Wenn ihr eure Erkenntnis zu Ende denkt, werdet ihr feststellen, dass man sich gegen dieses System der gezielten Manipulation und Fehlinformation nicht wehren kann.
Falsch. Es gibt 2 erkenntnistheoretische Grundansätze: verifikationistisch und falsifikakionistisch. Du argmentierts verifikationistisch. Ich argumentiere falsifikationistisch. In den Naturwissenschaften insbesondere, aber eigentlich in jeder Wissenschaft, ist ein falsifikationistisches Vorgehen das populärere.
Der Unterschied ist ganz einfach: Verifikationisten suchen Erkenntnis, indem sie nach der Wahrheit suchen. Falsifikationisten suchen Erkenntnis, indem sie Lügen suchen um diese als Unwahrheit auszuschließen.
Ein reiner Falsifikationismus ist schwierig, weil sehr langwierig. Aber es lohnt sich (meiner Erfahrung nach), so oft wie möglich einen falsifikationstischen Ansatz zu verwenden. Es ist aufwendiger. Aber im Gegensatz zu Verifikationisten geht man nur sehr schwer git verpackten Lügen auf den Leim.
Der Preis ist, öfter zu sagen: ich weiß es nicht. Aber das ist keine Schande, denn man kann dann auch sagen: ich weiß zumindest, wie es nicht ist.
Ich weiß zum Beispiel, daß abiogenes Erdöl kein Gerücht ist. Es existiert. Aber ich weiß nicht, wie signifikant sie ist - kann durch das, was da in 1000 Jahren entsteht, der Erdölbedarf der Menschheit 1000 Jahre lang gedeckt werden, oder nur einen Tag lang?
Aber: der eigentliche Wert von Tischlers Artikel liegt darin, daß er ein historisches Dokument darstellt. Sicher, seine Quellen sind veraltet. Aber sie beweisen, daß man sich seit 20 Jahren über die Sache Gedanken macht. Und soweit ich weiß, wurde insbesondere in Rußland eine Menge Geld investiert in der Hoffnung, daß die Theorie stimmt. Und soweit ich weiß - aber ich bin mir nicht sicher, denn ich habe keine Primärdaten - sind diese Investitionen ziemlich umfassend abgeschrieben worden. In abiogenes-Öl-Texten von vor 5 Jahren ungefähr ging es um angeblich angezapfte gigantische Lager von abiogenem Öl, die bis 2007-2010 herum Rußland immense Ölreserven bescheren sollten.
Der Prozeß ist nicht abgeschlosssen. Aber: es sieht momentan ganz und und gar nicht danach aus, als ob es so laufen würde.
Und wenn eine Prognose sich nicht bewahrheitet, muß irgendwo in der ihr zugrundeliegenden Theorie der Wurm sein. Wenn Rußland riesige Mengen an billigem Erdöl hätte, wäre das in der momentanen geostrategischen Situation der Joker. Diese Karte jetzt nicht auszuspielen, hieße, daß sie auf alle Ewigkeit ihre Rekruten Kapusta anbauen lassen müßten, um ihre neuen Interkontinentalraketchen zu finanzieren - use it or lose it. Staaten, Personen und Konzerne haben in den letzten 1-2 Jahren angefangen, mit Öl zu geizen, auch wenn es in ihrem vitalen Interesse stünde es nicht zu tun. Noch nicht mal eine weltweite Verschwörung aller Ölproduzenten macht Sinn, denn auch für die hat der Preis den man für eine rein künstliche Ölverknappung zahlt - es hängt ja lediglich das daran, was wir umgangssprachlich als Zivilisation bezeichnen - den potentiellen Gewinn überschritten: eine rein künstliche Ölverknappung läuft mittlerweile Gefahr eine Weltwirtschaftskrise zu riskieren, nach der es schlicht und ergreifend keine Weltwirtschaft mehr gibt. Und dann ist all das gehortete abiogene Öl das irgendwo hypothetisch existieren würde ziemlich nutzlos; trinken kann man's ja nicht (obwohl, ein halbes Täßchen Erdöl ist soweit ich weiß ein wirksames wenn auch eher drastisches Abführmittel bei bestimmten Vergiftungen).
So ungefähr. Nicht von actio auf eine vermeintliche reactio schließen, sondern erst mal nur die Reaktion betrachten, und daraufhin schauen ob die Aktion und/oder im Vorfeld abgegebene Prognosen dazu passen.
Nach einem halben Jahrzehnt eklektischer Beobachtung wird man die ersten Ergebnisse erwarten können. Kaum früher. Aber die Ergebnisse sind die Wartezeit wert. Und 2012 hin oder her, es ist auf jeden Fall schwer anzuraten, so bald wie möglich zu beginnen, Ereignis"fäden" länger zu verfolgen als ihre mediale Halbwertszeit dauert.