[size=24]„Die Natur ist so gemacht, dass sie verstanden werden kann. Oder vielleicht sollte ich richtiger umgekehrt sagen, unser Denken ist so gemacht, dass es die Natur verstehen kann.“
[size=14] Werner Heisenberg[/size][/size] quelle: http://www.zitate-online.de/autor/heisenberg-werner/
[Blockierte Grafik: http://www.zitate-online.de/grafik/portrait/heisenberg-werner.jpg]
Werner Karl Heisenberg war einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts und Nobelpreisträger. Er formulierte 1927 die nach ihm benannte heisenbergsche Unschärferelation, welche eine der fundamentalen Aussagen der Quantenmechanik trifft – nämlich, dass bestimmte Messgrößen eines Teilchens (etwa sein Ort und Impuls) nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmt werden können.
nun folgen insgesamt 21 Kommentare zum Zitat - das erste hier; die anderen im Spoiler
Kommentar von Knut Hacker 04.09.2010, 19:10 Uhr
Zur „Natur“ selbst, allgemeiner: zum Sein, hat Heisenberg in seinem Werk „Physik und Philosophie“ folgendes ausgeführt:
,… dass nicht einmal die Eigenschaft des “ Seins“, wenn man hier überhaupt von Eigenschaft reden will, dem Elementarteilchen ohne Einschränkung zukommt. "Es ist eine Möglichkeit oder eine Tendenz zum Sein“.
Ähnlich haben es die bekanntesten anderen modernen Physiker ausgedrückt:
[size=12][size=12]„Physikalische Begriffe sind freie Schöpfungen des Geistes und ergeben sich nicht etwa, wie man sehr leicht zu glauben geneigt ist, zwangsläufig aus den Verhältnissen in der Außenwelt.“
[/size]
[size=10]
Albert Einstein ( 1879- 1955 ; Physik- Nobelpreisträger)[/size][/size]
[size=12]
„Die in Raum und Zeit ausgedehnte Welt existiert nur in unserer Vorstellung. Dass sie außerdem noch etwas anderes sei, dafür bietet jedenfalls die Erfahrung – wie schon Berkeley wusste – keinen Anhaltspunkt."[/size]
Erwin Schrödinger (1882-1961; Quantenphysiker; Nobelpreisträger):“
Niels Bohr (1885-1962; Quantenphysiker, Nobelpreisträger)
[size=12]
„Realität wird durch Beobachtung geschaffen!“
[/size]
Niels Bohr (1885-1962; Quantenphysiker, Nobelpreisträger)
[size=12]
„Wahrheit ist zugleich Unwahrheit, denn die als selbstständig vorgestellten Teile, mögen sie atomare Gegenstände oder atomare Funktionseinheiten sein, sind selbst Produkte des Begriffs, sie sind Wirklichkeit, in einem seiner selbst unbewussten Spiegel gespiegelt, sind nicht selbst wirklich.“
[/size]
Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007; Quantenphysiker)
[size=12]
„Die Natur selbst ist immer nur unsere geistige Konstruktion.“
[/size]
Anton Zeilinger ( * 1945, Kapazität auf dem Gebiete der Quantenverschränkung – Teleportation )
[size=12]
“Es gibt … gar nichts Seiendes, nichts, was existiert.“
[/size]
Hans-Peter Dürr (*1929,Schüler Heisenbergs):
Es ist erstaunlich, dass zu diesen Erkenntnissen bereits ganz ohne wissenschaftliche Experimente, allein durch spekulatives Denken, bereits die Vorsokratiker Pyrrhon von Elis, Gorgias von Leontinoi, Heraklit u.s.w. und die Vertreter des philosophischen Idealismus, vor allem Berkeley, Hume, Kant, Schopenhauer und Fichte, gekommen waren.
Noch erstaunlicher, dass diese Erkenntnisse auch fast ein Jahrhundert nach den Ergebnissen der quantenphysikalischen Forschung noch immer nicht ins allgemeine Bewusstsein gedrungen sind. Die Leute denken immer noch wie in der Zeit vor der Aufklärung in den Kategorien der zweiwertigen aristoteleschen Logik und schließen von den Inhalten ihres Bewusstseins auf eine entsprechende Außenwelt.
weiter hier im:
[spoiler]
ZEN 05.09.2010, 10:17 Uhr
@Werner Heisenberg
>> Die Natur ist so gemacht, dass sie verstanden werden kann.
>> Oder vielleicht sollte ich richtiger umgekehrt sagen, unser Denken ist so gemacht, dass es die Natur verstehen kann.
Weder - noch.
Unser Verstand
hat die Größe einer Streichholzschachtel.
Wenn du
im Verstand gefangen bist,
kannst du seine Grenzen natürlich nicht erkennen.
Er ist so beschaffen,
daß er sich unendlich beschäftigt halten kann - mit was auch immer!
Die Natur ist nicht "so gemacht", daß wir sie verstehen können.
Und unser Verstand ist nicht so gemacht, daß wir verstehen können.
Aber wir haben die Einbildungskraft, wir könnten verstehen - weil das ein oder andere unserer Ableitungen funktioniert.
Die
Bombe funktioniert,
aber - wir haben nichts verstanden.
Könnten wir
die Natur verstehen,
gäbe es keine Kernspaltung.
Und die Kernschmelze
würden wir der Sonne überlassen; denn sie kann das - problemlos.
ZEN
Würden wir
nur ein bißchen verstehen,
wir würden unsere aggressive Haltung
der Natur gegenüber augenblicklich fallen lassen.
Knut Hacker 05.09.2010, 19:34 Uhr
Zen, du hast recht!
Verstand und Erkenntnis
. Die Quantenphysik hat uns erstmals experimentell aufgezeigt, dass unser Verstand auf absolute Grenzen stößt. Das haben spekulativ bereits die Vorsokratiker erkannt.
Die großen Quantenphysik hat aufgezeigt, dass unser Verstand von der Evolution lediglich zur Alltagsbewältigung entwickelt worden ist, aber in anderen Seinsbereichen, insbesondere dem des Makrokosmos (Relativitätstheorien) und des Mikrokosmos (Quantenphysik) jämmerlich versagt. Niels Bohr: „ Es gibt triviale Wahrheiten und große Wahrheiten. Das Gegenteil einer trivialen Wahrheit ist schlichtweg falsch. Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist ebenfalls wahr.… Wer von der Quantentheorie nicht schockiert ist, hat sie nicht verstanden!“ Richard Feynmann (Nobelpreis Physik): “Wenn jemand glaubt, er habe die Quantenmechanik verstanden, dann hat er sie nicht verstanden!“
Naturgesetze sind lediglich Projektionen des menschlichen Verstandes auf die Natur . Wittgenstein: „Der ganzen Weltanschauung der Modernen liegt diese Täuschung zugrunde, dass die sogenannten Naturgesetze die Erklärungen der Naturerscheinungen seien.“ Sie erklären nichts, sondern sind abstrakte und somit vereinfachende bloße Beschreibungen. Einstein: „Physikalische Begriffe sind freie Schöpfungen des Geistes und ergeben sich nicht etwa, wie man sehr leicht zu glauben geneigt ist, zwangsläufig aus den Verhältnissen in der Außenwelt.… Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit.“ Kant: „Der Verstand schreibt der Natur ihre Gesetze vor...Aller Irrtum besteht darin, dass wir unsere Art, Begriffe zu bestimmen oder abzuleiten oder einzuteilen, für Bedingungen der Sachen an sich halten.“ Goethe: „Die Welt, durch Vernunft dividiert, geht nicht auf....Der Mensch begreift niemals, wie anthropomorphisch er ist.“ Hume: „Was für ein besonderes Vorrecht hat diese kleine Bewegung des Gehirns, die wir Denken nennen, dass wir sie in dieser Weise zum Modell des ganzen Universums machen?“ Pascal: „Nichts ist der Vernunft so angemessen wie das Nichtanerkennen der Vernunft...Der Vernunft spotten heißt, der wahren Vernunft das Wort zu reden.“ Schopenhauer: „Die Teleologie wird erst vom Verstande in die Natur gebracht, der demnach ein Wunder anstaunt, das er erst selbst geschaffen hat.“ Marvin Minsky: „Logik lässt sich nicht auf die wirkliche Welt anwenden.“ Nietzsche: „Die Welt, soweit wir sie erkennen können, ist unsere eigene Nerventätigkeit – nichts mehr.“ Hans Albert: „Alle Sicherheiten der Erkenntnis sind selbstfabriziert und damit für die Erfassung der Wirklichkeit wertlos.“
Knut Hacker 05.09.2010, 20:06 Uhr
Der Verstand führt immer - schon mangels Metaebene (Gödel´scher Unbestimmtheitssatz) - letztlich immer zu Paradoxien: was "ist" das Sein? Was ist wahr an Wahrheit? Welchen Grund haben Gründe? Welchen Sinn hat Sinn? U.s.w.
ZEN 06.09.2010, 12:49 Uhr
@Knut Hacker
(dem intellektuellen Teil des Phantoms mit den vielen Masken)
>> Zen, du hast recht! <<
Worin, bitte, hat ZEN recht?
>> Verstand und Erkenntnis
Verstand <- oder -> Erkenntnis.
Du mußt dich entscheiden.
Eine Erkenntnis hat nichts mit dem Verstand zu tun.
Der wird erst wach & aktiv, wenn du die Erkenntnis längst hattest.
Das
weißt du, wenn du
schon mal eine hattest ;-)
Der
Verstand
ist ein Nach-Denker.
>> Das haben spekulativ bereits die Vorsokratiker erkannt. <<
Eine Erkenntnis ist nicht spekulativ.
Ist sie es doch, war es eine Spekulation und - keine Erkenntnis.
>> ...Quantenphysik hat aufgezeigt, dass unser Verstand ... jämmerlich versagt. <<
Nein,
unser Verstand
ist großartig! Er versagt nicht.
Wenn wir
mit dem Fahrrad auf dem Wasser
fahren wollen, wird es "jämmerlich versagen".
Aber das kannst du doch nicht dem Fahrrad ankreiden!
Es liegt
ganz an uns,
wie wir ihn nutzen.
ZEN
Niels Bohr:
>> Es gibt triviale Wahrheiten und große Wahrheiten. <<
>> Das Gegenteil einer trivialen Wahrheit ist schlichtweg falsch. <<
>> Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist ebenfalls wahr. <<
Das
ist wahr.
ZEN 06.09.2010, 14:20 Uhr
@Ludwig Wittgenstein:
>> Der ganzen modernen Weltanschauung liegt die Täuschung zugrunde, daß die sogenannten Naturgesetze die Erklärungen der Naturerscheinungen seien. << (Tractatus logico-philosophicus 6.371 - Google sei Dank)
@Knut H.
>> Sie erklären nichts, sondern sind abstrakte und somit vereinfachende bloße Beschreibungen. <<
Ja,
sie erklären gar nichts.
Naturgesetze sind Theorien
eines möglichen Zusammenwirkens,
die aufgrund "ausreichender" Beobachtungen
willkürlich zu unumstößlichen Gesetzen erklärt wurden.
Selbst wenn etwas aufgrund
irgendeiner Theorie funktioniert,
haben wir dennoch nichts verstanden.
ZEN
Kumiko 06.09.2010, 15:33 Uhr
Macht doch nix wenn wir es nicht "verstehen", wenn wir damit Ziele erreichen ist das doch schon hilfreich.
Zen, von dir hätte ich mehr erwartet (lass dann doch bitte die Anspielungen auf meine Erwartungen), als dass du Google nutzt (da gibts doch soviel), Monopol-Moloch müsste doch sogarnicht deiner Gesinnug entsprechen :).
ZEN 06.09.2010, 15:39 Uhr
@David Hume
>> Was für ein besonderes Vorrecht hat diese kleine Bewegung des Gehirns, die wir Denken nennen, dass wir sie in dieser Weise zum Modell des ganzen Universums machen? <<
Ja,
das ist
Dummheit.
ZEN
ZEN 06.09.2010, 15:53 Uhr
@Blaise Pascal
>> Nichts ist der Vernunft so angemessen wie das Nichtanerkennen der Vernunft... <<
Nichtanerkennung
hilft uns nicht weiter.
Die
Unterscheidung
zwischen funktionalem Verstand
und Ego-Verstand ist da schon sehr hilfreich.
Der
funktionale Verstand ist der Teil,
der uns ermöglicht, unfallfrei Fahrrad zu fahren,
selbst wenn wir unseren eigenen Namen vergessen haben.
Dieser Teil ist mehr körperorientiert und macht uns die wenigsten Probleme.
Diesen Teil können wir schon mal - wie die Hirnforscher auch - ehrfurchtsvoll anerkennen.
Der
Ego-Verstand
ist der Teil des Verstandes,
in dem unser Wollen & Wünschen,
unsere Ideen, unser Gedächtnis, unsere "Identität" zuhause ist.
Wenn wir zu diesem Teil keinen inneren Abstand haben, häufen sich die Probleme ad infinitum.
Wir leiden an der Überbewertung des Ego-Verstandes, wenn/weil wir uns mit ihm identifizieren.
Mit seiner Hilfe wollen wir die Welt verstehen - was aber gar nicht geht.
Zu ihm müssen
wir Abstand gewinnen,
wenn wir intelligent leben wollen.
ZEN
ZEN 06.09.2010, 15:54 Uhr
@Knut...
>> Der Verstand führt immer - schon mangels Metaebene ... letztlich immer zu Paradoxien <<
Eine
Paradoxie
ist der Hinweis, daß etwas
größer ist als der Verstand - wie wir ihn kennen.
Doch,
der Verstand
hat eine Metaebene !
Das ist ja grad
die Wiege unserer Probleme...,
daß wir den Verstand zu unserer höchsten Instanz gemacht haben.
ZEN
ZEN 06.09.2010, 16:08 Uhr
@Marvin Minsky
>> Logik lässt sich nicht auf die wirkliche Welt anwenden. <<
...aber: auf ihre Erscheinungen.
Mit ihren eingeschränkten Möglichkeiten
kann man Straßen, Städte, Flugzeuge bauen und die Müllabfuhr organisieren.
ZEN
Katja 06.09.2010, 16:21 Uhr
...unsere Ideen, unser Gedächtnis, unsere "Identität" zuhause ist.
Je mehr wir unsere "Identität" verfestigen,
desto mehr verfestigen sich auch unsere "Probleme"
also: kein Ich, kein Problem.
Es gibt eine schöne Meditation : wer bin ich?
Kumiko 06.09.2010, 17:22 Uhr
Ihr seid ja echt das Epiphänomen des Buddhismus