Beiträge von maky
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da kann ich dir nur zustimmen, ein avatar mit einer bestimmten mission wird sie immer ausfüllen, da kann nichts gegenhalten. ausser es ist schon mit eingeplant und gehört damit zur mission. so ist es nunmal, nichts entwickelt sich zufällig. und wenn er das wahre spricht, werde ich es auf jeden fall spüren und wissen, wer er ist. und wäre es krishna, so bräuchte ich auch keine beweise, um zu begreifen, das er der höchste ist. ( weil laut der veden hat er ja immer eine flöte dabei...
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mir war schon spätestens einem monat nach den anschlägen klar, das die us-regierung daran mitbeteiligt war. und den offiziellen tathergang hab ich schon seit beginn angezweifelt. es ist doch immer das gleich, ob nun der reichstagsbrand, pearl habour oder wtc. hier wurden kleine bauern für etwas viel grösseres geopfert.
aber das lustige ist, damals war ich noch in der schule (9. oder 10. klasse gymnasium). wir hatten politische bildung, und ich und mein kumpel haben der klasse einen bericht aus dem i-net vorgestellt. in diesen wurden grundlegende und unwiderlegbare beweise gegen den offiziellen tathergang genannt. z.b.: das geschmolzene metal, was niemals hätte schmelzen können bei dem entstandenen feuern und so weiter. aber niemand in der klasse hatte es geglaubt. ich denke heute wäre ich schon überzeugender, aber trotzdem sehr erstaunlich inwieweit die leute, trotz offensichtlichen falschen annahmen, mit der offiziellen meinung mitgehen wollen...
(die damalige lehrerin hat dazu glaub ich keine stellung bezogen) -
Zitat von vidarr
Was ist schon Wahrheit? Die sieht doch für jeden anders aus. Grundsätzlich sollte man niemanden behindern, der seine Wahrheit ausspricht oder wiedergiebt.Wir sollten nur langsam anfangen, all die Wahrheiten zu überprüfen und feststellen ob sie für uns (also den einzelnen) auch wahr ist.
Wenn ich behaupte das etwas grün ist kann des durchaus sein, des es für den Zweiten eher blau ist. Und so ist es glaube ich mit allem wir leben jeder für sich in seiner eigenen welt in der nur das wahr ist was der einzelne Glaubt.
sorry, aber da muss ich dir widersprechen. es gibt eine objektive, absolute wahrheit. man muss sie nur sehen können zwischen den bergen von halbwahrheiten, lügen und unwissenheit...
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ich mag terry gilliams filme seit seinen einleitenden kurzfilm von dem monthy python klassiker "der sinn des lebens". ich liebe die detailfülle und die meist recht abstrakten plots. aber im grunde hat es das essay schon auf dem punkt gebracht, was herrn gilliams filme so einzigartig macht
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jaja die absolute erkenntnis das absolut nichts absolut ist...

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naja das problem ist, sobald man den chip hat, wird man sich beugen müssen, weil dann wird es der "elite" möglich sein gedanken zu lesen, und gedanken zu senden. und dann ist aus, nichtsmehr mit "freiem" bewusstsein oder dem anderern zeug, was uns heutzutage noch so vorgegaukelt wird. das wäre dann die direkteste bewusstseinskontrolle und niemand könnte ihr entgehen. das ist meine horrorvorstellung von dem chips (aber diese ist meines wissens nach sehr realistisch).
grüße
maky
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die sache mit dem ursprung ist vllt. leichter zu verstehen, wenn man versteht, das dieser ursprung nicht durch zeit bedingt ist. dieser ursprung existiert im moment. deswegen ist es für die wissenschaft nicht bachvollziehbar, wie alles begonnen hat, weil sie es in keines der materiellen muster einordnen können.
warscheinlich gehen sie davon aus, das die materie ihren ursprung aus etwas materiellen hat, dies ist aber ein trugschluss. materie kann nichts neues schaffen, sondern sich nur formen. alles was es gegeben hat und geben wird, ist in der materie schon enthalten, dabei ensteht nichts neues. und somit kann meiner ansicht nach nichts materielles der ursprung sein, und damit ist dieser ursprung ausserhalb unserer materiellen wahrnehmung, jedoch auch der grund für diese.maky
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jo kannst ja mal auf deutsch posten. obwohl ich bei kommentaren über vedische texte immer sehr skeptisch bin.
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Die geschützten Männer von Robert Merle
Rezension von Rupert Schwarz
Inhalt:
Eine Seuche rafft auf der ganzen Welt die Männer im geschlechtsreifen Alter dahin und zerstört die bestehende Weltordnung. Der Italiener Ralph Martinelli erkannte die Gefahr, doch selbst sein hoher Posten im Gesundheitsamt der amerikanischen Administration half ihm nichts. Die Regierung war gerade in der heißen Phase des Wahlkampfes und wollte solch negative Presse vermeiden. Als die ganze Sache dann offenbar wurde, war es zu spät. Ralph Martinelli wird mit einer Reihe weiterer Wissenschaftler in ein Camp gebracht, wo er von der Seuche geschützt nach einem Gegenmittel suchen soll. Doch die Geschützten Männer wissen bald nicht mehr, ob sie zu ihrem Schutz in diesem Camp untergebracht sind oder ob sie nicht sogar Gefangene sind. Die Welt hat sich schnell verändert: Nachdem die männlichen Regierungsmitglieder gestorben waren, übernahmen die Frauen das Ruder und die frigide Präsidentin Bedfort errichtet in Amerika ein totalitäres, matriarchalisches Regime. Davon bekommt Ralph Martinelli allerdings erst etwas mit, als er Kontakt zur Widerstandsbewegung hat. Sein Serum ist der Schlüssel zur Entmachtung der Diktatorin, die selbst keinerlei Interesse an einem Mittel gegen die Seuche hat.
Rezension:
Der Roman ist höchst eigenwillig und kann eindeutig als böser Seitenhieb gegen die Frauenbewegungen der 70er Jahre gesehen werden. Doch auch das männliche Geschlecht wird in diesem, zwischen Farce und Utopie gelagerten Roman, mit Spot bedacht. Autor Robert Merle hält den Geschlechtern in seinem zynischen Roman den Spiegel vor und beschreibt bis ins Detail eine Distopie, die den Wechsel von Patriarchat zum Matriarchat zeigt. Wieder beweist sich der Autor als Schriftsteller, der in der Lage ist, ein gewaltiges Gedankengebäude in seinen Roman einzubauen. Bis in die letzte Konsequenz versuchte Robert Merle seinen Zukunftsentwurf auszuformulieren und wurde hier und da ein wenig zu ausladend und beschreibend. Das ist allerdings die einzige Kritik, die bei diesem Roman angebracht ist. Die Geschichte ist bewegend formuliert und der männliche Leser hat mir Ralph Martinelli eine wunderbare Identifikationsfigur. Man leidet förmlich mit dem Macho, der in eine vollkommen verdrehte Welt gerät. Der Roman ist wie bereits Malevil in Form eines Berichts verfasst, was aber der Spannung keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: dem Autor gelingt es hervorragend, die Geschichte mit viele Leben und Tiefe zu erzählen.
Fazit:
Wie bereits erwähnt, pendelt der Roman zwischen ernsthafter Distopie und Farce. Darauf muss man sich schon einlassen, denn sonst wird man an dem Roman wenig Freude haben. Aber wenn einem dies gelingt, dann wird man in eine bizarre, faszinierende Welt entführt, die durchaus den Leser in ihren Bann schlägt.(Quelle: http://www.fantasyguide.de/1956.0.html )
(Weitere Infos über Robert Merle: http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Merle ) -
ein beweis wird in der bhagavad gita recht genau beschrieben. krishna, die höchste person gottes, welche vor 5000 jahren in der materie erschienen sein soll, hat sich durch seine universelle form den ungläubigen bewiesen:
"O größte aller Persönlichkeiten, o höchste Form, obwohl ich Dich in Deiner wahren Identität hier vor mir sehe, so wie Du Dich Selbst beschrieben hast, möchte ich sehen, wie Du in diese kosmische Manifestation eingegangen bist. Ich wünsche mir, diese Deine Form zu sehen. (11.3)"
"Wenn Du denkst, daß ich imstande bin, Deine kosmische Form zu sehen, o mein Herr, o Meister aller mystischen Kraft, dann sei bitte so gütig, mir dieses unbegrenzte universale Selbst zu zeigen. (11.4)"
"O Arjuna, alles, was du sehen möchtest, kannst du auf einmal in diesen Meinem Körper erblicken. Diese universale Form kann dir alles zeigen, was du jetzt und in der Zukunft sehen möchtest. Alles - das bewegliche und unbewegliche - ist hier vollständig an einem Ort zu sehen. (11.7)"
"Doch mit deinem gegenwärtigen Augen kannst du Mich nicht sehen. Deshalb gebe ich dir göttliche Augen. Erschaue Meinen mystischen Reichtum! (11.8 )"
"Arjuna sah in der universellen Form unzählige Münder, unzählige Augen und unbegrenzte wundervolle Erscheinungen. Die Form war mit vielen himmlischen Schmuckstücken verziert und trug viele göttliche erhobene Waffen. sie trug himmlische Girlanden und Gewänder, und ihr Körper war mit vielen göttlichen Duftstoffen eingerieben. Alles war wunderbar, strahlend, unendlich und alldurchdringend. (11.10-11)"
"Da sah Arjuna in der unversalen Form des Herren die grenzenlosen Erweiterungen des Universums, die sich alle an einem Ort befanden, obwohl sie in viele, viele Tausende aufgeteilt waren. (11.13)"
"O Herr des Universums, o universale Form, ich sehe in Deinem Körper viele, viele Arme, Bäuche, Münder und Augen, die überall und ohne Grenzen verbreitet sind. Ich sehe in Dir kein Ende, keine Mitte und keinen Anfang. (11.16)"
"Obwohl Du eins bist, bist Du über den ganzen Himmel, die Planeten und den Raum dazwischen verbreitet. O größte Persönlichkeit, während ich diese wundersame und erschreckende Form betrachte, sind alle Planetensysteme gestört. (11.20)"
"O Herr der Herren, o Zuflucht der Welten, bitte sei mir gnädig. Ich kann meine Ausgeglichenheit nicht mehr bewahren, da ich Deine lodernden, totengleichen Gesichter und Deine furchterregenden Zähne sehe. In jeder Hinsicht bin ich verwirrt. (11.25)"
"Ich sehe alle Menschen mit rasender Geschwindigkeit in Deine Münder stürzen, so wie Motten, die in ein lodernes Feuer stürzen, der Vernichtung entgegen. (11.29)"
"O Vishnu, ich sehe, wie Du alle Menschen aus allen Richtungen mit Deinen Flammenden Mündern verschlingst. Mit deinem leuchtenden Glanz durchdringst Du das gesamte Universum. Schreckliche, sengende Strahlen gehen von Dir aus. (11. 30)"
ich denke das die universelle form die komplette materie aus einem standpunkt gesehen ist, alles was schon gewesen ist und passieren wird auf einmal. spätestens wenn er diese form offenbart, würde ich ihm alles glauben, besonders das er die höchste person gottes ist.
grüsse vom maky
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ich glaube noch an die menschheit, als spirituelle teile gottes und die dengeneration lässt sich genauso aufheben, wie sie geschaffen wurde. es wird wahrscheinlich nur verdammt viel zeit kosten. und in meinen augen ist das mittel echtes gottesbewusstsein, was all diese schranken und lügen mit einem wisch aufdecken kann und zur höchsten selbstverwirklichung verhelfen kann. und genau das wird es wahrscheinlich sein, was dieser avatar bringen wird und was genügend macht besitzt.
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Zitat
Das ganze Durcheinander zeigt aber auch, was einem "neuen" Gesandten Gottes passieren wird: Man wird ihm nicht zuhören. Sollte er doch eine unübersehbare Gefolgschaft zusammen bringen, wird man "Beweise" verlangen. Sollte er überzeugen können, wird er beseitigt, damit er nicht weiter stört. Schließlich sollen die Schafe durch Manipulation kontrolliert werden und nicht dadurch verunsichert, dass sie selbst zu denken beginnen.Und hat man dann erst Mal einen neuen Märtyrer geschaffen, wird das Leben leicht, denn seine Feinde sind es, die die Geschichten über in weitererzählen. Natürlich, ein bißchen korrigiert. Und am Ende gibt es so viele widersprüchliche Geschichten, dass keiner mehr die Wahrheit erkennt. So ist das schon immer gelaufen. Und wenn dann auch noch die Priester der "Heiligen Flasche" auf den Plan treten, ist alles verloren, denn diese Menschen leben davon andere davon zu überzeugen, dass sie selbst die "Heiligen" sind und in "Stellvertretung" agieren.
in irgendeiner weise wird sich das blatt drehen müssen. die asuras haben sicherlich nicht immer die macht über diese dimension. wahrscheinlich wird diese wendung nicht abrupt folgen, sondern wird sich in laufe von tausenden jahren von selbst entwickeln. die frage ist dabei, ob es wirklich eine person braucht um diese wendung einzuleiten.
wenn es eine person benötigt, dann muss diese wohl mit genügen macht ausgestattet sein, um diesen plan durchzuziehen. und sie muss in der lage sein alle ungläubigen zu überzeugen.maky
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hi ellias,
dein nächstes projekt interessiert mich sehr, da ich in der erkänntnis von gott schon recht weit fortgeschritten bin. wenn es möglich ist, würde ich mich über einen kleinen teaser freuen. oder vllt. kannst du schon einen voraussichlichen veröffentlichungstermin nennen.
grüsse vom maky
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Terry Gilliam: Lost in La Mancha
Einer der US-Regisseure, die ich am meisten zu schätzen weiß, ist ohne Zweifel Terry Gilliam. Gilliams Filme, sowohl die, die er selbst erdacht hat (Time Bandits, Brazil, Müchhausen), als auch die, die er für andere gedreht hat (Fear & Loathing in Las Vegas, 12 Monkeys, Fisher King), haben visuell und erzählerisch ihren ganz eigenen Stil. Wer daran zweifelt, der sehe sich einfach mal The Meaning of Life an: Da wird sehr schnell klar, welche Szenen Gilliam gedreht hat (unter anderem der gesamte Vorfilm mit den Finanzpiraten), einfach weil sein Stil so unverwechselbar ist. Gilliam ist kein typischer Hollywood-Regisseur und Gilliam ist auch kein typischer europäischer Regisseur. Gilliam ist eine Kategorie für sich. Das ist etwas, dass im amerikanischen Kino seit 1977 immer seltener geworden ist. In Zeiten, in denen Männer wie Jerry Bruckheimer oder George Lucas Hollywood dominieren, ist eine Stimme wie Gilliams wichtig.
Was Gilliam nicht unfehlbar macht. Sein Problem ist das Studiosystem in Hollywood: Die Filme, die er drehen möchte brauchen den finanziellen Rückhalt aus Tinseltown. Und gleichzeitig bieten sie fast nichts im Gegenzug an, das sie den Studios schmackhaft macht. Sicher, der Mann gilt als Kultregisseur. Sicher, da ist die Verbindung zu Monty Python. Aber reicht das, um Kinokarten zu verkaufen? Gilliams Filme sind zu düster, zu befremdlich, zu verstörend für den Massengeschmack. Sein Humor ist zu absurd und bitter. Und selbst sein visueller Stil, immerhin das Element, das seine Filme am deutlichsten auszeichnet, passt nicht in das Schema, das Hollywood haben möchte.
Gilliams Stil wirkt nie aufgeräumt. Seine Szenarien sind vollgepackt mit Details, mit Kleinkram, mit Gerümpel. Brazil wirkt beengend, weil es fast keine wirklich klaren Einstellungen gibt. Immer ist irgendwas im Weg. Röhren. Nippes. Technikgedöns. In Münchhausen wirken die Szenen zwar sauberer, aber nicht weniger überfrachtet. Da ist so viel, das von der eigentlichen Handlung ablenken kann. Es ist so leicht, sich in den traumhaften Szenerien zu verlieren. Münchhausen ist filmgewordener Rokoko: Überbordend verziert, ohne klare Symmetrie, ohne klare Linienführung. Wunderschön anzusehen, aber aufgrund dieser Fülle an Details auch im ersten Moment überwältigend.
Das macht den Film, oder die anderen Filme, schon schwer verkäuflich. Das Gilliam aber auch in seinen Stories gegen den Strom schwimmt, macht die Sache ganz kompliziert. Sein Leitmotiv seit Time Bandits, vielleicht ist es aber auch schon in seinen Monty-Python-Arbeiten ersichtlich, ist der Kampf der Fantasie gegen die Realität. Realität und Fantasie vermischen sich so sehr, dass sie nicht mehr zu trennen sind. Was ist real, was ist nicht real und ist diese Frage überhaupt von Relevanz?
Wenn sich am Ende von Münchhausen herausstellt, dass der Baron die gesamte Geschichte, einschließlich seines Todes, nur erfunden hat aber die Türken, die eben noch vor Wien standen trotzdem verschwunden sind was ist dann Realität und was ist Fiktion? Wo liegt die Grenze in Time Bandits? All die Szenerien die wir besuchen, die Titanic, das antike Griechenland, Sherwood Forrest, sind in Spielzeugform im Zimmer Kevins zu sehen. Und beim Finale im Schloß des Bösen, sehen wir riesige Legosteine und Spielzeugritter im Hintergrund. Ein Traum? Eindeutig. Und trotzdem werden Kevins Eltern am Ende getötet, weil sie - gefangen in der Alltagsrealität der Dauerwerbesendungen - nicht auf den Träumer Kevin hören wollen. Und überhaupt: Ist ihre Realität, die Realität die ihnen das Fernsehen präsentiert, nicht auch eine Fiktion? Aber das ist ein Thema für einen eigenen Essay
Solche Themen lassen sich schwer an ein Publikum verkaufen das entweder nur Entspannung und seichte Unterhaltung im Kino haben will (oder zumindest glauben dass diejenigen die uns Filme wie Mr. & Mrs. Smith oder den vierten Teil der Scary Movie-Reihe geben) oder aber, wegen dem Namen Gilliam, hier Humor im Stile von Life of Brian oder Ritter der Kokosnuss erwartet.
All das macht Hollywoodstudios misstrauisch, wenn sie es mit Gilliam zu tun haben. Wer Millionen in einen Film buttert, der möchte sicher sein, dass er am Ende auch mindestens diese Millionen wieder herausbekommt. Das geht nur, wenn man ein möglichst großes Publikum anspricht. Und das führt dann zu Situationen wie jener, die Jack Matthews in seinem Buch The Battle of Brazil: Terry Gilliam v. Universal Pictures in the Fight to the Final Cut beschreibt.
Das Ende von Brazil gehört auch zu den typischen Gilliam-Enden. Ironisch und im ersten Moment verwirrend: Im Kampf mit der Bürokratie scheint Protagonist Sam gewonnen zu haben. Er entkommt der durchbürokratisierten Stadt und ihren Sicherheitsbehörden und flieht mit seiner Geliebten aufs Land. Ein typisches Hollywoodende. Love conquers all.
Und dann schieben sich zwei riesige Köpfe ins Bild. Wir begreifen: Das was wir eben sahen, war nicht die Realität. Ceci nest pas une pipe. Tatsächlich wurde Sam von den Sicherheitskräften der Bürokratie gefangen und gefoltert. Und um dem zu entgehen, flieht er in den Wahnsinn. Irgendwann, und es wird nie explizit gesagt wann, endet die Realität im Film und Sams Fiktion, in der und seine Geliebte entkommen, beginnt. Ein sehr unkomfortables Ende, obwohl man es durchaus als Happy End ansehen kann. Sam weiß ja nicht, dass er wahnsinnig ist. Für ihn ist das Leben mit seiner Geliebten auf dem Land die Realität. Auch wenn all das nur in seinem Kopf stattfindet. In gewisser, verdrehter Art und Weise ist das ein Happy End.
Aber keines, das Hollywood ohne weiteres seinem Publikum vorsetzen wollte. Also entschied man bei Universal, dass der Film mit der Flucht Sams enden sollte. Keine Szene die den gefolterten und wahnsinnigen Sam zeigt. Siehe auch das Ende von Blade Runner vor dem Directors Cut.Ein Jammer, dass sie nicht leben wird aber wer tut das schon?
Dieser Eingriff des Studios allerdings passte Gilliam gar nicht. Keine der beiden Seiten war bereit nachzugeben. Der Film lag, komplett fertiggestellt, auf Eis. Erst als er eine ganzseitige Annonce in Variety schaltete und den Universal-Präsidenten darin fragte, wann Brazil endlich veröffentlicht werde, konnte Gilliam genug Aufmerksamkeit erreichen um das Studio zum Nachgeben zu zwingen. Seiner Position in Hollywood hat das nicht genutzt.
Mit Brazil und der Weigerung in der künstlerischen Frage nachzugeben erwarb sich Gilliam in Hollywood den Ruf eine Loose Cannon zu sein, ein gefährlicher Querkopf. Aber der Film, der ihm bis heute wie ein tonnenschweres Gewicht am Hals hängt, der ihn bis heute stigmatisiert ist Münchhausen. Schattenhafte Investoren und massive Probleme beim Dreh ließen das Budget explodieren. Statt geplanter 23 Millionen Dollar kostete der Film letzten Endes über 46 Millionen. Und spielte diese Kosten nicht im Ansatz wieder ein. Damit war Gilliams Ruhm zementiert: Ein Mann der sich mit Studios anlegte um seine künstlerische Integrität zu bewahren und der nicht in der Lage war im Laden an der Ecke ein Päckchen Zigaretten zu kaufen ohne auf dem Weg dahin ein paar Millionen Dollar zu verschwenden. Dass dieser Ruf ungerechtfertig ist spielt dabei keine Rolle.
In den folgenden Jahren hielt sich Gilliam mit Auftragsarbeiten über Wasser, die visuell alle den Gilliam-Touch hatten und generell sehr gut aufgenommen wurden: Selbst der strunzenlangweilige Fisher King. Mit Fear & Loathing in Las Vegas und Twelve Monkeys, beides Filme mit deren Skripten Gilliam nichts zu schaffen hatte, kreierte er sogar zwei sofortige Kultklassiker. Nur für ein eigenes Projekt wollte man ihm in Hollywood auch weiterhin kein Geld geben, zu sehr war das Bild des rücksichtlosen Wahnsinnigen der Münchhausen finanziell (wenn auch nicht künstlerisch aber das ist nunmal sekundärrelevant) in den Sand gesetzt hatte noch im Gedächtnis der Studiobosse verblieben.
Die Chance, dass Gilliam diese freie Hand nochmal erhält dürften nach Brothers Grimm und Tideland endgültig gesunken sein. Brothers Grimm hatte all die visuellen Elemente, die Gilliams Filme markieren, machte aber gleichzeitig ungewohnt viele Zugeständnisse an den Hollywood-Mainstream und wurde so zu einem Film der nicht Fisch, noch Fleisch war. Immer noch zu düster, verstörend und verwirrend für den Massenmarkt. Besonders da Gilliam einmal mehr seiner Vorliebe für das napoleanische Zeitalter (siehe Time Bandits und Münchhausen) nachgab und ein von den Franzosen besetztes Deutschland einbaute. Ein Plotelement das relativ unwichtig für die Hauptstory ist. Und andererseits wirkt der Humor für Gilliam-Fans ungewohnt normal und oft ist der Film zu holzhammerhaft und zu direkt.
Tideland hat nach über einem Jahr und den üblichen gemischten Kritiken endlichen einen Vertrieb in England gefunden. Ob und wann der Film in den USA oder Deutschland erscheinen wird steht noch nicht fest. Keine guten Aussichten also, dass irgendjemand Gilliam genug Geld anvertrauen wird um mal wieder eine seiner eigenen Visionen zu verwirklichen.
Ein Schicksal, dass er schon 1998 erahnte, als Fear & Loathing in Las Vegas fertig gestellt war. Mit diesem Film im Rücken begann Gilliam darum einen Film über Don Quixote, The Man Who Killed Don Quixote, auf eigene Faust zu produzieren. Mangels Unterstützung der Hollywoodstudios, die ein zweites Münchhausen kommen sahen, machte sich Gilliam auf, seinen Film von europäischen Investoren finanzieren zu lassen.
Was wäre besser geeignet für Gilliams düsteren Humor und seine Vorliebe Realität und Fiktion zu verwischen als Cervantes Geschichte des Mannes aus La Mancha, dem ultimativen Träumer, der am Ende unausweichlich an der Realität zu Grunde geht. Und so spukte Gilliam diese Idee fast fünfzehn Jahre im Kopf herum ehe im Jahr 2000 die Preproduction begann. Und wahrscheinlich war es nur diese Faszination für das Thema, der Umstand, dass Gilliam dieses Traumprojekt endlich auf die Beine stellen und nicht weiterhin nur anderer Leute Visionen verfilmen wollte, der ihn dieses Wagnis hat in Angriff nehmen lassen.
Denn wenn man sich die Dokumentation Lost In La Mancha ansieht wird eines klar: Das Scheitern von The Man Who Killed Don Quixote ist nicht Gilliams Schuld. Das ist höhere Gewalt. Aber einen Film mit einem Budget von 32 Millionen Dollar zu drehen, wenn Gilliam selber in einem der ersten Interviews zugibt, dass er für den Film den er sich vorstellt mindestens die doppelte Summe braucht, das kann man nur blinder Überzeugung und zuletzt vielleicht auch Selbstüberschätzung zuschreiben.
Don Quixotes Budget wurde von Gilliam und seiner Crew so eng eingeplant, dass kein Sicherheitsnetz, keine Rücklage mehr vorhanden war. Ein kleines Problem und der ganze Film drohte außer Kontrolle zu geraten. Mit kleinen Problemen hatte Gilliam es allerdings nicht zu tun. Stattdessen wird der Zuschauer in Lost in La Mancha Zeuge davon wie Murphy dem Film einen riesigen Felsen nach dem anderen in den Weg wirft. Die Analogie wurde für dieses Projekt überstrapaziert, aber mit dem Minimalbudget, das er hatte, war Gilliams Unternehmen von Anfang an ein Kampf gegen Windmühlen.
Dabei beginnt alles sehr positiv. Gilliam und seine Crew sind ungemein motiviert und guter Dinge. Eine Das wird schon werden-Einstellung. Johnny Depp, mit dem Gilliam schon in F & L in LV zusammenarbeitete, ist gewillt auf einen Großteil seiner Gage zu verzichten um in diesem Film mitzuwirken. Und bringt seine Ehefrau Vanessa Paradis (an dieser Stelle einen Zahnlückenwitz einbauen, mir fällt gerade keiner ein) gleich mit an Bord. Mit dem Franzosen Jean Rocheford findet man einen Akteur der reiten und gut schauspielern kann, visuell der populären Vorstellung Quixotes nahekommt und sogar gewillt ist nur für diesen Film Englisch zu lernen. In dieser Phase der Dokumentation ist Gilliam ungemein aufgeregt, energetisiert und optimistisch.
Und dann beginnen die Probleme. Die Schauspieler sind terminlich so eingeengt, dass es kaum möglich ist die Text- und Kleiderproben durchzuführen. Man findet keine geeignete Soundstage. Die Ankunft Rochefords verzögert sich, da er sich eine Prostatainfektion zuzieht. Und Gilliam beginnt in den kurzen Interviewsegmenten immer öfter das Wort Münchhausen fallen zu lassen. Auch ihn scheint der katastrophale Dreh, immerhin über eine Dekade früher, nicht losgelassen zu haben.
Als dann die eigentlichen Dreharbeiten beginnen, geht fast einen halben Tag lang alles gut. Und nach diesem Zeitpunkt ist der Film gefickt. Tony Soprano hat mal gesagt: Im fucking King Midas in reverse here. Everything I touch turns to shit. Genau das könnte ein O-Ton von Gilliam sein. Denn obwohl er versucht positiv zu bleiben geht von da an alles schief, was schief gehen kann. Die Statisten sind nicht auf ihre Rolle vorbereitet worden. F-16s von der naheliegenden NATO-Basis ziehen den ganzen Tag ihre Runden und verhindern so, dass man bei den Außenaufnahmen den Ton verwenden kann. Man beruft sich auf das alte Mantra Das reparieren wir in der Post-Production.
Was an Tag 2 passiert ist dann nicht mehr in der Post zu richten. Ein heftiger Regenschauer schwemmt das halbe Set weg und verändert die Landschaft so stark, dass alle weiteren Aufnahmen nicht mehr zu den Aufnahmen von Tag 1 passen würden. Kurz danach sucht Rocheford seinen Arzt in Frankreich auf, da seine Schmerzen bei den Reitszenen immer größer werden. Aus einem geplanten Tag Abwesenheit wird eine Woche, dann zehn Tage, anschließend ein ganzer Monat. Die Versicherung verweist darauf, dass dies und die Sturzflut höhere Gewalt wären und Gilliam darum keinen Anspruch auf finanzielle Kompensation habe. Man versucht irgendwas zu drehen, irgendwie, irgendwo, Hauptsache man bekommt etwas auf Zelluloid gebannt, aber am Ende muss sich Gilliam der Wahrheit stellen: Nicht einmal der unermüdliche Tromaboss Lloyd Kaufman könnte aus dieser Katastrophe noch einen Film stricken. (Okay, wahrscheinlich könnte Kaufman das schon und er würde sogar den Car Flip Stunt aus Sergeant Kabukiman, NYPD einbauen.) Das Projekt wird nie fertig gestellt werden und wird darum auf Eis gelegt. Die Versicherung behält die Rechte am Skript.
Diese Tragödie ist in Lost in La Mancha hervorragend eingefangen und man muss es Gilliam zu Gute halten, dass er die beiden Dokumentarfilmer nicht vom Set verwies und tatsächlich dieses Material freigab. Es muss schwer sein einer filmischen Dokumentation zuzustimmen, die ursprünglich den Dreh eines geplanten Meisterwerks abdecken sollte, dann aber zu einem Katastrophenfilm wird. Gilliam bleibt den gesamten Film hindurch überraschend sympathisch, humorvoll und ruhig. Grund genug um auszurasten hätte er.
So tragische es auch ist Gilliams Scheitern anzusehen, so unterhaltsam ist es auch. Lost in La Mancha animiert Teile aus dem Storyboard von Don Quixote und zeigt das bißchen Material, das Gilliam abdrehen konnte, ehe der Film auseinanderfiel. Und wenn man das sieht, dann macht das schon einen guten Eindruck. Johnny Depp ist so motiviert wie er eigentlich in all seinen Filmen ist, Rocheford nimmt man den Quixote sofort ab und von den Einstellungen her wird klar, dass das hier ein typischer Gilliam geworden wäre. Ein Film der bei den gewählten Einstellungen wortwörtlich aus dem Rahmen fiele.
Es sind immer die Filme und Projekte, die nie fertiggestellt werden, die uns am Liebsten sind. Shakespeares unvollendetes Major Opus Xenomorph etwa. Firefly. Futurama. Space: Above and Beyond. Action. Vielleicht weil sie noch all das Potential haben perfekt zu werden und weil wir nie erleben werden wo die Schwächen liegen. Möglicherweise macht das auch Don Quixote so faszinierend. Das bloße Potential, dass in diesem Film steckt und das wohl nie umgesetzt werden wird. Gilliam scheiterte an diesem Film wie vor ihm schon Oscar Welles an einer Don Quixote-Verfilmung scheiterte.
Das mit Lost in La Mancha eine hervorragende Dokumentation des Debakels erschien, ist ein kleiner Trost, aber kein Ausgleich dafür, dass Gilliams Vision nie das Licht des Tages erblicken wird. Sicher, er versucht immer noch das Skript der Versicherung abzukaufen und genug Geld zu sammeln um es noch einmal zu versuchen. Aber nach The Brothers Grimm stehen die Chancen dafür schlecht. Und Gilliam geht inzwischen stark auf die 66 zu. Allerdings hörte man nach Cannes 2005, dass die Produktionsfirma von Tideland durchaus Interesse hätte den Film erneut in Angriff zu nehmen. Seitdem hörte man aber eben nichts mehr davon.
Auch wenn ich die Gilliam = Quixote-Analogie jetzt doch noch einmal bemühe, man meint fast, dass das ganze Projekt in der Opernversion von The Man from La Mancha perfekt zusammengefasst wird:
To dream the impossible dream
To fight the unbeatable foe
To bear with unbearable sorrow
To run where the brave dare not go.[]
This is my quest, to follow that star,
No matter how hopeless, no matter how far[]
And the world will be better for this
That one man scorned and covered with scars
Still strove with his last ounce of courage
To reach the unreachable star.Am Ende von Lost in La Mancha zeichnet Gilliam eine Skizze, in der Schüße aus den Windmühlen Don Quixote durchbohren: Die Windmühlen der Realität schlagen zurück, unterschreibt Gilliam die Zeichnung. Und vielleicht bleibt im Falle Don Quixote nur jener Weg gegen die Realität, den auch Sam in Brazil gegangen ist. Passiver Widerstand. Die Flucht in die eigene Fantasie und die Vorstellung, was aus diesem Film hätte werden können.
(Quelle: http://agitpopblog.org/index.php/?p=210 )
grüsse
vom maky
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sorry shooter, ich glauber dieser faden ist nichtmehr gerade zu biegen...
Zitat von Malhi SadahAlles anzeigen
Zur Bhagavatgita vierte Gesang Vers 7+8 :
"Denn immer,wenn die Frömmigkeit hinschwinden will,o Bharata,Ruchlosigkeir uhr Haupt erhebt,dann schaffe ich mich neu.
Zum Schtz der guten Menschen hier und zu der Bösen Untergang."...
Das erstmal zum Thema der Reinigung der Erde.
Einige Texte vorher zeigen auch deutlich was von der Vermischung gehalten wurde.
Außerdem weise ich auf das Buch Manu hin(soll angeblich 20 000 Jahre alt sein)wo es praktisch nur um die Reinheit der Rasse geht.
Zum Thema Bibel.Du hälst nichts davon! OK.
Aber der von mir zitierte Text ist in klarer Übereinstimmung mit den anderen alten Texten des AT(5.mose 7:16),dem Talmud,den Zionistischen Protokollen,dann den überlieferten Fragmenten der Evangelien,und mit den Tatsachen.Deshalb ist der überlieferte Text Jesu über die Juden richtig ."ihr stammt nicht aus Gott".
Da ist der Christus nicht einer Meinung mit deiner Interpretation der Veden.
Zum Schluß-habe eben den Text über die vermischung gefunden .Erster Gesang Verse 41(auch davor und danach lesen) :
Dann,durch des Unrechts Übermacht,sind bald verderbt des Stammes Frauen.
Und sind die Frauen verderbtmtritt auch Kastenmischung ein.
Die Mischung führt zur Hölle hin die Stammesmörder wie den Stamm;...So durch der Stammesmörder Schuld,die dselbst zur Kastenmischung führt,Auflösen sich die ewigen Standes-und Stammespflichten."Ich höre schon im Geiste dein Wiederspruch-von wegen Kasten und Rassen usw.
zum thema manusmriti gibt es einen guten wikieintrag (http://de.wikipedia.org/wiki/Manusmriti). dort geht es eindeutig nicht um die reinheit der rasse.
hier ein zitat von krishna zum thema manu und andere halbgötter:Zitat
Die sieben großen Weisen, vor ihnen die vier anderen Weisen und die Manus (die Vorväter der Menschen) wurden von Mir, aus Meinem Geist, geboren, und alle Lebewesen, die die verschiedenen Planeten bevölkern, stammen von ihnen ab. (10.6)die letztedliche philopsophie der bhagavad gita schliesst eine gleichheit aller menschen mit ein, da sie alle gleichwertige spirituelle funken gottes sind, welche wie auch immer in die niedere materielle energie geraten sind. die zitate die du genannt hast bezogen sich auch nicht auf rassen, welche ausgemerzt werden müssen, sondern um immer stärker werdende irreligion. damit ist die zu stark werdende perversion vieler menschen gemeint, welche ja in unserer zeit sehr klar zu sehen ist. und dazu gehören in meinen augen auch leute, welche behaupten, nicht alle menschen seien im grunde gleichwertig und damit weitere irreligion betreiben.
maky
EDIT: p.s.: die vedische philosophie lässt sich nun wirklich nicht in eine rassistische ecke drängen.
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Fear and Loathing in Las Vegas
Der letzte Trip
"When The Going Gets Wired, The Wired Gets Pro"
"Dieser Film handelt nicht von Drogen!"Terry Gilliam über "Fear and Loathing in Las Vegas" bei der UK-Premiere am 19.10.98.Wenn dieser Film nach dem gleichnamigen Drogenkultbuch nicht von Drogen handelt, von was handelt er dann? Hunter S. Thompson, der "Fear and Loathing" schrieb, meint: "Fear and Loathing ist...ein Fanfarenstoss über dem verlorenen Schlachtfeld."
Die Fanfarenschmetterer: Raoul Duke (Hunters alter Ego, von Johnny Depp dargestellt), ein Journalist und sein Anwalt Dr. Gonzo (Benicio Del Toro). Das Schlachtfeld: Las Vegas, "die verfluchteste Stadt der Welt, im fauligen Jahr des Herrn 1971". Die beiden treiben "mit zwei Tüten voll Gras, 75 Mescalinpillen, fünf Blättern reinsten LSDs, einem halben Salzfass voll Kokain, einer Galaxy von multicolorierten uppers, downers, screamers, laughers, nebst Gallonen von Tequila, Rum und Bier, reinem Äther, und zwei Dutzend Poppersampullen" durch diese Hölle der Gangster und Patrioten, werden inmitten von Spielern, geduldeten Alkoholikern und Sheriffs zusehends paranoider, drehen durch, verwüsten Hotelräume und halluzinieren die seltsamsten Wahrheiten über das Posthippie-Amerika Nixons und des Vietnamkrieges.
"Die 60er waren vorüber. Für Tod erklärt in Altamont, bei einem Rolling Stones-Konzert, als ein junger Schwarzer von Hell's Angels Rowdies zu der Musik von "Sympathy for the Devil" erstochen wurde."
Gonzo-Journalimus hat seine Anfänge im amerikanischen Roman der depressiven 30er Jahre und wurde in den 60er und 70er Jahren durch Hunter S. Thompson zum journalistischen Genre. Gonzo-Journalismus ist eine supersubjektive Fusion von Roman, Notizen, Biographie und Dokumentation, die sich frontal gegen den pseudo-objektiven Journalismus eines Mainstreams stellte. Hunter schloss sich in den 60er Jahren unter anderem den "Hell's Angels" an und beschrieb in seinem Klassiker "Hell's Angels: A Strange And Terrible Saga of the Outlaw Motorcycle Gangs" das Leben "der fetten Rocker". Er behandelte in diesem Dokument die zahlreichen Klassenaspekte rund um die Gangs und beschrieb explizit das Scheitern der 60er Bewegung, die "lower/working class" Biker für die Bewegung der "upper/middle class" Hippies zu gewinnen.
Diese und andere politische Wahrheiten der Ära reflektiert Hunter auch in seinem Werk "Fear and Loathing in Las Vegas: A Savage Journey to the Heart of the American Dream", einer vielschichtigen Eruption von Selbstvernichtung, Drogenberichterstattung, Wutgestammel, Politikhass, mörderischem Wahnsinn und Traurigkeit. Aber wie sonst hätte man die amerikanischen 70er, den Vietnamkrieg, den Post-60er Alptraum beschreiben können? Was wagte man überhaupt noch zu denken, zu sagen? Wie konnte man das Unaussprechliche aussprechen? Den Amerikanischen Traum und das Hippietrauma? All das Lächerliche? All das Schreckliche? All das Verlorene?
"Der amerikanische Traum wurde zum Alptraum. Für jeden ernsthaften Journalisten war der einzig mögliche Weg, komplett durchzudrehen und das Ganze als "Gonzo" zu bezeichnen."
Hunter S. Thompson plante Fear and Loathing ursprünglich als Dokument in purem Gonzo-Stil herauszubringen. Aber das Geschriebene war inhaltlich so wirr, dass eine uneditierte Veröffentlichung des Manuskripts unmöglich war. Fear and Loathing ist also kein Gonzo-Werk im originalen Sinne, konnte aber durch eine Bearbeitung über einige wichtige formale und inhaltliche Grenzen hinaus gehen. Hunter konnte sich so zum idiotischen Drogenfreak stilisieren, und mit der ihm dadurch zugestandenen Narrenfreiheit die Subkulturen, die Hohepriester des Gonzo- und Drogenhype, die verlorene "Massenbewegung", alles und jeden der irgendwie am amerikanischen Alptraum beteiligt ist, verarschen.
"[er war] ein Mann auf der Flucht, krank genug um total überzeugt von sich zu sein."Fear and Loathing sucht nach keiner Absolution, keiner Läuterung, keiner Zuflucht ins Private, in die Religion oder in eine Partei. Das Einzige was zählt, ist der Versuch die Reise zu durchleben, und dabei den wohlversiegelten Abgrund, der in jedem von uns liegt, vehement herauszufordern. Das ist der besondere, subversive Kick von "Fear and Loathing". Über Timothy Leary schreibt Hunter S. Thompson:
"Nach West Point (Militärakademie) und Priesterschaft, musste er auf LSD kommen... verhökerte "Bewusstseins-Erweiterung", ohne dabei ein einziges Mal an die grimmigen Realitäten zu denken, die auf die lauerten, die ihn ernst nahmen........ All die pathetisch eifrigen Acidfreaks, die meinen, sie können sich für drei Dollar das Stück Peace und Understanding kaufen...die den faulen Kern der vermystizierten Acid-Kultur nicht erkennen - die verzweifelte Annahme, dass irgend jemand - oder zumindest irgendeine Kraft - uns zum Ende des Tunnels leiten würde... blinder Glaube in eine höhere und weisere "Autorität". Der Papst, der General, der Premierminister... die ganze Leiter bis rauf zu "Gott"."
Man wundert sich, warum es so lange - 27 Jahre - gedauert hat, bis Fear and Loathing verfilmt wurde. Das Werk galt als "unverfilmbar", nichts desto trotz, dass die Filmrechte schon seit Ewigkeiten in Hollywood aufgebahrt lagen. Es bedurfte eines Retro-Zeitgeist und neuer Hollywood-Cliquen, um sich im fauligen Jahr des Herrn 1998 an den Film zu wagen. Terry Gilliam (Brazil, 12 Monkeys, König der Fischer) gelang es mit seinen einzigartigen visionären Fähigkeiten, den Film sehr nahe an die Vorlage heranzubringen. Wie Thompson spielt Gilliam mit wechselnden Distanz- und Suggestionsmomenten, baut vibrierende Gewaltatmosphären und groteske Dauertrips ein, vermittelt lustvoll Lächerlichkeit und Weisheit der beiden delirierenden Charaktere, die sich dem Wahnsinn der Drogen, des Landes, der sie umgebenden Stadt und der in ihr gefangenen Menschen auf Messers Schneide stehend ausliefern.
Visuell orientiert sich Gilliam, einst selbst hauptberuflich ein Zeichner, stark an den genialen Zeichnungen Ralph Steadmans, der schon die Erstveröffentlichung von "Fear and Loathing" im Rolling Stones Magazin illustriert hatte. Vielleicht überkarikiert "Fear and Loathing" der Film gelegentlich zu vieles, so dass man Mühe hat, die tragenden politischen und menschlichen Momente wahrzunehmen, aber ein Film "über Idioten" hat nun einmal weniger Narrenfreiheit als ein Autor, der sich selbst als Freak hinstellt. Das ist die Realtität des Filmemachens. Auch heute, 27 Jahre nach dem fauligen Jahr des Herrn 1971, ist das Allgemeine - unser aller Wahnsinn zwischen individuellen und kollektiven Zwängen - das Unaussprechbarste. Und Drogen führen uns gesellschaftlich und chemisch in die Bereiche des Unaussprechbaren. Es gibt keine ehrliche Art, dieses Unaussprechbare zu erklären. Nur die, die rein gegangen sind, kennen die Wahrheit. Eine Wahrheit, die so bedrohlich ist, dass wir sie nur in Verkleidungen ertragen können. Die Angst vor uns selbst und dem Abgrund im Anderen - das ist das Allerschlimmste.
Roya Jakoby 10.11.1998
(Quelle: http://www.filmzentrale.com/rezis/fearandl…ginlasvegas.htm)P.S.: Fear and loathing ist einer meiner lieblingsfilme, von dem genialen monthy phyton regisseur Terry Gilliam. unbedingt sehenswert!
maky
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Zitat von Malhi Sadah
Was die Veden so schreiben ist auch sehr interessant.Z.B. das in der "Letzten Zeit" viel der Meinung sind(Im Irrglauben) das eine Rassenvermischung notwendig sei.Habe hier nur aus dem Kopf zitiert!ich habe die bhagavad gita gelesen und mir ist nichts aufgefallen, was in diese richtung gehen sollte. wenn du es doch findest nenne bitte gesang und vers.
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naja meine meinung über die bibel kennst du ja schon (ein beitrag über deinem). für mich ist das keine institutionen. und für aussagen über gott schon garnicht.
eine institution für die wissenschaft von gott sind z.b. die veden. sie enthalten beschreibungen des gesammten aufbaus der materie, wie sie funktioniert. diese vedische wissenschaft existiert schon weitaus länger als die bibel. es wurde noch NIE ein krieg durch dieses wissen ausgefochten, ganz im gegensatz zur bibel, die zu einem kleinen büchlein schwindet dagegen. die letztendlichen konsequenzen aus diesem philosophischen werk sind um einiges konstuktiver als alles was ich von dem christentum, der bibel und dem judentum her kenne. vom höchst erwürdige unterfangen der ISKCON gesellschaft, gottes - bewusstsein zu verbreiten mal ganz zu schweigen.
maky