Guten Abend!
Die Tatsache, dass eine mathematische Struktur nicht/oder doch für einen physikalischen Sachverhalt gilt, beeinträchtigt die mathematische Struktur in keiner Weise.
Wenn physikalisch gemeinte Formelzeichen c, v, t, x, y, z vorkommen, dann handelt es sich nicht mehr allgemein um (theoretische) Mathematik, sondern um angewandte Mathematik, bzw. theoretische Physik. Daraus ergibt sich allgemein die Notwendigkeit, die physikalische Substanz zu berücksichtigen, da beide Wissenschaftsdisziplinen nicht dazu geeignet sind, Fehler zu machen, um diese danach machtvoll in den menschlichen Alltag zu transportieren.
Bei Anwendung der mathematischen Struktur Gruppe auf ein physikalisches Gedankenexperiment muß zusätzlich die physikalische Richtigkeit bedacht werden.
Ausserdem schreibt GOM ja explizit, dass die LT keine Gruppe bilden, weil *mathematische Begründung*. Und ich habe nun eingworfen, dass diese von GOM gegebene mathematische Begründung falsch ist.
[size=8][font='MSTT31c615'][size=10pt]Es ging um das GOM-Buch:[/size][/font][/size]
[size=8][font='MSTT31c615'][font='Times New Roman'][color=#800080]http://www.beeplog.de/blogfiles/1/147012/general/buch.pdf[/color][/font][/font][/size]
[font='MSTT31c615'][font='Times New Roman'][size=10]Dort ging es um den "Fehler H 2", der referierend und zitierend u.a. dort so beschrieben wird:[/size][/font][/font][font='MSTT31c615'][font='Times New Roman'][size=8][size=8pt]
Zitat
[size=8pt][font='MSTT31c615'][font='Times New Roman'][size=8pt]S. 58 [/size][/font][/font][/size][size=8][font='MSTT31c615'][font='Times New Roman'][size=8pt]Fehler H 2: [/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5e1'][font='Times New Roman'][size=8pt]Den Lorentztransformationen fehlen die[/size][/font][/font][/size][font='Times New Roman'][size=8][size=10pt][font='MSTT31c5e1']Gruppeneigenschaften[/font][/size][/size][/font]
[size=8][font='MSTT31c615'][font='Times New Roman'][size=8pt]S. 127 [/size][/font][/font][/size][size=8][font='MSTT31c615'][font='Times New Roman'][size=8pt]H 2: Mathematik / Fehler Nr. 2 [/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c608'][font='Times New Roman'][size=8pt]Den Lorentztransformationen fehlen die Gruppeneigenschaften[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]Albert Einstein behauptet, die Lorentz-Transformationen bildeten - mathematisch - eine[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]Gruppe, so daß zwei aufeianderfolgende Transformationen mit (kollinearen) Geschwindigkeiten[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]in derselben Richtung gleichwertig seien mit einer Transformation mit der Summe der[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]Geschwindigkeiten. Dieselbe Behauptung wiederholt M. v. Laue 1913 (S. 41).[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]Diese Behauptung ist jedoch eindeutig falsch, vgl. Galeczki / Marquardt 1997, S. 92-96.[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]Zwei derartige Transformationen können nicht durch eine ersetzt werden, weil sie nicht[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]transitiv und nicht kommutativ sind; die Problematik verschärft sich bei nicht-parallelen[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]Geschwindigkeiten.[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]Damit verlieren die von Albert Einstein verwendeten Lorentz-Transformationen ihre[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]angebliche allgemeine Gültigkeit und die behaupteten großartigen Effekte jede Grundlage. -[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]Der Mangel der mathematischen Gruppeneigenschaft für die relativistische Additionsregel[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]für Geschwindigkeiten ist bereits sehr früh erkannt worden von Sommerfeldt (1909), einem[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]Anhänger der Theorie.[/size][/font][/font][/size][size=10][font='MSTT31c5ee'][font='Times New Roman'][size=8pt]Phipps 1980 (S. 291)[/size][/font][/font][/size]
[/size][/size][size=10]Es wird klar ein Widerspruch geführt gegen die Behauptung von A. E., dass die LT - mathematisch - eine Gruppe bilden. Da in dem Text auf hintereinander ausgeführte Transformationen mit kollinearen Geschwindigkeiten verwiesen wird, die dann wiederum nicht durch eine einzige Transformation ersetzt werden können, handelt es sich durchaus um eine physikalische Argumentation, die sich auf die Verknüpfung von zwei Gruppenelementen bezieht und besagt, dass eine für die Zubilligung einer Gruppeneigenschaft notwendige Verknüpfung nicht vorgenommen werden kann.[/size]
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Nein.Die Gleichung, die sie da hingeschrieben haben, ist eine Koordinatentransformationsgleichung, die sich aus einer LT ableiten lässt. Die Lorentzgruppe ist definiert als die Invarianzgruppe des Minkowskiraumes, also als alle 4x4-Matrizen, die das Minkowski-Pseudoskalarprodukt erhalten.
Wie gesagt, die LT kann in unterschiedlichen Darstellungsweisen geschrieben werden. Soll eine Überprüfung auf Gruppeneigenschaften stattfinden, dann muß auch jeweils die physikalische Richtigkeit beurteilt werden können und man muß die anschauliche Form wählen. Ansonsten könnte man auch die Matrix ohne physikalische Formelzeichen schreiben, was dann auch wiederum ziemlich sinnlos wäre.
Willst du bei der 4x4-Matriz-Darstellung bleiben, kommst du trotzdem nicht drum herum zu zeigen, was mit den physikalischen Formelzeichen gemeint ist, d.h. du benötigst irgendein Gedankenexperiment, das anschaulich die physikalischen Verhältnisse bei einem Gruppenelement und seiner Verknüpfung darstellt.
Allgemein: Diese Debatten hatten wir alle schon x-Mal und sollten einfach feststellen, dass hier völlig unterschiedliche physikalische Grundsätze bei Befürwortern und Kritikern der RT zur Anwendung kommen. Dabei verweise ich darauf, dass unter Verwendung des nachfolgend skizzierten (üblichen) Gedankenexperimentes eine Herleitung der LT möglich ist, d.h. dass diese Darstellung korrekt ist und somit ein (behauptetes) Gruppenelement die Form x'=(x-v*t)/sqrt(1-v²/c²) usw. hätte. Wenn du diese Meinung nicht teilst, dann solltest du einmal nachvollziehbar physikalisch darstellen, wie sich deine 4x4-Matrix veranschaulichen lässt. Ansonsten läuft es eben so, dass sich unterschiedliche physikalische Sichtweisen gegenüberstehen und jeder macht sein Ding.
[Blockierte Grafik: http://www.beeplog.de/blogfiles/1/147012/entries/411381/images/koordinatenrechtslichts.png]
mfg