,,Sünder sind auch jene Mächtigen in Gesellschaft und Politik, die durch ihr Handeln Armut auslösen oder Reichtümer für eine kleine Clique zusammenraffen.
Vielleicht geht die Kirche ja dann mal mit gutem Beispiel voran, um ein Zeichen zu setzen:
Wie reich ist Rom (Vatikan)
Wenn´s ums eigene Geld geht, zeigt sich die katholische Kirche zugeknöpft. Ein Blick in die geheim gehaltenen Kassen und das Depot des Heiligen Stuhls.
Italien ist das Land der Verdächtigungen, der geheimen Mächte, der für Wahrheiten verkauften Vermutungen und des Aberglaubens. Da bleibt auch der Papst nicht verschont. Vieles ist nur balle, eine Legende, ein Märchen. Ein Körnchen Wahrheit gibt es hier und da jedoch. Tatsächlich besaß der Vatikan mal Anteile an Autobahngesellschaften. Und auch an der eigentlich streng untersagten Empfängnisverhütung verdiente der Heilige Stuhl schon mal mit über Pharma-Aktien.
Rätselraten um Besitz
1977 veröffentlichte das italienische Wochenmagazin L´Europeo unter dem Titel Vaticano S.p.A. (Vatikan AG) Zahlen, wonach dem Vatikan über den Umweg von 325 Nonnen- und 87 Mönchsorden mindestens ein Viertel Roms gehöre. Die Kurie tat den Artikel als uninformiert, falsch, antikulturell, verwirrend, unverantwortlich, skandalös, antiklerikal und dumm ab. Unkommentiert ließ sie dagegen zwei Jahrzehnte später Enthüllungen der Gazette La Padania, die den Kirchenbesitz auf 2500 Paläste taxierte alles Filetstückchen. Auch die Zeitschrift Oggi durfte unwidersprochen behaupten, der Vatikan habe aus seinen 80 Millionen Dollar, die er 1929 als Entschädigung vom italienischen Staat erhielt, ein Vermögen von elf Milliarden gemacht.
1870 als Wegmarke
Der Reichtum der heutigen Kirche begann paradoxerweise mit dem Machtverlust des Papstes im September 1870. Damals stürmten italienische Eliteeinheiten, die Bersaglieri, die Papststadt Rom, und verleibten sie dem neuen italienischen Königreich ein. Der Papst zog sich erzürnt in den Vatikan zurück.
Schenkungsurkunde eine Fälschung
Geld und Macht gingen im Übrigen auf einen Betrug zurück. Angeblich trat Kaiser Konstantin im vierten Jahrhundert dem Papst per Testament Rom und Italien ab und ermöglichte damit die weltliche Macht des obersten Kirchenfürsten. Das Testament heißt Konstantinische Schenkung. Nur hat es selbiges nie gegeben. Es wurde erst im achten Jahrhundert von Fälschern der römischen Kurie geschrieben. 1000 Jahre lang erfüllte die Urkunde dennoch ihren Zweck, Papstansprüche gegen den Kaiser und die ganze Welt zu begründen. Am Ende flog der Schwindel auf. Da war die päpstliche Pracht aber schon längst vorbei.
Das Vatikan-Depot Faible für Bluechips
- Gesamtwert:
Mindestens 1,2 Milliarden, höchstens jedoch geschätzte zwölf Milliarden Euro - Barkapital/Schatzbriefe:
750 Milliarden Lire in bar und 1000 Milliarden Lire in Schatzbriefen als Entschädigung für den Verlust des Kirchenstaats durch die Lateranverträge von 1929 (Wert in Dollar damals rund 80 bis 90 Millionen) - Edelmetall:
Goldreserven in der Schweiz - Wertpapiere: Aktien (Anteil 25 bis 30 Prozent) und festverzinsliche Wertpapiere (70 bis 75 Prozent)
- Anlageregionen:
- 55 Prozent in Europa (vor allem in Italien, der Schweiz, Großbritannien und Deutschland), 40 Prozent in den USA und Kanada, der Rest in Mexiko, Japanund Südamerika
- Branchen: Politisch
und moralisch saubere Aktien klassischer Marktführer wie General Motors, IBM, Disney, zudem Investments in Nahrungsmittelfirmen (darunter auch Pleitefirmen wie Parmalat und Cirio). Dazu kommen Dienstleistungs- und Telekommunikationsunternehmen sowie Banken und Versicherungen. Ethisch nicht vertretbare Investments etwa in Rüstungsfirmen oder Pharma-Unternehmen, die Verhütungsmittel produzieren, sind tabu. Hintergrund: Ausgerechnet nach der Pillen-Enzyklika mit dem Verbot künstlicher Empfängnisverhütung durch Papst Paul VI. 1968 musste die Kurie zur Kenntnis nehmen, dass dem Vatikan Teile einer italienischen Pharmafirma gehörten, die die Pille herstellte. Paul VI. ordnete daraufhin eine Bereinigung des Aktienbesitzes an. - Beteiligungen:
Mindestens 0,9 Prozent, maximal fünf Prozent des Aktienkapitals der Großbank Intesa, zu der Banca Commerciale, Banco Ambrosiano und Cariplo gehören. Gleicher Anteil an Capitalia, die nach der Fusion von Banco di Roma, Cassa di Risparmio di Roma und Banco Santo Spirito entstand. - Immobilien:
- So genau wissen das vermutlich nicht mal die Bankiers Gottes. Nur soviel geht aus den vatikanischen Unterlagen hervor, dass der Heilige Stuhl 2003 aus der Vermietung seiner Häuser über 22 Millionen Euro eingenommen hat.
Der ganze Artikel ist hier zu lesen:
http://www.focus.de/finanzen/news/…_aid_13415.html
Jo