Beiträge von Sonja

    hallo ihrs!
    vielen dank für die rege beiteiligung an diesem thread, es scheint doch viele zu bewegen und viele kennen ähnliches, wie ich merke. das beruhigt mich. *lach*
    ja, in österreich ist das genauso geregelt, es gibt eine geburtsurkunde wo der name drinsteht, aber für viele erzkatholische vom land zählt der taufscheind er kirche tatsächlich mehr als die geburtsurkunde.
    so, wie auch eine standesamtliche hochzeit bei uns am land kaum als wirkliche hochzeit zählt, wenn man nicht danach auch noch eine kirchliche ams elben tag macht.
    als ich das erste mal geheiratet hab (standesamtlich), da schimpfte mein schwiegervater, das wäre doch keine richtige hochzeit, da müssten wir doch auch zur kirche gehen, was würden denn die leute denken (mein lieblings-satz der alten). :)

    im moment haben andere gesprächsthemen im dorf die oberhand genommen und mein sohn wurde ein bissl unwichtiger, einer ist zu hause davongelaufen und wurde tagelang gesucht mit hubschraubern, eine andere hat sich ein messer in den bauch gerammt und liegt im krankenhaus, da geht dann so ne kleinigkeit wie eine kindstaufe doch wieder unter.
    manchmal hab ich ja das gefühl es geht vielen nur um die sensation. hauptsache sie können mitreden.
    nachdenken tun dabei die wenigsten.
    ausserdem ist ja jetzt der fritzl aus amstetten an erster stelle (gleich bei uns um die ecke).
    der hat priorität.


    @shiva-najade: dein posting berührt mich sehr. danke. ich denke ganz genau so...

    liebe grüsse, sonja

    so, um diesen thread mal auf den neuesten stand zu bringen:

    inzwischen hat mich der pfarrer der unseren jungen taufen wollte in oberösterreich nochmal gemeldet, und sagte, er könne ihn trotzdem taufen, auch ohne erlaubnis des pfarrers im ort. *staun* das hat uns echt ein bissl verwirrt und macht die sache noch schräger als sie schon ist...
    naja, jedenfalls hab ich zu hause sicherheitshalber nix mehr davon gesagt und ich hab dem pfarrer einen brief geschrieben, daß wir uns gegen die taufe entschieden haben.

    das thema ist zumindest für uns total vom tisch, der kleine wird nicht getauft, und auch meine eltern und die anderen verwandten reden nicht mehr davon. wir sind dann einfach alle fein essen gegangen und dieser tag wird später der "god`ntag" sein...

    der einzige der mich gestern erst drauf angesprochen hat war mein onkel, zu dem ich so gut wie nie kontakt habe, er ist mir zufällig beim einkaufen-gehen über den weg gelaufen, bedeutete mir, mal zu ihm hin zu kommen, und als wir (der kleine und ich) dann vor ihm standen, meinte der onkel: "hallo, du namenloser! bist ja nicht getauft! sag mal, sonja, wie stellst du dir das vor, das geht doch nicht, er hat doch keine zukunft, er braucht doch einen taufschein, wie wollt ihr denn das machen mit der schule?"

    :)

    tja...

    wir zaubern einfach ;)

    alles liebe, sonja

    Modwulf: ein inuit-freund hat es mir so erklärt: inuits haben ein enzym zu wenig um alkohol abbauen zu können.
    sie sind schnell betrunken und der rauschzustand hält extrem lange an.
    mit alkohol bringt man diese völker um. aber nicht nur mit alkohol. auch indem man sie sterilisierte ohne ihr wissen (es wurden impfungen vorgetäuscht), oder indem man ihnen fernsehen brachte und ihnen zeigte, wie toll die welt bei uns ist. so sehen die jungen inuits, wie toll es wo anders ist, und wie schlecht und zukunftslos die welt bei ihnen in alaska ist. die selbstmordrate ist kaum wo höher als dort...
    der mensch ist ja einfallsreich.
    alles liebe, sonja

    hallo!

    also wenns nach mir ginge bräuchte es alkohol gar nicht geben, abegsehen von medizin, die man super herstellen kann mit 96%igem. *lach*
    ich habe über 10 jahre lang keinen tropfen getrunken und habe viele schlimme erlebnisse mit alkoholikern gehabt, die lange dachten sie wären keine alkoholiker.
    alkohol macht schlimme dinge mit manchen menschen. (und die menschen amchen dann auch schlimme dinge mit anderen menschen, ich bleibe mal bei eigenen erfahrungen: ich wurde in den bauch getreten als ich im 7. monat schwanger war, der vater des kindes macht heute noch regelmässig einen entzug nach dem anderen- und schafft es nicht, seine mutter war ebenfalls alkoholikerin, und torkelte ständig mit ihm durch die gegend früher- er hat seine tochter erst nach 10 jahren kennengelernt, und da schämte er sich dafür, daß sie "so einen vater" kennenlernen muss).
    ein anderer bekannter der alkoholiker war hat sich im rausch die pulsadern aufgeschnitten, herumgebrüllt, die ganze familie verängstigt, die kinder haben geheult vor angst und haben teilweise wo anders geschlafen...
    ich selber wurde vergewaltigt, nachdem ich mit 15 meine ersten vollräusche hatte...
    naja, es gäbe noch viele solcher beispiele... ich sehe in alkohol überhaupt keinen sinn, abgesehen eben von medizinischem wert.

    leider werden damit auch naturvölker langsam umgebracht. (inuit, aborigines, native americans).
    ist ja auch relativ einfach- legale volksdroge die bestimmt nicht bewusstseins-erweiternd, sondern eher verblödend wirkt!
    so hält man die menschen klein.

    alles liebe, sonja

    mein herz spricht eine eig`ne sprache
    es pocht manchmal ganz laut,
    dann wart`ich einfach mal und lache,
    bis mein kopf vertraut.

    ich hoff`es weiß dann, was es tut
    nicht immer bin ich bei der sache
    und wenn es plötzlich stille ruht,
    unsicher, was ich mache.

    ich wart`dann einfach was passiert
    und meistens kommt was gutes.
    und wenn ich auch den kopf verlier,
    ich bleib doch frohen mutes.

    mein herz tut manchmal was es will
    und fragt nicht, was ich denke.
    mein kopf ist wirklich niemals still
    auch wenn ich ihn schon lenke.

    das herz aber, es klopft und springt
    und achtet nicht auf mich,
    fröhlich melodien es singt,
    und macht sich lächerlich.

    mein herz ist was besonderes,
    es klopft manchmal ganz leise
    und schickt oft die verbitterung
    ganz sanft auf eine reise.

    so zeigt es mir in größter wut
    daß es noch wege gibt
    mein herz ist groß und es ist gut
    und macht mich schwer verliebt.

    die rosa brille, die entsteht,
    die ist gewiss nichts schlechtes
    sie zeigt im schlimmsten menschen mir
    da steckt doch noch was echtes.

    es schlägt mein ganzes leben lang
    am tag und in der nacht,
    und wenn es einmal nicht mehr pocht
    entschlafe ich ganz sacht...

    womit ich mich gerade beschäftige.
    also da ist einmal mein garten. wir haben neben dem haus 1500 m2 grund, den ich unbedingt zu einem urwald umfunktionieren will.
    ich hab also alle möglichen pflanzen gezogen grad. sonnenblumen, kapuzinerkresse, zwei kleine eichen, einen fliederbusch, einen goldregen, himbeerstaude, brombeerstaude, stachelbeere, und einen rosa blühenden busch, dazu krieg ich noch 3 osage orange - bäumchen und einen essigbaum, hab eine linde gekauft und eingepflanzt, daneben haben wir schon einen großen kastanienbaum und einen großen nussbaum.

    ich bekomme die tage mal 5 tonnen erde, die wir zu einem hügel aufschütten werden, da wird auch draufgepflanzt, und bambus kommt noch als sichtschutz zum nachbarn dazu.
    dann will ich rund um den nussbaum einen platz pflastern, aus naturstein in rötlichen farben, und eine kleine mauer will ich machen. dort kommt dann eine sitzgruppe hin, für den sommer.

    dann habenw ir grad um 50 euronen eine tolle markise bekommen die 3 meter lang ist, die müssen wir noch an der hauswand montieren. vor dem haus haben wir gerade rosen gepflanzt, die auf einen rosenbogen raufwachsen.

    und in der holzhütte haben wir jede menge altes werkzeug gefudnen (sappel, sägen, holzleitern, holzrechen) die wir nun als zierde aussen an die holzhüttenwand gehängt haben. sieht schön aus!

    gleichzeitig hab ich natürlich das projekt "familie" laufen, ich hab ja drei kinder, einen ehemann, zwei katzen, zwei sittiche und das haus zu versorgen, da wird es nie langweilig.

    und so nebenher arbeite ich an einer internet-plattform für schamanische arbeit. sobald sie fertig ist, werd ich euch davon erzählen.
    kann noch ein paar tage dauern.

    mehr fällt mir grade nicht ein.
    heute bin ich eher am gedichte-schreiben wegen schlechtwetter. da übe ich mich gerade im sonett-schreiben...

    sonja

    hallo!!!
    schön, von dir zu lesen!
    grad heute bin ich erschrocken als ich auf den kalender schaute, weil ich dir ja versprochen hatte einen brief zu schreiben!
    das werd ich auf jeden fall noch tun! *smile*
    tja, mit 60 dollar im monat hätt ich nichtmal die rate für`s haus bezahlt. und da hab ich noch nix gegessen oder so.
    ich hoffe, daß es dir gut geht udn schick dir ein paar schneeflocken aus dem ybbstal!
    herzgrüsse, sonja

    [color=darkred][size=18]Schamanismus-Einsteiger-Seminare[/size][/color]
    [size=14]Krafttiersuche
    Räuchern mit heimischen Kräutern und Harzen
    Energetische Reinigung
    Rituale-warum?
    Schattenarbeit
    Zerstückelung
    Erste Hilfe bei Krankheiten und starken Emotionen
    Schamanische Trommelreisen
    Reise zu Naturgeistern
    Die schamanischen Welten erkunden
    Arbeiten mit der Rassel[/size]


    [color=darkred][size=18]Weiterführende Seminare:[/size][/color]
    [size=14]Seelenrückholung
    Extraktion
    Trauerarbeit und Sterbebegleitung
    Auswirkungen der schamanischen Arbeit in der alltäglichen Wirklichkeit
    Kraftobjekte
    Kraftliedsuche
    Herstellung von stark energetisch reinigenden "Wassern"
    Traum-Arbeit
    Hilfsgeister und Verbündete[/size]


    [color=darkred][size=18]Besonderes Angebot:[/size][/color]
    [size=14]Termine nach Vereinbarung jederzeit möglich, auch unter der Woche.

    Keine fixen Seminarzeiten, auch stundenweise "Einheiten" möglich.

    Keine fixen Preise, auch Spenden oder Nahrungsmittel oder Dinge, die
    ich grad brauchen kann (Erde für den Garten Kinderbekleidung, Pflanzen,
    usw...)

    Du selbst entscheidest, wann du bereit bist für weitere "Einheiten"[/size]

    Anmeldung und Information: raabenschnabel@schuschu.org

    http://www.raabennest.at.vu/

    ich hab jetzt nicht alles durchgelesen hier.l nur ganz kurz ich weiß, daß es wiedergeburt gibt, hab schon mehrere rückführungen gemacht und verschiedene leben gesehen, dinge gesehen die ich nicht wissen KONNTE auch noch nie gehört habe, zum beispiel ein leben im KZ wo ich ein braunes dreieck trug am ärmel- ich suchte wochenlang danach was ein braunes dreieck bedeutete, ich wsuste, rosa dreieck ist schwul, gelber stern ist jude, usw.... aber braunes dreieck?
    später hat mir ceija stojka (eine zigeunerin aus wien die augsburg und andere KZ`s überlebt hat ) erzählt, daß die braunen dreiecke für zigeuner standen.
    ich konnte nach so einer rückführung jedesmal jeden raum genauestens ebschreiben, wusste, welhce farbe die bänke, die wände, die türschnallen hatten, wie alles ganz genau aussah.
    habe von rückführungen gehört, in denen die "klienten" sprachen gesprochen haben die es nicht mehr gibt (al-ägyptisch oder so)....
    also ich für mich weiß es.
    ich habe (auch hier, glaub ich?) über verschiedene reisen zurück berichtet... müsst ich aber raussuchen. eines war meine reise nach atlantis (von dem ich vorher immer dachte es wäre ein disney-kinderfilm, erst danach habe ich rausgefunden, daß es darüber bücher gibt und es angeblich echt existiert haben soll, das fand ich dann ziemlich spannend)
    meine frühere panik vor wasser hab ich auch auf diese weise rausgefunden... ich wurde mehrmals ertränkt- einmal im KZ in einer wanne mit wasser und eiswürfel, da musste meine mutter dabei zusehen, sie stand neben mir, und ein mann drückte meinen kopf dauernd unter das eis-wasser... einmal in spanien, folter mit einem trichter...

    alles liebe, sonja

    was meine familie dazu sagt?
    meine mama beschwert sich gerade beim bischof, den sie mal irgendwo privat kennengelernt hat.
    *gggg*

    ich sitz nur noch da und schau mir das spektakel an als wär ich im kino.
    genauso unrealistisch wie irgendein film.... :D :D :D :thumbup:

    Ihr Lieben, vielen herzlichen Dank, für Eure Antworten! Inzwischen hat sich das Ganze so weit entwickelt, daß ein Zeitungsbericht draus wurde. *lach*
    Aber lest selbst:


    Das arme Heidenkind

    Vor vielen Jahren schon hatte ich
    meinen eigenen schamanischen- Weg gefunden und beschloss, aus der
    Kirche auszutreten. Mein Mann folgte mir und trat ebenfalls aus der
    Kirche aus.
    Dann bekamen wir einen Sohn. Wir beschlossen, eine
    Naturtaufe an der Ybbs zu machen, stellten ihn den Flussgeistern und
    Berggeistern vor, warfen Rosenblüten ins Wasser der Ybbs, räucherten
    und lasen Gedichte für den kleinen Jungen vor.

    Als einige Zeit vergangen war, fragten unsere Eltern und Großeltern, wann denn das arme Kind nun kirchlich getauft werden würde?
    Als
    wir bekannt gaben, dass es keine kirchliche Taufe geben würde, brach
    Unfrieden aus in der Familie, es wurde darauf hingewiesen, dass in
    einem so kleinen Dorf das Kind zum Außenseiter werden würde, und die
    Oma drohte damit, den Pfarrer ins Haus zu schicken, wenn wir das arme
    Kind nicht in die Kirche bringen.
    Auf meine Frage, warum ein Kind
    kirchlich getauft sein MUSS, antwortete man mir: Das gehört sich so,
    was sagen denn da die Leute!
    Auch in der Schule würde das arme
    Heidenkind Probleme bekommen, es dürfte dann ja als einziges Kind nicht
    an der Erstkommunion teilnehmen, und im Unterrichtsfach Religion (das
    eigentlich Katholisch-Unterricht heißen sollte, weil andere
    Religionen völlig unbeachtet bleiben) müsste es mangels
    Ethik-Unterricht mit den Ausländerkindern in eine andere Klasse gehen.
    Außerdem
    war aus dem Kirchenrat durchgesickert, dass der arme Junge der EINZIGE
    im Ort wäre, der sein gesticktes Taufband noch nicht abgeholt hätte.
    Also
    ließen wir uns nach langer Debatte breitschlagen, und wir fragten einen
    Pfarrer der mit uns verwandt ist, und der uns recht symphatisch
    erschien, ob er unser Kind taufen würde, auch wenn wir aus der Kirche
    ausgetreten sind- und wir erläuterten ihm die Umstände.
    Dieser
    Pfarrer (aus Oberösterreich kommend) war sehr nett, er spielte einen
    Nachmittag lang mit unserem Sohn, fütterte ihn und trug ihn herum,
    unterhielt sich mit dem Jungen und versicherte uns dann, dass er ihn
    sehr gerne taufen würde. Die Taufpatin sei ja zudem Mitglied in der
    Kirche, es sei also kein Problem.
    Er würde uns die Papiere schicken, und dann könnten wir das Datum schon festlegen für die Taufe.

    Wir
    schrieben also Fürbitten auf, suchten Musikstücke aus, die wir bei der
    Taufe spielen wollten, verschickten Einladungen an die Verwandten, die
    nun froh waren, dass alles ein gutes Ende nehmen sollte. Die Taufpatin
    hatte schon eine Taufkerze besorgt mit dem Namen des Kindes darauf, und
    ein Restaurant für die Feier danach war ausgesucht.
    Blieb nur noch,
    dem Pfarrer im Ort Bescheid zu sagen, damit wir die Tauf-Erlaubnis für
    den anderen Pfarrer bekamen, dieser schickte uns die Unterlagen, die
    unser Pfarrer nur noch stempeln brauchte.

    Und daran sollte es dann scheitern.
    Denn
    der ortsansässige Pfarrer verweigerte die Tauf-Erlaubnis. Zitat: "Nur
    wenn mindestens ein Elternteil wieder in die Kirche eintreten würde,
    könne er unser Kind taufen lassen. Schließlich sei das wichtig, damit
    wir uns in die Kirchengemeinschaft integrieren"

    So kam es, dass das kleine Kind ein Heidenkind blieb, und die Kirche um ein Schäfchen ärmer war.

    oh wow...
    danke.

    das hab ich verstanden.
    und ich habe die frage gerade in einem anderen (schamanischen) forum auch reingestellt, und der betreiber des forums dort hat es mir FAST GENAUSO erklärt!

    vielen, vielen dank!
    besonders geholfen hat mir (ich habe es etwas verkürzt) diese zeile hier:

    Zitat

    ich bringe dem menschen erstmal ein ganzes stück vertrauen entgegen,
    damit er die chance hat es zu missbrauchen

    das ist ein sehr weiser satz, finde ich.
    ich habe meinem partner diese chance noch gar nie gegeben... weil ich viel zu sehr angst hatte, er könnte es missbrauchen.
    aber wie will ich dann jemals sicher sein?

    das ist die essenz...

    vielen dank, das hilft mir enorm weiter!!!!! und das kann ich so auch umsetzen... (jeder gedanke der nicht zu einer handlung führt ist umsonst gedacht)

    :thumbup:

    sonja

    hallo ihr lieben!

    ich habe heute morgen kurz vor dem aufwachen in der traumwelt von
    jemandem einen zettel zugesteckt bekommen, und auf diesem zettel stand
    drauf:
    "vertrauen wächst am ufer der persönlichkeit"
    nun hock ich schon den ganzen vormittag da und denke darüber nach und weiß nicht recht,was das bedeuten soll?
    ergibt es sinn? kann jemand was dazu sagen und es mir trottelsicher
    erklären? vielleicht steh ich auch nur auf der leitung, hatte eine
    anstrengende nacht heute, weil ich gestern wieder mal einen meiner
    "anfälle" hatte und die halbe nacht durchgeheult habe, hab im wohnzimmer
    geschlafen und dabei musik gehört...
    und morgens dann die nachricht im traum...
    danke schonmal und
    alles liebe, sonja

    Zitat

    Ich finde es sollte in der Schule über sämtliche Religionen aufgeklärt und diese neutral behandelt werden.


    tun sie aber nicht.
    bei uns gibts nichtmal ethik-unterricht
    im gegenteil, ich muss schon froh sein, wenn der beruf inquisitor nicht wieder eingeführt wird.
    manche wären hier noch für scheiterhaufen.

    lg, sonja

    Ich habe mir vorgenommen, drei Tage schweigend zu verbringen. Eine Erfahrung, die ich mindestens genauso spannend finde, wie die Erfahrung drei Tage lang blind zu sein, oder einige Wochen enthaltsam zu leben. Wie geht es mir damit? Wie verhalte ich mich? Was verändert sich? Wie verhält sich das Umfeld? Ich bin gespannt!
    Zur INFO: Ich bin Mutter von drei Kindern im Alter von 13 Jahren, 11 Jahren und 9 Monaten, verheiratet und lebe mit meiner Familie im eigenen Haus in einem 900-Seelen-Dorf .

    Erster Tag:

    Schon gestern haben mein Mann und ich Abschied genommen von meiner Stimme.
    Es begann abends, als mir klar wurde, dass ich drei Tage lang ihm nicht werde sagen können, dass ich ihn liebe Mein Mann meinte dann nachts: Ich bin traurig, wenn ich daran denke, dass du drei Tage nicht mit mir sprechen wirst! - und auch für mich ist es ein Gefühl, als würde ein Teil von mir fortgehen
    Zudem ich beschlossen hatte, auch im Internet nicht zu kommunizieren, und mich auch auf keine andere Weise (Zettel und Stifte sind tabu für mich in diesen drei Tagen) auszutauschen.

    Heute Morgen dann, als der Wecker läutet und mein Mann aufwacht, fährt er mir unabsichtlich mit einem Finger ins Auge und ich sage reflexartig geh!
    (Das war mein erstes Wort heute. *lach* )
    Dann verabschieden wir uns wortlos, umarmen uns, und er fährt zur Arbeit.
    Eine Stunde später muss ich meinen älteren Sohn wecken, und schüttle ihn sanft, ohne Guten Morgen- Aufstehen !- zu sagen Er weiß Bescheid, wir haben ihm alles erklärt, und er wird es heute meiner Tochter erklären, die über`s Wochenende bei einer Freundin war und noch nichts davon weiß
    Als mein Sohn dann kurz bevor der Schulbus kommt zu trödeln beginnt, platze ich fast und möchte ihn am liebsten mit kaltem Wasser überschütten- sagen darf ich ja nichtsIch fuchtle mit den Armen und er macht schneller

    Ich überlege, dass ich ja nicht mal ins Dorf gehen kann, weil Gefahr besteht dass mir jemand begegnet, und da kann ich schließlich nicht wortlos vorbeigehen ohne zu grüssen
    Also auf Einkauf muss ich drei Tage lang wohl verzichten Ebenso auf Telefonate Ich hoffe, dass niemand anruft Sicherheitshalber sperre ich die Haustüre zu, damit niemand mich besuchen kommen kann
    Es wird außerdem schwierig für mich, nicht auf Mails oder Forumseinträge zu antworten. Lesen darf ich sie ja, aber keine Antwort geben
    Auch singen darf ich nicht in dieser Zeit, oder Selbstgespräche führen, was ich sonst oft mal mache

    Mein Kleiner bemerkte dann wohl auch, dass etwas anders war heute Morgen
    Nachdem er weinend aufwachte, nahm ich ihn auf den Arm und stellte fest, dass er ganz leicht zu beruhigen war auch ohne Geräusche oder Worte, einfach nur, indem ich ihn an mich drückte, und meine Nase in seiner Halsbeuge vergrub und mein Atem ihn berührte
    Während er dann sein Fläschchen trank schaute er mich groß an und setzte immer wieder aus mit dem trinken, um mir zu sagen EH! und wenn ich darauf nicht reagierte, sagte er wieder (lauter) EH!!
    Ich musste schmunzeln. Er versuchte tatsächlich, mich zum reden zu bewegen!
    Ich schaffte es, trotzdem keinen Mucks von mir zu geben Also schlief er danach wieder ein.

    Nachmittags rutscht mir dann ein Satz heraus, mein Sohn krabbelt herum und scheint plötzlich etwas im Mund zu haben, ich schau ihn an und sage: Was machst Du denn da?
    Ich erschrecke selbst und bin sauer auf mich selbst, weil ich meinen Mund nicht halten konnte.

    Einige Stunden später läutet es an der Tür, der Postbote der sonst sehr selten zum Haus rauf kommt steht draußen und will eine Unterschrift, ich habe einen Strafzettel bekommen für zu schnelles Fahren im Ortsgebiet.
    Ich sage nur Guten Tag und Danke- und schließe die Tür wieder.
    Ich überlege bei mir, ob das Schweigen symbolisch mit dem zu schnell vergleichbar ist.
    Vor wenigen Tagen habe ich mich noch darüber beschwert, dass alles so schnell vorbei ist, Schwangerschaft, Geburt, Hochzeit, Hauskauf, alles verläuft so blitzartig, dass ein Gefühl bleibt, als hätte ich alles nur geträumt. Auch dieses Gefühl war ein Auslöser dafür, dass ich drei Tage schweigen wollte.
    Hat die Langsamkeit etwas mit Stille und Ruhe zu tun?
    Dann kommt meine Tochter nach Hause, wortlos umarme ich sie, ziehe sie zu ihrem Bruder ins Kinderzimmer, und er erklärt ihr alles.
    Von da an ist es kein Problem mehr, die Kinder nehmen Rücksicht, sie versuchen mir von den Augen zu lesen was ich möchte, fragen nach, und ich brauche nur noch nicken oder den Kopf schütteln.
    Einige Fragen muss ich wohl auf Donnerstag verschieben, ich weiß einfach nicht, wie ich sie ausdrücken soll ohne zu sprechen.
    Aber ansonsten verläuft die Zeit ohne zu reden eigentlich ganz gut, es fehlt mir an nichts
    Meine Bekannten und Verwandten reagieren unterschiedlich, von Viel Spaß! bis Gute Erfahrungen bis hin zu Schweigegelübde der Nonne Sonja interessant ist alles dabei

    Abends: Boah, war das ein anstrengender Tag. Dauernd fragt mich irgendwer etwas und ich muss mit Zeichensprache antworten
    Zweimal ist mir heute aus Versehen was rausgerutscht, das hat mich geärgert Sogar einkaufen waren wir in Waidhofen und ich kam mir ein wenig schäbig vor, weil ich die Dame an der Kasse nicht gegrüßt habe Aber was täte denn ein stummer Mensch?
    Mönche hatten es sicherlich einfacher Die wurden nicht ständig angequatscht von irgendwem
    Ein Tag geht zu Ende und ich würde das Experiment am liebsten wieder abbrechen.


    Zweiter Tag:
    Ich wache mit leichten Halsschmerzen auf.
    Halsschmerzen= Unausgesprochenes?
    Morgens habe ich im Halbschlaf zu meinem Sohn Tschüss gesagt als er zur Schule fuhr und sich verabschiedete. Tja Wie schon gesagt. Ein Mönch in einer Zelle tut sich leichter
    Vieles ist einfach Gewohnheit und im Halbschlaf denke ich selten ans Schweigen

    Mittags kann ich der Versuchung nicht widerstehen und gehe raus vor`s Haus, lasse meinen Kleinsten zum ersten Mal im Sonnenschein in der Wiese herumkrabbeln, er bewundert das Gras, die vertrockneten Blätter des letzten Herbstes, ist fasziniert von diesem für ihn total neuartigen Untergrund, ich beobachte ihn schweigend, es ist wunderschön
    Plötzlich hinter mir ein fröhliches: Hallo Sonja! Na, wie geht`s euch denn? Kann er schon laufen?- eine Tante die ich nur sehr selten sehe, zufällig fuhr sie gerade mit dem Rad vorbei, sie machte mit ihrem Mann einen Ausflug öhm *seufz* es klappt einfach nicht Ich rede eine Weile mit ihr, dann fährt sie weiter
    Ich beschließe, das Experiment abzubrechen, nachdem ich heute auch mit meinem Kleinen schon aus versehen zweimal geredet habe
    Vielleicht sollte ich die Übung nächstes Mal in einer abgesperrten Kammer machen.
    Im Winter, wenn`s draußen ohnehin zu ungemütlich ist. Auf jeden Fall keine Menschen weit und breit.
    Mein Mann wird sich freuen wenn er nach Hause kommt. Er fand es gestern schon sehr anstrengend mit mir.

    Fazit:
    Wenn ich nicht spreche, dann sehe ich den Menschen meiner Umgebung öfter in die Augen, ich suche Augenkontakt um mich zu verständigen, ich muss mich mehr bewegen, weil ich niemanden mehr rufen kann.
    Es ist anstrengend, weil ich mich anders bemerkbar machen muss, man wird erfinderisch- zum Beispiel verwendete ich um die Kinder zu rufen eine Glocke die wir über der Wohnungstür haben.
    In der Öffentlichkeit ist es für mich persönlich unrealisierbar, weil ich es nicht erklären kann für die anderen.
    Einkaufen, Spazierengehen, alles wird zum Spießrutenlauf.
    Reden ist Gewohnheit. Ich spreche oftmals ohne zu denken. Sage etwas, ohne es zu bemerken.
    Besonders im Umgang mit den Kindern fällt es mir enorm schwer, nicht zu sprechen.
    Um weiterhin einen Haushalt mit 5 Personen organisieren zu können muss ich mich irgendwie verständlich machen können. Zumindest mit Zettel und Stift, sodass ich aufschreiben kann, was gemacht werden muss.
    Da meine Aktion ziemlich spontan entstand, konnte sich die Familie auch nicht gut vorbereiten darauf.
    Mit meinem Mann alleine hätte es sicher einfach geklappt. Oder ganz alleine. (Da hätte ich ja auch keinen Grund zu sprechen)
    Aber mit Baby und Kindern ist das extrem schwierig.

    Trotz allem eine sehr interessante Erfahrung!


    Alles Liebe, Sonja