OK, alles eine Stufe ausf?hrlicher. Bitte teilt mir mit, inwieweit ihr mitkommt.
Ich werde erst einmal die Herleitung der Kreisgleichung im 2-dimensionalen vornehmen (siehe angeh?ngtes Bild).
Sei also der Punkt X=(x1, x2) Element des Kreises und nennen wir den Radius des Kreises R. Dann muss f?r ihn (nach Satz des Pythagoras) gelten:
R^2=(L?nge Kathete1)^2+(L?nge Kathete2)^2
Nun sehen wir aus dem Bild, dass die L?nge der Kathete1 gleich x1 ist (einfach das St?ck vom Koordinatenursprung zum Punkt (x1, 0)), also sich um x1 Einheiten auf der 1. Koordinatenachse bewegen).
Ebenso sieht man aus dem Bild, dass die L?nge der Kathete2 gleich x2 ist (denn die Kathete 2 verl?uft parallel zur Strecke vom Punkt (0,0) nach (0,x2)).
Das nur noch einsetzen, ergibt:
x1^2+x2^2=R^2
Unsere Kreisgleichung im 2-dimensionalen.
Nun wundern sich vielleicht einige, warum ich im Beitrag davor ein <= gesetzt habe. Das ist richtig so, da wir ja oben den abgeschlossenen Kreis als "Kreislinie"+"Inneres" angesehen haben, w?hrend ich hier den Kreis nur als Kreislinie sehe (was die Rechnung stark vereinfacht). Ich k?nnte, wenn der Wunsch besteht, gerne auch sehr im Detail begr?nden, warum f?r "Kreislinie"+"Inneres" ein <= in der Gleichung steht, aber da dies vielleicht ein wenig komplizierter ist als das, was ich eben hergeleitet habe, mache ich dies nur auf expliziten Wunsch.
Im 3-dimensionalen funktioniert die Herleitung der Kugelgleichung
x1^2+x2^2+x3^2=R^2 absolut analog, ist aber ein wenig un?bersichtlicher darzustellen. Daher habe ich keine Lust dazu auch noch ein Bild zu malen und zu erl?utern.
F?r h?her dimensionale R?ume sagt man im Prinzip einfach: "Pythagoras soll da auch gelten", also gilt dann f?r die n-dimensionale Kugelgleichung:
x1^2+x2^2+...+xn^2=R^2
(ich gebe es zu: es stecken schon einige mehr vern?nftige Gr?nde dahinter, dass man es so einf?hrt (deren Verst?ndnis gar nicht mal schwer ist, allerdings eine Menge Zeit braucht), allerdings ?ndert dies nichts daran, dass es sich um eine "willk?rliche" (im positiven Sinne) Definition handelt).
Diese "Willk?rlichkeit" ist auch kein Problem, denn niemand behauptet ja, dass die Gleichungen, die ich aufschreibe, etwas mit der Realit?t zu tun haben m?ssen, sie sollten nur aus "?sthetischen Grundlagen" herleitbar sein, um als Mathematik angesehen zu werden. Und als ?sthetisch sind die Grundannahmen (Axiome) und Folgerungen definitiv.
Erstaunlich wenige Menschen wollen wahrhaben, dass Mathematik erst einmal absolut Null (!) mit der Realit?t zu tun hat. Wenn irgendeine Zeitung schreibt, dass irgendwelche Mathematiker etwas ?ber die Realit?t aussagen, dann ist das M?ll. Es geht n?mlich alles von der Annahme aus, dass man die Realit?t durch gewisse Gleichungen (im abstrakten Sinn) beschreiben k?nnte. Das beste, was man machen kann (und auch macht), ist irgendwelche Modelle der Realit?t in Form von Gleichungen aufzuschreiben und Eigenschaften des Modells zu beweisen. Mehr nicht. Ob man dieses Modell als Realit?t betrachtet oder nicht, ist dem eigenen Geschmack ?berlassen (auch wenn Physiker so etwas gar nicht gerne h?ren, aber es ist so).
P. S.: Habt ihr das alles so weit verstanden, dass ich fortfahren kann? Und wo bestehen weitere Fragen?
P. P. S.: Das weitere Problem ist, dass es sich bei dem, was die Esoterik unter dem Namen Dimensionen beschreibt, etwas ganz anderes ist, als man in der Mathematik darunter versteht (zumindest so weit, wie ich die Esoterik-Texte verstanden habe). Ich kann keinen Vergleich der Begriffe anbieten (dazu habe ich von Esoterik zu wenig Ahnung). Vielleicht kann aber jemand sagen, wie man exakt (!) in der Esoterik den Dimensionsbegriff fasst (eine vage Vorstellung habe ich, aber mehr auch nicht).