Ich sitze versunken in Gedanken
in meiner Klause still allein,
möcht mit dem Sonnenstrahl, dem blanken,
recht schnell in meiner Heimat sein.
Der Krieg ist aus. Aus tausend Wunden
liegt blutend da mein Vaterland.
Ich aber denk in allen Stunden
an Schlesien, an den Oderstrand.
Auch ich mußt's Heimatland verlassen,
mußt fort vom alten Heimathaus.
Ich kann es immer noch nicht fassen,
man wies uns aus der Heimat aus.
Ich denke of an Schlesiens Berge
und an die schönen Täler all.
Dort, wo im Geisterreich der Zwerge
sein Zepter führt Herr Rübezahl.
Ich denke an die grünen Wälder,
den alten Zobten grün und blau.
Der nur gedient als Wettermelder,
an Hirschberg und an Schreiberhau.
An Görlitz mit der Landeskrone,
an Grünberg mit dem gold'nen Wein,
an Bunzlau mit dem guten Tone,
und Laubans Taschentücher fein.
In Neusalz spann man feste Zwirne
und Sagans Tuche sind bekannt.
In Glogau gab's von Äpfeln. Birnen
den guten Most vom Oderstrand.
Auch Sprottau, Lüben möcht ich nennen,
auch Fraustadt, dann den Schlesiersee.
Steinau und Wohlau muß man kennen,
Bad Trebnitz mit der Hedwigshöh.
In Haynau möcht ich wieder weilen,
in Liegnitz gar zu gerne sein,
Zur Stadt der Gurken möcht ich eilen,
möcht essen eine Bombe fein.
Das alte Goldberg möcht ich grüßen,
und Jauer mit den Würstchen klein.
Auch Schweidnitz mit dem Schöps, dem süßen,
und Striegau mit dem Bauch von Stein.
Bad Salzbbrunn möcht ich wieder sehen,
mein Waldenburg, mein Landeshut,
möcht in Neurode wiederstehen,
und Glatz, wo schmeckt die Rose gut.
Möcht wieder einmal Kroatzbeer trinken,
Schüttbodenkümmel als Likör.
Dem alten Schlegel möcht ich winken,
wo diese Sachen kommen her.
Von Langenbilau zeugt sein Leinen,
und Nickel gabs bei Frankenstein.
In Strehlen mach man aus den Steinen,
die Würfel für das Pflaster fein.
Auch Münstergerg sei nicht vergessen,
Gemüse man dort konserviert,
in Wartha kann man Kuchen essen,
den man mit Honig fabriziert.
In Reichenbach gabs große Werke,
in Glogau rühmt man Gänsebrust.
In Neiße, höre zu und merke,
gab es Konfekt, es war 'ne Lust.
Aus Oppeln sah man eifrig schaffen,
desgleichen war in Brieg der Fall,
und Kosel mit dem Oderhafen
ist sehr bekannt doch überall.
Jetzt muß ich Beuthen, Gleiwtz preisen,
auch Hindenburg gehört dazu,
wo man die Kohle und das Eisen
an jedem Tag grub ohne Ruh.
Bei Rathor begann die Grenze,
bei Neustadt war es ebenso.
Ich wünscht, dass weiterhin erglänze
der Annaberg so stolz und froh.
Nun grüße ich in Schlesiers Kleide
die Perle von den Bädern all,
Kudowa, Reinerz und Allheise,
Bad Warmbrunn noch auf jeden fall.
Doch weiter gehen die Gedanken,
nach Silberberg und Wölfelsgrund,
wo die Forellen, die silberblanken,
dir schmecken gut zu jeder Stund.
Ich denke an Schlesienss Metropole,
an dich mein altes Breslau, lieb.
Mit deiner Oder, deiner Ohle,
ich glaub, dass es nichts Schöneres gibt.
Mein Schlesien! Heimat meiner Lieben,
dein denk ich bis zur letzten Stund.
Bis es mal heißt, man wird geschieden
von diesem alten Erdenrund.
Dann will ich still von dannen gehen,
doch eine Bitte schließ ich ein:
Noch einmal möcht ich Schlesien sehen
und nöchte dort begraben sein.
Zu diesem Gedicht haben viele Menschen beigetragen und es ist über Jahre an Strophen gewachsen - ich besitze es komplett aus dem Nachlass meines Vaters.
[color=#0000ff]Weise alte Eule auf der Eiche,[/color]
[color=#0000ff]Sahst gar viel von Deinem Reiche;[/color]
[color=#0000ff]Sprichst Du kaum, vernimmst Du umso mehr:[/color]
[color=#0000ff]Gäb was drum, wenn ich solch weiser Vogel
wär.[/color]
[color=#0000ff](Anonym)[/color]