Also Baloo, mit deiner einen Aussage würdest du dir aber in so mancher Eckkneipe viele Feinde machen.
Bei den Kumpels aufn Pütt waren ja die große Mehrheit Deutsche gewesen, vor allem haben die Kumpels ihren Job geliebt.
Ohne Zweifel in der Anfangszeit richtig, allerdings lag der Ausländeranteil der Kumpels um 1981 bei 50%.
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Er war hart, dreckig und ging auch schonmal auf die Gesundheit. Aber die Arbeiter waren stolz drauf. Von denen hätte sich so gut wie keiner
in einen anderen Job begeben, nur weil er bequemer ist.
Von denen redet doch auch keiner, das waren gut ausgebildete Montaarbeiter. Selbst als das Zechensterben begann haben sich alle nach diesen Arbeitskräften die Finger geleckt. Soweit ich weis gehörten die Ausbildungen im Bereich der Ruhrkohle mit zu dem besten in Deutschland. Aber es gab ja auch noch andere "Drechsarbeit" z.B. in den Stahlwerken, oder bei den Automobilherstellern am Band. Akkordarbeit ist auch "Drecksarbeit". Jeder hat zugesehen das er zur Damaligen Zeit adeqaute Jobs gefunden hat, ja auch Deutsche haben "Drecksarbeit" gemacht, klar. Aber es standen nicht genügen Arbeiter für diese Arbeit zur verfügung.
Ich bitte allerdings "Drecksarbeit" nicht falsch zu verstehen, ich benutze das Wort im zusammenhang mit schwerer Körperlicher Arbeit, also das gegenteil zum Bürojob.
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Bergmann sein war etwas auf das die Menschen stolz waren. Genauso wie die Arbeiter bei Krupp, Hoesch und Co.
Natürlich, damals bekam man seinen Arbeitseinsatz auch noch entsprechend honoriert und Belohnt, also nix mit Lohndumping. Da stand man noch zu seiner Firma.
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Es ist der Wandel der Zeit und die Firmenpolitik heutzutage ist nur noch auf Profitmaximierung aus.
Wenn man schonmal fette Fördergelder abkassiert hat, kann man auch trotz schwarzer Zahlen nach Rumänien wandern.
Das ist halt reine Gewinnmaximierung, ganz klar, ich erinner mich da noch an Bosch Hausgeräte in Berlin die beinahe? Dichtgemacht wurden weil sie ihr Gewinnzeil um 2 Millionen damals verfehlt hatten.
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Die Zeiten wo eine Firma noch Häuser für ihre Angestellten gebaut und sämtliche Versicherungen übernommen hat, sind leider schon lange vorbei.
Das ist wohl wahr, damlas war es auch so wenn man seinen Job in dem Betrieb nicht mehr ausüben konnte (Aufgrund von Unfall o.ä.) also Arbeitsunfähig war, hat sich im Unternehmen immer eine andere Stelle gefunden wo man hinversetzt wurde, und sei es als Pförtner, auch das gibt es heute nicht mehr. Früher haben die Firmen noch verantwortung für ihre Arbeitnehmer übernommen, heute ? Nur noch ein Kostenstelle.
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Jedenfalls konnten die Löhne auf dem Niedrigsektor gesenkt werden. Das war aber eher eine Maßnahme die so nebenbei erfolgt ist und nicht die Intention mit der Gastarbeiter ins Land geholt wurden.
Das war aber erst anfang der 80er Jahre so, als nach beindigung der Zuwanderung und mit Öffnung der Grenzen gegen osten wurde es schlimmer. Aber damals war es durchaus so ein ein einfacher Blechwender bei Hösch schon fast an das Gehalt eines Gesellen herankam. Viel Unterschiede gabs da nicht. Und da den Unternehmen das auf dauer, vorallem nach dem Wirtschaftsboom, zu teuer wurde, wurden solche Arbeitsplätze durch Maschinen ersetzt.
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Der moderne Kapitalismus aber benötigt immer eine Anzahl an Arbeitslosen und Blliglöhner als Druckmittel.
Nein, braucht er nicht, nicht wirklich, würde man in Deutschland gezielt den Mittelstand fördern und stark machen, wären die paar Tausend Arbeitsplätze bei Nikia z.B. gar kein problem, die würden dann im Mittelsand aufgefangen werden. Das Druckmittel wäre weg.
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Am Aktienmarkt sieht man ja wohin der Weg führt. Wenn es Pflicht ist immer mehr und mehr Profit zu machen, dann ist irgendwann mal das Ende der Fahnenstange erreicht.
Jaja, nur das scheint einigen wohl nicht ganz klar zu sein. Das eine Spirale nach oben nicht unendlich weiter gehen kann sollte eigentlich jeder issen. nur was interessiert es die Aktienanleger was in 5, 10 oder 15 Jahren los ist, die sind meist an kurzfristigen Gewinnsteigerungen interessiert.
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Wer nur einen nassen Händedruck für seine Vollzeitarbeit bekommt, der kann auch nix mehr konsumieren.
Wer so mit seinen Angestellten umgeht wie es z.B. Nokia macht, der braucht sich nicht zu wundern wenn er es für die Angestellten nur ein Job ist und nichts weiter. Früher haben die Arbeiter die Firma getragen, sie aufgebaut, auch ne Stunde Länger gemacht wenn es sein musste, die Firma hat es wiederum gedankt, heute gibt es vereinzelt noch solche Positiv Beispiele, die Firma Loewe z.B. Der Überwiegende Teil dankt es aber nicht.
Baloo