Beiträge von nanabozho

    Auf welche Weise?

    Indem sie von Sucht auf Suche kommt.
    Indem sie den Süchtigen dazu bringt, sich darüber klarzuwerden, was er tatsächlich s u c h t. Was er mit der Sucht kompensieren will. Zwei oder drei Meditationen und die Leute wissen es meistens schon. - Was nicht heißt, dass sie gleich auf die Suche gehen. Meistens braucht man dazu nämlich eine stärkere innere Kraft, die nur wenige Süchtige aufbringen...

    Und da unterscheidet sich der Arbeitssüchtige kaum vom Alkoholsüchtigen. Oder Spielsüchtigen.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho


    Das Konkurrenz- und Leistungsdenken hat natürlich Nachteile, wie du auch schon sagtest, aber wir haben ihm auch viel zu verdanken. Menschen möchten etwas leisten und Leistung bringt Glück.

    Gut, Illuminatus,

    sagen wir mal, dass wir diesem Denken in der Vergangenheit einiges zu verdanken haben. Doch in der Gegenwart und erst recht in der Zukunft wird es immer unbrauchbarer. Menschen haben ihren Wert durch ihr SEIN, nicht durch ihre Leistung. Und das, was sie leisten möchten, weil sie in sich den Ruf oder das besondere Talent dazu fühlen, ist meistens etwas anderes als das, was man von ihnen zu leisten erwartet. Um nicht unterzugehen, versklaven sie sich, denn das Lohnsystem ist so angelegt, dass es das Überleben geradeso erhält, aber den Menschen nicht wahrhaft LEBEN lässt. (Man hat zwar nun schon den Effekt "arm durch Arbeit" festgestellt, ihm aber keineswegs gegengesteuert.) So wird die Leistungsgesellschaft zu einer Gesellschaft subtiler Sklavenhaltung.
    Viele durchschauen das allzu zeitig und allzu gut und leiden darunter. Das führt zu Krankheiten und so rundet sich der Kreis erneut...

    Das mit Sucht und Suche meinte ich ja nicht etymologisch. Sondern so, wie es der Mensch leicht verstehen kann. Fast jede Psychotherapie geht auf diese Weise heran und das mit Erfolg!

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Die Süchte, nicht nur die Fernseh- oder Computersucht, entstehen aus einer Suche heraus. Da müsste man ansetzen. SUCHT ist, wenn jemand nach etwas s u c h t . Vielleicht ist es Liebe, vielleicht ist es etwas anderes.
    Wir müssen bedenken, dass die gesamte Gesellschaft krank ist. Vereinzelt. Jeder kämpft gegen jeden (konkurriert mit jedem). Das ist extrem ungesund.
    In Stammeskulturen gehörten Kinder immer dem gesamten Stamm, im größeren Rahmen dem gesamten Volk. Nicht nur einem Elternpaar. Eigentlich "gehörten" sie überhaupt niemandem, aber alle haben sich für sie mitverantwortlich gefühlt. Und diejenigen, die die Kinder erzogen (besser: vorbildhaft leiteten), waren Vertreter der Großelterngeneration. Also Menschen, die einiges an WEISHEIT erworben hatten, die sich dadurch auch einfühlen konnten. Daraus entstand ein Miteinander-Verwobensein von allen und waren auch alle Lebensalter wichtig, so dass gerade Ältere unbedingt gebraucht wurden. Süchte kamen kaum vor, Krankheiten nicht häufig, auch Kriminalität war eine Seltenheit.

    All das war möglich, weil Menschen nicht nach ihrer Leistung beurteilt wurden. Naturvölker waren (sind) deshalb ja auch "unzivilisiert", weil sie keine Lust verspürten, sich in das zu integrieren, was wir zu Recht als LEISTUNGSGESELLSCHAFT bezeichnen.

    In unserer Gesellschaft aber wird eine Krankheit aus der anderen erzeugt, da kommt es auch auf eine mehr oder weniger nicht darauf an. Und wenn wir das ändern wollen, müssen wir a l l e s umstrukturieren, a l l e s.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Nun, die Anregungen von Wolf69 zu diesem Thema sind schon recht gut. Es gibt aber noch etwas, das wir bedenken sollten:

    Alles, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, wächst, wird stärker.

    Das steht zwar zuweilen in Büchern, aber es ist besonders für mich ein Teil des Extraktes meiner 14jährigen Erfahrung auf der Kampfsportmatte.
    Will sagen: Je mehr ich einen Gegner als Gegner und Feind bewerte, desto stärker erlebe ich ihn auch so und desto härter muss ich kämpfen. Und umgekehrt. Das verschleißt mich und meine Kräfte und auch die des Gegners und nur sehr selten kommt etwas wahrhaft Konstruktives dabei heraus. - Wenn ich jedoch meine Aufmerksamkeit von dem vermeintlichen Feind abziehe und auf etwas völlig Anderes oder andere Menschen (Wesen) richte, gibt es keinen Kampf mehr. Angriffe, die eventuell noch als solche gemeint sein könnten, laufen entweder ins Leere oder werden überhaupt nicht mehr durchgezogen. (Die Motivation dazu fällt weg.)
    Das passiert nicht auf der Ebene des Denkens, sondern auf der energetischen, der Gefühlsebene, die den meisten von uns nicht bewusst ist. Und es ist so gut wie unvermeidlich.

    Auf das große Ganze übertragen könnte das Folgendes bedeuten: Ganz gleich, ob es Verschwörungen o. ä. gibt, ob es den Willen zur Macht und dessen Strukturen so gibt wie von Cherub beschrieben -: Wenn ich mich bewusst, präsent und total meinem JETZT zuwende, kann n i c h t s meinen Weg beeinträchtigen. Ich erlaube den Strukturen zu sein - ignoriere sie also nicht -, doch ich "mache mein Ding", ganz einfach.
    Natürlich erfordert eine solche Haltung sehr viel Disziplin, vor allem, wenn sie andauern soll, aber für mich selbst erlebe ich bereits, dass sie sich durchaus lohnt.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Hab herzlichen Dank, Jo! Da uns Bertolt Brecht in der Schule vergällt wurde ("Lob des Kommunismus" z. B.), habe ich ihn nie sonderlich gemocht, aber wenn ich das lese, was Du hier eingestellt hast, sieht es schon ganz anders aus...

    (Tut mir leid, dass ich mich hier rar gemacht habe, aber mein Leben fließt stark, bin viel unterwegs und nur noch selten in Foren. Im "Gesichtsbuch" gerade mal, doch das hat Werbecharakter für mich...)

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Ist ein origineller Beitrag, Cherub,

    aber insgesamt finde ich den Hype um die scheinbare "Affäre" als lächerliches Sandkastenspiel. Jeder von uns würde bei Sonderangeboten zugreifen oder nimmt gern Hilfe von Freunden an, wenn dadurch irgendetwas vereinfacht wird. Warum darf das ein Bundespräsident nicht? Ich habe noch nie im Leben CDU gewählt, aber ich kann wahrlich nicht erkennen, worin Wulff "gesündigt" haben sollte. In meinen Augen macht sich vor allem die Opposition gründlich lächerlich, und ich kann noch nicht mal verstehen, wem der ganze Blödsinn am Ende dienen soll.
    Vielleicht sollte "das Volk" erkennen, dass die politische Kaste von notorischer Langeweile geplagt ist, weil sie weder Visionen noch Ideen noch vielversprechende Zukunft hat.
    Dass die Amerikaner versuchen, einen unliebsamen Präsidenten vom "feindlichen" Parteilager wegen ein paar Spermaspuren zu Fall zu bringen, konnte ich noch verstehen, weil es eben auch Amerikaner waren. Bei den Deutschen hoffe ich immer auf wenigstens einen Bruchteil mehr Intelligenz und werde nun herb enttäuscht.
    Jeder andere an Wulffs Stelle hätte ebenso gehandelt, denn es ist völlig normal, aber er darf es eben nicht.
    Das einzige, was mir mal missfiel an ihm, war die Äußerung, dass Deutschland auch Islam ist (denn das möchte ich einfach nicht), aber wenn ihn das in den Augen der Gegner nicht mal disqualifiziert hat, ist es unglaublich dämlich, ihm einen Hauskauf mit Günstigkredit anzukreiden.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Wenn Du niemanden findest, fivemilescout,

    dann versuche es mal mit mir. Ich habe nämlich DDR-Schule besucht und noch nicht alles vergessen. Russisch-Wörterbuch ist ebenfalls vorhanden. Mir scheint aber, Abraxas hat recht und Bkid ist in diesem Fall Muttersprachler und könnte das am besten.
    Also sollte es für mich spruchreif werden, dann gehe auf meine Webseite und such Dir die Mailadresse am besten. Der Rest direkt.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    P.S.: Vielleicht in der Referenz zu knapp. In der Schule hatte man mir damals allemal die Herder-Medaille in Silber verliehen. Für sehr gute Russisch-Kenntnisse.

    Auch ich kann raabenweib und Abraxas nur beipflichten. Bin selbst bei facebook und kann so eine Menge Leute oft gleichzeitig erreichen. Sonst könnte ich niemals soviel Werbung mit wenig Mitteln betreiben. Denn ich möchte gerne von dem leben, wozu ich mich berufen fühle, und daher nutze ich sämtliche Möglichkeiten, die sich mir dazu bieten.
    Habe bislang nicht feststellen können, dass mich diese Vorgehensweise irgendwo oder irgendwie beeinträchtigt.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Tut mir leid, dass ich erst heute wieder hier reinsehe, Lightdrop,
    und danke für die Rückmeldung! Ich arbeite an einem Mac, Betriebssystem Schneeleopard, also MacOS X.6 (müsste mal nachsehen, ob die Zahl hinter dem Punkt überhaupt stimmt). Den Text habe ich von einer PDF-Datei kopiert, denn er war in einem Layout drin, das ich mit InDesign CS 3 erstellt habe. Das ist ein altes InDesign, welches an meinem alten Mac mit altem Betriebssystem noch läuft. Denn ich konnte mir jetzt eine Weile kein neues InDesign (CS 5) leisten und CS 3 nahm das neue Betriebssystem nicht an. (Vielleicht kommt nämlich dieser eigentümlich Umlauteffekt genau daher!) - Falls das zu verworren klingt: Ich arbeite an zwei Geräten, bis ich ein neues InDesign habe. Erfasse also am alten Mac, aber das Internet hängt am neuen, und wenn ich etwas übertragen will, muss ich die am alten Mac generierte PDF im neuen speichern oder vom Stick gleich ins Netz schicken.

    Verständlich einigermaßen?

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Weihnachten eines armen Schweines
    Gegen mittag hatte das Schneetreiben ein Ausmaß erreicht, mit dem niemand gerechnet hatte. Doch es war der vierundzwanzigste Dezember und nur wenige Menschen fühlten sich verpflichtet, beruflich unterwegs zu sein, so dass die meisten die Wetterkapriolen ziemlich gelassen hinnahmen.
    „Weiße Weihnachten!“ riefen indessen die Kinder jubelnd, während sogar ihre Eltern verträumte Augen bekamen, an die Märchenwelt ihrer jungen Jahre zurückdachten und seufzend feststellten:
    „So was gab’s lange nicht mehr! Da muss es ja schön werden, es geht gar nicht anders!“
    Doch selbstverständlich täuschten sie sich und die Feiertage verliefen wie immer, denn Wetter und Fest sind zwei Seiten, die nur der Wetterfeste wirklich harmonisch verbinden kann.
    Ein solcher war wohl Stefan Hofgänger, denn er fühlte sich glücklich wie nie. Er schippte Schnee und streute auf den Gehwegen einiger Nebenstraßen unweit seiner Wohnung, was er zum einen aus innerem Antrieb tat und zum anderen im Auftrag einer mobilen Hausmeisterfirma. Die Voraussetzungen dazu waren denkbar günstig, denn er fühlte sich trotz seiner über fünfzig Jahre kerngesund und war für niemanden mehr verantwortlich außer sich selbst. Die Trennung von seiner Frau lag ein knappes Jahr zurück. Die beiden Söhne, die im Ausland lebten, verzichteten leicht auf einen Besuch ihres Vaters, und die übrigen Verwandten hatten sich von ihm abgewandt, weil sie ausnahmslos der Meinung waren, er habe seinen Mitmenschen mit gewissen eigenwilligen Lebensvorstellungen übel mitgespielt.
    So glaubte er beispielsweise, der Mensch solle essen, was ihm zusagte und nicht unbedingt das, was auf den Tisch kam; und er hatte schon mehrmals erfolglos versucht, diesen seinen Starrsinn ausgerechnet zu Weihnachten durchzusetzen, indem er den traditionellen Gänsebraten vehement ablehnte und sich stattdessen eine Orange schälte. Überdies hatte er sich zunehmend undankbar benommen und beispielsweise das Geschenk der Schwiegermutter, den fünfzehnten schräg gestreiften Schlips mit gerunzelter Stirn und der Bemerkung „Bleib mir damit vom Hals!“ über den Tisch zurückgeschoben. Und wenn die ganze Gesellschaft die Christvesper besucht hatte, war es niemandem verborgen geblieben, wie er demonstrativ seine Lippen zusammenpresste, um keines der Lieder mitsingen zu müssen, deren Wärme- und Geborgenheitsgesäusel er verachtete. Dass er sich auch noch geizig gezeigt und seinerseits kaum noch jemanden aus seinem Umfeld beschenkt hatte, war bestimmt der Gipfel gewesen. Zwar hatte er gedacht, er könne alles erklären, hatte immer wieder davon gesprochen, dass er nicht „mit dem Schinken nach der Wurst schmeißen“ wolle, doch diese Taktik war alles andere als hilfreich gewesen. Wenn man die Leute unverschämt brüskierte, blieb das nicht ohne Folgen, und das hatte auch Stefan erfahren müssen.
    Allerdings waren jene Jahre längst vorüber, und wenn er an sie zurückdachte, lachte er lautlos in sich hinein. Träge ist der Mensch, gefräßig und verliebt in das Brett, das er vor dem Kopf trägt. Und dieses harte Holz gibt er nicht freiwillig ab, aber wenn Gott oder das Schicksal es ihm endlich zertrümmern, bildet er sich allemal noch ein, ihn habe das Unglück getroffen.
    Weil Stefan all das wusste, schaufelte er nun Schnee, endlos, stundenlang und von der geheimnisvoll strahlenden Dunkelheit der früh hereinbrechenden Winternacht umgeben. Aus dichten Wolken flockte es unaufhörlich hinunter, und ein kräftiger, böiger Wind schuf kurvige Wehen vor den Toreinfahrten.
    Hin und wieder tastete sich ein Auto an ihm vorüber, langsam und still, denn auf den Straßen bildete sich nun eine zunehmend tiefere Schneedecke. Im ersten Augenblick nahm es der Arbeitende kaum wahr, dass ein breiter MERCEDES neben ihm anhielt. Als er endlich seinen Kopf wandte, sah er, wie die Scheibe der Beifahrertür sich geöffnet hatte und ihn ein aufgedunsenes Gesicht angrinste, das beinahe zu einem Drittel mit einer Weihnachtsmannmütze bedeckt war.
    „Frohe Weihnachten, Alter!“ rief ihm der Unbekannte zu. „Musst ganz schön schuften heute, hää?! Du armes Schwein!“
    „Wie man’s nimmt“, erwiderte Stefan freundlich. Doch als er seinerseits „Frohe Weihnachten!“ wünschen wollte, hatte sich das Autofenster bereits wieder geschlossen.
    Mit neu aufkeimender Freude arbeitete er weiter. Nur gelegentlich blickte er zu den erleuchteten Hausfenstern hinauf, hinter denen das sich immer und ewig wiederholende Fest gefeiert wurde. Saßen sie nicht dort, in diesen Räumen, die wirklich ,armen Schweine‘?
    Es mochte wohl wenige von ihnen geben, die an diesem Abend fröhlich waren, Kinder einmal ausgenommen. Die Menschen saßen um einen erleuchteten Baum und taten als ob. Wärme und Sicherheit brauchten sie und die Illusion, dass sie für einige Stunden nicht einsam wären und die Angst in ihnen zur Ruhe kommen könnte, allein durch den Zauber dieser tausendfach beschworenen Nacht.
    Er kannte all diese Gefühle, hatte sie oft und oft wiederholt, wäh- rend seine Kinder heranwuchsen. Er brauchte sie nicht länger.
    Als er das Krankenhaus erreicht hatte, hinter dem sein Einsatzrevier endete, legte er eine Pause ein. Eine der Schwestern kam heraus und sprach ihn an, lud ihn zu einem Glühwein ein, den sie im Aufnahmeraum gemeinsam mit ihren Kolleginnen genießen wollte. Sie unterhielten sich ein wenig, und er fand Spaß daran, die neckenden Blicke einer schlanken Vollbusigen zu erwidern, deren Alter er dem seinen ähnlich schätzte.
    Da das Schneetreiben draußen aber keine Unterbrechung einlegte und inzwischen die ersten misslungenen Selbstmorde eingeliefert wurden, hielt er sich nicht übermäßig lange auf.
    Den Schwestern gegenüber brauchte er nicht viele Worte machen. Die meisten von ihnen verstanden ihn, wussten, dass seine Weihnacht fröhlich war. Deshalb genügte es, wenn er ihnen beim Hinausgehen heiter zunickte.
    Den breiten Besen in der Hand, sog Stefan die Winterluft tief in seine Lungen. Es war der erste Heiligabend in seinem Leben, der ihn wahrlich reich beschenkte. Mit dem freudigen Pulsieren des eigenen Blutes während einer solchen Arbeit, mit der Geborgenheit der hellen Nacht, mit der zärtlichen Stille des Schnees und sogar dem ehrlichen Lächeln einer wissenden Frau. Und darüberhinaus einer unglaublichen Freiheit.
    (A. H. Buchwald, geschr. Dezember 2009)

    (Da diese Geschichte nicht zur Veröffentlichung vorgesehen ist, stelle ich sie mal als kleine Weihnachtsgabe an Euch alle hier rein. Vielleicht gefällt sie ja diesem oder jenem, dieser oder jener...)

    Frohe Festtage und
    ein sanftes Hinübergleiten ins Neue Jahr wünscht
    nanabozho

    Nun, ich denke,
    Reichtum hat eher eine gewisse Schubkraft für die Entwicklung. Und damit meine ich nur bedingt Geld, denn es gibt sehr viele Arten von Reichtum. Jeder von uns hat z. B. gewisse Talente, Fähigkeiten, Eigenschaften, von denen sich andere beschenkt fühlen. Das ist schon mal ein kaum schätzbarer Reichtum. Ideal ist es, wenn der innere Reichtum auch zu äußerem wird und dieser äußere sozusagen vom inneren gespeist wird.
    Wilhelm Hauff unterscheidet in seinem berühmten Märchen DAS KALTE HERZ zwei wesentliche Arten von Reichtum. Die "kalte", die um des Reichtums selbst reich sein will und es dadurch nicht wirklich ist, und die warme, bei der der äußere Reichtum tatsächlich als Begleiterscheinung des inneren auftritt, des Herzensreichtums, um es mal so zu nennen. Man sollte dieses Märchen mal wieder vorkramen.
    Nicht in jedem Fall korrumpiert Reichtum oder verdirbt den Charakter; mit solchen Behauptungen wäre ich vorsichtig. Die Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling, die sich auch als Milliardärin noch daran erinnern kann, wie es war, als sie die Miete nicht zahlen konnte, unterstützt mit ihrem Geld gezielt bestimmte, in ihren Augen zukunftsweisende Projekte. Und wenn man sie im Interview sieht, merkt man, dass sie ganz und gar auf dem Teppich geblieben ist. Nur mal als Beispiel; es gibt noch so einige Millionäre, die genau wissen, was sie mit ihrem Geld tun und warum sie es tun und denen sogar daran gelegen ist, dass sich bestimmte gesellschaftliche Strukturen ändern!
    Was Jesus aber meinte, ist das ANHAFTEN. Das Festhängen, NICHT-LOSLASSEN-KÖNNEN materieller Dinge. Das Gleichnis vom reichen Jüngling - so Luther-Übers. -, in dessen Zusammenhang das Wort von dem Kamel und dem Nadelöhr fällt, spricht Bände und ist da sehr klar.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Aber, um keine Aufmerksamkeit auf Negativ (in unserem Sinne) zu lenken, muss man dann wegsehen und alles geschehen lassen7 Muss ich alles Schlechte tolerieren oder besser erst gar nich hinsehen? Wie kann ich entgengenwirken, wenn ich nichtwissend bin?

    Nein, ich muss da gar nichts ignorieren, Jo! So war das auch nicht gemeint. Nur überleg mal: Die großen Machtblöcke der Welt befehden sich, sie walzen mit gewaltigen Medien- und Waffenmaschinen aufeinander zu. Was k a n n s t Du darin tun? Dir Deiner Macht bewusst werden oder Deiner Ohnmacht?
    Wahrscheinlich hast Du genau wie ich keinen Panzer in der Garage, vielleicht nicht mal ein Jagdgewehr, kannst also nicht eingreifen. Da sitzt Du da mit Deiner Wut und Deiner Enttäuschung und dem besch... Ohnmachtsgefühl und musst Dir mit ansehen, was die Chaoten in der Weltgeschichte so treiben.
    Und wenn Du täglich schimpfst und die Jungs verfluchst, wirst Du ebensowenig etwas ändern.
    Wenn Du aber zu Dir selbst findest, zum Bewusstsein dessen, wer Du bist und was um Dich ist, hast Du wiederum Zugang zu Deiner Intuition. Die könnte Dir z. B. einen Hinweis zuspielen, dass Du vielleicht ein Unterschrift geben kannst - im Internet oder sonstwo -, um etwa eine zentrale Internetüberwachung bzw. -zensur verhindern zu helfen. Und schon kannst Du - auch wenn es sehr klein aussieht - mitmischen und Deine 2 Cent beitragen. Ob Zeiten kommen, in denen große Bevölkerungsteile das Zahlen der Steuer verweigern sollten oder müssten, wage ich jetzt noch nicht zu sagen, aber auch so etwas wäre in größerem Stil möglich... Und dass man nicht schweigt, wenn es wichtig ist, zu sprechen, sollte selbstverständlich sein.
    In einem anatolischen Dorf haben schon mal ein paar Frauen erreicht, dass eine Wasserleitung - die immer versprochen, aber nie in Angriff genommen wurde - endlich gebaut wurde. Wie? Mit dem Lysisthrata-Effekt. (Wer das entsprechende antike Stück nicht kennt: kollektive Sex-Verweigerung.)

    Also: In aller Ruhe das Mögliche und Nötige tun... mit der Empfindung der rechten Zeit. (Ich weiß, das schreibt sich leicht daher, aber was mich selbst betrifft, so habe ich durchaus schon ein bisschen geübt. Die DDR war eine gute Schule...)

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Natürlich klingt das alles sehr erschütternd, einiges davon habe ich mir selbst schon gedacht. Aber es wird nicht alles so durchführbar sein wie geplant, denn das Leben verläuft auch noch anders. Die USA beispielsweise können sich ihrer eigenen Bevölkerung nicht mehr sicher sein. Weitere Kriegsschläge, die von dort aus geführt werden sollen, wird die Menschen wieder auf die Barrikaden bringen. Irak hat denen vielleicht doch allmählich gereicht, auch wenn Vietnam schon wieder zu lange her war. Es ist sehr fraglich, ob unter all den gegenwärtigen Umständen tatsächlich ein Schlag gegen den Iran geführt wird.
    Außerdem wird Russland - ob nun Veto oder nicht - für die USA wie auch für China eine unberechenbare Macht bleiben.
    Fakt ist trotzdem, dass bald um Wasser gekämpft werden wird, aber die Bewegungen der Erde selbst können sie ebenfalls nicht planen. Da könnte noch so einiges kommen.
    Was wir tun können? Bei uns selbst bleiben und unsere Aufmerksamkeit auf die Dinge lenken, die uns Freude bereiten. Wohin ich meine Aufmerksamkeit richte, das wächst, nimmt zu, verstärkt sich...

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Oha, Bkid,

    Du wechselst recht schnell den Blickwinkel, Respekt! So schnell habe ich es vielleicht gar nicht drauf. Aber jetzt habe ich mal kurz in die Sachen mit den Slawisch-arischen Veden reingeklickt, und das erscheint mir hochinteressant.
    Herzlichen Dank für den Hinweis, vielleicht ist es sogar Inspiration für eine neue Geschichte. Leider bin ich jetzt wieder eine Weile unterwegs und kann mir ehestens zum Wochenende wieder etwas Zeit dafür nehmen.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho

    Oh, danke, Jo,

    natürlich kannst Du es weiterverwenden, da das Buch - das 11 Erzählungen verschiedenster Couleur enthält - ja sozusagen schon veröffentlicht wurde, wenn auch noch nicht in Papierform. Es ist praktisch vorerst nur als eBook erhältlich, der entsprechende Link ist ja da. Ich hoffe, dass ich im Laufe des kommenden Jahres auch das Papierbuch herausgeben kann.
    Selbst der 2 und 3. Teil der JAKOBSMUSCHELGESCHICHTEN sind noch nicht in Papierform auf dem Markt, sondern ebenfalls nur als eBook. (Der erste läuft aber nun zusehends.)
    Ich muss immer einschätzen können, dass eine gediegene Offset-Auflage auch gut genug läuft und wenn ich sehe, dass sich das andeutet, geht das nächste Werk "ins Rennen".
    Übrigens schreibe ich ständig weiter, und vom 11 x 11-Zyklus sind insgesamt schon 4 fertig, da schreibe ich am fünften.

    Herzliche Grüße,
    nanabozho (bzw. Andreas)