Obwohl die Mehrzahl der Pestizide in den L?ndern des Nordens zum Einsatz kommt, treten in den Entwicklungsl?ndern die meisten der j?hrlich etwa 3 Mio. schweren Vergiftungen auf. Der Grund hierf?r ist der vielfach ungesch?tzte Einsatz durch die Landarbeiter, die ?ber die Gef?hrlichkeit der Pestizide unzureichend informiert werden.
Hinzu kommt eine noch gr??ere Zahl leichterer Vergiftungen mit akuten Beschwerden wie Hautauschl?ge, Schwindelanf?lle, Durchf?lle und Atemprobleme. Die Ursache dieser Beschwerden bleibt auch verschwiegen.
Da in den Kriterien des ?Fairen Handels? der geringe Einsatz von Pestiziden festgeschrieben ist, liegt ein bedeutender gesundheitlicher Vorteil f?r die Erzeuger. Dieser wird noch gr??er, wenn die Produkte ?kologisch angebaut werden, da dann der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden vollst?ndig untersagt ist.
Des Weiteren geht mit einer geringen oder unterbleibenden Verwendung von Pestiziden ein Schutz des Trinkwassers in Entwicklungsl?ndern einher. Durch weniger Auswaschung aus den B?den verringert sich damit die Gefahr der Aufnahme dieser Stoffe ?ber das Wasser.
Durch das h?here Einkommen der Erzeuger fair gehandelter Produkte entsteht die M?glichkeit, mehr Geld f?r Lebensmittel und Bildung auszugeben, was zu einer h?heren Ern?hrungssicherheit und zu einem besseren Gesundheitsstatus f?hren kann.
Die Bedeutung von ?Fairem Handeln?
?Fair? soll nicht nur im ?konomischen Sinne von ?fairen Preisen? verstanden werden: ?fair? besitzt im sozial-ethischen Sinne auch die Bedeutung von ?gerecht?. Der Grundsatz ?Fair gehandelter Lebensmittel? umfasst beide Bedeutungen. Und noch mehr: St?rkung des Bewusstseins bei den KonsumentInnen ?ber die Auswirkungen des eigenen Handelns in Frage Gesundheit ? ein wesentlicher Aspekt in der ?Vollwert-Ern?hrung?.
Wenn auch der Anteil am Weltmarkt nur 1-2 % betr?gt, hat sich mittlerweile in Europa ein kleiner, aber stabiler Markt f?r ?fair gehandelter Produkte entwickelt, wovon der Gro?teil Lebensmittel sind. Einzelne Produkte erreichen auch einen h?heren Marktanteil, z.B. ?fair gehandelte? Bananen in der Schweiz 15 %.
Die Angebotspalette weiteten sich in den letzten Jahren wesentlich aus; so werden heute unter anderem Kaffee, Tee, Kakao, Bananen, Schokolade, Zucker, Wein, Honig, Fruchts?fte, N?sse, Gew?rzte, Reis und andere Getreide in ?fair gehandelter? Qualit?t angeboten.
Die Weltl?den und Fair-Handelsh?user besitzen das gr??te Angebot an Lebensmitteln, zus?tzlich auch ?fair gehandelte? Textilien und kunstgewerbliche Gegenst?nde. Der Naturkostfachhandel, dessen Sortiment in der Regel aus Bio-Lebensmitteln besteht, bietet vermehrt Produkte aus Entwicklungsl?ndern an, die fair gehandelt und ?kologisch erzeugt sind.
Anna Pucher f?r Oekonews / Quelle: ?Vollwert-Ern?hrung? v. Leitzmann et al.