Hallo Elias,
Was für eine umfangreiche Arbeit. Respekt!
Wahrhaftigkeit!
Dies soll der Weg sein, dem wir folgen. Nur auf der Basis wahrer Grundlagen können wir uns geistig weiter entwickeln. Basiert unser Denken auf falschen Grundlagen, so mag unser Denken noch so stringent sein, das Ergebnis unserer Überlegungen ist ein Wolkenschloß.
Leider wird noch heute viel Mühe darauf verwandt die eigene, logische Beweisführung zu belegen und zu verteidigen, aber nur wenige fragen nach der Wahrheit ihrer Grundlagen.
Ich denke, "Die Bibel" taugt nicht für so einen Prozess. Der Begriff "Die Bibel" suggeriert, es handele sich um ein einheitliches Werk, die Grundlage des Christentums. Allerdings wurde die Bibel unter Kaiser Konstantin beim Konzil von Nicäa 325 zusammengefügt (Sofern die geschichtlichen Quellen nicht gefälscht wurden). Es wurde entschieden welche Texte zu der zu begründenden Staatskirche passen würden, und welche verworfen werden sollten. Die Anhänger dieser Texte wurden dann auch verfolgt um die Überlieferung dieser Texte zu unterbinden.
Die redaktionelle Bearbeitung der Texte, die zur Bibel zusammengefasst wurden, macht diese nur bedingt taugliche als Grundlage für einen "neue" esoterische Lehre. Denn im Selbstverständnis des Christentums gibt es einige grundlegende Irrtümer, die aber als Fakt verstanden werden. Um zu zeigen, was ich meine, habe ich hier die These 78 aus dem Werk herauskopiert:
Zitat Anfang:
These 78: Eine Gegenperspektive zu den Hoffnungen auf ein „irdisches“ Gottesreich
Die Lebensgeschichte von Jesus wurde ganz gezielt so konstruiert, dass die zu den jüdischen Messias-Erwartungen passte. Auch dieser Schwerpunkt ist bei Philon nicht in dieser Deutlichkeit zu erkennen. Gleichzeitig wird aber betont, dass das Reich Gottes nicht so kommen wird, dass man es mit den Augen sehen könnte, sondern dass es sich bei diesen Beschreibungen um einen inneren Prozess handelt:
Lk. 17,20 Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.
Das lässt zwei Schlussfolgerungen zu:
1.) Die Evangelien sind in einem religiösen Umfeld entstanden, wo man sich intensiv mit messianischen Erwartungen und Prophezeiungen beschäftigte – also vermutlich in einer messianischen Sekte.
2.) Die Evangelien sind von der allegorischen Sichtweise geprägt und nehmen eine deutliche Gegenposition zu den Hoffnungen auf ein „irdisches“ Gottesreich ein.
Zitat Ende
Das Christentum ist bestimmt durch die Trennung von Gott und dem Gläubigen. Zwischen diesen steht vermittelnd der Priester. Ohne einen Priester kann der Gläubige Gott und sein Seelenheil nicht erreichen. Das obige Zitat weißt aber auf ein ganz anderes Weltbild hin. Der Geist Gottes beseelt alles im Universum. Jedes Leben enthält auch seine schöpferische Kraft. Es ist das Denken und die Kreativität eines jeden einzelnen, die durch diese Kraft die Realität entstehen läßt. Erst im Geist, dann in der Realität. Jeder Mensch hat also die unendliche Schöpferkraft, die im Christentum nur Gott selbst zugeschrieben wird. Das Gottesreich ist also sehr wohl in jedem von uns selbst. Diese Aussage ist also nicht hermetisch, sie ist wörtlich zu verstehen.
Gerade die Verfälschung der alten Texte führte zu der Notwendigkeit sie immer wieder interpretieren zu müssen. Und die Verfolgung "Andersgläubiger" führte auch dazu, dass diese nicht mehr mit einfachen Worten ihre Wahrheit verbreiten konnten. Man musste Aussagen verstecken, in Texten, die auch ganz anders interpretiert werden konnten.
Auf der Basis solcher Texte, kann keine neue, erfolgreiche Reformation entstehen. Wir stehen also vor verfälschten, geschichtlichen Aussagen, wir stehen vor verfälschten spirituellen Aussagen. Diese hatten und haben die Aufgabe die Macht der Kirchenoberhäupter zu festigen. Daneben finden sich aber in den Texten universelle, spirituelle Wahrheiten, die notwendigerweise eingebaut werden mußten oder übrig blieben, damit das Werk überhaupt noch eine Spur Überzeugungskraft erhielt.
Durch die im Laufe der Zeit immer wieder notwendigen Übersetzungen älterer Fassungen, wurde ebenfalls eine Menge verfälscht, aus der Unkenntnis der ursprünglichen Bedeutung der einzelnen Wörter.
Nehmen, wir also einen Text in einer uns unbekannten Sprache. Gehen wir also davon aus, es handele sich um eine spirituelle Unterweisung. Damit kennen wir uns ja aus. So können wir diese unbekannte Sprache komplett neu erfinden. Wir geben jedem Nomen und jedem Verb eine neue Bedeutung und übersetzen dann so, wie es notwendig erscheint. Was könnte man mit diesem Vorgehen wohl aus dem Märchen vom Rotkäppchen machen? Welche spirituelle Aufgabe könnte man dem Wolf zuschieben und was könnte wohl das Auffressen bedeuten?
Dieses Gedankenspiel ist leider nicht so weit her geholt wie es scheinen mag. Genau das ist unserer geschichtlichen und spirituellen Überlieferung passiert.
Weil es auch gerade in der Adventszeit so gut passt, Erhard Landmann, Kaspar, Melchior und Baltasar - 3 heilige Könige?:
http://www.fastwalkers.de/downloads/kasp…ligekoenige.pdf
Bei http://www.fastwalkers.de, unter "Erhard Landmann" findet man noch sehr viel mehr seiner Texte.
Wir müssen die historischen Bestandteile der Bibel von den spirituellen Lehren trennen. Die historischen Bestandteile müssen in ihre wahre Bedeutung überführt werden. Dabei wird leider der "Gott" Jhw seinen göttlichen Status verlieren, und ich fürchte, auch die "Person" Je, su christos wird sich in Rauch auflösen. Was aber die Wahrhaftigkeit der spirituellen Aussagen nicht mindert.
Wir müssen uns über eins klar sein: Wenn ein Mensch ein spirituelles Gedankengebäude verinnerlicht hat, dann wird es durch die Kraft seines Geistes Realität. Und dabei ist es völlig egal, ob dieses Gedankengebäude auf wahren Grundlagen basiert, oder auf verfremdeten oder gefälschten Überlieferungen. Der einzige Unterschied ist der, wer aufrichtig und wahr unterrichtet wurde, erreicht die höchsten Gipfel seiner spirituellen Entwicklung. Wessen Glaubensgebäude auf falschen Wissen basiert, kann noch so sehr alle Regeln einhalten, sein Denken wird nie das bewirken, was er selbst eigentlich bezweckt hat.
Mich hat es immer irritiert, dass ein Folterinstrument, mit dem Menschen zu Tode gefoltert wurden, zu einem Symbol der Liebe und des Friedens umgedeutet wurde. Und so hängt ein gekreuzigter Mensch aus Holz heraus geschnitzt in den Kirchen und ist ein Symbol der Liebe!? Sehr viele Menschen akzeptieren dass, weshalb der Widerspruch scheinbar verschwindet. Nur sind Liebe und Frieden eingekehrt, wo das Christentum erfolgreich (mit Feuer und Schwert) verbreitet wurde? Die Antwort kennt ihr selbst. Genauso gut könnte man die Guillotine der französischen Revolution als Symbol der Freiheit deuten.
"Das Christentum" ist nicht reformfähig, da es sich um eine intitutionalisierte Form der Religionsausübung handelt. Es geht dabei überhaupt nicht um Religionsinhalte, sondern immer nur um den Machterhalt der Funktionsträger. In diesem Fall hat Elias Erdmann, im Gegensatz zu Martin Luther, gleich zwei große Gegner, die an einem Dialog mit ihm nicht interessiert sind.
Die nächste esoterische Reform muß uns von den Grenzen intitutionalisierter Glaubensausübung lösen und zwar den Grenzen aller "Weltreligionen". Erst wenn wir wissen, was Hun-Ger, All-Mannen, Ger-Mannen und Ec-clesia wirklich bedeuten, können wir zur Essenz unserer esoterischen Überlieferungen vordringen.
Gruß, EO