tut etwas, nämlich er liegt (was nach den Vorstellungen der deutschen Grammatik eine Tätigkeit ist), und das wirft den Regen in den Dativ und macht aus ihm dem Regen. Dieser Regen jedoch liegt nicht, sondern er tut etwas Aktives – er fällt (wahrscheinlich um den Vogel zu ärgern), und das deutet auf Bewegung hin, die wiederum bewirkt, dass er in den Akkusativ rutscht und sich aus dem Regen in den Regen verwandelt.“ Damit ist das grammatikalische Horoskop für diesen Fall abgeschlossen, und ich gebe zuversichtlich Antwort und erkläre auf Deutsch, dass der Vogel sich „wegen den Regen“ in der Schmiede aufhält. Sofort fällt mir der Lehrer sanft in den Rücken mit der Bemerkung, dass das Wort „wegen“, wenn es in einen Satz einbricht, den betroffenen Gegenstand immer und ohne Rücksicht auf die Folgen in den Genitiv befördere – und dass dieser Vogel daher „wegen des Regens“ in der Schmiede gewartet habe.

    N. B. Von höherer Stelle erfuhr ich später, dass es hier eine „Ausnahme“ gebe, die es einem erlaube, in gewissen eigentümlichen und komplizierten Umständen „wegen dem [/size][/font][size=10]Regen“ zu sagen; aber diese Ausnahme gelte wirklich für nichts anderes als für den Regen. [/size]
    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]
    Es gibt zehn Wortarten, und alle zehn machen Ärger. Ein durchschnittlicher Satz in einer deutschen Zeitung ist eine erhabene, eindrucksvolle Kuriosität; er nimmt ein Viertel einer Spalte ein; er enthält sämtliche zehn Wortarten – nicht in ordentlicher Reihenfolge, sondern durcheinander; er besteht hauptsächlich aus zusammengesetzten Wörtern, die der Verfasser an Ort und Stelle gebildet hat, sodass sie in keinem Wörterbuch zu finden sind – sechs oder sieben Wörter zu einem zusammengepackt, und zwar ohne Gelenk und Naht, das heißt: ohne Bindestriche; er behandelt vierzehn oder fünfzehn verschiedene Themen, von denen jedes in seine eigene Parenthese eingeschlossen ist, und jeweils drei oder vier dieser Parenthesen werden hier und dort durch eine zusätzliche Parenthese abermals eingeschlossen, sodass Pferche innerhalb von Pferchen entstehen; schließlich werden alle diese Parenthesen und Überparenthesen in einer Hauptparenthese zusammengefasst, die in der ersten Zeile des majestätischen Satzes anfängt und in der Mitte seiner letzten Zeile aufhört – und danach kommt das Verb, und man erfährt zum ersten Mal, wovon die ganze Zeit die Rede war; und nach dem Verb hängt der Verfasser noch „haben sind gewesen gehabt haben geworden sein“ oder etwas dergleichen an – rein zur Verzierung, soweit ich das ergründen konnte –, und das Monument ist fertig. Ich nehme an, dieses abschließende Hurra ist so etwas wie der Schnörkel an einer Unterschrift – nicht notwendig, aber hübsch. Deutsche Bücher sind recht einfach zu lesen, wenn man sie vor einen Spiegel hält oder sich auf den Kopf stellt, um die Konstruktion herumzudrehen, aber eine deutsche Zeitung zu lesen und zu verstehen wird für den Ausländer wohl immer eine Unmöglichkeit bleiben.

    Doch selbst deutsche Bücher sind nicht völlig frei von Anfällen der Parenthesekrankheit, wenn sie hier auch gewöhnlich so milde verläuft, dass sie nur ein paar Zeilen in Mitleidenschaft zieht. Man kann daher dem Verb, wenn man es endlich erreicht, einige Bedeutung abgewinnen, erinnert man sich doch noch an ein gut Teil des Voraufgehenden. Nun, hier ist ein Satz aus einem beliebten, vortrefflichen deutschen Roman – mit einer kleinen Parenthese darin. Ich werde eine absolut wörtliche Übersetzung anfertigen und zur Leseerleichterung Parentheseklammern und einige Bindestriche einstreuen – im Original gibt es weder Parentheseklammern noch Bindestriche, und es bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als sich zum weit entfernten Verb durchzuschlagen, so gut er kann:

    [/size][/font]

    Zitat

    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]
    “But when he, upon the street, the (in-satin-and-silk-covered-now-very-unconstrained-after-the-newest-fashion-dressed) government counselor’s wife met” usw. usw.[/size][/font]

    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]
    „Wenn er aber auf der Straße der in Samt und Seide gehüllten, jetzt sehr ungeniert nach der neuesten Mode gekleideten Regierungsrätin begegnete ...“

    Dieser Satz stammt aus dem „Geheimnis der alten Mamsell“ von Frau Marlitt und ist nach dem anerkanntesten deutschen Modell konstruiert. Man beachte, wie weit das Verb von der Ausgangsbasis des Lesers entfernt liegt; nun, in deutschen Zeitungen bringt man das Verb erst auf der nächsten Seite, und ich habe gehört, dass die Leute manchmal, nachdem sie sich ein, zwei Spalten lang in aufregenden Präliminarien und Parenthesen ergangen haben, in Eile geraten und schließlich drucken müssen, ohne überhaupt bis zum Verb vorgestoßen zu sein, was natürlich dazu führt, dass der Leser in einem Zustand größter Erschöpfung und Unkenntnis zurückgelassen wird. Auch in unserer Literatur gibt es die Parenthesekrankheit, und man kann tagtäglich in unseren Büchern und Zeitungen Fälle davon entdecken, aber bei uns verraten sie einen ungeübten Schreiber oder einen unklaren Geist, während sie bei den Deutschen zweifellos das Zeichen für eine geübte Feder und das Vorhandensein jenes lichten geistigen Nebels sind, der bei diesem Volk als Klarheit gilt. Denn es ist ganz gewiss keine Klarheit – es kann einfach nicht Klarheit sein. Selbst eine Jury von Geschworenen wäre scharfsinnig genug, um das zu erkennen. Die Gedanken eines Autors müssen schon mächtig verwirrt und in Unordnung sein, wenn er sich zu der Feststellung anschickt, dass ein Mann der Frau eines Regierungsrates auf der Straße begegnet, und dann inmitten dieses so schlichten Unterfangens die beiden näher kommenden Leute anhält und stillstehen lässt, bis er ein Verzeichnis von der Kleidung der Frau angefertigt hat. Das ist eindeutig absurd. Es erinnert einen an jene Zahnärzte, die sich unser augenblickliches und atemverschlagendes Interesse für einen Zahn sichern, indem sie ihn mit der Zange packen und dann dastehen und lang und breit einen lahmen Witz erzählen, bevor sie zu dem gefürchteten plötzlichen Ruck übergehen. In der Literatur und in der Zahnheilkunde sind Parenthesen schlechter Geschmack.

    Die Deutschen kennen noch eine weitere Form der Parenthese, die sie herstellen, indem sie ein Verb spalten und die eine Hälfte an den Anfang eines spannenden Kapitels setzen und die andere Hälfte an den Schluss. Kann man sich etwas Verwirrenderes vorstellen? Diese Dinger heißen „trennbare Verben“. Die deutsche Grammatik ist geradezu übersät mit trennbaren Verben, und je weiter die beiden Teile auseinander gerissen werden, desto zufriedener ist der Urheber des Verbrechens mit seiner Leistung. Eines der beliebtesten Exemplare ist reiste ab – was „departed“ bedeutet. Hier ist ein Beispiel, das ich in einem Roman aufgelesen und ins Englische übertragen habe:


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    Zitat

    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]
    “The trunks being now ready, he de- after kissing his mother and sisters, and once more pressing to his bosom his adored Gretchen, who, dressed in simple white muslin, with a single tuberose in the ample folds of her rich brown hair, had tottered feebly down the stairs, still pale from the terror and excitement of the past evening, but longing to lay her poor aching head yet once again upon the breast of him whom she loved more dearly than life itself, parted.”

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    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]
    „Die Koffer waren gepackt, und er reiste, nachdem er seine Mutter und seine Schwestern geküsst und noch ein letztes Mal sein angebetetes Gretchen an sich gedrückt hatte, das, in schlichten weißen Musselin gekleidet und mit einer einzelnen Nachthyazinthe im üppigen braunen Haar, kraftlos die Treppe herabgetaumelt war, immer noch blass von dem Entsetzen und der Aufregung des vorangegangenen Abends, aber voller Sehnsucht, ihren armen schmerzenden Kopf noch einmal an die Brust des Mannes zu legen, den sie
    mehr als ihr eigenes Leben liebte, ab.“

    Es ist jedoch nicht ratsam, zu lange bei den trennbaren Verben zu verweilen. Man verliert bald unweigerlich die Beherrschung, und wenn man bei dem Thema bleibt und sich nicht warnen lässt, weicht schließlich das Gehirn davon auf oder versteinert. Personalpronomen und Adjektive sind eine ewige Plage in dieser Sprache, und man hätte sie besser weggelassen. Das Wort „sie“ zum Beispiel bedeutet sowohl „you“ als auch „she“ als auch „her“ als auch „it“ als auch „they“ als auch „them“. Man stelle sich die bittere Armut einer Sprache vor, in der ein einziges Wort die Arbeit von sechs tun muss – noch dazu ein so armes, kleines, schwaches Ding von nur drei Buchstaben. Vor allem aber stelle man sich die Verzweiflung vor, nie zu wissen, welche dieser Bedeutungen der Sprecher gerade meint. Das erklärt auch, warum ich im Allgemeinen jeden, der „sie“ zu mir sagt, umzubringen versuche, sofern ich ihn nicht kenne.

    Nun zum Adjektiv. Hier haben wir einen Fall, in dem Einfachheit ein Vorzug gewesen wäre, und nur aus diesem und aus keinem anderen Grund hat der Erfinder das Adjektiv so kompliziert gestaltet, wie es eben ging. Wenn wir in unserer eigenen aufgeklärten Sprache von unserem „good friend“ oder unseren „good friends“ sprechen wollen, bleiben wir bei der einen Form, und es gibt deswegen keinen Ärger und kein böses Blut. Im Deutschen jedoch ist das anders. Wenn einem Deutschen ein Adjektiv in die Finger fällt, dekliniert und dekliniert und dekliniert er es, bis aller gesunde Menschenverstand herausdekliniert ist. Es ist so schlimm wie im Lateinischen. Er sagt zum Beispiel:


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    Nun darf der Kandidat fürs Irrenhaus versuchen, diese Variationen auswendig zu lernen – man wird ihn im Nu wählen. Vielleicht sollte man in Deutschland lieber auf Freunde verzichten, als sich all diese Mühe mit ihnen zu machen. Ich habe gezeigt, wie lästig es ist, einen guten (männlichen) Freund zu deklinieren; das ist aber erst ein Drittel der Arbeit, denn man muss eine Vielzahl neuer Verdrehungen des Adjektivs dazulernen, wenn der Gegenstand der Bemühungen weiblich ist, und noch weitere, wenn er sächlich ist. Nun gibt es aber in dieser Sprache mehr Adjektive als schwarze Katzen in der Schweiz, und sie müssen alle ebenso kunstvoll gebeugt werden wie das oben angeführte Beispiel. Schwierig? Mühsam? Diese Worte können es nicht beschreiben. Ich habe einen Studenten aus Kalifornien in Heidelberg in einem seiner ruhigsten Augenblicke sagen hören, lieber beuge er hundertmal beide Knie als auch nur einmal ein einziges Adjektiv, und es handelte sich nicht etwa um einen Turner. Der Erfinder dieser Sprache scheint sich einen Spaß daraus gemacht zu haben, sie auf jede Art, die ihm nur in den Sinn kam, zu komplizieren. Wenn man zum Beispiel ein Haus oder ein Pferd oder einen Hund beiläufig erwähnt, schreibt man diese Wörter wie angegeben; aber wenn man sich auf sie im Dativ bezieht, hängt man ein närrisches und unnötiges e an und schreibt sie „Hause“, „Pferde“, „Hunde“. Da nun ein e oft den Plural bezeichnet (wie bei uns das s), kann es dem Anfänger leicht passieren, dass er zwei Monate lang aus einem Dativhund Zwillinge macht, bevor er seinen Irrtum entdeckt; und auf der anderen Seite hat manch ein Anfänger, der sich solche Einbuße nur schlecht leisten konnte, zwei Hunde erworben und bezahlt und nur einen von ihnen erhalten, da er diesen Hund unwissentlich im Dativ Singular kaufte, während er im Plural zu sprechen glaubte – wobei das Recht gemäß den strengen Gesetzen der Grammatik natürlich auf Seiten des Verkäufers war und das verlorene Geld daher nicht eingeklagt werden konnte.

    Im Deutschen beginnen alle Substantive mit einem großen Buchstaben. Das ist nun wahrhaftig mal eine gute Idee, und eine gute Idee fällt in dieser Sprache durch ihr Alleinstehen notwendigerweise auf. Ich halte diese Großschreibung der Substantive darum für eine gute Idee, weil man ihr zufolge ein Substantiv fast immer erkennen kann, sobald man es sieht. Hin und wieder irrt man sich allerdings und nimmt den Namen einer Person fälschlich für den einer Sache und verschwendet viel Zeit darauf, einen Sinn aus dem Ganzen herauszulesen. Deutsche Namen bedeuten fast immer etwas, und das fördert die Täuschung des Lernbeflissenen. Ich übersetzte eines Tages einen Satz, in dem es hieß, die wütende Tigerin habe sich losgerissen und „den unglückseligen Tannenwald gänzlich aufgefressen“. Schon rüstete ich mich, dies zu bezweifeln, da fand ich heraus, dass Tannenwald in diesem Falle der Name eines Mannes war.

    Jedes Substantiv hat sein grammatisches Geschlecht, und die Verteilung ist ohne Sinn und Methode. Man muss daher bei jedem Substantiv das Geschlecht eigens mitlernen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Um das fertig zu bringen, braucht man ein Gedächtnis wie ein Terminkalender. Im Deutschen hat ein Fräulein kein Geschlecht, eine Rübe
    dagegen schon. Welch eine übermäßige Hochachtung vor der Rübe und welch eine kaltherzige Missachtung des Mädchens verrät sich hier! Sehen Sie einmal, wie es sich gedruckt ausnimmt – ich übersetze im Folgenden ein Gespräch aus einem der besten deutschen Sonntagsschulbücher:


    [/size][/font]

    Zitat

    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]
    Gretchen: “Wilhelm, where is the turnip?”
    Wilhelm: “She has gone to the kitchen.”
    Gretchen: “Where is the accomplished and beautiful English maiden?”
    Wilhelm: “It has gone to the opera.”

    [/size][/font]

    [font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=10]
    Gretchen: „Wilhelm, wo ist die Rübe?“
    Wilhelm: „Sie ist in der Küche.“
    Gretchen: „Wo ist das vielseitig gebildete, schöne englische Mädchen?“
    Wilhelm: „Es ist in der Oper.“


    [/size][/font]

    Es ist einer von zahlreichen kleinen Höhenzügen im südwestlichen Harzvorland. Er liegt zwischen Förste und Dorste, bei Osterode, heißt Lichtenstein und ist 261 m hoch. Nichts besonderes also!
    Aber auf der kreisrunden Bergkuppe stand einst eine stolze Burg, benannt nach dem Höhenzug, als Burg Lichtenstein. Die Burganlage mit einem Durchmesser von etwa 90m wurde urkundlich erstmals 1404 erwähnt. Das Jahr der Erbauung ist nicht bekannt, bisher wurden auch noch keine archäologischen Untersuchungen vorgenommen. Von der kreisrunden Anlage, die mit dem frühen Typ der niedersächsischen Rundburg ähnelt, ist auch kein Bauherr überliefert. Zur Zeit ihrer ersten Nennung war sie im Besitz von Herzog Erich von Braunschweig-Grubenhagen.

    1439 wurde die Burg pfandweise an den Ritter Herwig von Ütze vergeben, der ein Raubnest daraus machte und mehrfach die Stadt und Region Goslar überfiel. Als Ergebnis startete Goslar einen Vergeltungskriegszug und eroberte die Burg, wobei sie abbrannte, kurze Zeit später aber wieder aufgebaut wurde. 1481 wurde die Burg an den Grubenhagenschen Ritter Ludolf von der Linde verpfändet. Bereits 1507 erfolgte eine weitere Verpfändung an Hans und Albrecht von Leuthorst. Eine letzte urkundliche Nennung der Burg erfolgte 1567, aus der zu schließen ist, dass die Burg zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen und verfallen war. Nach 1626 soll Hans Warnecke aus Eisdorf, dem nach der Schlacht bei Lutter am Barenberge die Familie getötet wurde, die Burgruine als Raubnest genutzt haben. Der Legende nach wurde er gefangen und in Osterode hingerichtet.

    Heute ist von der einstigen Burg, deren Zweck sicher einmal die Sicherung de alten Harzstraße Goslar-Osterode war, nur noch ein 9m langes und 4,5m hohes Mauerstück aus hellen Gipsgestein erhalten.

    Aber der Lichtenstein birgt noch ein weiteres Geheimnis! Eine Sage berichtet von Menschen, die im Berg wohnen. Eines Tages ziehen sie ins Tal um mit den dortigen Bewohnern ein rauschendes Fest zu feiern und verschwinden so plötzlich wie sie gekommen waren wieder im Berg. 1972 machten sich Harzer Heimatforscher auf, um nach einem Geheimgang unterhalb der Burgruine zu suchen. Sie entdeckten eine ca. 50m lange, enge Naturhöhle, die später Lichtensteinhöhle genannt wurde. Ein Jahr später wurde der Höhleneingang verschlossen.

    1980 entdeckten Höhlenforscher der AG Karstkunde Harz e.V. am Ende der bekannten Höhle, fünf weitere Höhlenkammern, die durch enge Gänge verbunden waren. In diesen Höhlenkammern wurden sensationelle Funde in Form von tausenden von menschlichen und tierischen Knochen, Bronzegegenstände und Keramik gemacht. Sensationell deshalb, weil diese Fundstätten zum einen seit Jahrtausenden ungestört waren und zum andern durch das Höhlenklima ausgesprochen gut konserviert waren. Erste Untersuchungen an der Universität Göttingen ergaben, dass Knochen von mindestens 40 Menschen im Alter von 4 bis 60 Jahren geborgen worden waren.

    In den Folgejahren wurden die Menschenknochen sowie die Beifunde interdisziplinär untersucht. Erstes Ergebnis – es waren Bronzezeitliche Menschen. Auch wurden die Knochen konserviert und einem DNA-Test unterzogen. Die Ergebnisse dieser Forschung, die sich über Jahre hinzog, waren spektakulär. Es konnten 22 Menschen DNA-typisiert und daraus eine Großfamilie über drei Generationen abgeleitet werden. Das brachte die Forscher auf die außergewöhnliche Idee, regional nach Nachfahren dieser Bronzezeitfamilie zu suchen. Dazu wurde im Raum Osterode nach alteingesessener Bevölkerung gesucht, die bereit war einen DNA-Test zu machen. Von etwa 300 Personen wurden dann DNA-Tests gemacht und mit den Ergebnissen der Bronzezeitmenschen verglichen.

    Und dann die wissenschaftliche Sensation: 2 Männer wurden als entfernte Verwandte ermittelt, abstammend über etwa 120 Generationen vom selben Mann, eindeutig wie ein Vaterschaftstest. Somit hat der Harz eine Novität in der Wissenschaftswelt, den ältesten nachgewiesenen Stammbaum der Welt. Umfangreiche Informationen dazu gibt es im neu gebauten Iberger Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund. Dort sind auch Fundstücke, sowie die Rekonstruktionen der Vorzeitmenschen zu bestaunen.
    Weitere Informationen unter:
    http://www.ausflugsziele-harz.de/ausflugsziele-sehenswertes/hoehlenerlebniszentrum-iberg.htm

    sowie http://www.hoehlen-erlebnis-zentrum.de/
    Bad Grund

    Ich gehe mit Frau Hoppenstedt konform Die eigene Muttersprache ist der Schlüssel dazu, andere Sprachen korrekt zu lernen und deren Aufbau zu verstehen. Wer seine Muttersprache deratig vernachlässigt, wird große Schwierigkeiten haben eine Fremdsprache richtig zu lernen. Letzten Endes wird er/sie (PC :) ) keine Sprache wirklich gut sprechen können. Aus diesem Grunde kann ich ihr auch nur zustimmen, dass Migrantenkinder erst einmal ihre eigene Muttersprache lernen sollen.

    Jo

    :thumbup: was soll man dazu noch sagen? außer vielen Dank an Dich und da heute Freitag ist, werde ich mir diese Sendung anhören. Ich erhalte alle deutschen Radiosender über das Fernsehen. - Die Politische Korrektheit treibt derartige Blüten, windet und wendet sich und verliert derartig an Natürlichkeit und verhindert zudem die Unvoeingenommenheit eines Menschen. In eigener Sache: wenn ich meine Arbeitsstelle in dem Bewußtsein erhalten hätte, daß eine "gewisse Quote" erfüllt werden muß - das hätte mir mit Sicherheit nicht gefallen.

    Jo

    Jaja der Gender-Aspekt :P :

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    eine weitere möglichkeit die intelligenz zu steigern besteht darin, das gesagte (oder beschriebene) zu verstehen, die zusammenhänge zu verstehen. stell dir das etwa wie "rad fahren lernen" vor. einmal kapiert - funktioniert immer - garantiert .... ^^

    Das sehe ich persönlich als einzige Möglichkeit an (wobei Gedächtnistraining auch ungeheuer wichtig ist) Ohne Verstand und Vernunft etwas anzutrainieren ist totes Wissen und das zeigt sich auch sehr schnell, wenn man nachfragt. Auch Sprachen muß man verstehen, wobei hier Lerntraining angesagt ist.

    @ Malte, ich halte Lesen auch für sehr wichtig.

    Jo

    Mir auch :)

    Zu Gender Mainstreaming hatte ich schon hier geschrieben


    Zitat

    mich wundert das nicht, denn sie sind dämlich – aber sie wollen uns befreien und aus allem einen Einheitsbrei machen, bis natürlich auf materielle Güter, da hört die Eintopfskocherei auf – also den Unterschied reich und arm werden wir immer haben, es lebe der kleine Unterschied.

    Über Onkel, Tante, Neffe, Nichte, Schwester, Bruder usw. muß man sich keine Gedanken machen. Die Sprache wird dem Denken der Menschen angepasst, Nämlich reduziert. Wörter und die Tiefe der Sprache werden verschwinden, Onkel und Tante usw. ist dann vielleicht noch Mensch. Nach englischen/amerikanischen Vorbild gibt es dann nur noch Neutrum – denn die Artikel der und die müssen ja weg, sonst verraten die ja noch Hintergrundwissen. Blumen, Bäume, Obst, Gemüse….. ist dann nur noch Pflanze, man hat dann nicht mehr viel zu lernen nicht wahr? Und man bekommt dann auch nicht mehr beigebracht, dass manche Pflanzen in männlichen und weiblichen Paaren gepflanzt werden müssen, um Früchte zu tragen . naja, das weiß man dann bei Mensch auch nicht mehr – Adjektive gibt es dann auch nur noch in einer Form, es ist eben alles gut, schon, harmonisch..

    Es kann aber auch sein, bei konsequenter Fortführung der Sprachreduzierung, dass man die Sprache letztendlich auch auf wenige Vokale und Konsonanten reduziert, um den Menschen mit Denken nicht zu sehr zu belasten, diese wären dann u.a. AAA, OOOOOOO, IIIIIIII, HMMMMMM – das reicht ja im Wesentlichen dazu aus, dass der Mensch ausdrücken kann was er will, fühlt und meint.

    Und der Kreis schließt sich. Willkommen zurück, du Höhlenmensch.

    Das Wissen und der Reichtum der ausdrucksstarken Sprache wird dann verschlossen und nur noch unter strengster Geheimhaltung bestimmten ausgesuchten erhabenen Menschen gelehrt – und wer in ferner Zukunft etwas davon ahnen sollte, dass es da noch mehr gibt – nämlich eine ausdrucksstarke Sprache, die Wissen vermittelt - kann nur ein VT-ler sein und die spinnen ja sowieso.


    Jo
    Im übrigen empfehle ich dazu auch den Faden: Wer rettet die Deutsche Sprache

    Fröhliches Untergehen in der konstruierten Verdummung :)

    Hier beginnst du plötzlich das Thema "Verdummung bestimmter (unterer) Bevölkerungsschichten" einzustreuen. Hierzu habe ich ein Gegenargument: glaubst du ernsthaft, dass wenn es die ganzen "coolen" (im Sinne der entsprechenden Schichten) englischen Worte nicht im deutschen Sprachgebrauch gäbe, dass Deutsch dieser Bevölkerungsschichten besser wäre? Ich nicht. Stichwort: "Ghetto-Englisch". Auch in der Unterschicht in den USA kommt es zu einem Verfall der Sprachkultur und dort gibt es keine "bösen, bösen Anglizismen", die man als Sündenbock missbrauchen kann.

    Fazit zu diesem Punkt: die Verdummung ist ein wichtiges Thema - akzeptiert. Es hat nur nichts damit zu tun, da in anderen Ländern es in bildungsfernen Schichten ebenfalls zu einem Verfall des Sprachgebrauchs kommt, ohne dass man "böse" Anglizismen als Sündenbock missbrauchen kann.

    Bevor ich näher auf "Sprache und Mathematik" eingehe, gleich ein Punkt: ist die Einführung zusätzlicher Wörter ernsthaft eine "Reduktion" des Wortschatzes? Ich würde es als "Erweiterung" bezeichnen.
    Speziell im Bereich "Sprache und Mathematik" kann ich contra geben.


    Ich streue gar nichts ein, warum sollte ich? Wir sprechen hier doch von der Umgangssprache in der BRD, weder von der "wissenschaftlichen" noch von der "kaufmännischen" u.a. berusfspezifischen Dingen. etc. sondern wirklich von dem, was in der BRD mit der deutschen Sprache passiert und wie die Verdrängung von statten geht. Bist du so blind? (das ist nur eine Frage) Das betrifft durchaus nicht nur die "sogenannten bildungsfernen Schichten". Das Betrifft die Medien (Sprache der Moderatoren), die kaufhäuser etc. etc. etc.. Wie ich sagte, das richtige Erlernen einer Fremdsprache ist eine Bereicherung, hast Du das nicht gelesen? - Das bedeutet jedoch, dass die jeweilige Fremsdprache so gesprochen wird, dass ein jeweiliger Muttersprachler auch versteht, was du sagst, ich wiederhole mich ungern. Im übrigen ist es absolut irrelevant, was in New York passiert, hier geht es um Deutsch, ich orientiere mich nicht nach "unten" und nehme so etwas als Entschuldigung oder akzeptiere das als Argument - für dich mag das natürlich anders sein, obwohl ich davon ausgehe, dass du das auch nicht in allen Bereichen tust, oder? (falls du ein Beispiel möchtest, gerne)

    Was den Zusammenhang von Mathematik, Denken und Muttersprache betrifft, so hat Illuminatus da einen hervorragenden Beitrag geschrieben. - Bei mir selbst gründete sich diese Schlußfolgerung auf meine eigene Erfahrung und mein eigenes Denken, da ich schon sehr lange in Frankreich lebe und Französisch hier natürlich vorrangig ist.

    Jo

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    [size=10][font='Verdana']On m'avait dit :
    "Te pose pas trop de question,
    Tu sais petit c'est la vie qui t'répond,
    A quoi ca sert de vouloir tout savoir?
    Regarde en l'air et vois ce que tu peux voir"

    On m'avait dit:
    "Faut écouter son père"
    Le mien a rien dit quand il s'est fait la paire
    Maman m'a dit: "t'es trop ptit pour comprendre"
    Et j'ai grandi avec une place à prendre

    Qui a le droit
    Qui a le droit
    Qui a le droit de faire [/font][/size]ça?[size=10][font='Verdana']
    A un enfant qui croit vraiment
    C'que dise les grands

    On passe sa vie à dire merci
    Merci à qui? à quoi?
    A faire la pluie et le beau temps
    Pour des enfants à qui l'on ment

    On m'avait dit:
    "les hommes sont tous pareils
    Y'a plusieurs dieu mais y'a qu'un seul soleil"
    Oui mais le soleil il brille ou bien il brule
    Tu meurs de soif ou bien tu bois des bulles

    A toi aussi j'suis sur qu'on t'en a dit
    De belles histoires et pas que des conneries
    Alors maintenant on se retrouve sur la route
    Avec nos peurs nos angoisses et nos doutes

    Qui a le droit
    Qui a le droit
    Qui a le droit d'faire [/font][/size]ça?[size=10][font='Verdana']
    A des enfants
    qui croient vraiment ce que disent les grands
    On passe sa vie a dire merci
    Merci à qui? à quoi?
    A faire la pluie et le beau temps
    Pour des enfants à qui l'on ment[/font][/size]!

    *****************

    Man hat mir gesagt:
    stell nicht zu viele Fragen
    weisst du Kleiner, es ist das Leben das dir antwortet
    was nützt es alles wissen zu wollen?
    schau hinauf und sehe was du sehen kannst

    Man hat mir gesagt:
    hür auf deinen Vater.
    meiner hat nichts über seine Handlungen gesagt,
    Mama hat gesagt du bist zu klein um es zu verstehen
    und ich bin aufgewachsen yn meinem Platz

    wer hat das Recht,
    wer hat das Recht
    wer hat das Recht, so zu handeln?
    an einem Kind, das alles glaubt was die Grossen sagen

    man verbringt sein Leben mit danke zu sagen
    danke an wen? danke an was?
    für Regen zu machen und schönes Wetter
    für Kinder die man belügt

    man hat mir gesagt:
    dass alle Menschen gleich sind
    sie haben mehrere Götter aber nur eine Sonne
    ja aber die Sonne sie scheint oder sie brennt
    du stirbst vor Durst oder trinkst aus Blasen

    dir auch, ich bin mir sicher man hat sie dir erzählt
    schöne Geschichten, nichts als Dummheiten
    und jetzt sehen wir uns wieder, auf der Strasse
    mit unseren Ängsten, Beklemmungen und unseren Zweifeln

    wer hat das Recht,
    wer hat das Recht
    wer hat das Recht, so zu handeln?
    an einem Kind, das alles glaubt was die Grossen sagen
    man verbringt sein Leben mit danke zu sagen
    danke an wen? danke an was?
    für Regen zu machen und schönes Wetter
    für Kinder die man belügt

    Grundsätzlich wirkt das ganze auf mich eher nach einem Generationenkonflikt. Die jüngere Generation ist (Radio (englischsprachige Musik), Fernsehen und Internet) in einem gewissen Maß mit Anglizismen aufgewachsen, was für ältere nicht zutrifft.


    Das stimmt in gewisser Weise schon - nur nicht so, wie Du es Dir denkst. Aller Wahrscheinlichkeit nach hast Du die wundersame Verwandlung der Sprache nicht von Anfang an mitbekommen - für Dich waren die Anglizismen auf einmal da, so ganz plötzlich? - in dem Moment, als die heutige jüngere Generation auf dem Plan erschien?
    Der Konflikt besteht darin, dass die "ältere Generation" diese vorgegebenen Anglizismen bewußt NICHT annehmen wil, während die jüngere Generation, wie gewünscht, voll darauf abfährt ohne sich Gedanken über den Hintergrund zu machen. Die vielen Anglizismen in der Deutschen Sprache sind eine Einladung zur Verdummung, die von der vor sich hindümpelnden Masse dankbar angenommen wird.

    Es ist mir vollkommen klar, dass Du das anders siehst, Du und die Masse der Jüngeren sind überzeugt, dass es eine Bereicherung darstellt. Eine Bereicherung ist jedoch nur dann gegeben, wenn man eine Fremdsprache richtig lernt und sich darin so unterhalten kann, dass der jeweilige Muttersprachler auch versteht, was gesagt wird. - Was hier jedoch mit voller Absicht erfolgt, ist ein Zurückdrängen der Deutschen Sprache, die einer Reduzierung des Wortschatzes gleichkommt. Das ist keine Bereicherung, das ist ein Totschlag.

    Hinzu kommt, dass man der Dummheit gepaart mit Arroganz kaum beikommen kann. Die jüngere Generation mokiert sich über die Älteren? Sie, die noch nicht einmal in der Lage sind einen einwandfreien Satz in ihrer eigenen Muttersprache zu sprechen? - Und nicht nur das - ich möchte sie gerne mit Engländern sprechen hören *GG*
    In ein paar Jahren wird diese Generation (mit Ausnahme der paar wenigen, die sich noch Gedanken darüber machen) schon nicht mehr in der Lage sein, große Werke der deutschen Dichtkunst zu verstehen, sie verstehen sie ja jetzt schon nicht mehr, ihr Wortschatz leidet an der Schwindsucht.

    Warum "Einladung zur Dummheit"? Die Muttersprache eines Menschen ist die maßgebliche Basis seiner Denkfähigkeit. Jedes Wort verursacht Assoziationen, eben Gefühle, Vostellungen, Bilder. Selbst, wenn Du eine Fremdsprache ziemlich gut beherrschst, hat diese nicht die gleiche Wirkung wie deine Muttersprache. Denken erfolgt in der Muttersprache und die entsprechenden Assoziationen auch. Bestes Beispiel dafür ist die Mathematik: selbst, wenn Du jahrelang nur eine Fremsprache sprichst, wirst Du immer in Deiner Muttersprache rechnen bzw. mathematische Aufgaben lösen. Die Reduzierung des muttersprachlichen Wortschatzes vermindert die Denkfähigkeit, so einfach ist das.


    tja - manchmal könnte man meinen solch sprachliche verwirrungen werden absichtlich platziert, in den medien publiziert und sollen althergebrachte, treffliche beschreibungen ver-drängen.


    Man kann es nicht nur meinen, man kann davon ausgehen, dass es so gewollt ist. Und wenn man dann klar macht, dass es très chic ist und modern so zu reden und es anzunehmen, dann fallen die Dummen auch darauf rein, ohne es zu merken.

    Jo

    [Blockierte Grafik: http://www.animierte-gifs-kostenlos.de/img/sebjogfx/8263.gif] [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]icht Gott verhüllt geheimnisvoll Sein Walten,[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]den hüllend Schleier trägst, o Mensch, nur du. [/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]Die Stimmen schwiegen nie, die allen galten,[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]von deren Klang die Himmel widerhallten;[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]vor dir nur tat des Paradieses Tor sich zu.[/color][/font][/size]

    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]Du gehst im Licht und siehst nur, daß die Strahlen[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]der Dinge Schatten auf den Boden malen,[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]der Dinge Wesen siehst und suchst du nicht.[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]Es predigt dir das schattenlose Licht,[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]und Erd und Himmel wolln dir Antwort geben.[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]Dein friedlos Fragen nur und friedlos Leben[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]ist schuld, daß du die Antwort nicht verstehst[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]und unerlöst durch ungelöste Rätsel gehst.[/color][/font][/size]

    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]Erlöser sollst du sein in Gottes Garten[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]und hörst die Stimmen nicht, die hilflos zarten,[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]und weißt es nicht, wie alle Wesen warten. –[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]Doch eine Stimme ist, die überhörst du nicht:[/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]Weh – wenn des Sturmes starke Stimme spricht![/color][/font][/size]
    [size=10][font='TimesNewRomanPSMT'][color=black]Ephides[/color][/font][/size]

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    Lieben Gruß Jo

    [color=black][font='Arial'][/font][/color][color=black][font='Arial'][size=14][size=10][font='Arial'][color=black]Seit Freitag dürfen radioaktiv belastetete Esswaren mit bis zu zehnfach überschrittenem Grenzwert in die EU eingeführt werden, kritisieren foodwatch und das Umweltinstitut München. Grundlage dafür ist eine Notverordnung, die die normalen Grenzwerte aushebelt.[/color][/font][/size][/size][/font][/color]

    [color=black][font='Arial'][size=10][size=10][font='Arial'][color=black]Am vergangenen Freitag teilte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) in Berlin mit, die Kontrolle von Lebensmittelimporten aus Japan nach Deutschland würden verschärft, niemand brauche sich Sorgen zu machen. „Als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe in Japan hat die Europäische Union ihre Sicherheitsmaßnahmen vorsorglich weiter erhöht“, heißt es auf der Website des Verbraucherschutzministeriums. [/color][/font][/size][/size][/font][/color]

    [color=black][font='Arial'][size=10][size=10][font='Arial'][color=black]Am selben Tag wurde ein Eilbeschluss der EU-Kommission verabschiedet, der am Sonntag in Kraft trat und die Grenzwerte für aus Japan importierte, radioaktiv belastete Lebensmittel massiv heraufsetzt. Nach Angabendes Umweltinstituts München e.V. und der Verbraucherschutzorganisation foodwatch gelten für Lebensmittel und Lebensmittelimporte üblicherweise Grenzwerte von 370 Becquerel pro Kilogramm für Säuglingsnahrung und Milchprodukte sowie von 600 Becquerel pro Kilogramm für andere Nahrungsmittel. [/color][/font][/size][/size][/font][/color]

    [color=black][font='Arial'][size=10][size=10][font='Arial'][color=black]Die Eilverordnung erlaubt es nun, Säuglingsnahrung mit einer Belastung von 400 Becquerel pro Kilogramm zu importieren, bei Milchprodukten liegt der Grenzwert nun bei 1000 Becquerel, andere Nahrungsmittel dürfen mit bis zu 1250 Becquerel pro Kilogramm belastet sein. Bestimmte Produkte wie Fischöl oder Gewürze dürfen sogar mit bis zu 12.500 Becquerel pro Kilogramm belastet sein – das 20-Fache des üblichen Limits. [/color][/font][/size][/size][/font][/color]

    [color=black][font='Arial'][size=10][size=10][font='Arial'][color=black]Hintergrund für die Anhebung ist eine nach der Tschernobyl-Katastrophe im Jahr 1987 erlassene EU-Verordnung. Demnach können im Falle eines „nuklearen Notstandes“ die Höchstgrenzen für die zulässige radioaktive Belastung von Lebensmitteln angehoben werden, um einer Nahrungsmittelknappheit vorzubeugen. „Diese Regelung jetzt in Kraft zu setzen, ist absurd, denn es gibt in Europa keinen nuklearen Notstand und erst recht keine Nahrungsmittelknappheit“, kritisieren das Umweltinstitut München und foodwatch in einer gemeinsamen Erklärung. [/color][/font][/size][/size][/font][/color]

    [color=black][font='Arial'][size=10][size=10][font='Arial'][color=black]„Die Ministerin redet nur von verstärkten Kontrollen und verschweigt, dass gleichzeitig die Sicherheitsstandards für japanische Lebensmittel gesenkt wurden. Frau Aigner enthält der Öffentlichkeit wichtige Informationen vor – so gewinnt sie sicher nicht das Vertrauen der Bürger“, so Thilo Bode, Geschäftsführer von foodwatch. Beide Organisationen fordern einen kompletten Importstopp japanischer Lebensmittel in die EU.
    http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5020&tx_ttnews[tt_news]=105257&tx_ttnews[backPid]=23&cHash=1e1a924dc4


    [/color][/font][/size][/size][/font][/color]

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    Tokio - Am Pannen-AKW Fukushima I sind Spuren von Radioaktivität erstmals auch im Grundwasser gemessen worden. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, stammen entsprechende Proben aus der Nähe eines Turbinengebäudes von Reaktor 1 auf der havarierten Kernkraftanlage Fukushima I. Auch in einem Tunnel außerhalb des Turbinengebäudes von Reaktor 2 sei radioaktiv belastetes Wasser untersucht worden, heißt es. Die Grenzwerte seien hier um mehr als das 10.000fache überschritten worden.

    Wie weit sich die radioaktiven Partikel durch das Grundwasser verbreiten werden, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. AKW-Betreiber Tokyo Electric Power (Tepco) wiegelt ab: Die Versorgung mit Trinkwasser in der Region ist Einschätzung des Unternehmens nicht in Gefahr.

    weiterlesen HIER

    • Karte der KKW-Standorte in Frankreich