Beiträge von Sonja

    Liebe Schuschus,

    das nächste Projekt ist in Planung!

    Es handelt sich um das hier:

    http://www.landlust.de/index.php/Juli-/-August-2008/
    (runterscrollen bis zum Bild mit der Bank und dem Baum)

    Eine runde Bank um den Nussbaum in meinem Garten herum will ich bauen.
    Meine Großmutter hat das nötige Holz dazu gelagert, das von Opa noch da ist.

    *freu*
    Dieses Wochenende hol ich mir das Holz und wenn mir Mattias hilft sind wir sicher schnell fertig mit diesem Projekt. Fotos folgen dann natürlich.
    Liebe Grüsse, Sonja

    Liebe Forenmitglieder,
    heute, als ich die neue Ausgabe meiner Lieblings-Zeitschrift "Landlust" (die ich seit einem halben Jahr aboniert habe und die mir immer wieder große Freude bereitet) erhalten habe, hatte ich eine Idee.

    Ich will ganz für mich alleine, und nur zu meinem eigenen Wohlbefinden ein Projekt starten.
    Es heißt: "Projekt Kontakt zur Natur" und bedeutet für mich, daß ich bis auf weiteres versuche, sehr viel mehr mit der Natur, in der Natur und aus der Natur heraus zu arbeiten.

    Das beginnt bei Kleinigkeiten wie Garten gießen, kreativen Dingen wie Blüten pressen und für Grußkarten verwenden, eine Bank um den Nussbaum bauen, und viel mehr die Dinge aus der Natur nutzen, auch vor allem zum kochen.
    Auf meinem Hügel spriessen die Zuccinis und Gurkenblätter, der Holunder wird bald Beeren tragen, und ich habe noch viel, viel mehr vor...

    Angefangen habe ich heute damit, die Blütenblätter der Rosen und Kapuzinerkresse, Balkonblumen und anderer Blumen zu sammeln, und in einem dicken Buch zu pressen.

    Mei, war das eine Freude!
    Es bewegt die Seele.

    Hier einige erste Bilder von meinem heutigen "Natur- Tag" (ich bin ja noch nicht gesund und darf noch nicht rumlaufen, aber sowas geht auch krank im sitzen vor dem Haus. *freu*)

    Ich werde euch hier in diesem Thread weiterhin auf dem laufenden halten, was ich so treibe draußen...

    Alles Liebe, Sonja

    So, nun ist der Schamanenkreis beendet unalle Teilnehmer sind wieder nach Hause gefahren. Wir hatten Besucher aus Köln und Zürich, Teilnehmende aus Winterthur in der Schweiz und Lübecke in Deutschland...

    Der Ringbau benötigt weit mehr Zeit, als man sich denkt. So ein Seminar mit Ringbau und Bespannung würd in der Tat eine ganze Woche dauern. So hats nur Wolfgang geschafft, eine fertige Trommel in der Zeit zu bauen. Noch nicht trocken, aber sie sieht spitzenmässig aus.

    Meinen Trommelring habe ich inzwischen abgeschliffen, bemalt und lackiert, die Trommelhaut habe ich vorerst in der Holzhütte zum trocknen aufgehängt, damit ich sie jederzeit rausholen, einweichen und zum bespannen nehmen kann.
    Ich hatte sonst Angst es würden Viecher dazu kommen. (Motten, usw...) die würden das Fell zerfressen und Löcher reinmachen, wenn man dann bespannt, reisst das Fell.

    Meine Angeberei, daß ich im eiskalten Wasser der Ybbs ohne mit der Wimper zu zucken schwimmen gehe, hat mir nun eine Nierenbeckenentzündung und Blasenentzündung eingebracht, deshalb bin ich jetzt erstmal krank und bleib im Bett.
    Und im August besuchen wir dann wieder unsere Freunde in der Schweiz. *jubel*

    PS: Eigentlich wollte ich noch viele Fotos reingeben hier, aber ich sehe bei mir am Bildschirm plötzlich nirgends mehr einen Button wo ich Bilder einfügen könnte? weggehext???
    Wenn`s nicht mehr klappt stell ich bei Interesse gerne einen Link zum Online-Fotoalbum hier rein! (Einfach kurz melden)


    Alles Liebe, Sonja

    hallo kai!
    mist, ich hab das schonmal wo gelesen und hab`s vergessen.
    sorry, da kann ich dir nicht witerhelfen.
    alles liebe dir und viel erfolg bei der suche!
    sollte es mir wieder einfallen schreib ich dir`s hier rein, versprochen

    liebe grüsse, sonja

    hallöchen!
    also ich seh das so: um die angst vor dem tod zu überwinden muss man nur mal sterben.
    es ist gar nicht so schlimm. irgendwo hier im forum hab ich mal meinen bericht vom kindbettfieber gepostet. da war`s knapp.
    ich wusste dann als es soweit war, daß es nicht schlimm ist, und ich wußte aber auch, daß ich noch nicht wollte und konnte zurück.
    seither hab ich keine angst mehr vor dem sterben.
    es passiert nix schlimmes. der raum dehnt sich und zieht sich zusammen und es wird ganz hell und man schwebt und verliert isch... und dann wurde mir plötzlich bewusst, daß ich noch nicht will- und kam wieder zurück.

    im schamanischen gibt es den "schamanentod". dazu geht man in die geisterwelt und bittet um zerstückelung, oder man durchlebt etwas, das dem sterben gleichkommt.
    da geht es nicht um den körper. es geht um loslassen und neu zusammengesetzt werden.
    das habe ich auch schon mehrmals gemacht und ist jedesmal wieder sehr reinigend und man lebt hinterher bewusster (egal auf welche weise man das sterben durchlebt, ob real oder bewusst in einer geistreise)

    es ist gut, sich darin zu üben, dann überrascht es einen nicht mehr so, wenn es mal in echt passiert, und man fühlt sich sicherer dabei.
    alles liebe, sonja

    danke, das ist eine nette erzählung :)
    achtsamkeit ist eine wichtige sache im leben.
    ich lege sehr viel wert darauf, mich mit achtsamen menschen zu umgeben. schon alleine deshalb weil ich es gern harmonisch mag und wenn ich leute im umfeld habe die unbewusst leben, dann wissen sie oft nicht, was sie denken, tun, oder sagen. und dann beginne ich oft auszugleichen und das kostet mich kraft.
    wenn es also unrund läuft, unharmonisch ist, dann versuche ich, das in gleichklang zu bringen indem ich mich bemühe, besonders achtsam zu sein. deshalb umgebe ich mich gerne mit menschen die wissen was sie denken, tun und sagen, bewusst, achtsam mit sich und denen, die sie im umfeld haben... dann kann ich meine energie besser für mich behalten und verliere sie nicht an unachtsame menschen...

    alles liebe, sonja

    Der Trommelbau

    Da ein Dammhirsch Punkte hat, und eine eckige Trommel meiner Meinung nach nicht zu runden Punkten passt, wollte ich unbedingt eine runde Trommel bauen, obwohl wir nur Holz für eckige Trommeln hatten.
    Deswegen fuhren Wanderer und ich nochmal los, um biegbares Holz aufzutreiben, für runde Trommeln.
    Schon der erste Versuch klappte, wir kamen in eine Tischlerei, wo gerade zwei Männer am Arbeiten waren, wir erklärten ihnen kurz, was wir wollen, und einer der Männer ging zu einem Regal, und zog das passende Stück Biegeholz heraus, das er uns auch gleich in Streifen schnitt, für die passende Rahmengrösse.
    Glücklich fuhren wir mit unserem Biegeholz nach Hause zurück, und gestern begannen wir dann das Holz in der Badewanne einzuweichen, damit es nicht bricht beim biegen.
    Wir legten die Felle kurz auf, um auszumessen, wie groß die Trommel werden kann, und dann wurde das Holz gebogen und geleimt.
    Nasses Holz und weißer Leim ergibt eine schaumige Masse die nicht klebt.
    Deshalb trockneten wir die erste Biegeholz-Runde erstmal am Ofenfeuer.
    Die zweite Runde die um die erste Holzschicht rundherum geleimt wurde, ließen wir trocken, und es klappte viel besser, wir hatten dann auch besseren Kleber. (Kleber an den Händen, Kleber in den Haaren, Kleber auf der Kleidung, usw...)
    Dann kam noch eine dritte Runde Biegeholz drüber, die ebenfalls festgeleimt wurde.
    Mit Schraubzwingen hielten wir die Schichten zusammen und legten die Trommel über Nacht vor den Ofen im Seminarraum zum trocknen.


    Heute machte ich dann die Feinarbeit, und begann das Holz abzuschleifen an den Kanten, damit das Fell da nicht drauf rumfleddert und das Ganze zu vibrieren beginnt.
    Mit einem Messer wurde die grobe Arbeit gemacht, mit Schleifpapier dann die Feinarbeit.
    Schon während der Arbeit merkte ich, daß die Trommel bereits lebt, auch wenn es noch keine ist. Da steckt Leben drin. Es ist ein Wesen, das entsteht. Ein belebtes Wesen... Ich war drin in der Trommel als ich daran arbeitete, hab mich mit ihr verbunden. bin ein Teil von ihr, oder sie von mir...
    Das ist was anderes als gekaufte Trommel...

    PS:natürlich haben wir dem dammhirschen gedankt, der sein leben lassen musste.
    das machen wir einmal, indem wir beim einweichen der rohhaut salbeiblätter ins wasser legen, als dank dafür. ich mache diese arbeit in den nächsten tagen und habe zusätzlich an rosenblätter gedacht, die zur zeit gerade blühen.
    dann wird die rohhaut bevor sie aufgespannt wird auch noch betrommelt und dabei wird eine geistreise zu dem tier gemacht, auch damit wir wissen, wie das tier gestorben ist, ob es ein männchen oder ein weibchen war, ob es uns etwas zu sagen hat, und um uns noch zu bedanken bei dem tier, das für diese trommel gestorben ist...bzw. wäre es auch ohne die trommel gestorben, es war ja schon tot...
    die reise wird ebenfalls gemacht, bevor die trommel fertig ist.
    ist die haut dann auf die trommel gespannt, trocknet sie da erstmal.
    der erste schlag auf der trommel geht an den hirschen. es wird eine hirsch-trommel. der hirsch lebt in dieser trommel weiter und hat sein leben nicht umsonst gegeben.

    Sonja


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    Dammhirschjagd

    Gestern sind wir dann auf die Jagd gegangen. Nachdem klar war, daß wir Samstag mit dem Trommelbau beginnen werden, machten wir uns auf die Suche nach dem passenden Zubehör.
    Während Wanderer, Iffi und Wolfgang das Holz für den Rahmen besorgten, suchte ich erstmal telefonisch in Schlachthöfen, Gerbereien und Fleischhauereien nach Rohhäuten.
    Im gesamten Umkreis gab es nichts. Drei Kalbsfelle wären das Einzige Angebot gewesen. Das war zu wenig.
    Ich bekam dann eine Adresse von einer Gerberei in Enns (etwa eine Stunde Autofahrt von hier) die sich angeblich auf Trommelhäute spezialisiert hätte.
    http://www.edlauer.at/
    Wir wollten also da hin.
    Gestern sind wir losgefahren. Alle Autos vollgepackt mit Leuten, Kinderwagen und viel Geld für die Rohhäute, machten wir uns auf den Weg zur Autobahn, und fuhren nach Enns.

    Als wir dort ankamen, bei der Gerberei, und die Verkäuferin uns sechs Pergamentartige Häute vor die Beine schmiss, die der Chef für uns ausgesucht hätte, schauten wir alle etwas belämmert aus der Wäsche.
    Ich meine, ich hatte dort angerufen, und gesagt daß wir kommen, und daß wir sechs Trommeln bauen wollen, und wir fahren extra dort hin auf der Autobahn um uns was anzusehen, und dann wäre da für jeden genau ein Stück Haut aus Ziege zur Auswahl gewesen....

    Also fragten wir vorsichtig nach, ob es da nicht noch mehr gäbe? Hirsch? Reh? Kalb? Sonstiges?
    Die Verkäuferin war angesichts Hund und Kinderwagen und Schweizern und Deutschen und so vielen Wünschen völlig überfordert, sie betonte gleich, daß der Chef nicht da wäre, der käme erst um sieben, und ob wir da nicht nochmal kommen könnten?
    Ich klärte sie auf, daß wir extra aus Opponitz kommend hierhergefahren seien und ja angerufen hätten und gesagt hätten daß wir kommen. *grummelbrumm*
    Also machte sie sich auf die Suche nach einem Hirsch.
    Wieder kam sie mit so einem Pergament-Ding, und ich fragte vorsichtig nach den Preisen. 70-80 Euronen.
    *schluck*
    Aber naja, wenns nix anderes gibt und wir eben Trommeln wollen....

    Glücklicherweise kam dann Thalia auf die Idee nach Dammhirsch-Rohhäuten zu fragen!
    Und da kamen wir dann der Sache näher... Ja, sagte die Verkäuferin, Damm-Hirsche gäbe es schon, aber da müsse sie den Chef fragen, weil die wären im Magazin unten, und die wären eben noch roh....
    Sie telefonierte also mit dem Chef, und Wanderer bekam Jagdinstinkt, wir witterten fette Beute.
    Ja, wir dürften mit ihr ins Magazin.
    Also trippelten wir freudig alle hinter ihr her nach unten, durch eine Halle wo es meiner Meinung nach schon fürchterlich stank, durch einen kleinen Hof, durch eine Tür und -WUMM- WAAAAH-es haut mich fast aus den Latschen, auf den Geruch war ich überhaupt nicht vorbereitet... Ich stand vor stapelweise Fellen, eingewickelt in Lauge und Salz, jede Menge Krabbelgetier drauf herumkreuchend und fleuchend, stinkend, aber FELLE mit Punkten und wunderschön, Ziege, Schafe, Hirsche, usw.... ein ganzer Raum davon... Nur der Gestank kaum auszuhalten.
    Thalia blieb mit Floh sicherheitshalber draussen, und wir kämpften uns tapfer durch bis wir jeder unseren passenden Dammhirschen gefunden hatten, die die Verkäuferin mit Gummihandschuhen für uns aufbreitete und wieder zusammenrollte.
    Nachdem sich auch Wanderer Gummihandschuhe geben ließ und uns half, Felle auszubreiten, zu überprüfen auf Löcher, und wieder zusammenzurollen, hatten wir bald unsere passenden Felle beisammen, die wir in Müllsäcke stopften und raus trugen.

    Ich bemerkte überrascht, daß der Gestank nach wenigen Minuten nicht mehr schlimm ist, man gewöhnt sich sehr schnell daran.
    Ich verließ den Raum und ging nach draussen, und meine Tochter verzog das Gesicht, rümpfte die Nase und meinte, ich solle mich bloß nicht bewegen, meine Kleidung würde stinken!

    Als ich später noch einmal in den Raum gehen will, kann ich es nicht mehr, der Geruch erschlägt mich.
    Ich nehme dann nur noch meinen Sack mit meinen Fellen und wir gehen in die Verkaufsräume rauf zurück, um zu bezahlen.
    Zwei Hirsche um 78 Euronen.

    Die Jagd war erfolgreich. Weidmanns-Heil.
    Sieben Dammhirsche in eineinhalb Stunden.
    Das musste gefeiert werden und ich lud die ganze Mannschaft zum essen ein.
    Dann ging`s weiter ins "Kieseck", wo wir uns verwöhnen ließen mit Schafskäse und Brettljause, Birnensaft und Most, Löwenzahnschnaps und einer traumhaften Aussicht auf die Ybbstaler Bergwelt.
    Bei Sonnenschein saßen wir unter dem Kastanienbaum und hatten eine schöne Zeit bis zum Abend.

    Liebe Grüsse, Sonja

    Hallo ihr Lieben!

    Am Dienstag hatten wir einen richtig schönen Trommelabend.
    Wir haben im Seminarraum ordentlich eingeheizt, und die Trommeln vor dem Ofen platziert, damit sie ordentlich gespannt waren.
    Es wurde eine gute Räucherung vorbereitet, und Thalia hat mit dem Staubsauger die Runde gemacht, damit es schön sauber ist.
    Zwei Besucher waren angekündigt, und es sollte einfach eine gemütliche Trommelrunde werden.

    Als wir alle da waren, saßen neun Leute rund um Kerze und Räucherung, und sieben davon hatten Trommeln, während zwei rasselten.
    Die erste Runde war eher schnelleres Trommeln, das langsam leise ausklang, danach folgte wildes durcheinandertrommeln- und rasseln, das sich langsam rhythmisch auf ein gemeinsames Trommeln einpendelte.

    Nach einer kleinen Pause gab es eine Trommelmassage für einzelne Leute, dazu wird die Trommel über dem Kopf gehalten, auf die Unterarme aufgelegt, und zwei Leute trommeln erst vorsichtig und dann immer lauter und schneller werdend, eine Weile wild durcheinander und dann den Rhythmus findend übr dem Kopf des Klienten, was einer "schamanischen Dusche" gleichkommt, und sich sehr angenehm anfühlt...

    Danach folgte ein "Spiraltrommeln" das Iffi vorgeschlagen hatte, einer in der Runde beginnt mit einem Trommelschlag, und es sieht aus, als würde man den Ton mit der Trommel an den Nächsten weiter geben.
    Also wenn der erste geschlagen hatte, folgt der Nächste und gibt den Ton weiter an seinen Nachbarn.
    Zuerst ganz langsam, später immer schneller. Und jede Trommel hat eine andere Tonlage, so entsteht eine Melodie...
    es war eine lustige Erfahrung, und sie wurde zweimal in Chaos beendet, weil es irgend jemanden raus haute (ich glaube es war beide Male Wanderer) *kicher*

    Direkt danach folgte eine Runde Herzrhythmus-Trommeln, das ich persönlich als sehr entspannend und beruhigend empfinde, mein Jüngster hat derweil die Vorhänge runter gerissen und weil wir uns gegenseitig immer lachend anschauen mussten, sind wir dann aus dem Takt gekommen und haben lachend abgebrochen. (Herzrhythmusstörungen sozusagen)

    Am Ende des Tages gab es noch zwei schamanische Geistreisen, ich habe also mit vier Schlägen für die Himmelsrichtungen die Runde eröffnet und wir trommelten für Geistreisen.

    Im Dunkeln saßen wir noch eine Weile vor dem Haus zusammen, es wurden Haiku vorgelesen, eine Kerze brannte, Glühwürmchen flogen herum, es wurde gelacht und geredet, Holundersaft getrunken und geraucht, und als alle Gäste nach Hause gegangen waren donnerte in den Bergen ein Gewitter los und der Himmel leuchtete von hellen Blitzen... es rumorte und polterte, und immer wieder leuchtete das Dorf im hellen Blitzlicht...

    Und heute scheint wieder die Sonne, als wäre nichts gewesen.

    hallo!

    na, ich denke es gibt einen unterschied zwischen volksDÜMMLICHer musik, und volkstümlicher musik.
    ich kann diese volksmusik-sendungen im fernsehen überhaupt nicht ausstehen, weil die sänger/sängerinnen da wirklich blöde grinsen, schnulzen von sich geben und sich bewegen als müssten sie auf die toilette. die texte sind völlig schwachsinnig, die musik ist unter aller sau und im publikum schunkelt der pensionistenverein glückselig. *grusel*

    im gegensatz dazu liebe ich anspruchsvolle volksmusik wie hubert von goisern, der mit mehreren CD`s in meiner musiksammlung vertreten ist und den ich mir auch live angesehen habe.
    jemand der altes brauchtum weitergibt, (jodeln, ziehharmonika spielen, g`stanzl- singen, usw...) finde ich echt klasse.

    alles liebe, sonja

    Ihr Lieben,
    gestern hat der "Schamanenkreis 2008" bei mir in der Villa Raabennest begonnen, und wir werden bis zum 17. Juni unsere Trommeln vereinen.
    Es sind noch Plätze frei, wer also noch teilnehmen möchte, kann sich gerne per Mail bei mir melden!
    (Informationen findet ihr hier: http://schamanenkreis.schuschu.org/forum/portal.php)
    Den gestrigen Tag begannen wir mit dem Rufen der Geister.
    Anbei die ersten Bilder und ein kleiner Bericht. Alles Liebe, Sonja


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    Das Rufen der Geister


    Wir sitzen am Boden des Seminarraumes der Villa Raabennest, trommeln auf unseren Schamanentrommeln, im Ofen knistert ein Feuer, durch das offene Fenster dringt das Rauschen des Regens.
    Mit geschlossenen Augen trommeln wir die Geister herbei, und ich sehe sie aus allen Richtungen kommen.
    In Gedanken sage ich in meinem Dialekt: Ihr Geister vom Berg und vom Fluss, von da Erdn und von da Luft, kummts und helfts uns bei unserem Vorhabn!
    Ich sehe wie der Geist des Wächterfelsens ober dem Haus herunter kommt, und eine Reihe von Wesen folgt ihm, er kommt langsam näher, betrachtet jeden Einzelnen in der Runde, und tippt jedem auf die Stirn.
    Dann bleiben er und die anderen Wesen in angemessener Entfernung stehen und betrachten uns.
    Wanderer steht auf und ruft die Geister mit seinen Glöckchen. Ich trommle einen ganz langsamen Rhythmus, ein Schlag auf die Trommel, Pause, ein Schlag auf die Trommel, Pause, und dazwischen hört man die Glöckchen, in verschiedenen Tonhöhen, das Rufen der Eule, das langgezogene HUhuuuuuu mit einer Art Eulen-Flöte
    Die Wesen kommen näher, bilden einen Kreis aus Licht um uns herum, und während wir später zusammen immer schneller und lauter trommeln, verbinden sich alle Wesen zu einem Lichtkreis, immer schneller wirbeln sie um uns herum, bis es nur noch ein weißer Streifen zu sein scheint, der sich ausdehnt und eine Kuppel über uns bildet.
    Ich erfahre, dass je nachdem, was wir brauchen, die Kuppel ihre Farbe ändern kann.
    Brauchen wir Heilung, färbt sie sich grün. Brauchen wir Kraft färbt sie sich orange.
    Je nachdem wie laut oder wie leise, wie schnell oder langsam wir trommeln, desto höher oder niedriger wird die Kuppel.
    Unsere Trommeln geben vor, wie sich die Wesen verhalten. Gute Ortshelfer.
    Das Feuer knistert, die Trommeln dröhnen, und der Raum ist erfüllt von Andersweltlichen, während draussen der Regen weiter auf die Blätter prasselt und Wanderers Hund gemütlich
    auf seiner Decke vor sich hin träumt

    Ihr Lieben, diese Woche wurde ich gefragt, ob ich ein Interview geben würde zu meinem Buch "Das Flüstern der Geister"
    Die Anfrage kam von http://www.Literatopia.de und da ich dort schon vor Jahren mitgeschrieben habe, als es noch "Literaturportal" hieß, habe ich zugesagt und bekam die Fragen zugeschickt, die ich dann ausführlich beantwortet habe.

    Viel Spaß,

    Sonja


    Interview mit Sonja Benatzky

    Literatopia: Hallo Sonja! Erzähl uns doch etwas von Dir. Wer bist Du, woher kommst Du und was machst Du?

    Sonja Benatzky: Ich bin eine 32-Jährige Mutter von drei Kindern. Tochter Billie-Jo, 14 Jahre alt, Sohn Björn-Dorian, 11 Jahre alt, und Sohn Finn-Loris, 1 Jahr alt. Weiters leben bei uns zwei Katzen (die dritte starb vor wenigen Wochen) und zwei Sittiche. Ich bin verheiratet mit dem besten Mann der Welt, er ist 10 Jahre jünger aber 10 Jahre weiser als ich. Geboren bin ich in einem Bergdorf in Niederösterreich, in der Nähe von Waidhofen/ Ybbs. Vor zwei Jahren habe ich mich dazu entschlossen, ein zweites Mal zu heiraten, noch ein drittes Kind zu bekommen und ein Haus zu kaufen. Das alles haben wir verwirklicht. Nach der Geburt von Finn-Loris im Mai letzten Jahres hatte ich ein Nahtod-Erlebnis, ich wäre beinahe an Kindbettfieber gestorben. Als ich aus dem Krankenhaus kam, haben wir mittelalterlich geheiratet, auf der Burg Gallenstein in der Steiermark, mit einer Mittelalter-Band, mit Dudelsack, Tanz im Burghof und Ritterplatte. Es war gigantisch schön. Das war im Juni. Und im September haben wir ein Haus gekauft. Insgesamt haben wir jetzt 2200 Quadratmeter Grundfläche, die ich zu einem Urwald verwildern lassen möchte. Und hier leben wir nun und fühlen uns als wären wir stolze Burgbesitzer. Es ist schön mit so vielen Kindern und Tieren zu leben. So hört die Natur nicht an der Haustür auf, sondern sie kommt ins Haus herein und macht alles lebendig. Da spürt man das Leben.

    Fragen zu Das Flüstern der Geister


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    Literatopia: Das Flüstern der Geister erzählt unter anderem die Geschichte, wie Du zur Schamanin wurdest. Was hat Dich dazu bewegt, diese doch recht persönliche Geschichte anderen zugänglich zu machen?

    Sonja Benatzky: Ganz einfach: Die bewegendsten Momente sind die, die mich am meisten inspirieren, zu schreiben. Das war sicher einer der bewegendsten Momente in meinem Leben, darum habe ich darüber geschrieben. Außerdem wollte ich aufräumen mit dem Klischee, dass nur eingeborene aus Amerika oder sibirische Nomaden Schamanen werden können. Und dann ist da noch das Vorurteil, dass Schamanen etwas ganz abgehobenes, höchst-spirituelles, wenn nicht sogar göttliches sind. Das ist auch Unsinn. Schamanen sind vor allem Menschen. Sie sehen nur ein wenig mehr als andere.

    Literatopia: Zwischen den Gedichten finden sich immer wieder Haikus, die einen ganz eigenen Platz im Buch bekommen haben. Wie bist Du zum Haikuschreiben gekommen? Was bedeutet es für Dich? Hältst Du Dich dabei an die klassischen Regeln oder schreibst Du frei? Was ist deiner Meinung nach das Schwierige an dieser Dichtkunst?

    Sonja Benatzky: Das Schwierigste daran ist wohl, den 5-7-5-Rhythmus aus dem Kopf zu bekommen, wenn man mal infiziert ist. Ich rannte vor Begeisterung in der ersten Zeit nur auf der Suche nach Momenten durch die Gegend, habe sogar tagelang Stift und Papier bei mir getragen, falls mir etwas begegnet, woraus ich ein Haiku machen könnte. Ich hielt mich in den Anfangszeiten sehr an die Regeln, aber je länger ich mich mit Haiku beschäftigte, desto freier wurden sie. Meist versuche ich sie, so kurz wie möglich zu halten, also wenn 3-5-4 oder 2-4-2 daraus wird, ist für mich auch gut. Das Haikuschreiben bedeutet mir sehr viel. Es ist für mich die Essenz von dem, was ich erlebe. Ich fasse oft einen Tag in einem Haiku zusammen. Das ist natürlich nicht einfach, weil man jeden Tag viel erleben kann. Aber ich versuche am Ende eines Tages den Tag in drei Zeilen zu packen. Die Essenz des Tages sozusagen. Das bringt mich auf den Punkt, bringt mein Leben auf den Punkt. Ordnet. Es macht Ruhe in mir. Bringt mir Stille. Ich muss zugeben, dass ich nicht mehr weiß, wie ich dazu gekommen bin. Aber ich weiß, durch wen. Markus Sulzberger aus dem Forum Luxarium hat mich angesteckt. Er ist einer, den ich immer als großes Vorbild sehe, wenn es um Haiku geht. Aber er ist sehr radikal. Von ihm habe ich die strengere Art der Haikus. Die freie Art zu schreiben haben mir andere nahe gebracht.

    Literatopia: Der Titel Das Flüstern der Geister lässt auf ein spirituelles Buch schließen. Leider werden Spiritualität und Esoterik in unserer Gesellschaft oft gleichgesetzt. Wie siehst Du das? Missfällt es Dir, in die Esoterik-Ecke geschoben zu werden? Oder bist Du ihr gegenüber sogar aufgeschlossen?

    Sonja Benatzky: Ich mag den Begriff Esoterik überhaupt nicht. Und ich hatte streng genommen auch nie etwas am Hut mit Esoterik, weil ich aus einer ganz anderen Ecke komme. Ich weiß nicht, wann der Begriff Esoterik entstand, jedenfalls gab es Schamanismus wohl schon tausende Jahre vorher. Ich komme aus einer anderen Richtung. Ich bin durch die Natives zum Schamanismus gekommen. Mein Interesse galt immer den Eingeborenen. Ich hatte drüben Brieffreunde. Und durch die bin ich zu deren Glauben gekommen. Ich habe mein Wissen nicht aus Büchern sondern aus dem Erleben. Darauf bin ich stolz. Aber es ist für mich natürlich schwer, für meine Art von Arbeit Werbung zu machen, denn wenn ich das Wort Schamanismus in den Mund nehme, denken alle sofort an den esoterischen Teil. Ein anderes Wort dafür konnte ich aber leider immer noch nicht finden. Für mich ist das Leben mit den Geistern nichts Esoterisches eigentlich, sondern etwas Natürliches. Leben mit der Natur, in der Natur, aus der Natur. Menschen SIND ja Natur. Wir bestehen aus ihr. Und alles ist beseelt. Be-GEISTERT eben.

    Allgemeine Fragen

    Literatopia: Drehen sich all Deine Geschichten und Gedichte um Dich und deine Familie oder schreibst Du auch über Menschen, die Du vielleicht noch nie persönlich getroffen hast? Zum Beispiel, wenn Du etwas über jemanden gelesen hast?

    Sonja Benatzky: Ich schreibe meistens schon das, was ich selber erlebt habe, was aus mir kommt. Darum sind auch die Gedichte total unterschiedlich, manche sind gut, manche sind grottenschlecht. So wie ich gute Tage und schlechte Tage habe. Das, was ich erlebe, verarbeite ich in Gedichten. Kann sein, dass mich manchmal auch eine schlechte Nachricht aus anderen Ländern inspiriert, so wie ein Krieg irgendwo oder ein Missbrauch-Fall. Das beschäftigt mich dann, und dann schreibe ich auch darüber. Aber ich schreibe nicht über Dinge, die mich nicht bewegen würden.

    Literatopia: Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Hast Du sozusagen schon immer geschrieben, angefangen als Kind, oder gab es irgendwann einen Punkt, an dem Du meintest: So, jetzt versuche ich es?

    Sonja Benatzky: Meine Mutter hatte über 60 Brieffreundschaften in der ganzen Welt. Das Interesse für fremde Länder und fremde Kulturen habe ich wahrscheinlich von ihr geerbt. Sie hat auch das nötige Kleingeld, um die Länder dann zu besuchen, war schon überall, von den Seychellen über Jamaika bis Kanada. Sie legte auch immer Wert darauf, dass ich auch Brieffreunde habe, damit ich gut Englisch lerne. Mit zwölf Jahren hatte ich dann meine erste Brieffreundin aus Finnland, dann kurz danach die zweite Brieffreundin aus Malta, weitere folgten aus Deutschland, England, Cayman Islands, Ghana und so weiter. Ich schrieb oft bis zu fünf Briefe am Tag, sammelte die Briefmarken aus fremden Ländern und wir verschickten untereinander Friendbooks, das sind kleine zusammen geklammerte Heftchen, in denen jeder seine Adresse und Hobbys eintrug, und das dann weiter schickte an die nächste Brieffreundin. So sammelte man Adressen aus verschiedensten Ländern. Der, der so ein Heftchen los schickte, bekam es oft nach Jahren wieder zurück, gefüllt mit Adressen, und wir verschickten hunderte davon, sodass wir immer eine große Auswahl hatten. So kam ich dann auch zu meiner ersten Brieffreundin aus Kanada, damals wusste ich gar nicht, dass sie Indianerin ist, das hat sie mir erst nach vielen Briefen mitgeteilt. Und erst nach einem Jahr schriftlichem Austausches erfuhr ich, dass ihr Mann Schamane sei. Ich war immer begeistert von Amerika, von den Indianern, von Harley Davidsons und der Route 66. Das war immer mein Traum. Dadurch hab ich immer geschaut, dass ich Leute finde, die aus Amerika kommen, denen ich schreiben konnte. Ich habe dadurch viele indianische Brieffreunde gefunden, denen ich teilweise heute noch schreibe. In Reservaten, in Gefängnissen, und einigen wenigen die das Glück hatten in Freiheit leben zu drüfen. So entstand mein Interesse zum Schamanismus.

    Literatopia: Was inspiriert Dich? Welche Orte suchst Du auf, wenn über das Schreiben nachdenken willst? Brauchst Du eine besondere Atmosphäre oder kannst Du überall und jederzeit schreiben?

    Sonja Benatzky: Inspirierend sind bewegende Momente. Egal ob Trauer, Freude, Wut oder Liebe, Gefühle sind der beste Motor zum schreiben. Also kann ich überall schreiben. Weil wütend kann ich überall sein. Und freuen kann ich mich auch überall. Ich schreibe sowohl im Trubel als auch bei absoluter Stille. Das ist mir egal.

    Literatopia: Planst Du ein weiteres Buch? Wenn ja, wird es ähnlich konzipiert sein wie "Das Flüstern der Geister" (also eine Mischung aus Geschichten und Gedichten)?

    Sonja Benatzky: Ich hätte schon ein weiteres Buch fertig. Allerdings nehme ich es nicht so streng mit dem Veröffentlichen, ich schreibe gerne, viel - und vor allem überall. Das passt den Verlagen natürlich nicht. Die wollen ja alles selber haben, damit das Buch gekauft wird. Das darf man dann nirgends anders mehr lesen dürfen. Geschäftsleute eben. Mir ist das nicht so wichtig. Wenn ich ein Buch machen will, dann nur, damit ich das, was ich monatelang oder jahrelang erlebt habe, in der Hand halten kann, gebunden. Ich habe inzwischen auch aufgehört, nach Verlagen zu suchen. Es ist mir nicht wichtig, ein Buch zu schreiben. Ich schrieb auch mein erstes Buch nicht wirklich mit dem Hintergedanken, dass ein Buch daraus werden sollte. Nur, als ich dann zu viele Texte beisammen hatte, dachte ich, das wär doch klasse, die jetzt mal gebunden, mit Buchdeckel, in der Hand zu halten. So gesammelt. Deshalb war es für mich eine riesige Freude, dass Herr Rothacher vom Epikur Verlag gleich zugesagt hat, nachdem ich ihn damals im Literaturportal zufällig gelesen hatte und ihn gefragt habe, wie das wäre mit einem Buch.

    Wenn ich jetzt noch mal bei ihm verlegen wollte, müsste ich aber auf jeden Fall was ganz Neues schreiben. Einen Roman vielleicht. Gedichte sind ja nicht so wirklich erwünscht. Aber über einen Roman hab ich mich noch nicht drüber getraut, auch wegen dem Zeitaufwand, und dann muss ja da alles zusammen passen. Eine Geschichte erfinden, das kann ich nicht so gut. Da würde ich sicher irgendetwas vergessen und dann stimmt das nicht mehr zusammen. Wenn, dann würde ich wahrscheinlich einen schamanischen Thriller schreiben.

    Leserfragen

    Leserfrage: Wie erklärst Du es dir, dass Lyrik heutzutage nicht gerade ein Verkaufsschlager ist?

    Sonja Benatzky: Das ist wie mit dem Malen. Inzwischen malt jede Hausfrau. Man verkauft keine Bilder mehr, wenn man nicht stinkreiche Sponsoren hat. Ich habe Ausstellungen gehabt mit meinen Malereien, die sind drei Monate in einer belebten Behörde an der Wand gehangen, und kein einziges habe ich verkauft. Trotz Eröffnung mit Bürgermeister-Ansprache und Trommelgruppe und Fernseh-Interview und Nationalrats-Abgeordneter. Da ist der ganze Aufwand zu groß. (Vernissage, Interview mit Fernsehen, Eröffnung, die Bilder müssen ja auch gerade aufgehängt werden, hingebracht und wieder abgeholt werden, usw) Mit den Gedichten ist das genauso. Jeder zweite Fritze schreibt. Und jeder glaubt, er kann was. Und jeder will berühmt werden damit und Geld verdienen. Die Verlage sind wahrscheinlich überfordert, weil die Hälfte davon Müll ist. Wirklich gute Gedichte, wenn ich so was lesen will, dann kaufe ich mir Rilke oder Hesse und bestimmt keine deutsche Hausfrau, die ich nicht kenne.

    Leserfrage: Wann schreibst Du? Nimmst Du Dir Zeit dafür und setzt Dich bewusst hin, oder wird das von Deiner Laune bestimmt - wenn Du zum Beispiel etwas loswerden willst etc.?

    Sonja Benatzky: Ich brauche keinen bestimmten Platz und keine bestimmte Zeit. Ich brauche nur bewegende Momente. Dann fließt es von selber.

    Leserfrage: Du schreibst viel über das, was Du erlebst, was Du um Dich herum wahrnimmst, was Dich beschäftigt. Was bedeutet es für Dich, zu schreiben?

    Sonja Benatzky: Schreiben bedeutet mir alles. Könnte ich nicht schreiben, müsste ich singen. Ich male ja auch und trommle auch. Also irgendwie muss man das erlebte ja raus lassen. Und da ich viel erlebe, muss ich wohl viel raus lassen. Ich kann das nicht alles bei mir behalten. Es gibt bestimmt Menschen die das alles schlucken würden und verdauen und dann auf irgendeiner Toilette lassen und wegspülen. Ich gehöre nicht zu denen. Ich kann das nicht. Schreiben ist verarbeiten von erlebtem. Könnte ich es nicht rauslassen, bekäme ich bestimmt Geschwüre.

    Leserfrage: Für Dich ist Schamanismus mehr als ein Wochenend-Hobby. Inwiefern beeinflusst er Dein alltägliches Leben?

    Sonja Benatzky: Es ist Alltag. Es durchdringt mich und meine Familie. Es ist so selbstverständlich geworden, dass ich es gar nicht bemerken würde, wenn da nicht die Kleinigkeit wäre, dass die Leute im Dorf mich meiden. Ich habe zum Beispiel einen Flohmarkt veranstaltet. Dazu habe ich Plakate verteilt im Ort und Werbung gemacht in Zeitungen. Es kamen Leute von auswärts, und es kamen Flüchtlinge, die hier im Ort leben. Ansonsten kam NIEMAND. Kein einziger Mensch von hier aus dem Dorf, nicht einmal die Nachbarn. Ich glaube, dass die Leute Angst haben vor dem was ich mache. Ich kann es aber auch nicht erklären, wenn niemand es hören will.
    Ich wurde von der Direktorin der Schule im Ort aufgefordert, den Kindern nichts über Schamanismus zu erzählen, weil die Eltern das nicht wollen. Ich durfte hier im Ort weder Naturerfahrungs- Seminare für Kindergartenkinder machen, noch Traumfängerweben in der Schule anbieten, weil das den Pädagogen zu spirituell war. Da wir ein erz-katholisches Dorf sind, werde ich eben mit Missachtung bestraft. Ich habe es auch mit der Kunst versucht, aber da wurde mir dann gesagt: Wir haben hier schon eine Künstlerin, du brauchst nicht glauben, dass du hier Erfolg haben wirst! (wortwörtlich!) Auch das Jugendamt wurde mir nach Hause geschickt, aber die konnten nichts Auffälliges feststellen und sind wieder gefahren. Das ging so weit, dass der Pfarrer uns nicht erlaubte unseren Sohn taufen zu lassen. Mein Mann und ich wir sind beide aus der Kirche ausgetreten, hätten aber unserem Sohn die katholische Taufe ermöglicht. Die Taufpatin wäre in der Kirche gewesen, wir hatten schon einen Pfarrer in Oberösterreich gefunden, der unseren Sohn getauft hätte, er brauchte nur noch eine Erlaubnis des Pfarrers im Ort. Dieser verweigerte uns die Taufe. So bleibt mein Sohn eben auch ein Heidenkind, was mich nicht weiter stört. Um auf die Frage zurück zu kommen: Es ist kein leichtes Leben, aber ein erfülltes Leben. Die Kraft beziehe ich aus der Natur. Und den Menschen begegne ich mit viel Verständnis. Das Mittelalter ist ja noch nicht so lange her.

    Dieses Interview wurde von Judith Gor für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.

    Erhältlich ist das Buch bei http://www.epikur.ch

    Zitat

    Magie kann nur wirken, wo man sie wirken lässt

    oh, das seh ich anders. :S
    magie wirkt auch wenn man nicht dran glaubt, oder den kopf einzieht, sie wirkt sogar wenn ich mich fest dagegen wehre... .
    ich hab das leider schon mehrmals live erleben dürfen. :(
    einmal bei einem freund, der jetzt 90% körperbehindert ist, einen künstlichen seitenausgang bekommen hat und sieben mal operiert wurde, heute noch halbseitige körperlähmungen hat, usw... das alles nach einem angriff von einem voodoo-priester.
    also magie wirkt nicht nur dann, wenn man fest dran glaubt und neben dem magier steht, sondern auch in die ferne, und selbst wenn man sich wehrt dagegen. unterschätze das nicht!

    und einfach "nicht mehr hingehen" das ist so etwa wie: " da ist krieg, aber ich geh nicht hin" *smile*

    alles liebe, sonja

    *lach* ich klinke mich aus, ist mir zu hoch.
    das einzige was mir dazu einfällt ist, daß ich vor einigen jahren in estland war und dort die aleksandr nevsky-kathedrale besucht habe, und mich so verliebt habe, daß ich dann jeden tag dort hinging, und nach diesem besuch sogar angefangen habe russisch zu lernen an der volkshochschule, aber den kurs mittenadrin abgebrochen habe, weil mir die grammatik zu kompliziert wurde.
    was ich heute noch schade finde, weil ich die asprache unheimlich gerne mag, und mich mit den russen verbunden fühle, weil sie mein heimatdorf besetzt hatten im letzten weltkrieg, und meine großeltern deshalb immer noch einige brocken russisch konnten. und weil opa in gefangenschaft auf der krim war, und immer davon schwärmte wie schön es dort sei, obwohl er dort durch die hölle ging.
    ich mag die melancholische art der russen, ich mag die frauen mit ihren kopftüchern, die ikonen-küssend zur kathedrale kamen, ich mag dieses schwermütige, erdige... die power der frauen, die ganz anders ist als bei uns...
    irgendwann, werd ich dort mal hinfahren, wenn es irgendwie möglich wird. lange zeit hatte ich eine brieffreundin in novosibirsk... vielleicht lerne ich ja nochmal jemanden in russland kennen, den ich dann dort besuchen könnte. lesen kann ich die gelernten schriftzeichen heute noch. *smile*

    alles liebe euch, und sorry, daß ich vom thema ablenkte...

    sonja

    hallo, deine sensation versteh ich leider grad überhaupt nicht. *lach*
    ich glaub ich steh grad auf der leitung. versteh im moment nur bahnhof.
    die bayern stammen von den russen ab, oder wie?
    preussen sind alle, die nicht bayrisch sind?
    was ist prorussich?
    und arier, wo kamen die her?
    hermannen wo kamen die her?
    bei uns in niederösterreich waren auch viele slawen angesiedelt. soviel weiß ich.
    waidhofen war besiedelt von slawen, und der ort ind em ich lebe hat einen slawischen namen.

    alles liebe, sonja