Wie schwer wiegt die »Pille«? - Von den Folgen eines alltäglichen Verhütungsmittel
Wer heute das allgemein akzeptierte "Verhütungsmittel Nr. 1" namens "Pille" kritisch hinterfragt, gerät sehr leicht ins Schußfeld der Kritik. Denn "die Pille" gilt nach wie vor als die sicherste und verantwortungsbewußteste Methode, unerwünschte Kinder zu "verhindern".
Dr. med. Annemarie BANZHAF, Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychosomatik, wagt es dennoch, dieses so bequeme "Austricksen des weiblichen Körpers" aus ganzheitlicher Sicht kritisch zu hinterfragen und plädiert für ein natürlicheres Vorgehen bei der Empfängnisverhütung.
Als ich versuchte, über dieses wichtige Thema meine Gedanken in Worte zu kleiden und aufs Papier zu bringen, fehlte mir vorerst ein passender "Einstieg". Aber die Natur hatte es in diesen Tagen besonders gut mit uns gemeint, alles blühte und duftete im hellen Maientag, und besonders die alten Apfelbäume mit den zartrosa Blüten lösten in mir wie eh und je ein Gefühl jubelnder Freude aus. Da war es mir, als sagte jemand zu mir: "Kannst du immer noch nicht im Buche der Natur lesen, hast du die Sprache so ganz verlernt, die dir in Bildern die Gleichnisse des Lebens zeigt?" Da wußte ich, wie ich das schwierige Thema beginnen sollte...
Jener Überschwang im Blühen der Natur ließ mich schon immer fragen: Warum diese Überfülle? Warum diese Millionen Blüten, die scheinbar nutzlos blühen, weil sie nicht alle Frucht bringen werden? Und auch die Früchte eines Baumes: Wie wenige können ihren Samen, den Keim, tatsächlich in die Erde bringen, damit daraus ein neuer Baum wird? Hat die Natur in der Überfülle denn auch sinngerichtet alles eingeteilt? Würden wir Menschen einem Zweck - in diesem Fall dem Hervorbringen von Früchten zur Arterhaltung - nicht viel "rationeller" gerecht werden?
Ja: Alles, was der Mensch gegenwärtig plant, ist vom Verstand, der "ratio", diktiert und dabei eben rationell. Es richtet sich stets auf einen Punkt und läßt das, was im Umfeld geschieht, fast immer außer acht. Erst wenn die Rückschläge kommen, wird daran gedacht, daß sich alles in einem Lebensraum abspielt, daß in diesem Raum vielfältiges Leben besteht und alles Wirkungen und Rückwirkungen auslöst.
Zurück zum Bild des blühenden Apfelbaums: Er bietet mit seinem Hochzeitskleid Millionen von kleinen Lebewesen Nahrung und Schutz, wobei diese nach dem Gesetz von Geben und Nehmen die Befruchtung vornehmen. Auch die Erntezeit mit ihrem Überfluß bietet Tieren vielfache Nahrung. Alles schmaust froh am Tische der Natur - mit Ausnahme des Menschen: Er nimmt den Überfluß zwar entgegen, der aus dem Blühen und dem Fruchttragen auf ihn zukommt - aber er ist nicht einmal mehr richtig fähig, dafür zu danken. Sein Gemüt, das auch eine Sehnsucht nach Harmonie und Schönheit wachhalten würde, ist verdorrt.
Dabei könnten wir durch die Gabe des Erkennens der Gleichnissprache der Natur viel entnehmen. Auch unsere eigenen Funktionen würden wir nicht mehr nur vordergründig-rationell sehen, sondern darin auch das erkennen, was für den ganzen Menschen dahintersteckt.
Pubertät und Sexualkraft Für den Menschen hat die Sexualität nicht nur den vordergründigen Zweck der Fortpflanzung, wenngleich diese natürlich nur über die geschlechtliche Vereinigung möglich ist. Das, was in einem Menschen geschieht, sobald er in der Pubertät die sogenannte "Geschlechtsreife" erreicht hat, ist vielfältig und ergreift den gesamten Menschen. Besonders seinen innersten, geistigen Kern, der sich sodann unmittelbar mit der Umwelt auseinandersetzen kann. Die Kraft, die in der Pubertät tragend zum Durchbruch kommt, ist die sogenannte Sexualkraft. Sie macht aus dem Mädchen die Frau und aus dem Knaben den Mann.
Und so, wie die Blüten eines Apfelbaumes noch viele andere Aufgaben erfüllen, obwohl sie scheinbar nur zur Fortpflanzung da sind, so dient auch die Sexualkraft des Menschen nicht nur einem einzigen Zweck. Sie erst befähigt uns dazu, die volle Verbindung mit der irdischen Umgebung aufzunehmen, die Umwelt tatkräftig zu "erobern"!
Der Durchbruch der Sexualkraft ist nicht in einigen Monaten abgeschlossen, sondern entwickelt sich stufenweise. Mit der Geschlechtsreife einher geht eine Änderung der Zusammensetzung des Blutes, bedingt durch den sich verändernden Hormonspiegel. Das aber hat nicht nur körperliche Folgen, denn die Zusammensetzung - und damit auch die Ausstrahlung des Blutes - hängt unmittelbar mit der Wirkungsmöglichkeit des Menschengeistes zusammen (siehe dazu "Das Blutgeheimnis", GralsWelt Heft 1).
Wenn man sich mit diesen Gedanken eingehender befaßt, so wird klar, daß jeder Mensch seine eigene und nur zu ihm passende Blutzusammensetzung hat, auch hinsichtlich des Hormonspiegels. Es sind allerfeinste Unterschiede in dem "Cocktail" des Blutes, die das Eigenpersönliche ausmachen.
Deshalb ist ein mutwilliges oder willkürliches Eingreifen in die natürlichen Lebenszusammenhänge, ist eine Verschiebung der Blutzusammensetzung ein Eingriff, der Schäden setzen wird, die sich in erster Linie in den feineren Bereichen auswirken.
»Wundermittel« Pille
Schema des Verlaufs der "Basaltemparaturen", bezogen auf den 28tägigen Tyklus mit ungefährer Höhe der zweiphasigen Hormonkurve
Die "Pille" erfreut sich heute einer großangelegten Propaganda. Alle bekannten Nebenwirkungen der "hormonellen Kontrazeption", der Empfängnisverhütung, werden verharmlost. Dabei spricht man hauptsächlich von körperlichen Nebenwirkungen, denn was sollte eine nur funktionell denkende Schulmedizin auch sonst noch beobachten? Ihr ist höchstens ein "Stimmungsbarometer" bekannt, das vielleicht ein wenig verschoben wird ...
Aber was solls, wenn doch dafür die große Beruhigung erkauft wird, daß kein unerwünschtes Kind entstehen kann! Trotzdem konnte ich in der Anfangszeit der Pillenära öfters Aussagen von Frauen registrieren, die bereits einige Kinder hatten und eine gute und glückliche Ehe führten. Sie konnten ihr eigenes Gefühlsleben ohne und mit Pilleneinnahme vergleichen und sie sagten übereinstimmend, daß ihre Ehe durch die Pille nicht nur nicht glücklicher wurde, sondern auch, daß die partnerschaftliche Harmonie Störungen erfuhr.
Aus den Reihen junger Mädchen kommen immer wieder Äußerungen über das dumpfe Empfinden von etwas "Unheimlichem", das mit ihnen durch die hormonelle Verschiebung geschieht. "Die Pille ist mir unheimlich und vor allem die Tatsache, daß durch sie eine künstliche Schwangerschaft erzeugt wird. Dieses Künstliche macht mir irgendwie angst." Trotzdem nimmt dieses Mädchen wie tausend andere die Pille, weil sie keine bessere Alternative angeboten bekommt.
Um deren Wirkungsweise zu beschreiben, sei hier ganz kurz der natürliche Zyklus der geschlechtsreifen Frau skizziert: Er hat (siehe Grafik) zwei Phasen, wobei die erste Phase durch das "Eireifungshormon" (das Ostrogen), die zweite Phase durch das "Gelbkörperhormon" (Progesteron) gesteuert wird. Bei Eintreten einer Schwangerschaft bleibt jedoch das Gelbkörperhormon erhalten, wodurch keine neue Eireifung erfolgt. Diese Tatsache ist die Grundlage der "hormonellen Kontrazeption": Durch künstliche Hormongaben wird im Blut ein erhöhter Progesteronspiegel erzeugt, der weitere Eireifungen verhindert. Es ist somit der biologische, zweiphasige Rhythmus unterbrochen und durch nur eine "Phase" ersetzt.
Äußerlich betrachtet erscheint der Mechanismus dieser künstlichen Hormonverschiebung elegant, ja beinahe genial. Aber gerade diese Eleganz ist auch das Problematische daran: Die beiden Hormonphasen im weiblichen Zyklus haben ja auch ihre Rückwirkung auf den ganzen Menschen; sie bilden mit anderen Worten die Grundlage dafür, daß ein junges Mädchen oder eine Frau erst richtig "sie selbst" ist. Wie beim Meer gehört dieser große Rhythmus von Ebbe und Flut einfach dazu. Allerdings ist die Naturwissenschaft noch ganz am Anfang bei der Erforschung der biologischen Rhythmen. Es werden immer mehr Vermutungen dahingehend laut, daß es aktive Phänomene seien, und man spricht deshalb von biologischen Uhren, die in uns "ticken".
Neue Wege in der Verhütung
Die Sicherheit einzelner Empfängnisverhütungsmethoden im Vergleich
Ärzte, die sich als "Pillengegner" deklarieren, geraten heute sehr leicht ins Kreuzfeuer der Kritik von Medien und Öffentlichkeit. Viele Mütter (oder Eltern) meinen ja, daß es ihre Pflicht wäre, für die Pille zu sorgen, sobald ihre Tochter einen Partner hat.
Ich glaube aber, wenn diese Mütter (oder die Eltern) wüßten, wie schwer die Pille im Hinblick auf die geistige Entwicklung eines Menschen wiegen kann, und wenn sie sich vor allem schon früher mit allen Verhütungsmöglichkeiten auseinandergesetzt hätten, die in anderer Weise ein ungewolltes Kind verhindern können, dann hätten sie es bei der Führung und Leitung ihrer heranwachsenden Kinder leichter, und das gegenseitige Vertrauensverhältnis würde neue Impulse erhalten.
Dr. med. Eugen Jonas zeigt in seinem Büchlein "Kosmobiologische Geburtenkontrolle" neue, das heißt wiedergefundene Konzepte, die durch jahrelange Forschungsarbeit in der ehemaligen Tschechoslowakei und in Ungarn entdeckt wurden. Den Anstoß zu seinen Forschungen brachte die Liberalisierung des künstlichen Schwangerschaftsabbruchs in Ungarn:
Als psychotherapeutisch arbeitender Arzt wußte Dr. Jonas, welche - oft lebenslang bestehenden - Schuldgefühle bei Frauen nach einem solchen Eingriff zutage kommen (siehe dazu auch Seiten 39 und 40 in diesem Heft) und suchte - wie auch ich selbst - nach biologischen Methoden der Geburtenregelung.
Eine vergleichende amerikanische Statistik (siehe Grafik oben) zeigt den Sicherheitsfaktor verschiedener Verhütungsmethoden. Dabei rangiert die sogenannte "Temperaturmethode" mit einem Unsicherheitsfaktor zwischen 4 und 12 Prozent hinter der "Pille" mit nur 1 bis 2 Prozent.
Dieser Unsicherheitsfaktor bei einer an sich biologisch äußerst verträglichen Verhütungsmethode stört natürlich, vor allem dann, wenn ein Konzept für junge Frauen und Mädchen erarbeitet werden muß. Demgegenüber gibt der in der Grafik dargestellte "Pearl-Index" für die sogenannte "Kosmobiologische Methode" eine Sicherheitsquote von 97,7 % bis 100 % an.
Worauf beruht nun diese Geburtenkontrolle? Was ist Kosmobiologie überhaupt? Wie aus dem Wort abzuleiten ist, werden dabei kosmische Einflüsse auf das Leben von Mensch, Tier und Pflanze erforscht. Vor allem fiel der Blick auf die Mondzyklen, die in ihrer Zeitspanne fast identisch sind mit dem Hormonzyklus der Frau. Es galt, die Analogien zu beobachten und zu erforschen.
Als zweites galt es die Frage zu beantworten, ob bei der Frau auch außerhalb des errechneten und beobachteten Zyklus ein Eisprung erfolgen kann und was die möglichen Auslöser sind. Wie es sich zeigte, gibt es auch außerhalb der errechneten Zeiten fruchtbare Tage, also einen zweiten Eisprung, wenn dieses Ereignis auch äußerst selten ist.
Dr. Jonas aber war davon überzeugt, daß die sogenannten "Zufälle" meist einem erforschbaren Naturgesetz folgen. Auf der Suche danach stieß er auf altes babylonisches und assyrisches Wissen, wonach durch Berechnung der Mondphasen die Fruchtbarkeitsphasen genau erfaßt werden konnten.
So konnte er ein Programm erstellen, das immer einfacher und praktikabler wurde: Es mußte nur der Stand des Mondes zur Stunde der Geburt ermittelt werden. Dies ist für jede Frau auch lebenslang die fruchtbarste Phase. Bei vielen Frauen fällt sie mit dem kalendermäßigen Termin des Eisprungs zusammen - möglicherweise war dies bei Frauen früherer Zeitperioden immer so. Jetzt aber muß das Schema für jede Frau aus dem Mondzyklus berechnet werden, der zum Zeitpunkt ihrer Geburt bestand. Denn den Forschungsergebnissen ist folgendes zu entnehmen:
1. Unabhängig vom monatlichen Zyklus ist die Zeit der größten Fruchtbarkeit der Frau dann gegeben, wenn sich jene Mondphase wiederholt, die zum Zeitpunkt ihrer eigenen Geburt bestand. Dieser Zyklus ist lebenslang stabil (siehe Grafik, unten).
2. Keine natürliche Verhütungsmethode (siehe "Pearl-Index") ist absolut sicher, solange nicht auch der Mondphasenzyklus beachtet wurde. Die Errechnung dieses Zyklus ist in Dr. Jonas Büchlein denkbar einfach dargestellt. Vom Menschlich-Geistigen her betrachtet, bietet eine solche Methode zwei große Vorzüge:
- Sie verschiebt in keiner Weise den natürlichen hormonellen Zyklus und verändert damit auch nicht die Blutausstrahlung. In die geistige Entwicklung des jungen Mädchens wird daher kein Eingriff vorgenommen. Damit ist der Tatsache Rechnung getragen, daß zu dem Alter des Reifens auch der phasische Einfluß des Eireifungshormons gehört, wie dieser natürliche Hormonrhythmus eben mit allen Phasen der geschlechtsreifen Frau zusammenhängt.
- Sie erzieht zu einer Beobachtung und Registrierung unserer körperlichen Funktionen. Unser Körper ist ein kostbares Werkzeug, aber wie wenig schätzen wir dieses Wunderwerk! Solange eine Schädigung nicht sofort sichtbar ist, wird es oft hemmungslos geschädigt, selbst wenn wir über die Folgen unseres Tuns Bescheid wissen. Sicher hätten die Ärzte viel weniger Krankheiten zu behandeln, dafür aber Gesundheit zu erhalten, wenn unser Verantwortungsbewußtsein dem Erdenkörper gegenüber größer wäre. Eines ist natürlich klar: Bei dieser Methode kann nicht wahllos jederzeit eine Intimbeziehung stattfinden. Aber es wird in diese Planung eben auch der männliche Partner mit einbezogen. Von ihm wird nun auch einmal wieder Disziplin gefordert, einige Tage Rücksicht oder Verzicht.
Ein absolut altmodisches Ansinnen? Nein, denn ich glaube, daß den Männern nicht der Himmel auf Erden gegeben wurde, seit sie sich über das Drum und Dran einer Partnerschaft gar keine Gedanken mehr machen müssen.
Auch richten sich ganzheitliche Gedanken dieser Art sowieso nie an jene, die hemmungslos Intimbeziehungen eingehen wollen und für die Begriffe wie Liebe und Treue nur im Wörterbuch stehen. Sie wollen Menschen erreichen, für die eine Partnerschaft eine ernsthafte Angelegenheit ist, die zwei Menschen nicht nur körperlich, sondern auch in ihrem geistigen Kern betrifft.
Für solche bedeutet Partnerschaft auch eine gegenseitige Verantwortung. Und diese ist eben nicht nur dadurch erfüllt, wenn kein ungewolltes Kind gezeugt wird. Partnerschaftliche Verantwortung kann nicht ohne Liebe bestehen, Liebe, die für den anderen nur das Beste will und die auch alle möglichen Konsequenzen einer Intimbeziehung mit einschließt.
Dr. Eugen Jonas sagte: "Ich wünsche mir nur eines, und zwar, daß die Erkenntnisse, die ich als Arzt nach 16jähriger intensiver und verantwortungsvoller Arbeit aus dem großen Buche der Natur gewinnen durfte, auch von anderen begeisterten, aufgeschlossenen und von Vorurteilen unbelasteten Wissenschaftlern und Ärzten mit der gleichen Absicht akzeptiert werden, die ich damals hatte und noch immer habe, als ich zu der Überzeugung kam, daß die Anwendung meiner Methode zum Glück des einzelnen, der Familie und der ganzen Gesellschaft beitragen kann."
In meiner eigenen Praxis habe ich den Erfolg der "Kosmobiologischen Geburtenregelung" übrigens auch in umgekehrter Form erlebt und mich mit Eltern, deren dringender Kinderwunsch lange Zeit vergeblich gewesen war, über das Wunschkind gefreut.
Zu frühe Partnerschaften
Beispiel: Geburtspunkt für 2.4.1974, 19 Uhr
Vielleicht wird sich aber beim ernsthaften Durchdenken dieser Zusammenhänge so mancher Bursch, so manches Mädchen doch noch "zu jung" finden für eine Partnerschaft mit allen Konsequenzen. Wahrscheinlich ist dieses Noch-zu-jung-Sein bei vielen Jugendlichen sogar ein ganz natürliches Empfinden, das aber, dem Trend der Jetztzeit folgend, in den Hintergrund gedrängt wird.
Was sind überhaupt die Gründe, die heute Jugendliche in die zu frühen Partnerschaften treiben?
- Die Frühreife, auch "Acceleration" genannt. Damit ist das verfrühte Eintreten der Pubertät gemeint, wie man es heute allgemein feststellen kann. Ihre Ursachen sind noch nicht erforscht. Gleichviel muß diese Frühreife als Tatsache hingenommen und bewältigt werden. Das Schwierige bei der Frühreife ist die Diskrepanz zwischen körperlicher und menschlich-geistiger Reife. Deshalb sind diese Jugendlichen auch oft so unharmonisch, gar nicht selbständig und letzten Endes auch noch sehr der Hilfe durch Erwachsene bedürftig.
- Die allgemeine, krankhafte Steigerung des Geschlechtstriebes, wobei die Erwachsenen häufiger mit schlechtem als mit gutem Beispiel vorangehen. Dabei müssen es - siehe das Titelthema dieser GralsWelt - nicht immer die "Taten" sein, die wirken. Auch die beliebten zweideutigen Witze sind beileibe nicht so harmlos, wie sie scheinen. Die Massenmedien Film und Fernsehen, die Illustrierten an jeder Ecke, alle verkaufen sich am besten, wenn irgendein "besonders leckerer Sexhappen" die Konsumenten reizt. J.A. Schindler, ein Mann der psychologischen Praxis, warnt in seinem Buch "Die Heilkraft des seelischen Gleichgewichtes" in diesem Zusammenhang die Erwachsenen davor, das sexuelle Feuer der Jugend anzufachen. Denn dieses Spiel kann zum katastrophalen Ereignis werden. Schindler sagt zu Recht: "Im großen und ganzen gibt unsere Gesellschaft der Jugend die schlechtesten Karten in die Hand und verlangt dann von ihr, sie solle ein gutes Spiel spielen."
- Die Zerstörung des Schamempfindens bei den Heranwachsenden. Man schämt sich, schamhaft zu sein, obwohl bei jedem Menschen das Schamgefühl mit der beginnenden Geschlechtsreife erwacht. Es gibt dem Heranwachsenden auch stets den Schutz, den er braucht, wenn es nicht zerstört, mutwillig abschätzig als Prüderie verschrieen wird - besonders von "fortschrittlichen" Erwachsenen. Aber auch reife Partnerschaften würden durch das echte Schamempfinden vor der Verflachung bewahrt.
- Die mangelnde Geborgenheit in der Familie, wobei die Geborgenheit nicht vom Wohlstand abhängig ist. Auch hierzu hat Schindler in seinem vorher erwähnten Buch eine treffliche Definition gefunden: "Ein gutes Heim ist der Ort, wo Sie sicher sein können, Aufmunterung zu finden, wenn Sie sie am nötigsten brauchen. Also Aufmunterung, keinen Ärger, kein Gezänk, keinen Streit, keinen vernichtenden Blick, keine Verständnislosigkeit - sondern Aufmunterung..." Es drängt sich mir immer wieder der Gedanke auf, daß sich die jungen, überjungen Paare eine Ehe vorspielen, wie sie sie bei den Eltern vermissen müssen. Deshalb geht so ein "Ehespiel" auch so leicht zu Ende - und was übrigbleibt, ist Ernüchterung.
Hilfe durch Erkenntnis Oberflächlich betrachtet, könnten diese Überlegungen geradezu eine Bestätigung für die Notwendigkeit der Pille sein. Aber das Gegenteil ist der Fall. Natürlich dürfen keine ungewollten Kinder gezeugt werden. Nur: Die Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft mit einem künstlichen und nur vermeintlich "nebenwirkungsarmen" Verfahren entspricht so ganz jenen mechanistischen Vorstellungen unseres technokratischen Zeitalters, die auf das Wesentliche, das Menschlich-Geistige, keine Rücksicht nehmen.
Frederic Vester warnt in seinem Buch "Neuland des Denkens" aus kybernetischer Sicht vor jedem Eingriff in ein lebendes System. Und solch ein Eingriff ist die Verabreichung von Substanzen, die der Körper selbst produziert und die von ihm durch einen übergeordneten Rückkoppelungsmechanismus in der gewünschten biologischen Konzentration gehalten werden. Durch die Kybernetik sind uns die Begriffe der Vernetztheit lebender Systeme klar geworden, und gerade weil der Mensch selbst solch ein lebendes System ist, müssen diese Erkenntnisse für uns von besonderer Wichtigkeit sein. Deshalb lehnen auch Wissenschaftler wie Vester die empfängnisverhütende Pille strikt ab.
Nun wird aber immer wieder die Frage und die Forderung auftreten, wie konkret geholfen werden kann. Klar ist, daß schon in der späten Kindheit die Weichen richtig gestellt werden müssen - etwa durch die echte, menschliche Geborgenheit in einer "lebendigen" Familie, durch die Pflege des Schamempfindens und durch den Versuch, jeder Steigerung des Geschlechtstriebes vorzubeugen. Selbst die sogenannte "Aufklärung" in Jugendzeitschriften führt schon - über die damit provozierte dauernde gedankliche Beschäftigung - zu einer weiteren Reizung.
Die Erkenntnis, daß die in der Pubertät durchbrechende Sexualkraft im Sinne des Begriffs der "Vitalität" viel umfassender wirkt, als allgemein angenommen wird, mag ebenfalls hilfreich sein. Leider fehlt manchen Jugendlichen das geistige Ziel für den großen Aufschwung zum Erwachsenwerden - oder manche sehnsuchtsvollen Gedanken werden von den "realitätsbezogenen" Erwachsenen so lange mitleidig belächelt, bis der Schwung weg ist. Und dann suchen die Jugendlichen im Partner den Halt, den sie selbst noch nicht haben...
Manche Kontrazeption wäre nicht nötig, wenn die Jugendlichen sich über das "Zu früh" der Partnerschaft im klaren wären und nicht aus einer falsch verstandenen Paniksituation heraus meinen, man wäre ohne Intimbeziehungen nicht "in". Gerade Zurückhaltung aus Rücksichtnahme auf den anderen läßt eine Beziehung echt und tief werden.
Wenn ich weiterhin die kosmobiologische Geburtenregelung aus meiner Erfahrung als die am meisten menschengemäße bezeichne, so weiß ich natürlich, daß sie von beiden Partnern Rücksichtnahme erfordert, denn es müssen etliche Tage im Monat ausgespart werden. Aber ich glaube, daß hier die alte Volksweisheit angewendet werden kann, daß ein Gefühl, das durch einige Tage Unterbrechung zum Erlöschen kommt, nie eines gewesen ist.
Jedenfalls bietet die richtig angewendete "kosmobiologische Geburtenregelung" genügend Schutz vor ungewollten Schwangerschaften, ohne daß die Frau dabei hormonelle Verschiebungen in Kauf nehmen muß.
Daß hierbei von beiden Partnern das Konzept getragen werden muß, kann ihre Verbundenheit nur vertiefen und gilt für junge wie für "alte" Paare. Denn schon das gemeinsame Bemühen, eine so wichtige Aufgabe wie die Familienplanung ist ein Akt des "Aufeinander-Zugehens". Dadurch entdeckt einer am anderen ganz neue Seiten. Und menschliche Qualitäten mögen dadurch erweckt oder gestärkt werden, als da beispielsweise sind: guter Wille, Einfühlung, Verständnis, Freundlichkeit.
Autor: Dr. med. Annemarie BANZHAF
Quelle http://www.gral.de/index.php?page=2664