Und wieder editier ich. Ich glaube, Du Siehst Geld als großes Übel, ich als Tauschmittel 
Woraus schließt Du das, edler Sucher?
Du hast die Entwicklung der Diskussion nicht beobachtet. Es ging um die E n t s t e h u n g des Geldes und den ökonomischen Tatbestand, der Geld überhaupt existieren lässt, nämlich das Gefälle zwischen Soll und Haben oder dem Schuldeffekt, den - nebenbei bemerkt - nicht ich selbst ausgeführt habe, dem ich aber zustimme, weil es nur so vorstellbar ist.
Ich denke, ich betrachte Geld ziemlich neutral, weil es eben nur M i t t e l ist, oder, wenn man so will, auch Handwerkszeug oder Waffe. Je nachdem, wer es benutzt und wie er es benutzt. Ansonsten betrachte ich das Leben aus existentieller Perspektive. Also etwa so wie ein Eingeborener. Der nicht kapiert, wieso die Erde mit all dem, was darauf wächst, nur einer Elite gehören soll, also nicht einfach allen, die darauf leben.
Nebenbei: An der Geschichte der Indianer und dem Landraub, den die Einwanderer aus Europa betrieben haben, kann man diese Geschichte sehr gut beobachten.
Wenn ich mich stark glaube, nehme ich einfach dem, der schwächer rüberkommt, alles weg, was mir einigermaßen wertvoll erscheint. Irgendeine Argumentation, weshalb ich das darf und es berechtigt ist, wird mir schon einfallen, Hauptsache, ich h a b e erst mal.
Das ist eben das Spiel, das wir hier auf der Erde betreiben. Weiter nichts! Die seelenmäßig pubertäre Entwicklungsstufe will und muss sich im HABEN ausleben, bevor sie weitergehen kann.
Ansonsten differenziere ich durchaus, aber das war hier nicht gefragt. Also: Ich sehe Unterschiede des Geld"verdienens". So wird zuweilen von vielen Menschen eine außergewöhnliche Leistung anerkannt und in Anspruch genommen, so dass der oder die Leistende zu großem materiellen Reichtum gelangt (Mrs. Rowling z. B.). Im Allgemeinen aber werden viele Nicht-oder-Negativ-Leistungen extrem hoch bewertet - was nicht am Geld liegt, sondern an der Werteskala der Gesellschaft -, z. B. die eines Kardinals oder eben die eines Bankers, also Leistungen, auf die die gesamte Menschheit leicht verzichten könnte; während andere, die gerade unverzichtbar sind (die Hausfrau erwähnte ich schon, obwohl sie nicht produziert, sondern eher reproduziert), meistens mit 0 bewertet werden.
Das sagt alles nichts über das Geld selbst aus, sondern nur darüber, dass wir uns anscheinend in einer lebensfeindlichen Pulverfass-Gesellschaft (etwa im England dieser Tage) wohler fühlen als in einem aufbauenden Miteinander. Offenbar brauchen wir das Spiel.
In einem anderen Beitrag - ich glaube, es war einer von raabenweib - kam der Hinweis, dass wir uns unsere Welt nur im Gegensatz von Gewinnern und Verlierern vorstellen können. Die Aborigines verstehen so etwas überhaupt nicht, sie kennen nicht einmal Spiele, in denen man gewinnt oder verliert. Sondern nur welche, in denen man sämtliche Synergien einsetzen muss, um z. B. ein Umweltproblem zu lösen.
Eigentum aber, speziell das an Grund und Boden, ist weder Leistung noch Verdienst, sondern bloß Spielregel. Und wenn wir diese Regel nicht ändern, wird die Erde selbst es tun.
Herzliche Grüße,
nanabozho
P.S.: Ach so, die Begriffserklärungen bestätigen das Ganze. Eigentum konstatiert H e r r s c h a f t z. B. Und die Erklärung von "Leistung" wird meistens nur materiell verstanden, was zu kurz greifen würde.