Soll das heißen, es gibt ein Datenblatt und das bedeutet zwangsläufig, dass die Abweichungen der Uhren voneinander vorher aufgezeichnet wurden?
Ja natürlich steht das da drauf, wie bei jeden anderen (guten) Messgerät auch. Da steht immer dran, was sich für Fehler bei den Messgeräten ergeben. Bei der Atomuhr konkret gibt es im wesentlichen zwei wichtige Angaben:
Gang:
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X ist die Angabe der gemessenen Zeit, von der realen Zeit und ? ist eine Zeitspanne. Das ist die Angabe, von der man sonst auch oft hört. Die Uhr geht nach so und so viel Jahren um so und soviel Ungenau. Weiter gibt es die Frequenzstabilität:
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Das ist schlicht die Angabe, wie sich der Gang über mehreren Messungen verteilt. Es handelt sich dabei um das sigma Normalverteilung (Was bei vielen Messungen der Fall ist, aber nicht zwingend sein muss, wird übrigens in vielen Lehrbüchern ignoriert).
Nun sind wir aber nicht mehr in den guten alten Zeiten von Galilei, sondern sollten mittlerweile unterschieden können, wann Interpolation Sinn macht und wann unverfälschte Werte wichtig sein könnten. Möglicherweise ist interpolieren nicht in jedem Fall sinnvoll!!
Möglicherweise ist kein Argument, sondern nur eine wage Vermutung. Oben habe ich die wesentlichen Fehler einer Atomuhr angegeben. Spätestens hier zeigt sich, das ein Argument aka ich will keine Rechnerei absolut gar nicht zieht. Es gibt übrigens kein Messgerät, das unverfälschte Werte liefert. Erkläre mir, du mit den Fehlerfunktionen der Uhren umgehen willst, wenn nicht mit knallharter Mathematik. Seid den alten Zeiten von Galilei hat sich natürlich viel geändert, es gibt wesentlich bessere mathematische Methoden, als sie Gallilei angewand hat. Die bekannteste war auf den guten alten 10 Mark schein drauf, die Gaußsche Glockenkurve oder Normalverteilung auf die ich noch weiter eingehen werde.
So jetzt zur von dir angesprochenen Methode, die muss man sorgfältig wählen. Das einfachste ist, viele Messungen zu machen und dann, nach der Studend-t Verteilung zu arbeiten. In diesem Fall wurde eine andere Methode gewählt um den Messfehler möglichst gering zu machen. Ein Experimentator hat ja faktisch immer nur begrenzte Mittel, die Fehlerbelastet sind. Ziel muss es daher sein, mit den gegebenen Mitteln, eine möglichst große Genauigkeit zu erzielen. Klingt fast wie das ökonomische Grundprinzip.
Wenn man ordentliche Daten inklusive Fehler hat, dann macht man den Hypothesentest, wie man es bei jedem gutem Abitur gelernt hat.
Das war der Grund, dass ich auf die Verknüpfung von Erdumdrehung und Justierung der Atomuhren gekommen bin. Das geht zwar nicht unbedingt aus dem Link, den ich dazu angegeben habe, hervor, war aber meine logische Schlussfolgerung.
TAI und UTC sind zwei unterschiedliche Sachen. TAI ist die internationale Atomzeit, die unabhängig von Bahndaten und so ein Gram abläuft. Weil wir natürlich eine Zeit haben, die sich an astronomischen Ereignissen orientiert hat man noch die UTC eingeführt. Die UTC orientiert sich an der TAI, nur werden die durch die Änderung der Erdbahn verursachten Zeitverschiebungen einfach abgezogen bzw. dazuaddiert. Man führt Schaltsekunden und so was ein. Dazu wird keine Atomuhr verstellt, wie du deinem ersten Link entnehmen kannst. Was, wann wie abgezogen bzw. dazu gerechnet steht alles in deinem zweiten Link.
Vielleicht mal ein kurzer Abriss, wie Manipulation in der Wissenschaft wirklich funktionier. Es ist leider trauriges Faktum, das es immer wieder vorkommt. Die Technik, wie man manipuliert ist sehr bekannt und bekommt man schon als Student beigebracht. Naja, nicht das es explizit im Skript steht, aber auf jeden Fall bekommt man es mit. Ich kann die Methode der Datenmanipulation ja mal kurz umreisen. Einfach Daten abzuändern ist doof. Wenn Daten manipuliert werden, steht ja auch eine Motivation dahinter, für Physiker gibt es da nur einen richtig gut bezahlten Job in der Industrie oder sonst wo zu bekommen. Ansonsten kann man sich ja von einem manipulierten Experiment nichts kaufen. Also ist es ziemlich dumm, Daten einfach abzuändern, wie es einem passt. Das kann zu leicht aufliegen und dann ist er seinen Job los, weil da Absicht offensichtlich ist.
Beim interpolieren von Messreihen ist man auf Stützstellen angewiesen und da kann man ein bisschen nachhelfen. Diese Stützstellen sollte man physikalisch sinnvoll wählen, um eine möglichst gute Interpolation zu bekommen. Man kann sie aber auch gerade so wählen, dass das Ergebnis in die gewünschte Richtung manipuliert wird. Die Methode hat den Vorteil, das man nur schwer nachweisen kann (gerade bei komplizierten Rechnungen), ob nun Absicht oder nicht dahinter steckt. Nachteil ist natürlich, das man einen Fehler in der Arbeit nachträglich immer nachweisen kann, aber nur dann, wenn sich das ganze jemand genau unter die Lupe nimmt. Absicht nachweisen kann man ihn dann aber nur sehr schwer Insofern hast du Recht, das die Methode der Interpolation enorm wichtig ist und Möglichkeiten zur Manipulation bietet. Aber, man kann sie halt aufdecken, wenn auch nicht unbedingt, das Absicht dahinter steckt.
Aber, wenn man so etwas behauptet, sollte man vielleicht mal seine Quelle prüfen, nachrechnen und selbstständig prüfen was Phase ist. Stattdessen wird nur stumpf behauptet und nichts, aber auch gar nichts geprüft. Noch nicht mal die Arbeiten die als Referenzen angegeben werden studiert und das ist das, was mir so gar nicht passt. Dann wird noch auf die böse Rechnerei verwiesen, nur ohne geht es halt nicht. Ich empfinde es als extrem dreist zu behaupten, das Interpolationsverfahren sei Betrügerei, es aber gar nicht erst zu lesen. Das ist für mich eine blanke Frechheit, daher auch mein vielleicht ein etwas rauer Ton. Zumal es nich das erste mal hier ist. Beim Experiment von K.Brecher war es haar genau das gleiche. Da werden Zeilen über Zeilen an Text geschrieben, warum die Beobachtung falsch sein muss, falsch interpretiert würde, aber noch nicht einmal lesen, was denn genau Beobachtet wurde bzw. gemessen. Bravo. Wie war das noch gleich, beim Paper von K.Brecher?
Nein, das Paper habe ich nicht gelesen und habe es auch nicht vor
So sieht also seriöse Kritik aus. Naja die Begründung war noch Klasse, erstens ist sie ja Physiklaie und zweiten kann sie zu wenig Englisch. Bravo, dann hätte man das ganze mal, an die angebliche Forschergruppe (G.O. Mueller) weitereichen sollen. Aber die meldet sich eh nicht. Die haben wahrscheinlich die gleiche Begründung...
Wichtig ist, das Experiment funktioniert nicht, ist eh geschummelt usw....
Und noch mal rein Interessehalber - gibt es keine neueren Erkenntnisse zu dem Thema, sondern nur diesen Versuch über dessen Ergebnisse man streiten kann?
Klar gab es weitere und neuere Versuche. Das nächst anliegende ist auf der ISS geplant. Ansonsten hat man die Zeitdilatation noch auf weitere Arten getestet. Dann gab es noch das Marylandexperiment, davon abgesehen gab es auch noch völlig anders geartet Versuche, wie der Myonenversuch im CERN. Es gibt ja auch die Wissenschaftsreportage Quarks&CO, die sind auch mal nach Braunschweig und haben sich Atomuhren geliehen. Meiner Meinung nach sind die Kritiker mal im Zugzwang, sich in Braunschweig ne Atomuhr leihen und ein Experiment durchführen. Es wird aber nicht mal versucht, wirst du nichts, aber auch gar nichts an Eigeninative finden, mal ein Experiment durch zu führen. Wenn man einen ordentlichen Antrag stellt ist das sogar kostenfrei. Fakt ist, es wurde nicht mal der Versuch unternommen, Forschungsgelder zu beantragen und das ist das was mich aufregt.
So, genug geschrieben für heute.... Auch wenn mir bei den recht lustigen Ausschnitt von [font='Arial'][size=10][font='Arial'][size=10pt]Theimer [/size][/font][/size][/font]in dern Fingern juckt.
Gruß