Beiträge von Nubok

    @Ich-bin's

    Die von dir zitierten Teilchen (Gigahertz-Strahlung, Mikrowellen, UV-Licht, sichtbares Licht, Wärme) sind alles Photonen (Überträgerteilchen der elektromagnetischen Kraft). Ebenso emittiert die Sonne Neutrinos.

    Wenn du den Artikel (oder auch nur meine Ultra-Kurzzusammenfassung) gelesen hättest, wüsstest du, dass es um Teilchen geht, die den atomaren Zerfall beeinflussen - was Photonen nach bisherigen Erkenntnissen nicht tun.

    http://news.discovery.com/space/is-the-s…y-particle.html

    Kurzzusammenfassung: Korrelationen zwischen Kernzerfall, Entfernung Erde - Sonne und Dauer einer Rotation des solaren Kerns legen nahe, dass die Sonne Teilchen emittiert, die die Geschwindigkeit des atomaren Zerfalls zumindest bei C-14-Atomen beeinflusst.

    Eine Vermutung ist, dass es sich hierbei um solare Neutrinos handeln könnte. Allerdings ist bislang nichts darüber bekannt, dass Neutrinos den atomaren Zerfall beeinflussen, weswegen eine solche Entdeckung ein komplett neues Verständnis von Neutrinos erfordern würde.

    Im unwahrscheinlicheren Fall, dass es sich um ein komplett unbekanntes Teilchen handelt, wird es sowieso spannend.


    JEDER, wirklich jeder, der sich bisher mit der Relativitätstheorie angelegt hat ist gescheitert ......

    darunter sind namen wie plichta, evert, bourbaki und viele tausend andere .....

    manche sind längst gestorben, andere leben noch.

    Peter Plichta mag ein durchaus begabter Chemiker im Bereich der Silan-Chemie sein. Aber auf jeden Fall ist seine Ahnung in Sachen Mathematik relativ eingeschränkt. Dazu verweise ich auf einen Original-Text von ihm: http://www.plichta.de/pp24/index.php…id=39&Itemid=58, der in starkem Maße eine Mischung aus mathematischen Trivialitäten und Unkenntnis von mathematischen Forschungsmethoden geprägt ist (und als "cand. math." denke ich darüber durchaus beurteilen zu können).

    Das schließt selbstverständlich nichts aus, allerdings macht die Veröffentlichung eines derartigen Textes erst einmal grundsätzlich sehr skeptisch, wie es um seine Kenntnisse in wissenschaftlichen Gebieten außerhalb der Chemie bestellt ist.

    Zu den anderen zitierten Personen kann ich nichts sagen.

    Zitat


    deinem ersten absatz ist zu entnehmen, dass du dich mindestens ebenso ernsthaft wie ich mit der relativitätstheorie beschäftigt hast. ist ja gar nicht so schwierig, steht ja alles in relativem zusammenhang.

    Naja, nicht direkt. Ein wenig habe ich auf sehr elementarem Niveau gelesen.


    Stimmt durchaus. Wenn du der Meinung bist, dass irgendetwas an der RT falsch ist, schlag ein Experiment vor oder noch besser: schlag eine alternative Theorie vor, die andere Vorhersagen trifft.

    Fängt dieses Relativitätstheorie-Auseinandernehmen schon wieder an! Schon in der Vergangenheit meinte Jocelyne Lopez immer auf G. O. Müller verweisen zu müssen und damals wurden zahlreiche Stellen daraus von Leuten, die von Physik Ahnung hatten auseinander genommen (zumindest bei den herausgewählten Stellen zurecht, da diese wirklich voller mathematischer Primitivfehler waren - dies kann ich für die Stellen, die im Forum zitiert wurden, bestätigen).

    Wenn du es mit der Relativitätstheorie auseinander nehmen ernst meint, gebe ich dir einen Tipp:

    Die Maxwell-Gleichungen http://de.wikipedia.org/wiki/Maxwell-Gleichungen, welche zur Beschreibung von elektromagnetischen Phänomenen (insbesondere auch Funkübertragungen) verwendet werden und (auch aus diesem Grund) experimentell ausgesprochen gut überprüft sind, sind invariant unter Lorentz-Transformation (http://de.wikipedia.org/wiki/Lorentz-Transformation), während die Gleichungen der klassischen Mechanik stattdessen unter Galilei-Transformation (http://de.wikipedia.org/wiki/Galilei-Transformation) invariant sind, was mit der Invarianz unter Lorentz-Transformation der Maxwell-Gleichungen nicht vereinbar ist.

    Also muss irgendwo ein Fehler sein. In der Tat: indem man die klassische Mechanik durch die Gleichungen der speziellen Relativitätstheorie ersetzt (die unter Lorentz-Transformation bekanntlich ebenfalls invariant ist), kann man dieses Dilemma auflösen.

    Das ist das beste mir bekannte (wenn auch nicht einfachste) Argument für die Gültigkeit der Relativitätstheorie.

    Wenn du ein praktischeres Argument brauchst: in der Satellitennavigation (z. B. GPS) erhält man grobe Abweichungen in den Positionen, wenn man keine relativistischen Aspekte (wenn ich mich nicht täusche, braucht mir hier sogar die allgemeine Relativitätstheorie) in die Rechnungen mit einbezieht.

    Außerdem: wenn du die Relativitätstheorie aus irgendwelchen Gründen als falsch ansiehst: welche Alternativtheorie schlägst du vor?

    ICH bin's
    Bau und führe doch einfach ein konkretes Experiment aus. Wenn die Messungen tatsächlich im Widerspruch zur Thermodynamik stehen sollten, dann kann man sich auch mit studierten Physikern unterhalten (herrmann hier im Forum hat da, glaube ich, Ahnung).

    Bis ein konkretes Messergebnis vorliegt, was aufzeigt, dass die Theorie falsch und in dieser Form nicht zu retten ist, steht erst einmal eine experimentell gut untersuchte Theorie gegen die Aussage eines einzelnen.

    Hallo Nubok

    Ja danke; mir war schon klar, dass die Stringtheorie mehrere Dimensionen beinhaltet bzw. voraussetzt. Dein Wiki-Link war trotzdem interessant, da sich dort Dinge wie dies finden:

    Da frage ich mich doch, wie sich erwünschte Eigenschaften mit wirklicher Wissenschaft - so, wie sie hier immer propagiert wird - vereinbaren lässt; damit meine ich, dass sich m.E. solche erwünschte Eigenschaften mit einer neutralen Herangehensweise - die Wissenschafltler imo haben und pflegen sollten - schwerlich in Deckung bringen lassen...

    Ich bin - wie ich schon schrieb - für physikalische Fragen kein Experte, aber ich glaube zu wissen, was damit gemeint ist.

    Erst sollte sich jede physikalische Theorie am sogenannten Korrespondenzprinzip (http://de.wikipedia.org/wiki/Korrespondenzprinzip) messen lassen - d. h. sie muss in den Grenzfällen mit bereits ausführlich überprüften Theorien übereinstimmen.

    Die zweite (und auch im WP-Artikel direkt nach dem Zitat erwähnte) Eigenschaft, ist die, dass die Stringtheorie eine Quantengravitation beschreibt. Das Problem ist, man hat zwei bislang experimentell sehr gut überprüfte Theorien: die allgemeine Relativitätstheorie (beschreibt Gravitation) und Quantentheorien (beschreibt elektromagnetische Kraft, sowie starke und schwache Kernkraft). Das Problem ist: diese bauen auf sehr unterschiedlichen Grundideen (schon in ihrer mathematischen Struktur) auf. Natürlich sagt dies klar aus, dass beide (gemäß dem oben erwähnten Korrespondenzprinzip) nur in Grenzfällen mit der "richtigen" Theorie übereinstimmen können.
    Die Stringtheorie ist zumindest in der Lage alle vier Kräfte zu beschreiben, daher ist sie ein Kandidat für eine Theorie der Quantengravitation (http://de.wikipedia.org/wiki/Quantengravitation).

    Eine weitere schöne Eigenschaft, ist, dass die Singularitäten, wie sie Quantenfeldtheorien auftreten (was ein weiteres Zeichen darstellt, dass diese nicht der Weisheit letzten Schluss darstellen können) und zu deren Lösung Renormierung (http://de.wikipedia.org/wiki/Renormierung) entwickelt wurde, vermieden werden.

    Fazit: das Attribut "erwünscht" ist vielleicht ein wenig ungünstig gewählt, aber es verbirgt sich nicht dahinter, was in irgendeiner Art und Weise als unwissenschaftlich zu betrachten wäre.

    Hallo

    Frage an die Wissenschaftler: [color=#ff0000]Wie lässt sich so eine pauschale Aussage wissenschaftlich begründen?[/color]

    rätselt

    LightDrop

    Vorab: ich kenne mich in Physik nicht so gut aus. Ebenso ist es recht schwierig aus Inhalten von Zeitungsartikeln über derartige Themen den wissenschaftlichen Gehalt zu extrahieren, da Journalisten gerade bei physikalischen Themen eine Tendenz haben, Dinge vollkommen inkorrekt darzustellen.

    Eine Möglichkeit, wo in der Physik solche zusätzlichen Dimensionen herkommen könnten, sind die kompaktifizierten Dimensionen einer Superstringtheorie (http://de.wikipedia.org/wiki/Stringtheorie). Ebenso gibt es Supergravitations-Theorien (http://de.wikipedia.org/wiki/Supergravitation), die zusätzliche Dimensionen voraussagen.

    All diese Theorien haben gemeinsam, dass sie bislang erst rein theoretisch entwickelt wurden und bislang nicht experimentell überprüft werden konnten mangels hinreichend leistungsfähiger Teilchenbeschleuniger.


    Was veranlasst dich zur Annahme, dass es meine Annahme sei, diese beiden fünften Grundkräfte hätten etwas miteinander zu tun, das über die bloße Titulierung hinaus geht?

    Die von dir gewählte Formulierung "Es gab schon früher Berichte über die fünfte Grundkraft." in deinem Beitrag - also dass ein bestimmter Artikel (die) verwendet wurde, was impliziert dass sich der zweite Artikel auf die selbe Grundkraft bezieht.


    Wenn du auszudrücken gewollt hättest, dass sich hinter der im zweiten Artikel postulierten 5. Grundkraft sich etwas anderes verbergen könnte, hättest du stattdessen die Formulierung "Es gab schon früher Berichte über eine fünfte Grundkraft." gewählt.

    Was veranlasst dich zur Annahme, dass diese Entdeckung etwas mit der im zweiten Link postulierten 5. Grundkraft zu tun hat?

    Eine zusätzliche 5. Grundkraft wurde in der Vergangenheit immer wieder postuliert (beispielsweise um zu erklären, warum es bislang nicht gelungen die Newtonsche Gravitationskonstante genauer zu bestimmen). Aber derartige Postulate gaben dieser neuen Grundkraft recht unterschiedliche Eigenschaften, so dass man diese nicht miteinander vergleichen kann.

    Das ändert natürlich nichts daran, dass diese potentielle neue Entdeckung (bislang ist ja alles noch ein wenig schwammig) hochspannend ist.


    Das stimmt in gewisser Weise schon - nur nicht so, wie Du es Dir denkst. Aller Wahrscheinlichkeit nach hast Du die wundersame Verwandlung der Sprache nicht von Anfang an mitbekommen - für Dich waren die Anglizismen auf einmal da, so ganz plötzlich? - in dem Moment, als die heutige jüngere Generation auf dem Plan erschien?
    Der Konflikt besteht darin, dass die "ältere Generation" diese vorgegebenen Anglizismen bewußt NICHT annehmen wil, während die jüngere Generation, wie gewünscht, voll darauf abfährt ohne sich Gedanken über den Hintergrund zu machen. Die vielen Anglizismen in der Deutschen Sprache sind eine Einladung zur Verdummung, die von der vor sich hindümpelnden Masse dankbar angenommen wird.

    Es ist mir vollkommen klar, dass Du das anders siehst, Du und die Masse der Jüngeren sind überzeugt, dass es eine Bereicherung darstellt. Eine Bereicherung ist jedoch nur dann gegeben, wenn man eine Fremdsprache richtig lernt und sich darin so unterhalten kann, dass der jeweilige Muttersprachler auch versteht, was gesagt wird. - Was hier jedoch mit voller Absicht erfolgt, ist ein Zurückdrängen der Deutschen Sprache, die einer Reduzierung des Wortschatzes gleichkommt. Das ist keine Bereicherung, das ist ein Totschlag.

    Egal, wann irgendetwas neues aufkommt: es wird zu dem Zeitpunkt immer Menschen geben, die jünger und älter sind. Von daher ist das Argument "[color=#666666]in dem Moment, als die heutige jüngere Generation auf dem Plan erschien?" ein wenig absurd.[/color]
    [color=#666666][/color][color=#666666]Und wer schließt aus, dass die vielen Anglizismen, die es damals schon gab, nicht eine Einladung darstellen, die Sprache näher und richtig zu lernen? Dies war nach meinem Eindruck wirklich in der Grundschule gegeben. Ich glaube, die Masse der damals 4. Klasse freute sich riesig, dass mit der 5. Klasse - unter anderem aus diesem Grund - Englisch als neues Fach in der Schule dazukam.
    [/color]

    Zitat


    Hinzu kommt, dass man der Dummheit gepaart mit Arroganz kaum beikommen kann. Die jüngere Generation mokiert sich über die Älteren? Sie, die noch nicht einmal in der Lage sind einen einwandfreien Satz in ihrer eigenen Muttersprache zu sprechen? - Und nicht nur das - ich möchte sie gerne mit Engländern sprechen hören *GG*
    In ein paar Jahren wird diese Generation (mit Ausnahme der paar wenigen, die sich noch Gedanken darüber machen) schon nicht mehr in der Lage sein, große Werke der deutschen Dichtkunst zu verstehen, sie verstehen sie ja jetzt schon nicht mehr, ihr Wortschatz leidet an der Schwindsucht.

    Hier beginnst du plötzlich das Thema "Verdummung bestimmter (unterer) Bevölkerungsschichten" einzustreuen. Hierzu habe ich ein Gegenargument: glaubst du ernsthaft, dass wenn es die ganzen "coolen" (im Sinne der entsprechenden Schichten) englischen Worte nicht im deutschen Sprachgebrauch gäbe, dass Deutsch dieser Bevölkerungsschichten besser wäre? Ich nicht. Stichwort: "Ghetto-Englisch". Auch in der Unterschicht in den USA kommt es zu einem Verfall der Sprachkultur und dort gibt es keine "bösen, bösen Anglizismen", die man als Sündenbock missbrauchen kann.

    Fazit zu diesem Punkt: die Verdummung ist ein wichtiges Thema - akzeptiert. Es hat nur nichts damit zu tun, da in anderen Ländern es in bildungsfernen Schichten ebenfalls zu einem Verfall des Sprachgebrauchs kommt, ohne dass man "böse" Anglizismen als Sündenbock missbrauchen kann.

    Zitat


    Warum "Einladung zur Dummheit"? Die Muttersprache eines Menschen ist die maßgebliche Basis seiner Denkfähigkeit. Jedes Wort verursacht Assoziationen, eben Gefühle, Vostellungen, Bilder. Selbst, wenn Du eine Fremdsprache ziemlich gut beherrschst, hat diese nicht die gleiche Wirkung wie deine Muttersprache. Denken erfolgt in der Muttersprache und die entsprechenden Assoziationen auch. Bestes Beispiel dafür ist die Mathematik: selbst, wenn Du jahrelang nur eine Fremsprache sprichst, wirst Du immer in Deiner Muttersprache rechnen bzw. mathematische Aufgaben lösen. Die Reduzierung des muttersprachlichen Wortschatzes vermindert die Denkfähigkeit, so einfach ist das.


    Bevor ich näher auf "Sprache und Mathematik" eingehe, gleich ein Punkt: ist die Einführung zusätzlicher Wörter ernsthaft eine "Reduktion" des Wortschatzes? Ich würde es als "Erweiterung" bezeichnen.
    Speziell im Bereich "Sprache und Mathematik" kann ich contra geben.

    Dazu zwei Geschichten, die mir so erzählt wurden.

    Die erste stammt von einer Person, die heute Professor für Mathematik ist:

    Er erzählte mir, dass an Elite-Unis spezielle Kurse für mathematisches Fachübersetzen für Mathematik-Studenten gibt, in denen die Studenten lernen, mathematische Fachartikel, die in Sprachen geschrieben sind, die sie sicherlich nicht kennen, ins Englische übersetzen müssen (dies ist auch Inhalt der Klausur am Ende). Wie ist so etwas möglich: ganz einfach: alleine durch die Formelstruktur, -inhalte, Herleitungsstruktur (welche Formel folgt auf welche) lässt sich auf die grobe inhaltliche Struktur und Inhalte schließen. Nun beginnt das Puzzle-Spiel: welches Wort könnte welchen mathematischen Fachbegriff bedeuten usw. Gerade weil mathematische Texte im Aufbau einer deutlich engeren Struktur folgen (z. B. wird der erste Abschnitt fast immer "Abstract" sein, dannach folgt typischerweise etwas a la "Einführung" oder "Grundlegende Definitionen", woraus sich meist anhand der verwendeten Formeln zumindest schon einmal das Themengebiet erkennen lässt usw.), ist dies möglich.

    Die zweite hat mir jemand erzählt, der für den Entwurf von Aufgaben eines anerkannten Mathematik-Wettbewerbs mitverantwortlich ist:

    Ein Bekannter von ihm war Korrektur für die internationale Mathematik-Olympiade. Er sah, wie ein Kollege von ihm eine Vorkorrektur einer chinesischsprachigen Lösung eines Schülers vornahm. Er fragte ihn, woher er denn plötzlich Chinesisch kann. Daraufhin erhielt er die Antwort, dass er alleine anhand der Abfolge der Gleichungen erkennen kann, ob die Lösung plausibel ist; dazu braucht er gar nicht die chinesischen Schriftzeichen zu verstehen (diese Erklärungen braucht er nicht, um die Lösung zu verstehen - sie sind nur Beiwerk).

    Warum erzähle ich diese Geschichten: um aufzuzeigen, dass für die Bedeutung von mathematischen Texten Sprache von nicht allzu großer Bedeutung ist. Wichtig ist die logische Struktur. Mehr noch: gerade in der Mathematik (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Schulfach!) werden längst beim ganz eigene Begriffe verwendet werden, die in eigentlich allen Sprachen künstlich eingefügt wurden (häufig durch Umdeutung von "normalen" Wörtern der Sprache (z. B. Gruppe, Ring, monoton, Basis, unabhängig, vollständig, Maß etc.), die für mathematische Zwecke eine vollkommen neue Bedeutung erhalten (also bei der Verwendung im mathematischen Kontext etwas vollkommen anderes bedeuten, als das ursprüngliche Wort der Sprache), welche international recht einheitlich ist).

    Ich gebe zu, mir nur das erste der vier Videos angesehen zu haben. Da ich jedoch schon einiges über die Thematik gelesen habe, denke ich dennoch hinreichend gut über die Sache informiert zu sein.

    Grundsätzlich wirkt das ganze auf mich eher nach einem Generationenkonflikt. Die jüngere Generation ist (Radio (englischsprachige Musik), Fernsehen und Internet) in einem gewissen Maß mit Anglizismen aufgewachsen, was für ältere nicht zutrifft.

    Formal können zwar die meisten Jüngeren Englisch. Daher sehen Werbetreibende nichts dabei, Anglizismen einzustreuen.

    Leider beruht dies auf dem Denkfehler, dass sehr viele Menschen mit niedrigem Bildungsgrad ihre Englischkenntnisse gerne überschätzen.

    Dies führt dann zu Missverständnissen a la

    "Sat 1 - powered by emotion" - "Sat 1 - Kraft durch Freude"
    "Esso - we are drivers, too" - "Esso - wir sind zwei Fahrer"
    "Douglas - come in and find out" - "Douglas - komm herein, du wirst auch wieder (aus dem Geschäft) heraus finden"

    Das größere Problem kommt auf, wenn auch die Werbetreibenden ihre Englischkenntnisse überschätzen, wie bei den "body bags" (siehe http://www.spiegel.de/kultur/zwiebel…,255268,00.html) oder meinen, englisch anmutende Begriffe künstlich einführen zu müssen ("Handy" heißt auf Englisch immer noch "cell phone" oder "mobile phone"; das englische Wort "handy" bedeutet etwas ganz anderes).

    Hier bin ich der Meinung, dass niemandem ein Gefallen getan wird.

    Dennoch: das Gejammer über den Verfall der deutschen Sprache kann ich nicht mehr hören. Die entsprechenden Personen sollten sich besser zum Thema Lehnwörter (http://de.wikipedia.org/wiki/Lehnwort) informieren. Ebenso das Gejammer des einen Manns aus dem ersten Video, dem erst sein Sohn erklärte, was "sale" bedeutet: in unserer Wissensgesellschaft kann man erwarten, auch mal selbst aktiv zu werden - Stichwort: lebenslanges Lernen.

    Vorab: dieser Beitrag war ursprünglich dazu gemeint, das von Sonnenblume in AzW hat einen schlechten Ruf geäußerte Argument

    Zitat

    Ich habe hier oft genug gehört dass Wissenschaft auch nur eine Meinung sei. Und das ist eben schlichtweg falsch, im Sinne von Irrtum.

    zu analysieren (dem ich nur teilweise zustimmen kann). Da die Analyse jedoch recht lange wurde und in genanntem Thread unterginge, entschloss ich hierfür einen eigenen Thread zu öffnen.

    Ich werde mich auf Naturwissenschaften beschränken. Der Grund liegt zum einen darin, dass insbesondere in Strukturwissenschaften eine vollkommen andere Situation vorliegt, die von Naturwissenschaften getrennt betrachtet werden muss. Zum anderen darin, dass sich in Bezug auf "weichere" Wissenschaften sich deutlich schwieriger auf Basis naturwissenschaftliche Argumente debattieren lässt. Meine Gegenthese ist:

    Zitat

    Ergebnisse naturwissenschaftlicher Forschung stellen "nur" eine Meinung da, welche jedoch deutlich stärker untermauert und (das ist zentral!) widerlegbar (falsifizierbar) sind. Jedoch reicht dies nicht aus. Vielfach muss man auch meta-wissenschaftliche Argumente betrachten.

    Zu ersten Teil meiner Gegenthese:

    Was eine Theorie "wissenschaftlich" (im Sinne des naturwissenschaftlichen Wissenschaftsbegriffs!) macht, ist die Eigenschaft der Falsifizierbarkeit. Das heißt: es gibt eine Möglichkeit, falls die Theorie falsch ist, diese zu widerlegen (im Allgemeinen durch ein Experiment).

    Einfaches Beispiel: falls wir im erdnahen Gravitationsfeld einen Körper im Vakuum fallen lassen und die Messungen der Position, Geschwindigkeit etc. unter Herausrechnen der Messungenauigkeiten nicht dem entsprechen, was man gemäß dem Newtonsche Gravitationsgesetz im erdnahen Gravitationsfeld erwarten würde, so hätten wir dieses widerlegt (d. h. die Theorie muss überarbeitet werden)

    Gegenbeispiel: zwei religiöse Texte schreiben einer Gottheit unterschiedliche Eigenschaften zu. Es gibt (leider) im Allgemeinen keine Methode nachprüfbar (!) zu widerlegen, dass eine der beiden Seiten unrecht hat. Man kann nur daran glauben oder nicht.

    Hochpräzise Messungen zeigen jedoch beispielsweise, dass die Newtonschen Bewegungsgleichungen bei hohen Geschwindigkeiten nicht gelten. Hier liefern die Einstein-Gleichungen eine deutlich präzisere Beschreibung. Sind die Newton-Gleichungen deswegen falsch? Jein: auf der einen Seite gibt es eine bessere Theorie (spezielle Relativitätstheorie), aber auf der anderen Seite gehen die beiden Theorien für den Grenzfall geringer Geschwindigkeiten ineinander über.

    Wir können also nie sicher sein, ob (natur-)wissenschaftliche Theorien korrekt sind. Ich würde ziemlich viel darauf wetten, dass sie es nicht sind (sonst gäbe es keinen Fortschritt!).

    Demnach stellen sie "nur" eine Meinung dar - aber eine die (zumindest im Falle sehr gut untersuchter Theorien) bereits ausführlich - durch Experimente - auf Plausibilität geprüft wurde. Ebenso kann - falls jemand Zweifel daran hat und er eine andere Meinung veröffentlicht - durch experimentelle Methoden geklärt werden, ob mindestens eine der beiden Meinungen falsch sind (vielleicht sind es auch beide ;) ).

    Nun zum zweiten Teil meiner These:

    Ein sehr häufig verbreitetes Missverständnis will ich erst einmal an einem satirischen Beispiel erläutern, um es anschließend auf ein konkreteres Problem anzuwenden.

    Laut "Intelligent Falling" http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Falling (einer satirischen Theorie!) fallen Körper nicht durch Gravitationskraft auf den Boden, sondern aufgrund einer höheren Intelligenz, die sie zu Boden drückt (und das macht diese Intelligenz derart, dass es "so aussieht", als stecke eine Gravitationskraft dahinter).

    Frage: ist diese Theorie aus naturwissenschaftlicher Sicht falsch? Die (überraschende) Antwort ist: da sie keinerlei Aussagen macht, welche im Widerspruch zu anerkannten physikalischen Theorien steht, ist sie aus naturwissenschaftlicher Sicht genauso richtig/falsch wie die anerkannten physikalischen Theorien zur Gravitation.

    Warum wird sie dennoch nicht als wissenschaftlich anerkannt?

    An dieser Stelle wird es etwas komplizierter: hier kann man nämlich nicht mit naturwissenschaftlichen Argumenten kommen (die - wie schon erläutert - die beiden "Theorien" nicht separieren können), sondern benötigen Argumente auf höherer Ebene, sogenannte Meta-Argumente.

    In diesem Fall ist das Argument "Ockhams Rasiermesser": http://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser

    Dieses sagt im Kern aus, dass wenn zwei verschiedene Theorien einander gegenüber stehen, die Theorie gewählt werden sollte, welche einfacher ist bzw. weniger Annahmen voraussetzt. Im Falle "Intelligent Falling" vs. "physikalische Gravitationstheorien" sollte klar sein, welche dieser Theorien hier gewinnt. :)

    Dennoch ist es ganz wichtig sich klarzumachen, dass es sich hier nicht um eine experimentelle Widerlegung von "Intelligent Falling" handelt, sondern um eine Widerlegung auf Basis eines meta-wissenschaftlichen Arguments.

    Warum hacke ich da so darauf herum? Der Grund liegt darin, dass diese beiden Sichtweisen (experimentelle Widerlegung vs. meta-wissenschaftliche Argumente (in diesem Fall "Ockhams Rasiermesser") gerade wenn es um die Anwendung (schul-)wissenschaftlicher Methoden zur Untersuchung parawissenschaftlicher Phänomene geht, häufig diese beiden Sichtweisen vermischt werden.

    Dazu ein Beispiel: ein Team von Wissenschaftlern will einem Poltergeist-Phänomen auf den Grund gehen. Nach einigen Tagen Forschungen finden sie eine Erklärung, wie sich das Phänomen mittels bekannten Naturgesetzen (im Sinne von "anerkannter wissenschaftlicher Theorie") erklären lässt. Haben wir damit die Existenz des Poltergeists widerlegt?

    Nach der Vorbetrachtung weiter oben wissen wir die Antwort: nein, haben wir im Allgemeinen (im Sinne naturwissenschaftlicher Methoden) erst einmal nicht. Wir haben nur gezeigt, dass wir zur Erklärung des Phänomens keinerlei zusätzliche Hypothese a la "Poltergeist" benötigen.

    Erst auf Basis des meta-wissenschaftlichen Arguments von Ockhams Rasiermesser können wir behaupten, die Existenz des Poltergeistes widerlegt zu haben. Hierzu reichten - wie demonstriert - naturwissenschaftliche Methoden (Experiment) nicht aus; wir brauchten zusätzlich Ockhams Rasiermesser als meta-wissenschaftliches Argument.

    Ein weiteres meta-wissenschaftliches Argument (auf das ich jedoch hier nicht näher eingehen will), welches gerne benutzt wird, ist das sogenannte "anthropische Prinzip": http://de.wikipedia.org/wiki/Anthropisches_Prinzip

    Hier gelten die selben Vorsichtsmaßnahmen: meta-wissenschaftliche Widerlegungen sind keine Widerlegungen aufgrund eines Experimentes (welcher "prinzipiell jeder durchführen könnte, um sich zu vergewissern", womit die Frage geklärt wäre), sondern Argumente von höherer Ordnung.

    Nun gut, vielleicht habe ich mit den Fraktionen ein paar Dinge zu sehr vereinfacht. Mea culpa. :(

    Aber man kann auch nicht jeden gleich sperren, der mal seine Meinung gesagt hat, ohne die Fakten zu prüfen. So funktionieren Foren einfach nicht.

    Wer redet denn gleich von Sperrung (was in meinen Augen für Sonderfälle vorbehalten bleiben muss)? Auch Ermahnungen/Hinweise von Moderatoren können "Strafe" genug sein.

    Zum Thema WOT hat Illuminatus genug seriöse Links gebracht - das Thema kann man hoffentlich abhaken. Dennoch: die schl scheint bei einigen Mitgliedern scheint eine - bislang latent gehaltene - Unzufriedenheit getriggert zu haben; um dieses Thema soll es im Folgenden gehen.

    Das grundsätzliche "Problem" in der Sache scheint zu sein, dass in AZW zwei unterschiedliche Seiten aufeinanderprallen (welcher Fraktion ich angehöre, sollte sich relativ eindeutig aus den Beiträgen meiner Vergangenheit ergeben) - nehmt meine Benennungen und Beschreibungen der Fraktionen nicht zu ernst - ich habe bewusst ein paar Dinge leicht überspitzt. Außerdem: falls ich eine der Seiten inkorrekt wirklich verstanden haben sollte, bitte ich um Verzeihung - ich werde ggf. korrigieren.


    Hier meine etwas überspitzten Darstellung

    1. Die "Wissenschafts-Fraktion"


    Geteilte Werte:

    • Informationen müssen im Zweifelsfall ausführlich belegt werden
    • "Kampf dem inkorrekten Halbwissen"
    • Skepsis gegen "Esoterik-Laberei" - gerade wenn es im Widerspruch zu wissenschaftlich besser gesichertem Wissen steht
    • Geringes Harmonie-Bedürfnis - "Wahrheit geht vor"
    • Im Zweifelsfall Experiment als Instrument zur Wahrheitssuche
    • Die eigene Meinung ist von geringer Bedeutung, wichtig ist, was (in einem formal zu definierenden Sinne) "wahr" ist (wobei "Wahrheit" eher in Richtung formaler Begriff verstanden wird)

    2. Die "Esoterik-Fraktion"

    Geteilte Werte:

    • Latente Technik-Skepsis
    • Skepsis gegenüber Informationen, die sich "nicht gut anfühlen"
    • Eher Interesse in "weitergegebenem Gedankengut", wie esoterische/religiöse Texte, Sagen, Mythen, die aus einer Zeit stammen, als die "Schulwissenschaft" noch in den Kinderschuhen steckte
    • Toleranz gegenüber widersprüchlichen Meinungen - kein Bedürfnis solche Widersprüche aufzulösen
    • Eher hohes Harmonie-Bedürfnis
    • Die eigene Meinung ist von hoher Bedeutung

    Ich halte es zur Schlichtung dieses latenten Konfliktes für den zielführendsten Weg, bei diesen Punkten anzusetzen.

    ICH bin's

    Illuminatus hat korrekt geschrieben, dass mit IQ-Tests die analytische Intelligenz (welche man in meinen Augen als hinreichend wohldefiniert betrachten kann) zum Zeitpunkt des Tests gemessen wird.

    In der Psychologie ist es seit langem wohlbekannt, dass es auch andere Arten von Intelligenz gibt, siehe z. B. http://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_d…n_Intelligenzen

    Das Problem ist hier, dass keineswegs ersichtlich ist, welche der Intelligenzen voneinander unabhängig sind und welche miteinander zusammenhängen (denn nur wenn sie unabhängig voneinander sind, darf man sie wissenschaftlich gesehen als eine andere Intelligenz betrachten). Zudem lassen sich verschiedene Arten von Intelligenz unterschiedlich gut messen.

    Was mich eher wundert ist, wie die Wissenschaft überhaupt auf die Idee kam, dass die analytische Intelligenz nicht oder kaum veränderbar ist.

    Schon allein folgendes Beispiel (welches ich vor mehreren Jahren gelesen habe - daher kann ich keine Quelle mehr angeben; aber ich hoffe, jeder betrachtet es als hochgradig plausibel) sollte einen da doch gewaltig zum Nachdenken bringen:

    Ein Psychologe, der sich "beruflich" Intelligenztests ausdachte, sagte in einem Interview, dass er bei praktisch jedem IQ-Test mit Traumergebnis abschnitt. Warum? Ganz einfach: weil er sich täglich mit dem Entwurf und Auswertung von IQ-Tests beschäftigte, kannte er alle möglichen dort auftretenden Finessen. Er selbst sagte, dass er sich selbst "objektiv" bestenfalls einen IQ von 130-140 geben würde, aber nicht im geringsten sich im 180-190-Bereich sehen würde.

    Ich kenne kein besseres Beispiel, um zu demonstrieren, warum meines Erachtens IQ-Tests nur von eingeschränkter Bedeutung sein sollten.

    Eine Bedeutung sehe ich darin, um beispielsweise zu erkennen, ob "Störenfriede" in der Schule schlicht und einfach unter- bzw. überfordert sind. In dieser Situation spielt beispielsweise nur die "aktuelle" analytische Intelligenz eine Rolle, da aktuelle Probleme zu erkennen sind.

    Aber jenseits diagnostischer Zwecke sehe ich den Einsatz von IQ-Tests ausgesprochen skeptisch.

    Quelle: http://www.gulli.com/news/k-nnte-ei…egen-2011-02-14

    Ist es möglich, durch einen gezielten Hacker-Angriff das gesamte Internet außer Gefecht zu setzen? Ein Forscherteam der University of Minnesota in Minneapolis würde diese Frage mit 'ja' beantworten, nachdem es sich genauer mit der Thematik befasst hat. Ihre Strategie: Angriffe direkt auf das dem Internet zugrunde liegende Routing-Protokoll.

    Das Team um den Informatik-Professor Max Schuchard konzentrierte sich bei seiner Konzeption einer "Super-Cyberwaffe", wie es einige Beobachter leicht reißerisch nennen, direkt auf das Routing-Protokoll "Border Gateway Protocol" (BGP). Routing-Protokolle dienen dazu, mit Hilfe bestimmter Algorithmen die Wege festzulegen, mit denen Datenpakete ihren Zielort erreichen. Die Netze einzelner Internet-Provider (im Fach-Jargon "Autonome Systeme" genannt) sind durch Router verbunden, die die Kommunikation zwischen verschiedenen dieser Netze ermöglichen. Moderne Routing-Protokolle wie BGP können auf Änderungen und Ausfälle in der Infrastruktur zeitnah reagieren und neue Routen vorgeben. Informationen über die Netzwerk-Topologie werden dabei von einem Router an die umliegenden in Form sogenannter Routing-Updates weitergereicht und verbreiten sich so immer weiter.

    Bei aller Effizienz ist BGP jedoch nicht unangreifbar. Schon seit längerem ist ein Angriff namens "ZMW" - benannt nach den drei Erfindern Zhang, Mao und Wang - bekannt. Dieser basiert darauf, Routern zu suggerieren, eine bestimmte Verbindung sei offline. Dadurch wird kommuniziert, andere Pfade zu benutzen, und die entsprechende Route wird tatsächlich nicht mehr verwendet. Schuchard und seine Kollegen entwickelten nun eine Möglichkeit, diese Art des Angriffs in großem Umfang zu realisieren. In Simulationen testeten sie auch den Effekt dieses Vorgehens.

    Der von den Wissenschaftlern vorgeschlagene Angriff erfordert ein großes Botnet. Schuchard schätzt, das zum Ausschalten des kompletten Internets ein Botnet von rund 250.000 infizierten Rechnern - sogenannten "Zombies" nötig wäre. Für entschlossene Cyberkriminelle wäre dies keine unrealistische Größe.

    Die Zombies untersuchen in Schuchards Szenario zunächst die sie umgebende Netzwerk-Infrastruktur. Anschließend wird eine Netzwerk-Verbindung identifiziert, die möglichst stark frequentiert wird, und per ZMW-Angriff ausgeschaltet. Die benachbarten Router verschicken daraufhin per BGP die Information, dass ein anderer Pfad benutzt werden muss. Nach einer Weile verbinden sich die beiden zuvor getrennten Router erneut und teilen auch dies per BGP mit. Die Angreifer starten daraufhin eine weitere ZMW-Attacke, um die Verbindung erneut zu trennen. Dieser Zyklus wird anschließend immer wieder wiederholt. Die Wissenschaftler sind der Ansicht, das dies zu extremen Mengen an BGP-Updates führen würde, die von sämtlichen Routern im Internet bearbeitet werden müssten. In 20 Minuten Angriff könnten laut den beteiligten Forschern so Updates erzeugt werden, deren Abarbeitung rund 100 Minuten dauert.

    Die Router wären daraufhin überlastet. "Router, die extreme Mengen an Berechnungen ausführen müssen, tendieren dazu, merkwürdige Dinge zu tun," berichtet Schuchard. Zudem würden in der Menge der Updates tatsächliche Änderungen der Topologie untergehen, so dass es früher oder später zu "Löchern" in der Kommunikation käme. Schuchard glaubt, dass derartige Probleme Tage zur Behebung bräuchten und nur durch das manuelle Eingreifen von Administratoren behoben werden könnten.

    Mit einer kurzfristigen Umsetzung seiner Theorien in die Tat rechnet Schuchard allerdings nicht. Die notwendigen Untersuchungen der Netzwerk-Topologie erfordern erhebliche Fachkenntnisse und sind daher nur einem kleinen Teil der Cyberkriminellen zuzutrauen. Zudem lässt sich mit einem solchen Angriff kein unmittelbarer Profit erzielen. In einem Cyberwar-Szenario allerdings könnte ein Land sein eigenes Netz vom Internet abkoppeln und anschließend per BGP-Angriff das restliche Netz lahmlegen.

    Gegenmaßnahmen gegen das beschriebene Angriffsszenario gibt es wenige. Die eingebauten Sicherheitsmaßnahmen von BGP sind auf einen derartigen Angriff nicht ausgelegt. Bisher angedachte mögliche Änderungen des Routings wären aufwändig und teuer und brächten teilweise auch andere Nachteile mit sich.

    Der tatsächliche Schaden des Angriffs ist zudem umstritten. Sicher ist, dass man auf diesem Wege erhebliche Störungen des Netzes herbeiführen könnte. Während Schuchard jedoch überzeugt ist, dass man so das gesamte Internet lahmlegen könnte, ist beispielsweise Netzwerk-Experte Mark Handley vom University College London anderer Ansicht. "Die Simulationen in dem Paper beinhalten eine Menge Annahmen, die den Schaden verstärken, was nötig ist, um in diesem Maßstab zu simulieren. Ich bezweifle, dass das Internet sich so verhalten würde wie beschrieben," erklärt er.

    Es bleibt also umstritten, welcher Schaden sich mit dieser Art des Angriffs auf BGP tatsächlich anrichten lässt. Signifikant genug, um weitere Aufmerksamkeit für das Thema zu rechtfertigen, dürfte er jedoch durchaus sein. Die Untersuchung möglicher Angriffe auf BGP steht noch relativ am Anfang. Das nun vorgestellte Paper ist ein Schritt hin zu einem besseren Verständnis. In wie weit Schuchard und sein Team jedoch mit ihrer äußerst pessimistischen Schadenserwartung richtig liegen, ist bislang unklar und müsste durch weitere Tests geklärt werden. Ebenso werden sich Experten vermutlich bald mit möglichen Sicherheitsmaßnahmen, die vor derartigen Angriffen schützen könnten, befassen.