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Zitat
- Bedeutet das, dass für einen Ball im Vakuum immer die gleiche Geschwindigkeit gemessen wird, egal welche Kraft ursprünglich auf ihn gewirkt hat und übertragen wurde???
Warum sollte das denn so sein ? Es hängt natürlich von der ursprünglich wirkenden Kraft (Dauer und Betrag) sowie der Masse des Balls ab, wie schnell er wird.
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Zitat
[size=12]- Bedeutet das, dass bewegte Beobachter immer die gleiche Geschwindigkeit für den Ball messen, egal wie schnell sie sich selber bewegen???
Natürlich nicht, siehe oben.
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[size=12]- Bedeutet das, dass auf einen Lichtstrahl ursprünglich keine Kraft gewirkt hat, die ihn in Bewegung gesetzt hat? Wie ist dann die Bewegung des Lichtstrahls entstanden???
Jetzt steigen wir aber tief in die Quantenphysik ein. Ich kann Ihnen die Prozesse bei Emission von Licht nicht detailliert darlegen, aber stellen Sie es sich mittels des Energieerhaltungssatzes vor : Ein Atom, welches Licht aussendet, hatte vor der Emission mehr Energie als hinterher (ein Elektron hatte eine "höhere Bahn"); beim zurückfallen auf eine tiefere Bahn steht eine gewissen Menge an Energie zur Verfügung. Ist dies ein hoher Energiebetrag, wird blaues Licht (oder sogar noch kurzwelligeres Licht, sprich UV oder Röntgenlicht beispielsweise) emittiert. Ein niedrigerer Energiebetrag reicht nur für die Emission von rotem Licht.
WICHTIG : Dieser Energiebetrag hat keinen Einfluss auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts, sondern auf die Frequenz, also (bei sichtbarem Licht) die Farbe. Das mag seltsam erscheinen, jedoch darf man nicht den Fehler machen und Licht"teilchen", also Photonen, mit materiellen "Kügelchen" vergleichen, wie es Laien sich gerne vorstellen. Dieses Bild für zwangsläufig zu Fehlinterpretationen und scheinbaren Widersprüchen. Ein Photon ist Energie, sonst nichts, und zwar die kleinstmögliche Portion an Energie, die durch eine elektromagnetische Welle übertragen werden kann.
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- Wirken andere Kräfte als die Gravitation auf einen Lichtstrahl und machen seine Bewegung dadurch zu beschleunigter Bewegung? Oder macht ihn nur die Gravitationskraft zu beschleunigter Bewegung?
Nur die Gravitation kann als eine der Fundamentalkräfte auf Licht wirken. Dabei wird Licht jedoch nicht geradlinig beschleunigt, sondern abgelenkt. Hier muss man auf die Exaktheit der Begriffe achten : Auch, wenn sich etwas mit konstanter Umlaufgeschwindigkeit im Kreis bewegt, handelt es sich um eine beschleunigte Bewegung, wobei sich zwar nicht der Betrag, sondern die Richtung der Geschwindigkeit ändert. Ein Photon, welches der Gravitation unterliegt, wird nicht schneller, sondern ändert entweder die Frequenz oder wird abgelenkt.
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[size=12]- Bedeutet es, dass die relativistische Effekte um die Bewegung eines Lichtstrahles oder sonstigen Objekten (z.B. Längenkontraktion) keine realen, physikalischen Effekte sind, sondern nur Erscheinungen für den Beobachter? Dass sie sich also nur im Gehirn des Beobachters abspielen (optische Effekte) und nicht real in der Natur, wo alles unverändert bleibt? Gehören denn die relativistischen Effekte in der Biologie und nicht in derPhysik?[/size]
Nein, diese Effekte spielen sich nicht nur im Gehirn des Beobachters ab. Hier begebe ich mich allerdings auf ein Gebiet, in welchem ich nicht 100%ig verlässliche Aussagen machen kann, das sage ich vorher der Fairness halber.
Wenn ich meinen Schreibtisch betrachte, erreicht das Licht meine Augen von jedem Punkt des Schreibtischs aus fast "gleichzeitig". Wenn ich mich aber mit fast Lichtgeschwindigkeit daran vorbeibewege, erreicht mich nicht mehr jeder Lichtstrahl von jedem Punkt aus gleichzeitig. Dadurch verzerrt sich mein wahrgenommenes Bild. Natürlich verzerrt sich dabei mein Schreibtisch nicht "materiell"; die Atome haben immer noch den gleichen Abstand zueinander.
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[size=12]- Wenn diese Effekte nur Erscheinung für die Beobachter sind, dann sind sie sowieso vernachlässigbar und haben keinerlei physikalische Relevanz. Erscheinungen der Beobachter können keine Wirkungen auf die physikalische Objekte haben und sind sowieso auch nicht messbar. Sie schreiben auch weiter oben Es erscheint dem Beobachter nur anders. In der Natur ändert sich also nichts. Wie erklären Sie sich, dass die Relativitätstheorie als physikalische Theorie sich mit der Messung von Erscheinungen befasst? Kann man überhaupt Erscheinungen messen???
Wie schon gesagt, es handelt sich dabei nicht um einen "optischen Effekt", ist also nicht vergleichbar mit der Veränderung eines Objekts, wenn ich es aus einer anderen Perspektive betrachte. Der Rest erübrigt sich also.
Ich würde gern den Vorschlag machen, diese Diskussion (und alle weiteren Fragen, die sich nicht auf GOM/die Kritik an der Relativitätstheorie beziehen) im Bereich "Naturwissenschaften" zu führen. Es wird hier sonst ein wenig unübersichtlich, wenn mehrere Diskussionen parallel laufen.
Freundliche Grüsse,
M.C.
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