Ich finde, es muss nicht völlig wissenschaftlich und Abi-tauglich sein, aber eine Quellenangabe ist ein Muss.
Es reicht für meine Begriffe aber nicht aus, nur die Hauptseite anzugeben/zu verlinken, wie es manche tun.
Es geht nicht zuvorderst um den rechtlichen Aspekt, sondern um die Glaubwürdigkeit eines Forums und die Nachvollziehbarkeit eines Beitrags.
Als Ergänzung:
Der Artikel stammt von Schott Music, dort finden sich unter "treffpunkt unterricht"
auch noch mehr wertvolle Informationen zum Net-Use und zu Unterrichtsmaterialien.
Arbeiten mit Quellen
http://www.musikpaedagogik-online.de/unterricht
Das Internet ist zu einer selbstverständlichen Materialquelle [...] geworden. SchülerInnen und LehrerInnen nutzen Texte, Bilder und Musikbeispiele nach Belieben für die Erstellung von Arbeitsblättern, Hausarbeiten und Referaten. Allzu häufig wird dabei auf jeglichen Hinweis zum Ursprung der Materialien verzichtet. Dies ist problematisch, weil geistiges Fremdeigentum immer als solches erkennbar sein sollte. Auch kann so die Eigenleistung des Autors nicht angemessen beurteilt werden. [Unabhängig von der Klassenstufe] sollte es deshalb selbstverständlich sein, dass die Herkunft der verwendeten Materialien immer korrekt ausgewiesen wird.
Wie
Allgemein verbindliche Zitationsrichtlinien für Internetquellen existieren nicht, sodass eine gewisse Freiheit bei der Gestaltung besteht. Unbedingt sollten jedoch – wie bei Literatur ansonsten auch – ausgewiesen werden:
- Autor (auch im Impressum nachschauen!),
- Titel des Textes; falls dieser nicht vorhanden ist, kann der Website-Name genommen werden,
- Bei Zeitungen/Zeitschriften/Newsletters: Titel und (wenn vorhanden) Nummer der Ausgabe,
- Jahr (häufig auf der Webseite mit Zusatz 'zuletzt bearbeitet' versehen),
- URL (Internetadresse),
- Datum der Einsicht in das Material (Monat/Jahr)
Ein Literaturverweis könnte z.B. so aussehen:
Hartogh, Theo (2005): Vernetzt Mozart die Gehirnhälften? Über Sinn und Unsinn neurobiologischer Forschungsergebnisse in der Musikpädagogik, Zeitschrift für Kritische Musikpädagogik, S. 32-45, ‹http://home.arcor.de/zf/zfkm/05-hartogh.pdf› (10.2005)
Bei fehlenden Angaben z. B. zum Autor sollte dies in der Quellenangabe kenntlich gemacht werden. Auch bei Bildern/Grafiken und Musikstücken ist ein möglichst genau geführter Quellennachweis unverzichtbar. Auf manchen Internetseiten wird auch explizit angegeben, auf welche Weise der Text zitiert werden soll.
Wann
Doch wann sollte überhaupt das Internet als Informationsquelle genutzt und wie sollte angemessen mit diesen qualitativ sehr heterogenen Materialien im Unterricht umgegangen werden? Auch wenn es bequem erscheint, jegliches Stichwort erst einmal bei Google probeweise einzugeben, ist es z. B. bei biografischen Recherchen häufig sinnvoller, sich auf einschlägige Lexika oder Fachbücher zu verlassen. Das Internet entfaltet besonders dort seine Qualitäten, wo es um die Recherche von Informationen geht, die so nicht in Schulbüchern oder anderen traditionellen Quellen zu finden sind. Dies können z. B. aktuelle Informationen sein oder solche, die als zu "randständig im Musikkosmos" in den Printmedien meistens unberücksichtigt bleiben. Auch die Vielfalt der Umgehensweisen mit einem Thema kann ein guter Grund sein, das Internet zu nutzen. Von Fanseiten über Zeitungsartikeln bis hin zu wissenschaftlichen Publikationen ist zu vielen Themen alles zu finden.
Was
Unabhängig davon, welches Material genutzt wird, stellt sich die Frage nach ihrer Qualität im Hinblick auf das eigene Erkenntnisinteresse. Selbst angesehene Quellen wie wikipedia.org geraten immer wieder in die Kritik, tendenziös und falsch zu informieren, bzw. leicht manipulierbar zu sein.
Statt gedankenloser Übernahme mit "copy & paste" sollte deshalb bei der Arbeit mit Webmaterialien immer auch eine kritische eigenständige Auseinandersetzung mit ihnen stattfinden. Hilfreich hierfür sind Anregungen zur Quellenarbeit aus der Geschichtsforschung, wie sie z. B. Wolfgang Hug für die Sekundarstufe I vorgelegt hat (Wolfgang Hug: Geschichtsunterricht in der Praxis der Sekundarstufe 1. Frankfurt am Main 1977, S. 150):
- Paraphrase: Was ist aus der Quelle zu erfahren (Inhaltsangabe)? Aus welchen Teilen besteht sie (Gliederung)? Was ist ihr Thema (Überschrift)?
- Inhaltsanalyse: Was ist der Kern des Textes? Was wird im Text behauptet oder widerlegt? Welche Teilaspekte sind behandelt?
- Begriffsanalyse: Welche Begriffe kommen mehrfach vor? Welches sind die Schlüsselbegriffe? Welchen Sinn gibt der Text diesen Begriffen?
- Sachkritik: Enthält der Quellentext in sich Widersprüche? Was konnte der Verfasser der Quelle wissen, was nicht? Inwieweit ist der Text glaubwürdig?
- Ideologiekritik: Wann, von wem und für wen ist der Text verfasst worden? Welchem Zweck sollte er (vermutlich) dienen? Welchen Standort nimmt der Verfasser ein?
Anhand der Fragen kann leicht eine begründete Einschätzung der Informationsqualität von Webseiten erarbeitet werden.
Wo
Eine gute Einführung in die Arbeit mit Quellen bietet ein Tutorial der Universität Konstanz. Neben Texten werden hier auch eine Vielzahl von anderen Quellen (Bilder, Musik, Oral History, Radiosendungen usw.) berücksichtigt. Das Tutorial kann als Vorbereitung auf ein Referat oder eine Facharbeit von SchülerInnen der Sekundarstufe II auch selbstständig durchgearbeitet werden. Ein englischsprachiges Tutorial für SchülerInnen und StudentInnen, ist [war!] leider aufgrund seiner Neuentwicklung bis Juni 2006 offline. Ausführlichere Hinweise zu Zitationsweisen und Quellenkritik von Webdokumenten finden sich an vielen Orten im Netz. Beispielhaft seien hier die beiden Historiker Vincent Ovaert und Thomas Christoph Marx genannt. Zielgruppe für diese Texte sind jedoch Studierende. [...]
Autor: Thomas Münch
Musik & Bildung 2/2006
Für die geschichtswissenschaftliche Recherche hier noch eine Liste von historicum.net:
Geschichtswissenschaftliche Tutorials im Netz
Allgemein (Autor: Thomas Gransow
Materialien und Regeltexte für den selbständigen Umgang mit Fachmethoden
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