Die kleine Hexe und die Negerlein
Kinderbuchklassiker im Visier der Sprachpolizei
Auswüchse politischer Korrektheit
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Es gibt derzeit die Diskussion, ob man das Wort Neger aus Büchern streichen soll, weil es nicht mehr politisch korrekt ist. Ausgelöst wurde das offenbar aktuell dadurch, dass Ottfried Preußlers Verlag diesen und ähnliche Begriffe gegen den Willen des Autors aus den Büchern gestrichen hat. Gleiches ist vor ein paar Jahren mit Astrid Lindgrens Pippi-Langstrumpf-Büchern durch den hamburger Verlag Friedrich Oetinger geschehen.
Angeblich sind 50% der Deutschen für die Streichung und 48 % gegen das Entfernen des Wortes, wobei unter letzteren tendenziell die höher gebildeten Menschen zu finden sind.
Warum soll das Wort getilgt werden? Der einzige Grund ist, dass manche Leute es als diskriminierend oder nicht mehr zeitgemäß empfinden. Darunter meiner Einschätzung nach vor allem Leute, die gar nicht selbst davon betroffen sind.Definition des Wortes:
Neger [von französisch nègre, zu lateinisch niger »schwarz«] der, Anfang des 17. Jahrhunderts aus dem Französischen übernommene, im 18. Jahrhundert in Deutschland eingebürgerte Bezeichnung für die indigenen Bewohner Schwarzafrikas. Ausgehend von dem im Amerikanischen verbreiteten Gebrauch des Schimpfwortes »Nigger«, gilt die Bezeichnung »Neger« seit Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend als diskriminierend und wird inzwischen durch »Schwarze«, »Schwarzafrikaner«, »Afrikaner«, »Afroamerikaner« oder Ähnliches ersetzt.
(Brockhaus 2010)Ältere Definitionen:
Neger ist der gemeinsame Name der durch schwarze Färbung der sammtartig weichen, fettig anzufühlenden Haut, schwarzes, wolliges Haar, platten Schädel, vorstehende Backenknochen und aufgeworfene Lippen ausgezeichneten Bevölkerung des mittlern und nordwestl. Afrika, welche den wesentlichsten Theil der äthiopischen Menschenrace (s. Mensch) ausmacht.
(Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon 1839)Neger Die dunkelhäutige Rasse, die Afrika bewohnt, ist, abgesehen von der Hautfarbe, durch Langköpfigkeit, Prognathie, krauses Kopfhaar gekennzeichnet.
(Deutsches Kolonial-Lexikon 1920)Festzuhalten ist also, dass Neger nicht für Schwarze, Afrikaner oder schwarze Afrikaner im Allgemeinen steht. Der Begriff bezeichnete bestimmte dunkelhäutige Stämme, die in einem speziellen Bereich Afrikas (vor allem Äthiopien, Nordwest- und Mittelafrika, Sudan) leben oder von dort stammen. Einen Ersatz für diesen Begriff gibt es nicht. Streicht man das Wort, muss man mit Umschreibungen arbeiten, oder den jeweiligen Stamm und das Herkunftsgebiet benennen. Ein realitätsfernes Unterfangen. Deshalb ersetzt der Verlag das Wort auch nicht, sondern streicht diese Passagen ersatzlos.
Das schafft einen Präzedenzfall, der das Fundament für weitere radikale Eingriffe in Büchern bilden könnte. Je nach aktueller Mode können Bücher umgeschrieben und verfälscht werden. Unter dem Etikett des ursprünglichen Autors wird etwas verkauft, das so nicht in seinem Sinne war. Man maßt sich an, die Bücher besser schreiben zu können, als der eigentliche Verfasser. Das hauptsächliche Problem ist nicht das Wort Neger oder Zigeuner. Denn dabei bleibt es ja nicht. Irgendwann kann wieder ein anderes Wort oder eine bestimmte Formulierung politisch inkorrekt wirken (Aktuelles Beispiel: Gender Mainstreaming). Vielleicht auch ein bestimmtes Bild, also übermalt man zum Beispiel Caspar David Friedrichs Wanderer über dem Nebelmeer mit etwas zeitgemäßerem. So eine unberührte Natur wie in dem Gemälde ist ja heutzutage gar nicht mehr vorstellbar. Man muss das Bild der Gegenwart anpassen, nur so wird es zeitlos. Also ein paar Windkraftanlagen rein und die Skyline von New York in den Hintergrund, statt den öden Hügeln in der Nebelsuppe. Oder eine Szene in einem Film ist nicht mehr erwünscht, also dreht man sie neu und schneidet eine Ersatzszene rein.
Die herkömmliche Methode, mit Begriffen umzugehen, die aktuell nicht mehr richtig verstanden werden, ist das Einfügen von Fußnoten. Das hat den Vorteil, dass der Leser nicht bevormundet wird. Er kann sich sein eigenes Urteil über die Formulierungen im Buch bilden. -
Am besten trifft es der Kommentar http://www.heise.de/tp/foren/S-Bue…-22997581/read/ zum Artikel http://www.heise.de/tp/artikel/38/38381/1.html, welchem ich vollkommen zustimme und deswegen vollständig zitiere:
ZitatAlles anzeigenBücher (und Filme und Hörspiele ...) erzählen nicht nur die
eigentliche Handlung, sondern sie erzählen immer auch sehr viel über
die Gesellschaft, in der sie entstanden sind; über die Zeit, in der
sie geschrieben wurden.Kästners "Emil und die Detektive" erzählt nicht nur die Geschichte
von Kindern, die einen Dieb jagen, sondern mindestens ebenso von
einer Zeit, in der Kinder fast den ganzen Tag unbeaufsichtigt sein
durften und mussten; von einer Zeit, in der Straßenbahnen von Pferden
gezogen wurden und nur wenige Haushalte ein Telefon hatten.Agatha Christies Krimis erzählen nicht nur von Mordfällen und
DetektivInnen, sondern auch von einer Gesellschaft, in der
Hauspersonal selbstverständlich war (Kindermädchen, Köchin, Gärtner
...).Der Höhepunkt des Jahres war für Astrid Lindgrens Knecht Alfred
(Michel aus Lönneberga) die Prügelei auf dem Jahrmarkt in Hultsfred.
Und in der kolonialen Vorstellung aus Pippi Langstrumpfs Welt wählen
"Neger" eben einen schiffbrüchigen weiße" Kapitän zu ihrem König.Ich fand es als Kind spannend, von anderen Welten zu lesen. Von
anderen Orten und anderen Zeiten. Der primäre Plot der Geschichte war
oft gar nicht so wichtig, viel interessanter fand ich oft das
Drumherum.Wenn man alten Geschichten dieses Drumherum nimmt, dann tut man damit
niemandem einen Gefallen. Geschichten sollen und dürfen von einer
anderen Welt erzählen, und diese andere Welt muss nicht "gut" sein.Wenn man Bücher mit Kindern liest, merkt man, dass man sich
hervorragend mit (auch kleinen) Kindern über andere Gesellschaften
unterhalten kann. Was wäre anders, wenn Pippi Langstrumpf hier und
heute leben würde? Wäre ein Schwarzer, der in Schweden an Land
gespült worden wäre, auch zum Schwedenkönig gewählt worden? Warum ist
es schlimm, dass die Mutter bei Mary Poppins Suffragette ist? Warum
machen die Hausangestellten von Miss Marple nie Urlaub? Wieso
behauptet Erich Kästner, dass Migräne eine vorgespielte Krankheit
wären? Und wieso gibt es im Kleinen Hobbit (fast?) gar keine Frauen?
- Solche Fragen kommen ja durchaus auch von den Kindern. - Wie soll
man über sowas reden können, wenn Kinderbuchklassiker glattgebügelt
werden?Edit/Update: sehr interessant (und in gewisser Hinsicht eine Antwort auf Illuminatus' Beitrag) finde ich auch folgende Antwort auf diesen Beitrag (http://www.heise.de/tp/foren/S-das…3000564/read/):
ZitatAlles anzeigen
no1984 schrieb am 18. Januar 2013 09:07> Bücher (und Filme und Hörspiele ...) erzählen nicht nur die
> eigentliche Handlung, sondern sie erzählen immer auch sehr viel über
> die Gesellschaft, in der sie entstanden sind; über die Zeit, in der
> sie geschrieben wurden.(...)
> Wenn man alten Geschichten dieses Drumherum nimmt, dann tut man damit
> niemandem einen Gefallen. Geschichten sollen und dürfen von einer
> anderen Welt erzählen, und diese andere Welt muss nicht "gut" sein.
>Es geht noch deutlich weiter:
Auch der Gebrauch und die Bedeutung der Worte selbst ist einem Wandel
unterworfen.
"Schuhe wichsen" aus der "Kleinen Hexe", oder das "Durchwichsen" des
"Räuber Hotzenplotz" sind nur aktuelle Beispiele.Einen umgekehrten Bedeutungswandel hat z.B. "geil" hinter sich. Ein
Wort, das in den Gesellschaftsromanen des 19. und frühen 20.
Jahrhunderts die übelsten Entgleisungen der menschlichen Natur
illustrierte, ist heute eine verkaufsfördernde Werbebotschaft.Das Bewußtsein, dass Wörter und Begriffe im jeweiligen Kontext
gesehen werden müssen, sollte für jedes Kind zum normalen
Erfahrungsschatz gehören. Es steigert nicht nur den Genuss am Lesen
klassischer Literatur, es sensibilisiert auch für die willkürlichen
Definitionen, die Politiker und Werbestrategen manchen Begriffen
unterschieben.Last not least: Der Humanist Johann Gottfried Seume sinniert in
seinem "Spaziergang nach Syrakus" über Bücher, die über die
Jahrhunderte auf uns gekommen sind. Er stellt fest, dass dieser
Bestand vielfach gefiltert ist, weil es zu verschiedenen Zeiten nicht
ratsam war, bestimmte Werke in einer Bibliothek stehen zu haben. Auch
meint er, dass der Inhalt immer wieder kopierter Bücher entsprechend
des herrschenden Zeitgeistes angepasst wurde. Im besten Fall könne
man durch den Vergleich verschiedener Kopien auf den Ursprungstext
schließen, im schlimmsten Fall wisse man nur aus Erwähnungen und
verstreuten Zitaten, dass es ein Werk überhaupt einmal gegeben hat
(Beispiel "2. Buch der Poetik" des Aristoteles).Im vergangenen Jahrhundert hatten wir reichlich Gelegenheit, darüber
nachzudenken, aus welchem Geist heraus und mit welcher Absicht
Änderungen an Büchern vorgenommen oder Bücher ganz verboten werden.
Ein relevanter, weil an der Produktion und Weitergabe von Büchern
beteiligter Personenkreis scheint da wenig begriffen zu haben.
Oder sie haben es begriffen und zündeln vorsätzlich.Interessant ist auch der Zeitpunkt, zu dem dieser Änderungswahn um
sich greift:
Mit der zunehmenden Verbreitung von eBooks wird sich in den kommenden
Jahren voraussichtlich ein vollständiger Paradigmenwechsel im Umgang
mit Büchern vollziehen. Spätestens die nächste Generation wird keine
umfangreichen Bibliotheken gedruckter Bücher mehr zusammentragen bzw.
aus dem Bestand der Eltern übernehmen.
Gemeindebibliotheken werden, wegen der universellen Verfügbarkeit
aller erdenklichen Bücher im Web, in einigen Jahren reihenweise aus
Kostengründen und mangels Nachfrage geschlossen werden.
Wir alle werden deshalb vermutlich in ein paar Jahren die meisten
Bücher zum Lesen herunterladen und darauf vertrauen, dass wir das
auch später zum Nachschlagen oder nochmaligen Lesen wieder werden
machen können.
Ob wir besonders wichtige Passagen kopieren und abspeichern werden
können, steht in den Sternen. Im Moment sieht es eher danach aus, als
würden wir wieder auf die guten, alten, handschriftlichen Exzerpte
zurückgeworfen, wenn wir etwas persönlich bewahren wollen.Ob wir beim späteren, zweiten Laden den wortwörtlich gleichen Text zu
Gesicht bekommen, wird niemand mehr mit Bestimmtheit sagen können. Zu
einfach ist es, mißliebige Wörter, Formulierungen, Passagen aus einem
elektronischen Text verschwinden zu lassen - selbst wenn es sich um
eine lokal gespeicherte Version auf einem vernetzten Endgerät
handelt.Mit dem, was da gerade läuft, werden wir schrittweise an "plastische"
Literatur gewöhnt. Wir werden uns schleichend von der Vorstellung
verabschieden, dass das geschriebene Wort sakrosankt und als Dokument
jeder Änderung enthoben ist.Ich frage mich ständig, ob sich hinter diesen nicht mehr
ignorierbaren Entwicklungen eine, den ganzen westliche Kulturkreis
umfassende, politische Ideologie, ein nicht kommuniziertes
politisches Ziel (wen ja: von wem und wozu?) verbirgt, oder ob sich
das alles noch mit zeigeistiger Blödheit von ein paar nicht mehr
synchronisierten Rädchen im Getriebe erklären läßt.microB
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Die Türken stehen sozusagen vor Wien. Genauer gesagt vor dem Lego-Palast von Jabba. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich kritisiert einen Star-Wars-Bausatz von Lego, weil dieser eine zu große Ähnlichkeit mit der Hagia Sophia in Konstantinopel und der Moschee Jami al-Kabir hat. Außerdem sei er gewaltverherrlichend, da dort die typischen Waffen von Star Wars enthalten sind. Der Jabba-Bausatz schüre Vorurteile und Rassismus gegen Asiaten und Orientalen.
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Die letzte Meldung sehe ich nicht so kritisch: zu fast jedem beliebig absurden Thema wird man einen Verein/eine Person finden, der/die sich darüber aufregt. Bislang macht sich die Türkische Kulturgemeinde einfach zu einer Lachnummer. Das hat nichts mit politischer Korrektheit zu tun.
In einem Punkt muss ich der Kritik sogar zustimmen: Lego produziert (mit gutem Grund) keinerlei Bausätze, die mit Kriegsführung verbunden sind (z. B. Panzer o. ä.). Dies ist eine Domäne des Konkurrenten BrickArms (http://www.brickarms.com/). Unter diesem Grundsatz sehe ich auch die Aufnahme von Bausätzen für Star-Wars-Modelle skeptisch im Sinne der Unternehmenspolitik. Aber wenn das Geld lockt (Lego rechtfertigt dies übrigens mit der Fiktionalität von Star Wars)...
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Es kommt einem deshalb nicht so kritisch vor, weil man es als Außenstehender ein bisschen lächerlich findet. Deshalb ist die Meldung bei der Zeitung auch unter Kurioses einsortiert. Mit politischer Korrektheit hat diese Forderung meiner Meinung nach schon zu tun. Diese Gesellschaft findet das Lego-Produkt diskriminierend und gewaltverherrlichend und politisch korrekt wäre es deshalb, das Produkt zu entfernen.
Die Kritik an den Waffen im Spielzeug müssten sie allerdings auf sehr viele andere Hersteller (z.B. Playmobil) ausdehnen. Aber wo es um Unternehmenspolitik geht und um die Sparten auf dem Markt, die man bedient, da sind wir bei einem ganz anderen Thema. Natürlich ist es wahrscheinlich für die Firma finanziell besser, ihrer Linie treu zu bleiben. Aber darum gehts ja bei der Meldung nicht. -
Die Sprachzensur geht weiter: http://www.faz.net/aktuell/wirtsc…n-12094314.html
Updates:
Auszug aus einem Leserkommentar dazu (diesen fand ich so herrlich):
ZitatEin Depp ist kein Depp[,] sondern ein "Andersfähiger" [in einem anderen Leserkommentar als "anders Begabte[r]" bezeichnet]! [...] Jemand ist auch nicht fett[,] sondern "vertikal herausgefordert".
Aus einem anderen Leserkommentar:
ZitatDer gemeine Schulschwänzer ist dort jetzt kein Schwänzer mehr, sondern "schuldistanziert".
Auch schön (weiteren Leserkommentaren entnommen):
"Mörder" -> "proaktive Zeitbegrenzer", "umgekehrte Lebensspender", " Mensch, der sich nicht in ausreichendem Maße um die Gesundheit eines Mitbürgers gesorgt hat"
"Kinderschänder" -> "Menschen, die ihre tiefe Kindesliebe unkonventionell zum Ausdruck bringen"
"arm" -> "minderreich", "Menschen ohne Vermögenshintergrund"
"Frau" -> "Mensch mit Menstruationshintergrund"
"Zigeunerschnitzel" -> "Sinti-und Roma-Schnitzel"Sehr interessanter (leider in der Mitte abgebrochener) Kommentar
ZitatEs gab einmal eine Zeit in Deutschland da war sogar "Guten Tag" politsch unkorrekt
Die damaligen Sprachzensoren haben es durch "Heil Hitler" ersetzt. Wer sich dagegen wehrte riskierte seine Freiheit. Einige Jahre später schrieb Orwell sein Buch "1984". Darin thematisierte er auc
In einem weiteren Leserkommentar fühlt sich der Autor von diesem durch die Antidiskriminierung diskriminiert. Ich unterstütze ihn in seiner Ansicht.
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Ein weiteres Problem mit solchen politisch korrekten Wortschöpfungen ist ja auch, dass sie meistens ins Gegenteil des erwünschten umschlagen und wieder mit der alten Bedeutung (inklusive Konnotationen) belegt werden. Am Ende hat man nichts erreicht, außer einer umständlichen Umschreibung für das selbe Ding.
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"Jabbas Palast" wurde von LEGO vom Markt genommen:
http://www.welt.de/kultur/article…rschwinden.html
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Mein Vorschlag: als nächstes nehmen wir Star Wars Episode VI - Return of the Jedi komplett vom Markt, da das Legoset auf dessen Filmkulissen basiert und noch viel diskriminierender ist.
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Die Computerspiele dazu dürften in Zukunft wohl auch kein größeres Problem mehr darstellen, da Disney gerade Lucas Arts geschlossen hat.
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Unschöne Menschen werden bei Schönheitswettbewerben ausgegrenzt

http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin…cle1678304.html -
Unschöne Menschen werden bei Schönheitswettbewerben ausgegrenzt

http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin…cle1678304.htmlJa, das ist klar - dafuer sind die Wettbewerbe nunmal da.
Mir gefaellt das zwar auch nicht, dass die Menschen solche Wettbewerbe brauchen,
aber es steht ja ausser Frage, dass es genug Leute gibt, die das toll finden und da
gerne mitwirken - ob als Modell, oder als Konsument.
Wer sich darueber aufregt, dem geht es offensichtlich viel zu gut,
oder sollte mal den Arzt befragen, moeglicherweise ist da mangelndes Selbstvertrauen im Spiel.Mit politischer Korrektheit hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.
Ich finde das Video zum Thema echt gut, besser kann man es meiner Meinung nach nicht ausdruecken.
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Und man kann sich echt an zwei Fingern abzaehlen, was die "Political Correctnes" fuer einen Sinn und Zweck hat.
Es ist bei vielen Themen heute gar nicht mehr moeglich sein Meinung zu sagen, weil man gleich wieder in irgendwelche
Schemen von "Political Correctnes" gepresst wird und einem niemand mehr zu hoert, wenn man diese Schemen nicht achtet.Mal ganz davon abgesehen glaube ich aber, dass das nicht unbedingt ausschliesslich ein Problem moderner Zeiten ist,
da in vergangenen Zeiten mit Sicherheit auch nicht alles erlaubt war, was wir heute einfach sagen koennen.Es ist deshalb wohl die Aufgabe kommender Generationen dafuer zu kaempfen, dass diese Auswuechse der menschlichen Gesellschaftsentwicklung
endlich abgeschafft werden und eine totale Meinungsfreiheit eingefuehrt wird.Man bedenke das es heute, vor allem auch in Deutschland, Berufsverbote, Verbote von Buechern und anderen Medien und Inhaftierung von menschen gibt, die sich ausserhalb der "Political Correctnes" bewegen. Ich bin der Meinung, wie es hier Illuminatus auch schon so schoen formuliert hat:
ZitatEin weiteres Problem mit solchen politisch korrekten Wortschöpfungen ist
ja auch, dass sie meistens ins Gegenteil des erwünschten umschlagen und
wieder mit der alten Bedeutung (inklusive Konnotationen) belegt werden.
Am Ende hat man nichts erreicht, außer einer umständlichen Umschreibung
für das selbe Ding.das Verbote eher genau zum Gegenteil fuehren und vor allem, dass eine wirklich freie Gesellschaft alles leicht wegstecken koennte.
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Mit politischer Korrektheit hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.Weil Nubok das weiter oben zu einem anderen Thema auch schon gesagt hat, erkläre ich mal, was ich unter politischer Korrektheit verstehe: Die Existenz einer Diskriminierung wird behauptet und es werden Maßnahmen ergriffen, um diese Diskriminierung zu beseitigen. Diese müssen nicht auf die sprachliche Ebene beschränkt sein. In manchen Fällen kann wirklich eine Diskriminierung vorliegen und da sind bestimmte Maßnahmen vielleicht sinnvoll. Aber derzeit grassiert eine Art Seuche, die es zur politischen Ideologie gemacht hat, überall Diskriminierungen hineinzuinterpretieren, wo es lediglich um Unterscheidungen geht. Die Menschen sind nun mal unterschiedlich und es gibt Fälle, in denen das zur Geltung kommt.
Ein Beispiel: Hans und Peter sind Langstreckenläufer. Sie haben gleichviel Zeit in ihr Training investiert. Jetzt starten sie ihren Lauf unter den gleichen Bedingungen. Peter gewinnt das Rennen, weil er aus Kenia stammt und genetisch für langes Laufen prädestiniert ist. Lange Beine, bessere Sauerstoffaufnahmefähigkeit, ein geringeres Körpergewicht bei gleicher Körpergröße und bestimmte Muskelfasern, die auf Ausdauerbelastung ausgelegt sind, sind sein Vorteil. Wurde Hans diskriminiert?
Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man das Ergebnis bewerten kann:
- Hans wurde diskriminiert: Die Voraussetzungen sollen ausgeglichen werden. Peter bekommt Strafsekunden, weil er biologisch im Vorteil war. Oder Hans werden wegen seiner Benachteiligung Sekunden abgezogen, damit er besser dasteht. Das nennt man auch positive Diskriminierung (engl. Affirmative Action). Wenn man jedoch konsequent alle Unterschiede der Sportler durch Strafsekunden ausgleichen würde (inklusive Tagesverfassung, Ernährung etc.), wären die Zeiten letzten Endes exakt gleich und es gibt keinen Sieger. Das entspricht im übertragenen Sinne der Gleichstellung (gleiche Stellung, gleiches Endergebnis wird gefordert, ungeachtet der Tatsache, dass es sich um unterschiedliche Personen oder Personengruppen handelt, wie bei der Frauenquote). Es handelt sich um Gleichmacherei, die sich gegen den Individualismus richtet. Das heißt in der Konsequenz auch: Wer eine spezielle Begabung hat, darf keinen Vorteil daraus ziehen. Wer schlechte Leistung bringt, wird dafür belohnt.
- Niemand wurde diskriminiert: Die Zeit und das Ergebnis bleiben unverändert, weil jeder unter den gleichen gerechten Rahmenbedingungen gestartet ist. Jeder hat die gleichen Chancen. Individuelle Unterschiede müssen akzeptiert werden und dürfen keine Rolle spielen. Die reine Leistung wird bewertet, egal welche persönlichen Voraussetzungen jemand mitbringt. Das entspricht der Gleichberechtigung, da jeder die gleichen Rechte und Rahmenbedingungen hat. Keiner wird wegen Alter, Rasse und Geschlecht künstlich im Ergebnis bevorzugt oder benachteiligt. Das ist das Gegenteil von Gleichstellung.
Politisch korrekte Maßnahmen fallen nach meinem Verständnis unter Punkt 1.
Eine echte Diskriminierung liegt dann vor, wenn die beiden Läufer zeitgleich ankommen, aber Peter wegen seiner Hautfarbe nicht auf das Siegerpodest darf.Mal ganz davon abgesehen glaube ich aber, dass das nicht unbedingt ausschliesslich ein Problem moderner Zeiten ist, da in vergangenen Zeiten mit Sicherheit auch nicht alles erlaubt war, was wir heute einfach sagen koennen.
Stimmt allerdings. Wenn die führenden Politiker totalitäre Tendenzen haben, wollen sie oft den Menschen vorschreiben, was sie sagen dürfen. Das gab es auch vor Jahrhunderten schon, aber durch die Verbreitung der digitalen Medien haben sich die Ausmaße geändert.
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Aber derzeit grassiert eine Art Seuche, die es zur politischen Ideologie gemacht hat, überall Diskriminierungen hineinzuinterpretieren, wo es lediglich um Unterscheidungen geht. Die Menschen sind nun mal unterschiedlich und es gibt Fälle, in denen das zur Geltung kommt.
Sehr schoen ausgedrueckt! Ich habe zum Beispiel auch sehr lange in meinem Leben gebraucht, um das ideologische Gedankenspektrum der "Gleichschaltung der Menschen" zu erkennen und zu hinterfragen. Bei genauerer Betrachtung muss man einfach feststellen, dass es auf der ganzen Welt, in allen Gesellschaften, in allen Kultur- und Menschenkreisen Unterschiede gibt, die man nicht einfach uebersehen und ignorieren kann. Da aber grob gesagt "die Politik" (also Staat, inkl. Massenmedien) genau das tut und sich daraus immer und immer wieder neue gesellschaftliche Probleme und Konflikte ergeben, muss man sich fragen, ob die das nicht sogar wissenentlich und/oder gesteuert tun.
Das nennt man auch positive Diskriminierung (engl. Affirmative Action).
Dazu habe ich auch ein recht schoenes Beispiel, es wurde vor etlichen Jahren von einem halb afroamerikanischen Freund aufgestellt, er sagte in etwa so:
ZitatDas ist der positive Rassismus: Weil ich schwarz bin, habe ich mehr Erfolg bei Frauen, weil sie denken ich haette ein grosses Glied, andere denken, ich bin ein guter Basketballspieler - weil ich schwarz bin!
Ich glaube, mehr muss ich dazu jetzt nicht mehr sagen!

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Rassistischer Name?
Sinti und Roma wollen Zigeunersauce abschaffen
http://www.berliner-kurier.de/politik---wirt…8,24008008.html
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Das ist der gleiche Vorwurf wie bei Zigeunerschnitzeln und Mohrenköpfen/Negerküssen, deren Namen ja seit Langem, im Gegensatz zu denen der Speisen Hamburger, Amerikaner und Jägerschnitzel, der Diskriminierung verdächtigt werden. Die Frage ist hier wieder nur, ob das Wort "Zigeuner" eine Diskriminierung darstellt. Da es etymologisch wahrscheinlich von keinem negativ besetzten Wort abstammt, von Roma als Eigenbezeichnung und ansonsten als wertneutraler Überbegriff für bestimmte Personengruppen (das Fahrende Volk) und Volksgruppen verwendet wird, würde ich nicht von einer diskriminierenden Bedeutung ausgehen. Des Weiteren ist zu überlegen, inwiefern dieses "Forum für Sinti und Roma" überhaupt in der Lage ist, repräsentativ für alle Sinti und Roma zu sprechen. Selbst offizielle sogenannte Interessenvertretungen und Zentralräte maßen sich häufig Positionen an, die von der Mehrheit der angeblich von ihnen vertretenen Menschen gar nicht geteilt werden. Beispielsweise um den Opferstatus zu erhalten und dementsprechend von Fördermaßnahmen zu profitieren.
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Auch die Donald-Duck-Comics von Carl Barks sind vor einiger Zeit der politisch korrekten Zensur zum Opfer gefallen:
Schnittberichte: Donald Duck #10 - Ein Zombie geht durch die Stadt
Schnittberichte: Donald Duck #14 - Eine dunkle Story aus dem dunklen ErdteilWie es für Comics charakteristisch ist, wurden in der Urfassung die Figuren klischeehaft und überzeichnet dargestellt. Als es sich dabei um schwarze Eingeborene handelte, wurde zensiert. Aber wenn andere Volksgruppen ähnlich überzogen dargestellt werden, ist das (zu Recht) nicht der Rede wert.
[Blockierte Grafik: http://unimut.fsk.uni-heidelberg.de/unimut/images/1963-asterix-goten-gross.jpg]
Asterix und die Goten[Blockierte Grafik: http://www.comic-salon.de/2008/fotos/Aus_150_BildChinasImComic_MorrisDieVerlobtevonLuckyLukeS34.jpg]
Chinesen in Lucky Luke, Bd.48,
"Die Verlobte von Lucky Luke" -
Zum Wort Zigeuner hier ein paar Ausschnitte aus einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
"Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, besteht darauf, daß das Denkmal unter Verwendung eines Zitats aus einer Rede des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog den „Sinti und Roma“ gewidmet sein soll, während Natascha Winter, die Vorsitzende der Sinti Allianz, die Bezeichnung „Zigeuner“ verlangt.
[...]
Diese Bezeichnung [Sinti und Roma; d.V.] hat sich zwar im deutschen Sprachgebrauch weithin durchgesetzt. Aber sie ist in vielfacher Hinsicht unsinnig und vor allem, was das Denkmal angeht, anachronistisch. In ihrer fünfhundertjährigen Geschichte und auch in der NS-Zeit, auf die es hier ankommt, wurden die Zigeuner niemals und von niemandem „Sinti und Roma“ genannt. Die traditionelle Bezeichnung entstand im vierzehnten Jahrhundert in Griechenland (atsinganoi: Unberührbare) und wurde von dort in andere Sprachen übernommen (deutsch „Zigeuner“, französisch „tsiganes“, italienisch „zingari“ und so weiter). Anderswo wurden die Zigeuner für Ägypter gehalten (daher englisch „gypsies“, spanisch „gitanos“). Die neue Bezeichnung wurde erst von dem 1982 gegründeten Zentralrat Deutscher Sinti und Roma geprägt. Die Begründung, das Wort Zigeuner sei abwertend, kann nicht überzeugen.
[...]
Überdies ist die Bezeichnung „Sinti und Roma“ diskriminierend, weil sie viele Zigeunergruppen ausschließt. Die Sinti sind zwar die größte Gruppe im deutschen Sprachraum, aber nicht die einzige; es gab und gibt hier auch andere Gruppen (die Lalleri, Litautikker und so weiter), und sie gehören ebenso zu den Verfolgten. Der Zusatz „Roma“ macht die Sache nicht besser.
[...]
Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Bezeichnung „Sinti und Roma“ von vielen, wenn nicht den meisten Zigeunern abgelehnt wird. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg ist zwar die bekannteste und erfolgreichste Vertretung der Zigeuner in Deutschland, aber keineswegs die einzige.
[...]
Jedenfalls ist der Zentralrat nicht legitimiert, für alle Zigeuner in Deutschland zu sprechen. Die Sinti Allianz fordert seit langem immer wieder die alte Bezeichnung; sie empfindet sie nicht als abwertend, sondern besteht auf dem herkömmlichen Namen nicht zuletzt deswegen, weil die Zigeuner unter ihm verfolgt wurden. Wer sich übrigens auf Friedhöfen umsieht, findet dort häufig Grabsteine, auf denen die Zigeuner sich auch jetzt noch selbst als Zigeuner bezeichnen.
Schließlich wird die Bezeichnung „Sinti und Roma“ nur in Deutschland verwendet. In allen anderen Sprachen werden die Zigeuner nach wie vor mit ihrem herkömmlichen Namen bezeichnet."Quelle: Jäckel, Eberhard: Denkmal-Streit. Sinti, Roma oder Zigeuner? In: FAZ (2005).
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Überdies ist die Bezeichnung „Sinti und Roma“ diskriminierend, weil sie viele Zigeunergruppen ausschließt. Die Sinti sind zwar die größte Gruppe im deutschen Sprachraum, aber nicht die einzige; es gab und gibt hier auch andere Gruppen (die Lalleri, Litautikker und so weiter), und sie gehören ebenso zu den Verfolgten. Der Zusatz „Roma“ macht die Sache nicht besser.
ich finde es eifnach lachhaft die Umbennerei.Egal, ob X in Y umbenannt wird, das Bild, das vor dem inneren Auge erscheint bleibt gleich.
Jo
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