Auf der Register der Zärtlichkeit, wo Georges Brassens auch ein Meister ist, m?chte ich sein Lied La marche nuptiale vorstellen:
[color=#800000]Hochzeitsmarsch
Ich sah manch liebespaar vor dem traualtar stehn,
sah andre nur um geld zu ihrer hochzeit gehen,
gleich, ob es kleine leute, ob's große leute waren,
ob wie friseure arm, ob vornehm gleich notaren.
Doch würde ich steinalt, alt wie Methusalem,
gedächte ich mit stolz des tages stets, an dem
mein vater und die mutter zum bürgermeister kamen,
ja, jenes tags, an dem er ihr gab seinen namen.
Ein ochsenkarren war's, der sie brachte dorthin,
die freunde zogen ihn, die eltern schoben ihn.
So sah man dieses paar, das sich geliebt seit jahren,
längst sich versprochen war, zu seiner hochzeit fahren.
Ja, dieser brautzug war sicher seltsamer art.
Wer?' sah, hat baß erstaunt uns alle angestarrt,
das maul riß jeder auf, und spöttisch blickten viele.
Wer hatte je gesehn hochzeiten in dem stile!
Da brauste los der wind, jäh mit grimmiger wut,
entführte in die luft des vaters alten hut,
und regen goß herab, vertrieb den chor der kinder,
als wollt' um jeden preis die hochzeit er verhindern.
Ich sah die arme braut fast von tränen erstickt,
so wie man puppen wiegt, an's herz den strauß gedrückt,
da fing ich trotzig an, um ihren schmerz zu stillen
auf der harmonika ganz laut, ganz laut zu spielen.
Bis drohend die faust erhob jeder bursch, der da war,
und schrie: "Kreuz sakrament. Verhöhnt uns jeder narr,
verpönt uns Gott sogar, - die hochzeit findet statt!
Vivat dem bräutigam! Vivat der braut, vivat!" [/color]
(Georges Brassens)
Aus dem französischen übertragen von Heinz Riedel
Für die deutsche übertragung 1965 by damokles Verlag, Ahrensburg
Verlagsnummer A/I -358