....und hier die andere Seite der Medaille :
"[...]Sachlich fundierte Einwände sind eher die Ausnahme, denn POPPENBERG will mehr: Der Untertitel ("Über den erbitterten Kampf zwischen Wissenschaft und Ideologie") läßt erahnen, daß es darum geht, die Evolutionstheorie förmlich aus den Naturwissenschaften herauszubrechen, ihr den Stempel der Ideologie aufzudrücken und den Eindruck zu erwecken, als stünde sie im Widerspruch zu allen innerweltlichen Prinzipien, die die Wissenschaft bis heute aufgedeckt hat.[...]Bereits der Titel kündet an, welche Botschaft der Film transportieren soll: Der Lauf der Welt wird von der makrokosmischen bis hinab zur subatomaren Ebene durch deterministische Gesetze bestimmt. [...]"
Anmerkung von mir: Bei der Propaganda des Determinismus, wird innerhalb des ideologischen Kampfes auch die nichtdeterministische Quantenmechanik angegriffen. Diese Konsequenz wird im Film nicht erwähnt, da man keine ernsthafte Alternative hat. Ebensowenig wie für die darwinistische Evolution.
"[...]daß der Naturalismus als Grundlage wissenschaftlichen Arbeitens methodologisch erzwungen wird, wenn man überhaupt zu prüfbaren Aussagen und Erklärungen gelangen will. (Auch KEPLER und NEWTON, PLANCK und EINSTEIN waren keine Ausnahme, in keiner ihrer Gleichungen tauchen übernatürliche Faktoren auf). Doch das BREIDBACH-Interview wurde derart zusammengeschnitten und in den Film eingebettet, daß der Zuschauer den Eindruck gewinnt, als seien jetzt umgekehrt der Naturalismus und die Evolutionstheorie Glaubensprämissen, Ideologien beliebiger Setzung, die Gott und alle "planmäßigen Gesetze" der Wissenschaften vom Tisch fegten.[...]"
Anmerkung: Auch hat diese Polarisierung einen anderen Hintergrund: Es soll durch pure Manipulation eine strikte Kopplung 'Atheismus - darwinistische Evolution' erreicht werden, um sich zwei sehr unangenehme Punkte fer zu halten:
- Das Atheismus problemlos ohne darwinistische Evolution aus kommt. Denn selbst wenn die darwinistische Evolution die Entstehung der Arten nicht erklärt, dann folgt daraus nur, das man es noch nicht weiß. Aus Nichtwissen folgt aber nur, das man etwas nicht weiß und nicht 'es war Gott' oder gar 'es war der biblische Gott'. Gegen das Lückenbüßergotteskonzept gibt es sehr gute Gründe und Argumente, die vollumfänglich ignoriert werde.
- Auch eine andere Sache wird so wegmanipuliert, um es nicht sachlich diskutieren zu müssen: Nämlich das für viele Theisten ihr Glaube mit darwinistischer Evolution vereinbar ist. Eben nach obigen Prinzip, darwinistische Evolution ist, wie Gott es gemacht hat.
"[...]Doch auch die Polarisierung zwischen der vermeintlich deterministischen Welt und dem "blinden Zufall" der Evolution ist wissenschaftlich verquer und gerät zu einem zentralen Widerspruch der ganzen Argumentation: Auf der einen Seite wird generös verschwiegen, daß gerade die Selektion sowie die Systembedingungen der Evolution einen Ordnungsrahmen bereitstellen, der in den Zufall eingreift und den Prozeß zumindest streckenweise in determinierte Bahnen lenkt. Die Überbetonung des Zufalls ist eine polemische Aufbauschung; ein Pappkamerad, der zur Zielscheibe erhoben und unter Gebrauch skurriler Argumentationsfiguren flüchtig demontiert wird.[...] "
Anmerkung von mir: Daher auch der Begriff Zufallstheorie, diese Manipulation ist notwendige Bestandteil des gesamten Filmes.
"[...]Beispielsweise wird die Evolution als blutig-brachialer Konkurrenzkampf ums Dasein beschreiben. SCHERER stellt fest, der Kampf ums Dasein erkläre nicht, warum es Kooperation, Sozialverhalten und Nächstenliebe gibt. Ärgerlich ist nur, daß solch eine Prämisse niemand aufstellt, denn auch und gerade altruistische, kooperative Verhaltenweisen werden von der Selektion belohnt, und der "Überlebenskampf" wird zwischen den Artgenossen meist unblutig (oft sogar ohne deren Wissen) ausgetragen. [...]"
Anmerkung von mir: Was in GodWinsLaw schon zu Beginn des Filmes gipfelt, wo schon eine direkte Verbindung zu Hithler suggeriert wird und den manipulativen Charkter des Filmes unterstreicht. Dumm nur das Hithlers Schriften, wie zum Beispiel 'Mein Kampf' eine ganz andere Sprache sprechen. Er beruft sich nicht auf darwinsche Evolution. Schlimmer noch, es gibt jemand auf dem er sich gleich mehrfach beruft und der heißt Jesus. Mit Darwin hat der wenig zu tun.
Warum kooperatives Verhalten nicht zum evolutionären Vorteil gereichen kann wird auch nicht erklärt. Auch hier spielt man die Karte der Manipualtion aus. Man suggeriert einfach, dem sei so ohne ein sachliches Argument auf der Hand zu haben. Das dem aber nicht zwingend so ist, kann leicht gezeigt werden.
"[...]die Darwinisten die experimentellen "Tatsachen" der Mendelisten brutal verhindert und sich, wie LÖNNIG behauptet, in einer "pseudowissenschaftlichen Sackgasse" verrannt hätten. Das ist nun wirklich starker Tobak! In Wahrheit wurde der Konstanzgedanke von den meisten Mendelisten gar nicht mehr akzeptiert. De VRIES hat zwei "Haupttypen" von Kreuzungen unterschieden (solche "MENDELschen Typs" und sogenannte "unisexuelle Kreuzungen") und die erste Monographie über experimentell erzeugte Veränderungen überhaupt vorgelegt. CORRENS hielt die MENDEL-Regeln gar für unvollständig und bejahte rundweg DARWINs Deszendenzthese. Und für BATESON war die Variation als "wesentliches Phänomen der Evolution" schlichtweg eine Tatsache. Kontrovers diskutiert wurde lediglich über die Ursachen der Variation! Daß ferner die kritische Haltung der Darwinistischen "Biometrik-Schule" gegen die Mendelisten in Teilen durchaus begründet war (2), fällt ebenso der Propaganda zum Opfer, wie die Tatsache, daß MENDELs Lehre (welch Ironie der Geschichte!) dem "Darwinismus" erst zum Durchbruch verholfen hat.[...]"
Mangels sachlicher Argument ein notwendiger Tobak. ![]()
"[...]SCHERER betont, daß die Experimente zur Urzeugungsfrage (MILLERs Versuch und abgewandelte Exerimente) nicht zur Entstehung von Leben geführt haben. Das ist zweifelsohne richtig. Doch wenn er den Schluß zieht, daß die Entstehung des Lebens "so nicht hatte stattfinden können", sagt er mehr, als er wissen kann, denn er müßte nicht nur sämliche Bedingungen kennen, unter denen Leben entstehen könnte, sondern auch beweisen, daß gerade diese nicht realisierbar waren. Es genügt ja nicht, die auf der heutigen Erde herrschenden oder durch eine simple Reaktionsapparatur vorgegebenen Randbedingungen eins-zu-eins auf die Urerde zu übertragen. (Das "Lückenbüßer-Argument" erstickt dabei von vorne herein jede weitere Forschung.)[...]"
Anmerkung von mir: Unabhängig davon befasst sich darwinistische Evolution mit der Entstehung der Arten aus dem ersten Leben, nicht damit wie das erste Leben entstanden ist. Das ist eine Frage für sich und auch wenn man die Antwort darauf nicht kennt, folgt daraus nichts. Man kann nicht aus puren Unwissen etwas folgern. Wenn man etwas nicht weiß muss man entweder versuchen es in Erfahrung zu bringen oder aber aktzeptieren es nicht zu wissen.
"[...]In enttäuschender Weise nimmt sich SCHERER auch des Themas der "Übergangsformen" an: So wird behauptet, daß kaum evolutionsrelevante Bindeglieder bekannt seien, da Fossilien "Merkmalsmosaike" aufweisen und nicht in allen Charakteren "zwischen" den zu überbrückenden Gruppen stehen. Die Tatsache etwa, daß jedes Fossil im Übergangsfeld zwischen den "Fischen" und Amphibien stets einer der beiden Gruppen zugerechnet werden kann, entwertet jedoch nicht, wie SCHERER behauptet, ihren Status als Übergangsform. Die Einsicht, daß Evolution nur mosaikartig verlaufen kann, hat MAYR den Kritikern bereits vor 35 Jahren ins Stammbuch geschrieben und gehört zum Grundverständnis der modernen Kladistik. [...]"
Anmerkung von mir: Nicht nur Scherer, sondern sehr viele Kreationisten haben dieses Verständnis von Übergangsformen. Dankenswerter Weise:
http://www.youtube.com/watch?v=R6O6EXJg2Q0&feature=related Ab 3:00.
Amüsanter kann man kaum belegen, wie substanzlos der Kreationismus ist, als mit dem dort verbreitete Verständnis von Zwischenformen.
"[...]Der Einwand, daß Evolution über empirisch verfolgbare Zeiträume nur zu "mikroevolutiven Anpassungen" geführt habe, ist jedoch berechtigt. Doch enthält er auch ein wissenschaftliches Argument gegen "Makroevolution"? Das ist nicht der Fall, wenn man weiß, daß der Sinn von Naturwissenschaften gerade darin besteht, die Grenzen der Erfahrung zu überschreiten, um die rätselhaften Erscheinungen unter Rückgriff auf hypothetische, unbeobachtbare Elemente zu erklären. Letztlich ist nichts in dieser Welt sicher beweisbar; in der Wissenschaft kommt es nur darauf an, Erklärungen zu finden und diese empirisch bestmöglich (durch hypothetisches Schlußfolgern) abzusichern.[...]"
de accord
Gruß