Eine neue interessante Erklärung ist aufgetaucht:
http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/27260/
Diese Erklärung basiert darauf, dass in der relativistischen Bewegung der GPS-Satelliten etwas übersehen wurde. Man kommt leicht auf die Idee, dass man diese ignorieren kann, da sich Lichtwellen unabhängig von der Bewegung in alle Richtungen gleich schnell ausbreiten (Lorentz-Transformation). Dies ist auch in der Tat der Fall. Was allerdings nicht invariant ist, ist die Zeit, die die Photonen hierfür brauchen.
Die hieraus resultierenden Berechnungen müssen demnach um 64 ns korrigiert wurden - was nahezu exakt mit den Messungen übereinstimmt.
Alles anzeigen
Hi Nubok,
erstmal frohes Neues.
Der Artikel ist allerdings schon lange überholt, die eigentliche Arbeit dahinter ist vom 12 Oktober 2011. Ronald A.J. van Elburg ist der Autor und hat seine Aussagen in der Form schon längst revididiert. Einfach weil das OPERA-Team dies nicht übersehen hat, sondern Ronald A.J. van Elburg hat übersehen das all das von OPERA-Team berücksichtigt wurde.
Das inzwischen vierte Update seiner Arbeit ließtsich schon deutlich anders.
Mal ein anderer Artikel für einen breiteren Überblick:
"Prompte Reaktionen
Seit der Ouvertüre sind fast sieben Wochen vergangen. [u]Auf dem Arxiv, der von Physikern bevorzugten Online-Plattform für wissenschaftliche Vorabdrucke, sind inzwischen weit mehr als hundert Arbeiten publiziert worden, die in der einen oder anderen Form auf das Opera-Experiment Bezug nehmen.[/b] Die Qualität der nicht begutachteten Beiträge schwankt stark, die Themenpalette ist breit. Spekulative Vorschläge, wie sich das Experiment interpretieren liesse, finden sich hier ebenso wie akribische Beschreibungen von Fehlern, die der Opera-Arbeitsgruppe bei der Auswertung der Daten angeblich unterlaufen sein sollen. [...]
Kritik an der Zeitmessung
Einer der Ersten, die sich per Arxiv zu Wort meldeten, war Carlo Contaldi vom Imperial College in London. Er bemängelte, man habe bei der Synchronisation der Uhren die Erdrotation und andere Effekte ausser acht gelassen. Contaldi schätzte ab, dass dies gut und gerne zu einer Unsicherheit von 30 Nanosekunden, also der Hälfte des beobachteten Effekts, führen könnte. In das gleiche Horn stiess wenig später Ronald van Elburg von der University of Groningen. Er bezichtigte die Opera-Arbeitsgruppe, die Flugzeit der Neutrinos im falschen Bezugssystem berechnet zu haben. Wende man die Relativitätstheorie konsequent an, bringe das die Zeitdifferenz komplett zum Verschwinden.
Von den Medien wurden diese Einwände begierig aufgegriffen. Die Forscher der Opera-Arbeitsgruppe reagieren hingegen reserviert, wenn man sie darauf anspricht. Die Einwände basierten auf Missverständnissen und falschen Interpretationen der Opera-Publikation, lässt Autiero per E-Mail verlauten. Die jüngste Entwicklung scheint ihm recht zu geben. So hat sich van Elburg inzwischen von seiner Publikation distanziert und eine entschärfte Version ins Netz gestellt. Auf seiner Webseite entschuldigt er sich zudem bei der GPS-Gemeinde für unhaltbare Vorwürfe. Auch Contaldi gibt zu, dass er bei seinen Abschätzungen teilweise von falschen Annahmen zum Uhrenvergleich ausgegangen sei. Die Schuld dafür schiebt er allerdings der Opera-Arbeitsgruppe zu. Diese habe es in ihrer Online-Publikation versäumt, die Messung genau genug zu beschreiben." NZZ Online (Unterstreichungen von mir)
Der Artikel ist insgesamt ganz lesenswert, wenn auch schon etwas veraltet. Dort wird eine Nachmessung angekündigt, um einen Fehler auszuschließen, den man wirklich nicht berücksichtigt hatte. Die ist inzwischen durchgeführt und dieser mögliche Fehler wurde ausgeschlossen. Das Ergebniss steht nachwievor.
Gruß