Es war, wie gesagt warm und die Sonne schien. Die erste Schicht hatte noch genug Wärme, um das gelieren der zweiten Schicht zu beschleunigen. Die Härtereaktion setzte ebenfalls schnell ein und nach 30 Minuten goß ich die dritte Schicht. Zu früh, denn die 2. Schicht war schon sehr heiß geworden. Das Ergebnis war eine stürmische Reaktion. Der Sockel mit den mittlerweile 3 Schichten wurde so heiß, dass das PVC des Panzerbandes, mit dem ich die Rohre verschlossen hatte, sich unter ziemlicher Gestankentwicklung in Rauch auflöste!
Ich fasste unten die Kupferrohre an, die im Sockel eingegossen werden sollten. Zu heiß! Aber warum lief die Wärme nicht nach oben in die langen Rohre? Ich fasste die Rohre oben an, die waren auch warm! Und zwar von der Sonne. Als ich den 2. Cloudbuster gegossen hatte, war es kühl und es ging ein leichter Wind. Hier wollte sich die Gelierreaktion nicht einstellen, weil die Reaktionswärme über die Kupferrohre aus dem Sockel abgeleitet wurde. Erst als ich eine elektrische Heizdecke um die Rohre gewickelt hatte, begann die Aushärtereaktion.
Und nun war es anders rum! Ich holte einen großen Ventilator vom Dachboden und lies den den Eimer kühlen. Ich wollte noch die 4. Schicht gießen, damit die Rohre ausreichend fest im Sockel saßen, um in den Schatten umzuziehen. Ich ließ den Ventilator arbeiten, bis sich die Rohre unten nur noch lauwarm anfühlten, dann goß ich die 4. Schicht. Die Aushärtung dauerte nur 30 Minuten.
Danach löste ich das Panzerband vom Rohrbündel, zog die Rohre nach oben einzeln aus den Schablonen und zog in meinen Carport um.
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Der Ventilator kühlte wieder den Eimer und ich goß die 5. Schicht. In diese bettete ich in der Mitte zwischen den Rohren einen großen, doppelten Bergkristall, zwei zusammengewachsene Spitzen. So arbeitet der Sockel als Riesen-Towerbuster, auch wenn keine Kristalle in den rohren stecken, oder die langen Rohre nicht aufgesetzt sind. Zusätzlich kamen noch 4 kleine Splitter Rosenquarz hinzu. Man sieht sie links auf dem Deckel des blauen Eimers liegen. Der Rosenquarz schützt den Sockel vor einer Umprogrammierung.
Die Krise war bewältigt, ich hatte den richtigen Ort zum weiter machen gefunden. Jetzt folgte die übliche Fleißarbeit. Harz anrühren, Späne einfüllen, gießen, rühren, Späne nachfüllen, rühren, warten, Temperatur kontrollieren, Ventilator regulieren und wenn die Schicht ausgehärtet war, warten bis die Rohre nur noch handwarm waren und dann die nächste Schicht. So wurde es Abend.
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Die Cloudbuster aus meiner Produktion haben Namen. Als ich die letzte Schicht gegossen hatte, nahm ich etwas Kupferdraht und schnitt und bog die Buchstaben. Man muß genau den Zeitpunkt des Gelierens abwarten. Dann ist die Oberfläche des Harzes klebrig, aber die kleinen Kupferdrähte sinken nicht mehr im Harz ein. Mit einer Pinzette habe ich dann die die Buchstaben zusammengesetzt. Jetzt nur noch auf die Aushärtung warten.
Jetzt sollte der neue Sockel aus dem Eimer. Normalerweise löst sich das ausgehärtete Harz von allein von der Eimerwand. Man muß nur oben am Rand nach außen ziehen und kann dann sehen, wie die Haftverbindung sich löst. Der Sockel kommt erst aus dem Eimer, wenn rundum die Haftverbindung zur Eimerwand weg ist. Diesmal lösten sich aber die letzten 4 cm unten nicht.
Aus einem Federstahl, den man im Gummirand von Scheibenwischern findet, habe ich mir ein Trennwerkzeug geschliffen. Dieser Stahl ist nur 3 bis 4 mm breit und etwa 1,5 mm dick. Den habe ich vorn in der Breite rund geschliffen und die Dicke einseitig schräg angeschliffen. Diesen Stahl steche ich vorsichtig, die ungeschliffene Seite zum Sockel zwischen Sockel und Eimerwand. Dadurch löst sich der Eimer bis nach unten vom Sockel. Das macht man einmal rum alle 4 cm und der Sockel löst sich - normalerweise. Nur diesmal nicht. Als der Sockel zu Anfang überhitzte, verbuk das Eimerplastik mit dem Harz. Es war nichts zu machen. Der Sockel löste sich nicht. Nachdem ich dann mit meinem Werkzeug zweimal die Eimerwand durchstoßen hatte, war klar: Ich muß den Eimer auseinanderschneiden! Tja, hätte ich nur 2 Eimer gehabt, denn ein Eimer kostet weniger als das Harz und die Arbeit, die ich nun hatte.
Auf dem Bild könnt ihr die Verformungen an der Außenseite des Eimerbodens sehen. Oben rechts neben der Feilenspitze seht ihr auf dem abgerollten Eimerrand die weißen Flecken, wo das Plastik Blasen gebildet hatte. Jetzt hatte ich keinen Eimer mehr und konnte die Mantelschicht nicht gießen. Es war aber sowieso nach 22 Uhr, da war die Schicht gelaufen! ICh habe dann noch den oberen Rand des Sockel rundum abgefeilt. Das Harz zieht sich oben an der Eimerwand hoch und die Oberfläche formt sich als flacher Napf aus. Bei Regen bleibt dann das Wasser darin stehen, sammelt Dreck und trocknet dann fleckig ab. Außerdem splittert dieser dünnen Rand leicht, was zu großen Ausplatzungen führt.
Am Montag holte ich mir bei Upmeyer, unserem Baumarkt einen neuen Eimer. Der war ähnlich geformt, verjüngte sich aber nach unten ein klein wenig stärker. Der Sockel passt nicht ganz rein! Außerdem war der Sockel unten, von die Eimerwand verschmort war unregelmäßig. Weiterhin hatte sich außen am Sockel eine dünne Haut gebildet, die abplatzte. Durch die Kühlung mit dem Ventilator und das Warten, dass die Rohre immer nur noch Handwarm waren, bevor ich die nächte Schicht goß, hatte sich Schicht für Schicht von der Eimerwand gelöst. Das Harz der nächsten Schicht sickerte in diesen dünnen Spalt, verband sich aber nicht mit der gehärteten Harz. Man konnte große Bereiche flacher Luftblasen sehen (vorn links auf dem Foto und rechts neben dem Holzgriff der Feile). Das gäbe keine dauerhafte Mantelschicht. Mit Feile und einem Dorn habe ich also rundum alles lose Material von der Sockelwand abgepuhlt. Mittlerweile war es kalt geworden und der Sockel war auch kalt! So würde die Mantelschicht nicht richtig aushärten. Also wanderte der Sockel für einen Tag in meinen Werkstattkeller und wärmte sich auf.
Tags drauf war es dann so weit. Ich goß also noch einmal eine Schicht von 1 L Harz im Eimer, um den Hohlraum unter dem Sockel zu füllen. Natürlich riss auch diese Schicht wieder. Das war aber egal, schließlich ging es nur noch um "Kosmetik". Nachdem die Schicht ausgehärtet war, rührte ich einen weiteren Liter Harz an und goß ihn in den Eimer. Dann ließ ich den Sockel langsam reingleiten. Durch drehen und drücken sank er immer tiefer, bis das Harz rumum hoch quoll und auf dem Sockel eine geschlossenen Schicht bildete. Jetzt half ich durch reiben und klopfen noch ein paar Luftblasen aufzusteigen und die Mantelschicht war fertig.