Beiträge von nanabosho

    Zitat von Cherub


    Zum Thema ein meiner Meinung nach interessanter Link :

    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2010/04/09/der…ine-einfuhrung/


    Cherub

    Schön, Cherub,

    ich habe das Ding jetzt zum größten Teil durchgelesen. Dazu möchte ich Folgendes sagen:

    1. ist es nur eine Varianten von mindestens 20 verschiedenen Möglichkeiten, die gegenwärtig - teilweise auch auf dem Buchmarkt zu finden - von manchen Leuten vermutet werden und auch denkbar e r s c h e i n e n.

    2. Ich betone das "erscheinen" so, weil es schon seit der Antike ständig ähnliche Ideen und Theorien gegeben hat, deren einige im Ansatz sogar berechtigt waren, aber nur teilweise und stümperhaft zur Ausführung gelangten, will sagen: misslangen.

    3. Wenn wir annehmen wollen, dass es so ist, wie es der angegebene Link beschreibt, ergeben sich folgende Fragen: Wie kann die Sache auf einem Planeten funktionieren, der durch Polarität bestimmt wird? (Auf dem interessanterweise immer gleichzeitig Nacht und Tag herrschen, Aufstieg und Abstieg, Sieg und Niederlage, Macht und Ohnmacht, Krieg und Frieden usw. usw.) Denn der Versuch der Durchsetzung der Interessen e i n e r Seite würde zwangsläufig einen Zugewinn der Interessen der a n d e r e n Seite mit sich führen. Das ist ein kosmisches Prinzip und kann nicht durch die Gesellschaft ausgehebelt werden.

    4. Die meisten der Interessen, die weltweit durchgesetzt werden sollen, passen nicht wirklich zueinander. D. h., sie heben sich gegenseitig auf. Man kann nicht einesteils die Leute zu Veränderungen erziehen und andererseits einen Status Quo errichten wollen, der dann wiederum fest wäre. Denn dann kämen weitere Veränderungen ins Rollen und die Sache geriete aus dem Ruder, bevor sie richtig begonnen hat. Manches klingt nach fundamentalistisch-patriarchalen Positionen, die praktisch heute nur noch der Islam, die christliche und jüdische Orthodoxie und die Evangelikalen vertreten. Dazu müsste man annehmen, dass die Islamisten die Träger und Hauptverbündeten derer sind, die ein anscheinend "gesundes" und von den Verschwörern "zum Eliminieren bestimmtes" Bewusstsein haben. Was mir wahrlich nicht so vorkommt, im Gegenteil: ich halte den Islam für keinesfalls zukunftsfördernd in dieser Welt, so viele Anhänger er auch hat.

    5. Die ganze Betrachtung von Liebe, Familie und Sex ist völlig abgedreht und verworren. Intuitiv und erfüllt erlebter - auch ausgelebter - Sex fördert das Selbstbewusstsein und macht eben gerade nicht so leicht beherrschbar. Die Zukunftsvisionen einer neuen Welt beziehen sich nicht auf die Auflösung herkömmlicher Familien schlechthin, sondern wollen eine Entwicklung in Richtung Weltfamilie, in der der Spagat zwischen Individuum und Gemeinschaft geübt und letztlich gelöst werden soll. D. h., die Ideen beruhen auf der Weisheit von Stammeskulturen, wobei eine Zerstörung des Althergebrachten schon deswegen uninteressant ist, weil das Leben und der Puls des Universums selbst Altes sterben lässt, um Neuem Platz zu machen.
    Die Benutzung der Pille beispielsweise ist nur ein Übergangszustand, da das eigentliche Ziel das Erkennen der eigenen Körperabläufe ist, so dass künftig eine Frau w e i ß, wann und ob sie schwanger werden kann. Die Pile hilft ihr aber schon mal, sich zu entspannen, wenn sie nicht ausschließlich als Gebärmaschine fungieren will. Auf diese Weise entsteht mehr weibliches Selbstbewusstsein, was wiederum eine Herrschaft bestimmter kleiner Kreise über die Gesamtwelt erschweren würde. Homosexualität erscheint mir zwar als ein bestimmtes Festhängen an einem vorübergehenden Muster eines Lernprozesses, doch wenn die Schwulen anfangen, selbstbestimmt und vor allem selbstbewusst zu leben, schränkt das ebenfalls Weltherrschaftsideen ein. Will sagen: Die Auflösung von Familie zu fordern wäre für jeden, auch subtilen Diktator kontraproduktiv, weil er seine Herrschaftsmöglichkeiten von vornherein verringert bzw. erschwert.

    6. Mir kommt es so vor, als habe hier jemand einige Erlebnisse und Erscheinungen unbedingt in eine Vorstellung zwängen wollen, die er mit dem neutestamentlichen Text Offenbarung 13 (Tier, Antichrist, 666 usw.) verbindet. Gerade das erscheint mir verräterisch bis lächerlich.

    7. Die neuesten Entwicklungen in der Welt zeigen, dass es voraussichtlich nicht in diese Bahnen laufen kann. Es ist aber möglich, dass einige, die auf diesem Planeten leben, die Dinge so erleben. Andere werden sie völlig anders erleben. Denn mein Leben gestaltet sich tatsächlich nach meinem Glauben. (Die großen Meister - zu denen bekanntlich auch Jesus zählte - sind sich im Grunde darin einig, dass alle Materie nur Illusion ist und etwas davon auf welche Weise auch immer erhalten und festhalten zu wollen, einem gewaltigen Irrtum gleichkommt. Auf diesem Planeten sind wir nichts weiter als die Akteure eines grandiosen Stücks, dass wir "unser Leben" nennen. Und wir gehen daran vorbei, wenn wir von einer Ecke zur anderen rennen und uns von tausend Gefahren umgeben und verfolgt sehen. Und wenn es die Angst vor einer Verschwörung ist.

    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Gut reingefühlt, wie mir scheint, Abraxas,
    dazu eventuell so viel: Jede meiner Geschichten ist anders, soll anders sein, subtil einige Hintergründe zeigen. "Der glückliche Mörder" beruht auf einer wahren Begegbenheit, die ich in der Zeitung las. Da hat einer extrem bereitwillig die Polizei zu den Teilen der zerstückelten Leiche geführt, und weil sich niemand erklären konnte, wieso er so kooperativ war, hat man ihn in die Nervenheilanstalt gesteckt. Ich habe mir nur überlegt, ob es einen - viel banaleren - Hintergrund für eine solche Kooperativität geben könnte.
    Und kaum auf diese kleine Erzählung. Dieser Samotny (der Name stammt aus dem Polnischen und heißt übersetzt "einsam") hat einfach bekommen, was er w i r k l i c h wollte und war sich dessen sogar - zumindest halbwegs - bewusst.
    Er ging nur einen von uns als etwas extrem empfundenen Weg. Man bedenke: Auch der Mörder John Lennons wollte weiter nichts als Beachtung. Wobei Samotny auch ein Umfeld suchte, indem er sich verstanden fühlte...
    Freue mich, dass die Sache Appetit macht. Bei Gelegenheit mehr...

    Einen schönen Morgen wünscht
    nanabosho

    OK, waterbrunn,

    aber ich muss gestehen, dass ich da zu "faul" war. Stattdessen hatte ich mich in einigen Beiträgen festgelesen und diese zum Anlass genommen, ab und zu selbst etwas zu schreiben. In der Einschätzung, dass sich die einzelnen Antworten auf jenes Buch beziehen. Ich hoffe, dass mir das nachgesehen werden kann.
    Alles Gute wünscht
    nanabosho

    Zitat von Odessa



    Möglicherweise ist das, was passiert, die Rache Israels, weil wir mal versucht haben sie auszurotten. Jetzt vernichten sie uns und sorgen dafür, dass wir über die Welt verstreut werden. Letztlich wird aber auch die Erinnerung an uns ausgelöscht sein, so wie sie es ihn ihren Prophezeihungen über Amalek wünschen. Das sind zumindest deren Wunschvorstellungen.

    Sicherlich, die Juden betreiben schon immer bewußt Eugenik, sie wissen halt was sinnvoll ist und was der Schlüssel zum ERfolg ist. Dazu gehört auch dass sie es anderen Völkern verbieten. Ist doch logisch man will sich ja keine Konkurrenz heranzüchten.

    Ich werde eure Gleichgültigkeit und eure Verachtung gegenüber unserem Volk und unserer Kultur niemals verstehen.

    Holla, Odessa,
    was bringt dich eigentlich auf derart eigentümliche Vorstellungen? "Rache Israels". Nur einer, der ein schlechtes Gewissen hat, fürchtet so etwas wie Rache.
    Woher nur die unbegreifliche Angst einer extrem großen Mehrheit vor einer vrschwindend kleinen Minderheit? Die Angst des Elefanten vor der Maus?
    Kann ich partout nicht nachvollziehen.
    Worin beweist einer von uns Gleichgültigkeit oder Verachtung gegenüber dem eigenen Volk? Ich sehe hier ebenso keinen Zusammenhang? Ich fühle mich wohl auch in meiner deutschen Haut. Nur wenn ich kein Selbstbewusstsein hätte, würde ich es für nötig erachten, ständig meinen Stolz, Deutscher zu sein zu betonen.
    Da ich ziemlich individuell fühle, ist die tolerante Haltung vieler meiner Landsleute gegenüber vielen Arten von Lebensvollzug für mich nicht nur ein Glücksfall, sondern ebenso ein Grund, mich über die Entwicklung meiner Nation zu freuen. Das war nämlich nicht immer so.
    Und da ich selbst sehr gern in deutscher Sprache schreibe und die Möglichkeiten dieser Sprache weitgehend auslote, kann mir keiner den Vorwurf machen, ich würde mein Volk verachten. So jemand soll mir erst mal beweisen, ob er mir - was die Muttersprache betrifft und ihren Gebrauch - das Wasser reichen kann.
    Für mein Vok schämen würde ich mich allerdings, wenn es, wie ich schon bemerkt habe, als Elefant vor der Maus Angst hätte.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Nun, Abraxas,

    es ist ziemlich viel, um auf alles zu antworten, und heute abend habe ich nicht grenzenlos Zeit. Zuerst mal ein paar Bemerkungen:

    Ich glaube auch, dass die westlich-kapitalistischen Staaten, um sie mal so zu nennen, schon längst in ihrer Niedergangsphase sind. Kommen wird eine alternative Gesellschaft, die einen Übergang der bisherigen Wirtschaftsweise in eine ausgleichendere, solidarischere versucht, wahrscheinlich schaffen wird. Denn es gibt heutzutage ziemlich viele Menschen, die dazu reif sind. Schätzungsweise könnte dieser Prozess etwa 200 Jahre in Anspruch nehmen. Insgesamt tendieren die Werte der fortgeschrittensten Gesellschaften dieses Planeten immer mehr zum weiblichen bzw. ausgeglichenen Bewusstsein, also weg vom Patriarchat.
    Das ist eben das Zeitalter des Wassermanns, das nun beginnt.
    Bis dahin, also während der letzten 2000 Jahre oder mehr herrschte das Zeitalter der Fische. Die patriarchale Gesellschaft erreichte mehrere Höhepunkte und entwickelte sich aus Gesellschaften von Sklavenhaltern bis zu der heutigen kapitalistischen Kultur. Die Idee des Sozialismus hätte zwar eine Art Vorbote des Künftigen sein können, pervertierte aber zurück zum verkappten Feudalismus. Interessanter aber sind die versuchten Gesellschaftsmodelle etwa bei Findhorn oder der - wenn auch schon längst wieder überholte - Grundansatz der Poona-Gemeinschaft von Bhagwan Shree Rajneesh.
    Die staatlichen Vorreiter des Künftigen sind wahrscheinlich vor allem Brasilien,Australien und Neuseeland, zu einem gewissen Grad auch Südafrika und Indien. China ist eine Pseudogesellschaft, ein wenig undurchschaubar, so ähnlich wie Russland, aber beide Länder sind trotzdem bedeutende Mächte der Zukunft. Das gesamte Südamerika wird zum spirituellen, aber auch ökonomischen Zentrum werden, denn auch Ecuador oder Chile sind im Augenblick sehr aufstrebend, Paraguay Argentinien stehen in den Startlöchern. Im Norden wird Kanada eine große Rolle spielen, in Europa wahrscheinlich noch die skandinavischen Staaten.
    Die USA werden einen gewaltigen Niedergang erleben, er beginnt ohnehin schon stark. Die EU wird nicht halten, möglicherweise unter die Vorherrschaft Russlands geraten. Auch die meisten muslimischen Länder werden bedeutungs- und machtlos werden, sobald das Öl noch weiter zur Neige geht.
    So ungefähr erahne ich die Entwicklung der nächsten 100 Jahre, ohne viel darüber gelesen zu haben, aber ich habe mir sagen lassen, dass ich da nicht der Einzige bin.
    Auch alle Hochkulturen der Antike lösten sich allmählich, selten plötzlich auf. Sie wurden in der gesamten Machtposition schwächer, während Andere eben stärker wurden. Ägypten war schon im Niedergang, als das Babylonische Reich aufstieg und das Assyrische Reich mitverschlang. Griechenland wurde mit den Eroberungszügen von Alexander groß, der nicht einmal echter Grieche, sondern Makedonier war. Aber da begann es in Rom bereits zu blühen....
    Also sind alle Übergänge fließend.

    Soviel erst mal,
    nanabosho

    OK, Abraxas,

    das ist schon mal ein guter Tipp. Vielleicht haben die Piraten künftig mehr Chancen.
    Und was die 5-Stunden-Woche betrifft: Für mich wäre sie zu einseitig und nicht relevant. Weil ein Grundeinkommen es jedem möglich machen würde, 1 Stunde, 2 Stunden, 5 Stunden oder auch 16 zu arbeiten. Oder eben gar nicht.
    Es gibt einen erstklassigen Film von zwei Schweizern, die alles Für und Wider wunderbar abwägen. Dummerweise weiß ich nicht mehr, ob der Titel einfach "Grundeinkommen", "Das Grundeinkommen der Zukunft" oder "Das bedingungslose Grundeinkommen" oder so ähnlich heißt, das weiß vielleicht jemand anders.
    Aber mir scheint, wir schweifen ab, denn das Thema heißt eigentlich: "Das 3. Reich lässt grüßen".
    Auch ich grüße,
    nanabosho

    Zitat von Abraxas


    Meine Frage wäre,
    wie es wohl bei unfallbedingten Traumata aussieht, da dort die Operationen oft doch ein gutes Sümmchen kosten.
    Auch ein Kardiologe zählt nicht grade zu den preiswertesten Anbietern.

    Also ich würde mir für eine gute Krankenkasse wünschen, dass sie ihren Mitglieder kostenlose Seminare und Hilfen gibt um Krankheiten vorzubeugen und mehr
    praktische Tipps und Tricks bietet um die Gesunderhaltung zu fördern, so dass man auf die Inanspruchnahme nicht mehr so häufig angewiesen ist.

    Nun, Abraxas,

    da sich viele "Dozenten" unter den ARTABANA-Mitgliedern befinden, sind derartige Vorträge eigentlich kein Problem, z. T. sogar Sinn der Sache.
    Und was die unfallbedingten Traumata betrifft, so würde eine solche Sache mit einem Nothilfegesucht über ARTABANA Deutschland funktionieren. So sehr wenig ist da nicht im Topf.
    Aber man muss bedenken, dass eine solche Gemeinschaft wie auch eine lukrative Krankenkasse davon lebt, dass sie mehr gesunde als kranke Mitglieder hat.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Zitat von Abraxas

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen wie der Chef der DM Kette es mal vorgeschlagen hat würde solche Denunziationen im Sozialbereich
    schonmal so gut wie unmöglich machen.

    Dieser Gedanke hat viel für sich, Abraxas,

    das glaube ich auch. Ich bin sowieso ein Verfechter dieses Grundeinkommens, aber z. Zt. wird es bisher ohne Abstriche nur von den Violetten vertreten. Die noch nirgends die 5%-Hürde geknackt haben.
    Die Idee, die manche hatten, es könnte über die FDP und deren Bürgergeld sozusagen durch die "Hintertür" in die Politik kommen, ist wahrscheinlich ein Rohrkrepierer gewesen.
    Will damit sagen, es könnte noch eine Weile dauern, bis wir soweit sind. Und das Grundeinkommen kann voraussichtlich noch nicht das Problem der Langeweile lösen, die viele quält, und die auch einer der Gründe sein kann, weshalb man denunziert.
    Wenn ich zu viel Angst habe, bestimmte Erlebnisse selber zu machen und anderen sie aber auch nicht gönne, bringt mich das allemal noch in Versuchung.
    Trotzdem würde das Grundeinkommen die gesellschaftliche Struktur radikal verändern, und man darf gespannt sein, wie die Leute darauf reagieren.
    Herzliche Grüße von
    nanabosho

    Viel zu oft und viel zu lange hatte das Schlossmuseum geöffnet, und dabei lohnte es sich überhaupt nicht. In einem sonnigen Frühjahr wie diesem beispielsweise verirrten sich im Höchstfall zwei bis drei Rentner pro Tag in die rustikalen Prunkräume und gemäldestrotzenden Galerien. Wenn man aber aus dem Fenster in den Hof hinunterblickte, flanierten dort mindestens dreißig Leute umher, und ebensoviele bevölkerten den Freisitz des Restaurants.
    Sven-Detlef Samotny, der seit vielen Jahren hinter dem Kassenschalter saß, zweifelte zunehmend am Sinn seiner Tätigkeit. Was hielt die Menschen heutzutage davon ab, mittelalterliche Schwerter, Säbel und Pistolen zu bestaunen, warum wurden sie nicht mehr von den glänzenden Ölgemälden angezogen, die ihnen reihenweise Fürsten und edle Damen präsentierten, die einstigen Herrscher in diesen Hallen? Strategisch klug hatte man die Eintrittspreise in moderater Höhe gehalten. Unzählige farbenfrohe Werbeblätter schmückten die Schaukästen und Wandvitrinen im Hofeingang, dickbuchstabige Schilder wiesen den Besuchern den Weg. Doch dadurch veränderte sich nichts.
    Nur Regen besaß die Kraft, Menschen ins Museum zu locken, anhaltender, stetiger Landregen, besonders wenn er ein ganzes Wochenende füllte. Da kamen sie an, Gruppen, Familien, Paare. Schirmständer mussten bereitstehen und Fragen beantwortet werden. Manchmal erwarteten sie von Sven-Detlef eine Führung,
    einen Vortrag, einen historischen Abriss. In solchen Fällen schloss er für eine halbe Stunde die Kasse und erfüllte ihren Wunsch, so gut er es vermochte. Bereits in der Schule war er ein As in Geschichte gewesen, und noch immer lag das Heilige Römische Reich Deutscher Nation abrufbar in seinem Gedächtnis bereit, mit tausend interessanten Details. Sein ureigenstes Gebiet war das, beinahe so etwas wie eine innere Heimat, in der er sich leichter bewegen konnte als im gegenwärtigen Alltag.
    Dieser aber drängte sich weit häufiger auf. Langeweile bot er im Übermaß an, leere Säle, Zimmer und Gänge. Und er hatte den Museumsbeauftragten zu einer anderen Leidenschaft verführt, die ihn in Zeiten des Publikumsmangels mit Urgewalt überfiel: das Lesen von Kriminalromanen und das Schmieden von Mordplänen.
    Selbstverständlich hatte der inzwischen fünfzigjährige, nach kurzer, freudloser Ehe geschiedene und seitdem alleinstehende Mann noch nie in seinem Leben einen Menschen getötet. Höflich und respektvoll ging er mit allen um, die das Wort an ihn richteten, die befreundet, verschwägert oder sonstwie verwandt mit ihm waren. Insgeheim aber träumte er von Bluttaten, malte sich aus, wie einer vorgehen müsse, der seinen Onkel oder seine Tante, Vater oder Schwester, Kollegen oder Nachbarn aus dem Wege räumen wollte. Anatomische Skizzen fertigte er an, die besondere Markierungen derjenigen Körperstellen enthielten, die den Tod am schnellsten transportierten, wenn man sie schädigte. Aus dem Studium zahlreicher Gerichtsberichte erfuhr er von der Vielfalt der Waffen, die man genau und mit Geschick handhaben musste, um den gewünschten Erfolg zu erzielen, und auch diese Erkenntnisse hielt er in Listen und Tabellen fest. Wenn der Mörder zum Beispiel ein Stuhlbein benutzen wollte, war ihm zu raten, ein eckiges zu wählen und kein rundes, und das Ersticken mit einem Kissen verlief in den meisten Fällen nur dann zufriedenstellend, wenn das Opfer ohnehin geschwächt oder krank darniederlag.
    Um eine solche Tat jedoch zu vollbringen, erforderte es eine gehörige Portion an Mut, und die fehlte Sven-Detlef. Das wusste er sehr gut, und er tadelte sich oft deswegen. Die öden Tage im Museum flogen dahin, Monate und Jahre vergingen; er aber saß lesend und kritzelnd hinter dem Schalter und lebte nicht, fühlte kaum, dass er da war. Wenn er nie etwas unternahm, um diesen Zustand zu ändern, mochte er es irgendwann bitter bereuen.
    Dieser langweiligste aller Arbeitsplätze half ihm offensichtlich wenig. Der einzige Hoffnungsschimmer, der sich auftat, lag in seinem privaten Bereich, denn dort wuchs ihm inzwischen ein beachtlicher Feind entgegen: der Nachbar.
    Norbert Vollsatt hieß der tolpatschige Bahnangestellte, der sich in den vergangenen Jahren nur äußerst selten seinen Mitmenschen gezeigt hatte. Nun aber änderte sich das, denn er war seit zwei Monaten arbeitslos, und da ihn nahezu zeitgleich die sicher geglaubte Ehefrau verlassen hatte, suchte er Trost in berauschenden Getränken und bei gleichgesinnten Kumpanen, die nächtelang den Garten hinter dem Haus mit grässlichem Lärm erfüllten. Klägliche, halbzornige „Ruhe!“-Rufe aus geöffneten Fenstern erzeugten hämisches Gelächter und heizten die Krakeeler noch mehr an.
    Auf diese Weise verkürzten sich die Nächte des Schlosswärters Sven-Detlef Samotny, der dem Krach am nächsten wohnte und dessen Schlaflosigkeit einen ersten Plan heranreifen ließ. Dieser sollte noch keineswegs auf tatsächlichen Mord hinauslaufen, sondern nur einer anfänglichen Mutprobe dienen.
    Mehrere Eisenstangen von unterschiedlicher Länge und Dicke lagen im Keller des tatendurstigen Mannes bereit. Geraume Zeit überlegte und prüfte er, bis er sich für eine entschied, von der er hoffte, sie werde selbst bei einem gröberen Schlag nicht augenblicklich töten. Dann lehnte er das Werkzeug neben die Haustür an die Wand, und jedesmal, wenn es auf dem Nebengrundstück laut wurde, bezog er einen Beobachtungsposten auf dem Dachboden. Von dort geriet das Treiben im nachbarlichen Garten vollständig in sein Blickfeld und ließ sich selbst bei sparsamer Beleuchtung überschauen.
    Dabei wollte er nicht einmal herausfinden, wer den arbeitslosen Trunkenbold besuchte, um diesem Gesellschaft zu leisten und mit schwerer Zunge auf die Regierung zu schimpfen oder schlüpfrige Lieder zu grölen. Weit wichtiger war der Zeitpunkt, von dem an der Gastgeber allein und sich selbst überlassen zurückblieb, und die Antwort auf die Frage, ob gelegentlich einer dieser schrägen Vögel im Haus übernachtete. Um wirkungsvoll zuschlagen zu können, musste jeder erschwerende Umstand gewissenhaft bedacht werden.
    An manchen Abenden wurde das kreischende Lachen einer oder mehrerer Frauen hörbar, und Sven-Detlef vermutete ausufernde Orgien, was seinen Zorn zwar weiter aufstachelte, ihn aber keineswegs zu unüberlegtem Handeln verführte. Geduldig verfolgte er jede Bewegung und jedes Geräusch, und alles, was seine Sinne ihm übermittelten, speicherte er als brauchbare Information in einem aufnahmebereiten Gedächtnis.
    Zu Beginn des Sommers wähnte er sich nahe am vorläufigen Ziel. Eines Samstags oder besser Sonntags, denn es war bereits zwei Uhr nachts, schlich er sich bewaffnet zum Nachbargrundstück hinüber und näherte sich vorsichtig der flachen Terrasse, die das Zentrum der lärmigen Feste bildete und nun verlassen im fahlen Mondlicht lag. Auge und Ohr hatten nicht getrogen: Die Tür an dieser Seite stand sperrangelweit offen, und die stolpernden, unsicheren Schritte des betrunkenen Vollsatt, die man von draußen recht gut vernehmen konnte, legten nahe, dass niemand sonst im Haus war. Ohne Zögern und das dunkle Wohnzimmer nutzend, drang Sven-Detlef ein, durchmaß es mit wenigen Schritten und gelangte so unmittelbar hinter sein Opfer, das dank seines alkoholisierten Zustandes die unerwünschte Gesellschaft selbst im hell erleuchteten Treppenhaus nicht bemerkte.
    Als die Eisenstange auf den Hinterkopf des Nachbarn traf, rief sie ein seltsam dumpfes Geräusch hervor, das der Täter für den Bruchteil einer Sekunde als überaus unangenehm empfand. Unwillkürlich schlossen sich dessen Augen und meldeten ihm nicht, was weiter geschah. Denn Norbert Vollsatt sackte auf der Stelle zusammen, doch er tat das äußerst lautlos und landete mit einer Schulter am Knie des hinterhältigen Schlägers, der daraufhin einen halberstickten Schreckensschrei ausstieß.
    Präzise geplant hatte Sven-Detlef immerhin, hatte auch einkalkuliert, dass das erste Mal ungeschickt verlaufen könnte. Jeder fing einmal klein an, was er auch tat. Wenn dabei die Gefühle ihre Balance nicht durchweg hielten, war das nur zu verständlich. Schnell fand er die Fassung wieder, ergriff den Betäubten unter den Schultern und schleifte ihn zur Terrasse hinaus. Dann nahm er den Weg, auf dem er gekommen war, um auf das eigene Grundstück
    zurückzugelangen. Seine Last aber kostete ihn unsägliche Mühe, denn der korpulente Vollsatt passte nur schwer durch die schmale Zaunlücke, die eigens für die Generalprobe vorbereitet worden war.
    Endlich gelang es dem Versuchsmörder, sein Opfer sozusagen dingfest zu machen und es an eine schadhafte Bank im Geräteschuppen zu fesseln. Dort musste er es für einige Augenblicke sich selbst überlassen, um den Tatort noch einmal aufzusuchen und die Waffe zu bergen. Die Eisenstange in der Hand stellte er sich danach im Schein einer Funzellaterne vor dem Elenden in Positur und wartete, bis dieser die Augen aufschlug und gequält signalisierte, dass er zum Weiterleben bereit sei, wenn man ihn denn ließe.
    „Oooh, wo bin ich?“ Vollsatts weinerliches Jammern hätte jeden Stein erweicht, nicht jedoch den Mann, der über ihn zu richten gedachte.
    „Da, wo du hingehörst“, schnarrte Sven-Detlef Samotny streng. „Im Fegefeuer, um deine Sünden zu büßen.“
    „Oooh! Mein Kopf!“ heulte der Gefesselte. „Und Durst habe ich auch, wahnsinnig Durst!“
    „Nun, ich möchte meinen, du hättest genug getrunken in dieser Nacht.“ Der Entführer grinste. „Aber ich will mal nicht so sein, es ist ja erst die Vorhölle.“
    Er ging hinaus und kehrte zwei Minuten später mit einem gefüllten Wasserglas zurück, das er dem Ausgetrockneten an die Lippen setzte.
    „Pass auf, wir machen es kurz, denn es ist schon beinahe wieder hell“, erklärte er seelenruhig, während Vollsatt mit langen Schlucken trank. „Wenn du versprichst und unterschreibst, dass du an keinem einzigen Abend mehr Krach machst in deinem Garten, kannst du gehen und es geschieht dir nichts. Von mir aus kannst du dann die Polizei holen, aber du wirst beweisen müssen, was du ihnen sagst; und ob deine Rechtsschutzversicherung besser ist als meine, werden wir sehen. Falls du überhaupt eine hast. – Du und deine Saufchaoten, ihr tyrannisiert die ganze Siedlung, und außer mir traut sich kein Mensch, euch Einhalt zu gebieten. Ob unsereins schlafen kann, ist dir völlig egal. Aber von nun an vielleicht nicht mehr. Unterschreib, ich rate es dir!“
    Er setzte das Glas ab, das ohnehin bereits leer war und hielt dem Gefangenen ein Blatt Papier vor die Nase. Dann band er dessen rechte Hand los und legte einen Kugelschreiber hinein.
    „Eine Unterlage!“ klagte Vollsatt. „Ohne Unterlage kann ich nicht schreiben.“
    Ein Brett war schnell gefunden, und bald stand der gewünschte Schriftzug auf dem Dokument, das der Gewalttäter sorgsam faltete und in seine Jackentasche schob.
    „Das wär’s!“ beendete er trocken den nächtlichen Überfall, indem er die Fesseln löste und die Tür des Schuppens öffnete. „Verschwinde und verhalte dich ruhig, sonst überlebst du’s nicht.“
    Ächzend und kaum dessen bewusst, was mit ihm geschehen war, schleppte sich Norbert Vollsatt zu seinem Haus hinüber.
    Am östlichen Himmel zeigte sich der erste Schimmer der Morgensonne. Sven-Detlef Samotny, der einsame Mann aus dem Schlossmuseum hatte ein neues Leben begonnen, ein spannendes und ungeheuerliches, und wenn er sich geschickt verhielt, würde man auch ihm einst ein Denkmal errichten. Wenn nicht im Gedächtnis der Menschheit, dann zumindest auf der letzten Seite der Tageszeitung.
    Während der folgenden zwei Wochen blieb Norbert Vollsatt zurückhaltend, schluckte verdrossen und traurig sein Pensum an Bier und Schnaps und lud niemanden zu sich ein. Offensichtlich war es in ihm haften geblieben, was er in der bedrohlichen Nacht unterschrieben hatte, trotz Suff und Schlag auf den Hinterkopf. Sein Erpresser hingegen fühlte so etwas wie Enttäuschung.
    Wenn sich der Nachbar nun wider Erwarten an die Abmachung hielt, besaß der mordlustige Krimileser keine moralische Grundlage, um das begonnene Werk zu vollenden. Und einfach so zuzuschlagen, motivlos und der Logik entbehrend, das brachte er nicht über sich, dagegen rebellierte sein Gewissen.
    Jedenfalls hatte er während des Probeüberfalls gemerkt, wozu er imstande war, und seitdem betrachtete er die Besucher im Schloss mit hochnäsiger Verachtung. Wer von diesen braven Spießern, diesen Bequemdämmer-Bürgern wäre zu einem Wagnis fähig gewesen, wie er, Sven-Detlef, es auf sich genommen hatte? Wer von ihnen traute sich, an dergleichen überhaupt zu denken?
    Er war sich beinahe sicher, dass der eingeschüchterte Ruhestörer nicht zur Polizei ging. Wenn dessen Grips nicht ausreichte, um eine Arbeit zu finden oder anderweitig ein neues Leben anzufangen, genügte er ebensowenig, um zum Gegenangriff überzugehen. Mit etwas Geduld konnte man sich darauf verlassen, dass die lärmigen Grill- und Saufnächte von neuem einsetzten.
    Und so geschah es.
    Länger als siebzehn Tage Abstinenz hielt Norbert Vollsatt nicht durch. Auf seinem Grundstück wurde wieder feuchtfröhlich gefeiert, gesungen und gelacht. Als habe es weder Versprechen noch Unterschrift gegeben, als schmerze der Hinterkopf nicht mehr.
    Sven-Detlef Samotny aber bezog seinen Beobachtungsposten und rieb sich die Hände. Die Sache lief wie geplant und nahm Gestalt an.
    Erst wartete er den dritten Vertragsbruch ab, danach eine günstige Gelegenheit. Als diese sich ergab, erschlug er den Nachbarn, gründlich, exakt und mit einem so kräftigen Hieb, wie er ihn noch nie zuvor im Leben ausgeteilt hatte. Das knirschende Aufprallgeräusch ertrug er, ohne mit der Wimper zu zucken, und er wunderte sich nur, dass das Blut aus Nase, Mund und Augen trat und nicht wie erwartet nach allen Seiten spritzte. Schnell legte er mehrere Lappen um den zerstörten Kopf, um die Leiche auf die Terrasse zu zerren und von dort auf den Rasen.
    Mit einer Axt, die er vorsorglich bereitgelegt hatte, machte er sich daran, den Rest seines Planes auszuführen. Wiederum war es zwei Uhr nachts und der Himmel hinreichend bewölkt, so dass ihm die Dunkelheit zupass kam. Treffsicher und glatt trennte er Gliedmaßen und Kopf vom Rumpf. Für das Geschlechtsteil, das er als Trophäe an sich nehmen wollte, benutzte er ein langes Taschenmesser.
    Von einem Grundstück in der Nähe erklang Hundegebell, und für einen Augenblick hob der Mörder den Kopf und lauschte. Dann stellte er fest, dass er den Spaten vergessen hatte, ließ die abgeschnittenen Körperteile liegen und machte sich auf, um das benötigte Utensil zu holen. Axt und Eisenstange legte er dabei im Schuppen ab, denn es eilte nicht, sie verschwinden zu lassen. Außerdem wollte er keineswegs perfekt sein; sie sollten ihn schließlich finden, denn erst wenn alle Welt wusste, dass er es war, der den Krakeeler getötet hatte, begann sein Triumph.
    Mit der Absicht, die Leichenteile einzeln an verschiedenen Stellen im nachbarlichen Garten zu vergraben, kehrte er dorthin zurück und überraschte einen fremden Schäferhund, der sich an den blutigen Stücken zu schaffen machte. Entschlossen, das Tier ebenfalls niederzuschlagen, schwang der Mörder den Spaten, doch der haarige Räuber war schneller, nahm das knochenähnliche Etwas, das er beschnüffelt hatte, zwischen die Zähne und flüchtete hastig. Die Pforte zur Straße hin, durch die er verschwand, stand offen.
    Befand sich noch jemand hier oder war sie überhaupt nicht verschlossen gewesen? Sven-Detlef, dessen Pulsschlag sich für Sekunden beschleunigte, lauschte angestrengt und versuchte, seinen Blick zu schärfen, um das Dunkel zu durchdringen. Da er nichts sehen konnte und alles still blieb, wandte er sich wieder seinem Vorhaben zu.
    Vollsatts Beine vergrub er unter dem halbverwilderten Blumenbeet, die Arme unmittelbar neben der Terrasse, den Kopf zwei Meter westlich vom Kirschbaum und den Rumpf zwischen zwei Johannisbeersträuchern. Was ihn zu dieser Ordnung veranlasste, hätte er nicht zu sagen gewusst. Und er hätte nun zufrieden sein können, doch er suchte vergeblich nach dem ebenfalls abgeschnittenen Geschlechtsteil und stieß verhaltene Flüche aus, als die sich ankündigende Morgendämmerung ihn zum Aufgeben zwang.
    Dieser dreckige Köter! Sollte der vielleicht…?
    Wenn tatsächlich, ließ sich daran nichts ändern, und die Dinge nahmen ihren Lauf, so oder so. Der nunmehr gestandene Mörder Sven-Detlef Samotny kehrte zu seinem Haus zurück, stopfte die blutfleckigen Kleidungsstücke in die Mülltonne, die, sollte nichts dazwischenkommen, noch vor dem Mittag geleert wurde, und duschte sich gründlich. Pünktlich um zehn Uhr saß er im Schlossmuseum hinter dem Schalter und blätterte zerstreut und müde in einem Agatha-Christie-Bändchen. An einem sonnigen Tag wie diesem waren kaum viele Besucher zu erwarten.
    Es dauerte nicht länger als achtundvierzig Stunden, bis die übliche Maschinerie anlief. Einer von Norbert Vollsatts Trink- und Lärmgefährten begehrte mehrmals erfolglos Einlass in dessen Haus und benachrichtigte die Polizei. Die Einsatzkräfte verschafften sich auf ihre Weise Zutritt und entdeckten nicht wenige Spuren einer Gewalttat.
    Auf der Suche nach möglichen Zeugen störten sie die nächstwohnenden Nachbarn auf und standen endlich auch vor der Tür des Museumsbeauftragten Samotny.
    „Ich weiß, wen Sie suchen“, sagte dieser spitzbübisch grinsend, noch bevor die beiden Männer grüßen, sich ausweisen und vorstellen konnten. „Wenn Sie mir folgen, zeige ich Ihnen alles.“
    Die Kriminalbeamten hatten bereits viel erlebt und verhielten sich nur mäßig erstaunt.
    „Haben Sie den Mann umgebracht?“ fragte der Ältere geradeheraus, während sie zu dritt das Grundstück des Ermordeten betraten.
    „Selbstverständlich habe ich das getan“, antwortete Sven-Detlef prahlerisch. „Er hat ja alle Leute tyrannisiert mit dem Krach, den er gemacht hat, besonders in den Wochenendnächten.“
    „Das ist kein Grund, jemanden zu töten“, versetzte der Beamte streng. „Sie müssen noch ein anderes Motiv gehabt haben.“
    „Das sagen Sie!“ Der Mörder lachte eckig. „Sie wohnen ja nicht hier.“
    Abrupt blieb er stehen. „Hier müssen Sie graben.“
    Die Beamten sahen sich an.
    „Dazu brauchen wir einen Spaten.“
    „Ich kann Ihnen meinen borgen“, bot Sven-Detlef an. „Wo dieses Saufschwein seine Gartengeräte aufbewahrt hat, weiß ich nicht.“
    „Bedenken Sie Ihre Wortwahl!“ mahnte ihn der jüngere der beiden Männer. „Das wird vor Gericht gegen Sie verwendet.“
    „Na und? Ob ich im Museum sitze oder im Knast, kommt auf dasselbe heraus.“
    Der Mann schüttelte verständnislos den Kopf, warf seinem Begleiter einen weiteren vieldeutigen Blick zu, zückte sein Mobiltelefon und bestellte Verstärkung.
    Nach zwei Stunden hatten sie mit der Hilfe des Mörders sämtliche Einzelteile des Ermordeten gefunden und zusammengetragen.Sven-Detlef übergab ihnen bereitwillig Axt und Eisenstange, und nachdem er ihnen überdies mit den nötigen Erklärungen den erpressten Vertrag ausgehändigt hatte, meinte er, die Beweismittel dürften einstweilen genügen.
    Vielleicht zerbrachen sie sich noch eine Weile den Kopf da­rüber, wo das Geschlechtsteil der Leiche geblieben sein mochte und warum der ungewöhnlich kooperative Täter gerade das nicht zu wissen behauptete. Aber festnehmen mussten sie ihn, und als er die ersehnte Untersuchungshaftzelle bezog, pfiff er eine fröhliche Melodie.
    Trotzdem brauchten sie noch beinahe ein ganzes Jahr, um ihn zu verurteilen. Danach aber erfüllten sich seine Sehnsüchte mit einem Schlag, denn er bekam Lebenslang.
    Das Gefängnis war ein durchaus unterhaltsamer Aufenthaltsort, im Gegensatz zum Museum. Hier gab es Menschen, die zu Sven-Detlef passten und ihn verstanden. Andächtig lauschten sie, wenn er ihnen die grausamen Foltermethoden des Mittelalters schilderte oder über die Feinheiten der Gerichtsmedizin dozierte. Selbst Rauhbeine, die ihn anfangs einzuschüchtern versuchten, bezeigten Respekt, als sie die Einzelheiten seiner großen Tat erfuhren, des spektakulären Mordes, des Zeitungsspaltenfüllers der Region.
    Sexuelle Ambitionen bedrängten ihn nicht sonderlich, und Kriminalromane durfte er weiterhin lesen. Es war ein Jammer, dass er über fünfzig Jahre Leben gebraucht hatte, bis er an diesen Ort gelangte. Hier war er endlich er selbst, hier pulsierte das Leben so, wie es ihm Spaß machte. Dass der Staat es obendrein bezahlte, kam einem köstlichen Witz gleich.
    Obendrein gönnte sich der Gefangene einen besonderen Luxus, nämlich das Tätowieren seiner Hinterbacken. Für den Rest seiner Tage prangte auf ihnen die Zeichnung eines Hundes, zwischen dessen Zähnen ein übergroßes männliches Glied nebst Hodensack klemmte.
    (Aus: Andreas H. Buchwald, Sommertraums Liebesleben und andere Erzählungen, Engelsdorfer Verlag 2007)
    (siehe auch: http://www.andrebuchverlag.de)[hr]
    Der angegebene Band "Sommertraums Liebesleben und andere Erzählungen" enthält unglücklicherweise und nicht gut in dieses Bändchen passend die mythologisch-fantastisch überhöhte Kurz-Familiensaga (auf nur 100 Seiten) "Abrahams Irrtum", die gleichzeitig eine gewisse übergeordnete Sicht der jüngeren Zeitgeschichte versucht (1929-1991 ungefähr).
    Irgendwann soll diese Familiensaga gesondert herausgegeben werden, zumal sie bereits einerseits zu höchstem Lob, andererseits zu heftigster Kritik herausforderte und - wie ich in diesem Forum sehen konnte - tatsächlich eine gewisse Aktualität beanspruchen darf...

    Oho, Abraxas,
    ich hatte mir immer eingebildet, das gebe es im "Westen" nicht. In der DDR ist ja die Denunziation als Tradition fortgeführt worden, was die Stasi weidlich ausgenutzt hat. Aber vermutlich gibt es in unserem Land eine gewisse Sucht, den Nachbarn anzuschwärzen, weil der Neid ein vorherrschender Charakterzug vieler unserer Landsleute ist.
    Das Lied der Ärzte "Lass die Leute reden" ist demnach wirklich noch nicht veraltet und wir müssen mit diesen Erscheinungen weiterhin leben.
    Ich weiß nicht, was man dagegen tun kann. Höchstens so glücklich wie möglich leben, damit man selbst nicht in die Versuchung gerät, andere anzuschwärzen.

    Alles Gute,
    nanabosho

    Zitat von Larah


    Türkisch als zweite Amtssprache und in türkischer Sprache gehaltener Schulunterricht wird eingeführt werden müssen, da die ohnehin schon steigenden Zahlen von Immigranten(-Kindern) ohne Schulabschluss ansonsten noch weiter zu steigen drohen.
    Diese Entwicklungen sind höchst wahrscheinlich, wenn nicht gar absehbar zu nennen.

    Du hast da nur zu recht, Larah; mir fiel nur gerade auf, dass die Überschrift von einer "jüdischen" Kriegserklärung spricht, was mir angesichts der gegenwärtigen Tatsächen erst recht als Anachronismus erscheint, eigentlich lächerlich ist.
    Die Großreligion, die zahlenmäßig die wenigstens - und zwar mit Abstand! - Mitglieder hat, ist die jüdische. Das Land Israel ist eines der kleinsten der Welt, und höchstens ein Drittel seiner Einwohner sind religiös und rassisch gesehen Juden. Die wenigen versprengten "Restjuden" der Welt übertreffen zahlenmäßig nicht mal die Zigeuner. Wer will da wem eigentlich den Krieg erklären? - Ich verstehe nicht, wieso gewaltige Mehrheiten vor verschwindenden Minderheiten Angst haben. Die Idee, dass einige der Juden eventuell amerikanische Bankiers oder Ölmultis sind und über Macht verfügen, die sich finanziell ausdrückt, erscheint mir ebenfalls nicht stichhaltig, weil wahrscheinlich jedem jüdischen Millionär mindestens zwei oder drei andersrassige gegenüberstehen. Also ist allein die Überschrift schon Unfug.
    Was die Muslime betrifft, so sind sie tatsächlich eine ernstzunehmende Macht, und ich verstehe, dass da so mancher nicht nur vor Überfremdung Angst hat.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Oho, die Sache entwickelt sich wieder neu, wie ich sehe!
    Und Odessa ist durchaus für Überraschungen gut.
    Vielleicht mal folgende Überlegung: Auch die Germanen sind mal Einwanderer gewesen. Als sie vor hunderten von Jahren aus INDIEN kamen. Sie haben sich gegenüber anderen Völkerschaften meistens mit Hilfe von Kleinkriegen durchgesetzt. Ähnliches ist mit sehr vielen Völkern im Laufe des Bestehens der Welt passiert. Begegnung mit Anderen ist immer beides: Herausforderung und Reichtum.
    Aus wiederum "übergeordneter" Sicht müsste man einsehen, dass jedes ICH, das einem DU begegnet, das Gleiche durchmacht: Herausforderung und Reichtum. Die universelle Energie strebt immer nach einem Ausgleich. So liegt es außerordentlich nahe, dass jeder, der unbewusst eine Partnerschaft eingeht, seinem Spiegelbild so begegnet, dass er gezwungen wird, seinen Schatten wahrzunehmen. So würde z. B. ein Vielredner auf eine schweigsame Frau treffen oder umgekehrt, um eher ein banales Beispiels zu nennen. Oder ein Macho und Paschatyp tut sich mit einer Frau zusammen, die ihr Unterwürfigkeits- und Opferbewusstsein lebt.
    Bei Staaten geschieht das ähnlich, und es hat seinen Sinn. Entwickelt haben wir uns erst, wenn wir das jeweils Anderes, das Fremde, das wir ablehnen, integriert haben. Alles, wogegen ich mich wehre, wird mich umso mehr verfolgen. Was ich akzeptieren kann, vor und von dem bin ich frei. Im Kleinen wie im Großen.
    Je mehr wir uns gegen Einwanderer wehren, desto mehr werden sie zu uns strömen und uns möglicherweise erdrücken. Dass Deutsche beispielsweise nur sehr wenige Nachkommen erzeugen, Türken jedoch umso mehr, liegt an deren Haltung zur Familie, die unsereiner eben nicht mehr hat. Das werden wir weder mit Diskussionen noch anderen Kämpfen ändern. In einer kapitalistischen Wirtschaft sind junge Leute jedoch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor und zwar weniger als Arbeitskräfte, sondern vor allem als Konsumenten.
    Alte Leute verändern nichts mehr, schrauben ihre Bedürfnisse herunter usw. usw., junge hingegen sind viel leichter von Scheinbedürfnissen verführbar. Schon deshalb wird man maßvoll mit Ausweisungen vorgehen. Es hängt immer alles mit allem zusammen, und wenn man bei einem nicht sonderlich stabilen Haus auch noch einen tragenden Balken wegnimmt, stürzt das Ganze schnell zusammen.
    Wir könnten anders mit der Sache umgehen. Und zwar selbstbewusster auftreten. Unsere Lebensäußerungen nicht von irgendetwas Äußerem einengen lassen. Um vorzubauen, dass nicht eines Tages statt des Grundgesetzes die Scharia herrscht. So ist es eine berechtigte und faire Forderung, dass Einwanderer die deutsche Sprache lernen sollen. Es ist weiterhin berechtigt, dass sie sich nach unseren Gesetzen richten müssen, nach denen j e d e r Mörder verurteilt wird, ob er nun aus "Ehre" gehandelt hat oder Raffgier.
    Selbstbewusstsein heißt aber nicht, gegen jemanden zu kämpfen, sondern selbst den eigenen Raum einnehmen. Dadurch sehen die Anderen ihre Grenzen. Und werden keinen von uns verspotten. Ein wahrhaft seines Selbst Bewusster kann nicht verspottet, meistens nicht einmal erfolgreich angegriffen werden. (Kampfsport-Erkenntnis)
    Also: Bälle flach halten und sehen, was wirklich gegenwärtig Sinn macht und wo der Unfug beginnt.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Nun ja, waterbrunn,

    für mich war das Erschütterndste, dass jemand, der am liebsten nur "ethnisch hochstehendes" haben will und sich selbst vielleicht da einordnet, nicht mal einen Bruchteil an Ironie versteht. Und die Voraussetzung, dass Menschen überhaupt friedlich nebeneinander oder sogar miteinander leben, ist u. a. Humor. Das sture Gegeneinanderhauen mehr oder weniger wissenschaftlicher Beweise und Basisargumente ist eine Art verbaler Krieg und führt niemanden zu neuen oder besseren Erkenntnissen.
    Hätte nie gedacht, dass derartige Themen noch immer so viel Zündstoff erzeugen und frage mich manchmal, warum.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Zitat von mayanan

    jeder soll so leben, wie es ihm guttut. aber ... in vielen fällen trägt er dabei zur schädigung der umwelt bei.

    ich persönlich könnte niemals ein tier töten, solange noch andere nahrung vorhanden ist (und unsere supermärkte bieten mir ja ne menge veganes). also verlange ich es auch nicht von anderen und verzichte auf den konsum von produkten, bei dem tiere und menschen leiden. ich kann zwar nicht nachvollziehen, warum das andere nicht so sehen, aber ich muss es akzeptieren.

    Nun, mayanan,
    die Diskussion ist deshalb uferlos, weil jemand, der etwas für sich selbst als gut empfindet, gern Gefährten um sich sammelt und deshalb zuweilen missionarisch daherkommt, weil er meint, seine für ihn selbst gültigen Gründe genügten, um den Rest der Welt zu überzeugen.
    Wie ich schon andeutete, auch Vegetarier oder Veganer - ich selbst esse nur sehr selten Fleisch, aber nicht aus Prinzip, sondern weil es mir nicht schmeckt - brauchen ein wenig Toleranz. Ein Nordlandbewohner findet u. U. kaum Pflanzen, um sich zu ernähren und ist gezwungen, entweder Tiere (Robben, Schneehühner, Rentiere) zu töten oder in südlichere Gefilde auszuwandern.
    Das Argument mit dem Töten zieht nicht, weil auch Pflanzen Lebewesen sind und feinsinnige Leute sogar behaupten, sie könnten manche Pflanzen schreien hören. Es ist die Frage, w i e man tötet.
    Die Indianer meinten, jeder Büffel kenne seine Bestimmung und haben sich feierlich bei dem Geist des Büffels bedankt, sobald sie einen erlegt hatten. Nur diese Art des Umgangs mit der Natur geht uns ab, es ist nicht die Tat selbst, die das Problem brächte.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Danke, waterbrunn,

    es macht mir Spaß, deine Zeilen zu lesen. Und es stimmt schon: Wenn ihr mich hier allmählich kennenlernt, werdet ihr wahrscheinlich feststellen, dass zwischen meinen Zeilen nur zu oft die Ironie oder andere nicht ganz ernstgemeinte Effekte lauern.
    Mein Beitrag ist da eher ein wenig schwach gewesen, weil ich lieber mehr englische Ausdrücke hineingestreut hätte, aber ich fragte mich - folgerichtig -, ob dann überhaupt noch verstanden werden kann, wie es gemeint ist.
    Die englischen Ausdrücke erlauben einem Menschen, der mit deutscher Muttersprache aufgewachsen ist, einen größeren Abstand zu sich selbst. Ein gutes Beispiel wäre, dass man mal auf sein Gefühl achtet, wenn man zu einer Frau sagt: "Ich liebe dich." Auf deutsch. Es kann sein, dass man dabei noch richtig rot wird.
    Wenn man aber auf englisch sagt: "I love you", kann man sich von den eigenen Worten viel leichter distanzieren; sie sind eben nicht so nahe mehr. Vielleicht wollten sich Menschen, die Denglisch vorziehen, auch nur etwas mehr von ihren eigenen Worten distanzieren können - also auch: leichter und unauffälliger lügen...
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Zitat von jo


    Ich glaube Deutschland ist das einzige (zumindest mir bekannte) Land, das seine Sprache derartig vernachlässigt. Selbst an Künstlern geht dieses Phänomen nicht vorbei,

    Dem ist leider tatsächlich so, da ist mir auch schon viel aufgefallen, da ich ja auf dem Feld der Literatur einigermaßen zu Hause bin und mir manchmal die Haare zu Berge stehen, wenn ich in manche Romane oder Erzählungen moderner deutscher Autoren reinschaue.
    Man kann da irgendwie nichts machen, vielleicht werden sie sogar durch Verlage ermutigt. Das einzige, was ich tun kann, ist, bei meinem eigenen Schaffen die Möglichkeiten der deutschen Sprachen weitgehend auszuloten, und bisher ist es mir wohl auch einigermaßen gelungen.
    Ich fürchte aber fast, dass ein gewisser Teil des Wortschaftzes selbst bei studierten Germanisten und Journalisten bereits in Vergessenheit geraten ist, sonst könnte ich mir manche Phänomene gar nicht erklären.
    Vielleicht ist das Ganze auch eine Misbalance, die nach dem zweiten Weltkrieg entstanden ist und sozusagen eine Gegenreaktion zu dem übersteigerten Nationalismus darstellt, die vorher herrschte. Es dauert eine Weile, bis die Sache wieder in Balance kommt.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho[hr]

    Zitat von jo


    Ich glaube Deutschland ist das einzige (zumindest mir bekannte) Land, das seine Sprache derartig vernachlässigt. Selbst an Künstlern geht dieses Phänomen nicht vorbei,

    Dem ist leider tatsächlich so, da ist mir auch schon viel aufgefallen, da ich ja auf dem Feld der Literatur einigermaßen zu Hause bin und mir manchmal die Haare zu Berge stehen, wenn ich in manche Romane oder Erzählungen moderner deutscher Autoren reinschaue.
    Man kann da irgendwie nichts machen, vielleicht werden sie sogar durch Verlage ermutigt. Das einzige, was ich tun kann, ist, bei meinem eigenen Schaffen die Möglichkeiten der deutschen Sprachen weitgehend auszuloten, und bisher ist es mir wohl auch einigermaßen gelungen.
    Ich fürchte aber fast, dass ein gewisser Teil des Wortschaftzes selbst bei studierten Germanisten und Journalisten bereits in Vergessenheit geraten ist, sonst könnte ich mir manche Phänomene gar nicht erklären.
    Vielleicht ist das Ganze auch eine Misbalance, die nach dem zweiten Weltkrieg entstanden ist und sozusagen eine Gegenreaktion zu dem übersteigerten Nationalismus darstellt, die vorher herrschte. Es dauert eine Weile, bis die Sache wieder in Balance kommt.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Hallo, Freunde,
    die Sache ist ja in merkwürdige Kanäle gegangen. Wie weit bringt es uns denn voran, wenn wir entscheiden wollen, welche Art Mensch (rassenmäßig) einer Zukunft würdig ist und welche nicht? Überall auf der Welt, wo man versucht hat, dergleichen zu entscheiden, gab es ohnehin nur Quälerei, Mord und Totschlag. Zwar ist es gut möglich, dass - da wir in der Polarität leben - auf eine gewisse Friedensperiode wieder eine Kriegsperiode folgen wird, und diejenigen, die trotzdem den Frieden vorziehen, sich um günstige Auswanderungsziele bemühen müssen. Aber auch diejenigen, die den Krieg vorziehen, haben jetzt gleich schon gute Alternativen und könnten sich darum kümmern, bevor sie lange auf einen Bürgerkrieg innerhalb Deutschlands warten müssen. Soviel ich weiß, sind Afghanistan-Flüge zur Zeit nicht übermäßig teuer, und wer regulär am Einsatz der Bundeswehr dort teilnimmt, verdient mächtig viel Geld (wobei er natürlich ein wenig Glück braucht, um es ausgeben zu können). Vielleicht sind die Afghanen rassisch nicht übermäßig hochstehend, aber sie fackeln nicht lange, wenn es darum geht, jemanden abzuknallen, schätze ich. - Und für gute Muslime ist es ein gutes Werk, Ungläubige ins Jenseits zu befördern, habe ich mir sagen lassen! So wie es für Arier ein Verdienst ist, den Heldentod zu sterben.
    Viel Vergnügen wünscht dazu
    nanabosho

    Hallo, Freunde,
    ich möchte hier mal auf eine Organisation hinweisen, die sich ARTABANA Deutschland e.V. nennt. Sie ist eine Alternative zum bisherigen Krankenkassensystem und könnte eine Zukunftsmöglichkeit sein.
    Abgesehen von einer Dachorganisation bestehen im ganzen Land etwa 180 regionale Gruppen (nach dem, was mir zuletzt bekannt war) und noch weit mehr Mini-Gruppen (max. 20 Leute), die ARTABANA ausmachen.
    Es gibt keine Verwaltungsgebäude, weil das bisschen Verwaltung, welche in den kleinen Gruppen nötig ist, durch ehrenamtliche Schatzmeister geleistet werden kann.
    Jeder schätzt, was er im kommenden Jahr an Arztkosten brauchen wird und zahlt dementsprechend ein. 60 Prozent zur eigenen Verwendung, 40 Prozent Sozialfond. Was ich nicht verwende, kann ich am Jahresende wieder aus dem Topf herausnehmen oder eben drin lassen, je nachdem. Es ist mein eigener Fond für Arzt- oder Heilpraktikerbesuche.
    Wenn ich mehr brauche, stelle ich einen Nothilfeantrag und das Geld wird mir geschenkt oder geliehen. Aus dem Solidarfonds. Wenn es die Möglichkeiten der Gruppe übersteigt, springt die Landesgruppe ein oder ARTABANA Deutschland selbst.
    Aber: Um aufgenommen zu werden, muss ich die Gruppe langsam kennenlernen und glaubhaft darstellen, dass ich meine Gesundheit in die eigene Verantwortung nehmen will. Angestrebt wird: Alternative Methoden haben Vorrang gegenüber denen, die noch Pharmazie verwenden. Im Ernstfall kann die Hilfe für eine Chemotherapie bei Krebs verweigert werden, während sie für ein begleitetes Fasten - bei Krebs nachweislich sehr erfolgreich - so gut wie immer geleistet wird.
    Man begegnet sich häufig und tauscht sich aus. Wer Heilpraktiker ist und in einer ARTABANA-Gruppe drin, hilft uneigennützig. Meistens. Manchmal gibt die Gruppe trotzdem.
    Die rechtliche Anerkennung ist noch nicht durchgeboxt. Die Krankenkassen lassen ihre Mitglieder auch nicht einfach frei. U. U. geben sie aber auf, wenn man nicht mehr zahlt. Es ist also noch ein Wagnis, n u r bei ARTABANA zu sein.
    Manche Gruppen sind noch ungefestigt und es gibt öfter Streit. Aber mir scheint, dass die Richtung allemal klar ist.
    Was haltet ihr von der Sache? Falls ihr sie noch nicht kennt?
    Viele Grüße,
    nanabosho

    Zitat von Odessa


    Ich möchte unter ethnisch und charakterlich hochwertigen progressiven Europiden leben und nicht inmitten fremder Varianten die hier nicht hergehören oder die irgendwie primitiv oder reduziert-infantil sind. Das gehört für mich zur Lebensqualität dazu. Ich habe nunmal diesen Anspruch.

    Nun, mit Verlaub, Odessa,

    die Art und Weise Deines Schreibens lässt in mir allerdings einige Zweifel aufkommen, inwieweit Du selbst "ethnisch und charakterlich hochwertig" genannt werden kannst, von "progressiv" zu schweigen. Was ist eine "fremde Variante"? Eine "ethnische und charakterliche Hochwertigkeit" könnte sich schon mal daran beweisen, dass man ernsthaft auf angesprochene Themen eingeht und nicht bloß mit Schlagworten um sich wirft, die ohnehin von jedem anders verstanden werden können.
    Was hast Du denn für eine Vorstellung vom "alten Deutschland", in dem es mal "besser" war? Möchtest Du lauter Blonde und Blauäugige, 1,80 große, eichenfeste Germanen um Dich haben? Der alte Hitler, der das mal anstrebte, fiele glatt selber durch dieses Raster, war er doch ziemlich klein und schwarzhaarig, wahrscheinlich etwas schwächlich und auf jeden Fall Halbjude.
    Was stellst Du Dir also vor?
    Ich freue mich über selbstbewusste Landsleute, die ihre - durchaus sehr unterschiedlichen - Interessen verfolgen und Menschen aus anderen Nationen mit angenehmer Freundlichkeit begegnen. Das schafft Vertrauen.
    Das Menschen, die auf Dauer in Deutschland leben, auch die Gesetze des Landes achten müssen, ist eine völlig andere Frage, und da sind wir uns bestimmt locker einig.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho