Naja, zu der objektiven Wahrheit habe ich eine eher ablehnte Haltung Inwieweit man wirklich sicherstellen kann, dass es wirklich objektiv ist weiß ich nicht. Was es aber sicher gibt ist das Intersubjektive, was als eine gewisse Basis zur Wahrheitsfindung dienen kann.
Die Begründung der objektiven, absoluten Wahrheit dagegen führt letztlich doch immer zum Münchhausentrilemma . Entweder es fehlt ein immer noch ein 'warum' oder man setzt ein unbegründetes Dogma.
Ich favorisiere die Lösung der Naturwissenschaft und die ist recht gnadenlos. Die Naturwissenschaft lässt den absoluten Wahrheitsanspruch fallen und macht stattdessen den Weg zur Wahrheitsfindung zum Ziel. Man geht einen Weg und landet da, wo er nun mal hinführt, ohne mit Sicherheit sagen zu können, dass da wo man steht das Ziel, die Wahrheit ist. Aber man steht da, wo man nun mal steht und gibt die Position nicht ohne hinreichenden Grund auf. Wegen dem Münchhausentrilemmas macht man es zur unabdingbaren Forderung, dass die aktuellen Dogmen auf dem man steht sich zumindest prinzipiell durch intersubjektiv Wahrnehmbares (Messung) als falsch herausstellen können. Prinzipielle Falsifizierbarkeit. So bleibt immer offen, ob es nun 'die Wahrheit' ist, es könnte sein oder auch nicht. Allerdings gibt es Wegweiser, einen Werkzeugkasten an Methoden, die angeben, wann man sich bewegen sollte. Somit ist ein 'könnte sein' nicht notwendig gleichwertig mit 'es könnte nicht sein'.
Man darf keine Angst davor zu haben sich zu irren, sondern muss lernen klug zu irren. Etwas unangenehmes, denn eine absolute Wahrheit kann Halt im Leben geben und bieten. Die Gewissheit wieder und wieder auf die Fresse fliegen zu können nur sehr bedingt. Das ist neben der Frage 'was geschieht nach dem Tod', wohl eine der Hauptgründe ist warum sich viele Religionen so sicher halten. Sie bieten etwas an, was ein naturwissenschaftliches Weltbild verneint: Das Wissen um die Wahrheit. Die Frage nach dieser hat deswegen damit erledigt, mit mir kann man über Methoden zu Wahrheitsfindung diskutieren. Ob es die Wahreit gibt ist für mich eine sinnlose Frage, denn wenn es sie gibt, können wir sich nicht sicher als solche erkennen.
Aussagen ala 'für jedes Argument gibt es ein Gegenargument' halte ich für witzlos, sie führen zur Beliebigkeit, außerdem gibt es einen gewissen Satz an bewährten Methoden, eben einen Weg zur Wahrheitsfindung. Wenn einem auch dabei das erkennen der 'absoluten Wahrheit' versagt bleibt. Die Tatsache das man immer gegen irgendwas, etwas sagen kann, sagt gar nichts. Denn nur weil Aussagen dafür oder dagegen ist, sind sie noch lange kein stichhaltiges Argument.
'Subjektive Wahrheiten' . Geübte Illusionisten wie Derren Brown können einen vorführen, wie begrenzt sie doch sind. Dennoch, ist ein Leben ohne subjektive Wahrheiten nicht vorstellbar. Nur sind sie nicht diskutierbar, so wie sich über Geschmack nicht streiten lässt. Lassen sich aber auch nicht verleugnen. Nur sollte man es so gut es geht vermeiden, den Weg zur Wahrheitsfindung nicht mit subjektiven Wahrheiten kollidiert. Was aber mit einem guten Maß an Bewunderung eigentlich kein Problem ist. Für mich jedenfalls, bin da eher pantheistisch veranlagt. Für viele scheinbar trockene Mathematik und Physik bieten eine Tiefe, wie ich sie bei keiner anderen Religion o.ä. gesehen habe. Deswegen Bewunderung. Etwas einfach zu verschieben, in die unbekannte Macht/Wissen andere Wesen/Götter empfinde ich als sehr obflächlich. Es ist für eine Art Entrückung, statt einer Ergründung in der vollen Tiefe.
Soweit meine eigene Meinung, zu gestellten Frage.
Gruß