OHA!
Moin Rottweiler, willkommen im Forum! - Und vielen Dank f?r die Steilvorlage! *den Haarspalter rausklapp*
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Was da aber abl?uft ist rein wirtschaftlich gesehen der ganz normale Lauf der Dinge.
Manipulation h?ltst du f?r >>normal<<? Ich denke hier haben wir schon einen Aspekt grundverschiedener Sichtweisen. Ich halte die Vorg?nge nicht f?r normal. Daraus entwickeln sich sofort v?llig unterschiedliche ?berlegungen.
F?r dein kleines Rechenbeispiel um den k?nstlich angehobenen Mindestlohn musst du wohl dein "Milchm?dchen" wechseln. Aus monet?rer Sicht hast du nat?rlich recht, wenn der Mindestlohn steigt, steigt auch die Gesamtlohnsumme f?r die 7 Arbeiter. Nur die Schlu?folgerung ist falsch. Der Unternehmer entl??t 4 Arbeiter, weil die verf?gbare Lohnsumme nur noch auf 3 Arbeiter verteilt werden kann?
Ach - und wer macht die Arbeit? Hat der Unternehmer 7 Angestellte, weil er so sozial eingestellt ist und 7 die Arbeit machen l?sst die normal auch 3 schaffen?
Tats?chlich verschwindet die gesamte Firma vom Markt! Wenn der Unternehmer die Auftr?ge mit seinen 3 Arbeitern nicht mehr bew?ltigt kann er auch den gehobenen Stundensatz f?r seine nur noch 3 Arbeiter nicht mehr erwirtschaften! So sieht das aus.
Schwarzarbeit: Schwarzarbeit und die dort gezahlten "L?hne" zeigen den tats?chlichen Arbeitswert. Also die Geldmenge, die ein Arbeiter braucht um in unserem ?berregulierten Staatssystem zurecht zu kommen. Ich meine hier den erfolgreichen arbeitslosen Handwerker, der ohne Chef nebenher rund um die Uhr arbeitet und die Bezahlung selbst aushandelt und nicht den Tagel?hner der nichts richtig kann, keine Beziehungen und kein soziales Umfeld hat, das ihn und seine Leistungsf?higkeit anerkennt.
Betrachten wire die sozialen Zust?nde in unseren Gro?st?dten, dann tut sich doch folgendes Problem auf: Der Polizeibeamte im ersten Dienstjahr kann sich von seinem Gehalt keine Wohnung in der Stadt leisten. Wohnt er in den Aussenbezirken, fressen ihm die Kosten f?r die Pendelei seinen Lohn auf. Das gleiche gilt auch f?r den jungen Feuerwehrmann. Und die Putzfrau im Bankenviertel kann es sich ?berhaupt nicht mehr leisten in der Stadt zu wohnen. Die St?dte konzentrieren derartig Geld und Kosten, das viele gering bezahlte T?tigkeiten nicht mehr ausgef?hrt werden, weil die so bezahlten von ihrem Lohn kein Dach ?ber dem Kopf bezahlen k?nnen.
Nat?rlich wird in Frankfurt geputzt. Aber nicht weil dort besonders gut bezahlt wird. Wir leben jetzt schon in einer sozialistischen Planwirtschaft f?r untere Lohngruppen. Diese Menschen verf?gen nicht mehr ?ber ihr Leben. Die sollen nehmen was ihnen zugewiesen wird und ansonsten das Maul halten und keine eigenen W?nsche entwickeln (1 Euro-Job-Sklaven). Das geht dann so weit, dass Zusch?sse zum Lehrlingslohn nicht gezahlt werden, die Leute also die Ausbildung abrechen m?ssen und von St?tze leben. Und das ist normal?
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Man mu? jetzt definieren was man unter dem Begriff "Sozial" versteht.
Will man das es einigen wenigen (ich spreche von Arbeitern und Angestellten) oder das es allen "mehr oder weniger" gut geht.
Diese Entscheidung ist schon lange gefallen und zwar f?r den sozialen Unfrieden! Die sogenannten Sozialkosten werden in Deutschland nur ?ber Lohnzuschl?ge f?r unselbst?ndige Arbeit finanziert. Das ganze wird dann versteckt als "Arbeitgeberanteil zu den Sozialkosten", also das was der Arbeitgeber direkt an die Krankenkasse und Sozialkasse bezahlt und der Teil der dem Lohnempf?nger von seinem Bruttolohn abgerechnet wird. Das ist nat?rlich Augenwischerei. Wenn du den Arbeitsplatz aus Sicht des Unternehmers betrachtest, dann ist das eine Kostenstelle. Das hei?t, der Unternehmer hat f?r den Arbeitnehmer an diesem Arbeitsplatz Lohnkosten, und dabei ist es egal ob das Geld erst dem Lohnempf?nger gegeben wird und er zahlt dann sofort alle Steuern, oder dieser Betrag durch zwei geteilt wird, wobei der eine Teil dann "Arbeitgeberanteil" und der andere Teil Krankenkassenbeitrag des Arbeiters genannt wird. Fakt ist, das die Gesamtsumme durch die Arbeit des Arbeiters an diesem Arbeitsplatz erwirtschaftet werden mu?. Erst danach macht der Unternehmer Gewinne. Betrachten wir unter diesem Gesichtspunkt Mal den echten Bruttostundenlohn, so mu? der Unternehmer 40 Euro Brutto pro Stunde aufwenden, du bekommst aber nur 5 Euro zu deiner eigenen Verf?gung. Und davon mu?t du Miete, Fahrkosten und Energiesondersteuern bezahlen, weshalb es gerade so zum Essen reicht. Und das trotz der 40 Euro, die du mit deiner Arbeit erwirtschaftest.
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Es ist Schicksal und Chance von Frank aus dem Beitrag vorher das er ausf?hrende T?tigkeiten nicht mehr aus?ben soll oder mu?.
Diese Aussage zeigt deine Kurzsichtigkeit. Viele Eingriffe ins Wirtschaftsgeschehen werden von dir ?berhaupt nicht wahr genommen und flie?en deshalb in deine ?berlegungen auch nicht ein.
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Deutschland ist eine der 3 f?hrenden Industrienationen der Welt (Stand 2006)
Was ist denn da die Messgr??e? Geld nicht war? Deutschland macht also immer gr??ere Ums?tze im Ausland. Das sind aber nur Zahlen. Ich erinnere mich, das Bratwurst Mal 1,80 (DM) gekostet hat. Kostet sie immer noch, nur in Euro, das bedeutet. sie kostet heute 3,60 DM. Ist die Bratwurst tats?chlich so viel wertvoller geworden? Nein, aber aus Sicht der Statistik mache ich heute mit dem Verkauf nur einer Bratwurst doppelt soviel Umsatz wie vor der Euroeinf?hrung. Und da kommt dein "Wirtschaftswachstum" her, das du als Indikator f?r die Leistungsf?higkeit der Deutschen Wirtschaft betrachtest. Da die Menschen aber nicht mehr Geldwert zur Verf?gung haben, sinkt der Konsum. Wenn ich f?r eine Bratwurst doppelt soviel zahlen mu? kann ich nur halb so viele essen. Dieser Prozess f?llt nur deshalb nicht auf, weil 10 Mio. Arbeitslose als Konsumenten aus dem System gekegelt wurden und die, die noch Arbeit haben, doppelt so effizient sein m?ssen, wollen sie ihren Arbeitsplatz behalten. Die k?nnen sich immer noch zwei Bratw?rste leisten, allerdings nur, wenn die gerade im Sonderangebot sind. Fr?her gab es im Osten HO-L?den und nichts zu kaufen. Heute kannst du es dir nicht mehr leisten zu kaufen was du w?nschst, sondern musst immer auf die "Sonderangebotsliste" von Lidl und Aldi warten um chinesische Billigprodukte zu konsumieren. Das ist die selbe alte Planwirtschaft im bunten Gewand. Mittlerweile bezahlst du im Baumarkt f?r das Material eines Schrankes mehr, als wenn du ihn beim Discounter erwirbst. Und dabei hast du deine Arbeitszeit gar nicht in Anrechnung gebracht. Da geht doch irgendetwas schief!
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Wie kommt man aber aus diesem Teufelskreis wieder raus? Nun wir m?ssen uns klar werden wer wir sind und wo wir stehen. Deutschland ist eine der 3 f?hrenden Industrienationen der Welt (Stand 2006). Das Potential welches in Deutschland steckt ist beeindruckend. Die meisten Patentanmeldungen weltweit kommen aus Deutschland. S?mtliche bedeutende Normen (ausser die f?r die Weltraumsachen, aber selbst da ist Deutschland auf dem Vormarsch) kommen aus Deutschland, und werden durch deutsche und internationale Rechte gesichert. (DIN->EN->ISO !)
Die Probleml?sung: Wer ist eigentlich "wir"? Es findet ja eine kontinuierliche Konzentration zu immer gr??eren Firmenzusammenschl?ssen statt. Diese Konsortien sind die Eigent?mer der Patente. Wieso sollten Verwertungsgewinne aus Lizenzen, die ja virtuell sind, auch nur einem deutschen B?rger n?tzen? Bekommt irgend einer zus?tzlich Arbeit?
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Deutschland ist momentan auf dem Weg weg von einer Industrienation hin zu einer "Wissen als Produktionsfaktor"-Gesellschaft.
Was f?r eine seltsam verdrehte Argumentation. Wissen als Produktionsfaktor? Entweder hast du theoretisches Wissen, dann brauchst du einen Praktiker, der dir dein "Wissen" in Produkte veredelt. Oder du wei?t um Produktionsverfahren, dann brauchst du Produktionsstandorte um dieses Wissen umzusetzen. Und ich meine damit nicht eine Produktionsanlage in Shanghai zu errichten oder eine vollautomatisierte Produktionsstrasse in Deutschland aufzubauen. All dies nutz nur dem Gro?kapital, aber nicht dem B?rger, der ja gezwungen ist "Arbeiten" zu gehen, will er sein Leben in unserer Gesellschaft "gestalten" oder wenigstens fristen.
Und selbst die "gute" Ausbildung hilft heute wenig. Du hast sicher auch schon von der Jungakademikerausbeutung durch Praktika statt Festanstellung geh?rt?! Das bedeutet eben kein Konsum, sondern 10 Jahre durchwurschteln und nebenher das Baf?g-Darlehen zur?ckbezahlen. Ach ja, und das mit den 3 Kindern wird aus nichts, wegen der wirtschaftlichen Umst?nde! Ach und mit 43 findest du keinen Arbeitgeber mehr, weil du zu alt bist! Gleichzeitig sollst du eine Riesterrente ansparen und darfst erst mit 67 aufh?ren zu arbeiten! (Schr?g, oder?)
Du gibst hier sehr gut wieder, was an den Unis zur Zeit im Bereich Wirtschaft gelehrt wird und was man in den einschl?gigen Fachzeitschriften nachlesen kann. Wie gesagt, all diese Informationsquellen folgen immer noch der Theorie des "freien Marktes". Dieses Gebilde hat es nie gegeben. Es wird manipuliert auf Teufel komm raus (Lobbyismus). Und zwar nur zum Nachteil des Volkes. Denn auch das wird an den Unis gelehrt und als "Wissenschaftlich begr?ndetes verhalten" akzeptiert.
1. Gewinnmaximierung: Jedes Unternehmen sollte so viel Gewinne einfahren wie nur m?glich!
2. Kostenminimierung (folgt aus Punkt 1), Hierbei ist es sehr beliebt Kosten der Gemeinschaft anzulasten. Egal ob es sich um erschlichene Subventionen handelt, oder um Umweltsch?den f?r die die Firma nicht haftbar gemacht werden kann.
3. Monopolisierung, bzw. Oligopolbildung zur Kontrolle des Marktes.
4. Preisgestaltung zur Marktabsch?pfung. Der Kunde zahlt nicht, was die Ware wert ist, sondern der Preis wird so hoch festgelegt, das der Kunde sich das Produkt gerade noch leisten kann.
5. Absatzmaximierung durch Schaffen k?nstlicher Bed?rfnisse.
Was ist eine Flasche Cola wirklich wert? 12 ct f?r Zucker Wasser und Aromen. Und die restlichen 1,30? Die werden in Werbung verbrannt, damit die Menschen ein Produkt konsumieren, dass sie v?llig ?berbezahlen und das sie krank macht. Die Krankheitskosten werden aber aus einer anderen Kasse bezahlt und heben ebenfalls das Bruttosozialprodukt des Staates und damit die F?higkeit die Staatsverschuldung weiter nach oben zu treiben. Und das alles h?ltst du f?r "normal"?
Ich w?rde sagen, du leidest unter einem akuten Anfall von Betriebsblindheit!
Rottweiler, ich m?chte hervorheben, dass ich dich mit meinen zum Teil sarkastischen Argumentationen nicht pers?nlich meine, sondern eher alle Vertreter dieser seltsamen "Wirtschaft-filosofie". Ich habe ja schlie?lich auch nicht die Weisheit mit L?ffeln gefressen. In diesem Sinne fr?hliches Federn kreuzen.
Gru? EO