Zitat
werden schwarzafrikaner wahrscheinlich immer schneller sein bei olympischen disziplinen
"schwarzafrikaner" sind keine rasse. du meinst das, was man vielleicht als ethiopo-kuschitische rasse bezeichnen könnte, wenn man denn wollte. also die leute aus den gebieten östlich des oberen und mittleren nils. gegen die verkacken westafrikaner im laufwettbewerben genauso regelmäßig wie europäer.
in der biologischen taxonomie kann man eine gruppe populationen nach einem "lumper"- oder einem "splitter"-ansatz betrachten; entweder man faßt sie zusammen oder man teilt sie auf, solange nur eine jede gruppe die am ende resultiert einen einzigartigen ursprung und charakteristische merkmale hat und nicht aus einer anderen gruppe gleichen ranges hervorgegangen ist (letzteres ist eine relativ neue forderung, weil man um das zu untersuchen leistungsfähige computer braucht). aber wie cavalli-sforza und andere gezeigt haben, müßte man hunderte wenn nicht tausende menschenrassen anerkennen, oder gar keine.
der einfachheit halber hat sich die moderne biologie für letzteres entschieden, also für den "lumper"-ansatz. zum einen war das natürlich poltisch weniger streßträchtig, aber der eigentliche grund war, daß es einfach furchtbar viel fruchtlose arbeit bedeutet hätte, bei unserer art eine rassenklassifizierung auf wissenschaftlicher grundlage durchzuführen, womöglich mit dem resultat, daß aufgrund der mobilität des menschen die ganze arbeit ohnehin für'n arsch gewesen wäre. man kann von keinem wissenschaftler fordern, seine zeit für etwas zu verschwenden, wo am ende vermutlich eh nix gescheites herauskommt und man die ganze zeit von irgendwelchen "linken" streß kriegt (cavalli-sforza und seine leute hatten das ja auch am anfang, aber ihre ergebnisse waren so gut, daß zumindest den grundkonsens mittlerweile so ziemlich jeder akzeptiert).
und so kommt es, daß man nicht z.b. von der "georgischen rasse" und der "ossetischen rasse" spricht. das wäre nämlich eine zwingende konsequenz des "splitter"-ansatzes - daß man allein im kaukasus mehr als ein dutzend menschenrassen unterscheiden müßte. auf neuguinea vermutlich viele dutzend, wenn nicht hunderte: die papua sehen vielleicht für uns "irgendwie gleich" aus, aber jede gruppe von papuastämmen stellt eine einzigartige linie dar, die man, wenn man einmal mit dem unterscheiden von menschenrassen anfängt, jeweils als eigene rasse betrachten müßte. man kommt nicht drumrum, es sei denn man will das terrain der wissenschaft verlassen und sich in den sumpf des obskurantismus begeben. allein in iberien hätten wir es zb, grob geschätzt, mit einer pyrenäischen, einer okzitanischen, einer ibero-baskischen, einer muladischen, einer galizischen, mindestens einer lusitanischen, einer kastilianischen und einer grenadischen rasse zu tun, wobei man letztere 2 vermutlich noch weiter aufteilen sollte. denn die angestammte bevölkerung all dieser geographischen regionen hat ihre phänotypischen und kulturellen eigenheiten, und eine gemeinsame und einzigartige abstammung. aber seit vielen jahrhunderten wird sich dort munter durchmischt. man kann es also keinem wissenschaftler vorhalten, daß stattdessen der einfache weg gewählt worden ist, und man die diversität des modernen menschen als von klinalen gradienten durchzogenen hybridschwarm ansieht.
bei waldschnepfen erkennt man ja auch keine rassen mehr an, obwohl so einige beschrieben wurden und sich die aus frankreich von denen aus ostsibirien deutlich unterscheiden: dazwischen liegt einfach ein nahtloser übergang.