Beiträge von nanabozho

    Na ja, langsam, langsam und die Bälle lieber flach halten!
    Ich weiß natürlich nicht, was der eigentliche Grund für die Einrichtung von facebook war, aber meiner Ansicht nach wird es vor allem zur Werbung genutzt. Von kleinen Selbstständigen und größeren Firmen. Auch Politiker oder andere Personen des öffentlichen Lebens versuchen sich darin zu profilieren. So gesehen ist es eine zusätzliche Möglichkeit, um einen breiteren Bekanntheitsgrad zu erreichen, und für viele mag es natürlich auch das Gefühl vermitteln, nicht so einsam zu sein.
    In meinen Augen ist es vor allem ein Spiel. Eines, bei dem man auch höllisch aufpassen muss, um nicht in irgendwelche Abzock-Fallen zu tappen.
    Dass man mit facebook keine Persönlichkeitsdefizite aufarbeiten kann, dürfte klar sein. Vielleicht hält es einen auch länger in derartigen Schwierigkeiten fest, wenn man welche hat.
    Und wenn ich an den alten Paracelsus denke, so soll der mal gesagt haben:
    Alles ist Gift, nur kommt es auf die Dosis an!

    D. h., ich kann mich auch an Brot krank- oder totessen.

    Jedesfalls sehe ich nicht den geringsten Grund zur Panik und bin auch selber seit einigen Monaten in facebook drin.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Vielleicht noch ein Zusatz: Deutschland ist möglicherweise nicht ganz so stark gefährdet. Da es Hartz IV gibt, so dämlich, wie das klingen mag. Zwar ist auch Langzeit-Hartz-IV-Bezug unbedingt frustrierend und durchaus dem "offenen Strafvollzug" ähnlich (wie es Götz Werner genannt hat), aber es führt in diesem Fall dazu, dass selbst bei Gewaltbereiten noch ein Fünkchen Sicherheitsdenken bleibt, also Angst, etwas verlieren zu können.
    Diejenigen aber, die wirklich n i c h t s zu verlieren haben, schlagen en masse zu. Und es wird sie keinesfalls abschrecken, wenn man ihnen mit der "Härte des Gesetzes" droht. Im Knast ist es allemal warm und trocken, sogar im Winter...

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Gewalt wie die in England gerade erlebte resultiert speziell bei jungen Leuten vor allem aus einem anhaltenden Ohnmachtsgefühl. Ihre Bewusstsein ist, an dem Leben, das sie auf Bildschirmen oder in ihrer Nähe sehen können, nicht teilzunehmen. Sie fühlen sich ausgeschlossen, weil - und das ist nicht nur ihre Empfindung oder Beobachtung - das, was offiziell Demokratie genannt wird, einfach nur das Diktat des Geldes ist. Und diejenigen, die die Regeln bestimmen, sorgen außerdem noch dafür - siehe Finanzmarkt -, dass für kommende Generationen nur noch Chaos und Trümmer übrigbleiben, sie verheizen praktisch die schöne Welt vor den Augen ihrer Söhne und Töchter. Dass diese dann - im Bewusstsein, dass sie nichts, aber auch gar nichts mehr zu verlieren haben - dann einfach dreinschlagen, plündern und brennen, ist k e i n Wunder und eigentlich nicht einmal ein Skandal. Sondern nur die natürliche Folge der gegenwärtigen Strukturen auf dem Planeten.

    Man könnte nun einwenden, dass es Unschuldige trifft. Die Sache mit den Migranten ist höchstens oberflächlich betrachtet so. Sie bilden höchstens so etwas wie einen Prellbock. Es ist aber im Grunde ganz einfach die Elterngeneration, die es treffen soll. Die Generation, die sich in den Strukturen eingerichtet hat und so funktioniert, wie das die "Macher" gern sehen. Natürlich ist Wut auch einfach blind.

    Das einzig mögliche Rezept - Rezepte greifen immer zu kurz, was das Leben begrifft - scheint mir zu sein: So viele Menschen wie irgend möglich ringen sich dazu durch, die alten Strukturen loszulassen und zumindest den Versuch zu wagen, Gesellschaft solidarischer - kreativer, geldunabhängiger - zu gestalten. Da aber niemand etwas von außen wirklich verändern kann, muss jeder bei sich selber anfangen. Sein Sicherheitsdenken verabschieden und nach dem suchen, was ihn wirklich erfüllt...

    Vielleicht ist das schwer zu verstehen. Aber unser Sicherheitsdenken beruht auf Angst. Und Angst führt immer in die Enge, in die Sackgasse... -

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Nun ja, was können wir da tun?
    Wir müssen erst mal selber lernen, wieder richtig deutsch zu sprechen und zu schreiben. Schon mal jemand den Udo-Jürgens-Song gehört "Alles ist so easy"? Der bringt es auch auf den Punkt. Das viele Englisch gibt uns Abstand zu uns selbst, vor allem zu unseren Gefühlen. Es macht unser Leben u n v e r b i n d l i c h. Und viele, vor allem Jüngere, wünschen es sich - zumindest für eine Weile - unverbindlich. Es ist die Angst vor zu viel Nähe.
    Zur Verdeutlichung: Man sage mal - als jemand, der deutschsprachig aufgewachsen ist - zu einer Frau: "Ich liebe dich!" Im Vergleich zu "I love you". Was würde ich im ersten Fall f ü h l e n, was im zweiten. Selbst im Kraftwortbereich gilt das: Wenn ich ausrufe "Fuck!", hat das für mein Inneres so gut wie gar nichts zu bedeuten. Wenn ich hingegen ausrufe: "Verd.... Scheiße!", da bin ich ernsthaft wütend, da meine ich das auch so, da bin ich echt!!!!

    Das ist keine Kritik, nur eine Beobachtung. Was mich selbst betrifft, so mühe ich mich, meine Romane und Erzählungen so deutsch wie möglich zu schreiben, also unter fast 100prozentigem Verzicht auf Anglizismen, es sei denn, sie passen an bestimmten Stellen wirklich...

    Ob ich damit die deutsche Sprache "retten" kann, weiß ich wahrlich nicht.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    stattdesen wird immer nur behauptet, dass Geld durch Leistung, Arbeit, Rohstoffe, "Werte" oder was auch immer entsteht, das ist aber allesamt falsch, Geld KANN INDIREKT, durch diese Dinge entstehen aber diese Dinge haben nichts mit dem Mechanismus des Geldes und seiner Entstehung selbst zu tun.

    Kleines Beispiel, angenommen ich gehe irgendwohin und fange an wie bekloppt zu arbeiten und Rohstoffe zu fördern und Häuser zu bauen usw aber irgendwann werde ich feststellen müssen, dass dadurch kein müder Cent erschaffen worden ist also wie soll das funktionieren?

    Falls ich mich mal wieder einmischen dürfte:
    Mir scheint, hier ist eines vergessen worden: Diejenigen, die das eingeführt haben, was wir heute als Geldkreislauf erleben, haben den abstrakten Wert eben dieses Geldes keineswegs an Arbeit oder Leistung oder Rohstoffen festgemacht, sondern an EIGENTUM. (An dieser Stelle setzt übrigens auch der alte Marx an, wenn er die Funktionsweise des Kapitalismus zu erklären versucht - und zwar so, dass es bis heute keine treffendere Erklärung gibt. - Bin kein Marxist, aber dass muss man ihm unbedingt lassen...)
    Dadurch, dass EIGENTUM (an Produktionsmitteln, Land, Gebäuden usw.) das Geld bestimmt, entstand ursprünglich der Effekt, dass eigentlich nur Sesshafte auf Dauer über Geld verfügten oder verfügen konnten. Man bedenke, dass jede Bank, wenn sie Geld verleiht, SICHERHEITEN will, und diese "Sicherheiten" sind in fast jedem einzelnen Fall Eigentumswerte. Auf diese Weise wurde gleichzeitig der Umstand festgemacht, dass Geld im Grunde immer dorthin zurückkehrte, wo es hergekommen war (ganz gleich, ob man es speziell mit Schuldverschreibungen definierte oder Wechsel oder sonstwie).
    Wer also - und das ist bis heute so geblieben - meint, er könne durch Leistung, Talent, Arbeit oder andere Qualitäten, reich werden, mag es vielleicht tatsächlich weit bringen, sollte aber wissen, dass das keinesfalls die Regel ist, weil überhaupt nicht im Sinne des Erfinders. Wohl ist es so, dass man mit der Energie von Liebe und Leidenschaft oder auch Freude Geld durchaus anziehen kann; wenn man es jedoch halten will, wird man kämpfen müssen...
    Ein neues Geldsystem müsste also den Ausgangspunkt schon mal völlig anders definieren und z. B. sagen: JEDER einzelne - ausnahmslos JEDER - hat irgendeine Qualität, mit der er den Menschen dienen kann. Und somit hat er AUTOMATISCH das Recht, über soundsoviel Tauscheinheiten (Geld) zu verfügen. Dadurch würde eine völlig andere Art und Qualität des Geldkreislaufes entstehen. Es wäre sozusagen eine Verlagerung vom HABEN zum SEIN. Wahrscheinlich braucht es noch ein wenig Reife bei den meisten humanoiden Gruppen, um bis dahin zu gelangen, aber das wäre es...
    Das Festhalten aber an der Eigentumsdefinition hält auch daran fest, dass bestimmte Menschengruppen von vornherein benachteiligt bleiben - auch gewollt benachteiligt bleiben sollen - und wird das intensive Gefühl des Unrechts weiterhin festschreiben.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    .Als Politiker ist Lügen und Betrügen wohl unabdingbare Voraussetzung für eine Amtsausübung.

    Ich denke mal, Cherub hat hier "den Finger drauf".
    Wenn uns das ein für allemal klar ist, wundern wir uns weder noch ärgern wir uns, wenn wieder so etwas geschieht wie während der letzten Tage. Anscheinend gibt es immer noch "Gläubige" und es wird wohl noch einiges enthüllt werden müssen, um den Rest noch zu desillusionieren.

    Der Mann musste einfach weg, sonst hätte niemand je seine Leiche aus dem Keller geholt.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Gut, Bkid,

    da habe ich soeben dazugelernt. Dass Alaska russisch war, war mir jedoch selbstverständlich, das ist eigentlich fast allgemein bekannt. Nur mit Kalifornien, da zweifelte ich. Und es scheint auch, als sei es nur eine Niederlassung in Kalifornien gewesen. Auch darüber, dass die nordamerikanischen Indianer mit hoher Wahrscheinlichkeit von Sibirien herüber gekommen sind, brauchen wir nicht zu diskutieren, sie sind den sibirischen Eingeborenen (Jakuten z. B. oder Tschuktschen) auffällig ähnlich.

    Aber das führt einigermaßen von Napoleon weg....

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    [u]

    [color=#000000][u]ich wünsche dir wirklich von ganzem herzen, dass du nie in die lage kommst, auf ein fremdes wohnzimmer angewiesen zu sein, denn es könnte sein, dass dann jemand auch behauptet, es wäre SEIN wohnzimmer und du hättest keinen platz darin. meiner persönlichen ansicht nach gehört die erde UNS MENSCHEN, egal woher wir kommen und grenzen exiostieren allenfalls in unseren köpfen und am papier... weißt du, einige flüchtlinge kommen nicht aus jux und tollerei, sondern weil sie aus dem eigenen land flüchten mussten, weil sie dort verfolgt werden, gefoltert, politisch, oder aus religiösen gründen, usw...

    Vielleicht auch noch ein paar Worte dazu, raabenweib:
    Auch ich habe John Lennons IMAGINE immer gern gehört und höre es heute noch gern. Dieses Lied bringt ungeheuer viel Motivation, in diese Richtung zu gehen. Es ist aber nicht gleichzeitig auf alle Menschen, die diese Welt bevölkern, anwendbar. Warum? - Sie haben einen unterschiedlichen seelischen Entwicklungsstatus (gut, ich müsste jetzt bekennen, dass ich an Seelenalter und -entwicklungen glaube und mir einleuchtend erscheint, dass ein Siebenjähriger nicht über die Erfahrung eines Zwanzigjährigen verfügt...). Das heißt, nicht jeder würde derzeit eine solche Freiheit v e r k r a f t e n. Ein Deutscher fühlt sich u. U. eingeengt, wenn er inmitten eines gut organisierten Familienclans leben soll, für einen Araber ist das das Non plus Ultra und unbedingt Wichtige. Deshalb würde eine gewisse Anzahl Menschen die andere Seite - nicht mal absichtlich - missverstehen, wenn diese in einer vergleichbaren Freiheit leben will.
    Ich kenne eine Menge Leute, die das Leben in Kommunen ausprobiert haben. Die meisten wollten es nicht bis zu ihrem Tode tun und meinten, es hätte ständig Konflikte gegeben. Es gibt so gut wie immer diejenigen, die sich für andere "den Arsch aufreißen" und diejenigen, die sich darauf ausruhen. Da es für die, die sich ausruhen, zu schwer ist, sich zu verändern, müssen es die anderen tun (also: sich verändern) und mit dem "Arsch aufreißen" aufhören.
    Und was das "Wohnzimmer" betrifft - ich kenne auch den berühmten Song von Heinz Rudolf Kunze gut ("Du wirst niiiiieee zu Hause sein...") und mag ihn. Und meine Tür stand immer für jeden (ohne Ansehen der Rasse, Religion, Nation, des Geschlechts oder des Doktorgrades) offen, aber - das geschah erst nach einem langwierigen Lernprozess - neuerdings schmeiße ich jeden wieder raus, der mutwillig die Regeln in meinem "Reich" missachtet. Und ich glaube, dass ich ein eigenes Reich, und wenn es noch so klein ist, haben darf. Selbst ein Indianer hat ein Tipi, und - ich bin Hobbyvölkerkundler und kenne mich da ein wenig aus - wehe dem, der die darin geltenden Regeln missachtet....
    Nebenbei: Meine derzeitige Freundin (Deutsche) hätte auf der Straße (in einem alten Auto) leben müssen, wenn ich sie nicht "aufgenommen" hätte... Wir haben also auch Landsleute, die sich "ausgestoßen" fühlen, wie kommt das eigentlich?

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    P.S.: Ich kriege diese blöde Unterstreichung nicht weg, tut also so, als sei sie nicht da.

    Nun gut, raabenweib,
    sagen wir mal, mein Beispiel sei sehr schlecht gewählt und absolut nicht zutreffend. Lassen wir es dabei bewenden, es ist eben auch nur meine Sicht. Ich verstehe auch die Hierarchie anders, weshalb ich das Beispiel gewählt habe. Heutzutage steht das Kind hierarchisch ü b e r der Mutter, weil die Mutter längst die Sklavin ihres Kindes ist. Sie braucht praktisch Hilfe, um aus der Sklaverei herauszukommen, und das wollte ich mit dem Beispiel andeuten.
    Mit dem Lernen ist es für mich eben auch so eine Sache. Es gibt manche Dinge, die ich lernen möchte und manche, die ich n i c h t lernen möchte, weil ich glaube, da schon drüber raus gewachsen zu sein.
    Ich möchte z. B. n i c h t lernen, meine Schwester zu erschießen, weil sie einen Liebhaber hat. Ich möchte auch n i c h t lernen, meine Frau (weiß gar nicht, ob auch Freundin geht) zum Lastesel zu machen oder sie zur Uniformierung zu zwingen. Ich möchte auch n i c h t lernen, sie zur Gebärmaschine zu machen oder zu schlagen. Ich möchte n i c h t lernen, meine Tochter zu zwingen, einen Mann zu heiraten, den sie nicht möchte. Ich halte etwas von starken und selbstbewussten Frauen.
    Ich möchte auch n i c h t lernen, Menschen umzubringen, weil sie den Glauben, den ich mit ihnen einmal teilte, verlassen haben und zu einem anderen konvertiert sind.
    Ich kann akzeptieren, dass es Menschen gibt, die gern all das tun, aber ich möchte nicht mit ihnen zusammenleben oder nur unter gewissen Bedingungen. Ich glaube nicht, dass ich von ihnen überhaupt etwas lernen kann.

    Es gibt tausend Dinge, die ich lernen kann und lernen möchte, aber es ist dann in mir drin, etwas, das mir sagt, dass ich genau das lernen will. Vielleicht bin ich sehr unterentwickelt und lerne zu langsam, vielleicht auch altmodisch und passe nicht in diese Welt. Vor Ausländern, die mir meine Arbeit wegnehmen, habe ich keinerlei Angst, weil ich das, was ich tue, aus dem Bewusstsein der Berufung tue und es mir überhaupt niemand wegnehmen k a n n. Außerdem wird es in absehbarer Zeit kaum noch Lohnarbeit geben, eine derartige Diskussion wäre also verfehlt. Es nimmt uns auch kein Ausländer irgendetwas an Besitz weg oder so. Darum geht es ebenfalls nicht. Das einzige, was sie bedrohen k ö n n e n und u. U. auch w e r d e n, ist unsere Freiheit. Weil sie mit einer solchen Freiheit - noch - nicht viel anfangen können oder wollen.
    Sie sind an einer anderen Stelle des Weges, das ist alles. Sie haben ein anderes Schrittmaß. Vieles ist tolerierbar, aber nicht alles ist "kompatibel".

    Mein Vater hat einer persischen Familie eine Wohnung besorgt und ich habe den Umzug arrangiert und tatkräftig geholfen. Wir sind heute noch befreundet, obwohl die Familie längst in Köln lebt (in Leipzig war es aussichtslos, Arbeit zu finden). Da der Mann sehr gut deutsch konnte, war er imstande, mir viele der tatsächlichen Vorgänge im Iran zu schildern, auch viele der tatsächlichen Vorgänge in bestimmten islamischen Glaubensgruppen. Und einen Teil der Beweggründe, das Land zu verlassen. Von ihm her kam es zu weiteren Bekanntschaften, nicht nur mit Iranern, sondern auch einem Afghanen, einem Libanesen und zwei Irakern. Von daher glaube ich zu wissen, was diese Leute e i g e n t l i c h von Deutschland erwarten. Aber sie lassen sich bestimmt nicht alle über einen Kamm scheren.
    Ein Türke - in Bremen geboren, in Istanbul aufgewachsen, in Antalya arbeitend - besuchte mich einmal nach seiner Hinwendung zum fundamentalistischen Islam. Von all den sieben Tagen der Woche, die er bei mir war, versuchte er mich an jedem einzelnen davon zu bekehren. Weder meiner Frau noch meiner Tochter wollte er die Hand geben und erst zuletzt war er bereit, mit uns gemeinsam zu essen. Warum? Er sagte es selbst: "Es ist verrückt, du bist kein Muslim, deshalb wollte ich nicht essen mit dich. Aber es ist besser,, mit dir sein als mit meine Familie. Du nicht sagen zu mir: Warum du nicht arbeit, warum du nicht heiraten? Du lassen mich sein, wie ich bin. Das geht nicht bei Muslime.(!!!) Aber ich muss Muslim sein, sonst ich finde kein Frau. (Er war gerade 28 Jahre alt.) Ich habe ein Gelübde gemacht zu Allah, dass ich gutes Muslim sein will, dann kriege ich auch Frau. -
    Lustig ja, wir haben viel gelacht. Aber l e r n e n möchte ich das nicht.
    Und die Welt retten kann ich auch nicht und ich möchte es auch nicht.

    Es mag sein, dass ich daher ein böser und ausländerfeindlicher Mensch bin, und dass meine Vorstellungen und Visionen auch überhaupt nichts wert sind. Dann lebe ich damit. Ohne Helfersyndrom fühle ich mich wohler, ausgeglichener, gesünder. Das ist mir lieber.
    Und obwohl in diesem unserem Land so manches reformbedürftig sind, leben wir extrem viel freier als die Mensche z. B. im Iran oder in Syrien. Einige von ihnen beneiden uns darum, aber andere h a s s e n uns auch d e s w e g e n.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    [quote='Bkid','index.php?page=Thread&postID=64715#post64715']

    Zitat

    wisset ihr das
    kalifornien russisch war?

    Nicht etwa spanisch, Bkid?
    Ich habe mir eingebildet, Kalifornia wäre spanisch gewesen. Und die Namen der Städte würden diese These bestätigen.

    Vielleicht weißt Du es ja besser?

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Nun Bkid,

    ich denke auch, dass Du in den meisten Annahmen über "Verschörungen" recht hast. Zwar haben sich immer wieder Völker erhoben gegen ihre Herrscher, aber die haben das meisten schon längst vorausgesehen. Sie spielen ihnen vor, dass sie "abdanken" oder was auch immer, gehen irgendwohin ins Exil und leben damit ganz gut weiter. Gerechtigkeit in dem kindhaften Sinn, den wir uns immer wieder vorstellen, gibt es nicht. Es gibt höchstens so etwas wie "Kräftebalance", und das ist auf dieser Welt vielleicht das Höchsterreichbare. Denn tatsächlicher Frieden und Wohlstand muss erst in uns selbst entstehen, bevor er sich im Außen bildet.
    Hoffnung auf Besseres schafft aber den revolutionären Ausbruch und vor allem aber Wut. Zuerst entladen sich die Gefühle und schon allein deswegen fließt meistens viel Blut.
    In den meisten Fällen werden aber durch Revolutionen auch neuer Herrscher geboren bzw. nach oben "getragen". So wurde im 17. Jh. in England der König geköpft, aber Lordprotektor Oliver Cromwell errichtete eine Schreckensherrschaft, vor der der vorherige König vor Neid erblasst wäre.
    Napoleon muss man zugestehen, dass er die Revolution eher nach außen trug, statt im eigenen Land zu wüten. Stattdessen haben seine Vorgänger (Robespierre, Danton z. B.) die Guillotine eingesetzt und lustig gemordet.
    Jahre später in der Russischen (Bolschewistischen) Revolution wurde die Sowjetunion geschaffen und Lenin, eigentlich ein "Philosoph", der der erste Diktator war, führte die zaristischen Straflager als GULAGs weiter, die Stalin noch vervollkommnete. Soviel Unterdrückung wäre unter dem Zaren unmöglich gewesen...
    So ist das eben. Ob so ein Herrscher - nehmen wir einfach mal Napoleon - Ideale hat oder nur vortäuscht oder was auch immer: der kleine Mann hat das Nachsehen, so oder so.
    Interessanter wäre die Frage, ob durch derartige Eroberungskriege neue Völkervermischungen entstehen und wie die gesamte Populationsverteilung in den bestimmten Gebieten dann ist. So haben die Napoleonischen Kriege die Völker Europas fragen lassen: Wäre es nicht besser, wenn wir eine größere Einheit, einen Zusammenschluss bilden? Und so könnte man im weitesten Sinne sagen: Napoleon hat auf die heutige EU hingearbeitet! Ebenso auch Hitler und Mussolini.

    Sind so Gedanken, kein Dogma.

    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Nun, Bkid,
    was ich ahne und z. T. weiß, ist, dass Napoleon so ähnlich auch wie vielleicht Alexander der Große meinte, er habe der Welt etwas zu geben. Einesteils die "Segnungen" der Französischen Revolution, die kurz vor seiner Machtübernahme stattgefunden und viel Blut gekostet hatte. Die Franzosen wollten FREIHEIT, GLEICHHEIT und BRÜDERLICHKEIT, zumindest hatten sie sich das vorgestellt. Ich schätze, sie waren nicht reif zu der Erkenntnis, dass FREIHEIT auch und vor allem die FREIHEIT DES ANDERSDENKENDEN ist, weshalb sie ja auch begonnen hatten, jedem, der von irgendeinem Subjekt als "Revolutionsgegner" angeschwärzt wurde, den Kopf abzuhacken (Guillotine).
    Die großen Geister Frankreichs sahen sich im LICHT der Aufklärung, während Europa noch im Duster des Aberglaubens vor sich hin dümpelte. Um Europa eben dieses LICHT zu bringen, wurde Napoleon tätig, und er sah sich bestimmt auch als Gesandter. Interessant vor allem ist, dass er zuerst in RUSSLAND gründlich scheiterte, eben dem Land, das nach Meinung der meisten Europäer damals am weitesten ZURÜCK war. Und als alles begann, war Napoleon selbst ziemlich jung, noch nicht einmal 30 Jahre alt. In diesem Alter ist man häufig noch Idealist und meint, die Welt könne durch die eigenen ideen "gerettet" werden. Das tat er dann eben.
    Weiterhin muss man bedenken, dass die europäischen Mächte (Könige u. Fürsten) fürchteten, die Französische Revolution könne auf ihr Territorium übergreifen und versuchten, Bündnisse gegen Frankreich zu schließen. Dem ist Napoleon zuvorgekommen, in wohlweislicher Absicht, denke ich.
    Ohne die Napoleonfeldzüge wäre die Kirche in Frankreich wahrscheinlich auf lange Zeit erledigt gewesen. Doch durch seine Niederlagen konnten die Priester wieder von "Gottesstrafe" predigen und das kam an bei einer Bevölkerung, die erst von den Revolutionswirren und danach von dem wahnsinnigen Kriegsaufgebot ausgelaugt war.
    Nun ja, hier in Leipzig feiern sie jedes Jahr den Sieg der Verbündeten 1813 in der sogenannten "Völkerschlacht". Sie haben ja auch das Denkmal, ein ziemlich klotziges Ding und man hat eine wundervolle Aussicht von oben. Aber innen drin ist es eiseskalt.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Danke für die Blumen, jo,

    ich schrieb den letzten Beitrag wohl doch besonders im Eindruck des Textes von raabenweib.Sie sieht auf ihre Weise schon eine Berechtigung in dem, was sie tut, aber für das große Ganze wäre es fatal, meine ich. Aber nicht mal Mutter Teresa hat gewartet, bis die hungrigen Inder nach Albanien kamen (ok, da gibt es wahrscheinlich nichts zu holen), sondern ist selber nach Indien gegangen. Eine derartige Berufung - denn das ist im Fall Mutter Teresa durchaus denkbar - kann aber nicht auf das Gros der Menschen "abgelichtet" werden...

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Nun, es mag sein, dass die folgenden Zeilen, obwohl ich kein Zitat voranstelle, speziell für raabenweib gemeint sind,
    aber ich möchte sie eigentlich allgemein halten. Vielleicht ist es, weil ich fast 50 Jahre lang dem "Helfersyndrom" selbst erlegen war. Wenn man "erlegen" ist, ist es so etwas wie das bekannte "Burnout", also das Ausgebranntsein. Es kommt daher, dass man niemandem Grenzen setzt, also die eigene Freiheit nicht mehr wahrnimmt und allen erlaubt, mit einem zu machen, was sie wollen. Ich muss ja gut sein, oder besser - frei nach Goethe -: edel, hilfreich und gut! Weil ich mir nicht traue, "böse" zu sein, also hin und wieder NEIN zu sagen, verliere ich meine identität und werde gelebt statt selbst zu leben. Wenn ich aber NEIN sagen kann, bedeutet auch mein JA etwas. Ich kann selbstverständlich versuchen, die Welt zu retten, das steht mir immer frei. Aber ob ihr geholfen ist, wenn ich mich selbst aufgebe? Es kann sein, dass eines Tages diejenigen am meisten von mir enttäuscht sind, die sich auf mich verlassen haben, weil sie glaubten, ich wäre der Fels, auf den sie sich vor den Stürmen retten wollten. Und stellen dann fest, dass ich nichts weiter bin als im Meer treibendes Holz...
    Jeder von uns hat nur zwei Hände, zwei Beine, zwei Augen, eine Nase und einen Mund. Es mag Verwachsungen geben aber die sind außerordentlich selten. Ich muss tatsächlich meine eigenen Grenzen anerkennen! Wenn ich es nicht tue, sind psychische und physische Krankheiten die Folge, manchmal der Zusammenbruch meines ganzen Lebens. Das schreibe ich, weil ich in dieser Hinsicht nicht ganz unerfahren bin. Ein Teil der Diagnose lautet in einem solchen Fall: Mangelndes Selbstbewusstsein.
    Nun sind die Belastbarkeiten bei verschiedenen Menschen verschieden, auch bei verschiedenen Ländern verschieden. Eine Frau wird vielleicht verstehen, dass es Mütter gibt, die es tatsächlich schaffen, 13 Kinder einigermaßen günstig und gerecht groß zu kriegen, aber derart Starke sind eben doch die Ausnahme. Manche sind bereits mit zwei Kindern überfordert, und manche meinen, sie müssten, um "edel, hilfreich und gut" zu sein, mindestens 6 haben, kriegen 7 und sind todunglücklich dabei. Tut das etwa den Kindern gut?
    Kommen wir zur großen Politik. Tun wir den Einwohnern bestimmter Länder wirklich gut, wenn wir sagen: "Kommt alle her, lebt hier, weil es bei euch zu Hause so schwer ist, wir machen es euch leicht."? Werden wir ihnen nicht eben genau das signalisieren: "Wir lösen eure Probleme, müht euch selber lieber nicht!" Dann gleichen wir der Mutter, die ihren Kindern jeden Stein aus dem Weg räumt und sich dann wundert, dass sie lebensunfähig werden. Sie wurden nicht gefordert!
    An Schwierigkeiten jeder Art wächst ein Mensch, und an Schwierigkeiten jeder Art wächst ein Volk, ein Land ebenfalls. Wie im Kleinen, so im Großen! Wenn wir jemandem Hilfe zur Selbsthilfe geben können, sollten wir es tun. Wenn wir jemanden an den Tropf hängen, machen wir ihn lebensunfähig. Wenn einer bettelt und immer etwas bekommt, wird er nie aufhören zu betteln. Er merkt, dass es funktioniert. Das mag nicht weiter schlimm sein, aber so entwickelt er sich auch nicht.
    Ein Bekannter von mir war 4 Jahre in Afrika, "Entwicklungshilfe". Er kam kopfschüttelnd zurück. Da kommt so ein Häuptling und sagt: "Oh, es hat jetzt lange nicht geregnet, wir müssen einen Hilferuf nach Europa schicken, damit sie uns wieder helfen." Der arme Deutsche mühte sich fast vergeblich, dem Häuptling klar zu machen, dass knapp 2 km von den Feldern entfernt ein breite Fluss dahinfloss, der immer Wasser führte und es locker erlaubte, Bewässerungsgräben zu schachten, um etwas für die Felder zu haben...
    Natürlich werden Menschen in manchen Ländern getötet und gefoltert. (Ich habe selber fast 10 Jahre URGENT ACTIONS geschrieben für amnesty international.) Und wenn wir was für sie tun können, sollten wir es schon tun. Ich schreibe "tun können", weil wir entsprechend unserer Bedingungen handeln sollten. Aber wer bringt derartige Folterregime zum Kippen? Doch nur diejenigen, die einmal gefoltert wurden oder die es vermeiden wollen, gefoltert zu werden. Diejenigen, die jetzt in Libyen auf den Straßen sind und in Algerien, nicht die Ausgewanderten!
    Ich merke schon, ich ufere aus, aber wie kriege ich rüber, dass es mir um eine gesunde Balance geht, um eine gewisse Augenhöhe...?

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    P.S.: Auch ich nahm schon die Gastfreundschaft anderer an, auch im Ausland, aber ich glaube, immer deren Gesetze, Traditionen, Bräuche, geachtet zu haben und es hätte mir um so ferner gelegen, etwa meine eigenen durchsetzen zu wollen... Auf das Argument mit dem "Wohnzimmer" kann ich nicht gut antworten, weil ich nicht ausgedrückt habe, dass man es verschlossen halten soll, sondern nur, dass man einem Gast nicht höhere Rechte einräumen sollte als sich selbst. Und das würde ich eher noch unterstreichen.

    Oha, da hoffe ich mal, etwas wenigstens Konstruktives hierzu äußern zu können.

    Ich kann die Beschwerde jenes Detlef Alsbach sehr gut nachvollziehen. Und bin im Augenblick ohnehin der Meinung, dass es zumindest den deutschen Regierenden an politischem Selbstbewusstsein fehlt. Denn wenn ich in meiner Wohnung Besuch empfange, setze ich diesem Grenzen,, so oder so. Wenn er Raucher ist, ich aber Nichtraucher bin, muss er mindestens auf den Balkon gehen zum Rauchen. Oder raus. Ich habe ihn nicht gezwungen, mich zu besuchen und bin auch nicht zwingend auf seinen Besuch angewiesen. Das hat nichts mit Herz oder Nicht-Herz zu tun, sondern dient der normalen mitmenschlichen Balance.
    Das eben nur als Beispiel. Denn ein Staatssystem sollte sich ebenso verhalten.
    Wenn unsere Eltern- oder Großelterngeneration die halbe Welt mit Krieg überzogen hat, müssen wir deswegen noch lange nicht in Sack und Asche gehen und uns auf Schritt und Tritt bei allen anderen Nationen entschuldigen. Das ist Unfug hoch drei und einem wirklich guten internationalen Klima nicht dienlich. Weil einfach neurotisch.
    Wenn ich selbst mir zu sein erlaube wie ich bin, habe ich genügend Kraft und Mut, auch anderen tatsächlich nach Kräften zu helfen. Ebenso gut ausbalanciert, also meine eigenen Bedürfnisse nicht vernachlässigend. Alles andere wäre nichts als "Helfer-Syndrom".
    Ich selbst spreche mehrere Sprachen und liebe es, neue Eindrücke auch durch die Eingewanderten zu bekommen. Allerdings halte ich nichts davon, ihnen mehr Rechte einzuräumen als der übrigen Bevölkerung. Ob es überall so ist, kann ich nicht wirklich beurteilen. Es scheint immerhin so zu sein.
    Was mich betroffen gemacht hat, ist eine Beschwerde, die ich von mehreren Iranern schon gehört habe: Sie sind nach Europa oder Deutschland gekommen, um von dem rigorosen Islam im Iran freizukommen. Und erkennen, dass sie vom "Regen in die Jauche" geraten sind. Ich habe einige kennengelernt, die - speziell von ihren Frauen gedrängt - zum Christentum konvertiert sind. Und nun Angst haben, von den früheren Glaubensbrüdern ermordet zu werden. (Man nennt das unter den Muslimen "das Blut für Allah reinigen". Denn ein nunmehr Ungläubiger hat unreines Blut, und mit seinem Tod kann es gereinigt werden, und der Gute ist wieder ein Muslim.)
    Vor allem Frauen fühlen sich von der deutschen allzu-islamfreundlichen Politik allein gelassen. Es muss sogar Buchveröffentlichungen geben von zwei oder drei Frauen, die sich darin über die Haltung der Europäer beschweren. Eine dieser Autorinnen ist wohl am Ende nach Kanada gegangen, wo sie sich etwas sicherer fühlte.
    Fazit: Es gibt einige der "Ausländer", die sich Deutschland etwas deutscher vorstellen!!! Und wünschen!!!

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Das sind alles wundervolle Beiträge, Leute,
    aber wenn ich selbst an "Wunder> denke, lande ich bei den Ereignissen m e i n e s Lebens, die mich zum Wundern veranlasst haben. Denn wenn es irgendwo in der Welt ein Bauwerk gibt, bei dessen Entstehung ich nicht dabei war, kann ich alles Mögliche darüber sagen oder denken. Wahrscheinlich wird nichts davon die Wahrheit ganz, aber alles sie "in ungefähr" treffen.
    Für mich ist es beispielsweise sehr wundersam, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, auf einer gewöhnlichen und eher schmalen Landstraße... Vor einer leichten, nicht ganz übersichtlichen Kurve sehe ich plötzlich, wie mir ein Bus entgegenkommt, der im selben Augenblick von einem Pkw überholt wird. Vor mir sind also zwei Fahrzeuge, ohne dass ich die räumliche Chance habe, da noch vorbeizukommen. Selbst aber fahre ich so schnell, dass eine Vollbremsung mich nur in den Graben schleudern kann. Also verzichte ich darauf und akzeptiere sozusagen den innerhalb der folgenden Sekunden stattfindenden Tod. Aber... mein Auto gleitet an beiden Fahrzeugen vorüber,, obwohl diese noch nebeneinander fahren...
    Danach musste ich an den Straßenrand fahren und eine Pause einlegen, weil ich so zitterte. Ich habe mir die Breite der Straße noch einmal angesehen: Es wäre u n m ö g l i c h gewesen, dass drei vierrädrige Fahrzeuge, eines davon sogar ein Bus , hätten nebeneinander gepasst...
    Das war für mich ein tatsächliches W u n d e r, das ich bis heute nicht begreifen kann.
    Nun sind Unfälle meine Spezialität.
    Ich fahre an einem heißen Sommertag mit dem Fahrrad. Zum See, auf Straßen, an denen ich überall Vorfahrt habe. Nur eine kurze Hose am Leib, auf dem Rücken einen schmalen Rucksack, in dem sich zwei Handtücher befinden. Dazu hängt mir noch eine Ledertasche von der Schulter, die ich gewohnheitsmäßig und versehentlich mitgenommen hatte. Darin befanden sich zwei oder drei meiner Bücher und ein Signierfüller (ich verkaufe zuweilen unterwegs oder auf der Straße). Kein Helm, kein Sonstwas.
    Von rechts nähert sich ein Auto, das, soviel ich weiß ein STOP-Schild auf seiner Straße hat und anhalten muss. Ich sehe es bremsen, fahre also. Plötzlich beschleunigt es wieder und ich habe keine Chance mehr. Höre den Aufprall, lasse los. Es ist hell um mich und sanft. Dann sehe ich mich auf der Straße liegen, sanft auf dem harten Asphalt. Unter meinem Kopf die Ledertasche mit den Büchern. 20 m von der Aufprallstelle entfernt. Obwohl einige Leute mir das Aufstehen verbieten wollen, setze ich mich, um mich zu orientieren. Keine Schmerzen. Eine Blutspur am Knie. Die Frau,, die am Steuer des Auto saß, kommt und drückt mir meinen Signierfüller in die Hand: "Das habe ich auf der Straße gefunden." Dann geht sie und hat ihren Nervenzusammenbruch. Ich aber stehe auf und merke, dass ich laufen, sogar springen kann, und dass das Blut am Knie nur von einer leichten Schramme herrührt. Das Fahrrad hingegen liegt irgendwo im Gelände, Totalschaden. Das Auto: Motorhaube eingedrückt, die Windschutzscheibe zersplittert, der Stoßdämpfer gedellt. Ich muss schluchzen vor Dankbarkeit und habe Wahnsinnsdurst.Nirgendwo sonst eine Wunde oder ein Problem. Trotzdem kommt der Notfalldienst und die Polizei, die ebenfalls vor einem Rätsel steht. Sie fahren mich zum Röntgen und können nichts feststellen. Ärgern sich ein wenig, weil ich die Tetanus-Spritze ablehne und lassen mich warten, aber das kümmert mich nicht...

    So was ist für mich w u n d e r bar und unvergesslich. Ich erlebte noch viel Ähnliches, aber möchte das hier nicht überladen.
    Ich halte mich nicht fest zu einer Kirche oder so, da bin ich herausgewachsen. Ich weiß nicht, wer oder was Gott ist und ob es Schutzengel gibt und wie sie arbeiten. Vorstellen kann ich mir eine Menge und über eines bin ich mir s e h r sicher: Zufälle gibt es nicht.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    welche denn?
    Leute haut raus was ihr meint zu wissen, ich nehme alles mit, es gibt kein falsch ;)


    Was meinst du, Muoth,
    die genauen Quellen? Macht mir immer Mühe, alle Bücher hervorzukramen...
    Da ist z. B. Dan Millman: Die Lebenszahl als Lebensweg
    oder
    Christine Bengel: Numerologie in der Praxis,
    das erstere Ansata, das zweite Kailash (Verlag). Das sind meiner Ansicht nach die besten, der Rest ist "ferner liefen..."
    Im Internet findet man ebenso ziemlich viel, manchmal auch sogar Textstellen dieser Bücher.
    Gesprochen habe ich mit Numerologen mehrmals auf sogenannten "Esoterik"-Messen. Wenn ich nicht wenig später noch mal Kontakt hatte, habe ich die Visitenkarte weggeworfen, weiß also keine Namen mehr. Woraus Du gern den Schluss ziehen kannst, dass ich hier auf dem Schlamm haue oder die Leute verarsche, damit kann ich leben. Ich kriege das Forenschreiben nicht bezahlt...
    Bibeln, in denen die 144-Textstelle vorkommt, habe ich sogar in mehreren Sprachen, weil ich mal verrückt war und fremdsprachige Bibeln sammelte.
    Genügt das vorerst?
    Wie gesagt, es steht Dir frei, alles anzuzweifeln, zu bekämpfen, das Gegenteil zu behaupten, das stört mich wenig.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    P.S.: Ach so, beinahe hätte ich es vergessen: Vor mehr als 20 Jahren habe ich mich mal ein bisschen mit Gematrie befasst, leider auch das entsprechende Buch nicht mehr behalten. Das ist die antike Numerologie, die griechische, ägyptische und phönizische - auch von den Hebräern benutzte - Zahlenweisheit. Deshalb ist mir noch gegenwärtig, dass das mit unserer Numerologie relativ wenig zu tun hat(te).

    Das kommt mir auch ziemlich interessant vor.
    Nun, das anfangs erwähnte Buch THE SECRET mag ich auch nicht. Abgesehen davon, dass es sich bei diesen Allgemeinplätzen der "Positiv-denk-Literatur" nicht um ein tatsächliches "Geheimnis" handelt - das Wort "geheimnis" verspricht nur einen erheblichen Verkaufserfolg, weil es anziehend wirkt -, ist es insgesamt schlecht gemacht, im Stil und überhaupt. Es strotzt von Halbwahrheiten und ist eigentlich darauf angelegt, Leute zum Kauf zu verführen, die nach einem letzten Strohhalm greifen. Es suggeriert, dass alle Menschen ein und dasselbe wollen: Erfolg, Geld, Beziehungsglück. Es geht aber im Leben nie darum, die Sahne abzuschöpfen, sondern einen lebendigen Fluss von Geben und Neben zu erzeugen. Im engeren Sinne: Ich muss herausfinden, worin meine BERUFUNG besteht und diesem Weg folgen, egal, ob er Erfolg, Geld oder Beziehungsglück verspricht. Es ist leicht möglich, dass ich im Endeffekt auch damit gesegnet werde, aber das ist nicht der Sinn. Das persönliche Erfüllungsgefühl tritt ein, wenn ich meiner BERUFUNG folge, und das "Schicksal" hat die Tendenz, mich eben dahin zu führen. Das geht manchmal durch Täler und Dunkelheiten, aber die sind dann für mich wichtig.
    Es geht nicht darum, alles für sich zurechtzubiegen, sondern um VERTRAUEN in das zu gewinnen, was hier manche mit SCHICKSAL umschreiben. Wenn wir aber SCHICKSAL sagen, ist es keinesfalls blind, sondern verfolgt eine Absicht. Und wenn wir den "roten Faden unseres Lebens" erkannt haben, verstehen wir ein wenig besser, worum es geht. Selten aber weiß das ein Mensch unterhalb seines 50. Lebensjahres, fürchte ich, es sei denn, er ist bereits eine "alte Seele".
    Es mag sein, dass es ein "Gesetz der Anziehung" gibt, aber dann gibt es auch eines der Polarität. Und dann müssen wir entscheiden, welches Vorrang hat.
    Polarität sagt beispielsweise: Es gibt keinen Tag ohne Nacht.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Nun, soviel ich weiß, muss man hier einiges unterscheiden:
    Telefonnummern werden numerologisch nicht so intensiv bewertet. Man spricht von Zahlen-Feng-Shui und nimmt nur die beiden letzten Ziffern einer Telefonnummer als maßgeblich für die daraus entstehende Qualität. Und da die Vier eine allmählich aus Ordnung und Auflösung entstehende Qualität kennzeichnet - als Hausnummer z. B. wird sie nicht empfohlen, bedeutet viel Überlebenskampf und Arbeit -, und das in ihrer Doppelform verstärkt, ist es vielleicht nicht gut, dann noch mit der Stelle aus dem Offenbarungsbuch zu jonglieren. Im Offenbarungsbuch ist besonders der Effekt 12 x 12 gemeint, ein bestimmter Ausdruck von Vollständigkeit in der Antike, der nicht unbedingt mit unserer heutigen, durchaus einigermaßen entwickelten, Numerologie gemessen werden sollte.
    Numerologisch müsste man die Zahl 144 für sich betrachten, ohne die Quersumme zu ziehen, was man sowieso bei Doppelziffern nicht tun sollte. Also doppelt Ordnung-Auflösung-Stabilität, verbunden mit Anfang, Individualität, Pioniergeist, Alleingang, so ungefähr.
    Ich bin kein Numerologe, habe nur ein paar einschlägige Bücher und mehrmals mit Numerologen gesprochen.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho