Beiträge von Nubok

    Ich möchte nicht über die Österreicher urteilen - die "ticken" in manchen Punkten etwas anders als die Deutschen (ich weiß das, weil ich Verwandte in diesem Land habe). Insbesondere zur EU haben sie ein deutlich negativeres Verhältnis als die Deutschen (was auch logisch ist; Österreich ist nicht wie Deutschland und Frankreich Gründungsmitglied und die österreichische Wirtschaft ist weniger exportorientiert als die deutsche; außerdem haben kleine Staaten in der EU häufig implizite Panik in der EU unterzugehen und in den Entscheidungen von den großen Staaten überrollt zu werden)-

    Mein Vater (seit langem in Deutschland lebender Österreicher) kritisiert regelmäßig deutsche Zeitungen, dass kaum Kritik an der EU zu lesen ist (zum Vergleich findet man in einer typischen österreichischen Tageszeitung viele EU-kritische Artikel und noch mehr EU-kritische Leserbriefe). Umgekehrt sehe ich als Mensch, der komplett in Deutschland aufgewachsen ist, darin viel flachen Populismus. Kritik an der EU - sicher in vielen Punkten gerechtfertigt, aber bitte sachlich bleiben.

    Deutschland und Österreich sind halt mentalitätsmäßig doch etwas unterschiedlich. Gerade in der Steiermark wird sich gerne aufgeregt. Wie es jemand ausdrückte, der dort lebt: der Steirer braucht immer etwas, über das er sich aufregen kann.

    Deswegen: das, was die Österreichische PP da an Sprüchen produziert, muss im Kontext der österreichischen Mentalität gesehen werden.

    Hier der korrigierte Link: http://www.deutschland.net/content/die-pi…n-stopp-des-esm
    Jo

    Die Piratenpartei hatte in Deutschland bewusst deswegen keine Stellungnahme oder Thesen zum Thema Eurorettung und ESM abgegeben, weil sie sich erst einmal ein ausführliches Bild der ganzen Sache machen will, statt mit populistischen Sprüchen vorzupreschen.

    Erst jetzt scheint sich eine erste Gruppe in der PP einen Eindruck gemacht zu haben und dazu einen ersten konstruktiven Vorschlag zu bringen.

    Die Piratenpartei ist keine Partei des schnellen Populismus (selbst als der Bundestrojaner vom CCC entschlüsselt wurde - Paradethema für die Piratenpartei - haben sie sich mit Stellungnahmen zurückgehalten), sondern eine Partei des langsamen, überlegten Vorgehens.

    waterbrunn

    Der Artikel im Nexus-Magazin hat den großen Vorteil, zu versuchen, (so weit wie es möglich ist) halbwegs wissenschaftlich an das Thema heranzugehen statt irgendwelche Mutmaßungen zu treffen - ganz im Gegensatz zu AsLand808s Post, welcher schon in der Vergangenheit auseinandergenommen wurde.

    Auch wenn ich nicht allen Vermutungen, die in dem Text geäußert werden, zustimmen kann, so ist er dennoch hochinteressant zu lesen und empfehlenswert, wenn man ihn mit einer gewissen Dosis Skepsis (was spricht wofür? was ist wodurch belegt? etc.) liest.

    Zitat

    Regt ihr euch echt auf, weil die ganzen Rechte für die lustigen Propaganda-Inhalte von den Content-Faschisten in Beschlag genommen werden?

    Das ist eher ein Randthema, mir geht es eher um folgende Punkte:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Coun…s_Rechtsstaates

    http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Coun…ionsentwicklung

    http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Coun…ng_von_Generika

    Zitat

    Es kommt wie es muss, ich hab mich schon immer gefragt warum das Internet so freizügig sein kann..

    Mein Eindruck ist eher der, dass durch die zunehmende Technisierung unserer Welt die Mächtigen immer stärker von den Leuten abhängig werden, die Ahnung von der Technik haben (um es mal etwas platt auszudrücken). Nur sind die halt ganz häufig (zumindest im Moment) sehr liberal.

    Die Russen sind mit GLONASS
    http://de.wikipedia.org/wiki/GLONASS oder auführlicher http://en.wikipedia.org/wiki/GLONASS

    übrigens schon deutlich weiter als die Europäer mit Galileo. Wer es selbst testen will: Garmin bietet in den neuen Geräten der eTrex-Reihe GLONASS-Unterstützung (Pressemeldung: http://garmin.blogs.com/my_weblog/2011…ombination.html).

    Die Chinesen bauen übrigens ebenfalls fleißig an ihrem eigenen Navigationssystem Compass (Beidou-2):
    http://en.wikipedia.org/wiki/Beidou_navigation_system

    Jocelyne Lopez

    Wenn wir uns den Diskussionsfaden http://www.scilogs.de/wblogs/blog/re…ussionen/page/1 anschauen, so dürftest du dort in der Vergangenheit Antworten von deutlich qualifizierteren Menschen, als ich es bin, bekommen haben.

    Markus Pössel schreibt in
    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/re…ussionen/page/1 - wie du selbst zitiert hast:

    Zitat

    Antwort von MP: Groß genug, um sie mit den Geräten der GPS-Betreiber zu messen, ganz sicher. Aber nicht groß genug, um sie am Navigationsalltag zu merken. Die Prämisse, dass man am GPS-Endgerät sozusagen selektiv die relativistischen Korrekturen abschalten könnte, ist natürlich sowieso schon falsch; die Korrektur erfolgt ja direkt über die Ganggeschwindigkeit der Atomuhren.


    Ich sehe erst einmal grundsätzlich keinen Zweifel daran, dass Markus Pössel hier eine Menge Ahnung hat.Auf der anderen Seite: wenn du behauptest, dass die RT falsch ist, so implizierst du aufgrund dieses Arguments, dass hier eine Verschwörung der GPS-Betreiber gegen die Menschheit stattfindet. Ist dies wirklich wahrscheinlich?

    Hallo Nubok, ich habe nicht alle Kerncurricula durchforstet, sondern nur einen Teil. Und da gehörte dies nicht zum Unterrichtsstoff. Aber sehr interessant, was du da zu Tage gefördert hast.

    Bei uns im Physik-Leistungskurs war es zumindest kurz vorgesehen. Da sich jedoch die Lehrpläne dauernd ändern, bin ich sicher, dass deine Recherchen einen aktuelleren Stand präsentieren.

    Ebenso hatte meine Schwester (sie hatte Physik als Kernfach - da waren die Leistungskurse schon abgeschafft) ein anderes Schulbuch für die Oberstufen-Physik, welches verständlicher geschrieben, aber in vielen Punkten deutlich oberflächlicher war (ich hatte damals einen Blick hineingeworfen). Ich kann keine Aussage dazu treffen, inwieweit Relativitätstheorie darin Thema war - sie hatte das Buch nur ausgeliehen.

    Das mit den Schülern sollten wir nun hinreichend für jeden verständlich geklärt haben. Es ist daher wohl logisch, dass weder ART noch SRT in Schulbüchern zu finden sind und ebenso logisch, dass dort keine Kritik zu finden ist.

    In meinem ehemaligen Physikbuch Klasse 12/13, welches für Physik-Leistungskurs verwendet wurde (Dorn, Bader; Physik; Oberstufe Gesamtband 12/13) befindet sich ein Kapitel über Spezielle Relativitätstheorie.

    Dort steht auch folgender Absatzteil, den ich direkt zitiere:

    Zitat

    Als die Relativitätstheorie mit ihren eigenartigen Aussagen auftrat, gab es dementsprechend heftigen Widerspruch, der sich in manchen Kreisen bis heute nicht gelegt hat. Nun machen sich die von der Theorie vorausgesagten ungewöhnlichen Eigenschaften erst dann deutlich bemerkbar, wenn hohe Geschwindigkeiten, vergleichbar der Lichtgeschwindigkeit, auftreten. Sie bleiben uns daher im Alltag verborgen. Im kosmischen Bereich jedoch und bei Experimenten mit atomaren Teilchen sind solche Geschwindigkeiten nicht selten; dort werden auch die Behauptungen der Relativitätstheorie bestens durch die Erfahrung bestätigt.

    Außerdem befinden sich Verweise auf physikalische Experimente (Myonen in der Erdatmosphäre (inklusive Messwerte eines Versuchs) - inklusive Verweis auf analoge Experimente, in Teilchen-Beschleunigern; Michelson-Versuch; immer jeweils mit Erklärung anhand von Rechnungen, was die Voraussage der klassischen Theorie ist, welche Beobachtungen man machte und wie dies mit der Voraussage der speziellen Relativitätstheorie übereinstimmt.

    Des Weiteren Beispiele von ein paar häufig vertretenen Denkfehlern in Bezug auf Zeitdilatation.
    Außerdem ein kurzer historischer Verweis darauf, dass einige der Formeln bereits von Lorentz im Zusammenhang mit seiner Elektronentheorie entwickelt wurden, allerdings erst Einstein ihnen die heutige, einfachere Deutung gegeben hat.

    Ich sehe also durchaus eine kritische Auseinandersetzung - bloß, dass diese kritische Auseinandersetzung in diesem Fall für die Spezielle Relativitätstheorie spricht.

    @Jocelyne_Lopez

    Wenn du die Relativitätstheorien anzweifelst, würde mich folgendes sehr interessieren:

    bekanntlich benötigt man, um aus den Daten, die die Navstar-GPS-Satelliten senden, die geographische Position zu berechnen, Formeln, welche man aus der Allgemeinen Relativitätstheorie herleiten kann. Auf jeden Fall stimmen die Ergebnisse nicht, wenn man es nach klassischer Physik nach Newton (also das, was der Forschungsstand der Physik vor Einstein war) berechnet.

    Die Tatsache, dass man in jedem Elektronik-Laden oder Geschäft für Outdoor-Bedarf GPS-Empfänger kaufen kann und (Überraschung!) diese auch noch funktionieren, zeigt, dass die Allgemeine Relativitätstheorie in einer ausgesprochen guten Approximation gilt.

    Wenn du also behauptest, dass die Allgemeine Relativitätstheorie nicht in sehr guter Annäherung gilt, behauptest du damit, dass GPS-Empfänger nicht funktionieren können (weil dann der Chip im GPS-Empfänger andere Formeln verwenden müsste). Dummerweise ist es so, dass ich einen GPS-Empfänger im Rucksack habe und er funktioniert ziemlich gut (ich bezeuge es persönlich).

    Wie erklärst du dir diese Diskrepanz?

    Volle Zustimmung. Das Problem bei diesem Web of Trust ist, dass nicht beachtet wird, ein wie starkes Vertrauen man selbst zu den verschiedenen Personen hat, die die Bewertungen vorgenommen haben (es wird implizit angenommen, dass man allen bewertenden Personen voll vertrauen kann).

    Dabei ist das Problem zumindest für Schlüsselverteilungen bereits gelöst (auch wenn man darüber debattieren kann, ob man an die Axiomatik, die dem Ganzen zugrundeliegt (Transitivität der Vertrauensbeziehungen), nicht besser doch noch ein wenig herumdoktert): http://de.wikipedia.org/wiki/Web_of_Trust (nicht zu Verwechseln mit vielen gleichnamigen Produkten).
    Es sollte daher kein Problem sein, dies auf Warnungen vor gefährlichen Seiten zu verallgemeinern (ich persönlich könnte sofort eine Axiomatik aufschreiben).

    Das Problem ist: das Ganze erfordert, dass der Nutzer bereit ist, mitzudenken. Und daran scheitert es leider in der Praxis.

    Ich habe mir die Sendung soeben angeschaut und schließe mich im wesentlichen dem Urteil von Illuminatus an. Gerade, wenn man schon sowieso einiges über die Themen weiß (was wohl auf viele der Forenbesucher zutrifft), wird die Sendung eher wenig Neues liefern.

    Quelle:
    http://www.heise.de/security/meldu…ug-1420969.html

    Zitat

    Etliche Videokonferenzsysteme sind ungeschützt über das Internet erreichbar, wie der Sicherheitsexperte HD Moore im Laufe einer dreimonatigen Untersuchung festgestellt hat. Moore hat rund drei Prozent aller IP-Adressen abgescannt und dabei 250.000 Systeme entdeckt, die das von Videokonferenzsystemen eingesetzte H.323-Protokoll nutzten. Davon waren fast 5000 so konfiguriert, dass sie eingehende Anrufe automatisch annehmen – vor allem Geräte des Herstellers Polycom, der die meisten Modelle laut dem Bericht nach wie vor mit aktivierter Auto-Annahme ausliefert.
    Der Sicherheitsexperte bekam so Einblick in zahlreiche Vorstandsetagen, Anwaltskanzleien sowie Räumlichkeiten von Risikokapitalgebern und Forschungseinrichtungen. Ein gefundenes Fressen für Industriespione. Dabei bekam er eine beachtliche Ton- und Bildqualität geboten. In vielen Fällen konnte er die Kameras fern steuern, um etwa ein Passwort auf einem sechs Meter entfernten Zettel nah genug heranzuzoomen, um es lesen zu können. Es gelang dem Experten zudem, eingegebene Passwörter durch das Filmen der Tastatur zu rekonstruieren (Shoulder Surfing).
    Nach Angaben des Experten haben viele Firewalls Probleme mit dem H.323-Protokoll, weshalb Admins den Videokonferenzsystemen schlicht eine von außen erreichbare IP zuweisen. Viele der Systeme seien nur unzureichend auf diese Situation vorbereitet; Web-Oberflächen, Telnet-Zugänge und weitere Dienst schlecht gesichert.
    Durch die Web-Oberflächen schlecht gesicherter Konferenzsysteme ist Moore nach eigenen Angaben sogar gelungen, sich auf die eigentlich ausreichend geschützten Systeme anderer Unternehmen weiter zu hangeln: Laut dem Bericht konfigurieren Unternehmen ihre Konferenzssysteme oft so, dass sie Anrufe von bestimmten Gegenstellen automatisch annehmen. Moore hat von einem schlecht gesicherten System aus weitere Gegenstellen angerufen, die dem vom ihm genutzten System vertrauten. Die IPs der Gegenstellen fand er im Adressbuch, das Teil der Web-Oberfläche ist.
    Moore rechnet damit, dass die Situation bei den über ISDN erreichbaren Systemen noch dramatischer ist: "Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es für jedes System, das ungeschützt über das Internet erreichbar ist, zwanzig weitere gibt, die unter einer obskuren ISDN-Nummer erreichbar sind, die die IT-Abteilung längst vergessen hat", meint der Experte. Admins können H.323-Systeme in ihren Netzen etwa mit dem Metasploit-Modul h323_version aufspüren. ([color=#003399]rei[/color])

    Klingt sehr interessant. Ich kann nur hoffen, dass diese Dokumentation nachher in der Mediathek zu finden sein wird (zum Zeitpunkt der Ausstrahlung habe ich leider andere Verpflichtungen).