Zitat
es geht hier um die deutsche Wehrmacht und die Waffen SS (Ruhm und Ehre euch Kameraden). Das diese die besten Soldaten der Welt waren und stets fair gekämpft haben, darf und kann nicht geleugnet werden.
darf doch geleugnet werden.
in hartheim- oberösterreich zum beispiel, ist die SS in die dorf-wirtshäuser marschiert und hat allen einwohnern eindringlich geraten, die klappe zu halten, damit sie nicht auch "nach hartheim" kommen.
zur info: in hartheim wurden tausende behinderte, kranke und schwache vergast, die zu schwach waren in mauthausen zu arbeiten. "unwertes leben" (aktion T4)
die einwohner haben natürlich mitgekriegt, daß da busweise leute rein, aber nicht mehr raus gebracht werden.
die eferdinger felder (heute noch bestes gemüse-anbau-gebiet) waren rundherum üebrzogen mit schwarzem, klebrigem russ der aus den schornsteinen von hartheim kam.
vor wenigen jahren wurden rund um das schloss hartheim, wo die leute damals vergast wurden brillen, goldzähne, und viele andere sachen gefunden, die den leuten gehörten, die dort eingeliefert wurden.
irgendwo hab ich einen artikel darüber verfasst. momentmal, ich kopiere ihn rein:
Hartheim- eine Vernichtunsanstalt
Dieses Wochenende habe ich die Gedenkstätte Hartheim in Alkoven bei Linz besucht. Eine Gedenkstätte ist es erst seit kurzem. Das Schloss Hartheim wurde vor wenigen Monaten renoviert und zu einem Museum umgebaut, das komplette Schloss kann nun besichtigt werden, die Dauerausstellung trägt den Titel Der Wert des Lebens
Wer keine Ahnung davon hat, was Hartheim ist:
Hartheim ist ein Schloss, in dem zu Hitlers Zeiten im Zuge der Euthanasie etwa 70.000 Menschen vergast wurden.
Die Menschen die dort vernichtet wurden waren ausnahmslos minderwertiges Leben, das heißt: Leute die zuerst im KZ Mauthausen waren und nicht mehr genug leisten konnten, kranke, alte, schwache, behinderte Menschen.
Behinderte wurden zu Hause abgeholt, die Eltern bekamen oftmals gesagt, dass die Kinder in ein schönes Heim kämen. Viele Briefe sind heute Zeitzeugen. Briefe, in denen sich besorgte Mütter nach ihren Kindern erkundigen. Mütter, die fragen, ob es ihr kleines behindertes Kind auch gut hat im Heim. Mütter, die keine Ahnung davon hatten, dass ihr Kind nur zwei Stunden nachdem es in Hartheim angekommen war bereits vergast wurde und durch den Rauchfang ging, wie damals gesagt wurde.
Viele in Alkoven und Hartheim wussten von den Vorgängen im Schloss. Viele sahen die Busse mit den grau bemalten Fenstern in den Hof fahren, hinter den Bussen schlossen sich die Türen. Herausgekommen ist keiner lebendig aus Hartheim.
Bevor die Aktion T4 gestartet wurde, wurde eine Versammlung im Dorfgasthaus ausgerufen, und ein SS-Mann warnte die Einwohner des kleinen Ortes davor, sich zu sehr mit dem Schloss zu beschäftigen. Es könne leicht passieren, dass sonst auch jemand reinkommt, hieß es.
Viele Leute sammelten die knochensplitter, die von den Güterwaggons voller Asche auf die Strasse fielen, auf dem Transport zur Donau, wohin die Asche der Toten gebracht wurde.
Die Knochenstücke sollten Beweise sein, für die Zeit nach dem Krieg.
Doch diese Beweise brauchte es danach nicht mehr. Man fand tonnenweise Einmachgläser mit Organen. Die sollten eingeschickt werden zur Untersuchung, für Studien, usw zudem wurde alles peinlich genau vermessen und aufgeschrieben.
Nachdem der Krieg beendet war, haben viele Bauern den Schuppen neben dem Schloss geplündert, und haben leere Einmachgläser für ihr Gemüse gestohlen. Hätten sie gewusst, was diese Einmachgläser beinhalteten bevor das Gemüse darin eingerext wurde.
Bauern aus Alkoven und umgebung erzählten von starken Ernte- Verlusten, da sich der klebrige schwarze Russ auf den Feldern festsetzte und das Gemüse somit nicht mehr zu essen war. Jeder wusste, was dort passierte. Keiner machte etwas. Keiner wollte zu genau hinsehen. Keiner traute sich.
Vor wenigen Jahren wurden Rohre verlegt rund ums Schloss Hartheim, und es wurden bei diesen Renovierungsarbeiten Knochensplitter, Tassen, Rosenkränze, Schuhe, Schmuck, Brillen, und vieles mehr gefunden. Der Park vor dem Schloss Hartheim ist heute ein Massengrab.
In den Schlossräumen kann man tausende Namen nachlesen. Namen, die nur noch wenigen in Erinnerung sind.
Schulklassen werden durch die Räume geführt: Vergasungsraum, hier wurde das Gas durch Brausen in den Raum gelassen.
Hier ist das Fenster, an dem die Gefangenen rauf geklettert sind, als sie keine Luft mehr bekamen, hier das Guckloch, durch das Dr. Renno, einer der führenden Ärzte diese Leute beobachtet hat beim sterben.
Dr. Renno ist vor wenigen Jahren in einem deutschen Altersheim gestorben, und hat vor seinem Tod einem Journalisten über sein Leben in Hartheim berichtet.
Ich fühle mich nicht schuldig heisst das Buch. Dr. Renno war senil, er erzählte vieles, und wiedersprach sich später.
Er leitete die Untersuchungen der Menschen, holte das Gold aus ihren Zähnen, er hat vermessen und geschrieben und entschieden.
Eine Hälfte des Schlosses war der Trakt der Pfleger.
Während in der anderen Hälfte die Menschen in den Ofen geschoben wurden, tanzten auf dieser Seite die Pfleger, es wurde gelacht und gefeiert, es gab sogar Bälle und Klaviermusik.
Im Museum hängen Ansichtskarten, die die Pfleger an ihre Angehörigen geschrieben haben: Ich hab mich schon eingelebt hier! und Ein schöner Tag ist heute! Wie geht es den Kindern?
Ein bisschen schlecht ist mir, als ich letztendlich in die Bücherei gehe um mir ein Buch zu kaufen.
Und ein wenig Freude empfinde ich, als ich höre, dass es heute dort ein Integrations- Cafe gibt im Schloss Hartheim. Dort servieren behinderte Menschen aus dem nahe gelegenen Institut Hartheim, das heute eines der schönsten Behindertenheime in Oberösterreich ist.
Und viel nachgedacht habe ich darüber: Sind die heutigen Pfleger die damaligen Mörder?
Wer sind die Menschen gewesen in anderen Leben, die heute in und rund um Hartheim leben?
Danach hab ich einige Sonnenblumen gepflückt und habe sie Georg gebracht, einem lieben behinderten Mann aus dem Institut Hartheim, den ich einmal malen durfte, als ich mit dem Kunstzirkel dort einen Tag verbracht habe.
Hartheim- eine Stätte der Transformation. Schrecken und Vergangenheit auf der einen Seite, Zukunft und Freude auf der anderen Seite.
Und dazwischen sehr lehrreich für Schulen und Menschen, die sich mit Euthanasie, Altenpflege, Behindertenpflege, und so weiter beschäftigen.