Unsere Geschichtsschreibung betrachtet vergangene Ereignisse nur unter dem Aspekt, die gesamte Geschichte als einen Proze? zu beschreiben, dessen Ziel die Gesellschaft unserer Gegenwart ist.
Im Falle Echnatons ist es der angeblich erste Versuch den Monotheismus einzuf?hren. Da aus unserer Gegenwartssicht, der Monotheiismus die einzig wahre Religion ist, mu? genau dieser Aspekt herausgearbeitet werden.
Es wird dabei leichtfertig dar?ber hinweggegangen, das in unserer aufgekl?rten Welt zwar von Monotheiismus gesprochen wird, diese angeblich einzigartige Gottheit aber in so vielen verschiedenen Auspr?gungen angebetet wird, dass man getrost von Polytheismus sprechen kann, es sei denn, Gott leide unter mehrfacher Schizophrenie.
Echnaton lebte in einer Zeit, als die G?tter noch physisch auf der Erde wirkten. Sie hatten die Welt in Lehen aufgeteilt, und jeder Gott f?rdert die Menschen "seiner" Region nach Kr?ften. Da auch diese Herrschaften nicht an zwei Orten gleichzeitig sein konnten, ihre Lehen andererseits aber gro? waren, und sie sich leicht ablenken lie?en, kam es mehr als einmal vor das sich die als "Gutverwalter" eingesetzten menschlichen K?nige ohne Zuspruch "ihres" Gottes sahen. Ihnen blieb nichts anderes ?brig als nach eigenem Gutd?nken zu regieren. Da blieb es nicht aus, dass der eine oder andere K?nig seine Macht auf die Probe stellte, besonders wenn er sein Reich ohne seines Gottes praktische Hilfe vergr??ert hatte.
In Echnatons Fall f?hrte er den Monotheismus ein. Seine Untertanen sollten sich die Anbetung "ihres" abwesenden Gottes abgew?hnen und gleichzeitig ihren Pharao als Oberpriester akzeptieren. Das kam einem Berufsverbot f?r die Kaste der Priester gleich, die von der Gl?ubigkeit ihrer Mitmenschen gut leben konnten.
Echnaton hat sich also gleich an zwei Fronten Feinde gemacht, im "Himmel" und auf der Erde. Sein Untergang lie? auf sich warten, nur um dann umso vollst?ndiger zu sein. Wir wissen nicht, ob der damals zust?ndige Gott extra den Befehl erteilt hatte, ihn aus der Geschichte zu tilgen, oder ob Echnatons Untertanen aus eigner Kraft die Revolution vollbrachten, um dann alle Spuren des abtr?nnigen Pharaos zu verwischen BEVOR der zust?ndige Gott die Region besucht h?tte und vielleicht auch das Volk bestraft h?tte f?r die Vergehen des Echnatons.
Wie wir sehen, lassen geschichtliche Ereignisse auch unter einer anderen Sichtweise betrachten. Jeder versucht in seiner Zeit das Beste aus seinem Leben zu machen und zwar f?r seine eigene Gegenwart, und nicht um Vorg?nge zu starten, die in einer fernen Zukunft irgendwelche Ergebnisse zeitigen. Echnaton hatte seine eigenen Motive und scheiterte am Ziel, denn seine Untertanen, die Menschen seiner Gegenwart waren nicht bereit ihm auf seinem Weg zu folgen. Die ist die Ursache, weshalb sich Utopien meist nicht verwirklichen lassen.