Ich schreibe nicht oft hier, aber zu dem Thema hab ich einige Aspekte beizutragen...
Ich finde solche Aktionen lobenswert, und die Welt zu verbessern ist immer ein nobles Ziel. Allerdings denke ich, das es auf diese Weise (wie im Video) nicht funktionieren wird. Das ist zwar alles sehr spirituell und warmherzig, und die dargelegten Ansichten haben IMHO im allgemeinen Rahmen ihre Richtigkiet. Aber es werden einige entscheidende, menschheits-spezifische Aspekte vergessen. Allem vorran die Frage, woraus die negativen / disharmonischen Aspekte der Menschheit resultieren, und wie man dort ansetzen kann (an den urtümlichsten Wurzeln).
Es folgt ein Text, den ich kürzlich in einem anderen Forum verfasst habe. Darin versuche ich auf die Kernproblematik (oder einen wichtigen Teil davon) einzugehen, einen Lösungsansatz anzubieten und die menschliche Existenzform an sich zu beleuchten. Auch wenn er lang erscheint, ist er für dieses Thema noch recht kurz geworden. Ich hoffe, es ist nicht zu kompliziert geschrieben, denn dazu tendiere ich manchmal *g*. Vielleicht bringt er ja ein paar nützliche Erkenntnis-Aspekte ein:
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Ich definiere die menschliche Existenzform in etwa folgendermaßen (ultra-kurzform):
Im Menschen vereinigen sich sehr viele Aspekte der Existenz. Diese Kombination zeichnet sich vor allem dadurch aus, das vieles davon gegensätzlich ist. Zum einen haben wir immer noch unsere animalischen Instinkte, wovon die meisten Menschen sich auch beeinflussen lassen, und zum anderen haben wir einen Intellekt, der im irdischen Lebenssystem eine Ausnahmeerscheinung darstellt. Genaugenommen könnte dieser intellektuelle Teil sogar als Anomalie im System gewertet werden. Es mag ähnlich intelligente Tiere geben (z.B. Delphine), aber keine andere Art (soweit uns bekannt) hat je angefangen, ihre Umgebung zu manipulieren, und die Gegebenheiten auf "unnatürliche" Weise für sich zu nutzen (beim Delphin-Beispiel wäre das ja mangels Greifhänden sowieso unmöglich). Darin liegt die Stärke des Menschen in diesem irdischen Lebenssysem, aber es ist auch zugleich der Auslöser für alle menschengemachten Probleme.
Der immer noch aktive, instinktive Teil gerät in Konflikt mit dem intellektuellen Verstand, und verursacht absurde Pervertierungen von rationaler Notwendigkeit und Verlangen. Beispielsweise begann der Mensch irgendwann, Vorräte zu horten und Landwirtschaft zu betreiben, was vermutlich aus der intellektuellen Ergänzung zum Instinktverhalten enstand, das man für später nochwas übrig hat, und die gesparrte Zeit mit anderen Dingen ausfüllen kann (Kunst, Kulturpflege, Rituale, neue Technologien... Dinge des Intellekts eben). Soweit ganz nützlich und spannend. Aber kritisch wird es, wenn dabei die Balance aus den Augen verloren wird, und sich die expansive Entwicklung / Ausdehnung zum Zwang oder Lebensziel entwickelt. Ein gutes Beispiel für diese "Zweckentfremdung" der Instinkt / Intellekt-Kombination ist endlose Geldgier. Was treibt manch skrupellose Konzernchefs dazu, noch reicher zu werden, obwohl sie das angehäufte Geld nie mehr im Leben völlig ausgeben könnten?
Es ist die Pervertierung des Bedürfnisinstinkts (Geld = Existenzsicherung, wie damals Nahrung) mit dem Sammlungs- und Hortungsprinzip. Während der Intellekt sagt, das die existenzielle Absicherung völlig gegeben ist, fließt zugleich das Instinkt-Muster mit hinein, dass die Ratio des Intellekts umgeht (da alle Erfahrungen, Ausdrücke und Denkvorgänge diesen Instinktteil im Bewußtsein durchqueren müssen). Durch diese Umgehung wird die Handlungsweise unsinnig und zweckentfremdet. Es herrscht keine rationale Balance mehr zwischen der Umgebung und dem Menschen. Das ist einerseits die Ursache für die extremen Unterschiede zwischen Arm und Reich (global), und andererseits die völlig kopflose Umweltzerstörung (z.B. begrenzte Ressourcen ausbeuten, bis nichts mehr da ist oder nachwachsen kann). In diesem Zwist aus Instinkt und Intellekt sehe ich die ureigensten Hauptprobleme der menschlichen Existenz (extremer kann Dualität vermutlich garnicht sein).
Bedeutet das nun, der Mensch ist ein "Irrtum der Natur"? Oder hat die menschliche Existenzform doch einen speziellen Zweck im Universum? Für mich steht fest, dass das Instink / Intellekt-Problem nur auf eine Weise gelöst werden kann; durch Selbsterkenntnis. Der Mensch muß lernen, seine unterbewußt-instinktiven (in der heutigen Lebensweise oft überflüssigen) Begierden zu erkennen, und mithilfe des Intellekts in rationale Grenzen zu packen. Da aber gerade unsere "Herrscherschicht" eher von diesen Instinkten kontrolliert ist (die Symptomatik zeigts), ist es ein schwieriges Unterfangen. Hilfreich könnte hier aber sein, das die Masse der Durchschnittsmenschen sich erstmal selbst erkennt, und somit solche Regierungs- oder Herrschaftsstrukturen von innen heraus abbaut. Denn ist die Instinkt-Verzerrung erstmal erkannt und gebannt, laufen die (ehemals unbewußten) Massen nicht mehr den "Alpha-Tieren" (den "Mächtigen" mit Geld, Einfluss und / oder militärischer Stärke) hinterher.
Die Menschen würden anfangen, an sich selbst zu arbeiten, statt irgendwem hinterherzulaufen. Dadurch würden sie auch mehr Eigenverantwortung übernehmen, statt diese abzuschieben (z.B. an besagte "Alpha-Tiere", materielle Werte, Ablenkung durch Unterhaltung, Ikonen oder Göttervorstellungen). Jetzt habe ich versucht, die Problematik zu beschreiben. Aber was ist nun das Spezielle am Mensch-Sein?
Ich denke, das Mensch-Sein schafft aufgrund seiner extremen Dualität und den vielseitigen Aspekten eine einzigartige Erfahrungsperspektive, welche in der Form sehr selten im Universum ist. Es gibt hier Erfahrungen zu machen, die z.B. in einer harmonischen Licht & Liebe™-Welt, oder einer Welt voller emotionsloser Wesen nicht möglich wären (schon garnicht in nicht-physischen Ebenen). Ich hörte ja, das der Inkarnations-Andrang zum Mensch-Sein enorm seien soll (es bilden sich quasi schon Warteschlangen *g*). Und ich hörte auch, das manche Inkarnierer hier garnicht mehr rauskommen, weil sie so stark im Dualitätsspiel gefangen sind, das sie ihre eigentich nicht-physische Existenz vergessen, und der dichten, materiellen Erdenwelt die volle Aufmerksamkeit geben. Sie werden süchtig danach. Man könnte es "Erdgebundenheit" nennen, was in Extremfällen sogar zu anhaltenden Spukphänomenen nach dem Tod führt. Aber das ist wieder ein anderer Fachbereich...
So, das war die "Ultra-Kurzfassung" meiner Auffassung des Mensch-Seins. Wer sich näher in diese Richtung informieren möchte, dem empfehle ich die Bücher "Der zweite Körper" und "Über die Schwelle des Irdischen hinaus" von Robert Monroe. Er hat in solchen Bereichen eine ziemlich ähnliche Denkweise wie ich. Eigentlich sind das Bücher zum Phänomen der außerkörperlichen Erfahrung (AKE), aber besonders in den beiden genannten Büchern finden sich wertvolle und plausible Erkenntnisse über das Mensch-Sein.