Beiträge von nanabosho

    Danke, Cherub,
    erstklassig, die Seite kannte ich noch nicht. Habe ein wenig dazugelernt, da ich Nanabozho oder Nanabosho nur in Wolfsgestalt (wenn überhaupt Tiergestalt) kenne, und zwei bei den Ojibwa. Ich wusste nicht, dass er bei fast allen Algonkin-Stämmen bekannt war (ist), und auch in anderen Abwandlungen (Großer Hase!).

    Danke,
    nanabosho

    Zitat von Cherub


    Schöpfungshäsin

    Du hast doch nicht etwa recherchiert, Cherub!

    "Schöpfungs" ist schon mal erstklassig, aber wie kommst Du auf "häsin"? Wikipedia gibt eigentlich ganz ordentlich Auskunft (die unterschiedliche Schreibweise ist sowieso ok, sieh mal bei "nanabozho"). Nicht, dass ich mich nicht so nennen lassen würde... - aber interessieren würde mich schon, ob Du vielleicht etwa einer Fehlspur gefolgt bist; oder ob ich es bin, der zu ungenügend über die Ojibwa informiert ist.
    Das es noch genug von diesem Stamm auch heutzutage noch gibt, weicht das auch nicht allzusehr vom Thema ab.

    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Nicht schlecht, Freunde (außer Cherub, der hat mir noch nicht mitgeteilt, wie er angeredet werden möchte),

    ich sehe, da kommt ein ziemlich fruchtbares Gespräch zustande. Irgendjemand hatte mich hier mit etwas zitiert und gleich gefragt: Was willst du also? Ich dachte, dass es nicht so schwer zu erkennen ist. Ich wollte zeigen, dass das HEUTE, das HIER, die GEGENWART eben, auch so ein paar gute Seiten hat, wenn sie auch nicht 100%ig sein mögen, wenn sie mancher auch nur sehr eingeschränkt empfindet (räume allemal gerne ein, dass sämtliche aufgeführten Faktoren relativ sind), aber es gibt eben Angenehmes.
    Überhaupt ist GUT relativ. Wenn ich dieses Wort benutze, meine ich bis auf wenige Ausnahmen: leicht, frei, angenehm, wohltuend, physikalisch gesehen: im Ausdehnen begriffen.
    Wenn ich SCHLECHT benutze, meine ich: schwer, einengend, quälend, unangenehm, schmerzvoll, physikalisch gesehen: im Zusammenziehen begriffen.
    Nur das zur Begriffsklärung; es ist ja normal, dass jeder andere Vorstellungen bei der Benutzung ein und desselben Wortes hat.
    Odessa:
    Mich wundert, dass du ein Problem mit Muslimen hast, wie eine Deiner Zeilen durchblicken ließ. Das sind doch diejenigen, die Deine Werte hochhalten: Pflicht, Ehre, Würde und so.
    (Ich halte es eher für gefährlich, dass so viele in unserem Land leben, weil sie es in eben die Richtung dieser Werte, die ich keineswegs teile, lenken könnten.)
    Na, das nur nebenbei. Ich freue mich, dass ihr über diese wenigen Punkte allemal so viel Stoff gefunden habt zum Diskutieren.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Zitat von Cherub

    Keine Einlassung auf konkrete Darstellungen,wie z.B Photograhie und deren Techniken im 18 Jahrhundert und die Auswirkungen auf das Bild.

    Holla, Bundesladenwächter!
    Nicht eingegangen, meinst Du? Geht etwa Odessa auf alles ein, was von mir kommt? Es ist ohnehin Sitte in einem - nicht nur diesem - Forum, einen Satz aus dem Zusammenhang zu reißen und dann zu zerpflücken. Ich möchte mich da gerne drauf einstellen.
    Was sollte ich denn zur Photographie schreiben? Natürlich weiß ich, dass die Leute da länger stehen mussten. Aber dadurch verändert sich eines trotzdem nicht: Der Grundausdruck, der in der Körpersprache liegt. Jeder Körper, nicht nur jedes Gesicht, strahlt etwas bestimmtes aus. Was sich in Wahrheit nicht verleugnen lässt, denn der Körper ist ehrlicher als der Verstand desselben Menschen. D. h., es kann mir einer sonstwas erzählen, wenn sein Körper das widerlegt. Dann glaube ich ihm nicht, dann glaube ich dem Körper. Viele tun das sogar unbewusst.
    Wer beispielsweise in unterwürfiger Haltung zu einem Bewerbungsgespräch geht, muss damit rechnen, dass er den Job nicht kriegt. Und da gibt sich der Mann hinter dem Schreibtisch, der ihn ablehnt, nicht mal Rechenschaft darüber, dass die Sache an der Körpersprache des Bewerbers lag.
    Es mag ja sein, dass viele Menschen Fotos nicht so genau ansehen. Vor allem Schwarz-Weiß-Fotos sind ziemlich unbestechlich, die sagen sehr, sehr viel. Die Sache auf die Technik zu schieben ist eine fadenscheinige Ausrede. Odessa wie auch jeder Andere empfindet sehr gut, dass die 9 Punkte, die anfangs aufgeführt wurden, kaum bestritten werden können, hat aber das Gefühl, ihr Gesicht zu verlieren, wenn sie mir zustimmen würde. Oder wenn sie das, was sie bisher geschrieben hat, durch neue, andere Einsichten und Denkweisen verändern würde. (Ihre Art zu schreiben gibt mir allerdings die Vermutung, dass sie nur so tut, als sei sie weiblich, denn sie denkt extrem männlich; vor allem die Art, wie sie ihren Frust ausdrückt, ist ausgesprochen männlich.)
    Und was maky betrifft: Nun, da kam etwa dasselbe wie von Odessa, nur schwächer ausgedrückt, also mit erheblich weniger Kraft. Intellektuellen Argumenten glaube ich sowieso nicht, sondern nur Personen bzw. Persönlichkeiten. (D. h., der Ausstrahlung, die von jemandem kommt. Und in einem Forum steht die zwischen den Zeilen.)
    Einen schönen Tag wünscht
    nanabosho

    maky,
    Deine Kritik der Gegenwart ist gemessen an der Odessas zu zaghaft; deshalb habe ich nicht auch noch Deine Zeilen auseinandergenommen. Wenn zwei Kanonen in ein und dieselbe Richtung schießen und nur eine ist scharf geladen, braucht man nur die Kugel der scharf geladenen abprallen lassen.
    Also, beim nächsten Mal: Richtig drauf, ohne Gnade!

    Alles Gute dazu wünscht
    nanabosho

    Zitat von xxCommander

    Darf ich mir deinen Text für meinen privaten Newsletter leihen, nanabosho? :)

    Darfst Du schon, Commander,
    aber ich wette, ich bin nicht der Erste, der das bemerkt hat und niederschreibt.
    nanabosho[hr]

    Oh, Odessa,
    ich sehe ein, dass ich Deinen Blick niemals auf etwas Angenehmes oder Gutes richten kann. Denn man versteht auch nur, was man verstehen will.
    Und was die Witze betrifft: Das wäre mir neu, wenn Du Deutschland meinst. Ich kann mir vorstellen, dass es einen Gerichtsprozess geben kann, wenn sich irgendjemand durch einen Witz persönlich beleidigt fühlt, aber so meinte ich das nicht. Ich weiß von Leuten, die für einen in der Kneipe erzählten politischen Witz nach Sibirien geschickt wurden (DDR, 50er Jahre), in ein GULAG.
    Deine Meinung bezüglich Frauen werden vermutlich höchstens 0,3 % der heute in Deutschland lebenden Frauen teilen; wenn ich die islamischen mal ausnehme. Für diese nämlich mag Deine Einschätzung zutreffen. Und das mit den 90 Prozent Pornoguckern ist eine Unterstellung, die allein aus Dir kommt, also Deiner persönlichen Frustration entstammt.
    Wenn ich Deine Zeilen lese, frage ich mich, was Dir geschehen ist, stelle mir vor, dass Du Dich vielleicht in selbstgewählte Einsamkeit verkrochen hast und die ganze Welt verfluchst.

    In jeder Zeit auf jedem Platz dieser Erde gibt es i m m e r Positives u n d Negatives. Es gibt den Tag nicht ohne Nacht. Ganz gleich, ob Vergangenheit oder Gegenwart: i m m e r gibt es b e i d e Seiten der Medaille, positiv und negativ ist i m m e r relativ. Wir haben - ebenfalls immer - die Wahl, worauf wir unsere Blicke insbesondere richten. Wenn es uns Spaß macht, können wir gern die dunklen Seiten einer Sache, einer Zeit, eines Landes, einer Stadt betrachten und beschwören, gebannt darauf starren. Wir können aber auch unseren Blick wenden und die a n d e r e Seite betrachten.
    Der Unterschied zwischen Dir und mir besteht im Grunde nur darin, dass Du gern die eine Seite betrachtest und ich lieber die andere. Mir scheint nur, dass Dir Deine Betrachtungsweise weniger gut tut als mir meine.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho[hr]

    Zitat von Cherub

    Bei uns im Ruhrgebiet benutzt man den Terminus : "Hallo Freunde" , in einer Ansprache an eine Gruppe ,sei es nun schriftlich oder mündlich,um diese von vorneherein herabzustufen und sich selbst als Oberlehrer darzustellen.
    Es ist quasi eine Mißachtung der angesprochenen Gruppe . Etwas anderes wäre die Ansprache mit : : "Liebe Forengemeinde".Dies würde nach der hiesigen Auffassung eine nett gemeinte Anrede darstellen.

    Obwohl ich befürchte, mich hier mit völligem Nonsens beschäftigen zu sollen - ich erlag dummerweise der Vermutung, hier in ein t h e m e n bezogenes Forum zu schreiben -, will ich trotzdem mal antworten.
    Bevor ich hier an jedem Thema lang gehe und jeden Einzelnen, der hier geschrieben hat, mit Namen nenne, halte ich es für gut und einfach, einen Sammelbegriff zu verwenden. "Freunde" scheint mit keineswegs schlecht und von oben herab, da ich mit der Auffassung groß geworden bin, dass ein "Freund" einer ist, dem ich freundlich gegenüberstehe und gerade nicht in einer "Gefälle-Beziehung". Ich habe nun vorausgesetzt, dass ich, obwohl ich noch keinen hier gesehen habe, nicht unbedingt annehmen muss, hier von Feinden umgeben zu sein. Das wäre der Gegensatz eines Freundes. Ich glaube, da würde mir jeder Professor der deutschen Sprache recht geben. "Liebe Forengemeinde" ist deshalb in meinen Augen Nonsens, weil es klingt, als wäre ich Pfarrer in einer Kirche und hielte eine Sonntagspredigt von der Kanzel (also: von oben herab). Eine solche Anrede ist auch unecht, sie hat auch in geschriebenem Zustand einen salbungsvollen Klang. Mit unechten - also: falschen - Sachen kann ich nicht gut umgehen.
    Also: Wenn man bei uns in Sachsen "Freund" sagt, meint man "Freund", auch wenn das ungewöhnlich erscheint.
    Wenn es Dir lieber ist, nicht "Freund" genannt zu werden, sondern etwa "Kumpel" oder "Mitkämpfer" oder "Gartenzwerg", dann stell einen Antrag - aber bitte schriftlich, wie in Deutschland üblich! -, und ich werde überlegen, ob ich dem stattgeben kann.
    Also, verehrter Bundesladen-Wächter: Bälle flach halten!
    Herzliche Grüße,
    nanabosho[hr]

    Zitat von Abraxas


    Nein cherub, aber als Admin muss man ja auch moderierend eingreifen, damit Diskussionen wieder auf die Sachebene gehen und nicht ins persönliche gleiten,
    wie es in der Hitze des Gefechts von Debatten schonmal passieren kann.

    Nun ja, Abraxas,

    du brauchst Dir auch nicht so viel Mühe geben, mich etwa in Schutz zu nehmen. Um mich zu beleidigen, müssen schon Bäcker kommen und keine Brötchen.
    Lass die Jungs und Mädels nur machen.
    Und sei herzlich gegrüßt von
    nanabosho

    Hallo, Freunde,

    nach allem, was ich bisher hier in diesem Forum las, möchte ich gern mal das Thema GEGENWART in den Raum stellen. Vielleicht lässt sich herausfinden, warum man hier so ausgesprochen "rückwärtsblickend" zu sein scheint.
    1. Habt Ihr Euch mal Fotos aus den 20er, 30er, 40er Jahren angesehen? Die trüben, traurigen, kalten Gesichter? Und sie neben Fotos von heute gelegt?
    2. Ist Euch bewusst, dass es in dem Gebiet, das wir bewohnen, schon über 60 Jahre lang keinen Krieg gegeben hat?
    3. Ist Euch trotz aller Unterschiede und der vielbeschworenen "Schere zwischen Arm und Reich" bewusst, dass die durchschnittliche Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum extrem viel höher ist als in jenen Jahren?
    4. Ist Euch klar, was es bedeutet, n i c h t für einen Witz ins Gefängnis zu müssen, den man etwa über einen Politiker reißt?
    5. Haltet Ihr es für schlimm, dass Frauen heute selbstbewusst und selbstbestimmt leben (was sie übrigens schöner macht)?
    6. Ist Euch aufgefallen, dass der allgemeine Lichteinfall - d. h. die Fensterfläche - der meisten heute existierenden bzw. bewohnten Häuser viel, viel größer ist als damals?
    7. Habt Ihr bemerkt, dass die Musik lockerer, heiterer, beschwingter, fröhlicher geworden ist seitdem?
    8. Findet Ihr es schlimm, dass die meisten jungen Männer heutzutage leben wollen und nur noch wenige vom Heldentod träumen?
    9. Ist euch aufgefallen, dass selbst "arme" Leute heutzutage Segnungen nutzen, die früher undenkbar waren: Handys beispielsweise, Fernseher oder sogar Autos (wenn auch zuweilen schon sehr alte und gebrauchte)?
    Das soll genügen, obwohl ich die Liste noch lange fortsetzen könnte...

    Bei allen neuen Herausforderungen, die die Gegenwart mit sich bringt: Ist sie nicht die beste Zeit, die wir je hatten?

    Meint
    nanabosho

    Zitat von Odessa

    zum Thema Linkshänder: Warum enthalten alle alten Fechtbücher vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert ausführliche Abschnitte darüber wie man Linkshänder unterrichtet oder wie man gegen Linkshänder kämpft? Weil man ihnen nicht das Linkshänder-Sein erlaubte?
    Nanabosho ich glaube du hast ein einseitig zu negatvies Bild über die Vergangenheit.
    Nicht alles was neu ist ist automatisch gut, nicht alles was alt und bewährt ist, ist schlecht.
    Zum Thema Kleidung: ich finde die heutige Kleidung gräßlich, so was schlimmes finde ich zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte. Sie ist formlos, geschmacklos, billig und banal, globale Wegwerfkleidung für die globale Wegwerfgesellschaft.
    Bei der Kleidung früherer Zeiten ging es darum Würde und Stil zu unterstreichen, zum Ausdruck zu bringen.

    Na gut, Odessa, weil Du's bist:

    In Deutschland wurden seit Jahrhunderten geborene Linkshänder auf rechts getrimmt, im Unterschied zu England beispielsweise, das schon lange eine Linkshänder-Kultur hat; man fährt da ja auch links. D. h., die kleinen Kinder bekamen zwangsweise ihren Löffel immer wieder in die rechte Hand gedrückt, so dass sie sich irgendwann nicht mehr trauten, ihrem inuitiven Gefühl zu folgen. Fechtschulen wollten Fechter erziehen und möglichst geschickte. D. h., sie mussten alle "verkappten" Linkshänder einigermaßen umerziehen und das Können der Rechtshänder erweitern. Das ist normal und sportbedingt, hat nichts mit der gesellschaftlichen Tendenz zu tun.
    Was die Kleidung betrifft:
    Erstens halte ich es mit der Bibel: "Wir haben nichts in diese Welt gebracht, wir werden auch nichts hinausbringen." Was bedeutet, dass Kleidung im Höchstfall - also existentiell gesehen - nur Schutz vor Kälte ist, kaum mehr.
    Zweitens hat die sogenannte Zivilgesellschaft seit langem so einen gewissen Mummenschanz eingeführt, damit Kleider Leute machen können. Kleidung dient also zur Maskierung des Tatsächlichen, und da auf dieser Welt zumeist jeder als eines jeden Feind und Teufel empfunden wird, versucht man sich hinter Masken zu verstecken, und die Kleidung ist ein Teil davon. WÜRDE und STIL sind Konstrukte der Maskenbildner, also einer entsprechenden Gesellschaft. Eine natürliche, also angeborene, dem Menschen ureigene Würde könnte entstehen, wenn er tatsächlich das lebt, was er ist, wozu er in diese Welt gekommen ist. Und es gibt nicht so sehr viele, die das tun, weshalb viele Dinge zugegebenermaßen würdelos ablaufen. Kleidung ist aber künstlich und hilft nicht wirklich.
    Außerdem engt sie ein.
    Mode mag Geschmackssache sein ansonsten. Aber wenn ich in der Vergangenheit lebe, um der Gegenwart zu entkommen, lebe ich eigentlich gar nicht. Denn nur die Gegenwart IST. Und da eines jeden Welt tatsächlich so ist, wie er sie empfindet, gibt es kein Argument dagegen. Deine Welt, Odessa, ist praktisch genau so, wie Du sie im Grunde genommen haben willst. Es gibt keine "objektiv existierende" Welt.
    Für mich ist die Vergangenheit vor allem deshalb duster, weil sie vergangen ist. Und weil ich das, was die alten Leute von ihr erzählen, entsprechend meiner Vorstellung nicht berauschend finde.

    Ach so: der Friedensvertrag, von dem hier die Rede war: Wo ist denn der dazugehörige Krieg? Ich brauche für Frieden keinen Vertrag. Verträge werden ohnehin nicht eingehalten, schon gar nicht mit großkotzigen "Weltmächten" wie etwa die USA sich vorkommen oder Russland. (Schon die Indianer konnten ein Lied davon singen, dass keiner der Verträge, die sie mit dem weißen Mann abschlossen, eingehalten wurde.) Im Ernstfall, also wenn tatsächlich ein Land ein anderes erobern möchte, ist ein Vertrag das Papier nicht wert, auf dem er steht. Alles nur Getue, alles nur Alibi. Ein bisschen Show für den kleinen Mann, damit der dem "großen" glaubt.
    Wenn Deutschland sich als Satellitenstaat fühlt, wird es einer sein. Wenn nicht, dann nicht. Vielleicht war es nur für den Wähler, dass Schröder damals seine Teilnahme am Irakkrieg verweigerte, aber ich fand es schon mal gut, dass er den Amis ein NEIN entgegenhielt. Und das ging alles ohne Verträge und ähnlichen Firlefanz.

    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Na ja, Freunde,

    wenn ich das hier so verfolge: Mal angenommen, die Republik, die wir jetzt kennen, würde in die Zustände der Weimarer Zeit oder - noch schlimmer - in die der dreißiger Jahre zurückkehren, was würde das bringen? Für den Einzelnen? Für die vielen verschiedenen Interessengruppen? Für Europa und die Welt?
    Mir käme es so vor, als sollte ich in die Kleidungsstücke meines Großvaters oder Urgroßvaters schlüpfen. Ich glaube kaum, dass ich mich darin wohlfühle.
    Zu der alten Kleidung kommt ja im Allgemeinen die alte Energie, dieses Dumpfe, Düstere, das abgestandene Sado-Maso-Spiel, das nicht einmal Linkshändern ihr natürliches Sein erlaubte.

    Wenn ein souveränes Deutschland entstehen soll, dann ist es mir am liebsten, wenn es sich aus dem HEUTE GEGEBENEN entwickelt. D. h., dass etwas wirklich N e u e s wächst. Vielleicht deutet es sich ja tatsächlich an. Und für diesen Fall ist die Frage nach einer Verfassung wahrlich zweitrangig.

    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Zitat von ultima-thule

    Ich persönlich verzichte auf Glück.Das wird heutzutage mit Zufriedenheit erklärt.Einfach nur Glücksgefühle zu haben und dabei zusehen wie die Mernschheit immermehr versklavt und dezimiert wird ist doch ein Pseudoglück-eine Einbildung,Scheuklappen vor der Realität.
    Zu solchen Glücksgefühlen wollen uns die "Illuminaten"(oder Hochgrad-FM) bringen mit Drogen.So jedenfalls hat sich der HG-FM in dem neuen Buch von J.v. H."Geheimgesellschaften3" geäußert.Schöne neue Welt!!!

    Oho, ultima-thule!
    Meinst Du, dass das eine bessere Alternative ist? Meinst Du, dass Du mit persönlichem Glücksverzicht der sonst unglücklichen Menschheit hilfst? Dass Deine Reaktion auf all die Missstände besser ist oder irgend etwas verändert?
    Im Gegenteil: Wenn Du selbst Dich um Dein persönliches Glück kümmerst, kann wenigstens einer der vielen Unglücklichen glücklich sein! Und Du hättest eine Kerze angezündet in einem Ozean von Finsternis! Eine einzige Kerze könnte schon ziemlich weit leuchten.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho
    P.S.: Ach so: Mit "Glück" meine ich keine sogenannten "Glücksgefühle", die durch Drogen hervorgerufen werden. Das muss man in diesem Forum immer dazu sagen, das habe ich schon gemerkt.

    Zitat von jo

    Ja, vor allen Dingen dann, wenn sie gar nicht existieren.

    Das ist natürlich lustig, jo,

    und amüsiert mich umso mehr, als das Wort "verfassungsfeindlich" in der Bundesrepublik Deutschland ein anscheinend anerkannter Terminus ist. Den z. B. Odessa in dieser Diskussion auch mal anwendete.
    Kommt denn daher das sogenannte Grundgesetz dem Status einer Verfassung gleich? Nun ja, ich würde auch das nicht lesen.
    nanabosho

    Zitat von Odessa


    Ich bezweifle dass die Entfaltungsmöglichkeiten an der Demokratie liegen.

    Nun, Odessa,

    Du könntest beispielsweise mal die Chancen und Entfaltungsmöglichkeiten auflisten, die jemand unter einer Diktatur hat. Und vor allem: Du darfst diskutieren, kannst es auch. Du reagierst nur ein wenig beleidigt auf Widerspruch, das ist alles. Dabei sind das nur Zeilen auf einem Bildschirm und niemand sieht Dein Gesicht. Ich glaube kaum, dass irgend jemand, der das hier liest, Dir die Polizei auf den Hals hetzt, nur weil du Ansichten äußerst, die zart nationalsozialistisch anmuten. Ich z. B. kann mit Sozialismus gut umgehen, habe ihn lange genug erlebt. Deswegen hatte ich ihn auch beizeiten satt. Wer will dich denn "verfassungsfeindlich" nennen, ich etwa? Ich habe die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland noch nie in meinem Leben auch nur abschnittweise gelesen. Schriften dieser Art langweilen mich meistens, obwohl sie bestimmt gut gemeint sind.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Zitat von Odessa


    ihr fühlt und denkt nur aus der Sicht des Untertanen.

    Das nun, Odessa,

    ist - mit Verlaub - Nonsens, jedenfalls, wenn Du mich auch damit gemeint haben solltest. Wenn ich mich nicht in die verschiedensten Rollen einfühlen könnte, wäre es mir unmöglich, als Schriftsteller zu arbeiten. Und da ich bereits auf zahlreiche Leserrückmeldungen und auch Zeitungsrezensionen zurückblicken kann, darf ich wohl doch für mich in Anspruch nehmen, dass ich mich sogar sehr intensiv in andere Rollen einfühle.
    Ich will damit sagen: Ich schätze, Du bist zu besseren Beiträgen fähig und hast es nicht nötig, irgendjemandem dessen Kenntnis abzusprechen.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho[hr]
    Um vielleicht noch etwas nachzuhaken:
    Trotz der Schwächen dessen, was wir "Demokratie" nennen: Es ist die günstigste Gesellschaftsform, zu der wir es bisher auf dieser Welt gebracht haben. Nicht weil sie etwa gerecht wäre, sondern weil sie dem Einzelnen mehr Selbstentfaltungsraum bietet als je eine Gesellschaft zuvor.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Zitat von Abraxas


    dass es gut ist Staatsziele als eine Form der Basis zu haben, unmittelbar danach aber die Umsetzung erfolgen muss, damit Wachstum in diese Richtung entstehen kann.

    Nun, eine Hilfe - sozusagen eine "Krücke" kann eine Verfassung allemal sein. Gerade für die noch nicht so recht "reifen" Geister, da hast du völlig recht, Abraxas.
    Nur ist es verhängnisvoll, zuviel von ihr zu erwarten.

    nanabosho

    Zitat von Anunnaki


    .Die profane Welt hat überhaupt keine Ahnung, was im Hintergrund geschieht. Vieles, das ans Tageslicht kommt ist nur die Spitze vom Eisberg.

    Nun, Anunnaki,
    meinst du denn, sie würden's glauben, wenn sie's wüssten? Ich denke, es kommt nicht darauf an, dass jeder von uns das alles weiß. Es kommt eher darauf an, dass wir uns nicht von jedem Wind hin und her wehen lassen, und das funktioniert am leichtesten, wenn wir uns auf unsere innere Stimme konzentrieren statt auf all die Meldungen, die uns z. T. nur Angst machen sollen und deren Wirklichkeitsgehalt wir andererseits auch meistens nicht nachprüfen können.

    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Nun, Abraxas,
    ich weiß nicht, ob man bei einem relativ eng gefassten Thema so weit ausholen darf, aber man muss es eigentlich. Das Zusammenleben der Menschen in Gesellschaften beruht auf dem "Zusammenleben des Menschen mit sich selbst". Und deshalb liegt es im Argen.
    Eine gute - vielleicht nicht vollkommene, aber einigermaßen befriedigende - Demokratie ist hier und da auf der Welt schon möglich geworden, manchmal nur kurz, manchmal länger, aber unter bestimmten Grundbedingungen. Manche dieser Systeme sind mitten in der Entwicklung, aber trotzdem reifer als andere. (Ich denke vor allem an Norwegen, Schweden, Island, z. T. auch Finnland, auch Kanada, Neuseeland, zu einem gewissen Grad Australien und sogar Brasilien könnte man da nennen. Relativ leicht ist es auf einigen Inseln, solange sie eben richtig Inseln bleiben, Tristan da Cunha z. B. oder die Galápagos, auch die Azoren stehen da gut da.)
    Und der Begriff REIF sagt schon das, was gesagt werden müsste. Für eine funktionierende Demokratie muss man REIF sein, und zwar wenigstens die knappe Mehrheit der entsprechenden Gesellschaft. Und REIF bedeutet im konkreten (Einzel-)Fall:
    Nicht mehr nur von Angst getrieben!
    (Existenzangst, Angst, das Gesicht zu verlieren, Angst, unterlegen zu sein, Angst, nicht genügen zu können usw. usw.) Daher überhaupt erst friedensfähig und einigermaßen tolerant (Toleranz: Akzeptanz des Anderen, des mich u. U. Herausfordernden; nicht: Übernahme oder Nachahmen des Anderen!). Mit Gelassenheit entscheiden, Abwägen, Balance finden. Dem HIER UND JETZT mehr Gewicht einräumen als etwa irgendeiner belastenden Vergangenheit oder einer zu befürchtenden Zukunft.
    Jeder nämlich, der noch mitten in seinen Ängsten steckt - was übrigens legitim ist -, kann nicht voll demokratiefähig handeln.
    Die meisten bisherigen Staatssysteme - und auch die meisten der Wähler - aber verachten die Kräfte, die Weisheit und Gelassenheit ausstrahlen und ins Spiel bringen wollen, geben ihnen oft keinerlei Chance. Zugunsten der Kräfte, die den Kampf jeder gegen jeden noch immer forcieren. Deshalb funktionieren sie nicht demokratisch, sondern nur manipulierend.
    Und deshalb helfen Verfassungen nur sehr wenig.
    Außerdem kann niemand von heute auf morgen plötzlich REIF sein. Es gibt eben nur Wachstum, weshalb alle Umsturzversuche immer nur in größerer Zerstörung endeten.
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Zitat von Abraxas

    Kein Blatt Papier ersetzt jemals das Handeln von Menschen.

    Generell stellt eine Verfassung soetwas wie einen Gesellschaftsvertrag dar,
    auf dessen Basis sich die Menschen eines Landes/Volkes/Gesellschaft einigen,
    um darauf das gemeinsame Zusammenleben zu organisieren.

    Wie wahr, Abraxas!

    Nur scheint mir zuweilen allzusehr, dass eine Verfassung nur so etwas wie ein Alibi nach außen hin bedeutet. Als spezielles Beispiel fällt mir da die amerikanische ein.
    "Wir halten diese Wahrheiten, dass alle Menschen frei und gleich usw. usw."
    Dieser Schriftsatz wurde erstellt zu einer Zeit, während der die Sklaverei innerhalb der südlichen Neuengland-Staaten zunehmend um sich griff und während der ständig irgendwo Indianer von ihren Heimstätten vertrieben oder gleich niedergemetzelt wurden...
    Man wollte also der Welt draußen zeigen: Sehr her, wir sind das erste Land, dass sich nennenswert demokratisch formiert, wir sind das freieste Land der Erde! Wer seid ihr dagegen?
    Für das Innere hatte diese Verfassung keinerlei Bedeutung, höchstens für ein paar abgedrehte Idealisten wie etwa Harriet Beecher-Stowe oder Martin Luther King oder die Träumer der Woodstock-Generation.
    Und wenn ich sonst in die Welt blicke, verstärkt sich mein Verdacht, dass eine Verfassung nichts weiter als die Maske ist, die sich ein Staatswesen aufsetzt, besonders um Wirkung nach außen hin zu erzielen...
    Herzliche Grüße,
    nanabosho

    Nun ja, Freunde,
    ich bin beispielsweise mit der DDR-Verfassung aufgewachsen, die in ihrer letztgültigen Form so gedreht worden war, dass es nicht mal mehr einen deutschen Staat darin gab, sondern nur einen sozialistischen. Und es gab hundert weitere Blödsinnigkeiten, die eben eine Diktatur so drauf hat. Der Menschen durften, wenn sie wollten, sich dagegen aussprechen, und manche hatten den Mut gehabt, bei der Stimmabgabe zur Verfassung mit NEIN zu voten. Da die Kabine nur als Alibi im hinstersten Winkel des Wahllokales stand, war es jedem Beobachter leicht, sich den Übeltäter, der dorthin ging, zu notieren. (Es musste ja vorher der Ausweis kurz abgegeben werden.)
    Das war zwar keine "freie Wahl", wie man das in der sogenannten "Demokratie" nennt, aber es war die Möglichkeit, trotz allem zu diesem Dokument NEIN zu sagen.
    Was in der heutigen Pseudo-Demokratie eben fehlt - die wir damals nichtsahnend bestaunt haben -, ist die Chance zum Volksentscheid. Eine Grundgesetz- oder Verfassungsänderung dürfte nur so durchgehen.
    Ich bin auch sehr gespannt, was bei der Kernkraftwerk-Frage jetzt herauskommt. Lassen die Politiker sich durch die "vier Großen" erpressen, wie es ja ziemlich wahrscheinlich ist, oder treffen sie Entscheidungen, die halbwegs souverän rüberkommen könnten? Man wird wahrscheinlich sehen können, wie sehr sie Marionetten sind. Das Volk selber darf da sowieso nicht mitreden. Nichtsdestoweniger wäre es wahrlich interessant, wie die Mehrheit der Deutschen das sieht.
    Ach so, warum der Bürger sich an irgendetwas halten sollte? Ich zweifle, ob er das sollte. Da die Kleinkriminalität schon immer verfolgt wurde, die große aber fast nie, sind Gesetze allemal irgendwo zweifelhaft bis lächerlich. Eine Gesellschaft, die gut drauf ist, könnte eine gewisse Balance halten, auch ohne Polizei (wie gesagt: eine, die richtig gut drauf ist). Aber soll der kleine Mann sich weiterhin einbilden, dass Stehlen von Übel ist, während Banken das schon immer im großen Stil betrieben haben und dafür von Staats wegen sogar vor dem Untergang bewahrt werden?
    Eine schwierige Sache, findet
    nanabosho

    He, jo,

    wieso ist "gut so wie es ist" denn so übel, egal, welche Schublade Du dafür findest? Ich denke, dass man davon ausgehen kann, dass jeder Einzelne hier auf dieser Welt einfach nur glücklich sein möchte. Deshalb versuchen ja alle, Rezepte dafür anzubieten, ob mit oder ohne Globalisierung. Nun haben einige - wenige - so lange gelitten, dass sie gemerkt haben, dass es keinen Zweck hat, die ä u ß e r e n Umstände verändern zu wollen. Und noch weniger sind dahin gelangt, dass sie es - für sich - entdeckt haben, dass, wenn sie im Gefühl "Es ist alles gut so wie es ist" bleiben, sich die äußeren Umstände für ihr Selbsterleben so gefügt haben, dass sie ringsum die Bestätigung dafür fanden. Deshalb hielten sie den Weg "Erst innen, dann außen" oder sogar "nur innen, das genügt" für glückbringend, denn sie erlebten es so.
    Es verschafft schließlich ein gewisses Gegenwartsbewusstsein, und die Gegenwart ist der einzige Punkt, in dem wir tatsächlich s i n d bzw. l e b e n. Alles andere ist zu weit weg und kostet extreme Anstrengungen, um es zu verändern, falls es überhaupt möglich ist. Und glücklich werde ich dabei schon gar nicht. Mir scheint es aber legitim, nach persönlichem Glücksempfinden oder einer persönlichen Glückserfahrung zu streben, ohne gleich die Welt retten zu wollen.
    Alle Revolutionäre bisher gingen so ran, dass sie gegen einen bestimmten Zustand, ein bestimmtes System rebellierten. Sie haben es getan und was ist passiert, und zwar jedesmal? Das Blutvergießen, die Unterdrückung, Sklaverei, was weiß ich alles, nahm zu. Was sie bei der Gegenseite verdammten und verurteilten, haben sie am Ende selbst in verstärktem Maße getan. Darin kann ich keinen Fortschritt sehen. Und was das Schlimmste ist: Nicht einer von ihnen war glücklich oder hat sich glücklich gefühlt. Das wird an sehr vielem deutlich, und gerade g l ü c k l i c h e Menschen haben niemals das Bedürfnis, irgendjemand anderen zu unterdrücken. Je mehr Leute sich daher erlauben, glücklich zu sein, sich glücklich zu fühlen, mit welchem Grundgedanken auch immer, desto leichter wird es sein, auf dieser Welt zu leben.
    Gegen wahres Glück gibt es kein Rezept, da es ein Zustand außerhalb von Raum und Zeit ist, ohne Angst vor Verlusten und ohne Angst vor dem Tod. Dummerweise auch einer, der nicht vom Verstand vorhergesehen oder geplant werden kann, sondern der in einem bestimmten Entwicklungsstadium erst periodisch, später bleibend eintritt.

    Herzliche Grüße,
    nanabosho