Dali hatte recht! All unsere Wahrnehmungen, selbst unser Körpergefühl, sind Konstrukte des Geistes. Im Grunde genommen könnten wir Bits auf einer gigantischen Computeranlage sein, die sich in einer Art Cyberspace bewegen. Die physikalischen Gesetze wären damit begrenzende Parameter, um den Ablauf der Simulation in eine Richtung zu steuern.
Durch die Verwendung endogener Psychedelika, insbesondere DMT, können wir aber in andere Bewusstseinszustände wechseln (oder aber mit Hilfe extern zugeführter Mittelchen - wobei ich hier nicht zum Ayahuasca-Gebrauch aufrufe!), wie Rick Strassman durch seine Forschungen belegt. Sozusagen ist unser Leben wie Fernsehen in einem Kanal, während wir die anderen Kanäle gar nicht wahrnehmen - nicht unzutreffend ist also die gängige Bezeichnung des Ayahuasca als Djungle-TV.
Der Sitz des Bewusstseins ist gemäss Strassman die Zirbeldrüse (Epiphyse, Pineal), wo das DMT in bestimmten Situationen gebildet wird. Allerdings verhindert ein Inhibitor in der Regel die Produktion dieses Bewusstseinszustandes, sodass es extremer Schmerzreaktionen, Übermüdung oder einer Meditation bedarf, um ihn zu wecken (oder aber die nicht so gute Alternative der externen Einführung). Die Muster sind wunderschön, die Farben kräftig, reiner und intensiver als alle "natürlichen" Farben (wir sollten nie vergessen, dass Farben gar nicht existieren, sondern vom Geist konstruiert werden - egal ob normale Farben, DMT-Visionen oder Aura-Farben), wie die Weberei südamerikanischer Indianer, z.B. der Paracas-Kultur.
Das Thema der Wahrnehmung ist umfassend, doch fürchte ich, damit vom Grundthema abzuschweifen. DMT und Ketamin erzeugen bekanntermassen Zustände, die mit denen vergleichbar sind, welche als NDE bekannt wurden. Das helle Licht, eine Analogie zwischen UFO-Entführungen, OBE und NDE - aber darüber wurde viel und gut geschrieben. Interessant ist der Ansatz von Fowler, der im Sterbevorgang die ultimative Abductionserfahrung sieht.
Geburt und Tod sind Zustände erhöhter DMT-Konzentration - der Stoff hilft dem Geist, in diese Welt zu treten, aber auch, sie wieder zu verlassen. Frauen haben in Gestalt der Geburtswehen eine dritte Version natürlicher DMT-Erfahrung - sofern sie das zuzulassen bereit sind. Sicher ist das wichtig, damit Mutter und Kind sich während der Geburt aufeinander "einschwingen". Beim Tod ist jeder für sich alleine, doch wird der Geist, wie oft berichtet wird, von jenen empfangen, die schon rüber gegangen sind.
Wir betreten hier zwingend die Grenze, wo sich der Bereich zwischen Wissen und Glauben verwischt...