Beiträge von Hokioi

    Das 2. ist alt... die BW hat heute fast noch mehr Truppen in Afghanistan als die USA damals IIRC (mit der Erhöhung haben sie)

    Das 1. ist so lala. Was der Bringer wäre, wäre eine Karte wie die erste, mit Zahlen der Stützpunkte und Truppen. Von Anfang 2002 und heute.
    Z.B. haben sie Korea fast ganz aufgegeben - die Infrastruktur steht natürlich noch da - um Irak nicht zu verlieren.

    Indien hätte vermutlich eine ähnliche Verteilung von Rosa, aber viel weniger rot. Wie man auch sieht, korreliert nominelle Militärpräsenz nicht gut mit tatsächlichem politischen Einfluß.

    Es ist nicht verwunderlich. Bei Großmächten sieht das halt so aus. Globaler Einfluß bedeutet globale Militärpräsenz, wenn man es sich leisten kann. Selbst wenn es nur 5 Offiziere als Ausbilder sind oder eine gemietete Ecke vom Hauptstadtflughafen. Aber die meisten dieser Präsenzen sind zu unbedeutend für dezidierten militärischen Aktionen. Es sind Füße in Türen, nicht Armeen in Ländern.

    Zitat

    Stimmt es, dass südlich vom Aequator das Wasser in die andere Richtung in den Abfluss fliesst ?

    Nein. Die Corioliskraft ist verschwindend gering im Vergleich zu den Kräften, die allein beim Stöpselziehen auftreten. Die Drehrichtung wird im Normalfall dadurch bedingt und durch die vom Füllen des Beckens verbleibende Bewegungsenergie.

    Angeblich existiert ein Experiment von 1962, nach dem der Effekt tatsächlich auftritt, wenn man eine große Menge Wasser mindestens einen Tag lang abgedeckt stehenläßt, um es dann durch eine Irisblende oder ähnliches ablaufen zu lassen. Es ist ja keine Frage, daß die Coriolisablenkung relevant wird, wenn sie nicht durch andere Kräfte überdeckt wird, aber letzteres zu schaffen ist in der Praxis unmöglich.

    Es ist ungefähr so, als wenn man den Umstand, daß viele Menschen Töne über 20 Kilohertz hören können, so interpretiert, daß sie das auch können, wenn sie auf einer stark befahrenen Kreuzung stehen.

    Nein, das mit dem Ungültigwählen wird in der linken Szene seit Jahrzehnten propagiert. Es funktioniert aber ganz offensichtlich nicht, sonst wäre die Lage nicht so wie sie ist. Ursprünglich basiert es auf der Falschinformation, ungültige Stimmen würden irgendwie anders behandelt als nicht abgegebene. Nein, werden sie nicht.

    Außerdem: die Zahl der ungültigen Stimmen wird außer in der offiziellen Statistik, die auf irgendeiner Internetseite vergraben wird, niemals öffentlich genannt.

    Ungültigwählen ist so eine Art von die linke Faust in der Tasche ballen und mit der rechten Hand weiterarbeiten. Warst du schon mal bei Stimmauszählungen dabei? Die Leute dort lachen sich kaputt über die armen Irren, die meinen, wenn sie irgendeinen Slogan auf den Wahlzettel schreiben würde das irgendetwas verändern. Es gibt vielleicht eine Handvoll Leute, die ungültige Stimmzettel überhaupt wahrnehmen.

    Niedrige Wahlbeteiligung wird wenigstens hin und wieder thematisiert. Ohne daß sich etwas ändert, aber das ist auch nicht zu erwarten ohne daß da Druck gemacht wird.

    Zum Beispiel: die repräsentative Demokratie ist philosophisch unter anderem darin begründet, daß der Einzelne seine Macht über sich und andere delegiert. Wenn das aber weniger als die Hälfte macht, kann sich keine Regierung auf eine Legitimation der Mehrheit, auf die persönlcihe Macht zugunsten eines größeren Guts (Staat) zu verzichten, stützen. Damit ist die Regierung philosophisch gesehen nicht demokratisch legitimiert; sie herrscht nicht für die Mehrheit der Bevölkerung. Es ist hierbei unwichtig, wer wen gewählt hat; wichtig ist allein, daß eine Mehrheit des Elektorats den Willen bekondet hat, sich regieren zu lassen.

    Das wird nicht thematisiert. Eine ziemlich verschenkte Chance.

    Kritik an der Argumentation kann man einfach ausheeln: wer sagt, es käme nur auf die gültigen Stimmen an, bezeichnet damit ein System als volldemokratisch, in dem nur die Regierung und niemand anderes sich wieder und wieder selbst wählt: wer sagt, eine Wahlbeteiligung von 45% reicht aus, sagt auch, daß eine Wahlbeteiligung von 0.0045% ausreicht.

    Zitat

    warum dauernd diese blöden Meldungen

    Stell die vor, sie würden sagen: hey Joe, die USA sind keine Supermacht mehr, dein Präsident hat den größtmöglichen Schaden angerichtet, die Chinesen können uns wirtschaftlich erpressen weil wir bei ihnen dermaßen in der Kreide stehen daß sie, wenn wir den Chinesen nicht zu willen sind, eine Woche später für einen Monatslohn grad noch einen Apfel und ein Ei kaufen kannst weil unsere Währung und Wirtschaft in Trümmern liegen würden? Hey Joe, der Islamismus boomt nicht trotz sondern wegen unserer Kriege, wir versuchen seit 4 Jahren eine verslumte Plattenbausiedlung am Rand von Baghdad zu erobern, die ein de facto selbständiger Islamistenstaat ist, und schaffen es nicht? Wir erleben grad in Afghanistan etwas, das sich mit nur einem kleinen bißchen Pech zu einer Niederlage auswachsen kann wie sie die Russen damals kassierrt haben? Jedes zweite Land der Welt braucht noch nicht mal mehr bestochen zu werden, um uns in den Rücken zu fallen? Eckart von Klaeden, der früher zu jeder Schandtat bereit war, sagt, er würde Bush "nicht vermissen"? Joe, egal was der Präsident gerne hätte, wir versuchen den Iran im Schach zu halten und in Teheran lacht man uns aus und ruiniert nebenbei ein oder zwei unserer mittelgroßen Banken. Joe, inflationsbereinigt werden die langfristigen Kosten des Irakabenteuers rund 10.000.000.000.000 Dollar (in 2008er Dollar) betragen - und um die zu kriegen mußten wir bei den Chinesen anschreiben lassen, weil wir selbst nicht so reich sind.

    Nein, sie werden es ganz offensichtlich NICHT sagen. Der psychologische Effekt der Wahrheit wäre so zerstörerisch, daß er das Faß zum Überlaufen bringen würde. Sie müssen lügen, weil sie sonst keine Chance hätten zu überleben.

    Sie lügen, weil sie es müssen, um überhaupt noch eine Chance zu haben.


    Vielleicht hilft das weiter (es hat nur indirekt mit dem ganzen zu tun, aber es ist eins von diesen Dingern wo irgendwann der aha-Effekt eintreten wird):
    http://www.guba.com/watch/3000053112
    Es hat ein oder zwei kleine Fehler, aber man sollte es gesehen haben.

    Der durchschnittliche Europäer ist da völlig ignorant, und es wird ihn teuer zu stehen kommen, wenn er nicht von dem toten Denken in den klassischen Polaritäten des 20. Jahrhunderts abläßt. Aber in Südamerika ist es jedem einigermaßen politisch interessierten Menshcen nicht entgangen, daß jemand mit der Rhetorik eines Hugo Chávez einen einziegn halbherzigen US-initiierten Putschversuch abwehren mußte (und konnte), und daß jemand mit einer de facto knallhart sozialistischen Politik wie Morales (krasser als Allende jemals war!) überhaupt keinen ernsthaften Gegenwind bekam.

    Aktuell zieht Iran mehrere Dutzend Milliarden Dollar an Rücklagen von (vorwiegend europäischen) Banken ab und transferiert sie in Yen und Yuan und Rupien und legt sie in Asien neu an.
    Alle möglichen Spinner schreien "Krieg, Krieg!", als ob sie's gar nicht erwarten könnten.

    Die Wahrheit ist schlicht: Bush hat Iran angedroht, bei mehr Banken anzufragen ob sie iranische Anlagen sperren und Konten einfrieren könnten. Und etliche europäische Banken haben Zustimmung signalisiert. Iran bringt nur sein Geld ins Trockene, bevor der Sanktionshammer fällt.

    Was zum einen zeigt, daß Sanktionen gar nicht funktionieren, weil das nicht mehr der Kalte Krieg ist und nicht mehr die 10 Jahre danach, sondern weil wir in einer multizentrischen Welt leben, in der der absoluten Mehrheit der Staaten der Iran scheißegal ist, aber sein Geld und Öl nimmt man natürlich immer gern; und wenn die USA das stört, sollen sie doch heulen gehen.

    Zum anderen hat es einige größere Banken an den Rand einer Krise gebracht. HSBC hat mit einem Schlag Gelder verloren, die einm Viertel ihres Jahresumsatzes entsprechen.

    Die grad eingeläutete Sanktionsrunde wird Europa und die USA schwer treffen; der Iran zuckt nur mit den Schultern. Kein Land außerhalb der NATO - noch nicht mal Japan und Australien - sind bereit, einen Angriffskrieg der USA mitzutragen, und die meisten würden für ein paar Barrel gutes iranisches Öl zum Vorzugspreis alles vergessen, was sie je an die USA gebunden hat. Wenn man nicht völlig im westlichen Propaganda-Desinformationsbunker lebt, sondern auch mal über den Tellerrand schaut - indische Medien sind besonders empfehlenswert; nicht vertrauenswürdig, aber DIVERS. Fast alles, was irgendwo auf der Welt für berichtenswert gehalten wird, wird irgendwann in irgendeiner indischen Zeitung gedruckt, und viele davon sind längst online - hat man längst gemerkt, daß global gesehen die USA international so isoliert sind wie kaum ein anderes größeres Land. Außewr Berlusconi und der CDU ist niemand mehr bereit, Rücksicht auf Bushs Amerika zu nehemn. Es ist einfach zu sehr ein "failed state".


    Willkommen im 21. Jahrhundert.

    dann hätt ich gerne mal ein szenario, wie die usa es schaffen wollen, bei einem angriff auf iran nicht irak, afghanistan und ihren gesamten tollen antiterrorkrieg zu verlieren.

    und wie so ein angriff vonstattengehen soll.

    wer sich einmal mit der sache ERNSTHAFT auseinandergesetzt hat, hat längst erkannt, daß die usa militärisch viel zu schwach sind, um dem iran ernsthaft an den karren zu pissen. kompletter imperial overstretch. seit 2004/2005 sind die usa militärisch in der defensive. global. sie haben gerade genug, um die stellung zu halten, aber gerade wo irak anfängt ein bißchen ruhiger zu werden bröckelt afghanistan.

    lest lieber mal "the three trillion dollar war". da kriegt ihr eine realistischere lageeinschätzung als in den schundnachrichten, die die meisten hier so konsumieren.

    FYI vielleicht noch: mir schwirrten in letzer Zeit ein paar Gerüchte über den Weg, daß ein paar Mujis (keine Taliban - Nordler, also Tadschiken, Usbeken und so) "in näherer Zukunft" oben im Norden was losmachen wollen. Das heißt dann ja wohl: vor Oktober. Denn danach ist ja (hoffentlich) erst mal ein paar Monate Winterpause. Halt die Augen und Ohren offen, OK?

    Ich habe keine Hinwese, daß sie mittlerweile größere Mengen MANPADS in ihren Besitz gebracht haben, aber ich weiß nicht, ob ich Hinweise kriegen würde wenn sie welche hätten. Ich gehe davon aus, daß ich es merken würde, wenn sie es durchblicken ließen und ich die "Pressemitteilung" in die Finger bekäme. Die Rhetorik ist ungewöhnlich, aber wenn man darüber hinweg ist, ist sie relativ einfach zu durchschauen und man merkt schon, wenn sie auf einmal über andere Dinge und Ziele reden.

    Ich habe ziemlich deutliche Hinweise darauf, daß zumindest einige der Mujigruppen an einem Punkt angelangt sind, wo ihre weitere Operationsplanung (2009+) den Wunsch nach einer Boden-Luft-Kapazität aufwirft. Die taktische Situation ist noch nicht so weit, daß die Frage sich wirklich vehement stellt, aber wenn der Rest von 2008 für sie nicht ein fetter Mißerfolg wird, werden sie spätestens in einem Jahr auf die Idee kommen, im größeren Stil Jagd auf Hubschrauber zu machen.

    Analysen vom grünen Tisch sind natürlich immer ziemlich mistig; ich kann nur versuchen aus dem bißchen was ich mitbekomme einen Sinn zu ziehen. Und momentan sieht es so aus, als ob die Typen beginnen, vorwitzig zu werden ohne siegessicher zu werden. "Probing attacks" würde man das vielleicht nennen.

    Hey Abraxas,

    halt die Ohren steif!

    Stimmt es, daß Karzais Bruder einer der größten Opiumdealer des Landes ist? Oder, vielleicht läßt sich vor Ort nicht so gut beurteilen ob das nun stimmt:
    stimmt es, daß das Gerücht/das Wissen, er sei es, relativ weit verbreitet ist in Afghanistan?

    Zitat

    hakioi du hast dir keine mühe gennomen um nachzurecherchieren und willst mich nur runterputzen

    Nein, ich habe nachgeschaut und nun interessiert mich, ob andere zum gleichen Schluß gekommen sind wie ich. Aber ich weiß nicht, ob der Schluß zu dem ich gekommen bin Sinn macht, und deshalb halte ich mich zurück bis ich weiß ob die Idee nachvollziehbar ist.

    Also gut, Fragen die ich beantworten kann: Wo sollte Projekt 503 den Jenissej überqueren? Und an diesem Ort war auch das zentrale Bau- und Verwaltungscamp (man kann heute noch auf Satellitenbildern den Grundriß erkennen) und es sollte eine große Fährstation dort gebaut werden. Und was ist der nächste Ort stromaufwärts von dort, und wer (oder wessen Nachkommen) wohnte dort? 35 Kilometer sind für sibirische Verhältnisse nicht besonders viel, wenn man mit dem Schiff unterwegs ist.

    Keine Ahnung ob das Sinn macht. Vielleicht ein komischer Zufall der nichts zu bedeuten hat.

    Hat Stalin die Streckenplanung irgendwelchen kleinen Geographen überlassen? Wohl kaum. Das heißt, es kann sehr gut sein daß er an einem Januartag 1949 persönlich mit dem Finger auf eine Karte von Sibirien gezeigt hat und gesagt hat: dort. Und wenn er das gemacht hat, dann kann ihm in dem Moment dieser "komische Zufall" nicht entgangen sein. Und was er in diesem Fall dabei dachte, wäre interessant zu wissen aber unmöglich herauszufinden.

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    für die forscher : der Stalin unter vielen geheimen projekten, auch das Projekt 503 gebaut. heute weisst niemand wofür. was wollte er am polarkreis?

    Weißt du es? Wenn nicht, nimm eine Stalinbiographie und eine Landkarte, um auf eine mögliche Antwort zu kommen.

    Übers Internet kriegt man raus, wo Benzin grad billig ist. Man könnte also zu ner freien Tanke mit niedrigen Preisen fahren und dort vollmachen und sich noch ein paar 10-Liter-Kanister bunkern. Und dann einfach Tankstreik, 3 Wochen lang.

    Schaden kann's nicht.

    derlei Warningen werden seit 2004 gestreut, ohne daß sie auffällig mit den von dir genannten Prozessen korrelieren. Und was korreliert muß nicht in einem Kausalzusammenhang stehen, aber was nicht korreliert steht nicht in einem Kausalzusammenhang. Einfluß auf Ölpreis und "Sicherheitsgesetze" wird mit anderen Mitteln genommen.
    Wenn man mal als These annimmt, die "Angriff auf Iran steht bevor!"-Panikmache - und bisher war es mal ganz klar Panikmache - ist ein zentral gesteuerter FUD: was ist sein Ziel?

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    Auch sollte man nicht vergessen das Handy ist mit Sicherheit einer der Schlüsseltechnologien der Zukunft, es werden noch wesentlich mehr Funktionen (auch Geheime!) mit integriert, es wird also kaum Jemand geben der noch kein solches hat, mit allen weiteren Konsequenzen inbegriffen.

    Nur so halbgeheim: automatische Anrufannahme aktivieren, Handy irgendwo verstecken daß das Mikro freies Hörfeld hat, weggehen, Handy anrufen. Prima improvisierte Abhöranlage.

    Für die konkrete Frage hier heißt das: so weit wie möglich weg vom Öl. So weit wie es nach den persönlichen Umständen geht, das fiese Spiel nicht mehr mitspielen. Der eine mag sich ein Fahrrad kaufen, der andere eine Solaranlage oder ein Windrad oder eine bessere Verdämmung an der Wand installieren, der dritte mag vielleicht auf den Urlaubsflug verzichten. Wer wirklich hart ist und auf dem Land lebt, läßt sein Auto auf Synthosprit umbauen, pflanzt Pappeln oder Kartoffeln, und kocht sich in einem Jahr den Sprit in einer illegalen Destille selbst (Wer das durchziehen will, dem seien Kontakte nach Brasilien dringend nahegelegt, weil dieses Land weltweit führend in Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet ist).

    Was akzeptabel und machbar ist, kann nur Entscheidung jedes einzelnen sein. Aber zumindest ein bißchen ist für jeden machbar. Resistenz und résistance sind nicht zufällig verwandte Wörter.

    Der letzte ernstzunehmende Versuch der USA, die Entwicklung in Südamerika zu ihren Gunsten zu beeinflussen, war 2002 und dauerte keine 48 Stunden, dann war er kläglich gescheitert. Seitdem sind in jedem Land außer Kolumbien und den (kaum relevanten) Guayanas Regierungen an der Macht, die allesamt links von der SPD stehen und sich jede Kooperation mit den USA teuer bezahlen lassen, wenn sie denn überhaupt dazu bereit sind (und oft sind sie es einfach nicht, und da hilft auch kein Druck. Siehe Bolivien und Venezuela).

    Klar macht die Analyse des Spatzen Sinn - wenn man einer von diesen hirnamputierten Transatlantikern ist. Wenn man bedenkt, daß im letzten Jahrzehnt der viertgrößte Wirtschaftsraum der Welt sich der Kontrolle der dort aufgeführten Mächte mal eben so entzogen hat und seine eigene Suppe kocht, zerfällt die schöne Theorie zu Staub. Keine Frage daß nicht Leute so was wie das angesprochene versuchen wüprden. Aber seit 10 Jahren sind sie extrem auf dem absteigenden Ast. Ich würde schätzen, sie haben in dieser relativ kurzen Zeit ein Viertel bis ein Drittel ihrer Macht verloren, global gesehen.

    Und das birgt ein immenses Risiko: wenn sich Menschen im "Westen" (also grob gesagt die NATO-Staaten) an die Illusion vergangener Tage klammern und nur aus veralteten unilateralen 1990-1999-Standpunkten heraus analysieren, besteht zum einen die Gefahr, daß die Täuschungsmanöver, die Potemkinschen Dörfer und Großmachtillusionen die uns vorgehalten werden, geglaubt werden. Daß man sich also zu einem von den oben erwähnten schlecht bezahlten Idioten macht. Daß man im Glauben gegen die Lüge zu kämpfen sich selber zum Kanonenfutter der größten Lüge aller Zeiten degradiert.
    Zum anderen: wenn die, die jetzt dem Zerrinnen ihrer Macht zusehen müssen glauben, mit denen die grad aufstreben grob umspringen zu können, werden sie letztlich scheitern. Aber es wird uns von den Mächten der nächsten Welt nicht zugutegehalten werden, daß wir dabei mitgeholfen haben die Transition herauszuzögern, entweder mit dem Finger am Abzug oder indem wir in die Stimme der Wahrheit übertönt haben mit unserem Gebrüll, was für krasse neue Kleider der nackte Kaiser doch trüge.

    Denn wenn die Transition eine Frage der Zeit ist, sollte man die fiesen Schweine in ihren Illusionen krepieren lassen, aber sich nicht weiter um sie scheren und sich ihrem Zugriff schlicht nach besten Kräften entziehen. Sich mit dem Morgen verbünden anstatt ständig auf das Gestern zu starren wie ein Kaninchen auf eine Schlange.

    Zitat

    Seit dem Irakkrieg ist der beleihbare Wert allein der Ölreserven Exxons auf über 2 Billionen Dollar angestiegen.

    Wie sieht das inflationsbereinigt aus? 1923 war Berlin voller Millionäre - man stolperte dauernd über welche, die verhungernd in der Gosse lagen, wenn man seine 400 Milliarden Reichsmark zusammengekratzt hatte und anstand um für 2 Tage Brot zu kaufen...

    Außerdem wieder nur westliche Quellen. Arabische zeichnen ein etwas anderes Bild der Lage. Ein ägyptischer - ich sag mal: "Analyst" - sagte dazu:
    "In der Frühzeit der Präsidentschaft Bushs war die Clique im Weißen Haus ein Haufen dreister Narren, durch kreuzfahrerischen Haß angetrieben in einer alles verzehrenden Gier, und voll blindem Vertrauen in die Macht ihrer Waffen und Bomben, was sie dazu führte zu glauben, sie könnten die ganze Welt beherrschen. Und sie vergaßen daß es da etwas gibt, genannt Religion, Islam, Moral, Ehre, und Liebe zum Märtyrertod. Sie handelten als ob sie all dies vergäßen, denn sie verstehen es weder, noch können sie es einschätzen. Und somit stürzten sie sich selbst, ihr Volk, und ihr Land, in ein Meer aus Feuer, aus dem sie nun sinnlos zu retten versuchen. Diese Clique hat Amerika in eine historische Sackgasse geführt: wenn sie sich aus Afghanistan und Irak zurückziehen, verlieren sie alles; wenn sie bleiben, werden sie ausbluten."

    Und der Mann hat keine anderen Informationen als der Spatz im Gebälk. Vermutlich sogar bessere.