Altkanzler Kohl kritisiert die Kanzlerin, in der Union herrscht Aufregung und ganz Deutschland diskutiert. Doch worüber eigentlich genau?
Ganz Deutschland? Schoen waers.
Habe mal so ein paar Zitate rausgegriffen vom lieben Herrn Kohl:
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[...]Die Vertrauensbasis wäre verloren, Unsicherheiten breiteten sich aus, am Ende wäre Deutschland isoliert – das kann niemand wirklich wollen.“ [...]
Das sehe ich allerdings auch so, wie Joachim Fernau in seinem Buch (50-er Jahre) "Deutschland, Deutschland ueber alles" schrieb zur Situation 1848 "Engalnd laechelte messerwetzend" - nun das Messer wetzen sie bereits, das Laecheln fehlt noch, siehe hier
Zitat
[...] ]In der Krise dürfe es „für uns keine Frage sein, dass wir in der Europäischen Union und in der Euro-Zone solidarisch zu Griechenland stehen, denn Griechenland ist EU-Mitglied und Mitglied der Euro-Zone“.[...]
Klar, Deutschland muss immer solidarisch sein, keine Frage. In dem Zusammenhang sollte der Beitritt der Tuerkei aber ernsthaft ueberdacht werden, die ja auch sooo solidarisch gegenueber Griechenland ist.
Zitat
Doch nicht nur in Sachen Griechenland, auch was die heimischen Finanzen angeht, hätte er es besser gemacht, glaubt Kohl. „Mit mir hätte Deutschland auch nicht gegen den Euro-Stabilitätspakt verstoßen.“ Diese beiden Entscheidungen seien für ihn die wesentlichen Ursachen für die Fehlentwicklungen, die es aktuell in der Euro-Zone beziehungsweise in einzelnen Mitgliedstaaten gebe.
Trotz aller Unkenrufe sieht Kohl Grund zur Hoffnung. „Die gute Nachricht ist: Die Fehler sind heilbar, die Probleme lösbar.“ Dabei dürfe Deutschland allerdings nicht den Fehler machen, so zu tun oder sich einreden zu lassen, als ob dies vor allem eine Frage des Geldes sei. Was Europa in der Krise brauche, sei „ein beherztes Zupacken und ein Paket vorausschauender, klug gewogener und unideologischer Maßnahmen, mit dem wir Europa und den Euro wieder auf einen guten Weg bringen und für die Zukunft absichern“.
„Das wird sicher teurer werden als ohne Fehlentwicklungen, aber wir haben keine Wahl, wenn wir Europa nicht auseinanderbrechen lassen wollen.“ Zu den notwendigen Maßnahmen gehöre auch, dass Problemstaaten wie Griechenland zwar Hilfestellungen der Gemeinschaft erhielten, „aber zuallererst ihre Hausaufgaben selber machen müssen“.
„Mit mir hätte Deutschland auch nicht gegen den Euro-Stabilitätspakt verstoßen.“- Nein natuerlich nicht, die Frage ist nur wie vertraegt sich dass mit seiner Aussage "wir muessen solidarisch zu Griechenland stehen" - wie wuerde denn eine Kohlsche Solidaritaet aussehen?
Und weiter: “ Dabei dürfe Deutschland allerdings nicht den Fehler machen, so zu tun oder sich einreden zu lassen, als ob dies vor allem eine Frage des Geldes sei." - ach was fuer eine Frage denn? Die Antwort gibt er dann im naechsten Absatz: „Das wird sicher teurer werden als ohne Fehlentwicklungen, aber wir haben keine Wahl, wenn wir Europa nicht auseinanderbrechen lassen wollen.“ Na siehste, vielleicht meint er ja teuer an Kieselsteinen oder aehnliches. Klar ist jedenfalls eins, wenn die EU auseinanderbrechen sollte, sieht er es wie die Englaender: die alleinige Schuld trifft Deutschland. - Denn wir haben ja keine Wahl!
Fazit: Für Kohl ist Europa keine Frage des Geldes, sondern eine immerwaehrende politische Schuldverpflichtung. nach dem Motto "koste es was es wolle"
Jo