Zitat von Odessa
Aber mit dem Wort "Gemeinschaft" kannst du nicht viel anfangen, oder? Du bist nicht der Nabel der Welt und auch nicht das Maß aller Dinge.
"Es hat niemand - weder ein offen diktatorischer noch verdeckt-demokratischer Herrscher etwa - das Recht, mir wiederum mein Lebensrecht abzusprechen oder es mir zu nehmen."
Das Recht vielleicht nicht, aber die Macht.
"Wenn ich das mitkriege, bringe ich ihn um, und das ist nichts Anderes als Notwehr."
Da hast du aber viel zu tun.
Möglicherweise hast auch du was zu begreifen, hm?
"Hat Dir schon mal jemand gesagt, dass Du es nicht wert seist zu leben?"
Ja, ich mir selber. Und deshalb werde ich mich voraussichtlich auch töten. Noch halten mich einige Dinge allerdings hier ... aber das ist privat.
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Nun, Odessa,
ich fange mal mit dem Letzteren an. Denn wenn Du das - und vieles in Deinen bisherigen Texten weist daraufhin, dass Du das ernst meinst - tatsächlich in Erwägung ziehst, ist im Grunde alles klar. Dann wäre es aber besser, wenn niemand mehr auf das antwortet, was von Dir kommt, weil jede Deiner Antworten dann wiederum voraussehbar ist...
Will sagen: Ich wünsche Dir, dass Du zumindest ein kleines Stück Licht noch sehen kannst.
Kurz höchstens - damit Du siehst, dass ich Dich allemal ernst nehme - zu Deinen Bemerkungen:
Gemeinschaft nützt mir nicht, wenn sie erzwungen ist. So etwa wie in einer Glaubensgemeinschaft. "Wenn du glaubst, was wir alle glauben, gehörst du zu uns, wenn nicht, hau ab oder sei besser tot." Eine solche "Gemeinschaft" ist auch zum Scheitern verurteilt, hält nicht wirklich lange. Sie zerbricht am eigenen Anspruch, weil dieser lebensfeindlich ist. Für mich bedeutet Gemeinschaft, dass ein Regenbogen eben nur dann einer ist, wenn alle Farben dabei sind. Wenn der individuelle(!) Beitrag des Einzelnen wichtig für alle ist und Bedeutung hat, also schon deshalb von allen anerkannt wird, weil er das Ganze bereichert, fängt Gemeinschaft erst mal an. Dazu muss die Aufmerksamkeit aber auf die Qualitäten der Leute gelentk werden und nicht auf deren Schwächen. (Denn auch Schwächen hat jeder, aber sie bedeuten nichts, wenn der Blick auf den Qualitäten ruht.) Mit "Maß der Welt" hat das überhaupt nichts zu tun, denn jede Gemeinschaft der Zukunft - auch heute schon funktionierende - hat diese Merkmale.
Und Macht? Wenn man nicht gegen sie an kann, warum ruft man hier im Forum dauernd zum Widerstand auf? Ist es also sinnvoll, vor etwa der einen Macht zu kuschen, während man die andere bekämpft? Oder was?
Und viel zu tun habe ich in dieser Hinsicht überhaupt nicht. Bisher war noch jede Notwehr-Situation überschaubar - es gab schon einige -, und da nun die Situationen immer seltener werden, habe ich eher weniger Probleme...
Und ich begreife täglich neue Sachen. Dazu bin ich ja hier. Jeder meiner Krisen hat dazu geführt, dass ich mehr begreife. D. h., ich brauchte auch immer so einige "Arschtritte des Schicksals". Ohne die versteht man wirklich wenig. Aber wenn eine Notsituation da ist und mich noch immer nicht verändern kann, ist die Not tatsächlich noch nicht heftig genug...
Veränderungen schafft nur das Leben selber. Diese verbalen Spielereien hier bedeuten nichts, aber sie machen durchaus Spaß.
Herzliche Grüße - und lass Dich bitte nicht unterkriegen!,
nanabosho[hr]
Zitat von Odessa
An deiner Außerung, Nanabosho, ist ein Haken:
Du willst jedes Leben achten, nur nicht das von denen die dir nicht in den Kram passen 
Das wäre ein grobes Missverständnis, Odessa,
ich gehe erst dann gegen Leben vor, wenn es meines bedroht! Ich dachte, das geht aus meinem Text hervor. Wenn nicht, dann tut's mir leid, da bin ich noch nicht gut genug darin, Dinge so zu schildern, wie ich sie sehe.
Herzliche Grüße,
nanabosho
(P.S.: Ein Beispiel: Ich könnte mir locker eine Wohngemeinschaft mit einem Herrn Adolf Hitler vorstellen. Nur wenn er behauptet, ich gehöre totgeschlagen, weil er rausgefunden hat, dass mein Großvater etwa Simon hieß, würde ich versuchen, ihm zuvorzukommen. - Und meinerseits würde ich im Traum nicht auf die Idee kommen, ihn etwa über seinen Großvater zu definieren und davon sogar noch sein Daseinsrecht abzuleiten.)[hr]
Zitat von Odessa
Damit nicht jeder jeden umhaut haben Menschen sich sowas Schlaues wie Gesellschaftsstrukturen, Gesetze, Rechtssysteme, usw. ausgedacht.
Also damit nicht Selbstjustiz, Lynchjustiz und das Gesetz des Dschungels herrschen.
Und ist dir bewusst, Odessa,
dass in Hitlers Reich Lynchjustiz herrschte, ja, z. T. dazu aufgerufen wurde? Ich erinnere nur an die Kristallnacht (8./9. November 1938), als der Mob die Synagogen anzündete. Vielleicht werden solche Sachen manchmal vergessen.
Daher kam ja die Angst, in der die Leute lebten.
Nochmals Grüße,
nanabosho